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Full text of "Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig und die deutsch-venetianischen Handelsbeziehungen. Quellen und Forschungen"

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Der  alte  Fondaco  dei  Tedeschi  nach  dem  Plane  Venedigs  von  Jacopo  de'  Barbari  1500. 

a)  Die  alte  Rialto-BrUcke.  -■  b)  Die  Kirche  S.  Bartolomeo.   -   c)  Der  Fondaco  selbst  (das  Gebäude  unterhalb 
der  alten  Ueberschrift  .Fontico  dalamani').  -  d)  Die  Kirche  S.  Giovanni  Crisostomo. 


Der  neue  Fondaco  nach  A.  Quadri,  Jl  Canal  Grande  di  Venezia  (1828)  mit  den 
damals  noch  vorhandenen  Thürmchen. 

a)  Ponte  dell'  Oglio  mit  dem  Eio  del  Fondaco.  -  b)  Fondamenta  e  Traghetto  del  Buso  mit  der  Calle  del  Fo 
daco,  wo  der  Eingang  von  der  Strasse  her. 


DER 


FONDACO  DEI  TEDESCHI 


IN  VENEDIG 


UND  DIE 


DEÜTSCH-VEMTIANISCHENHANDELSBEZIEHUN&Ei 

QUELLEN  UND  FORSCHUNGEN 


VON 


D«- HENRY  SIMONSFELD, 

Dozent  der  Geschichte  an  der  Universität  und  Sekretär  an  der  kgl.  Hof-  und  Staatsbibliothc 

in  München. 


Mit  Unterstützung  der  historischen  Commission  bei  der  kgl.  bayerischen 
Akademie  der  Wissenschaften. 


STUTTGART. 
VERLAG  DER  J.  G.  COTTA'SCHEN  BUCHHANDLU: 

1887. 


DER 

FONMCO  DEI  TEDESCHI 

IN  VENEDIG 


UND  DIE 


lEÜTSCH-VENETIANISCHENHANDELSBEZIEHÜN&EN. 


VON 


D«  HENRY.  SIMONSFELD, 

Dozent  der  Geschichte  au  der  Universität  und  Sekretär  au  der  kgl.  Hof-  und  Staatsbibliothek 

in  München. 


BAND  II. 
/.  Geschichtliches. 
II.  Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1402—1753, 
III.  Grabschriften  von  Deutschen  in   Venedig. 

Anhang:  Zur  Geschichte  deutscher  Gewerbetreibender  in   Venedig. 


STUTTGART. 
VERLAG  DER  J.  ö.  COTTA'SCHEN  BUCHHANDLUNG. 

1887. 


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Alle  Rechte, 

insonderheit  in  Beziehung  auf  Uebersetzungen,  sind  von 

der  Verlagsliandlung  vorbehalten. 


HF 

7C8391 


Druck  von  Gebrüder  Kröner  in  Stuttgart. 


'^11 


Vorwort. 


iJer  vorliegende  zweite  Band  bringt,  wie  versprochen  (cf,  Vor- 
wort zu  Bd.  I  S.  XVIIl),  zunächst  eine  zusammenfassende  Dar- 
steUung  der  Geschichte  des  Fondaco  und  der  deutsch-venetianischen 
Handelsbeziehungen  (welche  auch  in  einer  Separatausgabe  erscheint). 
Nachdem  seit  geraumer  Zeit  eine  solche  nicht  mehr  versucht  wor- 
den ist,  schien  es  wünschenswerth  wieder  einmal  zusammenzustellen, 
was  über  das  Thema  aus  alten  und  neuen  Quellen  zu  entnehmen,  um 
damit  zugleich  den  Anstoss  zu  neuen  Forschungen  zu  geben.  Aus 
eben  diesem  Grunde  habe  ich  ausführlicher  der  deutschen  Theil- 
nehmer  an  diesem  Handel  gedacht,  um  hier  Nachsuchungen  besonders 
in  privaten  Archiven  Vorschub  zu  leisten.  Vielleicht  wird  man  eine 
eingehendere  Behandlung  einzelner  nationalökonomischer  Punkte  ver- 
missen, wie  etwa  eine  Darstellung  der  Waarenpreise  und  der  Zölle. 
Aber  abgesehen  davon,  dass  hiefür  das  Material  noch  nicht  vollständig 
vorliegt,  bleiben  solche  Fragen  wohl  besser  Nationalökonomen  von 
Fach  überlassen. 

Es  folgt  dann  die  Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmann- 
schaft im  Fondaco  1492 — 1753,  hierauf  eine  Sammlung  Grabschriften 
von  Deutschen  in  Venedig  mit  einem  Verzeichniss  der  in  S.  Bar- 
tolomeo  zu  Venedig  bestatteten  Deutschen  1580 — 17G5  und  einem 
Verzeichniss  deutscher  Fastenprediger  in  Venedig,  über  welche  Ab- 
schnitte in  den  jeweiligen  Einleitungen  das  Nöthige  gesagt  ist. 

Der  sich  daran  anschliessende  Anhang:  „Zur  Geschichte  deut- 
scher Gewerbetreibender  in  Venedig"  hat  sich  zu  einer  kleinen  Skizze 


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Vorwort. 


über  deutsches  Leben  in  Venedig  in  früherer  Zeit  überhaupt  er- 
weitert, wie  auch  unter  den  Dokumenten  zum  Anhang  mehrere  Stücke 
Aufnahme  gefunden  haben,  die,  ohne  direkt  Bezug  auf  die  deut- 
schen Gewerbetreibenden  zu  haben,  von  allgemeinerem  Interesse  für 
uns  sind.  Für  die  Behandlung  dieser  Dokumente  galten  dieselben 
Grundsätze,  wie  für  die  Urkunden  des  ersten  Bandes. 

Ein  alphabetisches  Personen-  und  Ortsregister  zu  beiden  Bänden 
und  ein  Glossar,  d.  h.  ein  Verzeichniss  der  selteneren  und  schwieriger 
zu  erklärenden  lateinischen,  italienischen  und  deutschen  Wörter  be- 
schliesst  das  ganze  Werk,  welches  ich  hiemit  nochmals  einer  freund- 
lichen Aufnahme    und   einer   wohlwollenden  Beurtheilung  empfehle. 


% 


München,  im  August  1887. 


H.  Simonsfeld. 


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Inhaltsübersicht. 


Seite 
I.  Geschichtliches 1—201 


Einleitendes 3—5 

Kaufhäuser  im  Mittelalter  überhaupt  8,  Etymologie  des  AVortes 
Fondaco  3,  Fondachi  im  Orient  4,  der  Fondaco  dei  Tedeschi 
in  Venedig  im  Allgemeinen:  Eigenthum  der  Republik,  Werth 
für  Deutschland  5. 

Erster  Theil  bis  zum  Jahre  1505 (j— 106 

I.  Das  Gebäude 6  —  11 

Entstehung  desselben  und  Beginn  der  deutsch-venetianischen 
Handelsbeziehungen  überhaupt  6—8,  älteste  urkundliche 
Erwähnung  des  Fondaco  9,  Umbauten  des  alten  Hauses 
9—10,  innere  Eintheilung  11. 

II.  Verwaltung  des  Fond.,  Art  der  Benützung;  Be- 
amte und  Bedienstete,  Verhältniss  der  Regie- 
rungzudenBenützern 11 — 41 

Die  deutschen  Kaufleute  gezwungen  im  Fond,  abzusteigen 
12,  der  Fond,  ursprünglich  verpachtet  12,  später  die  Kam- 
mern und  Gewölbe  an  einzelne  Kaufleute  gegen  massige 
Abgabe  vermiethet  12 — 13,  Gleichberechtigung  der  Kauf- 
leute betreffs  der  Benützung  13,  Ausdehnung  des  Benützungs- 
rechtes für  Einzelne  auf  längere  Zeit  14  —  15;  Hausordnung: 
Schliessung  des  Gebäudes,  Durchsuchung  der  Kammern  16, 
Besuch  der  Weinschenke  im  Fond.  17;  Beamte  und  Be- 
dienstete des  Fond.:  Visdomini  mit  Schreibern,  Notaren, 
Dienern  18,  ein  Oberaufsichtsbeamter  am  Ende  des  15.  Jahr- 
hunderts 19,  Barkenführer,  Kärrner,  Fährleute,  Auktio- 
natoren, Träger,  Wäger,  Bleianleger  19,  Ballenbinder,  bilden 
eine  Zunft,  in  welcher  nur  Deutsche  19 — 21;  Hausmeister 
21-23;  Sensale  23-28; 

Zusammenhang  der  Verwaltungsgrundsätze  beim  Fond, 
mit  der  venetianischen  Handelspolitik  überhaujit  29,  fis- 
kalische Bedeutimg  des  Fond.  30,  fiskalische  und  mono- 
polistische Gesichtspunkte  bei  der  Regelung  des  gesammten 
deutsch-venetianischen   Handelsverkehrs    31-32,    Urtheil 


Inhaltsübersicht. 


Seite 
Salimbene's  über  die  Venetianer  32,  Schutzzollpolitik  Vene- 
digs 33  und  Freihandel  84,  probeweiser  Erlass  der  Ver- 
ordnungen 34,  besondere  Rücksichtnahme  auf  die  Wünsche 
der  Deutschen  34—37;  Grösse  des  Umsatzes  des  deutsch- 
venetianischen  Handels  37 — 39,  Bedeutung  Venedigs  für  den 
Handel:  Hochschule  für  den  jungen  Kaufmann  39 — 41, 
Kredit  Venedigs :  Hinterlegung  auswärtiger  Gelder  in  der 
venetianischen   Staatsbank  41. 

ni.  DieBenützerdesFondaco 41  —  90 

Untersuchung  der  Frage,  ob  Gesuch  nöthig  für  die  Benützung 
41 — 42,  Schwierigkeit  einer  Statistik  der  Benutzer  wegen 
der  Dürftigkeit  der  Quellen  42—43,  Seltenheit  handels- 
geschichtlicher Notizen :  bei  Fehden,  Kriegshändeln  u.dgl. 43, 
Kaiser  Sigmund's  Stellung  gegen  die  Republik,  dessen  ver- 
gebliche Bemühungen  den  deutsch-venetianischen  Handel 
auf  Genua  abzulenken  44—46,  seine  Handelsverbote  werth- 
voll  für  die  Kenntniss  der  betheiligten  Städte  46;  Schei- 
dung der  deutschen  Kaufleute  im  Fond,  in  2  Tafeln:  die 
Regensburger-  und  Schwaben-  und  die  Nürnberger-Tafel  46; 
Regensburg  47—49,  die  österreichischen  Städte:  Linz,  Enns, 
Steyr,  Wels,  Wien  49—53,  Ips,  Wiener-Neustadt  53 ;  Steier- 
mark :  Judenburg,  Pettau  53 ;  Kärnthen :  E'riesach,  Villach 
53;  Krain:  Laibach  54;  Friaul:  Pordenone,  Cividale,  Ven- 
zone 54;  Tirol  55;  Salzburg  55  —  56;  Baiern:  München, 
Landshut  56 — 57 ;  Schwaben :  Augsburg  57 — 62,  Memmingen 
62,  Kempten  62,  Ulm  62—63,  Lauingen,  Hohen-Urach, 
Biberach,  Kaufbeuren  63,  Lindau  63  —  64,  Ravensburg  64, 
Konstanz  64 — 65,  Basel,  St.  Gallen,  Schweiz,  Freiburg, 
Zürich  65  —  66;  Strassburg  66 — 67;  Speier,  Worms,  Mainz 
67 ;  Frankfurt  67  -  69 ;  Würzburg,  Windsheim  69 ;  Köln  69—71 ; 
Lübeck  71  —  72;  Breslau  72,  Bautzen  72;  Nürnberg  73— 80 ; 
Böhmen:  Prag  80 — 81;  Mähren:  Brunn  81;  Ungarn,  Polen, 
Savoyen  81  —  82;  Art  des  Geschäftsbetriebes,  Vertretung 
83  —  84;  Inneres  Leben  der  deutschen  Kaufleute  im  Fond. 
84,  Gemeinsame  Angelegenheiten,  Gleichberechtigung  aller 
Kauf  leute  .  an  den  Besclalüssen  85 — 86;  Innere  Geschichte 
des  Fond. :  Streit  zwischen  den  Regensburgern  und  Nürn- 
bergern im  14.  Jahrhundert  86  —  87,  zwischen  den  ober-  und 
niederdeutschen  Städten  (1428  oder  1429)  87  —  88,  zwischen 
den  Nürnbergern  und  Augsburgern  (1474)  88  —  89 ;  Einführung 
einer  gemeinsamen  Abgabe,  des  Cottimo  89—90,  Wahl  von 
Vorstehern,  Cottimieri  90. 

IV.  Die  Verkehrswege 90  —  101 

Entfernungen  zwischen  Deutschland  und  Venedig      .     .     .     101 — 102 

V.  Die  Waaren 103—106 

Zweiter  Theil  von  1505  an 107 — 201 

Brand  des  alten  Gebäudes  107,  Wiederaufbau  durch  die 
Regierung  107  —  108,  Ausschmückung  durch  Giorgione  und 
Tizian  109 — 110,  gegenwärtiger  Zustand  110—112,  innere 
Einrichtung  des  Gebäudes ,  Wintersaal  und  Sommersaal 
112 — 113,  der  Baumeister  ein  Deutscher,  Namens  Hierony- 
mus  113—116; 


n 


Inhaltsübersicht.  XI 


Unrichtigkeit  einer  demonstrativen  Absicht  der  Regie- 
rung bei  dem  Neubau  116 — 117,  Zweck  der  Festhaltung 
der  Deutschen  in  Venedig  nach  den  neuen  Entdeckungen 
117,  Rückwirkung  dei'selben  auf  Venedig  und  den  deutsch- 
venetianischen  Handel  117—119,  Gefahr  für  diesen  durch 
den  Krieg  zwischen  der  Republik  und  Kaiser  Maximilian  I. 
119 — 120,  Antheil  der  Herren  von  der  Leiter  an  demselben 
121 — 122,  wohlwollendes  Verhalten  des  Kaisers  gegen  die 
deutschen  Städte  122—123; 

Fortdauer  und  Blüthe  des  deutsch-venetianischen  Handels 
im  16.  Jahrh.  123 — 124,  Beweise  dafür:  Aufkommen  der 
Zeitungen  124,  Aufzeichnung  der  Zölle  und  Abgaben  in 
Venedig  124,  Handelbücher  124—126; 

Verwaltung  des  neuen  Gebäudes  126,  Festsetzung  der 
Miethe  per  Jahr  126—128,  Plan  einer  gänzlichen  Abtretung 
des  Benützungsrechtes  des  Fond,  an  die  deutsche  Kauf- 
mannschaft gegen  eine  Pauschalsumme  (1647)  129;  Selbst- 
verwaltung den  Deutschen  im  Innern  zugestanden  129  —  130, 
Aufstellung  eigener  Diener,  insbesondere  eines  Thorhüters 
130 ;  innere  Ausschmückung  des  Hauses  durch  die  Deutschen : 
Ofen,  Uhr,  Gemäldegallerie  131,  Altartafel  (Rosenkranzfest) 
von  Albrecht  Dürer  für  die  Kirche  S.  Bartolomeo  beim 
Fond.,  Hauptbegräbnissplatz  der  Deutschen  131 — 134,  andere 
Begräbnissstellen  134 — 135; 

Der  Cottimo  zur  Bestreitung  der  gemeinsamen  Ausgaben 
135 — 136,  Steigerung  desselben  136,  Streit  über  dessen  Ent- 
richtung mit  dem  Trientiner  Zilberti  und  Genossen  (1577) 
136 — 138,  Erfordemiss  der  Zustimmung  der  venetian.  Be- 
hörden zur  Erhöhung  des  Cottimo  138 ;  Aenderungen  in  der 
inneren  Verwaltung,  Organisation  der  deutschen  Kaufmann- 
schaft oder  Deutschen  Nation,  Nazione  Alemana  139,  Con- 
suln,  Aelteste,  Generalkapitel  139; 

Zwiespalt  in  der  deutschen  Kaufmannschaft  140,  Unter- 
scheidung von  Berechtigten  und  Nichtberechtigten  140,  die 
von  der  Regierung  verliehenen  Privilegien  und  Immunitäten 
der  deutschen  Kaufmannschaft  140  — 142,  Anspruch  der 
Oberdeutschen  auf  alleinigen  Genuss  der  Privilegien  des 
Fondaco  und  alleinigen  Antheil  an  Kapitel,  Tafel  und 
Kammern  des  Fond,  seit  Ende  des  16.  Jahrh.  142  —  144, 
Geltendmachung  dieser  Ansprüche  gegenüber  Danzig,  Trient 
144 — 145  und  besonders  gegenüber  Köln  und  dem  Kölner 
Abraham  Spillieur  (1647—1652)  145,  Vorgehen  der  Naz. 
Alem.  gegen  Spillieur  146—148,  Entscheidung  der  venetian. 
Regierung  zu  Gunsten  Kölns  (1652)  149 — 150;  Untersuchung 
der  Rechtsfrage :  Nachweis  der  Grundlosigkeit  der  alleinigen 
Ansprüche  der  Oberdeutschen  an  den  Fondaco  150—154, 
Motive  der  Oberdeutschen :  Geschäftliche  Interessen,  Gegen- 
satz gegen  die  Han8a^l55  — 156,  konfessionelle  Gründe  157; 
Rückblick 'au'f  das'Emdfingeri  der  Reformation  in  Venedig 
157,  Antheil  der  Deutschen  im  Fondaco  158,  Spaltung 
zwischen  Lutheranern,  Calvinischen,  Reformirten  159,  Bil- 
dung einer  deutschen  reformirten  Gemeinde  mit  Abraham 
Spillieur  als  Vorsteher  (1647 — 48)  160,  Entstehung  der 
evangelischen  Gemeinde  (c.  1646)  161 — 162;  weitere  Theilung 


XII  Inhaltsübersicht. 


Seite 


der  deutschen  Kaufmannschaft  in  Venedig  162;  Streit  der 
Naz.  Aleni.  mit  den  nach  Deutschland  direkt  handelnden 
venetian.  Kaufleuten  betreffs  Entrichtung  des  Cottimo  am 
Anfang  des  18.  Jahrh.  163—164,  Höhe  des  Umsatzes  in 
dieser  Zeit  164,  Ende  des  Fond,  durch  die  französische 
Revolution  164; 

Rückblick  auf  die  Stellung  der  deutschen  Kauf leute  in 
diesem  Zeitraum  164,  bescheidenes  Maass  von  Selbstverwal- 
tung, keine  eigene  Gerichtsbarkeit,  Unterwerfung  unter  die 
Entscheidung  der  venetian.  Behörden  auch  bei  inneren  An- 
gelegenheiten 165,  in  Folge  dessen  andererseits  längeres 
Bestehen  des  Fondaco  als  der  anderen  deutschen  Handels- 
faktoreien 165,  Werthschätzung  der  Handelsbeziehungen  mit 
Venedig  in  den  deutschen  Städten  166,  Erkenntlichkeit  der 
deutschen  Kauf  leute  in  Venedig  166,  Unterstützung  der 
Regierung  mit  Geld  166,  Freudenbezeigungen  z.  B.  nach 
dem  Sieg  von  Lepanto  166,  Sonstiges  aus  dem  inneren 
Leben  der  Deutschen  im  Fond.  166—167; 

Benutzer  des  Fond.  167 ,  gleiche  Schwierigkeit  einer 
Statistik  in  diesem  Zeiträume  167,  Quellen  hiefür  167 — 168, 
Regensburg  168 — 169;  die  österreichischen  Städte:  Steyr, 
Enns,  Wien  169—171,  Wiener-Neustadt  172;  Steiermark  172; 
Kärnthen:  Villach  172,  Paternion  173,  Klagenfurt  173; 
Krain:  Laibach  173;  Tirol:  Trient  173,  Innsbruck  173; 
Salzburg  173 — 175;  Baiern:  München  175,  Braunau,  Lands- 
hut, Mittenwald  175,  Partenkirehen,  Landsberg  176;  Augs- 
burg 176—182;  Kaufbeuren  182—183,  Kempten  183,  Mem- 
mingen 184,  Ulm  184—185,  Nördlingen  185—186;  Stuttgart 
186,  Ludwigsburg  186,  Schwäbiseh-Gmünd  186,  Biberach 
186,  Ravensburg  186—187,  Leutkirch  187,  Isny  187,  Lindau 
187—188;  Schweiz  188;  Strassburg  188,  Colmar  188,  Frank- 
furt a.  M.  188—189,  Köln  189-191,  Aachen  191,  Hamburg  191, 
Berlin  191,  Danzig  191,  Breslau  191  -192,  Zittau  192,  Lengen- 
feld im  Voigtland  192,  Gräfenthal  in  Thüringen  192;  Nürn- 
berg 192—196,  Feucht  196,  Wendelstein  196,  Windsheim  196 ; 

Die  Waaren  196—198,  die  Wege  198—201 ;  Schluss  201. 

II.  Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fon- 
daco 1492-1753 203—212 

III.  Grrabschriften  von  Deutscheu  in  Venedig 213—246 

Beilage  I:  Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig 

bestatteten  Deutschen  1580-1765 247—259 

Beilagell:  Verzeichniss  deutscher  Fastenprediger  in  Venedig    260 — 262 

Anhang:    Zur   Geschichte   deutscher   Gewerbetreibender   in 

Venedig 263-290 

Kulturgeschichtliche  Bedeutung  Venedigs  265,  Einfluss 
auf  die  Geschichte  der  Sitte  und  Mode  265,  Stadt  der  Ver- 
gnügungen 266,  Lobsprüche  auf  Venedig  267,  Fremden- 
verkehr 268,  Parallele  zu  Rom  268,  Deutsche  und  deutsche 
Gewerbetreibende   in  Venedig:    Bäcker   269 — 274,   Schuh- 


n 


Inhaltsübersicht.  XIIT 

Seite 
macher  274—277,  Wollarbeiter,  Weber  277—278,  Bedienstete 
im  privaten  und  öffentlichen  Leben,  Boten,  Ballenführer, 
Söldner,  Geschützmeister  279—281,  Bergleute,  Ingenieure 
281,  Verleihung  des  venetianischen  Bürgerrechtes  281 — 283, 
Wirthe  283-285,  Diebe  285,  Juden  285-287,  Aerzte  287, 
Buchdrucker  und  Buchhändler  287—289,  Künstler,  Deutsch- 
Ordens-Ritter,  Kaufleute  289,  Schluss  290. 

Dokumentezum  Anhang 291—347 

Personen-  und  Ortsreg-ister 348—890 

Olossar 391—396 


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n 


Nachträge  und  Berichtigungen. 


Zu  S. 


Zu  S. 
Zu  S. 
Zu  S. 
Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S. 


Zu  S. 
Zu  S. 


78  Z.  19 

79  Z.  8 
79  Z. 14 
81  Z.  20 


54  Z.  19  von   oben  ist  hinzuzufügen:   Ferner  war  vielleicht   ebendorther 
Johann  Stibig,  1502  Consul   der   deutschen  Kaufmannschaft   im  Fondaco 
(cf.  Dimitz,  Gesch.  Krains  I,  301). 
58  Anm.  11  ist  309  zu  streichen. 
62  Z.  28  von  oben  lies:  Hieronymus  statt  Marcus. 
65  Z.  25     „        ,        „      Zili  statt  Cili. 

65  Z.  30  „  „  ist  nach  „aufgeführt"  hinzuzufügen:  13)  und  unten 
als  Anm.  13):  Commemoriali  lib.  VII  no.  436. 

68  Z.' 29  von  oben  ist  hinzuzufügen:  Aus  derselben  Familie  war  vielleicht 
Johann  Heller,  1500  Consul. 

77  Anm.  6  ist  hinzuzufügen :  cf.  Bd.  I  Nr.  349. 

78  Z.  4  von  oben  lies:  Bartholomäus  statt  Berthold. 
„        „      Sebald  statt  Sebastian. 
„        „      Rieter  statt  Rietter. 
n        „      Guido  (Veit)  statt  Guido. 
„        „      Rainaldus  statt  Rein. 

82  oben.  Ein  Kaufmann  aus  Pesth,  Sigmund  Lorberer,  wird  erwähnt  in 
den  , Commemoriali'  zum  22.  Nov.  1403 ;  cf.  Predelli  in  den  ,Monumenti 
della  Deputaz.  Veneta'  vol.  9  p.  293  (Hb.  IX  n.  270). 

83  Z.  5  von  oben  lies :  Thencumath  statt  Tenc. 

37  und  84.  Das  Leben  und  Treiben  im  Fondaco  wird  in  einem  Lob- 
gedicht auf  Venedig,  das  im  15.  Jahrh.  in  venetianischem  Dialekt  ver- 
fasst  ist,  folgen dermassen  veranschaulicht  (Raccolta  di  poesie  in  dialetto 
Veneziano  1845  p.  9): 

Se  me  domandi  ancor  se  vende  e  tuole 

Ognano  va  e  ritorna  e  porta 

De  tante  merze  sorta 

Dirotel  presto  se  el  bei  dir  non  mancha 

Da  ogni  parte  qui  se  vede  la  branca  ^) 
De  marchadantie  Italize  e  Lombardischi 
E  poi  molti  Todischi 
Che  nel  fontego  fano  molti  fati 

Chi  a  contadi  vende  e  chi  a  barati*) 
Merze  per  merze  vende  e  chi  a  danari 


1)  ,tanta  quantitä  di  materia  quanta  si  puö  tenere  in  una  mano'  Boerio,  Dizionario  del 
dialetto  Veneziano  (2  a  ediz.  1856). 

2)  Tausch. 


Kachträge  und  Berichtigungen.  XV 

Ma  ben  convien  che  impari 

La  loycha ')   chi  vuol  uxar  in  tali  luogi 

Li  non  se  schriza-)  li  non  se  fa  zuogi 
Anzi  sempre  se  vede  ligar  bale 
Ma  stu*)  me  di  che  vale 
Un  trexoro  de  moneda  a  dir  el  vero. 

Zu  S.  85  Z.  35  von  oben  lies :  betraf  statt  antraf. 

Zu  S.  93  Z.  14  von  oben:  Snieen  =  Schmie  bei  Maulbronn  nach  gütiger  Mit- 
theilung des  Herrn  Oberstudienrathes  Heyd  (cf.  Götting.  Gel.  Anz.  1881 
S.  138). 

Zu  S.  98  Z.  7  von  unten  und  S.  100  Z.  6  v.  u.  Ich  werde  darauf  aufmerksam 
gemacht ,  dass  der  Ausdruck  Fellacanal ,  den  ich  Zahn's  Friaulischen 
Studien  entnommen,  zu  der  irrigen  Annahme  Veranlassung  geben  könnte, 
als  handele  es  sich  um  einen  wirklichen  Canal,  während  ,Canale'  nur 
das  „Flussbett"  selbst  bedeutet;  S.  98  Z.  10  von  unten  ist  (Pols)  hinter 
Knittelfeld  zu  stellen. 

Zu  S.  122  Anm.  6  ist  nach  , Argentina'  hinzuzufügen:  (Anselm  Johann  cf.  unten 
S.  188). 

Zu  S.  148  Anm.  3  lies :  Nr.  763  statt  756. 

Zu  S.  153  Z.  6  von  oben,  S.  155  Z.  11  von  unten  etc.  Derselbe  Kaufmann 
Heinrich  Helman  aus  Köln  wird  (nebst  Anderen)  auch  in  Alvise  Casa- 
nova's  Specchio  lucidissimo,  nel  quäle  si  vedeno  essere  diffmito  tutti  i 
modi  et  ordini  de  scrittura  che  si  deve  menare  nelli  negotiamenti  della 
Mercantia  etc.  (Venedig  1558),  worauf  Herr  Dr.  R.  Ehrenberg  mich  auf- 
merks-am  machte,  unter  dem  6.  Mai  1555  und  öfters  (unter  dem  7.  Juni 
mit  seinem  Sohne  Hieronymus)  aufgeführt;  und  zwar  einmal  mit  der 
Bemerkung:  ,tien  camera  in  fontego  et  habita  in  contra  de  Sa.  Maria 
Nova  in  casa  propria'.  Aehnlich  heisst  es  von  einem,  unter  dem  25.  Juni 
1555  genannten,  Justus  Buzz  (in  einer  Bearbeitung  Casanova's  von 
Grisogono,  il  Mercante  arrichito  1664  als  ,Box'  bezeichnet):  ,Allamano, 
habita  in  Venetia,  in  contrada  de  S.  Zuane  Grisostemo  e  tien  Camera 
in  Fontego  di  Todeschi'.  —  Eine  sehr  werth volle  Notiz  zur  ganzen  Frage 
des  Wohnens  und  Nichtwohnens  im  Fondaco  gibt,  wie  ich  gleichfalls 
erst  nachträglich  sehe,  der  alte,  treffliche  Le  Bret  in  seiner  „Geschichte 
von  Italien"  Theil  IX  (Halle  1787)  S.  538:  „Sind  die  Nationalen  (die 
Mitglieder  der  Nazione  Alemana)  ungeheyrathet ,  so  können  sie  ihre 
bequeme  Wohnung  im  Hause  (Fondaco)  haben,  welches,  sobald  sie 
heyrathen,  nicht  mehr  geschehen  kan,  indem  sie  alsdenn 
genöthiget  sind,  in  der  Stadt  Häuser  zu  miethen".  „Eigentlich  zu 
reden,"  sagt  derselbe  ferner  ebendort  betreffs  des  Benützungsrechtes  am 
Fondaco,  „hat  jeder,  wer  von  Geburt  ein  deutscher  Reichsbürger  ist, 
auch  ein  Recht  sich  in  Venedig  niederzulassen  und  Capitelmitglied  zu 
werden,  wenn  er  sich  bey  der  Nation  wegen  seiner  zur  Handlung  taugen- 
den und  ihm  Credit  verschaffenden  Vermögensmasse,  bey  der  Regierung 
aber  wegen  seiner  Geburt,  seines  Herkommens,  seiner  Absicht  legitimirt 
hat".  —  Die  bei  Casanova  ausserdem  noch  (alle  zum  Jahre  1555)  als  mit 
Venedig  direkt  oder  indirekt  in  Verbindung  stehend  aufgeführten  deut- 
schen Kauf  leute  sind :  Matthäus  Malic  (Manlich)  in  Augsburg  (cf.  Augsb. 
Hochzeitsbuch  S.  60  ad  1558),  Joh.  Amhauser  (cf.  unten  S.  178,  179), 
Matthäus  Saler,  Salier  in  Augsb.  (Schaller?),  Heinrich  Orth  in  Ulm, 
Joh.  Albr.  Armbruster  (cf.  unten  S.  188),  Nicolaus  Sileiner,  Andreas 
Suaicher  (Schweiker?  Nürnb.),  Zorzi  Offer  il  giovine  (Gg.  Hopffer  a. 
Augsb.,  damals  in  Frankfurt  a.  M.),  Christoph  Reubarth  in  Nürnb.  (oder 

1)  =  loica,  logica. 

■^)  schreien. 

3)  =  se  tu ;  di  =  dici ;  bale  =  balle. 


XVI 


Nachträge  und  Berichtigungen. 


■ 


Zu  S. 

Zu  S, 

Zu  S, 

Zu  S, 

Zu  S, 

Zu  S, 


Zu  S. 

Zu  S. 

Zu  S, 

Zu  S, 

Zu  S. 

Zu  S, 


Augsb. ?),    Joh.    und    Jak.    Pagier    (Bayer?)    Gebrüder,    Marcus    Ulstätt 

(cf.  unten    S.  178),   Ludw.  Walther   (Augsb.  cf.  unten    S.  178),    Christoph 

Mielic  (Mülich)  als  Agent  für  Anton  Fugger  und  Brüder  (Augsb.),  David 

Oth  (cf.  unten  S.  173),  Cornelius  Copertz  (bei  Grisogono:  Coperil),  Julius 

Herbeth. 

169  Anm.  5  lies:  S.  193  statt  192. 

173  Z.  1  von  oben  lies :  Aus  Paternion  (St.  Patemiano). 

181  Anm.  17  lies:  180  statt  178. 

189  Z.  4  von  oben  lies:  Marcart  statt  Mercart;  und  ist  beizufügen:  1646 
Thomas  Sot  und  Söhne. 

190  Z.  20  von  oben  ist  nach  , Herrn,  von  Wedig'  hinzuzufügen :  2a)  und 
unten  als  Anm.  2a) :  cf.  Bd.  I  Nr.  779. 

191  Z.  8  von  unten  und  S.  143.  Die  Beziehungen  Danzigs  zu  Venedig 
hat  —  was  auch  Thomas  entgangen  —  bereits  Th.  Hirsch  in  einem  Auf- 
satz: ^Ueber  den  Handelsverkehr  Danzigs  mit  den  Italienischen  Staaten 
zu  Ende  des  16.  Jahrh."  (Neue  Preussische  Provincialblätter  Jahrg.  1847 
Bd.  IV  S.  97  u.  ff.,  217  u.  ff.)  eingehender  behandelt  unter  Beifügung 
zweier  venetianischer  Originalurkunden  aus  dem  Danziger  geheimen 
städtischen  Archiv,  wovon  die  eine  den  von  Thomas  („Zur  Quellenkunde 
des  venezianischen  Handels  und  Verkehrs"  S.  45  in  den  Abhandlgn.  der 
k.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  I.  KL  Bd.  XV  Abth.  I)  mitgetheilten  Beschluss 
des  Senats  vom  9.  Aug.  1597  in  feierlicher  Form  enthält.  Hii-sch  zeigt, 
dass  diese  Beziehungen  bis  wenigstens  1608  fortdauerten,  indem  die 
Danziger  Kauf  leute  (besonders  Bartholomäus  Schachmann,  Andreas  Jasky, 
Johann  Falk  und  David  Wichmann)  Schiffe  mit  Getreide  nach  Venedig 
sandten  und  als  Rückfracht  diese  besonders  Oel  aus  Candia  und  Wein 
mitnahmen.  Er  hat  auch  sehr  hübsch  auf  den  Einfluss  dieser  Beziehungen 
auf  das  politische,  wissenschaftliche  und  künstlerische  Gebiet  hingewiesen. 

192  Z.  4  von  oben  lies:  Daniel  statt  David;  Z.  4  von  unten  lies:  Ferdinand 
III.  statt  II. 

195  Z.  27  von  oben  lies :  Joachim  Sohn  des  Jesaias  Clivan. 
195  Z.  34  von  oben  lies:  Tiefferer  statt  Tieffrer. 

199  Z.  10  von  oben  lies:  Spotting  statt  Stötting ;  Z.  11:  Rottenbuch  statt 
Rotenbuch. 

200  Z,  17  von  oben  lies:  Topogliano  statt  Opogliano. 
221  Nr.  5  Anmerkung  Z.  8  lies :  Trungher  statt  Tungher. 


I 


Geschichtliches. 


n 


3 


Viel  mehr  als  heutigen  Tages  erforderte  in  früherer  Zeit  und 
insbesondere  im  Mittelalter  der  Handel  die  persönliche  Theilnahme  des 
Kaufmanns.  Praktische  Rücksichten,  gefördert  durch  den  korpo- 
rativen Einigungstrieb  des  Mittelalters,  brachten  es  da  nun  mit  sich, 
dass  an  den  meisten  Hauptplätzen  des  Welthandels  der  Kaufmann, 
der  fremd  mit  seinen  Waaren  dorthin  kam,  bestimmte  Gebäude 
traf,  wo  er  nicht  nur  gemeinsam  mit  seinen  Landsleuten  seine  Waaren 
ausbieten,  sondern  auch  für  die  Dauer  seines  Aufenthaltes  Unter- 
kunft finden  konnte.  Solche  Kaufhäuser  oder,  wie  sie  Gengler^) 
zum  Unterschied  gegen  die  späteren  Kaufhäuser  „ohne  Herbergs- 
Oharakter"  lieber  nennt,  solche  Kauf-  oder  Kauffahrerhöfe  waren 
entweder  von  den  Kaufleuten  selbst  errichtet  oder  von  der  Regierung 
des  Landes  den  fremden  Gästen  zugewiesen  worden.  Hatte  im  letzteren 
Falle  die  Landesregierung  natürlich  auch  das  Recht,  durch  eigens 
bestellte  Beamte  die  Verwaltung  des  Gebäudes  zu  führen,  so  waren 
die  Kaufleute  im  ersteren  Falle  die  Herren  im  eigenen  Hause.  So 
die  norddeutschen  Kaufleute  auf  dem  deutschen  Hof  zu  Nowgorod 
oder  die  hansischen  im  Stahlhof  zu  London,  während  zu  den  Li- 
stituten  zweiter  Gattung  vornehmlich  der  Fondaco  dei  Tedeschi  in 
Venedig  gehört. 

Der  Name  Fondaco  stammt  nach  der  Angabe  von  Heyd^) 
,vom  arabischen  fonduk,  welches  selbst  wieder  mit  dem  griechischen 
-av5o'/£tov  oder  vielmehr  mit  dessen  älterer  Form  iKxvdoyoQ  oder 
n:äv5oxoi;  etymologisch  zusammenhängt  und  sowohl  Magazin  und 
Bude  als  Gasthaus  bedeutet".  Solcher  Fondachi  gab  es  denn  auch 
im  Orient  für  die  abendländischen  Kaufleute  seit  den  Kreuzzügen 
die  Menge.  Namentlich  Alexandria,  seit  dem  13.  Jahrhundert  mehr 
und  mehr  der  Hauptverkehrsplatz  für  den  Levantehandel  des  Abend- 
landes, hatte  deren  eine  ziemliche  Zahl  aufzuweisen,  die  im  13. 
und  14.  Jahrhundert  entstanden.  Die  Venetianer  besassen  dort 
sogar  ihrer  zwei  —  und  dem  überwiegenden  Einfluss  Venedigs  zu 

')  Deutsche  Stadtrechts-Alterthümer.  Erlangen  1882  S.  330  fF.  —  ')  Ge- 
schichte des  Levantehandels  im  Mittelalter.  1879.  Bd.  II  S.  430  Anm.  6,  woraus 
auch  die  folgenden  Angaben  entnommen  sind.  (Cf.  Sitzungsberichte  der  philos.- 
philolog.  und  histor.  Kl.  der  k.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  1880  S.  624  ,Ueber  Funda 
und  Fondaco'.) 


4  Geschichtliches. 

jener  Zeit  entsprechend  mögen  die  venetianischen  Fondaclii  Alexan- 
drias wohl  auch  die  schönsten  gewesen  sein  —  je  einen  die  Genuesen, 
die  Pisaner  wenigstens  in  älterer  Zeit^  später  die  Florentiner,  dann 
die  Ankonitaner,  endlich  die  Neapolitaner  und  Gaetaner  zusammen 
einen  gemeinschaftlichen.  ,An  die  Italiener  schlössen  sich  die  Nord- 
franzosen, die  Marseiller,  die  Narbonner,  die  Catalanen  mit  je  einem 
Fondaco.  Die  Insel  Candia,  obgleich  nur  eine  Colonie  von  Venedig, 
besa.ss  einen  besonderen  Fondaco  in  Alexandria,  ebenso  das  König- 
reich Cypern  schon  vor  der  Eroberung  Alexandrias  durch  König 
Peter  und  später  nach  dem  Friedensschlüsse  auf's  Neue.  Aber  auch 
die  konstantinopolitanischen  Griechen,  die  Türken,  die  Bewohner 
Mauretaniens,  endlich  die  Tartaren,  die  in  ihrem  Fondaco  einen  stehen- 
den Sklavenmarkt  etablirten."  „Die  Fondachi",  so  schildert  sie  Heyd, 
„waren  grosse  mehrstöckige  Gebäude  —  die  schönsten  eben  in 
Alexandria  — ,  burgartig,  im  Viereck  gebaut;  so  dass  sie  einen 
inneren  Hof  umschlossen,  in  welchem  das  Aus-  und  Einpacken  der 
Waaren  vorgenommen  werden  konnte.  Im  Erdgeschoss  befanden 
sich  gewölbte  Waarenmagazine,  in  den  oberen  Stöcken  zahlreiche 
Wohnungen  für  die  Kaufleute.  Die  Fondachi  wurden  über  Nacht 
durch  einen  dazu  aufgestellten  Mann  von  aussen  geschlossen  und 
kein  Franke  durfte  sich  Nachts  ausserhalb  seiner  Wohnung  betreten 
lassen.  Auch  Freitags,  während  die  Muselmänner  in  ihren  Moscheen 
zum  Gebet  versammelt  waren,  durften  die  Franken  sich  nicht  auf 
der  Strasse  zeigen,  wurden  vielmehr  auf  zwei  bis  drei  Stunden  ein- 
geschlossen —  immerhin  ein  starker  Eingriff  in  die  persönliche 
Freiheit  des  Kolonisten.  Ein  Eigenthumsrecht  an  die  Fondachi 
hatten  die  kaufmännischen  Niederlassungen  nicht.  Die  Fondachi 
waren  vielmehr  von  der  ägyptischen  Regierungsbehörde  und  zwar 
speziell  vom  Zollamt  den  fremden  Kaufleuten  zur  Verfügung  ge- 
stellt ;  das  Zollamt  übernahm  die  Zahlung  des  Miethgelds,  die  Ein- 
richtung und  etwaige  Reparaturkosten.  Die  Entscheidung  darüber, 
welche  Personen  zu  dem  Genuss  einer  Wohnung  im  Fondaco  zu- 
gelassen werden  sollten,  sowie  die  Polizei  im  Innern  des  Hauses 
stand  dem  Consul  zu,  welcher  selbst  da  wohnte;  als  Hausmeister 
fungirte  der  sogenannte  Fundicarius. " 

Aehnliche  Verhältnisse  —  vielleicht  aus  dem  Orient  übertragen 
—  finden  wir  nun  auch  im  Fondaco  dei  Tedeschi  zu  Venedig. 
Auch  hier  ist  von  einem  Eigenthumsrecht  der  fremden  deutschen 
Kaufleute  an  dem  Gebäude  niemals,  von  einer  Selbstverwaltung  in 
demselben  wenigstens  während  des  ganzen  Mittelalters  nicht  die  Rede, 
wie  das  unten  noch  im  Einzelnen  gezeigt  werden  soll :  die  Republik 
Venedig  war  die  Eigenthümerin  des  Hauses  und  bei  ihrem  strengen 
oligarchischen  Regiment  und  ihrer  monopolistischen  Handelspolitik 
gestattete  sie  den  deutschen  Kaufleuten  wenig  freie  Bewegung, 
wie  sie  denn  —  um  dies  gleich  hier  zu  erwähnen  —  dieselben 
während  des  Mittelalters  durch  wiederholte  Gesetzesvorschrift  von 
vorneherein    zwang,   im  Fondaco    abzusteigen.     Dass   unter  solchen 


Geschichtliches.  5; 

Umständen  „die  deutsche  Eigenart  in  der  Weltstadt  Venedig  sich 
nicht  so  frei  und  kräftig  hat  entfalten  können,  wie  in  den  nor- 
dischen Regionen,  in  welchen  die  Hansa  ihre  Comptoire  gründete" ; 
dass  hier  nichts  von  grossen  politischen  Haupt-  und  Staatsaktionen, 
von  Kämpfen  und  Siegen  der  deutschen  Kaufleute  zu  erzählen  ist,  hat 
bereits  Heyd  sehr  treffend  bemerkt^).  Aber  er  hat  auch  nicht  ver- 
fehlt darauf  hinzuweisen,  welch  segensreiche  Thätigkeit  trotzdem  die 
deutschen  Kaufleute  für  unser  Vaterland  hier  entfaltet  haben,  indem 
sie  einerseits  der  deutschen  Manufaktur  weite  Absatzgebiete  eröffnet 
und  dadurch  wesentlich  die  hohe  materielle  Blüthe  namentlich  der 
süddeutschen  Städte  gefördert  oder  eigentlich  hervorgerufen  haben, 
andererseits  aber  durch  die  Zurückbringung  der  „köstlichen"  Waaren 
und  Produkte  des  Orients  aus  der  Lagunenstadt  in  ihrer  Heimath 
„zu  feinerem  Genuss  vmd  reicherer  Ausstattung  des  Lebens  so  unend- 
lich viel  beigetragen  haben".  Und  wie  viel  Anregung  und  Nahrung 
auf  geistigem  Gebiete  in  Bezug  auf  Kunst  und  Wissenschaft  der 
deutsche  Kaufmann  jeweilig  in  der  Weltstadt  Venedig  empfing,  das 
wird  sich  im  Einzelnen  wohl  nie  feststellen,  nicht  statistisch  mehr 
genau  nachweisen  lassen,  ist  aber  eine  so  wichtige  und  unbestreit- 
bare Thatsache,  dass  sie  in  diesem  Zusammenhange  nicht  über- 
gangen werden  darf.  Denn  erst  wenn  man  diese  verschiedenen 
Momente  in's  Auge  fasst,  wird  man  zu  einer  richtigen  Würdigung 
der  Bedeutung  des  Fondaco  dei  Tedeschi  und  der  deutsch-venetia- 
nischen  Handelsbeziehungen  gelangen,  welche  einzelne  Forscher  so- 
gar nicht  anstehen,  höher  zu  stellen  als  die  der  Hansa.  So  urtheilt 
Hellwald  geradezu,  dass  sie  „zur  Kulturentwicklung  der  deut- 
schen Nation  ungleich  mehr  beigetragen  haben,  als  die  Handels- 
thätigkeit  und  die  merkantilen  Beziehungen  der  Hansa"  ^).  — 

Wer  von  Norden  kommend  den  Canal  grande  der  Lagunen- 
stadt hinabfährt,  erblickt  unmittelbar  vor  der  Rialto-Brücke  linker 
Hand  ein  grosses,  massiges  Gebäude,  das  heutigen  Tages  freilich 
nur  durch  seine  Ausdehnung  und  höchstens  noch  durch  die  Einfach- 
heit seines  Baustiles  äusserlich  einen  gewissen  Eindruck  macht. 
Das  ist  der  Fondaco  dei  Tedeschi,  in  dessen  Räumen  heutigen  Tages 
die  Staats-Finanz-Intendantur  ihren  Sitz  aufgeschlagen  hat  —  ein 
Bau  aus  dem  Anfang  des  16.  Jahrhunderts,  der  nach  einem  grossen 
Brande  des  Jahres  1505  an  Stelle  des  alten  Hauses  aufgeführt 
worden  ist.  Gerade  dieser  Brand  und  die  mancherlei  Veränderungen, 
welche  sich  sonst  an  diesen  knüpften,  lassen  es  angezeigt  erscheinen, 
diese  Skizze  in  zwei  Theile  zu  zerlegen,  von  denen  der  erste  die 
Geschichte  des  Fondaco  und  der  Handelsbeziehungen  bis  zum  Jahre 
1 505  zu  behandeln  haben  wird. 


'j  ,Das  Haus  der  deutschen  Kaufleute*  in  Sybel's  histor.  Zeitschr.  1874 
Bd.  XXXII  S.  193  u.  ff.  —  *)  Kulturgeschichte  in  ihrer  natürlichen  Entwicklung 
bis  zur  Gegenwart.     3.  Aufl.  Bd.  II,  S.  315. 


()  Geschiclitliches. 

Erster  Theil. 
I.    Das    Gebäude. 

Einer  wenig  verbürgten  Version  zufolge  sollen  in  früherer 
oder  ältester  Zeit  hier  die  Tribunen  Venedigs  ihren  Sitz  gehabt 
haben,  das  heisst  jene  Behörde,  welche  vor  der  Einsetzung  von 
Herzogen  oder  Dogen  (duces)  den  Inselstaat  Venetien  regierten  und 
die  auch  nachher  noch  geraume  Zeit  eine  wichtige  Stellung  in  der 
Republik  einnahmen.  Wir  haben  keine  sichere  Nachricht  darüber, 
wann  denn  das  Gebäude  —  angenommen,  dass  es  schon  längere 
Zeit  bestanden  —  zu  seiner  späteren  Bestimmung  umgewandelt  wor- 
den ist.  In  einer  Denkschrift,  welche  gelegentlich  eines  Streites 
mit  den  deutschen  Kaufleuten  die  in  Venedig  verkehrenden  „italieni- 
schen" Kaufleute  der  Behörde  der  ,Cinque  Savii  alla  Mercanzia' 
im  November  1727  überreichten,  heisst  es,  dass  schon  vor  1200 
der  Fondaco  dei  Tedeschi  eingerichtet  worden  sei  ^).  Wann  dies 
aber  geschehen  und  ob  die  Notiz  in  der  That  überhaupt  richtig, 
dies  zu  entscheiden,  fehlt  es  uns  an  allen  genaueren  Anhalts- 
punkten. 

Wir  wissen  ja  überhaupt  leider  nur  sehr  wenig  über  direkten, 
aktiven  Handelsverkehr  deutscher  Kaufleute  mit  Italien  und  speziell 
mit  Venedig  in  früherer  Zeit.  Oft  angeführt^)  ist  jene  Erzählung 
des  St.  Galler  Mönches  aus  dem  Ende  des  9.  Jahrhunderts  von  Karl 
dem  Grossen  und  seinen  Hofleuten,  welche  dem  Kaiser  an  einem 
kalten  Regentage  auf  die  Jagd  folgen  und  dabei  ihre  mehr  präch- 
tigen als  praktischen  Gewänder  dem  Verderben  preisgeben  mussten, 
die  sie  kurz  vorher  zu  Pavia  gekauft  hatten,  wohin  die  Venetianer 
die  Schätze  des  Orients  auf  den  Markt  gebracht.  Aber  eigentlich 
beweist  die  Anekdote  ja  nichts  für  den  direkten  Verkehr  mit  Venedig 
—  ebensowenig  wie  die  Notiz  in  dem  Gesandtschaftsbericht  Liud- 
prands  von  Cremona  an  Kaiser  Otto  I.  (968),  dass  „man"  von 
venetianischen  und  amalfitanischen  Hausirern  kostbare  Gewänder 
gegen  Getreide  eintausche^),  da  dieses  „man"  doch  wohl  in  erster 
Linie  auf  Italien  zu  beziehen  ist.  Nur  dies  kann  man  aus  solchen 
und  anderen  Angaben,  wie  in  den  Fuldaer  Annalen  zum  Jahre 
860  ^) :  das  Ionische  Meer  sei  damals  so  stark  zugefroren ,  dass  die 


^)  Thomas,  G.  B.  Milesio's  Beschreibung  des  deutschen  Hauses  in  Venedig 
in  den  Abhandlungen  der  k.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  I.  Kl.  Bd.  XVI,  Abth.  II, 
S.  88:  Premetteremo  che  il  Fontico  de  Tedeschi  ha  avuta  la  sua  instituzione 
prima  dell'  anno  1200.  Fu  fissato  in  allogio  de  Tedeschi  Mercanti  che  venivano 
con  le  loro  mercanzie  per  condursele  e  compratene  altre  di  Venezia  si  partivano. 
—  ")  Erdmannsdörfer,  De  commercio  quod  inter  Venetos  et  Germaniae  civi- 
tates  aevo  medio  intercessit  (1858)  p.  8;  Gfrörer,  Byzantinische  Geschichten 
Bd.  I:  Gesch.  Venedigs  (1872)  S.  82;  Heyd,  Gesch.  des  Levantehandels  im  Mittel- 
alter I,  123.  -   3)  Kohlschütter,  Venedig   unter  Peter  II.  Orseolo  (1871)   S.  11. 


Geschichtliches.  7 

Kaufleute  statt  zu  Schifi'  zu  Pferd  und  auf  Wägen  ihre  Waaren 
nach  Venedig  gebracht  —  nur  soviel,  sage  ich,  darf  man  hieraus 
meines  Erachtens  entnehmen,  dass  Venedig  frühzeitig  als  ein  Haupt- 
handelsplatz und  als  Vermittlerin  zwischen  Morgen-  und  Abendland 
auch  in  Deutschland  galt,  wie  überdies  aus  einer  Urkunde  des 
Jahres  960  erhellt,  dass  Briefe  aus  Baiern  und  Sachsen  nach  Kon- 
stantinopel über  Venedig  befördert  wurden  ^).  Einen  bedeutenden 
Aufschwung  soll  nach  den  Ansichten  Verschiedener^)  der  Handel 
Deutschlands  mit  Italien  im  10.  Jahrhundert  und  besonders  nach 
der  Uebertragung  der  römischen  Kaiserwürde  an  die  deutsche  Nation 
genommen  haben.  ,  Vergebliche  Mühe  wäre  es  jedoch" ,  warnt 
Dümmler^),  „dieser  Entwicklung  im  Einzelnen  nachspüren  zu  wol- 
len." Nur  wenige  verstreute  Notizen  lassen  sich  hiefür  als  Belege 
anführen.  So  gedenkt  Ekkehard  von  St.  Gallen  in  der  Geschichte 
seines  Klosters  zum  Jahre  917  der  aus  Italien  heimkehrenden  Kauf- 
leute ^).  Auch  die  Verleihung  oder  Bestätigung  von  Markt-  und 
Zollrechten  für  einzelne  Städte,  z.  B.  für  Rorschach  im  Jahre  947 
.weil  es  für  die  nach  Italien  oder  Rom  Reisenden  bequem  gelegen" 
oder  952  für  Chur  hat  man  in  diesem  Sinne  verwerthen  zu  dürfen 
geglaubt^). 

Beachtenswerth  ist  dann  jedenfalls,  dass  Thietmar  in  Merse- 
burg zum  Jahre  1017  in  seine  Chronik  die  Notiz  aufgenommen 
hat,  dass  vier  Schiffe  der  Venetianer  mit  Spezereien  beladen  auf 
dem  Meere  untergegangen  seien  ^).  Das  zeigt  einmal,  welches  In- 
teresse man  selbst  im  Herzen  Deutschlands  an  den  Geschicken 
venetianischer  Handelsschiffe  nahm,  was  wohl  nur  erklärlich,  wenn 
man  mit  denselben  in  irgend  einer  Beziehung  und  Verbindung  stand; 
andererseits  legt  die  Notiz  den  Gedanken  nahe,  dass  Thietmar  die 
Kunde  von  jenem  Vorfall  vielleicht  durch  deutsche  Kaufleute  selbst, 
die  gerade  von  Venedig  zurückkehrten,  erhalten  hat.  —  Woher 
Ph.  Vonend '')  die  Nachricht  geschöpft  hat,    dass  um  die  Mitte  des 


')  Kohlschütter  S.  12.  —  '')  Gfrörer  a.  a.  0.  S.  595;  Hellwig,  Handel  und 
Gewerbe  der  deutschen  Städte  während  der  sächsischen  Kaiserzeit  (Göttinger 
Gymnasialprogramni  1882)  S.  4,  der  aber  in  nicht  ganz  genauem  Anschluss  an 
Waitz  (Deutsche  Verfassungsgeschichte  V,  ;j50)  diesen  Aufschwung  wohl  über- 
schätzt. —  •'')  Kaiser  Otto  der  Grosse  (Jahrbücher  der  deutschen  Geschichte) 
S.  548.  —  *)  Fadmannsdörfer  1.  c.  p.  8,  Gfrörer  a.  a.  0.  S.  595.  —  *)  Hellwig 
a.  a.  0.  Hingegen  behauptet  Schmoller  bekanntlich  in  seiner  Rede  „Strassburgs 
Hlüthe  und  die  volkswirthschaftlichn  Revolution"  im  13.  Jahrh.  (1875)  (in  den 
Quellen  u.  Forsch,  zur  Sprach-  und  Kulturgesch.  der  german.  Völker  Bd.  V) 
S.  7  im  Anschluss  an  Nitzsch.  dass  das  ganze  Leben  der  deutschen  Nation  auch 
im  10.  Jahrh.  ein  durchaus  agrarisches  geblieben,  die  Aenderung  erst  im  12.  Jahrh. 
eingetreten  sei.  —  Wenn  ich  hier  die  Verträge  zwischen  Venedig  und  den  deut- 
schen Kaisern  nicht  erwähne  (s.  über  sie  Fanta  in  den  Mittheiluiigen  des  In- 
stituts für  österreichische  Geschichtsforschung,  J^rgänzungsheft  zu  Bd.  1),  in 
denen  beiderseits  freier  Handel  zugesichert  wurde,  so  geschieht  dies  deshalb, 
weil  sie  auf  die  Nachbarn  der  Venetiiiner,  die  italienischen  Unterthanen  der 
Kaiser,  sich  bezogen.  —  **)  Heyd,  Gesch.  d.  Lev.-H.  I,  129.  —  'j  „Die  Herrschaften 
des  vormaligen  Hochstifts  Bamberg  in  Oberkämthen"  in  Hormayr's  Archiv  für 


I 


8  Geschichtliches. 

12.  Jahrhunderts  bereits  „die  Städte  Nürnberg  und  Augsburg  ihre 
Waaren  über  Villach  nach  Venedig  geschickt  hätten",  ist  mir  nicht  be- 
kannt. —  Oefters  citirt^)  ist  dann  ferner  die  Stelle  in  der  französisch 
abgefassten  ,Chronique  des  Veniciens'  des  venetianischen ,  um  1275 
schreibenden,  Chronisten  Martino  da  Canale,  der  zur  Regierung  des 
Dogen  Domenico  Morosini  (1148 — 1156)  bemerkt:  ,s'en  aloient  les 
Venisiens  parmi  la  mer  sa  et  la,  et  dela  la  mer  et  en  tos  leus,  et 
achetoient  les  marchandies,  et  les  condusoient  en  Venise  de  totes  pars. 
Si  les  venoient  acheter  droitement  en  Venise  Alemans  et  Baviers, 
Franceis  et  Lombars,  Toscans  et  Ongres,  et  totes  gens  qui  vivent  de 
marchandies ;  et  les  condusoient  en  lor  pays'  ^).  Canale  ist  freilich 
ein  x4.utor,  dem  man  bei  seiner  Lust  zum  Fabuliren  und  bei  seiner 
Neigung  zum  Romanhaften  gerade  in  den  älteren  Partieen  nicht 
unbedingt  Glauben  schenken  darf  ^).  Er  hat  sich  sicherlich  kein  Ge- 
wissen daraus  gemacht,  Zustände  seiner  eigenen  Zeit  auf  eine  frühere 
zu  übertragen,  zumal  wenn  er  von  derselben  etwa  gerade  sonst 
nichts  zu  berichten  wusste.  Das  sogenannte  ,Chronicon  Altinate'  oder 
die  jHistoria  ducum  Venetorum'  *) ,  die  Quelle ,  der  er  sonst  in 
diesen  Partieen  folgt,  erwähnt  nichts  hiervon.  —  Vielleicht  darf 
man  dem  Friedenscongress  vom  Jahre  1177  und  dem  Aufenthalt 
Kaiser  Friedrichs  I.  in  Venedig  einen  gewissen  Einfluss  auf  eine 
Zunahme  des  deutsch- venetianischen  Handelsverkehres  zuschreiben. 
Viele  deutsche  Fürsten  waren  ja  damals  mit  zahlreichem  Gefolge 
in  Venedig  zugegen,  um  der  Versöhnung  Friedrichs  mit  Alexander  III. 
beizuwohnen,  und  konnten  sich  durch  den  Augenschein  überzeugen, 
wie  die  Stadt,  die  in  Folge  der  Kreuzzüge  ihren  Handel  nach 
dem  Orient  mehr  und  mehr  ausgedehnt  hatte,  im  raschen  Aufblühen 
begriffen  war.  Das  musste  naturgemäss  zu  innigeren  Beziehungen 
führen.  Vollends  seit  dem  sogenannten  vierten  lateinischen  Kreuzzug 
war  Venedigs  Weltstellung  als  Handelsgrossmacht  entschieden  und 
damit  die  Nothwendigkeit  mit  ihm  in  fortdauerndem  Handelsverkehr 
zu  bleiben  von  selbst  gegeben. 

Milesio,  im  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  Archivar  der  deut- 
schen Kaufleute  im  Fondaco,  schreibt  denn  auch^),  dass  ungefähr  seit 
dem  Jahre  1200  (sin'  dalP  anno  1200  incirca)  der  Fondaco  von  den 
Deutschen  bewohnt  worden,  und  setzt  in  die  darauffolgende  Zeit  erst 
die  weitere  Ausdehnung  des  venetianischen  Handels  nach  Ungarn, 
Polen,  Holland,  Flandern,  England  etc. 

Die  älteste  bis  jetzt  bekannte  Urkunde,  in  welcher  des 
Fondaco   klar    und    deutlich   Erwähnung    gethan    wird,    datirt    vom 


Geschichte,  Statistik,  Literatur  und  Kunst  1826  Nr.  113  S.  602  u.  ff.;  cf.  Raumer, 
Geschichte  der  Hohenstaufen  Bd.  V  S.  340  (3.  Aufl.) ;  s.  dagegen  Fischer,  Gesch. 
des  teutschen  Handels  I,  682.  —  ')  So  bei  Raumer  ebendort  und  bei  Erdmanns- 
dörfer  1.  c.  p.  10.  —  ^)  Archivio  Storico  Italiano  tom.  VIII  p.  310.  —  ')  cf.  meine 
Schrift:  Andreas  Dandolo  und  seine  Geschichtswerke  (1876)  S.  111.  —  •*)  In  den 
Monumenta  Germaniae  historica'  Scriptores  tom.  XIV.  —  ')  Thomas  a.  a.  0.  S.  19. 


Geschichtliches.  9 

5.  Dezember  1228^).  Es  ist  recht  bezeichnend,  dass  er  da  noch 
jFonticum  comunis  Veneciaram  ubi  Teutonici  hospitantur'  heisst.  Erst 
später  wird  der  Name  ,Fonticmn  Theutonicorum'  allgemeiner  ge- 
bräuchlich. 

Nach  der  Angabe  Milesio's  war  das  alte  Haus  ein  kleines 
zweistöckiges,  aber  , reiches"  Gebäude,  wobei  freilich  unklar  ist,  ob 
er  es  reich  wegen  seiner  Ausstattung  oder  wegen  des  darin  sich 
entwickelnden  lebhaften  Waarenumsatzes  nennt  ^).  Sonst  wissen  und 
lesen  wir  nur  sehr  wenig  von  dem  alten  Bau.  Es  wird  gelegentlich  ^l 
nur  der  darin  befindlichen  Küche  und  eines  eigenen  zum  Salzen  der 
Fische"*)  bestimmten  Raumes  auf  dem  Söller  gedacht,  welche  beide 
im  März  des  Jahres  1312  wohl  in  Folge  der  zunehmenden  Frequenz 
einer  Reparatur,  beziehungsweise  der  Erweiterung  bedurften.  Ausser- 
dem hören  wir°),  dass  das  Haus  von  Besitzungen  der  Familien 
Polani  und  Justo  umgeben  und,  wie  es  scheint,  von  einer  Mauer 
eingeschlossen  war  ^). 

Zu  Anfang  des  Jahres  1318,  wohl  im  Monat  ApriFj,  brannte 
das  alte  Gebäude  nieder.  Sofort  traf  die  Regierung  Anstalten  nicht 
blos  zur  Wiederherstellung,  sondern  auch  zur  Vergrösser ung  des 
Fondaco.  Sie  trat  in  Unterhandlungen  (die  sich  dann  aber  längere 
Zeit  hinzogen)  mit  den  beiden  vorhin  genannten  Familien  behufs 
Erwerbung  ihrer  Anwesen  oder  zweckdienlicher  Umgestaltung  der- 
selben ^);  sie  sorgte  zugleich  dafür,  dass  der  Zugang  zum  Fon- 
daco von  der  Wasser-  wie  von  der  Strassenseite  her  offener,  freier 
und  bequemer  wurde  ^).  So  genau  darüber  die  Angaben  lauten  ^"^), 
so  schwer  ist  es  doch  von  den  Lokalitäten  und  der  Topographie 
sich  ein  anschauliches  Bild  zu  machen,  da  später  noch  wieder- 
holt Umänderungen  stattfanden.  Wie  man  aus  den  beigefügten  Ab- 
bildungen ersehen  kann,  von  denen  die  eine  dem  grossen  Plane 
Venedigs  von  Jacopo  de'  Barbari    aus  dem  Jahre  1500  entnommen 


')  Sie  ist  in  dem  ,Liber  communis  oder  L.  Plegiorum'  überliefert,  über  dessen 
Inhalt  man  das  Vorwort  in  Bd.  I  S.  XI  vergleiche.  In  demselben  L.  PI.  findet  sich 
allerdings  schon  unter  dem  1.  April  1225  (Predelli  p.  68  n.  249)  ein  ,fontecum  comu- 
nis' erwähnt;  aber,  da  derselbe  in  keiner  Weise  näher  bezeichnet  wird,  ist  es  ebenso 
ungewiss,  ob  darunter  der  Fondaco  dei  Tedeschi  zu  verstehen  ist,  als  wenn  in  einer 
anderen  (ebendort  überlieferten)  Urkunde  vom  1.  Jan.  1229  (Predelli  p.  165  n.  698) 
von  einem  ,fonticum  comunis  novum'  und  einem  anderen  ,quod  factum  est  in 
domo  Jo.  Michaelis'  die  Rede  ist.  Mit  grösserer  Wahrscheinlichkeit  kann  man 
auf  die  Existenz  des  Fondaco  dei  Tedeschi  im  Jahre  1225  schliessen  aus  einer 
Urkunde  vom  Sept.  1225,  wo  Visdomini  erwähnt  werden,  die  dem  Zusammen- 
hange nach  kaum  andere  als  die  des  Fondaco  dei  Ted.  sein  werden.  Diese 
Urkunde  eröffnet  daher  unsere  Sammlung.  Direkter  Verkehr  ungarischer  Kauf- 
leute, die  damals  als  Deutsche  galten,  nach  Venedig  im  Jahre  1226  ist  auch 
bezeugt  durch  eine  Urkunde  im  Lib.  Pleg.  (Predelli  p.  99  n.  39'2).  —    -)  Thomas, 

Milesio's  ßeschr.  p.  20 quel  piccolo,   ma  ricco  Fontico,   ch'era  di  due  soli 

soleri.  —  ')  Bd.  T  Nr.  34.  —  *)  Gesalzene  P'ische  waren  mit  Rücksicht  auf  die 
Fastenzeit  ein  wichtiger  Handelsartikel.  —  *)  Bd.  I  Nr.  4.  —  ^')  cf.  Capitolare 
dei  visdomini  dei  fontego  dei  Todeschi  (hgb.  von  G.  M.  Thomas)  p.  XXI  no.  2 
und  Bd.  1  Nr.  14.  —  ')  Bd.  I  Nr.  51.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  62,  99.  -  »)  s.  ebda.  Nr.  87. 
99,  100,  102.  -   '0  s.  ebda,  besonders  Nr.  102. 


10 


Geschichtliches. 


und  deshalb  besonders  werthvoll  für  uns  ist,  weil  sie  den  Fondaco 
vor  dem  Brande  von  1505  zeigt,  —  ich  sage  aus  dieser  Abbildung  er- 
hellt, dass  der  Fondaco  gegen  Norden,  Westen  und  Süden  damals  schon 
wohl  so  ziemlich  die  Ausdehnung  besass,  die  er  heute  einnimmt.  Wie 
aus  dem  ,Capitolare'  hervorgeht^)  und  auch  Milesio  angibt 2),  er- 
streckte er  sich  von  der  Kiva  del  Ponte  di  Rialto  (später  Riva  del 
Buso  genannt)  bis  zum  Ponte  di  Ca  Boldü  (später  Ponte  dell'  Oglio), 
welche  den  Bezirk  S.  Giovanni  Crisostomo  von  dem  von  S.  Bartolomeo 
trennt,  und  war  auf  der  Nord-  und  Westseite  vom  Wasser  bespült. 
Anders  gegen  Osten.  Denn  hier  sieht  man  deutlich,  wie  unregel- 
mässig früher  die  Front  war,  welche  an  der  Strasse  gegen  S.  Giovanni 
Crisostomo  hin  liegt.  Die  Strasse  war  krumm,  winkelig,  verbaut,  was 
denn  auch  schon  im  Jahre  1341  Veranlassung  gegeben  hat,  das  Pro- 
jekt einer  Vergrösserung  und  Erweiterung  dieser  Strasse  in's  Auge 
zu  fassen,    das    aber    dann  nicht    zur  Ausführung    gekommen  ist  ^). 

Wiederholt  hat  dann  die  Regierung  noch  für  Erweiterung  des 
Fondaco  sorgen  müssen*).  Denn  trotzdem  das  neue  Gebäude 
56  Wohngelasse  enthielt,  wurden  doch  öfters  von  Seite  der  deut- 
schen Kaufleute  Klagen  laut  über  Mangel  an  Platz;  die  Gänge 
waren  mit  Kästen,  Kisten  und  Ballen  so  verstellt,  dass  man 
bisweilen  kaum  durchgehen  oder  in  den  Hofraum  hinabsehen 
konnte'^)  —  Uebelstände,  denen  die  Regierung  durch  Ankauf  von 
Häusern  oder  durch  zeitweise  gewährte  Erlaubniss  der  Errichtung 
von  Filialen  in  der  nächsten  Umgebung,  in  der  ruga  de  ca  Vidal 
z.  B.^),  abzuhelfen  fortwährend  bestrebt  war.  Dass  übrigens  jener 
Raummangel  nicht  blos  in  der  zunehmenden  Frequenz  der  deut- 
schen Kaufleute  seinen  einzigen  Grund ,  sondern  noch  andere 
Ursachen  hatte,  dass  daran  oftmals  die  egoistische  Rücksichts- 
losigkeit einzelner  Benutzer  Schuld  war,  die  sich  nicht  an  die  vor- 
geschriebene Ordnung  halten  und  auch  während  ihrer  Abwesenheit 
im  Besitze  ihrer  Kammern  bleiben  wollten,  das  hat  Heyd  bereits 
aus  dem  Capitolare  nachgewiesen ''). 

Ueber  das  Haus  selbst  und  dessen  innere  Einrichtung  wissen 
wir  auch  aus  dieser  Zeit  nur  sehr  wenig.  Felix  Fabri,  der  bekannte 
Reisende,  schreibt'*),  dass  es  aus  einem  „Doppelhause  mit  zwei  inneren 
Höfen"  bestand ,  was  deutlich  auch  auf  der  erwähnten  Abbildung 
erkennbar  ist,  auf  welcher  die  aufgezogene  (Reichs-?)  Fahne  noch 
besonders  beachtet  werden  mag.  Fast  scheint  es,  als  ob  auch 
dieser  Bau  wenigstens  theilweise  von  einer  Mauer  umgeben  war  '*). 

Auch  dieses  Haus  hatte  nur  zwei  Stockwerke  ^^).  Ausser  den 
56  Kammern  und  den  Gewölben,  deren  Zahl  nicht  angegeben,  für  die 


n 


')  cap.  130  pag.  50.  —  -)  Thomas  p.  23.  -  ^)  Bd.  1  Nr.  100,  102.  -  ")  ebda. 
Nr.  220,  332,  337.  -  ')  s.  Bd.  I  Nr.  «57.  —  «)  Bd.  1  Nr.  212,  281.  282.  — 
')  Hist.  Zeitschr.  a.  a.  0.  S.  201 ;  Capitol.  cap.  252,  269,  276,  277  ;  cf.  unten  S.  13. 
—  **)  In  seinem  Evagatorium  (a.  1483)  vol.  III  (Bibliothek  des  literar.  Vereins  in 
Stuttgart  Bd.  IV  S.  432;  cf.  Heyd  a.  a.  0.  S.  218).  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  454.  -  ^")  cf. 
Capitol.  cap.  110  pag.  39. 


Geschichtliches.  1 1 

Kaufleute  befanden  sich  darin  noch  ein  gemeinsamer  Speisesaal^), 
eine  Küche,  eine  Weinschenke  und  andere  Räumlichkeiten  für  den 
Hausmeister  etc.  Die  Kammern  scheinen  theilweise  eigene  Namen 
geführt  zu  haben:  von  einer,  welche  längere  Zeit  von  einer  Nürn- 
berger Familie  benützt  wurde,  lesen  wir^),  dass  sie  „Paradies"  ge- 
heissen  habe.  Eine  andere  von  einem  Regensburger  am  Anfang 
des  16.  Jahrhunderts  oder  von  Regensburgern  überhaupt  benützte 
Kammer  führte  den  Namen  ,1a  balta  (volta?)  de  San  Pyro' 3).  Ein- 
zelne sind  von  ihren  Besitzern  und  Benutzern  noch  besonders  aus- 
gestattet worden  —  öfters  ist  solchen  erlaubt,  darin  einen  Kamin 
setzen  zu  lassen  '^)  —  Marino  Sanuto  der  Jüngere  spricht  gelegent- 
lich des  Brandes  im  Jahre  1505  von  ,Camere  d'oro',  welche  bei  dem- 
selben zu  Grunde  gingen^). 

Auf  dem  Söller  in  der  Mitte  des  Hauses  wurde  im  Jahre  1345 
ein  kleiner  Altar  aufgestellt,  an  welchem  für  die  Kaufleute  Messe 
gelesen  wurde,  und  obwohl  dieser  Altar  nicht  fest  angemacht  sein 
sollte,  scheint  er  doch  beibehalten  worden  zu  sein;  denn  1360 
hören  wir,  dass  ein  Deutscher  den  Kaufleuten  im  Fondaco  den 
Gottesdienst  verrichtete  ''). 

Wenden  wir  uns  nunmehr  zur 

II.    Verwaltung  des  Gebäudes 

und  was  damit  zusammenhängt,  als :  Art  der  Benützung,  Beamte  und 
Bedienstete  und  Verhältniss  der  Regierung  zu  den  Benutzern  überhaupt. 
Dass  die  venetianische  Regierung  von  Anfang  an  die  Eigen- 
thümerin  des  Fondaco  gewesen,  ist  bereits  oben  bemerkt  worden 
und  mag  hier  nur  dahin  ergänzt  werden,  dass  sie  bis  zum  Untergang 
der  Republik  im  Jahre  1797  es  immer  geblieben  ist.  Sie  war  es  denn 
auch,  welche  wenigstens  während  des  Mittelalters  die  ganze  Ver- 
waltung des  Gebäudes  in  Händen  hatte  und  bis  in's  Einzelne  regelte. 
Es  muss  auch  vorausgeschickt  oder  nochmals  betont  werden,  dass 
sie  es  keineswegs  dem  Belieben  des  Kaufmanns  anheimstellte,  ob 
er  im  Fondaco  wohnen  wolle  oder  nicht.  Im  Gegentheil ;  sie  schrieb 
das  ausdrücklich  vor;  sie  zwang  ihn  dort  abzusteigen.  Sie  verbot 
den  Barkenführern  strengstens,  die  Kaufleute  und  ihre  Waaren 
irgend  anderswo  abzusetzen  als  im  Fondaco;  und  ebenso  strenge 
untersagte  sie  den  Bewohnern  der  Stadt,  einen  Deutschen  oder  seine 
Waaren  insgeheim  bei  sich  aufzunehmen  '')  —  ein  Zwang,  worüber  am 

')  of.  Bd.  I  Nr.  357.  -  '-)  Bd.  I  Nr.  362,  364.  —  ^)  cf.  Gemeiner,  Regens- 
>)urgische  Chronik  IV,  140  n.  287  und  meine  Bemerkung  zu  der  meines  Er- 
achten« unrichtig  datirten  Urkunde  unten  im  zweiten  Theile.  —  ■•)  Bd.  I  Nr.  307, 
511,  520.  544,  821;  cf.  unten  S.  74.  —  *)  Diarii  (Neue  Ausgabe  durch  die  Depu- 
tazione  Veneta  di  storia  patria  1879  fl".)  t.  VI  p.  126.  —  *')  Cecchetti  im  Archivio 
Veneto  tom.  XXX  pag.  143;  cf.  Bd.  I  Nr.  185a.  -  ')  s.  Capitol.  p.  31  c.  90, 
p.  .^0  c.  181,  p.  146  c.  252,  p.  223  c.  3  no.  2,  p.  227  c.  13;  cf.  Bd.  I  Nr.  40. 


12 


Geschiclitliches. 


Anfang  des  14.  Jahrhunderts  die  Nürnberger  sich  bitter  beklagten, 
mit  dem  sich  aber  offenbar  später  Alle  befreundet  haben,  da  nichts 
mehr  von  ähnlichen  Beschwerden  verlautet  ^). 

Anfangs  scheint  —  der  Wortlaut  der  Urkunde  -)  lässt  es  nicht 
ganz  deutlich  erkennen  —  die  Regierung  die  ganze  Verwaltung  des 
Fondaco  in  Pacht  gegeben  zu  haben,  im  Jahre  1228  (5.  Dezember) 
um  die  Summe  von  1100  Pfund  venetianischer  Denare.  Wenn  sie 
diesen  Modus  später,  und  zwar  vermuthlich  nicht  allzulange  darnach, 
fallen  gelassen  hat,  geschah  es  wohl,  weil  sie  erkannte,  bei  eigener 
Führung  des  Hauses  eine  bessere  Einnahme  zu  erzielen.  Die  Zim- 
mer oder  „Kammern"  und  Gewölbe  wurden  nun  gegen  einen,  der 
Regierung  zu  zahlenden,  bestimmten  Preis  einzeln  an  die  deutschen 
Kaufleute  vermiethet.  Wie  hoch  derselbe  war,  ist  aus  der  ersten 
Zeit  nicht  überliefert;  im  Jahre  1354  musste  für  gewöhnlich  jeder 
Kaufmann,  der  eine  Nacht  im  Fondaco  zubrachte,  12  Schillinge 
oder  ,piccoli'  und  wenn  er  Nachts  eine  Kammer  benutzte,  ebenfalls 
12  piccoli  an  die  Regierung  bezahlen.  Nicht  anders  kann  ich 
die  Worte  an  der  betreffenden  Stelle  im  Capitolare  ^)  verstehen : 
,che  zaschun  marchadante  Todescho  sia  tegnudo  ognia  (sie)  notte  lo 
quäl  abitera  in  lo  fontego  pagar  pizoli  XIl  e  simihnente  per  zascha- 
duna  caniera  la  quäl  lo  tegneria  pagar  debia  ogni  note  pizoli  XII*)  . . .' 

Es  gab  eben  auch  solche  Kaufleute  —  wenn  dieser  Name 
für  sie  passend  und  nicht  die  Bezeichnung  , Krämer'  die  richtigere 
ist  — ,  welche  im  Fondaco  übernachteten,  ohne  eine  Kammer  und 
ohne  ein  Bett  zu  benützen,  welche  —  um  die  Miethe  zu  sparen  — 
in  den  Gängen,  unter  dem  Thore  oder  auf  den  Wollsäcken  schliefen'') 
und  deshalb  eben  wohl  nur  die  Hälfte  der  oben  angegebenen  Summe, 
nur  die  einen  12  piccoli  zu  erlegen  hatten.  Eben  diese  waren  auch 
von  der  Abgabe  oder  dem  „Trinkgeld"  befreit,  welches  die  anderen 
Kaufleute,  wie  es  in  einer  Verordnung  vom  Jahre  1437'')  heisst, 
„seit  langer  Zeit"  dem  Hausmeister  als  Entschädigung  für  die  von 
diesem  gelieferten  Geräthschaften  u.  s.  w.  zu  entrichten  pflegten,  und 
pro  Nacht  2  .soldi  de'  piccoli'  betrug '').  Von  der  nämlichen  Ab- 
gabe, welche  in  jenem  Jahre  1437  (nachdem  sie  bis  dahin,  wie  es 
scheint,  eine  freiwillige  gewesen)  von  der  Regierung  den  Kaufleuten 
durch  Verordnung  auferlegt  wurde  —  von  dieser  Abgabe,  sage  ich, 
waren  ausser  jenen  kleinen  Kaufleuten  auch  diejenigen  frei,  welche 
von  der  Regierung  sogenannte  ,camere  dade  per  gracia'  d.  h.  wohl 


n 


')  s.  Flegler  im  Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit  1867  Ö.  330.  — 
")  Bd.  I  Nr.  2.  —  ')  p.  63  c.  149.  —  "*)  Bei  den  sehr  verwickelten  Münzverhältnissen 
Venedigs  ist  es  sehr  schwierig,  sich  über  den  entsprechenden  heutigen  Werth  an- 
gegebener Summen  zu  unterrichten ;  nach  einer  gütigen  Mittheilung  des  Archiv- 
beamten in  Venedig  Herrn  V.  Padovan,  der  als  bester  Kenner  auf  diesem  Gebiete  gilt, 
kämen  die  12  piccoli  im  Jahre  1354  (=  1  soldo)  c.  2V2  centesimi  italiani  gleich. 
—  *)  Capitol.  p.  154  c.  259  (1437)  .  .  .  tutti  quelli  che  dorme  e  dormira  suxo  li 
andedi  e  suxo  per  i  sachi  de  i  gottoni  e  sotto  i  portegi  senza  letto  ...  — 
')  Capitol.  ebendaselbst.  —  ')  Nach  Herrn  Padovan  =  5  centesimi  italiani. 


Geschichtliches.  1 3 

Kammern  für  längere  Zeit  und  gegen  einen  geringeren  Miethzins 
aus  besonderer  Gnade  erhalten  hatten  ^).  Für  solche  Kammern 
wurden  im  Jahre  1487  4  Dukaten  per  Jahr  gezahlt^). 

Eigentlich  oder  besser  ursprünglich  herrschte  hinsichtlich  der 
Vertheilung  und  Benützung  der  Kammern  kein  Unterschied. 
Es  galt,  wie  es  die  Regierung  selbst  einmal  (Januar  1445)  aus- 
spricht^), der  Grundsatz:  Wer  zuerst  kam,  erhielt  zuerst  eine 
Kammer  und  so  der  Reihe  nach  weiter.  Hatte  der  Kaufmann  seine 
Geschäfte  erledigt  —  was  bei  vielen  nicht  allzulange  Zeit  in  An- 
spruch nahm  —  so  musste  er  den  Schlüssel  zur  Kammer  dem  Haus- 
meister zurückstellen,  damit  dieser  von  Neuem  über  die  Kammer 
verfügen  und  sie  wieder  an  andere  Ankömmlinge  vermiethen  konnte*). 
Wollte  der  Kaufmann,  den  seine  Geschäfte  voraussichtlich  wieder 
nach  Venedig  zurückführten,  bei  seiner  Abreise  etwas  von  seinen 
Sachen,  wie  Schreibutensilien,  Pult,  Kassetten  oder  dergleichen, 
zurücklassen,  um  das  Hin-  und  Herschaffen  zu  ersparen,  so  brauchte 
er  es  nur  dem  Hausmeister  zu  übergeben,  der  durch  einen  Erlass 
der  Regierung  vom  Jahre  1383^)  verpflichtet  war,  diese  Sachen 
ohne  Entgeld  in  einer  eigenen  verschlossenen  Kammer  aufzubewahren. 

Allein,  wie  in  mancher  anderer  Beziehung,  hielten  sich  unsere 
Landsleute  nicht  immer  an  diese  Satzungen.  Sie  nahmen  entweder 
die  Schlüssel  der  Kammern;  in  denen  sie  ihre  Habe  zurückliessen, 
mit  sich  fort,  oder  gaben  sie  und  damit  die  Kammern  zur  Be- 
nützung an  andere  ihrer  Bekannten,  ohne  dem  Hausmeister  davon 
Meldung  zu  thun^).  So  kam  es,  dass  diesem  (der  vielleicht  durch 
ein  Geschenk  insgeheim  gewonnen  wurde,  denn  sonst  müsste  es 
ihm  doch  leicht  gewesen  sein,  dagegen  einzuschreiten)  oftmals  nur 
wenige  Kammern  von  den  56  des  Hauses  —  1432  z.  B.  nur  18, 
1443  nur  20  —  zur  Vertheilung  an  neue  Ankömmlinge  übrig- 
blieben. Ein  Theil  derselben  war  in  Folge  dessen  öfters  gezwungen, 
ausserhalb  des  Fondaco  in  Gasthäusern  abzusteigen  '')  und  beschwerte 
sich  dann  darüber  bei  der  Regierung,  die  daraufhin  gegen  diesen 
Missbrauch  theils  die  alten  Verordnungen  wieder  einschärfte,  theils 
neue  erliess  ^). 

Freilich  ist  die  venetianische  Regierung  selbst  jenem  Grund- 
satze von  der  Gleichberechtigung  der  Kaufleute  nicht  immer  treu 
geblieben,    wobei  sie  wieder  nur  einer   auch    sonst  üblichen  Praxis 


')  Nahmen  diese  aber,  wie  ihnen  erlaubt  war,  Gäste  bei  sich  auf  —  cf. 
Felix  Fabri  in  seinem  Evagatorium  Bd.  111  S.  388  —  so  mussten  diese  dem 
Hausmeister  die  Hälfte  der  sonst  üblichen  Vergütung  entrichten;  cf.  Capitol. 
p.  155  c.  260.  —  ')  Bd.  1  Nr.  557.  -  ^)  Capitol.  p.  166  c.  277.  -  ")  cf.  Bd.  l 
Nr.  167.  —  *)  Capitol.  p.  84  c.  189  und  190.  —  «)  cf.  Bd.  1  Nr.  163.  —  /)  Als 
von  Pilgerreisenden  besonders  frequentirte  zählen  Röhricht  und  Meissner, 
Deutscht  Pilgerreisen  nach  dem  heiligen  Lande  S.  11  auf:  den  Spiegel,  den 
weissen  Löwen,  den  schwarzen  Adler,  das  deutsche  Haus,  auch  St.  Georg,  zur 
Flöten  oder  Pollten,  zur  Trinität  genannt.  —  **)  Capitol.  p.  145  c.  252;  p.  164 
c.  276;  p.  166  c.  277. 


]4  Geschichtliches. 


folgte.  Der  Satz:  „Keine  Regel  ohne  Ausnahme"  kam  vielleicht 
nirgends  mehr  zur  Anwendung  als  in  Venedig ;  ja  man  könnte  fast 
sagen:  die  Ausnahmen  bildeten  hier  die  Regel.  Das  macht  ja  die 
Darlegung  der  venetianischen  Verfassungs-  und  noch  mehr  der  Ver- 
waltungsverhältnisse so  ungemein  schwierig,  dass  Alles  in  bestän- 
digem Flusse  sich  befand,  dass  man  —  zur  Zeit  der  Blüthe  wenig- 
stens —  Gesetze  und  Verordnungen  gleichsam  nur  auf  Probe  erliess, 
dass  man  sie  abänderte,  wenn  sie  sich  nicht  bewährten  oder  wenn 
andere  Gründe  augenblicklich  gegen  sie  und  für  ihre  Suspendirung 
sprachen. 

Wir  haben  oben  gehört,  dass  die  Regierung  Kammern  an 
Einzelne  auf  längere  Zeit  ,per  gratiam'  verlieh.  Ebenso  heisst  es 
in  einer  Verordnung  vom  Jahre  1445,  worin  die  Rückgabe  der 
Schlüssel  neuerdings  vorgeschrieben  wird,  dass  von  diesem  Gebot 
jene  Kaufleute  ausgenommen  sein  sollten,  welche  „eigene"  Kam- 
mern besässen  ^).  Auch  dies  kann  nur  in  dem  oben  angegebenen 
Sinne  verstanden  werden,  dass  gegen  Bezahlung  oder  Vorausbezahlung 
des  Miethzinses  (vermuthlich  auf  ein  Jahr)  einzelne,  in  beständigem 
Verkehr  mit  Venedig  stehende,  deutsche  Kaufleute  eine  und  dieselbe 
Kammer  für  länger  benützen  konnten.  Gerade  hierüber  enthalten 
unsere  Urkunden^)  sehr  werthvolle  Notizen.  Wir  sehen  daraus,  dass 
nicht  blos  einige  Jahre,  sondern  ganze  Generationen  hintereinander 
Kammern  im  Besitze  einzelner  Kaufmannsfamilien  waren,  die  sie 
denn  nach  Belieben  besser  ausstatten  und  verschönern  lassen  konnten  ^). 
So  gaben  die  Nürnberger  Kaufleute  Mendel  im  Jahre  1429  an,  dass 
ihre  Vorfahren  seit  gegen  80  Jahren  im  ungestörten  Besitze  einer  und 
derselben  Kammer  w^aren;  und  in  der  That  lesen  wir  ^),  dass  im  Jahre 
1377  dem  alten  (berühmten,  später  in  Venedig  verstorbenen)  Marcus 
Mendel  und  seinen  Brüdern  auf  ihren  Wunsch  die  von  ihnen  augen- 
blicklich benützte  Kammer  sammt  Gewölbe  im  Fondaco  dauernd 
überlassen  wird,  weil  beständig  einer  von  ihnen  in  Venedig  sei 
und  sie  ohne  dieselben  ihre  Geschäfte  nicht  besorgen  könnten.  —  1412 
erhalten  die  Nürnberger  Wilhelm  und  Johannes  Rummel,  1476  zwei 
andere  Kaufleute  die  Erlaubniss,  in  der  ihnen  zugetheilten  Kam- 
mer des  Fondaco  einen  Kamin  anbringen  zu  lassen^),  gewiss  nur, 
weil  sie  dieselben  länger  zu  benützen  gedachten  —  und  40  Jahre 
später  lesen  wir  ^)  wiederum ,  dass  vielleicht  der  nämliche  Wilhelm 
Rummel  und  ein  anderer  desselben  Geschlechtes  die  venetianische 
Regierung  durch  den  Rath  ihrer  Vaterstadt  ersuchen,  sie  im  Be- 
sitze der  seit  langer  Zeit  von  ihnen  und  ihren  Vorfahren  gegen 
einen  jährlichen   Miethzins   benutzten   Kammer   und  Gewölbe   auch 


n 


')  Capitol.  p.  167  ,tuti  e  chadauno  marchadante  Todescho  che  non  avera 
chamera  proprio'  und  p.  168  ,tuti  i  marchadanti  Todeschi  del  fontego  che  non 
anno  chamere  proprie  quando  i  se  pai*te  de  Venexia  .  .  .  i  debiano  dar  le  chiave 
de  le  camere  al  nostro  maser.'  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  351,  361.  362,  363.  470.  - 
'')  Bd.  T  Nr.  511.  —  ■*)  Bd.  I  Nr.  240.  —  ')  Bd.  I  Nr.  307;  cf.  Nr.  544.  —  «)  ebd 
Nr.  470. 


Geschichtliches.  15 

fernerhin  zu  belassen.  Dann  sah  sich  wohl  die  Regierung  gelegent- 
lich durch  die  Klagen  wegen  Mangels  an  Raum  abgewiesener 
Kaufleute  veranlasst,  wie  z.  B.  im  Jahre  1429,  die  bestehenden  Ver- 
ordnungen etwas  schärfer  anzuwenden  und  auch  gegen  jene  lang- 
jährigen, alten  Gäste  schärfer  aufzutreten  —  theils  in  der  Art,  dass 
sie  einen  weit  höheren,  ja  doppelt  so  hohen  Miethzins  von  ihnen 
verlangte,  theils  dass  sie  ihnen  das  Benützungsrecht  der  Kammern 
geradezu  kündigte  oder  zu  kündigen  drohte,  was  dann  aber  durch 
Vermittlung  der  heimischen  Behörden  wohl  meist  verhindert  wurde. 
1432  wird  wieder  der  Ausdruck  ,camere  non  obligate'  gebraucht, 
was  vermuthlich  nichts  Anderes  heisst,  als:  nicht  fest  vergeben^). 
Im  Jahre  1439  bestimmte  die  Regierung,  dass  denjenigen 
Kaufleuten,  welche  zwei  Jahre  lang  nicht  in  eigener  Person  nach 
Venedig  kämen,  um  Kaufmannschaft  zu  treiben,  die  Kammern  zu 
Gunsten  Anderer  entzogen  werden  sollten.  Ebenso  denjenigen, 
welche  mit  Hinterlassung  von  Schulden  verschwunden  wären;  auch 
die  Kammern  verstorbener  Kaufleute  sollten  wieder  anderweitig 
verwendet  werden  ^).  —  Sehr  entschieden  wurde  einmal  im  Jahre 
1453  von  der  Regierung  gegenüber  dem  Rathe  der  Stadt  Ulm  (der 
sich  darüber  beschwerte,  dass  einem  Ulmer,  Peter  Roys,  seine 
Kammer  genommen  worden)  der  oben  erwähnte  Grundsatz  aus- 
gesprochen, dass  dem  Gesetze  zufolge  Niemandem  im  Fondaco  eine 
Kammer  für  immer  oder  auch  nur  für  allzu  lange  Zeit  überlassen 
werden  dürfe.  Alle  Kammern  sollten  zu  gemeinem  Nutzen  in 
gleicher  Weise  allen  Kaufleuten  offen  stehen  und  steter  Wechsel 
in  der  Benützung  stattfinden  3).  Das  war  1453.  Aber  nicht  eben 
allzulange  später  finden  wir  wiederum,  dass  der  und  der  seit  längerer 
Zeit  im  Besitze  der  nämlichen  Kammer  ist,  im  Jahre  1468  Johannes 
und  Heinrich  Rummel*),  welche  das  ,Collegio'  sogar  ausdrücklich 
gegen  eine  gegentheilige  Entscheidung  der  Visdomini  in  Schutz  nahm; 
im  Jahre  1483  ein  Schweizer  z.  B.  seit  26  Jahren  5),  also  seit  1457! 
1469  erlaubt  das  Collegio  die  Uebertragung  von  Kammer  und  Ge- 
wölbe auf  die  Namen  des  Stiefsohnes  und  Enkels  der  bisherigen 
Benutzer 6),  und  im  Jahre  1487  wird  einem  Nürnberger  und  seinen 
Brüdern,  ebenso  1489  den  Brüdern  Fugger  die  von  ihnen  benützte 
und  ausgestattete  Kammer  auf  ihre  Bitten  geradezu  wieder  für 
immer    verliehen'^).     Es    erklärt    sich    dieses    Abweichen    von    der 


')  Bd.  I  Nr.  390.  —  *)  Capitol.  p.  161  c.  269-271.  -  =*)  Schreiben  des 
Dogen  Francesco  Foscari  an  den  Bürgermeister  und  Rath  von  Ulm  vom  23.  Juni 
1453  (veröffentlicht  von  G.  M.  Thomas  in  den  Sitz.-Ber.  der  k.  b.  Ak.  d.  Wiss. 
Philos.-philol.  Kl.  1869  S.  302):  ,Per  legem  cautum  est,  ut  camera  aliqua  fon- 
tici  Theotonicorum  nemini  detur  aut  in  perpetuum  aut  ad  longissimura  tempus, 
sed  omnes  camere  pro  communi  et  equali  omnium  mercatorum  commoditate 
dentur  ipsis  mercatoribus,  quando  huc  veniunt,  et  eas  tenent  et  utuntur,  quamdiu 
hie  stant  et,  quando  eorum  negotiis  expeditis  recedunt,  dantur  postea  aliis 
venientibus'.  —  ")  Bd.  I  Nr.  .511.  —  »)  ßd.  I  Nr.  557.  —  ")  Bd.  I  Nr.  513.  - 
')  ebda.  Nr.  574  u.  582. 


IQ  Geschieh  tliclies. 


n 


ursprünglichen  Regel  eben  aus  dem  zunehmenden  Verkehr,  der  es  für 
die  grossen  deutschen  Handlungshäuser  zur  Nothwendigkeit  machte, 
einen  Vertreter  in  dem  grossen  Welthandelsemporium  ständig  an 
Ort  und  Stelle  zu  haben.  — 

In  diesem  Zeitraum,  wo  der  Fondaco  noch  ganz  unter  der 
Verwaltung  der  Regierung  stand,  wurde  von  ihr  strenge  Haus- 
ordnung gehalten.  Wie  die  Fondachi  in  Alexandria  (s.  oben),  so 
wurde  auch  dieser  des  Nachts  zu  bestimmter  Stunde  geschlossen  ^), 
aber  in  früherer  Zeit  für  später  Ankommende  immer  geöffnet. 
Das  geschah  eingestandenermassen  schon  deshalb,  um  zu  verhindern, 
dass  dieselben  in  einem  Gasthause  ihr  Absteigequartier  nahmen 
und  dann  die  Regierung  um  die  Eingangszölle  u.  s.  w.  brachten. 
Als  ein  Augsburger  im  Jahre  1330  sich  deshalb  mit  seiner  späten 
Ankunft  entschuldigen  wollte,  wurde  diese  Ausrede  um  so  weniger 
für  stichhaltig  erklärt,  als  er  bereits  seit  15  Jahren  in  Venedig  ver- 
kehre und  mit  den  Gesetzen  des  Landes  vertraut  sein  könne  ^). 

Später  gegen  Ende  des  15.  Jahrhunderts  Avurde  einmal  be- 
fohlen, den  Fondaco  die  ganze  Nacht  geschlossen  zu  halten  and 
Niemandem  zu  öffnen,  weil  bei  dieser  Gelegenheit,  da  das  Thor 
der  ,riva'  offen  gestanden^),  viel  Unterschleif  getrieben  worden. 
Auf  inständiges  Bitten  der  Kaufleute  wurde  die  Massregel  aber 
bald  wieder  zurückgenommen*).  Die  ganze  Nacht  brannte  denn 
auch  im  Fondaco  zur  Erhellung  der  Treppen  und  Gänge  Licht:  im 
alten  Gebäude  12  Kerzen  oder  Lampen^). 

Ein  anderer  Punkt  der  Hausordnung  betraf  die  Durch- 
suchung der  Kammern.  Die  deutschen  Kaufleute  mussten  sogleich 
nach  ihrer  Ankunft  ihre  Waffen,  die  sie  etwa  mitgebracht,  dem 
Hausmeister  abliefern.  Aber  wenigstens  einmal  im  Monat  sollten 
die  Visdomini,  die  obersten  Beamten  der  venetianischen  Regierung 
im  Fondaco,  nach  einer  Verordnung  vom  22.  Oktober  1315^)  die 
Kammern  durchsuchen,  ob  nicht  die  Kaufleute  doch  Waffen  darin 
insgeheim  versteckt  hätten.  Und  ebenso  mussten  diese  es  sich  ge- 
fallen lassen,  dass  die  Visdomini  mit  ihren  Schreibern   „von  Zeit  zu 


1)  Capit.  p.  XVI  a.  1275;  p.  XVIII,  a.  1278  um  9  Uhr:  postquam  janua 
clausa  erit  et  tercia  campana  erit  sonata.  Cf.  Bd.  I  Nr.  185  a.  —  -)  Minotto, 
Docum.  ad  Bellunum  .  .  .  spectantia  vol.  II  Sect.  II  p.  27.  ,Gratia  fiat  Henrico 
de  Ausborgo  qui  pro  eo,  quod  quadam  nocte,  cum  venit  Venecias  tarde,  non 
ivit  ad  hospitandum  in  fontico  Teutonicorum ,  sed  ivit  ad  hospicium  Galli 
cecidit  ad  penam  libr.  C  et  ad  penam  quarti  marcharum  IV  argenti,  quas  non 
presentavit,  ut  debebat,  quod  solvendo  libr.  X  a  residuo  dictarum  condempnatio- 
num  absolvatur.  Et  officiales  (Teutonicorum)  dicunt  quod  per  formam  sui  capi- 
tularis,  eo  quod  extra  fonticum  hospitatus  fuit,  cecidit  ad  penam  libr.  C  etc. 
et  quod  omni  hora  noctis  fonticum  forensibus  aperitur  et  illa  nocte  venit  de 
Mestre,  et  palata  S.  Juliani  clauditur  in  occasu  solis ;  ita  quod  bona  hora  venire 
potuit  ad  fonticum  et  per  pueros  officialium  inventus  fuit  in  dicto  hospicio  et 
quod  jam  annis  XV  utitur  Veneciis  ita  quod  seit  condieiones  terre  ...  — 
=*)  Capit.  p.  238  e.  6  a.  1479.  —  *)  ebda.  p.  250  c.  15  a.  1483.  -  ^)  ,lume  over 
zexendeli'  (?),  nicht  18,  wie  Milesio  (Thomas  p.  2<i)  angibt;  s.  Capit.  p.  85  c.  190 
Verordnung  vom  20.  Januar  1383.  —  *)  Capit.  p.  32  c.  92. 


Geschichtliches.  X7 

Zeit"  Kammern  und  Magazine  überhaupt  einer  Visitation  unter- 
warfen, um  zu  sehen,  ob  alle  Waaren  richtig  angegeben,  verkauft, 
die  vorgeschriebenen  Abgaben  gezahlt  waren  u.  dergl.  m.  ^). 

Ein  umfangreiches  Kapitel  in  der  Hausordnung  nahm  weiters 
die  von  der  Regierung  im  Fondaco  eingerichtete  Weinschenke  in 
Anspruch.  Der  Besuch  derselben  war  eigentlich  nur  den  deutschen 
Kaufleuten  und  mit  Ausnahme  der  Festtage  ^)  gewissen  im  Fondaco 
Beschäftigten  gestattet,  nämlich  den  Sensalen,  den  Ballenbindern, 
dem  Koch  und  Unterkoch,  den  Dienern  und  Trägern^);  Andere, 
selbst  die  Visdomini,  waren  davon  ausgeschlossen.  Aber  trotzdem 
wurden  mehr  als  einmal  Unberechtigte  auf  einem  heimlichen  Trünke 
betroffen*),  und  mehr  als  einmal  kam  es  dann  dort  zu  Streit  und  blu- 
tigen Händeln^),  so  dass  die  Regierung  den  Visdomini  das  Recht 
zugestehen  musste,  von  den  Waffen  Gebrauch  zu  machen,  und  selbst 
wiederholt  Verbote  gegen  den  Besuch  der  Weinschenke  erliess  *'). 
Auch  über  die  Zeit,  wie  lange  dieselbe  geöffnet  sein  solle,  gab  es 
ab  und  zu  Differenzen,  da  die  Deutschen,  die,  wie  es  scheint,  damals 
schon  gern  „immer  noch  Eins"  tranken,  Tag  und  Nacht  Zutritt  dazu 
haben  wollten'^).  Bisweilen  scheint  die  Regierung  deshalb  auch  die 
Schenke  ganz  geschlossen  und  nur  den  Ausschank  des  Weines  ge- 
duldet zu  haben,  wie  es  ursprünglich  der  Fall  gewesen  zu  sein  scheint^). 
Den  Wein  durfte  früher  (i.  J.  1268  z.  B.)  nur  der  Hausmeister  im 
Verein  mit  einem  Schreiber  einkaufen  ^) ,  und  der  , taverner'  erhielt 
seinen  Grehalt  wie  jeder  andere  Beamte  von  der  Regierung^"),  die 
selbst  durch  die  Visdomini  den  Wein  verkaufte  ^^).  Später,  im  Jahre 
1395  z.  B.  und  1418^^),  erscheint  die  ,caneva'  in  den  Händen  eines 
Pächters,  der  eben  um  seines  Vortheils  willen  sich  wenig  um  die 
Verordnungen  der  Regierung  kümmerte  und  keinen  Unterschied 
zwischen  Berechtigten  und  Unberechtigten  machte,  wenn  sie  nur 
seinen  Wein  tranken,  so  dass  die  Regierung  sich  veranlasst  sah,  da- 
gegen einzuschreiten. 

Gehen   wir  nun   aber   zu   den   Beamten    und    Bediensteten 
selbst  über. 

An  der  Spitze  derselben  standen  die  mehrerwähnten  Visdomini 


^)  Verordnung  vom  Jahre  1475  Capitol.  p.  231  c.  26.  —  ^)  s.  Verordnung 
vom  Jahre  1362  Capitol.  p.  27  c.  74.  -  =*)  So  im  Jahre  1278,  s.  Capitol.  p.  XVII ; 
Koch  und  Unterkoch  fehlen  in  späteren  Bestimmungen.  —  ■*)  s.  Bd.  I  Nr.  45, 
212  und  Capitol.  p.  82  und  83  c  184  und.  185.  —  ^)  s.  Capitol.  p.  17  c  51.  - 
")  8.  Capitol.  1.  c.  und  p.  70  c  163;   p.  120  c.  232.  -    ^)  s.  Bd.  I  Nr.  185  a.  — 

'^j  s.  Verordnung  vom  6.  November  1361   Capitol.  p.  17  c.  50  und  51 che 

la  dita  tavema  la  quäl  se  (=  si  e,  si  trova)  in  lo  dito  fontego,  sia  reduta  a  la 
caneva,  si  corao  era  in  prima,  in  la  quäl  caneva  debia  esser  vin  de  Marcha  e  Tri- 
bian  e  Ribuola,  und  vorher  (c.  50) :  che  non  se  lassa  intrar  alguna  persona  dentro 
la  caneva.  Cf.  ibid.  p.  143  c.  250  a.  1430.  -  »)  Capitol.  p.  2  c.  4.  —  '")  Capitol. 
p.  47  c.  125,  cf.  Bd.  1  Nr.  31,  wo  der  Posten  einmal  (1310)  als  Belohnung  ver- 
liehen wird.  —  ")  Capitol.  p.  48  c.  127  che  tuto  el  vin  che  se  spende  in  la 
taveriia  del  fönt,  di  Tod.  se  debia  vender  per  li  visdomini  del  ditto  fontego. 
—  ")  ibid.  p.  121  c.  232  u.  Bd.  I  Nr.  813. 

2 


1 8  Geschichtliches. 


(Vicedomini)  —  die  Stellvertreter  der  Regierung,  die  denselben  denn 
auch  die  ausgedehntesten  Befugnisse  verlieh.  Zuerst,  z.  B.  1232, 
erscheinen  deren  nur  zwei  ^),  im  Jahre  1268  aber  wurden  drei  gewählt. 
Für  kurze  Zeit  wurde  ein  vierter  hinzugefügt  von  1293 — 1299^); 
die  Dreizahl  aber  „blieb  durch  das  Mittelalter  hin  Regel".  Das  Amt 
war  ein  jährlich  wechselndes;  es  galt  offenbar  als  ein  angesehenes, 
da  nur  Nobili  dazu  erwählt  wurden.  Es  ist  erklärlich,  dass  unsere 
Urkunden-Nachlese  speziell  für  diese  Beamten  nur  eine  geringere  ge- 
wesen ist,  nachdem  es  ja  gerade  ihr  Kapitular,  eine  für  sie  bestimmte 
Sammlung  von  Verordnungen  ist,  welche  Thomas  veröif entlicht  hat, 
in  der  das  Wichtigste  ja  enthalten  sein  muss,  was  sich  auf  ihr  Amt 
und  ihre  Stellung  bezieht.  Die  Verordnungen  im  Einzelnen  hier  auf- 
zuführen, würde  zu  weitläufig  sein;  Heyd  und  Thomas  haben  den 
Hauptinhalt  derselben  in  Kürze  gut  folgendermassen  skizzirt:  „Das 
Kollegium  der  Visdomini  vertrat  die  Regierung  zunächst  als  Eigen- 
thümerin  des  Hauses,  indem  es  über  die  Räumlichkeiten  des  Fondaco 

disponirte,  die  Hausordnung  regelte  und  aufrecht  erhielt .    Alle, 

die  im  Fondaco  angestellt  waren,  unterstanden  der  Disciplinargewalt 
und  der  Gerichtsbarkeit  der  Visdomini,  konnten  von  denselben  mit 
Geldstrafen  belegt  oder  auch  entlassen  werden,  hatten  aber  das  Recht, 
wenn  sie  sich  ungerecht  behandelt  glaubten,  an  die  ,Consuln  der 
Kaufmannschaft'  oder  an  die  ,Proveditoren'  zu  appelliren  —  — . 
Die  Visdomini  führten  auch  die  Oberaufsicht  über  den  Geschäfts- 
verkehr der  Deutschen  und  zogen  die  Gebühren  ein,  welche  von 
jeder  importirten  und  exportirten,    gekauften  und  verkauften  Waare 

als  Zoll  oder  als  Accise  an  den  Staat  gezahlt  zu  werden  pflegten . 

Um  die  Kontrolle  über  den  Waarenverkehr  in  wirksamer,  jede  Defrau- 
dation möglichst  verhindernder  Weise  üben  zu  können,  um  den  Inhalt 
jedes  kommenden  und  abgehenden  Waarenballens  zu  notiren,  jeden 
Kauf  mit  dem  Gegenstand  desselben  und  den  dabei  erzielten  Preis 
zu  registriren,  die  Einnahmen  und  Ausgaben  der  Kasse  zu  buchen, 
bedurften  die  Visdomini  eine  Unterstützung  durch  geprüfte  rech- 
nungsverständige Beamte,  Schreiber,  zwei,  zuweilen  auch  drei  an 
der  Zahl,  und  Notare.  Endlich  waren  ihnen  Diener  ^)  beigegeben, 
deren  Hauptaufgabe  darin  bestand,  die  im  Fondaco  aus-  und  eingehen- 
den Personen  und  Waarenballen  mit  wachsamem  Auge  zu  mustern  '^). 
Die  Visdomini  waren  aber  auch  ihrerseits  für  ihre  Verwaltung  in 
allen  Stücken  verantwortlich,  verantwortlich  nach  der  Schärfe  vene- 
tianischer  Gesetze,  welche  bei .  allen  Beamten  oder  Betrauten  jeden 
Sondervortheil  in  Gaben  und  Geschenken,  jeden  persönlichen  Ge- 
winn oder  Nutzen  verboten  und  mit  peinlicher  Strenge  ahndeten"  ^). 

^)  cf.  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  S.  210  und  Predelli,  Lib.  Pleg.  Regesti  p.  65 
n.  232.  —  ')  Capit.  p.  XX  und  Mone  in  der  Zeitschrift  für  die  Gesch.  des 
Oberrheins  Bd.  V  S.  14  Nr.  72,  wozu  man  vergleiche  oben  Bd.  I  Vorwort  S.  XVIIl 
n.  2.  -  »)  ,pueri'  cf.  oben  S.  16  Anm.  2.  —  ")  Heyd  1.  c.  S.  210  ff.  (Cf.  Bd.  1 
Nr.  150  über  die  Besoldung  der  Diener.)  S.  Capit.  p.  231  _  c.  28  (1475).  — 
»)  Thomas  in  der  Einleitung  zu  Milesio  p.  7.   Cf.  Bd.  I  Nr.  198  u.  Capit.  p.  122 


Geschichtliches.  19 

Die  oben  genannten  ,Consoli  dei  Mercanti'  und  die  ,Sopra-Consoli' 
besassen  das  Recht,  in  den  Verordnungen  des  Kapitulars  zu  ändern, 
zu  streichen  und  hinzuzufügen,  was  ihnen  gut  dünkte  ^).  Auch  finden 
wir  gegen  Ende  des  15.  Jahrhunderts  theils  zur  Erhebung  einer 
ausserordenthchen  Abgabe,  theils  zur  genaueren  Ueberwachung  des 
gesamniten  Geschäftsbetriebes  im  Fondaco  und  behufs  Abbestellung  ver- 
schiedener Missbräuche  einen  Oberaufsichtsbeamten  erwähnt,  mit  dem 
Titel  ,deputado  al  fontego'  oder  ,sovrastante  in  fontego',  der  die 
Autorität  der  Visdomini  wohl  für  einige  Zeit  in  den  Schatten  stellte^). 

Von  den  Untergebenen  der  Visdomini  oder  Bediensteten  im 
Fondaco,  deten  Zahl  begreiflicherweise  eine  nicht  geringe  war,  ge- 
denken wir  nur  kurz  der  Barkenführer  ,barcharuoli',  welche  ebenso 
wie  die  Kärrner  und  Fährleute  ,caradori  e  somieri'  strikten  Befehl 
hatten,  sofort  direkten  Weges  ,recto  tramite'  die  ankommenden 
Kaufleute  oder  Waaren  im  Fondaco  abzusetzen-'^);  ferner  der  Auk- 
tionatoren oder  Versteigerer  ,incantadori',  deren  Zahl  von  40  im 
Jahre  1335  auf  12  herabgesetzt  wurde,  und  die  Lateinisch  und 
Deutsch  verstehen  mussten'*);  weiters  der  Träger  ,portadori'  oder 
.bastaxii' '■),  der  Wäger  .pesadori',  der  Blei-Anleger  ,bolladori' 
und  der  Ballenbinder  ,ligadori',  die  alle  in  gleicher  Weise  wie  die 
Visdomini  zur  strengsten  Pflichterfüllung  und  genauesten  Kontrolle 
angehalten  waren.  Wir  verweilen  aber  noch  einen  Augenblick ,  bei 
den  zuletzt  Genannten,  den  Ballen  bindern  oder  Packern,  den 
,llga(lorl'. 

Nicht  wegen  der  paar  Sonderbestimmungen,  die  sich  für  sie 
im  Capitolare  finden,  z.  B.  dass  die  Waaren  im  Fondaco  selbst 
gepackt  werden  sollten '')  und  dass  dies  unter  Aufsicht  zu  g^chehen 
habe "') :  sondern  weil  ein  günstiges  Geschick  uns  die  Matrikel 
(Mariegola)  der  Zunft  dieser  hgadori  aufbewahrt  hat,  die  bisher  nicht 
benützt  worden  ist. 

Dass  die  ,ligadori'  eine  Zunft  gebildet  haben,  ist  auch  im  Capitolare 
der  Visdomini  angedeutet,  wo  des  Vorstandes  derselben,  des  ,gastaldo', 
und  auch  der  , mariegola'  Erwähnung  gethan  wird^).  Das  Exemplar 
dieser  mariegola,  welches  ich  benützen  konnte,  befindet  sich  auf  dem 
Museo  Civico  Correr  in  Venedig  ^)  und  stammt  aus  dem  IG.  Jahrhundert. 
Die  Matrikel  enthält  einmal  Bestimmungen  allgemeiner  Art  für  die 
Genossen  der  Zunft,    ferner  Abmachungen  der  Zunft   mit  den  deut- 


c,  235  (1406) ;  über  die  monatliche  Rechnunffsablage  s.  Capit.  p.  179  c.  290 ;  p.  12 
c.  33;  p.  19  c.  53  (1279)  und  c.  54  (1282).  -  ^  s.  Capit.  p.  21  c.  59  (1281?)  und  Bd.  I 
Nr.  3  u.  20.  —  2)  s.  Capit.  (p.  221  c.  2,  1471  zum  ersten  Mal  gewählt?)  p.  234  c.  7 
(1478);  p.  236  c.  3  (1479);  p.  249  c.  14  1482  Dec.  wird  als  Nachfolger  eines  abgesetzten 
,sovrastante'  Namens  ,Zuan  de  Martin'  ein  neuer  .Aluixe  Taiapiera'  erwählt,  der 
auch  1484  Januar  (p.  251  c.  IG)  in  dieser  Stellung  erscheint;  1491  März  (p.  264 
c.  28)  ist  als  solcher  Francesco  de  Rosso  und  1492  (so  ist  p.  241  c.  12  wohl  zu 
ändern  cf.  p.  247)  Lazaro  Rifaldelli  genannt.  —  ')  s.  Capit.  p.  217  c.  1  und  2; 
p.  227  c.  12;  p.  8  c.  10  etc.  —  *)  ibid.  p.  41  c.  113.  -  =*)  cf.  Bd.  I  Nr.  45,  65, 
73.  —  «)  Capit.  p.  2  c.  7  a.  1302.  —  ')  ibid.  p.  102  c.  211  a.  1400.  -  ')  ibid.  p.  209 
u.  210  c.  324  u.  320  a.  1487.  —  '')  Nr.  85  cf.  Bd.  I  Vorwort  S.  XIV. 


')  s.  Bd.  [  Nr.  338.  —  -)  ebda.  Nr.  322  u.  371.  -  ^)  ebda.  Nr.  .523.  — 
■•)  Capit.  p.  36  c.  103.  —  ")  s.  Bd.  I  Nr.  320;  cf.  Nr.  331,  wonach  die  Bestätigung 
der  Bruderschaft  nicht  vor  1423  erfolgte.  -   «)  cf.  Bd.  I  Nr.  320  u.  447.    Dies  war 


20  Geschichtliches^. 

sehen  Kaufleuten  ■)  und  drittens  Vereinbarungen  der  Zunft  mit  den 
Dominikanermönchen  der  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo  in  Venedig.  Wie 
das  so  üblich  war,  Hess  nämlich  die  Zunft  ^)  in  dieser  Kirche  eine  Kapelle 
(unter  dem  Namen  der  heil.  Dreifaltigkeit)  für  sich  einrichten,  worin 
eben  jene  Mönche  an  bestimmten  Tagen  ausser  zwei  gewöhnlichen 
Messen  namentlich  eine  für  die  verstorbenen  Genossen  der  Zunft 
lesen  mussten,  welche  zuerst  auf  dem  neben  der  genannten  Kirche 
befindlichen  Friedhof  der  heil.  Ursula,  später  seit  1472^)  in  jener  Ka- 
pelle selbst  in  einer  eigenen  Gruft  bestattet  wurden.  Die  Zunft 
übernahm  die  entsprechende  Ausschmückung  der  Kapelle,  die  Liefe- 
rung der  Gewänder  für  die  Geistlichen  u.  s.  w.  und  versprach  über- 
dies die  Zahlung  von  12  Dukaten  jährlich. 

Die  Uebereinkunft,  die  hierüber  am  3.  Juli  1419  getrofiPen  wurde, 
ist  nun  aber  nicht  blos  wegen  ihres  sachlichen  Inhaltes  von  Interesse, 
sondern  ganz  besonders  wegen  der  namentlich  aufgeführten  Personen, 
die  von  beiden  Seiten  als  den  Vertrag  schliessend  und  als  Zeugen 
aufgezählt  werden.  Da  finden  wir^)  unter  den  Zeugen  einen  ,Maestro 
Nicolo  Paradiso  depentor',  unter  den  Brüdern  des  Klosters  einen 
Deutschen  ,Fra  Corado'  (Todescho);  wenn  wir  aber  die  Liste  der 
Ballenbinder  betrachten,  so  werden  wir  erstaunt  sein,  darunter 
lauter  Deutsche  zu  erkennen.  Da  ist  neben  dem  Vorstand  oder 
Meister  (gastaldo)  der  Zunft  —  Peter  Fuser  (?),  dessen  Heimath  leider 
nicht  angegeben  ist  —  ein  Nikolaus  von  Laibach,  ein  Lorenz  aus 
Rodinsberg  oder  Rotenstein  (in  Steiermark?),  ein  Angelin  aus  Greifen- 
berg (in  Kärnten?),  ein  Gerhard  und  ein  Nicolaus  aus  Judenburg,  ein 
Paulus  aus  Kastelrut  (in  Tirol),  ein  Wolfard  aus  Villach,  ein  Balduin 
und  Anchi(n?  oder  Anechinus?)  aus  Köln,  ein  Heinrich  aus  Nürn- 
berg (?),  ein  Peter  aus  Trient,  ein  Martin  aus  Wels  ( ?),  ein  Angelin 
aus  Preussen,  ein  Johann  aus  Ulm,  ein  Konrad  aus  Böhmen,  ein  Konrad 
aus  Brunn  —  im  Ganzen  17  Mann.  Nachdem  es  jedoch  im  ersten 
Kapitel  der  Matrikel  ausdrücklich  heisst,  dass  die  Zunft  aus  nicht 
weniger  als  18  Genossen  bestehen  solle,  wird  man  annehmen  müssen, 
dass  der  Schreiber  einen  Namen  ausgelassen  oder  übersprungen  habe. 

Früher  war  die  Zahl  der  ligadori  eine  grössere  gewesen;  im 
Jahre  1329  (oder  1319)  wurde  sie  von  38  auf  25  herabgesetzt*),  was 
übrigens  keineswegs  auf  einen  verminderten  Geschäftsbetrieb  zurück- 
zuführen ist,  der  im  Gegentheil  damals  in  stetem  Wachsen  begriffen 
war;  und  die  nun  im  Jahre  1418  festgesetzte  Zahl^)  von  18  Genossen 
mag  wohl  als  eine  geringe  erscheinen.  Um  so  fester  schlössen  sich 
diese  zusammen :  ausdrücklich  wird  in  der  Matrikel  festgesetzt  (cap.  5), 
dass  bei  nothwendigen  Ergänzungen  in  Folge  von  Todesfall  oder  sonsti- 
gem Abgang  nur  ein  Deutscher  zum  Zunftgenossen  gewählt  werden 
dürfe '^),    der   dann  zuerst   den  Kaufleuten  des  Fondaco  behufs  ihrer 


J 


Geschichtliches.  21 

Zustimmung  vorgeschlagen  und  hierauf  von  den  Visdomini  bestätigt 
werden  solle.  Ein  Jahr  lang  sollte  der  neu  Aufgenommene  auf  Probe 
dienen,  das  erste  halbe  Jahr  ohne  jede  Remuneration,  den  Rest  des 
Jahres  mit  der  Hälfte  des  Einkommens,  das  sich  aus  den  von  den 
Kaufleuten  zu  entrichtenden  Gebühren  ergab.  —  Von  den  übrigen 
Bestimmungen  der  Matrikel  sei  hier  nur  noch  die  hervorgehoben, 
dass  sogar  das  Heirathen  des  einzelnen  Zunftgenossen  der  Billigung 
der  ganzen  Zunft  unterlag  und  Verheimlichung  der  Ehe  mit  strenger 
Strafe,  ja  sogar  mit  Ausschliessung  bedroht  war  ^). 

Was  das  Verhältniss  der  Ballenbinder  zu  den  deutschen  Kauf- 
leuten betrifft,  so  gab  es  zwar  manchmal  Differenzen  besonders  über 
jene  Gebühren ;  sonst  aber  herrschte  wohl  gutes  Einvernehmen,  und  oft 
wohl  haben  unsere  Kaufleute  bei  diesen  Landsleuten  wirksame  Unter- 
stützung gefunden.  So  lesen  wir  ^),  wie  der  Sohn  eines  solchen  Ballen- 
binders zur  Befreiung  eines  wegen  Schulden  gefangen  gesetzten  deut- 
schen Kaufmannes  wesentlich  mitwirkt.  Und  im  Jahre  1472  werden 
junge  deutsche  Lehrlinge,  die  nach  Venedig  geschickt  waren,  um  die 
italienische  Sprache  und  das  Kaufmannsgeschäft  zu  erlernen,  im  Hause 
eines  Ballenbinders  —  vielleicht  des  damaligen  Zunftvorstehers  — 
untergebracht,  da  sie  augenblicklich  „wegen  der  Zeitläufe"  bei  den 
Venetianern  nicht,  wie  sonst,  Aufnahme  gefunden^).  — 

Von  den  übrigen  Beamten  oder  Bediensteten  des  Fondaco  ver- 
dient noch  eine  besondere  Erwähnung  der  Hausmeister  ,fonticarius' 
oder  ,massarius' ,  früher  auch  wohl  gelegentlich  als  ,gastaldo'  oder 
Jtospes'  bezeichnet"^).  Es  ist  bereits  gesagt  worden'),  dass  er  den 
ankommenden  Kaufleuten  die  Waffen  abzunehmen,  die  Kammern  an- 
zuweisen und  diese  zu  vertheilen  hatte,  dass  er  für  Beschaffung  der 
Betten  und  des  dazu  nöthigen  Weisszeuges  *')  Sorge  tragen  musste 
u.  dergl.  mehr.  Die  Instandhaltung  des  Gebäudes  des  Fondaco,  die 
Schliessung  und  Ueberwachung  desselben  lag  ihm  ob  ').  Er  schlief 
denn  auch,  wenigstens  in  früherer  Zeit,  mit  seinem  Diener  oder 
Gßhülfen  im  Hause  selbst  ^) ,  und  erhielt  in  demselben  oder  hatte 
daselbst  ursprünglich  eine  eigene  Wohnung^),  die  im  oberen  Stock- 
werk des  Gebäudes  sich  befunden  zu  haben  scheint  ^^).  Später 
scheint   er   eine  Wohnung   oder   Behausung   in    der  Nähe   des   Fon- 


übrigens  wohl  auch  früher  meist  der  Fall;  cf.  Bd.  I  Nr.  788.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  601. 
—  2j  Bd.  I  Nr.  538.  -  ')  s?.  Bd.  I  Nr.  525.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  60,  509,  610.  Dass 
f<astaldo  hier  (Nr.  60)  nicht  die  sonst  spezifische  Bedeutung  eines  Orts-  oder  eines 
(iewerbevorstehers  haben  kann,  sondern  gleichbedeutend  ist  mit  massaio,  massario 
(cf.  Boerio,  Dizionario  del  dialetto  Veneziano),  geht  aus  dem  Zusammenhange  her- 
vor. —  ')  oben  S.  12  u.  ft'.  —  *)  Bd.  I  Nr.  509,  610,  an  welcher  Stelle  es  heisst, 
dass  3  Paar  Betttücher  für  jedes  Bett  bestimmt  waren.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr,  10.  — 
')  8.  Capit.  p.  39  c.  110.  —  ")  Bd.  1  Nr.  102,  342,  493.  -  ^o)  cf.  Capit.  p.  167 
c.  277  a.  1445,  wo  es  heisst,  die  abreisenden  Kaufleute  sollten,  falls  der  Haus- 
meister gerade  nicht  zugegen  sei,  die  Schlüssel  zu  ihren  Kammern  werfen  ,in 
caxa  (=  casa  Behausung)  del  dito  niasser  per  el  buxo  (Loch)  dt^  la  porta  de  la 
chaxa  del  dito  masser  la  quäl  (la  porta?  oder  la  caxa?)  e  de  sovra  (—  e  di  sopra) 
in  el  dito  fontego'. 


22  Geschichtliches. 


n 


daco  erhalten  zu  haben  ^).  —  Die  Wichtigkeit  seines  Postens ,  die 
ja  von  selbst  einleuchtet,  wird  auch  dadurch  gekennzeichnet,  dass 
die  für  ihn  gültigen  Verordnungen  in  einem  eigenen  Capitolare  zu- 
sammengestellt waren,  dessen  mehrfach  Erwähnung  gethan  wird  -). 
ohne  dass  dasselbe  bisher  freilich  zum  Vorschein  gekommen  wäre. 
Im  Jahre  1425,  als  gerade  der  Posten  erledigt  war,  dachte  die 
Regierung  einmal  daran,  denselben  einzuziehen  und  nicht  wieder  zu 
besetzen,  da  ihr  zugetragen  worden  war,  derselbe  sei  unnöthig.  Aber 
sie  überzeugte  sich  doch  sehr  bald  von  dem  Gegentheil  und  von 
der  Unrichtigkeit  der  ihr  gemachten  Mitfcheilung  ^).  Andererseits 
verlockte  der  Posten  bei  der  fortdauernden  nahen  Berührung,  in 
welche  er  den  Inhaber  mit  den  deutschen  Kaufleuten  brachte,  leicht 
zu  allerlei  Unredlichkeiten,  zu  Privatgeschäften  mit  den  Kaufleuten, 
so  strenge  sie  auch  von  der  Regierung  verpönt  waren  ^).  Und  dies 
um  so  mehr,  da  die  Besoldung,  die  der  Hausmeister  bezog,  nur  eine 
geringe  gewesen  zu  sein  scheint ''),  und  dieser  wohl  wesentlich  auf 
den  Gewinn  angewiesen  war,  der  aus  der  früher  erwähnten  Ent- 
schädigung von  Seite  der  Kaufleute  für  die  Möblirung  der  Kammern 
erzielt  werden  konnte'').  Waren  nun  einmal  gerade  weniger  Kam- 
mern vermiethet,  vielleicht  weil  die  meisten  ,per  grazia'  in  festen 
Händen  sich  befanden  (für  welche  ja  nichts  an  den  Hausmeister 
entrichtet  zu  werden  brauchte),  dann  konnte  es  wohl  leicht  vorkom- 
men, dass  die  Auslagen  für  die  beschafften  Betten  u.  s.  w.  die  Ein- 
nahmen überstiegen  und  der  Hausmeister  in  Bedrängniss  und  Noth 
gerieth.  Niemand  wird  es  ohne  Bewegung  lesen,  wie  ein  im  März 
des  Jahres  1500  neu  erwählter  Hausmeister,  Principalis  de  Spalatis, 
nicht  blos  sein  Hab  und  Gut,  sondern  auch  seine  Söhne  ver- 
pfändet, um  die  Kosten  von  300  Dukaten  für  die  Beschaffung  der 
Kammerutensilien  zu  decken  '').  Aber  die  Einnahmen  aus  den  Kam- 
mern, auf  die  er  gerechnet  und  rechnen  musste,  bleiben  aus:  er 
stellt  daher  an  die  Regierung  das  Gesuch,  dass  ihm  der  Posten 
nicht,  wie  sonst  gewöhnlich,  blos  auf  4  Jahre,  sondern  auf  Lebens- 
zeit verliehen  werde,  wie  es  auch  früher  schon  geschehen  ^),  damit 
bei  längerer  Dauer  der  Ausfall  vielleicht  gedeckt  werde.  Das  Gesuch 
wird  am  12.  Mai  1500  bewilligt,  aber  zwei  Monate  darauf  wird  be- 
richtet **),  dass  der  Mann  inzwischen  gestorben  sei  mit  Hinterlassung 
einer  Familie  von  —  einschliesslich  der  Enkelkinder  —  17  Köpfen, 
die  dem  grössten  Elend  preisgegeben  sind,  wenn  nicht  einer  der 
Söhne  an  Stelle  des  Vaters,  wenigstens  auf  kürzere  Zeit,  den  Posten 
desselben  versehen  darf,  was  ihm  denn  auch  gewährt  wird  ^^). 


')  s.  Bd.  I  Nr.  610.  -  ')  s.  Capit.  p.  40  c.  110  und  Bd.  I  Nr.  10.  — 
3)  s.  Bd.  I  Nr.  342,  344.  —  *)  ebda.  Nr.  71.  —  ^)  cf.  Bd.  I  Nr.  21,  woraus  wohl 
zu  entnehmen,  dass  1304  ein  Kandidat  den  Posten  deshalb  geradezu  ausschlug. 
-  «)  cf.  oben  S.  12  und  Bd.  I  Nr.  610.  —  ')  Bd.  I  Nr.  610  und  611.  — 
«)  Bd.  I  Nr.  509.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  611.  —  '°)  Marino  Sanuto,  der  in  seinen 
Diarii  III  p.  485  (Neue  Ausgabe)  des  Vorfalles  gedenkt,  bemerkt  dazu  freilich: 
,E  fo  mal." 


Geschichtliches.  23 

Ueberliaupt  war  die  Regierung,  wie  billig,  gegen  ihre  Beamten 
im  Ganzen  nachsichtig  und  wohlwollend.  War  beispielsweise  ein 
solcher  Hausmeister  durch  Krankheit  an  der  Ausübung  seines  Amtes 
verhindert  oder  wurde  er  wegen  der  ihm  ja  nothwendigen  Kenntniss 
der  deutschen  Sprache  zu  diplomatischen  Sendungen  verwendet,  so 
erhielt  er  gerne  Urlaub  oder  die  Erlaubniss  einen  Vertreter  zu  be- 
stellen ^).  — 

Die  wichtigste  Person  für  den  deutschen  Kaufmann  unter  den 
Bediensteten  des  Fondaco  war,  wie  das  auch  Heyd  hervorhebt,  ohne 
Zweifel  der  , Makler'  oder  , Sensal'  oder  ,Unterkäufel';  ,messeta' 
oder  ,missefa',  auch  ^sanser'  und  ,mezan'  genannt.  Denn  dieser  war 
es,  der  alle  Einkäufe  und  Verkäufe  zwischen  den  Deutschen  und  den 
Venetianern  vermitteln,  der  den  Kaufmann  deshalb  überallhin  ge- 
leiten und  allerdings  auch  auf  Befehl  der  Regierung  zur  Ueber- 
wachung  begleiten  musste  ^),  der  als  offizieller  Dolmetsch  im  gegen- 
seitigen Verkehr  fungirte.  Jede  andere  Greschäftsvermittlung  war  unter- 
sagt'). Natürlich,  dass  der  Sensal  zu  diesem  Zwecke  gleichfalls  der 
deutschen  Sprache  mächtig  sein  musste  ^) ;  erklärlich ,  dass  er  eben 
wegen  dieser  Kenntniss,  wie  der  Hausmeister  und  zwar  noch  viel  öfter 
als  dieser,  zu  Gesandtschaften  nach  Deutschland  verwendet  wurde ^). 
Doch  hat  man  zeitweilig,  z.  B.  1332,  wie  es  scheint,  allzu  häufige 
Abwesenheit  von  Seite  der  Regierung  beanstandet   und  verboten  ^). 

Es  verhielt  sich  nun  übrigens  nicht  so,  dass  der  Kaufmann 
sich  beliebig  einen  Sensal  auswählen  konnte.  Anfänglich,  z.  B.  im 
Jahre  1266''),  theilte  der  Vorstand  oder  das  Haupt  der  eine  Zunft 
(societas)  bildenden  20  Sensale  dem  Kaufmann  einen  solchen  nach 
seinem  eigenen  Ermessen  zu^).  Dann  im  Jahre  1268  ging,  wie  es 
scheint,  diese  Befugniss  auf  die  Visdomini  über^),  wurde  denselben 
aber  bald  wieder  entzogen.  Denn  schon  im  Jahre  1277^*^)  wird  als 
länger  bestehend  ein  anderer  und  zwar  folgender  Modus  erwähnt: 
Die  Namen  der  Sensale,  deren  Zahl  übrigens  im  Jahre  1314  auf 
30  erhöht  wurde  wegen  der  Zunahme  der  deutschen  Kauf leute  ^  ^), 
wurden  auf  Zettel  (tessere)  geschrieben  und  in  einer  Büchse  oder 
Urne  von  den  Visdomini  verschlossen.  Der  Kaufmann  musste  dann 
einen  Zettel  sich  herausziehen  und  derjenige  Sensal,  dessen  Name  auf 
diesem  Zettel  stand,  war  dem  Kaufmann  nun  für  die  Besorgung  seiner 
Geschäfte  zugetheilt.  Und  zwar  stand  in  der  ersten  Zeit  auf  jedem 
Zettel  nur  je  ein  Name,  später  aber  trat  hierin  eine  Aenderung  ein. 
Im  Jahre  1385  wurde  verfügt  ^^),  dass  nur  15  Zettel  (tessere)  in  jene 


»)  cf.  Bd.  I  Nr.  189,  465,  481,  493,  534.  -  ^)  cf.  Bd.  I  Nr.  56,  205  und 
öfters.  -  »)  cf.  Bd.  1  Nr.  83,  108,  116,  205,  221,  222,  224,  790,  791,  808,  810. 
-  *)  Capit.  p.  49  c.  130  a.  1346.  —  ')  cf.  Bd.  I  Nr.  95,  324,  370,  372,  373,  374, 
377,  437.  —  <*)  ebda.  Nr.  781.  —  ')  Capit.  p.  XXII.  -  «)  Nur  bei  Waaren  von  unter 
10  Dukaten  Werth  wurde  von  der  Zutheilung  eines  Sensals  abgesehen ;  s.  Capit. 
p.  122  c.  234  a.  1405.  —  ^)  ibid.  p.  XV,  wofern  die  dort  angeführte  Verordnung 
vollständig  ist.  —  '")  ibid.  p.  XVII.  —  ^^)  Bd.  I  Nr.  41.  —  '-)  cf.  Capit.  p.  94 
c.  203. 


24  Geschichtliches. 

Urne  gelegt  werden  sollten,  auf  deren  jedem  zwei  Sensale  verzeichnet 
sein  sollten.  Dabei  ist  nun  aber  unklar,  ob  etwa  der  deutsche 
Kaufmann  sich  von  den  beiden  Sensalen,  die  er  nun  mit  diesem  Zettel 
(tessera)  sich  erlooste,  nach  Belieben  einen  auswählen  durfte.  Jeden- 
falls wurde  der  eine  von  ihnen  nun  als  ,capo  di  tessera'  bezeichnet 
und  war  wohl  in  erster  Linie  ermächtigt  dem  Kaufmann  als  Be- 
gleiter, Dolmetsch  u.  s.  w.  zu  dienen;  doch  wird  ausdrücklich  hinzu- 
gesetzt, dass  die  beiden  Sensale,  welche  auf  einer  ,tessera'  sich  be- 
fanden, in  gleicher  Weise  jeden  Gewinn  miteinander  theilen  sollten. 
Im  Jahre  1431  wurde  dieser  Modus  wieder  geändert  ^) :  nun  sollten 
die  30  Sensale  auf  10  Zettel  (also  je  drei  auf  einen)  vertheilt  wer- 
den^  und  dies  wird  damit  motivirt,  „damit  die  deutschen  Kaufleute 
keinen  Schaden  leiden"  ^).  Leider  ist  mir  aber  auch  hier  unklar,  wieso 
dies  bei  dem  bisherigen  Verfahren  der  Fall  sein  konnte  und  worin 
die  Verbesserung  bei  dem  neuen  Modus  bestand.  Im  Jahre  1486 
endlich  finden  wir  verfügt^),  dass  statt  der  10  tessere  es  nunmehr 
nur  5  (mit  je  6  Namen)  geben  solle '^),  und  die  Visdomini  die  5 
,capi'  erwählen  sollten. 

Ebenso  wechselnd  wird  die  Zeit  der  Amtsdauer  der  Sensale 
angegeben.  Nach  einer  späteren  Notiz  ^)  scheint  ursprünglich  jeder 
Sensal  nur  einen  Monat  lang  diese  Stelle  bekleidet  zu  haben;  im 
Jahre  1354  aber  heisst  es**),  dass  Keiner  länger  als  drei  Monate 
Sensal  eines  deutschen  Kaufmanns  solle  sein  dürfen,  und  im  Jahre 
1389  wiederum  ^),  dass  alle  sechs  Monate  die  , tessere'  gewechselt 
werden  sollen.  Im  Jahre  1479  wird  verordnet  ^),  dass  die  10  ,capi'' 
der  tessere  nicht  mehr,  wie  bisher,  ein  Jahr  lang,  sondern  nur 
vier  Monate  hindurch  im  Amte  sein  sollen;  und  im  Jahre  1486 
erscheint^)  die  Amtsdauer  wieder  auf  drei  Monate  herabgesetzt. 

Der  Grund  zu  diesen  vielfachen  Aenderungen,  wie  zu  den  zahl- 
reichen Verordnungen  der  Regierung  überhaupt  über  die  Sensale,  die 
wir  nicht  alle  einzeln  aufführen  können,  darf  wohl  in  dem  Bestreben 
gesucht  werden,  den  vielfachen  Missbräuchen  entgegenzutreten,  welche 
mit  diesem  Amt  fast  unlöslich  verbunden  schienen.  Wie  kein  an- 
deres, bot  es  ja  Anlass  zu  Betrug  und  Unterschleif  in  jeder  Weise  und 
nach  jeder  Richtung  hin  —  sei  es,  dass  die  Sensale  für  Einheimische 
oder  für  eigene  Rechnung  mit  den  Deutschen  insgeheim  Geschäfte 
trieben  oder  dass  sie  mit  den  einheimischen  Verkäufern  oder  auch 
mit  den  deutschen  Kaufleuten  unter  einer  Decke  steckten,  unrichtige 
d.  h,  niedrigere  Waarenpreise  angaben,  um  die  Zölle  zu  erniedrigen 
u.  dergl.  mehr  ^*'). 

Nicht  blos  Ein-  und  Verkauf  der  deutschen  Kaufleute  hatten 
sie,    wie  schon  erwähnt,    zu  überwachen,    sondern   auch    beim  Ver- 


1)  cf.  Capit.  p.  145  c.  251.  —  ^)  ibid.  ,azio  che  i  marchadanti  Tedeschi 
non  possa  sostegniv  alcun  senestro  o  danno'.  —  ^)  Capit.  p.  255  c.  22  n.  3.  — 
")  cf.  Bd.  I  Nr.  607.  -  ')  Capit.  p.  247  c.  13  a.  1482.  —  ")  ibid.  p.  51  c.  131. 
—  ')  ibid.  p.  95  c.  203.  —  «)  ibid.  p.  237  c.  5.  -  »)  ibid.  p.  255  c.  22  n.  3.  — 
'»)  cf.  Bd.  I  Nr.  165,  166,  188,  260,  262,  607. 


Geschichtliches.  25 

packen  der  aus  Venedig  nach  Deutschland  zu  cxpedirenden  Waaren 
mussten  sie  zugegen  sein  ^)  und  sollten  darauf  Acht  haben,  dass  dabei 
nicht  noch  Anderes  eingeschmuggelt  werde  —  ein  ja  überaus  wich- 
tiges Geschäft,  dem  gegen  Ende  des  15.  Jahrhunderts  selbst  der 
ausserordentliche  Oberaufsichtsbeamte  des  Fondaco  beizuwohnen  ver- 
pflichtet war^).  Die  Sensale  hatten  daher  den  strengsten  Befehl,  alle 
Kaufgeschäfte,  den  Preis  der  Waaren,  den  Namen  des  Verkäufers 
auf  das  Genaueste  zu  verzeichnen  und  den  Visdomini  anzuzeigen  ^). 
Dann  erst  sollte  der  Kaufmann  seinen  Zollschein  ,sigillum'  oder  ,lit- 
tera'  oder  ,bulleta'  behufs  ungehinderter  Ausführung  seiner  Waaren 
erhalten  ^).  Da  dies  aber  öfters  von  den  Sensalen  unterlassen  wurde 
unter  dem  Vorwand,  dass  die  Kaufleute  wieder  nach  Venedig  zurück- 
kämen, dass  sie  noch  Waaren  da  gelassen  hätten  ^),  wurde  im  Jahre 
1354*^)  festgesetzt,  dass  jeder  Sensal  einem  Kaufmann  nur  auf  die 
Dauer  von  drei  Monaten  beigegeben  sein  solle  '^)  und  nach  Ablauf  der- 
selben den  Visdomini  Rechnung  abzulegen  habe  über  alle  Geschäfte 
seines  Kaufmannes.  Habe  dann  dieser  seine  Waaren  noch  nicht 
verkauft,  so  solle  ihm  ein  anderer  Sensal  auf  die  nämliche  Zeit- 
dauer von  drei  Monaten  zuertheilt  werden.  Aus  dem  Jahre  1466 
findet  sich  eine  Verfügung^),  dass  alle  Kaufgeschäfte  innerhalb  dreier 
Tage  aufgezeichnet  werden  sollten.  Später  im  Jahre  1482  ")  wurde 
verordnet,  dass  die  Sensale  Tag  für  Tag  dem  ausserordentlichen 
Oberaufsichtsbeamten  des  Fondaco  Rechnung  ablegen  sollten. 

Die  Sensale  standen  nicht  eigentlich  direkt  unter  der  Kom- 
petenz der  Visdomini ,  welche  dieselben  wohl  überwachen  und  kon- 
troUiren  sollten  i''),  sondern  unter  derjenigen  der  „Consuln  der  Kauf- 
leute"  (Consoli  dei  Mercanti),  welche  die  Kandidaten  für  dieses  Amt 
vorzuschlagen  hatten  ^  ^).  Ausserdem  hatte  aber  noch  ein  anderes  Raths- 
koUegium,  das  der  Vierzig,  die  Quarantia,  ein  gewichtiges  Wort  bei 
den  Sensalen  mit  zu  reden.  In  diesem  Kollegium  fand  nämlich 
nicht  blos  zeitweise  die  Bestätigung  der  WahP^),  sondern  seit  Alter» 
auch  die  ,prova',  die  Prüfung  statt,  welcher  die  Sensale  sich  zu 
unterziehen  hatten  und  zwar  seit  1317  zweimal  im  Jahre:  im  Juni 
und  im  Dezember  ^^)  (nach  einem  Beschluss  vom  Jahre  143 P*^)  vor  dem 
I.April  und  vor  Michaelis,  also  Ende  September).  Wer  hiebei  nicht 
bestand,  „durchfiel",  d.  h.  wem  bei  dieser  Prüfung  über  seine  Amts- 
führung Unregelmässigkeiten,  Gesetzesvernachlässigungen  etc.  nach- 
gewiesen wurden,  der  sollte  —  wenigstens  nach  dem  Beschluss 
vom  Jahre  1317^^)  —  auf  die  Dauer  von  zwei  Jahren  vom  Verkehr 


')  Capit.  p.  68  c.  1.59  a.  1299  und  1356;  p.  200  c.  316  a.  1472;  p.  219  c.  1 
n.  6  a.  1466;  p.  225  c.  7  a.  1472;  p.  231  c.  25  a.  1475.  —  =')  Capit.  p.  268  c.  32 
a.  1493.  —  »)  cf.  Bd.  I  Nr.  262.  —  '')  Capit.  p.  XIV.  —  •')  cf.  Bd.  1  Nr.  166.  — 
«)  Capit.  p.  51  c.  131.  -  ')  cf.  oben  S.  24.  -  »)  Mone,  Zeitschrift  f  d.  Gesch. 
d.  Oberrheins  V,  32.  -  »)  Capit.  p.  243  c.  3.  —  ")  Capit.  p.  XIII.  Im  Jahre  1466 
übertragen  die  Visdomini  einigen  unter  den  Sensalen  selbst  ein  gewisses  Auf- 
sichtsrecht über  die  übrigen:  s.  Capit.  p.  219  c.  5.  —  *')  cf.  Bd.  I  Nr.  248.  - 
'2)  cf.  Bd.  l  Nr.  248.  -  ")  Capit.  p.  .34'  c.  96.  —  '*)  ibid.  p.  145  c.  251 ;  cf.  Bd.  I 
Nr.  392. 


26 


Geschichtliches. 


mit  den  deutschen  Kauf  leuten  ganz  ausgeschlossen  sein  ^).  Und  das 
war  immerhin  ein  empfindlicher  Verlust^).  Denn  der  Posten  eines 
Sensals  war  in  Folge  der  Gebühren,  welche  der  Kaufmann  seinem 
Unterkäufel  zu  entrichten  hatte  ^),  ein  einträglicher. 

Dies  zeigt  sich  einmal  darin,  dass  die  Regierung  im  Jahre  1412, 
als  wegen  der  kriegerischen  Zeiten  es  an  Geld  gebrach,  auch  die 
Sensale  des  Fondaco  aufforderte  beizusteuern,  nachdem  dieselben 
durch  ihre  Fürsorge  in  den  Stand  gesetzt  seien,  mit  ihren  Familien 
anständig  zu  leben  ^).  Die  30  Sensale  erklärten  sich  daraufhin  bereit, 
einen  Beitrag  von  monatlich  50  Dukaten  zu  liefern.  Zwar  be- 
merkte die  Regierung,  indem  sie  dieses  Angebot  mit  Dank  annahm, 
ausdrücklich,  das  jener  Beitrag  nur  bis  zum  Ende  des  „gegenwär- 
tigen" Krieges  (mit  Ungarn)  erhoben  werden  solle;  allein  Venedig 
kam  eben  aus  den  Kriegen  in  der  Folgezeit  nicht  mehr  heraus. 
Und  so  lesen  wir  denn,  dass  der  Senat  der  Behörde  der  ,Governa- 
dori  delle  intrade'  die  Befugniss  erth eilte,  die  Sensale  im  Jahre  1434 
z.  B,  ^)  mit  einem  Drittel  ihres  5jährigen  Nutzens  für  den  Staat 
zu  besteuern!  Diese  Steuer  blieb  dann  auch  weiterhin  bestehen. 
Im  Jahre  1455  betrug  sie  ein  Viertel),  im  Jahre  1487  wurde  sie 
von  35  Dukaten  (wohl  monatlich)  auf  15  für  jeden  Einzelnen 
herabgesetzt^).  Einigermassen  auffallend  ist,  dass  in  der  Antwort 
der  Regierung  auf  die  Eingabe  der  Sensale  vom  Jahre  1472^),  in 
welcher  diese  um  eine  Frist  zur  Bezahlung  von  1500  restirenden 
Dukaten  nachsuchten,  anerkannt  und  zugestanden  wird,  dass  es  unter 
den  Sensalen  viele  arme  und  dürftige  gebe.  Ob  dies  eine  Folge  augen- 
blicklichen Stillstandes  der  Handelsbeziehungen  oder  Rückganges  in  der 
Frequenz  des  Fondaco  war  oder  etwa  seinen  Grund  in  einer  ungleich- 
massigen  Vertheilung  der  Geschäfte  hatte,  lässt  sich  nicht  sagen. 
Denn  dass  das  Makleramt,  wie  oben  bemerkt,  im  Allgemeinen  wenig- 
stens als  ein  einträgliches  galt,  geht  zweitens  auch  daraus  hervor, 
dass  es  wiederholt  als  Belohnung  für  besondere  Verdienste,  später 
als  reine  Pfründe  von  der  Regierung  verliehen  wurde. 

So  verfügte  der  Senat  z.  B.  im  Jahre  1439,  dass  zur  Belohnung 
der  langjährigen,  mit  grösstem  Eifer  und  unter  mancherlei  Fähr- 
lichkeiten  geleisteten,  Dienste  eines  früheren  Sensals,  Franciscus 
Brunicardi,  und  behufs  materieller  Unterstützung  desselben  sein 
22jähriger  Sohn  Antonius  als  Sensal  am  Fondaco  angestellt  und 
eventuell,  wenn  gerade  keine  Vakatur  vorhanden,  die  Zahl  der 
Sensale  um  einen  erhöht  werden  solle  ^).     Aehnliches  mag  noch  gar 


')  Dass  dies  der  ursijrüngliche  Charakter  dieser  ,prova'  war,  zeigt  recht 
deutlich  Bd.  I  Nr.  64  (cf.  Nr  323) ;  später  scheint  sie  mehr  zu  einer  Prüfung  der 
Persönlichkeit  vor  der  Wahl  geworden  zu  sein.  —  '')  cf.  Bd.  I  Nr.  324,  807. 
Uebrigens  scheint  es  bei  jenen  Prüfungen  auch  nicht  an  persönlichen  Intriguen 
gefehlt  zu  haben;  cf.  Bd.  I  Nr.  392.  -  ^)  s.  Capit.  p.  53  c.  134  a.  1363  (?);  p.  108 
c.  219  a.  1895;  p.  168  c.  264  a.  1439  und  p.  267  c.  31  a.  1491.  —  ••)  Bd.  I  Nr.  306. 
—  ^)  ebda.  Nr.  410.  —  ")  Capit.  p.  188  c.  300.  -  ')  Bd.  I  Nr.  575.  —  "")  Bd.  1 
Nr.  522.  —  9)  Bd.  T  Nr.  419:    cf.  456. 


Geschichtliches.  27 

oft  vorgekommen  sein  ^),  bei  der  Jugend  und  Unerfalirenheit  solcher 
Begnadeter  aber  Missstände  hervorgerufen  haben.  Es  scheint,  dass 
in  Folge  dessen  die  Regierung  oder,  genauer  gesagt,  einer  der  anderen 
Regierungskörper,  das  sogenannte  ,Collegio',  im  Erledigungsfalle  auch 
Anderen,  insbesondere  den  sonst  vorhandenen  Sensalen  vom  Rialto, 
erlaubte  auszuhelfen  und  die  Greschäfte  der  Sensale  des  Fondaco  zu 
versehen,  wogegen  die  Visdomini  jedoch  unter  Berufung  auf  ihr 
Kapitular  protestirten  ^).  Auch  im  Jahre  1460  erliess  der  Senat  wiederum 
eine  Verordnung,  dass  die  Geschäfte  mit  den  deutschen  Kaufleuten 
nur  der  Vermittlung  der  ordentlichen  30  Sensale  des  Fondaco  über- 
lassen bleiben  sollten  ^).  Allein  sie  scheint  nicht  allzu  viel  gefruchtet 
zu  haben  ^),  und  mehr  und  mehr  gab  dann  die  Verleihung  des  Makler- 
amtes Anlass  zu  Konflikten  zwischen  den  einzelnen  Rathskollegien 
selbst. 

Immer  häufiger  wurde  es  nämlich,  insbesondere,  wie  es  scheint, 
seit  der  Mitte  des  15.  Jahrhunderts,  dass  Sensale  sei  es  wegen 
hohen  Alters  oder  wegen  Krankheit  oder  wegen  anderweitiger  Gre- 
schäfte darum  nachsuchten  sich  einen  Stellvertreter  bestellen  zu 
dürfen,  dem  sie  wohl  eine  gewisse  Summe  oder  einen  bestimmten 
Prozentsatz  überwiesen,  während  sie  selbst  die  Haupteinkünfte  für  sich 
behielten  ^),  den  Posten  gewissermassen  in  Pacht  gaben.  Die  Regierung 
und  zwar  wieder  speziell  das  ,Collegio'  gewährte  wohl  ohne  Aus- 
nahme dergleichen  Gesuche,  indem  es  zu  solchen  Stellvertretern  theils 
Kollegen  des  Bittstellers  aus  derselben  ,tessera'  (also  solche  die  mit 
jenem  auf  einem  Zettel  gestanden)*^)  theils  überhaupt  Andere  zuliess, 
was  man  ,concessio  per  la  banca  simpliciter'  nannte.  Die  Folge 
davon  war,  dass  die  Posten  ausserordentlich  lange  in  denselben 
Händen  verblieben,  dass  nur  selten  Vakaturen  eintraten  und  dann 
wohl  eben  jene  bisherigen  Stellvertreter  ein  gewisses  Anrecht  auf 
die  freigewordene  Stelle  geltend  machten.  Nun  hatte  aber  namentlich 
der  „Rath  der  Zehn"  wiederholt  eine  solche  Maklerstelle  Leuten 
versprochen,  welche  sich  um  den  Staat  verdient  gemacht  hatten, 
oder  auch  etwa  Jemandem  auf  Ansuchen  einer  hohen  Persönlichkeit, 
der  man  damit  einen  Gefallen  erweisen  wollte,  z.  B.  1424  des  Königs 
von  Dacien  (Serbien?)  ^),  1426  und  1427  des  Herzogs  Ludwig  III.  des 

')  Dass  es  bereits  in  früherer  Zeit,  1356  z.  B.,  geschah,  s.  Bd.  I  Nr.  161, 
wo  auch  schon  auf  analoge  Fälle  hingewiesen  ist,  und  femer  Nr.  190,  811,  812, 
S16.  —  2)  cf.  Bd.  I  Nr.  455  und  Capit.  p.  143  c.  251  a.  1431,  wo  gleichfalls 
erwähnt  wird,  dass  andere  Sensale  als  die  dazu  bestimmten  ,a  quello  depu- 
tati'  sich  einmischten.  Dies  geschah  übrigens  auch  schon  früher  cf.  Capit.  p.  65 
c.  156  a.  136()  und  Bd.  I  Nr.  221 :  Unterhändler,  der  deutschen  Sprache  kundig, 
drängten  sich  an  den  Kaufmann  heran  und  boten  ihm  ihre  Dienste  an,  welche 
billigere  Preise  ermöglichten.  -  ')  Bd.  I  Nr.  488.  -  ^)  Capit.  p.  200  c.  316 
a.  1472 ;  p.  230  c.  22  a.  1475 ;  p.  247  c.  13  a.  1482.  —  ^)  cf.  Bd.  1  Nr.  294,  295, 
420.  4:56,  453,  477-479,  489,  494,  501,  502,  507,  518,  519,  521,  526,  527,  548, 
554,  555,  556,  560,  570,  578,  811,  812,  816.  Nach  einer  Verordnung  vom  Jahre 
1479  (Capit.  p.  237  c.  5)  sollten  solche  Stellvertreter  übrigens  nicht  mehr  zum 
Amt  eines  ,capo  di  tessera'  zugelassen  werden.  —  *)  cf.  Bd.  1  Nr.  502,  555.  — 
^)  Bd.  I  Nr.  817. 


28  Geschichtliches. 

Bärtigen  von  der  Pfalz  ^),  1492  der  Königin  Katharina  Cornaro  2). 
Trat  nun  in  Folge  der  eben  geschilderten  Verhältnisse  längere  Zeit 
keine  Vakatur  ein,  so  mussten  solche  vom  Rath  der  Zehn  Begnadete 
oft  sehr  lange  warten.  Deshalb  verfügte  derselbe  im  Jahre  1503^), 
dass  die  augenblicklichen  Sensale  nicht  (wie  bisher)  auf  ihre  Posten 
sollten  verzichten  oder  dieselben  sollten  verpachten  dürfen,  d.  h.  also 
dass  sie  keinen  Vertreter  für  sich  sollten  bestellen  können,  sondern 
dass  sie  im  Verhinderungsfalle  ganz  zurücktreten  müssten,  damit 
Raum  würde  für  jene  von  dem  Rath  der  Zehn  mit  einer  Sensal- 
stelle  Begnadeten;  und  der  Senat  erliess  auch  seinerseits,  wohl  auf 
Anregung  des  Rathes  der  Zehn,  ein  dahingehendes  Verbot  *).  Als  aber 
die  Visdomini  diesem  Beschlüsse  des  Senats  keine  Rechnung  tragen 
wollten  und  jene  Wahlen  ,per  banca'  für  gültig  erklärten,  rausste 
das  Collegio  diesen  Entscheid  der  Visdomini  umstossen,  eine  derartige 
Wahl  ,per  banca'  kassiren,  damit  die  Zehn  einen  Mann  ihres  Herzens 
unterbringen  konnten,  der  diesmal  ein  Dragoman  in  Konstantinopel 
war*).  Dass  diese  Verhältnisse  übrigens  zu  mancherlei  Uebelständen 
bei  den  Sensalen  überhaupt  führten,  ist  einleuchtend  und  wird  offen 
in  einer  Verordnung  vom  Jahre  1482  ^)  ausgesprochen. 

Häufig  wurde  mit  einer  solchen  Sansarie  —  und  das  verleiht  diesem 
Amte  noch  ein  besonderes  Interesse  —  hervorragende  Künstler,  ins- 
besondere Maler  bedacht.  So  erhielten  Gentile  und  sein  Bruder  Giovanni 
Bellini,  sowie  auch  später  Tizian  nach  längerem  Warten '')  den  Posten 
eines  Sensals  des  Fondaco  und  zwar  auf  Lebenszeit.  Sie  hatten  da- 
gegen die  Verpflichtung,  das  Portrait  des  neugewählten  Dogen  für 
den  Dogenpalast  zu  malen,  wofür  sie  nur  eine  geringe  Entschä- 
digung von  25  Dukaten  erhielten.  Das  Einkommen,  das  mit  einer 
solchen  Sansarie  verbunden  war,  schätzen  Crowe  und  Cavalcaselle 
auf  100  Dukaten  jährlich*),  während  Thausing  von  300  Scudi  (Gold- 
dukaten) spricht.  Jedenfalls  war  es  gross  genug,  dass  jene  daraus 
wieder  einen  Stellvertreter  bezahlen  konnten,  der  für  sie  die  eigent- 
lichen Maklergeschäfte  mit  den  Deutschen  besorgte  (wozu  sie  selbst 
ja  kaum  im  Stande  waren)  —  vorausgesetzt,  dass  dies  zu  jener  Zeit 
überhaupt  mehr  nöthig  war  und  so  verliehene  Sansarien  nicht  von 
der  Regierung  selbst  geradezu  als  reine  Pfründen  oder  Sinekuren 
angesehen  wurden.  — 

So  umgab  ein  Heer  von  Beamten  und  Bediensteten  den  deutschen 
Kaufmann  in  Venedig  von  dem  Augenblick  an,  wo  er  mit  einer  vene- 
tianischen  Barke  vom  Festland  nach  der  Lagunenstadt  übergesetzt 
wurde,  bis  zum  Moment  seiner  Rückreise  sozusagen  auf  Schritt  und 


1)  Bd.  I  Nr.  818,  819.  -   ^)  ebda.  Nr.  589,   cf.  576.  —  ^)  ebda.   Nr.  620. 

-  '')  ebda.  Nr.  625.  -  '')  ebda.  Nr.  626  und  623.  —  ")  Capit.  p.  247  c.  13.  — 
'j  s.  darüber  Giamb.  Lorenz! ,  Monumenti  per  servire  alla  storia  del  Palazzo 
Ducal  di  Venezia  p.  85  Nr.  188;  p.  88  Nr.  192;  p.  91  Nr.  195;  ferner  Crowe  imd 
Cavalcaselle,  Titian  tom.  I  p.  82  und  153  ff.  und  Thausing,  Dürer  (1.  Aufl.)  p.  266. 

—  ^)  Lübke,  Geschichte  der  italienischen  Malerei  Bd.  11  S.  609  auf  120  Dukaten. 


Geschichtliches.  29 

Tritt.  Kaum  im  Fondaco  angelangt,  musste  er,  wie  wir  gesehen,  des 
einzigen  Schutzes,  den  er  besass,  der  Waffen  sich  begeben.  Dann 
musste  er  sogleich  und  ohne  Verzug  ^)  Alles ,  was  er  an  Geld  und 
Geldeswerth  mitgebracht,  den  Beamten  vorzeigen,  damit  dieselben  Alles 
fein  säuberlich  aufschrieben  und  theils  sofort  (von  dem  eingeführten 
gemünzten  oder  ungemünzten  Baargeld)  theils  hernach  (von  den  ver- 
kauften Waaren)  die  vorgeschriebenen  Zölle  erheben  konnten.  Ein- 
und  Verkauf,  Ein-  und  Auspacken,  der  Aufenthalt  im  Fondaco  selbst: 
Alles  unterlag  der  schärfsten  Kontrolle  von  Seite  der  venetianischen 
Behörden. 

Eine  solche  Oberaufsicht  erscheint  nicht  nur  uns  heutzutage 
unerträglich,  wir  wissen  auch  und  haben  es  schon  betont,  dass  die 
deutschen  Kaufleute,  speziell  die  Nürnberger,  am  Anfang  des  14.  Jahr- 
hunderts sich  darüber  beklagten^).  Freilich  ohne  Erfolg.  Denn  davon 
ist  die  venetianische  Regierung  während  des  ganzen  Mittelalters  nicht 
abgegangen.  Uebrigens  findet  sich  Aehnliches  auch  anderswo.  Audi 
in  Florenz  beispielsweise  finden  wir^)  „jenes  Institut  beeidigter  Sen- 
sale, ohne  deren  Mitwirkung  Handelsgeschäfte  weder  rechtlich  gültig 
noch  überhaupt  zulässig  waren"  und  verschiedene  andere  Massnahmen, 
in  denen  der  nämliche  bevormundende  Geist  der  Regierung  sich  offen- 
bart, wie  er,  nur  freilich  stärker  und  entschiedener  ausgeprägt,  in 
Venedig  zu  Tage  tritt.  Dies  darf  aber  nicht  Wunder  nehmen,  denn  es 
hängt  auf's  Innigste  zusammen  mit  der  Handelspolitik  und 
dem  Charakter  des  venetianischen  Staatswesens  überhaupt. 

Es  ist  oft  genug  schon  betont  worden  ^),  dass  hier  in  Venedig 
„die  Regierung  selbst  den  Handel  unmittelbar  in  die  Hand  nehmen", 
der  „alleinige  Regulator"  desselben  sein  musste,  wenn  sie  den  leiten- 
den Grundgedanken  ihrer  Handelspolitik:  „den  gesammten  Waaren- 
zug  zwischen  Morgen-  und  Abendland  sich  zu  ausschliesslicher  Be- 
nützung zu  monopolisiren",  verwirklicht  sehen  wollte.  Wenn  nun 
aber  die  Regierung  ihren  eigenen  Unterthanen  gegenüber  auf  diesem 
(wie  ja  noch  auf  so  manchem  anderen)  Gebiete  die  genaueste, 
bis  aufs  kleinste  Detail  sich  erstreckende  Oberaufsicht  und  Bevor- 
mundung ausübte  —  um  wie  viel  mehr  musste  sie  sich  dazu  veranlasst 
fühlen  im  Verkehr  mit  den  fremden ,  den  deutschen  Kauf leuten,  wo 
es  sich  noch  um  wichtige  fiskalische  Interessen  handelte,  die  in 
hervorragender  Weise  mit  diesem  Verkehr  verbunden  waren  und 
daher  auch  massgebend  für  die  Verwaltung  des  Fondaco  sein  muss- 
ten !  Denn  die  Bedeutung  des  Fondaco  für  Venedig  lag  nicht  nur 
darin,  dass  er  ein  willkommenes  Absatzgebiet  für  die  von  den 
Venetianera  selbst   aus    dem  Orient   eingeführten  Produkte   und  für 

>)  cf.  Bd.  I  Nr.  50,  68,  69,  82,  85,  86,  115,  783,  789  (791),  793,  804,  805. 
—  ^)  8.  Flegler,  die  Beziehungen  Nürnbergs  zu  Venedig  im  ,Anz.  für  Kunde 
der  deutschen  Vorzeit'  1860  Nr.  10  S.  329  if.;  cf.  oben  S.  12.  —  ^)  s.  Pöhlmann, 
die  Wirthschaftspoiitik  der  Florentiner  Renaissance  und  das  Prinzip  der  Ver- 
kehrsfreiheit. Leipzig  (in  den  Preisschriften  der  Jablonowski'schen  Gesellschaft) 
1878,  S.  92.  —  '■")  cf.  Scherer,  Allg.  Geschichte  des  Welthandels  Bd.  I  S.  312  ft". 


30  Greschichtliches. 

die  Erzeugnisse  des  heimischen  Gewerbfleisses  war,  sondern  vielleicht 
in  noch  höherem  Grade  in  seiner  Eigenschaft  als  Zollinstitut.  Jene 
hätten  ja  die  Venetianer  zur  Noth  selbst  zu  Wasser  oder  zu  Land 
weiter  nach  Deutschland  führen  können;  allein  die  Gebühren,  Ab- 
gaben und  Zölle,  welche  die  Deutschen  im  Fondaco  zahlen  mussten, 
wären  damit  dem  Staatsschatze  entgangen  und  sie  bildeten  geradezu  .^ 
eine  Haupteinahmequelle  für  den  Staat.  ,Principalissimus  nervus'  .|H 
werden  die  ,dacii',  die  Zölle,  geradezu  gelegentlich  genannt.  Damit 
sie  nun  aber  in  der  gewünschten  Weise  und  wirklich  ganz  und  voll 
eingiengen,  war  die  strengste  Ueberwachung  des  ganzen  Geschäfts- 
betriebes der  Deutschen,  die  genaueste  Aufzeichnung  des  gesammten 
Waarenumsatzes  und  auf  Grund  derselben  die  sofortige  strikteste 
Eintreibung  aller  Gefälle  nothwendig  eine  Hauptaufgabe  der  Be- 
amten und  Bediensteten  des  Fondaco. 

Von  diesem  Gesichtspunkte  aus  ist  auch  jene,  schon  oben  ^)  be- 
rührte Zwangsverordnung  zu  betrachten,  dass  (während  des  Mittelalters) 
alle  deutschen  Kauf  leute  im  Fondaco  absteigen  mussten,  dass  kein 
Venetianer  einen  Deutschen  oder  dessen  Waaren  bei  sich  in  seiner 
Wohnung  oder  in  seinem  Magazin  aufnehmen  durfte  —  Verordnungen, 
die  unter  Androhung  schwerer  Strafen  —  Ausschliessung  vom 
„Grossen  Rathe"  für  den  „Nobile"  auf  5  Jahre,  vom  Handel  für  j 
den  „Populären"  auf  die  gleiche  Dauer ''^)  —  öfters  wiederholt  wurden,  iH 
wiederholt  werden  mussten  ^).  Denn  immer  wieder  reizten  die  Vor- 
theile,  welche  Käufer  wie  Verkäufer  aus  der  Umgehung  des  Fondaco 
zogen,  zum  Versuche,  die  bestehenden  Vorschriften  zu  übertreten. 
Brauchte  der  Kaufmann  keine  Zölle  im  Fondaco  zu  entrichten,  so 
konnte  er  ja  seine  Waaren  dem  venetianischen  Käufer  eben  auch 
um  vieles  billiger  überlassen. 

Dem  nämlichen  Zwecke  der  besseren  Ueberwachung  ent- 
sprang die  Vorschrift,  dass  der  Geschäftsverkehr  oder  genauer  der 
Verkauf  von  Seite  der  Deutschen  auf  den  Fondaco  beschränkt  bleiben 
sollte.  „Damit  die  Zölle,"  wie  die  Regierung  selbst  einmal  bemerkt, 
„nicht  unterschlagen  würden,"'^)  sollten  die  Deutschen  ihre  Waaren 
nicht  ausserhalb  des  Fondaco  feilhalten  dürfen  ^)  oder  höchstens,  wenn 
es  die  Beschränktheit  des  Raumes  im  alten  Gebäude  dringend  erfor- 
derte, zeitweise  unter  Oberaufsicht  der  Beamten  in  einem  hiezu  von  der 
Regierung  angewiesenen,  in  der  Nähe  befindlichen  Lokale  **).  Nur  jenen 
kleinen  Kaufleuten  oder  Krämern,  denen  der  Aufenthalt  im  Fondaco 
zu  theuer  zu  stehen  käme,  sollten  die  Visdomini  verstatten  dürfen, 
mit  ihrem  Waarentand  in  der  Stadt  selbst  hausiren  zu  gehen ''). 

Strengstens  war  ferner  jeder  Verkehr  mit  den  deutschen  Kauf- 
leuten —  sowohl  in  dem  Fondaco  als  ausserhalb  desselben  —  den  Frem- 


« 

4 


1)  S.  8  und  U.  -  2)  Mone,  Zeitschr.  V,  22  (a.  1374).  —  ')  cf.  Bd.  I 
Nr.  40,  105,  228,  232.  —  *)  Capit.  p.  223  c.  no.  2  a.  1475  ,aziö  non  sia  defraudä 
i  dacii  nostri'.  —  »)  ibid.  1.  c.  u.  p.  193  c.  304  a.  1458.  -  «)  cf.  Bd.  I  Nr.  212, 
281.  -   ')  Capit.  p.  98  c.  207  a.  1385  (?). 


Geschichtliches.  31 

den,  Nicht- Veuetianern  und  Nicht-Kauf  leuten,  selbst  wenn  sie  Deutsche 
waren,  verboten^)  —  übrigens,  wie  auch  Heyd^)  bemerkt,  „eine  im 
Mittelalter  bekanntlich  sehr  häufige  Verordnung".  Der  gesammte 
Nutzen  sollte  eben  den  Einheimischen,  den  Bürgern  der  Stadt,  zu 
Gute  kommen,  wie  das  die  Regierung  selbst  auch  gelegentlich  ganz 
unverhohlen  ausgesprochen  hat^). 

Wenn  es  dann  hinwiederum  den  Venetianern  selbst  untersagt 
war,  ausserhalb  der  Stadt  mit  den  Deutschen  zu  verkehren,  in  Padua 
oder  Treviso  von  ihnen  Waaren  zu  kaufen  ^),  so  erkennt  man  un- 
schwer, dass  dieses  Verbot  von  jenen  fiskalischen  Interessen 
diktirt  war,  von  denen  ich  vorhin  gesprochen.  Besonders  deutlich 
treten  dieselben  aber  in  jener  Verordnung  zu  Tage,  welche  bestimmte, 
dass  die  Venetianer  nicht  selbst  aktiv  als  Käufer  in  Deutschland  auf- 
treten sollten,  obschon  sie  dasselbe  auf  dem  Wege  nach  und  von 
Frankreich,  Flandern  oder  Ungarn  ja  häufig  passirten  ^).  Nur  Waffen, 
Pferde  und  Lebensmittel  sollten  dort  von  den  Venetianern  selbst  ge- 
kauft werden  dürfen  —  vermuthlich  um  von  diesen  wichtigen  Artikeln 
im  Bedürfnissfalle  rasch  genügende  Vorräthe  sammeln  zu  können  und 
hiefür  nicht  auf  Gunst  der  importirenden  Deutschen  angewiesen  zu 
sein  •").  Die  übrigen  Produkte  Deutschlands  aber  sollten  die  Deut- 
schen nur  selbst  nach  Venedig  bringen,  dafür  die  vorgeschriebenen 
Eingangszölle  zahlen,  und  dann  bei  der  Rückkehr  für  die  nach 
Deutschland  mitzunehmenden  orientalischen  und  venetianischen  Pro- 
dukte und  Waaren  wieder  die  nöthigen  Abgaben,  Ausgangszölle  u.  s.  w. 
entrichten :  den  venetianischen  Staatssäckel  somit  zweimal  füllen  helfen. 
Denn  nicht  etwa  mit  dem  haaren  Erlös  für  das  von  ihnen  Eingeführte 
sollten  die  deutschen  Kaufleute  Venedig  verlassen  dürfen,  dieser 
musste  vielmehr  dort  selbst  gleich  wieder  in  andere  dortige  Waaren 
umgesetzt  werden  ^). 

Ich  sagte:   „die  Produkte  Deutschlands"  sollten  die  Deut- 


1)  Capit.  p.  90  c.  198  a.  1384;  cf.  Bd.  I  Nr.  796,  801.  —  ^)  Eist.  Zeitschr.  1.  c. 
S.  213  Anm.  1.  —  ^)  z.  B.  1885  Capit.  p.  98  c.  206  (cf.  p.  290);  über  die  Verbote 
des  Verkehrs  mit  den  Fremden  s.  ibid.  p.  77  c.  177  (cf.  p.  288)  a.  1374;  p.  90 
c.  198  u.  199  a.  1384  und  Bd.  I  Nr.  44.  —  *)  s.  Capit.  p.  XXIV  (a.  1272) 
und  Minotto,  Docum.  etc.  II,  1  p.  82.  Im  Jahre  1305  (28.  Nov.)  scheint  dieses 
Verbot  allerdings  nur  theilweise  und  vielleicht  auch  nur  zeitweilig  aufgehoben 
worden  zu  sein,  cf.  Minotto,  Docum.  II,  1  p.  94.  1345  bestand  es  jedenfalls  wieder 
in  vollem  Umfange;  cf.  Bd.  1  Nr.  114.  —  ^)  s.  Capit.  p.  XXI  a.  1279;  p.  03 
c.  147  a.  1363;  p.  226  c.  10  a.  1475;  cf.  p.  273  c.  38  a.  1494  und  Bd.  I  Nr.  23, 
25,  26,  27,  101,  120  und  öfters.  Wenigstens  seit  der  Mitte  des  14.  Jahrhunderts 
durften  sie  dabei  keinen  Handel  mit  ihren  Waaren  treiben,  da  von  deutscher 
Seite  dagegeiuVorstellungen  erhoben  worden  waren.  Cf.  Bd.  I  Nr.  125,  171,  172. 
—  ')  Capit.  p.  63  c.  147  a.  1363.  Dass  den  Venetianern  im  Jahre  1475  der  Besuch 
der  deutschen  Messen  durch  einen  Zusatz  zum  ursprünglichen  Verbot  vom  Jahre 
1363  gestattet,  im  Jahre  1494  aber  wegen  der  deshalb  eingerissenen  Miss- 
bräuche wieder  untersagt  wurde,  hat  schon  Heyd  (a.  a.  0.  S.  214)  hervor- 
gehoben; s.  Capit.  p.  273  c.  38.  —  '')  s.  Deutsche  Reichstagsakten  Bd.  VII 
S.  361  Nr.  238  und  unten  S.  44 ;  ich  fijide  dieses  Gebot  allerdings  nicht  im 
Capitolare,  aber  der  Ausdruck  ,investire'  in  unseren  Urkunden  (Bd.  I  Nr.  188, 
236,  799,  809)  ist  dafür  eine  Bestätigung. 


32 


Geschichtliches. 


sehen  nach  Venedig  bringen  —  und  wir  werden  später  darauf  zu- 
rückzukommen haben  —  nicht  aber  andere,  beispielsweise  nicht  flan- 
drische oder  englische  Waaren.  Denn  diese  holten  die  Venetianer 
selbst  aus  jenen  Ländern:  sie  bildeten  die  Rückfracht  für  die  vene- 
tianischen  Galeeren,  die  mindestens  seit  dem  Anfang  des  14.  Jahr- 
hunderts zu  bestimmter  Zeit  alljährlich  dorthin  mit  den  Waaren  der 
Levante  kamen  ^).  Wären  diese  Galeeren  leer  zurückgefahren,  hätten 
die  Venetianer  die  flandrischen  und  englischen  Waaren  erst  von 
den  Deutschen  kaufen  müssen,  so  wäre  das  doppelter  Nachtheil 
gewesen.  Deshalb  mussten  die  Deutschen  einmal  für  dergleichen 
Waaren  höheren  Eingangszoll  zahlen;  die  Venetianer  aber,  die  von 
den  Deutschen  etwa  flandrische  und  englische  Waaren  kauften,  mussten 
den  Befehlshabern  oder  Eigenthümern  der  flandrischen  Galeeren 
geradezu  eine  entsprechende  Entschädigung  entrichten,  die  von  der 
Regierung  festgesetzt  und  nicht  durch  Privatübereinkommen  beliebig 
vermindert  werden  durfte  -). 

Dieser  Verordnung,  bei  welcher  sich  fiskalische  und  mono- 
polistische Interessen  die  Hand  reichten,  ist  eine  andere  an  die 
Seite  zu  setzen,  welche  freilich  überwiegend  monopolistischer  Natur 
war:  nämlich  die,  dass  es  den  deutschen  Kaufleuten  streng  unter- 
sagt war,  etwa  übrig  gebliebene,  nicht  verkaufte  Waaren  aus  Venedig 
nach  der  Levante  oder  sonstwohin  weiter  zu  führen^).  Dagegen  sträubte 
sich  nämlich  die  Eifersucht  der  Venetianer,  die  das  ganze  Adria- 
Meer  als  ihr  Meer,  als  ihr  Eigenthum,  den  überseeischen  Handel 
nach  dem  Orient  als  ihr  Monopol  betrachteten.  Alle  Waaren,  die 
nach  Venedig  eingeführt  wurden,  mussten  dort  auch,  um  welchen 
Preis  auch  immer,  und  sollten,  wie  es  fast  scheint*),  ursprünglich 
innerhalb  einer  bestimmten  Zeit  verkauft  werden.  Darunter  hatten 
übrigens  keineswegs  blos  die  Deutschen,  sondern  alle  Kaufleute  zu 
leiden,  weil  dies  eben  ein  Hauptgrundsatz  des  venetianischen  Monopol- 
systems war.  Wir  lesen  nicht  blos  von  jenen,  dass  sie  sich  am  Anfang 
des  14.  Jahrhunderts  über  diesen  Zwang  beschwerten^),  sondern  auch 
schon  der  bekannte  Schriftsteller  Salimbene  ergeht  sich  am  Ende 
des  13.  Jahrhunderts  hiegegen,  wie  überhaupt  gegen  den  Egoismus 
der  Venetianer,  in  bitteren  Klagen*^),  die  freilich  um  so  weniger 
fruchteten,    je   mehr   die  Republik   bei   diesem   Monopolsystem   ihre 


i 


i 


')  s.  Heyd,  Gesch.  des  Lev.-H.  II,  708  und  Fischer,  Theob.,  Beiträge  zur 
Gesch.  der  Erdkunde  und  der  Kartographie  in  Italien  im  Mittelalter  (Venedig  1886) 
S.  33  u.  ff.  -  2)  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  S.  216;  s.  Capit.  p.  134  c.  242  a.  1426;  p.  150 
c.  256  a.  1484;  p.  162  c.  274  a.  1441.  —  =')  cf.  Bd.  I  Nr.  39,  590.  -  *)  cf.  oben  S.  25 
und  unten  S.  44  —  '')  s.  Flegler  im  Anzeig.  f.  Kunde  etc.  1867  Nr.  If.  —  *)  Monum. 
histor.  ad  Provv.  Parmens.  et  Piacent,  pertinentia  tom.  III  pag.  252:  Veneti 
avari  homines  sunt  et  tenaces  et  superstitiosi  et  totum  mundum  vellent  sub- 
jugare  sibi,  si  possent;  et  rusticiter  tractant  mercatores  qui  vadunt  ad  eos  et 
care  vendendo  et  multa  passagia  in  diversis  locis  in  suo  districtu  ab  eisdem 
personis  eodem  tempore  accipiendo.  Et  si  aliquis  mercator  portat  ibi  merces 
suas  ad  vendendum,  non  potest  eas  secum  reducere,  immo  oportet  quod  vendat 
eas  ibi  velit  nolit. 


« 


Geschichtliches.  33 

Rechnung    fand,    das    allerdings    ohne    Zweifel   die   Grundlage   ihrer 
Grösse  und  ihres  Reichthums  war. 

Ebensowenig  ist  es  der  venetianischen  Regierung  zu  verdenken, 
wenn  sie  in  einzelnen  Zweigen  des  Handels  mit  den  Deutschen  einer 
ausgesprochenen  Schutzzollpolitik  huldigte,  welche  Hand  in  Hand 
ging  mit  jenem  Monopolsystem.  So  verbot  sie  z.  B.  im  Jahre  1447  ^) 
die  Einfuhr  bereits  verarbeiteten  Kupfers,  weil  dadurch  den  heimi- 
schen Kupferschmieden  und  dem  Fiskus  beträchtlicher  Schaden  zu- 
gefügt wurde,  während  Kupfer  als  Rohmaterial  stets  ein  sehr  willkom- 
mener Einfuhrartikel  war.  Ebendahin  gehört  es,  wenn  den  Deutschen 
der  Detailverkauf  von  Tuch  „im  Ausschnitt"  untersagt  war,  das  viel- 
mehr im  Interesse  der  heimischen  Tuchhändler  nur  im  ganzen  Stück 
sollte  verkauft  werden  dürfen^);  oder  wenn  die  Regierung  die  Aus- 
fuhr von  gereinigter  Baumwolle  pfundweise  und  von  Baumwollen- 
garn untersagte,  da  daraus  in  Deutschland  Baumwollzeuge  gefertigt 
und  mit  dem  (Fabrik-)  Zeichen  venetianischer  Barchentweber  ver- 
sehen würden,  während  sie  viel  schlechter  seien,  als  die  in  Venedig 
hergestellten  ^). 

Es  wäre  nun  aber  sehr  irrig  zu  glauben,  dass  die  venetianische 
Regierung  in  unbeugsamer  Starrheit  immer  ausschliesslich  nur  von 
diesen  Prinzipien  sich  habe  leiten  lassen,  dass  sie  nicht  auch  an- 
deren Erwägungen  Raum  gegeben.     Im  Gegentheil. 

Was  Pöhlmann  hauptsächlich  für  Florenz  und  für  einen 
kleineren  Zeitraum,  für  das  ausgehende  Mittelalter  oder  für  die 
beginnende  Renaissance,  nachgewiesen*),  dass  es  „schwer  sei,  für  die 
allgemeine  Haltung  der  Wirthschaftspolitik  jener  Zeit  eine  be- 
stimmte Formel  zu  finden":  das  gilt  in  noch  viel  weiterem  Umfange 
für  Venedig.  „Eine  unzählige  Menge  von  Verordnungen,"  bemerkt 
schon  Scherer  in  seiner  Geschichte  des  Welthandels  ^)  sehr  richtig, 
„bestimmen  den  Venetianer  Handel  je  nach  Einsicht  und 
Bedürfniss  der  Zeit."  Denn  es  war  —  so  gibt  G.  M.  Thomas 
diesem  Gedanken  weiter  treffend  Ausdruck^)  —  „es  war  entschie- 
dener Grundsatz  der  venetianischen  Handelspolitik,  alle  Bestimmungen 
und  Abmachungen,  alle  Massnahmen  nur  auf  Zeit,  gleichsam  auf 
Probe  des  Erfolges  zu  treffen,  mit  der  vorschauenden  Absicht,  ent- 
weder zu  bestätigen,  was  frommte,  oder  abzuändern,  was  nöthig 
schien '),  so  dass  dem  Staatsschatze  die  ausreichende  Fülle  von  Geld 
zuströmte,  der  Bürger  und  gemeine  Mann  seine  Nahrung  hatte,  und 
dabei  zugleich  Käufer  und  Verkäufer  aus  aller  Welt  gereizt  und 
angelockt  wurden ,  ihren  Markt  in  Venedig  zu  halten.  Nicht  nach 
Lehrsätzen   ^icht   nach  Aufstellungen    von  Gruppen  oder  Parteien) 

')  8.  Capit.  p.  172  c.  282;  -  ')  ibid.  p.  220  n.  9  a.  1466;  cf.  Heyd,  Bist. 
Zeitschr.  S.  213.  —  ')  ibid.  p.  73  c.  168  a.  1373  und  p.  77  c.  176.  —  ')  Wirth- 
schaftspolitik etc.  p.  136.  -  *)  Bd.  I  S.  217.  -  ^)  Zur  Quellenkunde  des  vene- 
tianischen Handels  und  Verkehres.  Abhandlgn.  d.  k.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  I.  Kl. 
Bd.  XV,  Abth.  I,  S.  190.  —  ')  s.  diesen  Grundsatz  deutlich  ausgesprochen  in 
Bd.  I  Nr.  260. 

3 


34  Geschichtliches. 


n 


erhöhte  oder  minderte  man  diese  oder  jene  Zölle;  das  Mass  der 
Zufuhr,  der  Ausfall  der  Ernten,  der  Wettlauf  im  Vorrang  gegen 
andere  Handelsbeflissene,  das  politische  Gesicht  der  Zeit  und  immer 
wieder  das  Erforderniss  des  Staates  bildeten  den  Regulator.  So 
stehen  denn,  um  es  in  der  Sprache  der  Gegenwart  auszudrücken, 
Schutzzoll  und  Freihandel  friedlich  gleichsam  neben 
einander;  es  ist  der  Zug  des  Tages,  es  ist  die  Währung  der 
Zeitlage,  welche  so  gut  die  Valuta  bestimmen  als  über  Aufschlag 
and  Abschlag  bei  Einfuhr  und  Ausfuhr  entscheiden." 

Wir   haben  schon  früher  Gelegenheit  gehabt,    auf  diese  Ver- 
änderlichkeit  der  venetianischen  Politik  hinzuweisen  ^),  die  aus  dem 
praktischen    Sinn    der   Venetianer    entsprang,    und   wollen   an      < 
dieser  Stelle  noch  einige  weitere  Belege  hiefür  beibringen.  |H 

Als  im  Jahre  1429  die  Glasindustrie  von  Murano  in  Folge  der'" 
hohen  Zölle  so  sehr  zurückging,  dass  die  Zahl  der  Werkstätten  um 
die  Hälfte  sich  verminderte,  suchte  die  Regierung  dem  darnieder- 
liegenden Gewerbe  durch  Aufhebung  aller  Ausfuhrzölle  wieder  auf- 
zuhelfen ^).  Dieser  Beschluss  wurde  vom  Senat  am  18,  April  gefasst. 
Und  am  6.  August  des  nämlichen  Jahres  sehen  Avir  den  Beschluss 
bereits  wieder  aufgehoben^),  weil  der  Ausfall,  den  die  Einnahmen 
des  Staates  hiedurch  erlitten,  mehr  als  1000  Dukaten  jährlich  be- 
trage, ohne  dass  mit  jener  Massregel  der  Industrie  selbst  gedient 
sei.  —  Salpeter,  der  bis  dahin  zollfrei  war,  wurde  im  Jahre  1383 
aus  rein  fiskalischen  Gründen  mit  einem  Ausfuhrzoll  belegt^).  —  Um 
den  Seifensiedern  die  Konkurrenz  mit  den  Ankonitanern  zu  ermög 
liehen,  wurde  im  Jahre  1391  für  die  Dauer  von  3  Jahren  ein^ 
Ausfuhrprämie  auf  Seife  gesetzt''). 

Keinem  Zweifel  kann  es  nun  aber  unterliegen,  dass  nament 
lieh  mit  Rücksicht  auf  die  deutschen  Kaufleute  und  ihnen 
zu  Liebe  derartige  Aenderungen  in  den  Verordnungen 
vorgenommen  wurden. 

Nach  einem  früheren  Beschluss  des  Grossen  Rathes  vom 
November  1277  (oder  1287?)^)  mussten  die  Deutschen  von  allem 
gemünzten  Geld,  das  sie  nach  Venedig  brachten,  ö^/o  Zoll  entrichten. 
Dieser  Beschluss  wird  im  November  des  Jahres  1332  aufgehoben, 
weil  Geldmangel  im  Lande  herrscht^),  fünf  Jahre  später  aber  (1337) 
von  Neuem  erlassen,  da  augenblicklich  genug  Geld  im  Lande ^). 
Allein  die  Deutschen  empfanden  das  als  lästigen  Druck;  der  Kaiser 
und  der  Rath  von  Nürnberg  erhoben  dagegen  Vorstellungen  und 
auf  ihre  Bitten  hin  wurde  die  Verordnung  im  Jahre  1358  wieder 
aufgehoben:  die  Deutschen  sollten  für  geprägtes  Geld  nicht  mehr 
zahlen  als  für  ungemünztes  ^) ,  auf  dessen  reichliche  Zufuhr  die 
venetianische  Regierung  immer  besonderes  Gewicht  legte.    Als  z.  B..^B 

1)  s.  oben  p.  14.  —  ^)  s.  Capit.  p.  141    c.  247.  -  ^)  ibid.  p.  142  c.  249.     .. 
—  ")  s.  Capit.  p.  86  c.  194.  -  '*)  ibid.  p.  95  c.  204.  —  «)  s.  Capit.  p.  XVII  und 
Bd.  I   Nr.  9,  91,  97.  —  ')  s.  Bd.  1   Nr.  91    und    97.    —    ')    s.  Bd.  I   Nr.  97. 
»)  H.  Capit.  p.  25  c.  72  (wo  fälschlich  1355  angegeben)  und  Bd.  I  Nr.  179. 


1 


Geschichtliches.  35 

im  Jahre  1441  die  Deutschen  wegen  des  hohen  Einfuhrzolles  nur 
wenig  Silber  mehr  einführten,  stand  die  Regierung  nicht  an,  den- 
selben herabzusetzen  ^). 

Einen  Hauptartikel  des  venetianischen  Handels  bildete  der 
Safran.  Für  100,000  Dukaten  wurde  jährlich  von  Aquila,  Apulien 
und  Süditalien  Safran  nach  Venedig  gebracht,  und  die  Deutschen 
waren  es,  welche  denselben  hauptsächlich  ausführten.  „Allein  seit 
einiger  Zeit,"  heisst  es  in  einem  interessanten  und  wichtigen  Akten- 
stück vom  November  1492  ^) ,  „haben  die  Deutschen ,  wegen  des 
hohen  Preises  des  Safrans  und  nach  Art  aller  Kaufleute  auf  ihren 
Vortheil  bedacht,  den  Weg  nach  Mailand  eingeschlagen  (wo  er 
billiger  zu  haben  ist),  ja  gehen  sogar  selbst  bis  dahin,  wo  er  wächst. 
In  Folge  dessen  ist  der  ganze  Weg  des  Safranhandels  verändert." 
Und  obgleich  bereits  im  Jahre  1479  den  Deutschen  erlaubt  worden 
war,  gegen  eine  Abgabe  von  12  Dukaten  per  Saum  (500  Pfund) 
mit  dem  Safran  Venedig  wenigstens  zu  passiren,  und  im  Jahre  1481 
und  darauf  1482  jede  Abgabe  für  den  Import  von  Safran  aufgehoben 
wurde  ^),  wollte  doch  der  Handelszug  sich  nicht  wieder  nach  Venedig 
zurücklenken  lassen,  sondern  behielt  die  Richtung  auf  Mailand  bei. 
Das  war  um  so  bedenklicher,  als  im  Anschluss  daran  sich  der  Handels- 
verkehr zwischen  Deutschland  und  Mailand  überhaupt  mehr  zu  ent- 
wickeln begann.  Die  Deutschen  brachten  „Silber  und  andere  Waaren 
mit  nach  Mailand"  —  so  heisst  es  in  jener  Urkunde  —  »und  kauften 
dort  Goldfäden  und  Seidenzeuge  in  grosser  Menge ,  die  sie  vordem 
in  Venedig  gekauft  hatten"  *).  Darauf  beschloss  die  venetianische 
Regierung  eben  im  November  1492,  den  Export  von  Safran  gänz- 
lich von  jedem  Zoll  freizugeben  und  den  Transitzoll  für  die  Deutschen 
auf  3  Dukaten  von  einem  Saum  zu  500  Pfund  herabzusetzen. 

Noch  zahlreicher  sind  dann  aber  die  Fälle,  wo  nicht  durch 
allgemeine  Verordnungen,  sondern  durch  Einzel-Erlasse  Aus- 
nahmen von  den  sonst  gültigen  gesetzlichen  Bestimmungen  zu 
Gunsten  einzelner  Deutscher  zugelassen  oder  Uebertretungen  durch 
Gewährung  von  gratiaj  wie  das  oft  in  Venedig  vorkam,  der  gesetz- 
lichen Strafe  entrückt  wurden. 

Da  sehen  wir^),  wie  (im  Jahre  1314)  einem  Deutschen  erlaubt 
wird,  Tücher  aus  Frankreich,  die  er  nach  Venedig  gebracht  und 
nicht  hat  verkaufen  können,  wieder  auszuführen,  allerdings  nicht 
nach  Deutschland.  Ein  ander  Mal  (im  Jahre  1383)  wird  einem 
Nürnberger   verstattet,    Tücher   aus   der  Lombardei   ausserhalb  des 

')  s.  Capit.  p.  164  c.  275;  ausser  anderen  Abgaben  wurden  von  100  Dukaten 
Werth  17  grossi  4  piccoli,  also  fast  ^i  °/o  erhoben,  wenn  unter  diesen  grossi  jene 
zu  verstehen,  deren  24  damals  1  Dukaten  ausmachten ;  cf.  Mone  in  der  Zeitschr. 
f.  Gesch.  d.  Oberrheins  Bd.  V  S.  2ö,  wo  statt  post  ,parvi'  oder  piccoli  zu  lesen 
und  hinter  ducatorum  ,centum'  einzusetzen  ist.  —  ^)  s.  Capit.  p.  277  c.  42.  — 
')  Nur  der  damals  allgemein  gültige  Zollsatz  von  1  %  war  bestehen  geblieben. 
—  ■*)  Ueber  die  1472  geplante  Errichtung  eines  deutschen  Fondaco  in  Mai- 
land siehe  E.  Motta  in  der  Rivista  storica  italiana  I,  262  no.  3.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  39 
und  oben  S.  32  über  das  betreffende  Gesetz. 


36  Geschichtliches. 


Fondaco  in  einem  Magazin  des  Rialto,  wo  man  sie  besser  sehen 
könne,  zum  Verkauf  auszulegen  ^).  Da  wird  einem  Deutschen  ,gratia' 
gewährt  und  die  Strafe  erlassen,  der  verurtheilt  war,  weil  er  statt  im 
Fondaco  in  einem  Gasthause  abgestiegen  war  ^).  Ebenso  einem  oder 
vielmehr  gar  manchem  Anderen ,  der  seine  Waaren  nicht  gleich 
nach  seiner  Ankunft  oder  überhaupt  gar  nicht  vorgezeigt  hatte  ^). 
Wieder  Andere  haben  es  unterlassen,  im  Verein  mit  einem  Sensal 
ihre  Einkäufe  zu  machen*):  sie  erhalten  ebenso  gratia  wie  Jene, 
welche  vergessen  haben,  ihren  gekauften  Safran  schätzen  oder  ihre 
gekauften  Waaren  vor  der  Absendung  mit  den  nöthigen  Zollscheinen 
versehen  zu  lassen  ^)  u.  s.  f.  u.  s.  f, 

Beklagten  sich  die  deutschen  Kaufleute  über  Neuerungen,  die 
ihnen  unbequem  und  nachtheilig  waren  oder  so  erschienen,  so  zeigte 
sich  die  Regierung  wiederholt  bereit,  dieselben  abzustellen,  selbst 
wenn  sie  ihr  selbst  vortheilhaft  und  nutzbringend  gewesen  waren.  So 
lesen  wir,  wie  im  Jahre  1346  der  Doge  Andrea  Dandolo  dem  Kaiser 
Ludwig  dem  Bayern  mittheilt,  dass  einige  neue  Auflagen  wieder 
abgeschafft  worden  seien,  nachdem  der  Kaiser  im  Namen  der  Reichs- 
städte darüber  Beschwerde  geführt  und  allerdings  mit  Repressalien 
gedroht  hatte  **).  —  Im  Jahre  1469  war  es  den  deutschen  Kauf  leuten 
untersagt  worden,  für  den  Transport  ihrer  Waaren,  auf  dem  Wege  von 
Venzone  und  Glemona  bis  Portogruario  und  umgekehrt,  sich  fernerhin 
neben  italienischen  auch  deutscher  Wagen  und  Pferde  zu  bedienen ''). 
Sie  beschwerten  sich  darüber,  der  Kaiser  intervenirte  und  alsbald  war 
das  alte  Herkommen  wieder  hergestellt.  —  Als  im  Jahre  1486  die  Vis- 
domini gegen  die  deutschen  Kaufleute  allzu  strenge  hinsichtlich  der 
Bezahlung  ihrer  Rückstände  vorgehen  wollten,  entschied  die  Regierung 
zu  Gunsten  der  petitionirenden  Kaufleute  mit  der  ausdrücklichen  Moti- 
virung,  dass  die  Deutschen  mit  Milde  und  Wohlwollen  zu  behandeln 
seien  und  nicht  mit  rigoroser  Strenge!  ^)  —  Ein  ander  Mal,  im  Jahre 
1502,  führten  unsere  Landsleute  Klage  über  Unbilden,  die  sie  von 
einem  der  Visdomini  hatten  erdulden  müssen,  und  über  ungebühr- 
liche Verschleppung  in  der  Zollbehandlung  ihrer  Waaren.  Ein 
scharfer,  tadelnder  Erlass  an  die  Visdomini  war  die  Antwort^).  — 
Und  ganz  ähnlich  erhielt  der  Podestä  von  Treviso  (1502)  einen 
Verweis,  weil  er  den  deutschen  Kauf  leuten  Schwierigkeiten  in  den 
Weg  legte,  welche  sich  von  der  Regierung  die  Erlaubniss  erwirkt 
hatten,  ihre  Tücher  nur  von  zwei  deutschen  Landsleuten  scheeren 
zu  lassen,    da  diese  allein  dies  in  der  richtigen  Weise  zu  thun  ver- 


hen    ^^ 


1)  Bd.  I  Nr.  247.  —  ^)  ebda.  Nr.  105.  -  ^)  ebda.  Nr.  50  und  ähnlich  Nr.  68, 
69,  82,  85,  86,  789,  793,  804.  —  ")  ebda.  Nr.  56,  74,  83.  —  ')  ebda.  Nr.  19,  46,  80, 
84,  802.  —  ®)  ebda.  Nr.  119.  Es  liegt  nahe  daran  zu  denken,  dass  die  dem  Kaiser 
vorgetragenen  Beschwerden  identisch  sind  mit  jenen,  welche  Flegler  im  ,  Anzeiger 
f.  Kunde  der  deut.  Vorzeit",  1867,  Nr.  11  veröffentlicht  hat;  cf.  Böhmer,  Acta 
imperii  t.  II  no.  818,  820.  -  ')  s.  Capit.  p.  279.  -  «)  s.  Bd.  I  Nr.  572.  —  ')  ebda. 
Nr.  618;  über  andere  Differenzen  zwischen  den  Kauf  leuten  und  den  Visdomini 
einige  Jahre  vorher  (1499);  cf.  Sanuto,  Diarii  11,  718. 


Geschichtliches.  37 

ständen^).  Kurz,  man  sieht:  „nichts  wurde  versäumt,  um  die 
Deutschen  durch  Eingehen  auf  ihre  Wünsche  und  durch 
Erleichterungen  aller  Art  bei  guter  Laune  zu  erhalten"  ^). 
Dass  dies  in  späterer  Zeit  nach  der  Entdeckung  des  Seeweges  nach 
Ostindien,  als  damit  der  verhängnissvolle  Umschwung  für  den  vene- 
tianischen  Welthandel  sich  vorbereitete,  erst  recht  geschah,  begreift 
sich  leicht  und  wird  später  noch  weiter  ausgeführt  werden. 

Freilich,  so  weit  erstreckte  sich  die  Zuneigung  und  Liebens- 
würdigkeit der  venetianischen  Regierung  gegen  die  Deutschen  nie^ 
dass  sie  denselben  etwa,  wie  dies  anderswo  im  Ausland,  z.  B.  in 
England,  der  Fall  war,  eigene  Gerichtsbarkeit  zugestanden  hätte. 
Diese  haben  die  Deutschen  in  Venedig  niemals  erlangt  und  damit 
waren  sie  ein  für  alle  Mal  zu  blossen  Gästen  herabgesetzt.  Selbst 
Streitigkeiten  privater  Natur  unter  den  im  Fondaco  verkehrenden 
Deutschen  wurden  von  den  venetianischen  Behörden  entschieden  ^).  — 

Wir  wollen  hier  noch  einige  allerdings  schon  anderweitig 
bekannte*)  Angaben  über  die  Grösse  des  Umsatzes  und  Aus- 
dehnung des  deutsch -venetianischen  Handels  anschliessen, 
die  das  wohlwollende  Verhalten  der  venetianischen  Regierung  gegen 
die  deutschen  Kaufleute  am  besten  zu  erklären  geeignet  sind.  Der 
Venetianer  Paolo  Morosini  schätzt  in  einem  vor  1472  geschriebenen 
Briefe  an  Gregor  von  Heimburg  den  von  den  deutschen  Kaufleuten 
in  Venedig  bewirkten  Umsatz  auf  eine  Million  Dukaten  jährlich. 
Der  deutsche  Pilgerfahrer  Felix  Fabri  aus  Ulm  schreibt  in  seinem 
,Evagatorium',  dass  die  Regierung  von  den  nach  Deutschland  aus- 
geführten Waaren  nicht  weniger  als  20,000  Dukaten  jährlich  an 
Zoll  einnehme.  Und  der  Kölner  Arnold  von  Harff,  der  auf  seiner 
Pilgerfahrt  nach  Jerusalem  im  Jahre  1497  im  Fondaco  verweilte, 
berichtet,  dass  nach  Aussagen  deutscher  Kaufleute  der  Fondaco  der 
Regierung  täglich  durchschnittlich  100  Dukaten  einbringe  ^).  Mit 
gutem  Grund  und  ohne  Uebertreibung  hat  daher  die  Regierung 
selbst  den  Fondaco  gelegentlich  als  „bestes  Glied  der  Stadt"  (optimo 
membro    de    questa   zita   =   citta)    bezeichnet  ^) :    er    war   ein    stets 


^)  s.  Bd.  I  Nr.  619.  —  ^)  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  S.  218  aus  Marin,  Storia 
del  commercio  dei  Veneziani  8,  152.  Scherer's  Behauptung  (Gesch.  des  Welt- 
handels I,  320),  dass  im  Allgemeinen  die  Deutschen  sehr  hart  und  rücksichtslos 
behandelt  worden  seien,  ist  damit  wohl  zur  Genüge  widerlegt ;  cf.  Nr.  105,  115, 
wo  überdies  ausdrücklich  die  Rücksicht  auf  die  Deutschen  als  Grund  verschie- 
dener Straferlässe  angegeben  wird.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  357.  —  '')  s.  Heyd,  Hist. 
Zeitschr.  S.  217.  —  *)  In  einer  kleinen  Schrift  ,Nomina  .  .  .  potestatum  Patavinae 
civitatis  1174 — 1364'  (handschriftlich  auf  der  Ambrosiana  in  Mailand)  soll  sich 
nach  Ceruti  (Archivio  Veneto  tom.  X  p.  425)  die  Notiz  finden:  ,il  doge  aveva 
ogni  mercoledi  dal  Fond.  d.  Ted.  100  zecchini  d'oro';  ich  habe  die  Schrift  auf 
der  Ambrosiana  nicht  finden  können.  —  *)  s.  Capit.  S.  166  a.  1445  c.  277. 
Dieses  Werthes  mögen  auch  die  Deutschen  sich  wohl  bewusst  gewesen  sein : 
Wir  lesen  bei  Sanuto  (Diarii  II,  719),  dass  sie  sich  einmal,  gelegentlich  eines 
Streites  mit  den  Visdomini.  im  Jahre  1499  zu  der  Aeusserung  verstiegen,  es  wäre 
traurig  um  Venedig  bestellt,  wenn  die  Deutschen  im  Fondaco  fehlten,  ,Todeschi 


38  Geschichtliches. 

gefüllter,  hochwillkommener  Reservefonds  für  die  Regierung,  aus 
dessen  Einkünften  mehr  als  einmal  auch  besondere  Ausgaben  bestritten, 
z.B.  rückständige  Besoldungen  u.dgl. m.  befriedigt  werden  konnten^). 
Die  Regierung  war  daher  auch  stets  eifrigst  darauf  bedacht,  dass 
der  Weg  nach  Venedig  für  die  deutschen  Kaufleute  frei  und  sicher 
war  trotz  etwaiger  Kriegsunruhen  benachbarter  Gegenden,  zu  deren 
Beilegung  sie  —  im  eigenen  Interesse  —  stets  das  Ihrige  zu  thun 
sich  bemühte.  „Denn  das  Ausbleiben  der  deutschen  Kaufleute 
gereicht,"  wie  sie  selbst  einmal  es  unumwunden  ausdrückte^),  „der 
Stadt,  wie  allgemein  bekannt  ist,  zu  grösstem  Nachtheil  und  Schaden: 
denn  für  die  Waaren,  die  zu  Wasser  in  grosser  Menge  eintreffen, 
gibt  es  zur  Ausführung  ausser  dem  Fondaco  nur  wenig  Wege.* 

Der  Gewinn  aber,  den  die  Deutschen  aus  diesem  Handel 
zogen,  wird  sich  ziffernmässig  zwar  schwerlich  mehr  genau  feststellen 
lassen;  denn  es  fehlt  hierüber  fast  gänzlich  an  statistischen  Angaben 
für  diese  Zeit.  Auch  unsere  Urkunden  geben  darüber  nur  ab  und 
zu  eine  Notiz.  So  lesen  wir  z.B.^),  dass  im  Jahre  1358  ein  Venetianer 
45,000  Stück  Leinwand  im  Fondaco  kaufte,  dass  1368  ein  Wiener 
18,000  Pfund  Kupfer  nach  Venedig  einführte  '^) ,  ein  Nürnberger 
1424  3000  Kaninchenfelle  aus  Venedig  erhielt^),  ein  Anderer  1426 
425  Stück  Fuchsfelle  nach  Venedig  sandte  ^),  im  Jahre  1495  die 
venetianische  Regierung  80,000  Pfund  Kupfer  von  deutschen  Kauf- 
leuten zur  Anfertigung  von  Kanonen  kaufte ''). 

Und  nur  als  ein  sehr  dürftiger  Ersatz  kann  es  betrachtet 
werden,  wenn  wir  hören,  dass  1432  Hermann  Reck  aus  Nürnberg 
mit  einer  Schuldenlast  von  25,000  Dukaten  aus  Venedig  sich  ent- 
fernte^), dass  1483  die  (Regensburger?)  Kaufleute  Limpeck  und 
Zodoler  mit  17,000  Dukaten  ^),  der  Regensburger  Kaufmann  Thomas 
Kurz  (?)  mit  6200  Dukaten  i«),  die  Frankfurter  Gesellschaft  Wolf 
Blum  &  Cie.  mit  23,000  Dukaten  i^),  1485  die  (Baseler?)  Gesell- 
schaft Hieronymus  Bilia  (Biler  oder  Viler?)  und  Gebrüder  mit 
20,000  Dukaten  ^2),  1499  die  Gebrüder  Stamler  aus  Augsburg,  die 
von  Sanuto  unter  die  bedeutendsten  Kaufleute  des  Fondaco  gerechnet 
werden,  mit  12,000  Dukaten  fallirten  ^^).  Bei  den  Fallissements  der 
venetianischen  Banken  Garzoni  und  Lippomano  waren  die  deutschen 
Kaufleute  nach  Sanuto  ^*)  mit  30,000  Dukaten  betheiligt.    Im  Jahre 

haveano  ditto  trista  questa  terra  quando  non  sarä  Todeschi  in  fontego'.  — 
1)  s.  Capit.  p.  176  c.  287  a.  1449  und  Bd.  I  Nr.  403  u.  505.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  300, 
S.  147.  -  ^)  ebda.  Nr.  168.  —  ')  ebda.  Nr.  216.  —  ■')  ebda.  Nr.  340.  -  ')  ebda. 
Nr.  346.  —  ')  ebda.  Nr.  597 ;  cf.  das  von  Baader  im  38.  Jahresbericht  des  histor. 
Ver.  in  Mittelfranken  S.  108  mitgetheilte  Verzeichniss  von  Waarenballen,  die 
1426  aus  Venedig  heimkehrenden  Nümbergern  entführt  wurden.  Leider  heisst 
es  da  aber  nur  allgemein,  dass  jeder  Ballen  so  und  so  viele  Säcke  Pfeffer  u.  s.  w. 
enthalten  habe.  —  «)  ebda.  Nr.  387.  —  »)  ebda.  Nr.  559.  -  i")  ebda.  Nr.  561.  — 
'')  ebda.  Nr.  562.  —  ^^)  ebda.  Nr.  569.  -  '^)  ebda.  Nr.  608.  Sanuto,  Diarii  II,  888: 
1499  Adi  4  Lujo :  In  questo  zorno  falite  uno  merchadante  di  fontego,  di  primi, 
chiamato  Rigo,  et  compagni  per  ducati  12  milia;  beim  ersten  Fallissement 
im  Jahre  1493  ist  die  Schuldenlast  auf  ca.  20,000  Dukaten  angegeben  (cf.  oben 
Bd.  I  Nr.  592).  -   ^*)  Diarii  II,  736. 


Geschichtliches.  39 

1510,  also  freilich  zu  einer  Zeit,  welche  diesen  Abschnitt  eigentlich 
überschreitet,  hat  ein  einziger  Breslauer  Kaufmann,  Konrad  Sauer- 
raann,  eine  Schuldforderung  von  6100  Dukaten  nach  Venedig  hin  ')  — 
um  ganz  davon  zu  schweigen,  dass  es  von  Johann  Fugger  (?)  einmal 
(zum  Jahre  1499)  heisst,  er  habe  eben  für  60,000  Dukaten  Kupfer 
in  Venedig  ^).  Das  aber  ist  eine  längst  allgemein  konstatirte,  auch 
oben  schon  ^)  berührte  Thatsache,  dass  die  ganze  Blüthe  namentlich 
der  oberdeutschen  Städte  auf  diesem  Verkehr  beruhte.  Und  dafür, 
dass  dieselben  dies  auch  frühzeitig  erkannten,  ist  der  beste  Beweis 
die  Widerspenstigkeit,  mit  der  man  an  diesem  Verkehr  selbst  gegen- 
über Verboten  der  Kaiser  festhielt*).  Und  spricht  dafür  nicht  auch  die 
Thatsache,  dass  die  Stadt  Ulm,  als  sie  einmal  1432  wegen  Waaren- 
aufhaltung  in  einen  Streit  mit  der  Republik  gerathen  war,  von  dieser 
die  Erlaubniss  für  ihre  Kaufleute  sich  erbat,  einstweilen  bis  zur  Ent- 
scheidung des  Kaisers  wieder  Handel  mit  Venedig  zu  treiben?^) 
Venedig  war  eben  damals,  wie  man  wohl  behaupten  darf,  der 
Haupthandelsplatz  der  Welt.  Und  es  galt  auch,  wie  dies  Greiff 
treffend  bemerkt*^),  damals  und  noch  lange  Zeit  hernach  geradezu  als 
„die  hohe  Schule  der  süddeutschen  Kaufleute".  „Man  musste  in 
Venedig  gewesen  sein,  wenn  man  daheim  was  gelten  wollte.  Als 
der  später  so  berühmte  Handelsherr  Jakob  Fugger,  weiland  Domherr 
zu  Herrieden  im  Bisthum  Eichstädt,  auf  Bitten  seines  kinderlosen 
Bruders  Ulrich  (1473),  schon  vorgerückt  in  Jahren,  sich  entschlossen 
hatte,  seine  Pfründe  aufzugeben  und  sich  zum  Fugger'schen  Kauf- 
handel brauchen  zu  lassen,  sehen  wir  ihn  alsbald  nach  Venedig  gehen, 
um  dort  im  Fugger'schen  Lager  seine  Lehrjahre  zu  bestehen.  Dieser 
Schule  und  einigen  darnach  zu  näherer  Erkundigung  des  Handels 
unternommenen  grösseren  Reisen  verdankte  er  den  hohen  Grad  kauf- 
männischer Bildung,  die  ihn  befähigte^  dem  damals  schon  gross- 
artigen Handel  des  Hauses  jene  Ausdehnung  zu  geben,  die  es  seit- 
dem weltberühmt  gemacht  hat."  Nach  Venedig  wird  zu  gleichem 
Zwecke  auch  der  noch  nicht  ganz  14  Jahre  alte  Lukas  Rem  im 
Jahre  1494  geschickt,  wo  er,  wie  er  selbst  erzählt^),  von  Be- 
kannten und  Freunden,  an  die  er  empfohlen  war,  zuerst  zu  einigen 
Italienern  in  die  Lehre  gethan  wird,  um  vor  Allem  sich  die  Sprache 
des   Landes    anzueignen**).     Dann    kommt    er    zu    einem   deutschen 


')  Grünhagen,  Schlesien  am  Ausgang  des  Mittelalters  in  der  „Zeitschrift 
des  Vereins  für  Geschichte  und  Alterthum  Schlesiens"  Bd.  XVIII  S.  39  aus 
Klose's  Breslau  in  den  SS.  Rer.  Silesiacarum  tom.  III  p.  137.  —  ^)  Sanuto, 
Diarii  II,  1071.  —  ')  cf.  oben  S.  5.  -  ")  cf.  unten  S.  45.  —  •••)  s.  Bd.  I  Nr.  405. 

—  •■')  Tagebuch   des   Lucas   Rem   S.  IX.  —  ')  Tagebuch   hrsg.  von  Greiff  S.  5. 

—  *)  Zu  diesem  Zwecke  gab  es  förmliche  „Sprachf ühr er",  welche  das 
Wissenswertheste  in  deutscher  und  italienischer  (venetiani scher)  Sprache  nach 
Gruppen  geordnet  bequem  und  übersichtlich  zusammengestellt  enthielten  —  ganz 
wie  heutigen  Tages.  Einen  solchen  Sprachführer,  von  einem  Nürnberger  im  Jahre 
1424  verfasst,  der  sowohl  sprachlich,  als  inhaltlich  von  hohem  Interesse  ist, 
gedenke  ich  mit  Herrn  Prof.  Brenner  aus  einer  Handschrift  der  hiesigen  k.  Hof- 
und  Staatsbibliothek  (Cod.  ital.  261)  herauszugeben. 


40  Geschichtliches. 

a Trager"  aus  Augsburg.  „Da  lernet  ich  rechnen  in  5^2  monet  gar 
aus.  Und  darnach  gieng  ich  auf  ain  schuol,  da  man  biecher  halten 
lernt.  Das  in  3  monett  aus,  schrib  Jornal  und  Schuldbuch  ^)  ..." 
„Ich  wüsste,"  setzt  Greiff  hinzu,  „aus  jener  Zeit  keinen  nur  halb- 
wegs namhaften  Augsburger  Kaufmann  zu  nennen,  der  nicht  zunächst 
dort  (in  Venedig)  seine  Studien  gemacht  hätte."  —  1488  schickte  in 
ähnlicher  Weise  Christoph  Scheurl,  der  selbst  in  Venedig  die  Hand- 
lung erlernt  hatte,  den  jungen  Hieronymus  Haller,  der  ihm  in  die 
Lehre  gegeben  war,  dorthin,  wobei  er  ihm  in  einem  „Regiment" 
wohlmeinende  Rathschläge  über  sein  Verhalten  mit  auf  den  Weg  gab, 
ihm  bescheidenes,  freundliches  Betragen,  frommen,  sittlichen  Lebens- 
wandel, emsigen  Fleiss  und  eifriges  Studium  beim  „Rechenmeister", 
scharfe  Beobachtung  alles  den  Handel  und  seine  Konjunkturen  Be- 
treffenden und  sofortige  genaue  Aufzeichnung  alles  in  Erfahrung 
Gebrachten,  Gehorsam  und  Treue  gegen  seinen  Prinzipal  u.  s.  w. 
dringend  an's  Herz  legte  ^).  —  Einen  weiteren  sprechenden  Beleg 
dafür  liefert  jenes  Dokument  vom  Jahre  1472,  dessen  wir  bereits 
einmal  Erwähnung  gethan  ^).  Wir  lesen  da,  wie  im  Fondaco  einige 
junge  Deutsche  „zarten  Alters"  weilen,  die  von  ihren  Eltern  nach 
Venedig  geschickt  seien,  um  die  italienische  (oder  venetianische) 
Sprache  und  den  ,abacus'  d.  h.  Rechnen  oder,  wie  wir  heutigen 
Tages  wohl  sagen  würden,  „die  Handlung"  zu  erlernen,  wie  dies 
von  Alters  her  zu  geschehen  pflegte.  Da  sie  „wegen  der  Zeit- 
läufe" ^)  in  den  Häusern  der  Nobili  und  Cittadini  Venedigs  nicht 
wie  sonst  Aufnahme  finden,  werden  ihrer  sechs  auf  Ansuchen  der 
Kaufleute  bei  einem  (deutschen)  Ballenbinder  (vielleicht,  wie  oben 
erwähnt,  dem  damaligen  Zunftvorstand)  untergebracht. 

„Von  Alters  her"  heisst  es  in  diesem  Dokument  und  als  Beleg 
für  die  Richtigkeit  dieses  Ausdruckes,  der  keine  blosse  Phrase  ist, 
können  wir  auf  ein  anderes  Dokument^)  hinweisen,  aus  dem  er- 
hellt, dass  bereits  im  Jahre  1308  junge  Deutsche,  die  Söhne  „trefi^- 
licher"  Kaufleute,  in  Venedig  sich  aufhielten,  um  die  Grammatik 
und  das  Rechnen,  d.  h.  um  Italienisch  und  die  „Handlung"  zu  er- 
lernen^). Aehnliches  wird  zum  Jahre  1342  berichtet).  Dass  sich 
in  Folge  solch  eifrigen  Verkehrs  auch  innigere  Beziehungen,  wahre 


*)  Technische  Ausdrücke.  „Jornal :  darinnen  wirdt  stan  alles ,  was  ich 
meins  Herrn  wegen  handel,  es  sei  Einnahmen  oder  Ausgaben,  Schulden,  Wexel 
und  haaren  Gelds  Empfahen,  Wegsenden,  auch  Kaufen  und  Verkaufen  der  Güter ; 
Schuldbuch :  darin  wirdt  stan  alles  J]innehmen  und  Ausgaben  haaren  Geldes, 
auch  alle  und  jede  Schulden  in  Debito  und  Credito"  Greiff  a.  a.  0,  S.  81.  — 
^)  s.  A.  V.  Scheurl :  „Christoph  Scheurl,  Dr.  Christoph  Scheurl's  Vater"  in  den  Mit- 
theilungen des  Vereins  für  Geschichte  der  Stadt  Nürnberg  Heft  5  S.  16.  — 
^)  s.  oben  S.  21;  cf.  Bd.  I  Nr.  525.  —  *)  ,pro  conditionibus  temporum',  womit 
vielleicht  der  Einfall  der  Türken  in  Friaul  gemeint  ist.  —  *)  s.  Bd.  I  Nr.  24; 
cf.  auch  Chroniken  der  deutschen  Städte,  Nürnberg  Bd.  II  S.  4  (Anm.  6).  — 
^)  Dieselben  hatten  Aufnahme  bei  Privaten  in  Venedig  gefunden,  was  aber, 
wie  es  scheint,  damals  verboten  war  —  im  Gegensatz  zu  später,  wie  aus  dem 
späteren,  oben  citirten  Dokument  von  1472  zu  schliessen.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  801. 


Geschichtliches.  41 

Freundschaftsverhältnisse  zwischen  Deutschen  und  Venetianern  bil- 
deten, ist  leicht  erklärlich  ^). 

Welch  besseren  Beweis  endlich  für  die  kaufmännische  Bedeu- 
tung Venedigs  in  damaliger  Zeit  könnte  es  geben,  als  die  hoch- 
interessante Thatsache,  dass  man,  wie  von  anderer  fremdländischer 
Seite,  so  auch  von  deutscher  wiederholt  und  zwar  von  verschiedenen 
Theilen  des  Reiches  aus  bei  der  venetianischen  Regierung  um  die 
Erlaubniss  nachsuchte,  in  der  venetianischen  Staatsbank  Gelder  auf 
Zinsen  zu  hinterlegen !  ^)  — 

Wir  haben  nun  aber  weiter  des  Näheren  zu  untersuchen, 
welche  Deutsche  denn  an  diesem  Handelsverkehr  mit  Venedig  be- 
theiligt waren.  Wir  thun  dies  in  einem  neuen  Abschnitte,  den  wir 
überschreiben : 

III.    Die  Benutzer  des  Fondaco. 

Dass  es  hauptsächlich  die  Städte  Oberdeutschlands  waren, 
welche  von  dem  Handel  mit  Venedig  profitirten  und  denselben  also 
auch  vorwiegend  betrieben,  ist  bereits  öfters  angedeutet  worden. 
Aber  es  ist  irrig,  wenn  Elze  sagt^),  dass  „anfänglich  blos  deutsche 
Kaufleute  aus  Oberdeutschland  zu  den  Nutzniessern  des  Fondaco" 
gehört  hätten.  Wir  finden  Kaufleute  aus  Wien,  aus  der  Schweiz, 
aus  Breslau,  aus  Lübeck,  aus  Köln  in  verhältnissmässig  früher 
Zeit  ebenfalls  in  Venedig  verkehrend  und  zwar  in  gleicher  Weise 
aus  Reichs-  wie  aus  Landesstädten. 

Es  erhebt  sich  im  Anschluss  hieran  die  Frage,  ob  hiezu,  ob 
zur  Zulassung  zum  Fondaco  es  für  den  Rath  einer  Stadt  oder  für 
den  Kaiser  oder  den  Landesherrn  nothwendig  war,  in  Venedig  aus- 
drücklich die  Einwilligung  zu  erbitten  oder  gar  darüber  förmliche 
Verträge  zu  schliessen. 

Wir  haben  nämlich  aus  dem  Jahre  1418  ein  Aktenstück,  worin 
Herzog  Ernst  von  Oesterreich  für  seine  Unterthanen  aus  Laibach 
den  Senat  um  Zulassung  zum  Fondaco  bittet,  was  ihm  auch  ge- 
währt wird.  Und  Erdmannsdörfer  hat^)  im  Hinblick  hierauf  die 
obige  Frage  bejahen  zu  müssen  geglaubt.  Hingegen  meint  Heyd^), 
dass  diese  ,  Erlaubnisseinholung "  (die  auch  vom  Rath  der  Stadt 
Laibach  unterstützt  wurde)  „wohl  aus  den  besonderen  Zeitumständen 
zu  erklären  sei,  indem  damals  zwischen  Venedig  und  dem  deutschen 
Reich  (Kaiser  Sigmund)  eine  kriegerische  Verwicklung  und  gegen- 
seitige Handelssperre  bestand".  Er  macht  auch  darauf  aufmerk- 
sam, dass  Herzog  Ernst  sich  darauf  beruft,  dass  seine  übrigen 
Unterthanen  bereits  das  nämliche  Recht  besässen.  Aber  gerade 
dieser  Hinweis    scheint   mir  doch   gegen  Heyd  zu  sprechen.     Denn 


')  Ein  hübsches  Beispiel  hiefür  s.  Bd.  I  Nr.  205.  -  ^)  ebda.  Nr.  297,  329, 
414,  424.  —  ')  Ausland  1870  Nr.  27.  —  ■•)  De  commercio  etc.  p.  45.  —  ^)  Hist. 
Zeitschr.  1.  c.  S.  200. 


42  Geschichtliches. 

sollte  das  Gesuch  den  Zweck  haben,  die  Handelssperre  zu  Gunsten 
der  Unterthanen  des  Herzogs  Ernst  zu  beseitigen,  dann  würde  das 
Gesuch  doch  wohl  für  dieselben  alle,  nicht  blos  für  die  Bürger  der 
einen  Stadt  gestellt  worden  sein.  Vielleicht  haben  die  Kaufleute  von 
Laibach  doch  erst  damals  begonnen  mit  Venedig  in  direkte  Handels- 
verbindung zu  treten,  und  wurde  deshalb  das  Gesuch  um  Zulassung 
zum  Fondaco  gestellt  ^).  Wir  haben  allerdings  aus  früherer  Zeit  für 
andere  Städte  keine  ähnlichen  Zeugnisse  (vielleicht  übrigens  nur 
deshalb ,  weil  wir  bei  keiner  vorerst  ganz  genau  den  Zeitpunkt 
anzugeben  im  Stande  sind,  wo  sie  zuerst  in  Handelsbeziehungen 
mit  Venedig  traten);  aber  doch  einige  aus  der  späteren  Zeit.  1381 
wird  den  Kaufleuten  des  Fürsten  Heinrich  von  Liechtenstein  — 
offenbar  auf  eine  von  diesem  dahin  gerichtete  Anfrage  —  der  Ver- 
kehr in  Venedig  zugestanden  ^).  Im  Jahre  1427  wird  das  nämliche 
Verlangen,  wie  für  die  Laibacher,  nun  für  die  Unterthanen  des 
Herzogs  von  Savoyen  gestellt  ^) ,  und  da  dürfte  kaum  eine  voraus- 
gegangene Handelssperre  die  Veranlassung  gewesen  sein. 

Etwas  mehr  Beispiele  haben  wir  dann  dafür,  dass  der  Rath 
einer  Stadt  oder  auch  der  Kaiser^)  oder  der  Landesfürst ^)  in  ein- 
zelnen Fällen,  wo  es  sich  um  Uebertragung  des  Benützungsrechtes 
einer  freigewordenen  Kammer  auf  einen  neuen  Bewerber  oder  um 
Verlängerung  des  Benützungsrechtes  handelte,  das  Gesuch  desselben 
durch  eigene  Schreiben  unterstützte '').  Und  es  ist  nur  zu  bedauern, 
dass  deren  nicht  mehr  auf  uns  gekommen  sind.  Denn  sie  wären 
ein  wesentliches  Hülfsmittel  für  die  Erkenntniss,  welche  Städte  bei 
dem  venetianischen  Handel  betheiligt  waren. 

Das  Capitolare  gibt  darüber  ja  fast  gar  keinen  Aufschluss: 
kaum  dass  ein  paar  Städte  wie  Nürnberg,  Villach,  Laibach,  Biberach 
ein-  oder  zweimal  erwähnt  werden.  „Es  ist  auch  wirklich,"  sagt 
Heyd  mit  Recht  ^),  „an  einem  Orte,  wo  es  sich  in  der  Hauptsache 
um  Instruktionen  für  die  venetianischen  Beamten  am  Fondaco  han- 
delt, nicht  viel  in  dieser  Richtung  zu  suchen."  Wenn  er  aber  hin- 
zufügt, dass  hier  deutsche  Quellen  in  die  Lücken  treten  müssten, 
so  ist  nur  leider  wiederholt  zu  bemerken,  dass  dieselben  für  die 
älteste  Zeit  uns  gar  sehr  im  Stich  lassen.  Kaum  ein  Archiv  der 
hier  in  Frage  kommenden  Städte  reicht  ja,  wie  ich  schon  in  dem 
Vorwort®)  angedeutet,  in  seinen  Beständen  weit  über  den  Anfang 
des  15.  oder    über    den  Schluss   des    14.  Jahrhunderts   zurück.     Es 


% 


^)  Herzog  Albrecht  III.  erlaubt  zwar  schon  am  9.  November  1389  den 
Laibachern,  dass  sie  mit  Venedigischer  hab  und  all  Kauffmannschafft  arbeiten 
und  die  gefueren  mugen  her  gegen  Wien  und  in  all  ander  unser  Stett  und 
Markht  .  .  .  (Archiv  für  Landesgeschichte  des  Herzogthums  Krain  Bd.  II  S.  247; 
s.  Dimitz,  Geschichte  Krains  Th.  I  S.  254),  aber  vielleicht  erhielten  die  Laibacher 
diese  Waaren  damals  erst  aus  zweiter  Hand.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  244;  allerdings 
ist  zu  erwähnen,  dass  kurz  vorher  die  Republik  mit  dem  Herzog  von  Oesterreich, 
dem  „Herrn"    des  Heinrich   von  Liechtenstein,   im  Krieg   sich   befunden   hatte. 

—  ')  s.  Capit.  p.  137  c.  248.  —  ')  s.  Bd.  X  Nr.  513,  582.  -  ^)  ebda.  Nr.  557,  582. 

-  «)  ebda.  Nr.  851,  361-363,  470.   —    ')  Hist.  Zeitschr.  S.  203.   —   «)  S.  VÜI. 


Geschichtliches.  43 

ist  daher  um  so  erfreulicher,  dass  gerade  hier  wenigstens  für  das 
14.  Jahrhundert  die  venetianischen  Quellen  einigermassen  als  Er- 
gänzung dienen  können.  Freilich  sind,  wie  im  Vorwort  gleichfalls 
gezeigt  worden,  leider  auch  hier  nicht  alle  ßegisterbände  der  ver- 
schiedenen Rathskollegien  mehr  erhalten.  Ueberhaupt  scheint  es 
fast,  dass  keineswegs  regelmässig  alle  Schreiben  der  venetianischen 
Regierung  in  dergleichen  Angelegenheiten  in  den  verschiedenen 
Protokollbänden  u.  s,  w.  verzeichnet  wurden.  Wir  haben  wenigstens 
Kenntniss  von  verschiedenen  Schriftstücken,  von  denen  ich  vergeb- 
lich eine  Notiz  in    den  erhaltenen  Akten   zu  Venedig  gesucht  habe. 

Eine  vollständige  Statistik  der  Städte  und  ihrer  Be- 
wohner, welche  am  Handel  mit  Venedig  betheiligt  waren,  ist  übrigens 
auch  aus  dem  Grunde  nicht  möglich  und  nicht  denkbar,  weil,  wie 
Ennen  sehr  richtig  mit  spezieller  Beziehung  auf  Köln  bemerkt^), 
der  Rath  der  Stadt  „nur  dann  Veranlassung  nahm,  sich  um  die  in 
Venedig  ihrer  Geschäfte  halber  weilenden  Bürger  zu  bekümmern, 
wenn  sein  Schutz  oder  seine  Vermittlung  in  Rechts-  oder  Erb- 
schafts- (oder ,  setzen  wir  hinzu ,  in  besonderen)  Angelegenheiten 
angerufen  wurde".  Und  dasselbe  war  natürlich  erst  recht  in  Venedig 
der  Fall.  Es  ist  nur  eine  zufällige  Ausnahme,  dass  wir  aus  einigen 
wenigen  späteren  Jahren,  1508,  1647,  ein  vollständiges  Verzeichniss 
der  im  Fondaco  weilenden  deutschen  Kaufleute  besitzen,  deren 
Namen  dann  leider  theilweise  so  verstümmelt  sind,  dass  es  kaum 
möglich  ist,  ihre  deutsche  Form  und  weiter  die  Heimath  der  Träger 
derselben  zu  ermitteln.  Sonst  hören  wir  nur  immer  von  Einzelnen, 
die  bald  von  der  venetianischen  Regierung  eine  besondere  Gunst 
oder  eine  Entschädigung  u.  s.  w.  verlangten  oder  erhielten,  bald  mit 
Venetianern  in  geschäftlichen  Angelegenheiten  zu  thun  hatten,  sei 
es,  dass  sie  die  Gläubiger  und  jene  die  Schuldner  waren,  oder 
umgekehrt^). 

Am  lebhaftesten  war  der  schriftliche  Verkehr  zwischen  der 
venetianischen  Regierung  und  dem  Rathe  einer  deutschen  Stadt  etc. 
zu  jenen  Zeiten,  wenn  Kriegshändel,  Fehden  u.  dergl.  den  Handel 
hemmten  und  störten,  Beraubung  oder  „Niederlegung"  der  durch- 
ziehenden Kaufmannsgüter  auf  der  anderen  Seite  Repressalien  her- 
vorriefen. Freigebung  der  Waaren  oder  Anspruch  auf  Entschädigung 
einen  längeren  Schriften  austau  seh  veranlasste  ^).  Daran  hat  es  ja 
im  Mittelalter  nie  und  nirgends  gefehlt:  von  dieser  Seite  drohte  ja 


')  Monatsschrift  für  rheinisch  -  westfälische  Geschichtsforschung  Bd.  I 
S.  115.  —  ^)  Im  Jahre  1494  befahl  der  Rath  der  Zehn  den  Visdomini  des  Fon- 
daco, sie  sollten  in  ein  alphabetisch  geordnetes  Buch  die  Namen  der  Schuldner 
des  Fondaco  und  die  Höhe  der  Schulden  eintragen  (s.  Bd.  I  Nr.  596);  es  ist  aber 
im  Staatsarchiv  zu  Venedig  nichts  dergleichen  bisher  gefunden  worden.  — 
ä)  s.  Bd.  I  Nr.  25—30,  53,  57,  58,  88,  89,  95,  120—124,  133,  134,  148,  149, 
151,  154,  155,  182,  191,  192,  204,  206—211,  213,  215,  219,  249,  250,  257,  289, 
296,  300,  308-312,  316,  333,  339,  345.  374,  377,  379,  386,  393-399,  406,  421, 
422,  425,  438-442,  476,  517,  583. 


44 


Geschichtliches. 


dem  Kaufmann  und  seinen  Waaren  grössere  Gefahr,  als  vori 
Länge  oder  Unwirthlichkeit  des  Weges.  Noch  schlimmer,  wenn 
dergleichen  Unfug,  Beraubung,  Niederlegung  u.  s.  w.  von  oben 
herab,  von  den  Landesherren  oder  dem  Kaiser  geduldet  oder  gar 
empfohlen  und  geboten  vs^urde,  wie  das  z.  B.  bekanntlich  von  König 
Sigmund  im  15.  Jahrhundert  geschehen  ist. 

Sigmund  war  als  König  von  Ungarn  mit  der  Republik  in 
Feindschaft  gerathen.  Denn  diese  hatte  bei  den  Thronstreitigkeiten, 
welche  in  Ungarn  nach  dem  Tode  der  Königin  Maria  ausgebrochen 
waren,  den  einen  Gegner  Sigmunds,  den  König  Ladislaus  von  Neapel, 
unterstützt,  indem  sie  ihm  gegen  eine  ansehnliche  Summe  Dalmatien 
abkaufte,  das  auf  diese  Weise  wieder  unter  venetianische  Herrschaft 
kam.  Ueber  diese  Zerstückelung  seines  Reiches  war  aber  Sigmund, 
der  sich  schliesslich  als  König  von  Ungarn  behauptete,  sehr  auf- 
gebracht. Und  als  er  nun  1410  nach  dem  Tode  Kaiser  Ruperts 
dessen  Nachfolger  in  Deutschland  wurde,  gedachte  er  sich  an  der 
Republik  zu  rächen  und  suchte  ihr  auf  jede  Weise  Schaden  zuzu- 
fügen. Am  empfindlichsten  glaubte  er  sie  mit  zu  treffen,  wenn  er 
ihr  den  Handelsverkehr  mit  den  deutschen  Städten  entzog.  Schon 
1415  forderte  er  die  oberdeutschen  Reichsstädte  auf  „die  Strasse 
nach  Venedig  fürbass  nicht  zu  suchen"  ^).  Besonders  ernstlich  be- 
schäftigte er  sich  dann  in  den  Jahren  1417  und  1418  mit  diesem 
Plan,  den  deutschen  Handel  von  Venedig  abzuleiten.  „Zum  Ersatz 
dafür  verwies  er  die  Städte  einerseits  auf  den  Weg  durch  Ungarn 
nach  dem  Osten,  andererseits  empfahl  er  ihnen  fleissigere  Pflege 
der  Geschäftsverbindungen  mit  Genua  und  erwirkte  durch  einen 
Abgeordneten  aus  Konstanz  annehmbare  Bedingungen  für  den  deut- 
schen Handel  an  diesem  Platz.  Die  Genuesen  stellten  in  Aussicht 
einmal  einen  reicheren  Markt,  da  ihre  Lastschiffe  viel  mehr  fassten, 
als  die  Galeeren  der  Venetianer,  sodann  massigere  Zölle,  endlich 
freiere  Bewegung  im  Handel  und  Wandel.  Den  deutschen  Kauf- 
leuten sollte  in  Genua  kein  Anlass  gegeben  sein  zu  Beschwerden, 
wie  sie  solche  in  Venedig  mit  Recht  führten :  dass  sie  nämlich  Nachts 
in  einen  Fondaco  eingeschlossen  seien  ^);  dass  sie  die  mitgebrachten 
Waaren  in  einer  bestimmten  Zeit  (und  zu  einem  bestimmten  Preis) 
verkaufen  und  den  Erlös  wieder  in  Waaren  anlegen  müssten  (statt 
ihn  in  baarem  Geld  mit  nach  Hause  zu  nehmen)  ^) ;  dass  sie  mit 
ihrem  Geld  und  mit  ihren  Waaren  nicht  auch  die  Schiffe  besteigen 
dürften,  welche  von  dort  nach  dem  Orient  aussegeln  ^).  Gleichzeitig 
versprach  auch  der  Herzog  von  Mailand,  die  deutschen  Kaufleute, 
welche  auf  der  Reise  nach  oder  von  Genua  sein  Gebiet  passiren, 
in  Hinsicht  auf  Transitzölle  glimpflich  zu  behandeln"  ^). 


^)  Finke,  König  Sigmunds  reichsstädtische  Politik  von  1410 — 1418  (1880) 
S.  61.  —  2)  cf.  oben  S.  16.  —  ^)  cf.  oben  S.  31.  —  ')  cf.  oben  S.  32.  -  ^)  Heyd, 
Gesch.  des  Lev.-H.  Bd.  JI  S.  722  aus  den  , Deutschen  Reichstagsakten "  Bd.  VII 
S.  359 — 361,  woher  auch  die  oben  eingeklammerten  Zusätze. 


Geschichtliches.  45 

So  verlockend  diese  Anerbietungen  waren,  sie  fanden  trotzdem 
bei  den  betheiligten  Städten  wenig  Anklang.  Schon  zu  Anfang 
des  Jahres  1418  finden  wir,  dass  Ulm,  Augsburg,  Nürnberg  Schritte 
thun,  um  vom  Kaiser  die  Aufhebung  des  Handelsverbotes  mit  Venedig 
zu  erwirken  ^).  Als  dies  nichts  fruchtete,  fügte  sich  wohl  die  Mehr- 
zahl der  Städte :  Augsburg  warnt  schon  im  Februar  ^)  und  dann  im 
März  seine  Kauf  leute,  beziehungsweise  empfiehlt  ihnen  Abwicklung 
ihrer  Geschäfte  in  Venedig  u.  s.  w. ;  ebenso  dann  —  wohl  erst  nach 
den  erneuten  schärferen  Erlassen  Sigmunds  im  Juli  und  August  — 
Nürnberg.  Allein  hier  half  das  Verbot  nicht  sehr  viel.  Wir  lesen, 
dass  15  der  dortigen  Kauf  leute  wegen  Ausserachtlassung  des  Ver- 
botes um  eine  Summe  Geldes  gestraft  wurden  ^),  Und  auch  als  im 
März  1420  der  Rath  der  Stadt  allen  seinen  Bürgern,  die  „in  Kauf- 
mannschaft oder  Legerherrenweise'*)  zu  Venedig  gelegen  sein  oder 
liegen",  ernstlich  befahl,  innerhalb  14  Tagen  zurückzukehren  und 
den  Verkehr  mit  Venedig  abzubrechen,  da  vermochte  er  mit  diesem 
Gebot  nicht  durchzudringen.  Ueber  20  Bürger  wurden  in  dem 
nämlichen  Jahre  wegen  Ungehorsams  mit  dem  Thurme  bestraft; 
einige  mussten  gar  ein  halbes  Jahr  nach  Augsburg  ziehen  und  sich 
der  Handelschaft  ganz  enthalten  ^).  Der  Rath  war  aber  einsichtig 
genug,  zu  erkennen,  dass  er  sich  damit  in's  eigene  Fleisch  schnitt, 
und  bemühte  sich  nun  um  so  eifriger,  im  Bunde  mit  anderen,  gleich 
interessirten  Städten,  wie  z.  B.  Ulm,  den  Kaiser  zur  Zurücknahme 
des  lästigen  Verbotes  zu  vermögen  (1420  und  1423)  '^).  Wirklich 
kann  der  Rath  den  befreundeten  Städten  Ulm  und  Konstanz  am 
24.  November  1423'')  mittheilen,  dass  Sigmund  unter  Ausstellung 
eines  Gnadenbriefes  (wovon  Abschrift  beigelegt  wird)  „die  Strasse 
gegen  Venedig  wieder  geöffnet  und  erlaubt  hat"  —  vielleicht  aller- 
dings eben  nur  im  Gnadenwege,  ohne  Aufhebung  der  allgemeinen 
Handelssperre.  Im  Jahre  1426  wenigstens  wird  dieselbe  als  noch 
fortdauernd  erwähnt*),  und  im  März  des  folgenden  Jahres  1427 
beklagt  sich  der  Rath  von  Nürnberg  bei  Sigmund,  dass  Hans  von 
Vilibach  und  Andere  —  offenbar  auf  Grund  des  Handelsverbots  — 
aus  Venedig  zurückkehrende  Kaufleute  mit  ihren  Waaren  nieder- 
gelegt habe^),  und  sucht  im  Herbst  desselben  Jahres  1427  den 
Rath  von  Ulm  zu  einer  gemeinsamen  Vorstellung  bei  Sigmund 
zu  bewegen  10).  Endlich  1428  im  Herbst  und  1429  am  24.  Sep- 
tember  gestattet   dieser   wiederum    den  Handel   mit  Venedig  ^i)  — 


')  Deutsche  Reichstagsakten  Bd.  VII  S.  347  Nr.  232  und  S.  370  Nr.  248; 
cf.  Finke  a.  a.  0.  S.  63.  -  ')  s.  Bd.  I  Nr.  319  und  Reichstagsakten  Bd.  VII 
S.  370.  —  ^)  Roth,  Geschichte  des  Nürnbergischen  Handels  Bd.  I  S.  111.  Wenn 
Finke  S.  G3  sagt:  ^Nürnberg  scheint  das  Verbot  vorläufig  umgangen  zu  haben", 
80  ist  das  nicht  geschickt  ausgedrückt.  —  *}  Legerherre,  „der  ein  grosses 
Waarenlager  hat"  Lexer,  Mittelhochd.  Handwörterb.  I,  1859;  cf.  Reichstagsakten 
1.  c.  S.  417  Nr.  288.  -  ')  Roth  1.  c.  S.  112.  —  «)  cf.  Finke  S.  64  und  Bd.  I 
Nr.  334,  335.  —  ')  ebda.  Nr.  336.  —  ^)  Aschbach,  Geschichte  Kaiser  Sigmunds 
Bd.  III  Beil.  Nr.  8.  -  ')  s.  Bd.  I  Nr.  348.  —  ^°)  ebda.  Nr.  350.  —  ^')  ebda. 
Nr.  352  u.  359. 


46  Geschichtliches. 

um  zwei  Jahre  später ,  1431 ,  als  er  neuerdings  aus  politischen 
Gründen  mit  der  Republik  auf  gespanntem  Fuss  stand,  den  Verkehr 
wieder  zu  untersagen  ^).  Hingegen  hat  er  im  letzten  Jahre  seiner 
Regierung,  1437,  als  zwischen  der  Republik  und  dem  Patriarchen  von 
Aquileja  Streit  ausbrach  und  der  letztere  vom  Baseler  Concil  sogar 
das  Interdikt  gegen  Venedig  erwirkte,  worauf  dieses  an  den  Papst 
appellirte,  für  die  Republik  Partei  ergriffen  und  den  Handel  mit 
derselben  bis  zur  Entscheidung  des  Papstes  rückhaltlos  erlaubt^). 

So  waren  diese  kriegerischen  Verwicklungen  nicht  im  Stande 
gewesen,  die  Handelsbeziehungen  zwischen  Deutschland  und  Venedig 
auf  längere  Zeit  za  unterbrechen  oder  ganz  aufzuheben.  Für  uns 
aber  haben  sie  einen  Vortheil :  nämlich  den,  dass  wir  durch  einzelne 
kaiserliche  Erlasse  über  die  wenigstens  zeitweise  Handelsverbindung 
einiger  deutscher  Städte  mit  Venedig,  wie  z.  B.  von  Worms,  Speier, 
Mainz  im  Jahre  1418  ^),  unterrichtet  werden,  von  welcher  wir  sonst 
keine  Kunde  besitzen. 

Wir  kehren  damit  zu  der  früher  aufgeworfenen  Frage, 
welche  Städte  und  Landschaften  Deutschlands  an  diesem 
Handel  betheiligt  waren,  zurück. 

Aus  einem  werthvoUen  Dokument,  auf  welches  wir  später  noch- 
mals zurückkommen  werden,  wissen  wir,  dass  im  Jahre  1474  und 
offenbar  schon  seit  längerer  Zeit  die  im  Fondaco  weilenden  deutschen 
Kaufleute  zwei  Tafeln  (Gruppen)  bildeten,  denen  die  Leitung  der 
gemeinsamen  Angelegenheiten  zustand.  Die  eine  dieser  Tafeln  — 
der  Name  beweist,  dass  diese  Gruppirung  auf  die  Scheidung  bei  den 
Mahlzeiten  zurückzuführen  ist  —  wurde  durch  Regensburg  und  die 
Schwaben,  die  andere  durch  Nürnberg  gebildet.  Heyd  versucht 
im  Anschluss  hieran'^)  nun  folgende  Gruppirung  der  am  venetia- 
nischen  Handel  betheiligten  Städte,  die  wohl  im  Wesentlichen  richtig 
sein  dürfte. 

Der  Regensburger-  und  Schwaben-Tafel  weist  er  zu: 
Regensburg,  Augsburg,  Ulm,  Biberach,  Ravensburg,  Konstanz,  Wien, 
Enns,  Linz,  Gmunden,  Salzburg,  Laibach;  der  Nürnberger  Tafel 
dagegen:  ausser  Nürnberg  Köln,  Basel,  Strassburg,  Speier,  Worms, 
Mainz,  Frankfurt,  Lübeck. 

Wir  lesen  nun  allerdings  auch  von  einer  anderen  Eintheilung: 
dass  am  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  z.B.  an  einer  Tafel  die  Kauf- 
leute der  Reichsstädte,  an  der  anderen  jene  aus  Landesfürsten  unter- 
gebenen Städten  sassen^).  Ein  ander  Mal  hören  wir  gar  von  vier 
Tafeln^);  und  noch  einfacher  wäre  vielleicht  die  Scheidung  in  Kauf- 
leute aus  ober-  und  in  Kaufleute  aus  niederdeutschen  Städten.  Wir 
wollen  aber  der  von  Heyd  vorgeschlagenen  Gruppirung  folgen  und 
nun  im  Einzelnen  die  Städte  betrachten,  die  wir  in  Handelsbeziehung 
mit  Venedig  finden. 


1)  Aschbach  Bd.  IV  S.  53.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  413.  -  ^)  Reichstagsakten  VIT, 
S.  370  Nr.  249.  —  ')  Hist.  Zeitschr.  a.  a.  0.  S.  203.  —  ^)  s.  Bd. I  Nr.  357.  -  «)  ebda.  Nr.  524. 


Geschichtliches.  47 

Da  ist  nun  also  an  erster  Stelle  Regensburg  zu  nennen: 
an  erster  deshalb,  weil  es,  wie  glaublich  berichtet  wird,  am  frühesten 
mit  Venedig  in  Handelsbeziehung  getreten  ist.  In  den  Beschwerde- 
punkten, welche  der  Magistrat  von  Regensburg  um  1462  Herzog 
Ludwig  dem  Reichen  von  Landshut  in  Betreff  einer  zu  Oetting 
geforderten  Maut  hatte  übergeben,  und  wozu  er  einiger  Kaufleute 
Aussagen  hatte  sammeln  lassen,  heisst  es  nämlich  ^),  dass  die  Regens- 
burger Kaufleute  „als  lang  man  sein  gedenkt  und  länger  wann  (denn) 
Gedächtniss  ist"  gewisse  Zollermässigung  genossen:  „wann  (denn) 
sie  waren  die  ersten  aus  diesen  Landen,  die  dy  Strassen 
gen  Venedig  hinein  baueten,  nach  der  Zeit,  und  (als)  die 
Walhen  gewönlich  hie  zu  Regensburg  mit  ihrer  Kaufmannschaft 
gelegen  waren."  Es  stimmt  damit,  wenn  wir  lesen  ^),  dass  die 
Regensburger  von  Alters  her  den  obersten  Platz  im  Fondaco  (ver- 
muthlich  eben  an  den  Tafeln)  einnahmen  und  dass  ihr  Wappenschild 
daselbst  zu  oberst  angebracht  war^).  Einen  genaueren  Zeitpunkt 
aber  für  den  Beginn  dieses  direkten  Handelsverkehrs  von  Regens- 
burg nach  Venedig  vermögen  wir  ebensowenig  anzugeben,  als  früher*) 
für  den  deutsch-venetianischen  überhaupt.  Nicht  einmal  aus  dem 
13.  Jahrhundert  können  wir  dafür  ein  direktes  Zeugniss  beibringen. 
Nur  aus  dem  Umstand,  dass  Pelzwaaren,  deren  in  einer  venetiani- 
schen  Urkunde  vom  Jahre  1242  Erwähnung  geschieht,  damals  ein 
Haupthandelsartikel  der  Regensburger  waren,  zieht  Erdmannsdörfer 
wohl  mit  Recht  einen  Schluss  auf  die  Existenz  des  Regensburgischen 
Handels  nach  Venedig  bereits  in  jener  Zeit. 

Erst  im  14,  Jahrhundert  tauchen  dann  Personen  auf,  die  als 
Vertreter  dieser  Beziehungen  erscheinen:  zuerst  meist  nur  mit  Vor- 
namen^) genannt,  da  die  Familien-  und  Geschlechternamen  erst  später 
üblich  werden.     Da  finden  wir  nun  folgende  erwähnt: 

1 322  einen  Conradus,  einen  Otto,  einen  Andreas  und  einen  Mari- 
nellus,    die   vielleicht  in   einer   Gesellschaft  vereinigt  waren ^); 

1330  Berthold  Sinzenhofer  ^) ; 

1331  und  1341  einen  Leopardus*); 

1342  einen  Georgius  und  Johannes  ^) ; 

1343  einen  Altemannus  ^^)  und  einen  Conradus  ^^); 
1345  Wolfhard  Stral  und  Ulrich  Vallei^^); 
zwischen  1345  und  1354  Weymar  Davit  ^^); 

zwischen    1355    und    1388    Markus    Prunnhofer    und    Franziskus 
Furtrer  ^*). 


')  Gemeiner,  C.  Th.,  Ueber  den  Ursprung  der  Stadt  Regensburg  S.  49 
Anm.  74;  cf.  Erdmannsdörfer,  De  commercio  etc.  p.  12.  —  ^)  Gemeiner,  Regens- 
burgische Chronik  Bd.  II  S.  205  Anm.;  cf.  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  S.  203.  — 
')  Hierüber ,  sowie  über  Streitigkeiten ,  die  daraus  entsprangen ,  siehe  weiter 
unten.  —  *)  cf.  oben  S.  6.  —  *)  Ich  lasse  hier  im  14.  Jahrh.  die  lateinische 
Form,  da  die  entsprechende  deutsche  öfters  ungewiss  ist.  —  *')  Bd.  I  Nr.  69.  — 
')  ebda.  Nr.  86.  —  ")  ebda.  Nr.  88—89,  799.  --  »)  ebda.  Nr.  801.  -  '")  ebda. 
Nr.  804.  —  ")  ebda.  Nr.  805.  -  '^)  ebda.  Nr.  110.  -  ^^)  ebda.  Nr.  124.  — 
'*)  ebda.  Nr.  257. 


48  Geschichtliclies. 

Ausserdem  gedenkt  Gemeiner  noch  zu  folgenden  Jahren  dieses 
14.  Jahrhunderts  des  Handels  mit  Venedig:  1359^),  in  welchem 
Warnungsbriefe  auf  alle  Strassen ,  darunter  auch  nach  Venedig, 
wegen  verschiedener  Fehden  abgeschickt  wurden;  13G2  ^)  Aufhaltung 
der  aus  Venedig  kommenden  Fuhrleute  und  Wegnahme  aller  Güter, 
die  den  Regensburgern  gehörten^  durch  Herzog  Meinhard  von  Tirol; 
1364^):  der  Rat  lässt  sich  von  Herzog  Stephan  von  Bayern  eine 
Verschreibung  ertheilen,  dass  „die  Güter  der  Regensburger  Kauf- 
leute in  dem  Krieg  mit  den  Herzogen  von  0 esterreich  die  Strasse 
von  Venedig  her  mit  aller  trockner  Kaufmannschaft  und  mit  Vastmus, 
mit  Malvasier  und  mit  Chriechel  durch  Ober-  und  Niederbayern  sicher 
und  unbesorgt  fahren  könnten";  1386^):  , blühender  Handel  noch  nach 
Venedig";  1391^):  „der  Pfleger  (Pfalzgraf  Ruprechts  des  Jüngeren 
von  Bayern?)  Seitz  Puchberger  nimmt  dem  Kaufmann  Zierenschaub 
auf  der  Strasse  von  Landshut  all  sein  von  Venedig  mit  sich  geführtes 
Gut  weg."  Zwischen  1376  und  1400  zur  Regierungszeit  König 
Wenzels  werden  Matthäus  Rantinger  und  Franz  Putreich  aus 
Regensburg  in  Venedig  erwähnt  *"). 

Ebenso  wie  im  14.  dauerten  im  15.  Jahrhundert  Handel  und  — 
Plackereien  fort.  So  berichtet  Gemeiner  zum  Jahre  1409  von  der 
Unsicherheit  der  Strasse  gen  Venedig  ^).  „Im  Jahre  1457  nöthigten 
die  Herzoge  Albrecht  und  Ludwig  von  Landshut  die  Handelsleute 
von  Regensburg,  ein  neues  ungewöhnliches  Geleit  zu  lösen,  sobald 
sie  Venedigisches  und  anderes  beschlagenes  Gut  geführt"  ^).  Die 
Regelmässigkeit  dieses  Handelsverkehrs  in  dieser  Zeit  geht  aber 
besonders  daraus  hervor,  dass  im  Jahre  1464  unter  dar  Amtsführung 
Lucas  Pfisters  (Kamrer  in  der  1.  Hälfte)  und  Erasmus  Trainers 
(Kamrer  in  der  2.  Hälfte  bis  Michaelis)  und  Leonhard  Grafenreuters 
(Schultheiss)  „zum  Bau  der  Pulten  (volta,  Gewölbe)  im  Deutschen 
Hause  zu  Venedig  acht  ungrische  Dukaten  angewiesen  und  auch 
Bettgewand  nach  Venedig  Übermacht  wurde"  ^). 

An  Namen  begegnen  aus  dem  15.  Jahrhundert: 
1403  eine  Wittwe  Katharina  Krähberger  mit  ihren  Söhnen  Ulrich' 

und  Jakob,  die  von  ihrem  Gatten  noch  eine  in  Venedig  einzu- 

kassirende  Schuld  erhalten  hatte  ^'^); 
1476  Andreas  Feldner  i^); 
1483  und  1486  Thomas  Curth   oder  Curtus  (Kurz?)  —  vielleicht 

derselbe,    der   bereits    1468    genannt  wird^^)  —  der   im  Jahre 

1483   mit   einer    Schuldenlast    von    6200   Dukaten    in   Venedig 

fallirte^s). 

Vielleicht  waren  auch  die 


1)  Chronik  II,  108.  -  ')  ebda.  II,  123.  -  ^)  ebda.  II,  133;  cf.  oben 
Bd.  I  Nr.  202.  —  *)  Chronik  II,  228.  —  ^)  ebda.  II,  280.  —  ^)  cf.  Heyd,  Hist. 
Zeitsehr.  a.  a.  0.  S.  208 ;  cf.  später  unten.  —  ')  Gemeiner  II,  388.  —  **)  ebda. 
III,  266.  —  »)  ebda.  III,  389.  —  '")  s.  Bd.  I  Nr.  284.  -  '')  ebda.  Nr.  539,  542, 
543.  -   12)  ebda.  Nr.  512.  —  ^^)  ebda.  Nr.  561,  571,  573. 


Geschichtliches.  49 

1483  erwähnten  ^)  Johannes  Limpech  und  Johannes  Zodoler  Regens- 
burger, da  in  der  ersten  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  ein  Wolf- 
gang Lympeck  in  Regensburg  erwähnt  wird  ^) ; 
1487  wird  ein  Juwelenhändler  Justus  aus  Regensburg   als  Zeuge 
in  Venedig  genannt^). 

Ausserdem  erscheint  ein  Konrad  Gruber  ohne  weitere  Be- 
zeichnung und  ohne  Jahreszahl,  ein  Johannes  Speringer,  „Bürger" 
von  Regensburg  (gestorben  1450),  und  ein  Stephan  Landolt  von 
Regensburg  (gestorben  1471),  der  als  (venetianischer?)  ,tabellio' 
bezeichnet  ist,  unter  den  in  Venedig  bestatteten  Deutschen*^).  — 

Gehen  wir  von  Regensburg  die  Donau  hinab,  so  ist  zunächst 
Passau  zu  erwähnen,  über  dessen  Handel  nach  Venedig  bis  jetzt 
freilich  nur  wenige  Notizen  vorliegen. 

Ausser  der  immerhin  nicht  unwichtigen  Erwähnung  der  Kauf- 
leute aus  Passau  1375^),  welche  für  den  Weg  über  Latisana  nach 
Venedig  eintraten,  ist  mir  nur  ein  hierauf  bezügliches  Aktenstück 
vom  3.  Dezember  1490  bekannt  ^) :  ein  Schreiben  des  Dogen  Augustinus 
Barbadico  an  den  Bischof  (Christophorus)  von  Passau,  worin  diesem 
der  Venetianer  Johannes  Belforte  empfohlen  wird,  der  in  Passau 
Schulden  einkassieren  will.  — 

Wir  gelangen  dann  weiter  zu  den  österreichischen  Städten 
Linz,  Enns,  Steyr,  Wels  u.  s.  w.,  an  deren  Spitze  wir  füglich 
Wien  stellen. 

Schwerlich  viel  später  als  die  Regensburger  werden  diese  Städte 
den  Weg  nach  Venedig  gefunden  und  ,bebaut'  haben.  „Kaufleute 
von  Venedig,  die  nach  0 esterreich  kamen,  werden  in  einer  Urkunde 
genannt,  welche  Herzog  Friedrich  der  Streitbare  1244  den  Bürgern 
von  Neustadt  verliehen  hat"  '').  „Dann,"  klagt  Kurz  weiter,  „schwei- 
gen die  Urkunden  langer  als  hundert  Jahre  von  dem  Handel  nach 
Venedig;  und  machen  sie  in  der  Folge  von  ihm  wieder  eine  Er- 
wähnung, so  geschieht  dies  nur  eines  Streites  halber,  welchen  die 
Wiener  zur  Einschränkung  des  freien  Handels  der  Bürger  von 
Pettau  angefangen  und  siegreich  ausgefochten  haben.  Die  letzteren 
behaupteten  nämlich  das  Recht  zu  besitzen,  über  den  Karst  nach 
Venedig  Handel  zu  treiben.  Da  die  Bürger  von  Linz,  Enns,  Steyr, 
Wels,  Freystadt,  wie  auch  die  Wiener  auf  Befragen  des  Herzogs 
Albrecht  dieses  Recht  bestritten,  entschied  derselbe  im  Jahre  1368 
gegen  die  Pettauer  ^).  —  Doch  gab  es  schon  etwas  früher,  in  den 
50er  und  60er  Jahren,  über  den  Weg  nach  Venedig  Streitigkeiten 
zwischen  den  Wienern  und  den  Kaufleuten  anderer  Städte  ^),  wobei 
die  Wiener  von  den  österreichischen  Herzögen  wiederholt  begünstigt 

')  s.  Bd.  I  Nr.  .559.  —  ^)  s.  Verhandlungen  des  historischen  Vereins  von 
Obei-pfalz  Bd.  XXXVIT  S.  231.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  577.  -  ")  bestattet  in  S.  Giovanni 
e  Paolo,  cf.  später  bei  den  Grabschriften.  —  *)  s.  Bd.  I  Nr.  231.  —  ®)  s.  Monumenta 
Boica  tom.  XXXI  p.  052.  —  ')  Kurz,  Oesterreichs  Handel  in  älteren  Zeiten 
S.  187.  —  ")  ebda.  S.  35.  -  *)  s.  Weiss,  Geschichte  der  Stadt  Wien  2.  Aufl.  1881 
Bd.  I  S.  416  ff. 

4 


50  Geschichtliches. 

wurden,  indem  ihnen  z.  B.  1351  und  1361  verstattei  wwrdeT  die 
Strasse  über  „die  Zeiring"  in  Steiermark  nach  Venedig  und  jene  nach 
Laibach  mit  ihren  Pflegern  zu  besetzen  und  die  Waaren  derjenigen 
jiKaiufleute  zu  konfisziren,  welchen  die  Benützung  dieser  Strasse  yer- 
, boten  war.  Im  Jahre  1362  dürfen  sie  einen  Pfleger  in  Yenzone 
.oder  Peuscheldorf  aufstellen  zur  Ueberwachung,  damit  kein  Kauf- 
mann nach  Venedig  auf  einer  anderen  als  der  von  den  Wienern 
benutzten  Strasse  über  den  Semmering  fahre.  Und  zur  Bestreitung 
der  Kosten  dieser  Aufsicht  hatten  sie  seit  Rudolf  IV.  das  Recht. 
<von  den  Kaufleuten  zu  Wiener-Neustadt,  Judenburg,  Friesacb  und 
AViUach  für  jeden  nach  Venedig  fahrenden  und  von  dort  kommenden 
\Wagen  32  Pfennige  einzuheben  —  ein  Recht,  das  ihnen  Albrecht  IIL 
am  .5.  Oktober  1366  bestätigte"  ^). 

.^Ebensowenig   erfreulich,"  iahrt  Kurz  fort^),    „für  die  Beför- 
dernswag  des  Handels  nach  Venedig  waren  die  späteren  Verordnungen 
unserer  Herzoge,"     Und   er   erinnert   an   die    wiederholten  Befehle^ 
dass  es  Niemandem,  als  nur  den  Bürgern  gewisser  privilegirter  Städte 
i(Wiip4   wenigen  Begünstigten,    die    „ein   eigenes  Befugniss"    erhielten,, 
.gestattet  werden  sollte,  nach  Venedig  zu  handeln.     „Waruna  verbot 
man  .denn    nähere   und   für   verschiedene    Gegenden   sehr   gelegene 
^Strassen   und   nöthigte   sie,   mit  Zeitverlust  und  grösserem  Kosten- 
aufwand weite  Umwege   zu  machen?"     Um  eben  einzelnen  Städten 
alle  die  aus  solchem  Strassenzwang  entspringenden  Lokal- Vortheile 
zuzuwenden!    So  erhielten  die  Bürger  von  Steyr  im  Jahre  1370  von 
Herzog  Albrecht   die  Aufsicht  darüber,    dass  venetianische  Waaren 
jiicht  auf  verbotenen  Strassen  über  den  Pyrn,  über  Rastadt  oder  durch 
:3,ndere    Orte,    sondern    allein    über    Zeyring    eingeführt    würden^). 
IJ^nen   zu  lielj  wurde  1410  den  Kirchdorfern  der   „Vorkauf  und  die 
Verführung"   venetianischer  Waaren  über  Zeyring  und  überhaupt  auf 
allen  Strassen,    sowie   auch  des  Eisens   über  die  Burchau  und  über 
den  Pyrn  bei  Strafe   der  Konfiskation  verboten.     Den  Bürgern  der 
^tadt  Waidhofen  war  schon  1372  und  wurde  dann  in  den  Jahren 
1443  und  1460  der  Handel  nach  Venedig  nur  mit  der  Einschränkung 
verstattet,  dass  sie  nicht  mehr  nach  Hause  bringen  durften,  als  ihr 
eigener  Bedarf  erforderte.     Erst  im  Jahre    1501    wurde   ihnen  der 
Handel  mit  venetianischen  Waaren  innerhalb  eines  Bezirkes  von  drei 
Meilen  erlaubt"^). 

Zu  Gunsten  der  Wiener  verbot  Herzog  Albrecht  im  Jahre 
1386  und  1389  neuerdings  den  Kaufleuten,  die  nach  Venedig  Handel 
trieben,  sich  der  Strasse  über  den  Karst  und  nach  Pettau  zu  bedienen, 
und  befahl,  dass  sie  sowohl  hinein  nach  Venedig  als  auch  von  dort- 
her zurück  nach  0  esterreich  über  den  Semmering  und  durch  Villach 
reisen  sollten.    Nur  den  oben  genannten  Städten  Linz,  Enns,  Steyr, 


1)  Weiss  a.  a.  0.  —  2)  a.  a.  0.  S.  187.  —  ')  Kurz  S.  53;  cf.  Urkunden- 
buch  des  Landes  ob  der  Enns  Bd.  VIII  Nr.  501,  508,  628.  —  *)  Kurz  S.  54, 
55.  58;  cf.  Urkundenbuch  des  Landes  ob  der  Enns  Bd.  VIII  Nr.  627. 


Geschichtliches.  51 

Wels,  Freystadt  war  vermöge  früherer  Privilegien  der  Weg  über 
die  Zeyring  erlaubt^)  —  , lauter  Massregeln, "  urtheilt  Kurz ^),  „die 
dem  Staat  nichts  eintrugen,  den  Handel  nach  Venedig  erschwerten 
und  nur  darauf  ausgingen,  einige  Stapelstädte,  nämlich  Wien,  Steyr 
und  Enns  auf  Kosten  Anderer  zu  bereichern."  „Anstatt  die  öster- 
reichischen Unterthanen  auf  alle  mögliche  Weise  aufzumuntern,  die 
einheimischen  Erzeugnisse  in's  Ausland  und  vorzüglich  nach  Venedig 
zu  verführen,  wohin  für  ausländische  Waaren  jährlich  grosse  Suramen 
Geldes  aus  unseren  Provinzen  wanderten,  hielt  man  sie  vielmehr 
durch  unkluge  Verbote  davon  ab"  ^).  Den  Bürgern  von  Krems 
und  Stein  wurde  der  Handel  mit  Venedig  erst  am  30.  Dezember 
1462  von  Kaiser  Friedrich  HL  als  Belohnung  für  die  ihm  gegen 
die  aufständischen  Wiener  geleisteten  Dienste  verstattet '*^). 

Höchst  sonderbar  ist  auch  die  Grenze,  welche  betreffs  des 
venetianischen  Handels  zwischen  Krämern  und  Kaufleuten  in  Wien 
gezogen  war  oder  wenigstens  im  Jahre  1432  durch  eine  Verordnung 
Herzog  Albrechts  gezogen  wurde.  Nach  derselben  durften  die  Krämer, 
d.  h.  die  Handelsleute,  welche  Waaren  im  Kleinen  nach  der  Elle 
und  nach  dem  Pfunde  verkauften,  nicht  selbst  nach  Venedig  fahren, 
reiten  oder  Jemand  um  Waaren  dahin  schicken.  Was  sie  von 
venetianischen  Waaren,  die  ihijen  zu  verkaufen  erlaubt  waren,  nöthig 
hatten,  mussten  sie  von  den  privilegirten  Kaufleuten  (Grosshändlern) 
in  Wien  einhandeln.  Wollte  ein  Krämer  selbst  nach  Venedig  fahren 
und  sich  dort  Waaren  einkaufen,  so  musste  er  aus  der  Krämerzunft 
austreten,  ein  Kaufmann  werden  und  auf  die  Kramerei  Verzicht  thun. 
Ebenso  musste  der  Kaufmann,  der  nicht  nach  Venedig  reisen  und 
sich  mit  dem  Kleinhandel  abgeben  wollte,  die  Kaufmannschaft  auf- 
geben und  ein  Krämer  werden^).  »Die  nothwendige  Folge  davon 
war  eine  Vertheuerung  dieser  ausländischen  Bedürfnisse,  welche  durch 
das  Monopolium  der  Grosshändler  erzeugt  wurde.  Das  Unschickliche 
dieser  Handelsverordnung  erregte  endlich  eine  so  grosse  Unzufrieden- 
heit und  so  laute  Klagen,  dass  sich  Herzog  Albrecht  bewogen  fand, 
den  Krämern  1435  die  Befugniss  einzuräumen,  selbst  nach  Venedig 
zu  reisen  und  sich  von  dorther  ihre  Waaren  kommen  zu  lassen"  ''). 
Die  Ueberlieferung  von  Namen  Wiener,  mit  Venedig  handelnder, 
Kaufleute  beginnt  erst  im  14.  Jahrhundert  und  zwar  im  Jahre 

1301  mit  einem  gewissen  Henghelprettus  (Engelbrecht?)  und  Fri- 
dericus  '^) ;  dann  folgt 

1313  ein  Conradus,  der  auch  1316  und  1329  genannt  wird  ^).  Im 
nämlichen  Jahre 

1316  und  dann  1319  erscheint  ein  Henricus  ^),  vielleicht  derselbe, 
der  in  einer  anderen  Urkunde  vom  Jahre  1319  Henricus  Sandoli 
genannt  wird  ^").     Es  folgen 

')  Kurz  S.  35,  :W.  -  ^)  ebda.  S.  188.  —  '')  ebda.  S.  189.  —  ')  cf.  Chmel, 
Regenten  Friedrichs  III.  S.  398  Nr.  3959.  —  ')  Kurz  S.  105.  —  *)  ebda.  S.  188. 
—  ')  Bd.  1  Nr.  16.  —  '')  ebda.  Nr.  37,  42,  85.  -  »)  ebda.  Nr.  46,  56.  - 
^")  cf.  später  bei  den  Urkunden  zum  , Anhang". 


52  Geschichtliches. 


1322  ein  Christian  i) ; 

1339  ein  Nicolaus  ^),  vielleicht  identisch  mit  dem  1359  genannten 
der  in  Venedig  stirbt  ^)  und  über  dessen  Hinterlassenschaft,  wie 
besonders  über  die  des  Johannes  Schraanzer  (Smanzarius)  ^)  aus 
den  Jahren  1360 — 1362  mehrere  Schriftstücke  überliefert  sind, 
die  zwischen  Venedig  und  den  österreichischen  Herzogen  u.  s.  w. 
gewechselt  wurden^).     Weiter  werden  genannt 

1367  ein  Henichinus  mit  seinem  Diener  (oder  Geschäftsführer) 
Nicolaus  und  als  seine  Mandatare  ein  Fridericus ,  Sohn  eines 
Martinus,  und  ein  Thomas  (1368)  *"); 

1368  ein  anderer  (oder  derselbe?)  Nicolaus  ^); 
1376  Konrad  Gensceler^); 

1390  und  1391  Heinrich  und  Johannes  Rock  (Rochus)^); 

1391  ein  Martinus  Teraza^*^),  ferner  ein  Bofardus  (Wulfhard)  und 
ein  Stephanus  ^  ^) ; 

1403  ein  Henricus^^); 
1418  Matthäus  Bister  13); 

1430  Nicolaus  Fenaver  (Vanaver)  und  (vorher)  Nicolaus  Granata  '^'^); 
1432  Simon  Putel   und  Ulrich  Carner,    Theilhaber    der  Handels- 
gesellschaft ,Subelbissar' 1°); 
1438  und  1440  Heinrich  Haiden  (Enricus  Paganus)  ^  ^) ; 
1447,  1461,   1463  und  1469  Simon  Putel  oder  Puotel  (Poetl)i^), 

derselbe,  der  schon  1432  genannt  worden; 
1463    ferner    und    1469   Ulrich    (oder   Heinrich)  Perman^^)    und 
Christoph  (oder  Christian)  Chorinfail  (Karnfail)  ^^)  (Stiefsohn  und 
Neife  Simon  Puotels); 
1469  ausserdem  noch  Heinrich  Carner  ^'^). 

Ob  der  1476  erwähnte  Marcus  Carne^^)  ebenfalls  ein  Wiener 
und  aus  demselben  Geschlechte,  wie  der  ebengenannte  Heinrich 
Carner  oder  vielleicht  aus  Laibach  gewesen  ist,  muss  dahingestellt 
bleiben  ;  ebenso  ob  der  1488  genannte  Busfardo  Cronier  da  Jenum^^) 


1 


^)  Bd.  I  Nr.  68.  —  ^)  ebda.  Nr.  794.  —  ^)  I  libri  Commemoriali  (Regesti  von 
Predelli  in  den  Monumenti  der  Deputazione  Veneta)  lib.VI  no.  154.  —  ^)  Nach  Lazius, 
Wienerische  Chronik  (Deutsche  Ausg.  v.  1619)  Buch  IV  S.  39  war  ein  Joh.  Smanzarius 
in  den  Jahren  1357 — 59  Stadtrichter  in  Wien.  —  ^)  Commem.  lib.  VI  no.  154, 
155,  167,  211;  190,  192,  194,  196,  199,  221,  232,  286,  309,  352,  353  354;  cf.  Bd.  1 
Nr.  182  u.  184.  —  ^)  Commem.  lib.  VII  no.  385  u.  386,  wo  ein  auf  jenen  Thomas 
bezüglicher  Passus  fehlt.  -  ')  Bd.  I  Nr.  216.  —  ')  ebda.  Nr.  237.  -  «)  ebda. 
Nr.  263-265;  cf.  Lazius  a.  a.  0.  IV,  17.  —  ">)  Bd.  I  Nr.  264.  —  ")  ebda.  Nr.  266. 
-  1-)  ebda.  Nr.  815.  -  '=*)  ebda.  Nr.  820.  -  '*)  ebda.  Nr.  821.  -  '^)  ebda. 
Nr.  390;  cf.  Anm.  17.  —  >")  cf.  Lazius  a.  a.  0.  IV,  22  und  oben  Bd.  I  Nr.  416, 
420.  —  ")  Bd.  I  Nr.  423,  492,  495;  cf.  Birk,  Urkundenauszüge  zur  Gesch.  Fried- 
rich's  III.  in  den  Jahren  1452 — 1467  im  Archiv  für  Kunde  Österreich.  Geschichts- 
quellen Bd.  XI  S.  161  Nr.  XV  ad  a.  1463;  Wiener  Copey-Buch  in  den  Fontes 
Rer.  Austr.  Abth.  II  Bd.  VII  S.  206  und  Lazius  a.  a.  0.  IV,  17.  —  '«)  Lazius 
a.  a.  0.  IV,  20.  -  '^)  Bd.  I  Nr.  495,  513  (cf.  574);  s.  Archiv  f.  K.  ö.  G.  Bd.  XI  S.  162 
Nr.  XVI.  —  20)  ebda.  Nr.  513.  —  "'')  ebda.  Nr.  544.  —  ^^)  ebda.  Nr.  581; 
Jenum  statt  Vienna?  oder  =  Jenua,  Janua,  Genf? 


Geschichtliches.  53 

vielleicht   ein   Glied   der  Wiener  Familie  Chronp erger  i)   oder   etwa 
ein  Genfer  gewesen  ist. 

Aus  den  übrigen  oben  erwähnten  österreichischen  Städten  finden 
sich  nur  wenige  Theilnehmer  mit  Namen  genannt.  Aus  Enns  war 
wohl  der  1390^)  genannte  Peter  Gramer  (Croma);  wenigstens  war 
ein  Mann   gleichen  Namens  1384  und  1386  daselbst  Stadtrichter  ^). 

Aus  Ips  werden  ein  Henricus  und  ein  Guarnerius  (Werner) 
zum  Jahre  1342  genannt*). 

Gehen  wir  von  Wien  südwärts,  so  gelangen  wir  zunächst  nach 
Neustadt,  noch  im  Herzogthum  Oesterreich,  von  wo  ein  ,Rodulfus 
super  Foncam'  im  Jahre  1376  als  mit  Venedig  in  Handelsverbindung 
stehend  erwähnt  wird''),  und  weiter  dann  nach  Steiermark. 

Hier  erscheint  namentlich  die  Stadt  Judenburg  an  diesem 
Handel  betheiligt.  Wir  finden  von  dort  im  Jahre  1432  einen 
Roschof  und  einen  Leonardus,  die  wenigstens  in  Conegliano  Geschäfte 
trieben •"),  erwähnt;  und  aus  einer  späteren  Urkunde  vom  Jahre  1484 
ersehen  wir,  dass  die  Stadt  oder  eine  Handelsgesellschaft  im  Fondaco 
eine  eigene  Kammer  für  ihre  Angehörigen  inne  hatte  oder  richtiger 
inne  gehabt  hatte ,  da ,  wie  es  ebendaselbst  heisst ,  seit  mehreren 
Jahren  Niemand  mehr  von  Judenburg  nach  Venedig  gekommen  war, 
weshalb  die  Kammer  provisorisch  anderweitig  vergeben  wurde  '^). 

Dass  die  Stadt  Pettau  in  Steiermark  mit  Venedig  in  Handels- 
beziehung stand,  geht  aus  dem  oben  angeführten  Streit  mit  den 
Wienern  in  der  zweiten  Hälfte  des  14.  Jahrhunderts  hervor;  Namen 
sind  uns  hier  nicht  überliefert.  — 

In  sehr  regem  Handelsverkehr  mit  Venedig  standen  dann, 
schon  in  Folge  ihrer  geographischen  Lage,  die  beiden  Landschaften 
Kärnthen  und  Krain.  Von  den  kärnthnerischen  Städten  mögen 
wohl  alle:  Friesach,  Gmünd,  Spital,  Villach,  St.  Veit,  Klagenfurt, 
Völkermarkt  mehr  oder  minder  an  diesem  Handel  betheiligt  gewesen 
sein^).  Friesach  war  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  Nieder- 
lagsstätte der  venetianischen  Waaren,  welche  nach  einem  Erlass 
Kaiser  Friedrichs  HL  vom  30.  Oktober  1458  „hinfür  zu  ewigen 
Zeiten  daselbs  beleiben  und  nicht  gen  dem  Neuenmarkt  gelegt 
werden  sollte"  ^).     Namentlich  aufgeführt  finden  wir: 

1318  einen  Nicolaus  aus  Friesach'");  ferner  aus  Villach: 

1316  einen  Gimeterius  (Gimbert?)  ^'); 

1332  einen  Nicolaus  de  Oseleto^^); 

1345  einen  Dyatrichus  (Dietrich)  und  Albertus  ^^); 

1376  einen  Conradus^^); 

1377  einen  AdamitC;  Martinus,  Georgius  und  Petrus  ^^). 


')  Lazius  a.  a.  0.  IV,  22.  —  "")  Bd.  I  Nr.  263.  —  ^)  s.  Oberleitner,  Die  Stadt  Enns 
im  Mittelalter  im  Archiv  f.  K.  ö.  G.  Bd.  XXVII  S.  60.  —  ")  Bd.  I  Nr.  802.  —  *)  ebda. 
Nr.  236.  —  ")  ebda.  Nr.  391.  -  ^)  ebda.  Nr.  .568.  —  ^)  s.  Ankershofen,  Handbuch  der 
Gesch.  von  Kämthen  II.  Abth.  Bd.  I  S.  550 — 559  u.  Aelschker,  Gesch.  Kärnthens  (1885) 
Bd.  I  S.  778  ff.  —  *•)  Chmel,  Regesten  Nr.  3648  ad  1458.  -  ^o)  Bd.  I  Nr.  54.  —  ' ')  ebda. 
Nr. 48.—  '2)  ebda. Nr. 782.  — ")  ebda. Nr.  109.  -  »') ebda. Nr. 234.  —  '^)  ebda. Nr. 289. 


54 


Geschichtliches. 


Für  die  Regsamkeit  des  Verkehrs  zwischen  diesefr  Stadt  (Villach)  im 
Venedig  spricht  auch  der  Umstand,    dass  ihrer  mehrmals  im  Capi- 
tolare    dei    Visdomini    ausdrücklich    gedacht    wird :    so    zum    Jahre 
1337  0,  1494  und  1495  2). 

Ausserdem  werden  Kauf  leute  aus  Kärnthen  im  Allgemeinen  1322 
erwähnt^).  Nicht  ersichtlich  ist,  woher  jener  Hans  und  sein  Sohn 
Niklas  Kaltenhauser  waren,  denen  1492  (7.  Juni)  auf  5  Jahre  aus- 
schliesslich der  freie  Handel  mit  Vitriol,  „so  man  nennt  Kupfer- 
wasser"  ,  aus  Kärnthen  nach  Venedig  gegen  die  jährliche  Abgabe 
von  100  fl.  rheinisch  verliehen  wurde  ^).  — 

Von  Krain  dürfte  wohl  die  Hauptstadt  Laibach  (Lubiana) 
hier  besonders  in  Betracht  kommen.  Nach  dem,  was  wir  oben  über 
die  Urkunde  vom  5.  September  1418  bemerkt  haben''),  mag  es 
füglich  bezweifelt  werden,  ob  die  Stadt  schon  vor  diesem  Jahre 
direkt  und  selbständig  Handel  mit  Venedig  trieb.  Unter  den  in 
unseren  Urkunden  vorkommenden  Kaufleuten  sind  vielleicht  aus 
Laibach:  der 

1475  genannte  Georg  Ciler  (Ziller  ?)")  und   . 

1476  Marcus  Garne  (Kharner?'). 
Ein  Larius   aus  Krain,    der   aber   nur   als  Krämer  bezeichnet 

ist,  wird  1356  erwähnt*).  — 

Sehr  eifrig  und  alt  war  gewiss  dann  weiter  der  Handelsverkehr 
zwischen  Friaul  und  Venedig.  Aber  freilich  war  Friaul  daran  wohl 
mehr  nur  passiv  betheiligt,  da  Venedig  wegen  der  Nähe  selbst  aktiv 
auftrat.  Dies  geht  schon  aus  den  verschiedenen  Handelsverträgen 
vom  Jahre  1206,  1222,  1248  u.  s.  w.  hervor,  welche  Venedig  mit 
dem  Patriarchenstaat ,  abschloss  ^).  Gab  es  doch  in  Venedig  einen 
eigenen  Consul  (vicedominus) ,  der  über  die  Aufrechthaltung  der 
Rechte  der  Republik  und  der  Venetianer  im  Patriarchate  zu 
wachen,  Klagen  wider  Venetianer  zu  entscheiden  und  für  Venetianer 
zu  führen  hatte.  In  vmseren  Urkunden  wird  sehr  früh,  1225,  der 
Kaufleute  aus  Pordenone  gedacht,  die  mit  Venetianern  in  Geschäfts- 
verbindung standen  ^'').  Dann  werden  namentlich  aufgeführt  aus 
Cividale: 

1362  ein  Benvenuta ^0; 

1469  Ludwig  Pigliolii2); 

1494  ein   Mianus  (?)   mit   seinen   Söhnen  Johannes   und  PauP^); 

1497  ein  Emilianus  (wohl  identisch  mit  dem  vorhergehenden)^^); 

1414  ein  Antonius,  Sohn  eines  Daniel^''),  aus  Venzone.  — 


1 


')  pag.  42  cap.  116.  —  -)  pag.  273  u.  275  cap.  38  u.  40;  cf.  Ankershofen 
und  Aelschker  a.  a.  0.  —  ')  Bd.  T  Nr.  67.  —  *)  Muchar,  Urkunden-Regesten  für  die 
Gesch.  Inner-Oesterreichs  1312—1500  im  Archiv  f.  K.  österr.  Gesch.  Bd.  II  S.  495 
Nr.  424.  -  *)  cf.  S.  42.  —  *)  Bd.  I  Nr.  540.  Ein  Christoph  Ziller  war  1438—1439  Stadt- 
richter in  Laibach;  s.  Dimitz,  Gesch.  Krains  1,  301.  —  ')  Bd.  I  Nr.  544;  s.  Archiv 
für  Krain  I,  110.  —  *)  Bd  1.  Nr.  162.  —  ')  s.  J.  v.  Zahn,  Friaulische  Studien  im  Archiv 
für  österr.  Gesch.  Bd.  LVIT  S.  354  ff.  —  '")  Bd.  I  Nr.  1.  —  '»)  ebda.  Nr.  194.  - 
.'2)  ebda.  Nr.  514.  —  '^)  ebda.  Nr.  595.  —   '*)  ebda.  Nr.  602.  —  ''')  ebda.  Nr.  317. 


Geschichtliches.  55 

Dasselbe  wie  von  Friaul  gilt  wohl  auch  von  Tirol.  Wenig- 
stens fehlt  es  hier,  soweit  ich  sehe,  fast  ganz  an  Nachrichten  über 
direkten  Verkehr  mit  Venedig  aus  dieser  Zeit  —  ein  Nicolaus  aus 
Bruneck  (?)  ist  der  einzige ,  der  aus  unseren  Urkunden  hier  zum 
Jahre  1334  zu  nennen  ist^)  — ,  während  wir  andererseits  z.  B. 
wissen,  dass  die  ersten,  welche  sich  bei  Herzog  Sigmund  um  die 
Erlaubniss  meldeten,  Alaun  in  der  Grafschaft  Tirol  zu  suchen  und 
zu  bauen,  zwei  Venetianer  —  Pilgrin  Vittori  und  sein  Sohn  Marcus  — 
waren,  denen  1461  ein  Privilegium  hierüber  ertheilt  wurde  ^).  Eifrig 
wurde  Tirol  auf  dem  Wege  nach  Flandern  und  Frankreich  von  den 
dahin  ziehenden  Venetianern  besucht^).  — 

Wir  gehen  zu  dem  benachbarten  Salzburger  Land  über. 
Die  Salzburger  haben  wohl  auch  schon  ziemlich  früh  den  Weg  nach 
Venedig  gefunden  und,  wie  auch  aus  unseren  Urkunden  erhellt, 
ziemlich  eifrig  an  dem  Handel  dahin  direkt  Theil  genommen. 
L.  Hübner  in  seiner  Beschreibung  der  hochfürstlich-erzbischöflichen 
Haupt-  und  Residenzstadt  Salzburg  *)  leitet  gerade  von  diesem  Handel 
den  blühenden  Zustand  der  Stadt  am  Anfang  des  14.  Jahrhunderts 
ab,  der  sie  in  den  Stand  gesetzt,  dem  Kaiser  und  anderen  Fürsten 
in  Kriegszeiten  Geld  zu  borgen  u.  s.  w.  Wir  finden  von  dort  erwähnt: 
1328  einen  Conradus^); 

1340  einen  Petrus*^); 

1341  einen  Henricus^); 

1409  Ulrich  Samer,  der  „für  das  Bürgerspital  in  Salzburg  eine 
jährliche  Dotation  aus  den  Fonden  stiftete,  die  er  bei  der 
Commune  Venedigs   liegen  hatte"  ^),   und  im  nämlichen  Jahre 

1419  Johannes  Hoder^); 

1429  Ulrich  Elsenhaimer,  ,  wahrscheinlich  am  lebhaften  Speditions- 
handel von  Venedig  her  theilnehmend"  ^^); 

1445  Michel  Stumpf  und  Bartholomaeus  Tartafer  (P)^^); 

vor  1449  wohl  auch  Leonhard  Podmayr^^); 

gegen  Ende  des  15.  Jahrhunderts  aber  besonders  die  Familie 
Käser  oder  Kaserer,  über  deren  namentlich  durch  den  Kaufmann 
Stephan  Käser  oder  Kaserer  mit  Venedig  unterhaltene  Handels- 
beziehungen Zeugnisse  aus  den  Jahren  1499^^),  1501^*)  (und 
1508^'')  vorliegen. 

^)  s.  Bd.  I  Nr.  786.  —  ^)  s.  Alb.  Jäger,  Beiträge  zur  tirolisch-salzburgischen 
Bergwerksgeschichte  im  Archiv  für  österr.  Gesch.  Bd.  LIII  S.  348.  —  ')  Bd.  I  Nr.  25, 
27,  28,  386.  —  ")  Theil  I  (1792)  S.  37.  -  ^)  Bd.  I  Nr.  80.  —  ")  ebda.  Nr.  796.  — 
')  ebda.  Nr.  798.  —  *)  ebda.  Nr.  297 ;  cf.  Spatzenegger,  Beiträge  zur  Geschichte 
der  Pfarr-  oder  Franziskanerkirche  in  Salzburg  in  den  Mittheilungen  der  Gesell- 
schaft für  Salzburger  Landeskunde  Bd.  IX  S.  21  und  Zillner,  Gesch.  der  Stadt 
Salzburg  (1885)  I,  347.  -  »)  Erdmannsdöi-fFer,  De  commercio  p.  31.  —  '°)  -T.  E. 
V.  Koch-Stemfeld,  ,Die  Elsenhaimer"  im  Oberbayerischen  Ai-chiv  Bd.  Y  S.  184.  — 
")  Chrael,  Regesten  Friedrich  IV.  Nr.  1982.  —  ^^)  cf.  A.  v.  Scheurl  in  den 
Mittheilungen  des  Vereins  für  Geschichte  der  Stadt  Nürnberg  Heft  5  S.  15.  — 
'*)  Spatzenegger  a.  a.  0.  —  ^*)  s.  Bd.  1  Nr.  615,  wo  ,Stefano  Caiserer*  als 
Gläubiger  genannt  ist;  im  gleichen  Jahre  und  vorher  schon  war  er  Consul  der 
deutschen  Kauf  leute  in  Venedig ;  cf.  später  die  Consuln-Liste.  —  '*)  s.  Bd.  I  Nr.  653. 


56  Geschichtliches. 

Ferner  gehört  hieher  aus  der  Zahl  der  in  Venedig  bestatteten 
Deutschen  der  1459  oder  14G9  verstorbene  Friedrich  Tunckel  (Tun- 
chel)  ^);  1475  starb  ebendaselbst  aus  Salzburg  Michael  Holczhauser^). 

1480  (6.  Dez.)  verlieh  Friedrich  III.  der  Stadt  das  Privileg, 
„auf  der  Donau  mit  Venedigischer  Wahr  in  0 esterreich  Kaufmann- 
schaft zu  treiben"^). 

Aus  dem  Salzburger  Land  finden  wir  ferner  1343  einen  Conradus 
aus  Radstadt*).  — 

Wir  wenden  uns  nun  von  Salzburg  westlich  nach  dem  eigent- 
lichen Herzogthum  Baiern,  dessen  Haupthandelsplatz  Regens- 
burg wir  schon  oben  behandelt  haben.  Daneben  finden  wir  noch 
München  und  Landshut  in  direktem  Verkehr  mit  Venedig, 
obgleich  freilich  nicht  zu  verkennen  ist,  dass  derselbe  nur  ein 
massige»  gewesen  sein  dürfte.  Im  Jahre  1331  werden  einem  Hen- 
ricus  von  München^)  und  1337  einem  Friedrich  Rabenskopf  von 
Landshut  Waaren  auf  dem  Wege  von  Venedig  heraus  geraubt^). 
Bei  der  Schlussverhandlung  über  die  Entschädigung  des  Letzteren, 
welche  im  Fondaco  selbst  stattfand,  wird  ausser  den  Söhnen  des 
Beraubten,  Berthold  und  Hermann,  noch  ein  Münchener  Richard, 
Sohn  eines  Conrad,  unter  den  Zeugen  aufgeführt.  1333  wird  ein 
Ulrich  von  München  in  Venedig  erwähnt,  der  aber  vielleicht  nur 
ein  Sensal  war ').  Weiter  lesen  wir,  wie  im  Anfang  der  70er  Jahre 
des  14.  Jahrhunderts  (vor  1373)  Hermann  Pütrich  in  Belluno  eine 
Quantität  Eisen  als  Guthaben  erhalten  hat,  welches  nach  seinem 
Tode  (1373)  seine  Schwiegersöhne  Heinrich  Diener  und  Peter  Gross 
nunmehr  im  März  1375  nach  Venedig  schaffen  lassen  wollen  und 
dürfen,  um  es  da  zu  verkaufen  ^).  Und  endlich  hören  wir  —  dies 
sei  mehr  nur  der  Vollständigkeit  halber  angeführt  — ,  dass  Gabriel 
Angler  in  den  Jahren  1434  und  1435  „Varb  und  Lasur"  in  Venedig 
gekauft  hat  zu  seinem  „Werk"  in  der  Lieb-Frauenkirche  Münchens  ^). 

Aus  Niederbaiern  ist  vielleicht  noch  die  Straubinger  Gegend, 
das  Pflegamt  Mittervells,  anzuführen,  wo  1429  ein  Heintz  Murr, 
Vetter  eines  Peter  Schweinfurter,  mit  Venedig  in  direkter  Handels- 
verbindung gestanden  zu  haben  scheint  ^*^). 

Andere  Notizen  beziehen  sich  dann  auf  den  Verkehr  der 
Venetianer  in  Baiern,  welches  sie  auf  dem  Wege  nach  Flandern 
u.  s.  w.  in  früherer  Zeit,  z.  B.  im  14.  Jahrhundert,  häufig  passirten. 
Im  Jahre  1 340  (März)  erlaubte  Kaiser  Ludwig  IV.  Venetianer  Kauf- 


^)  bestattet  in  S.  Giovanni  e  Paolo;  cf.  später  bei  den  Grabschriften.  — 
■■')  Walz,  Die  Grabdenkmäler  von  St.  Peter  und  Nonnberg  zu  Salzburg  (Beigabe 
zu  den  Mittheilungen  etc.  1867)  S.  466.  —  ^)  Mittheil,  der  Gesellschaft  für  Salz- 
burger Landeskunde  Bd.  V  S.  200.  -  ")  Bd.  1  Nr.  104.  -  *)  ebda.  Nr.  88,  89  ; 
vielleicht  ein  Sohn  dieses  Henri cus  ist  der  Sensal  im  Fondaco  Marcus,  der  am 
14.  Juli  1358  das  Bürgerrecht  in  Venedig  nach  ISjährigem  Aufenthalt  erhält; 
s.  Comniem.  lib.  VI  no.  28.  —  ^)  Commem.  Hb,  III  no.  396,  398,  412,  413,  414: 
s.  Riezler,  Gesch.  Baierns  Bd.  II  S.  526.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  785.  —  «)  ebda.  Nr.  226 
u.  227.  —  ^)  Monumenta  Boica   vol.  XX  p.  264  u.  267.  —  '")  s.  Bd.  I  Nr.  354. 


Geschichtliches.  57 

leuten,  200  Waarenballen  von  Venedig  aus  durch  seine  Länder  über 
München  zollfrei  nach  Brügge  zu  führen  ^).  Ob  Ludwig  wirklich, 
wie  Wolf  meint  ^),  auf  diese  Weise  den  levantinischen  Handel  nach 
München  und  durch  München  zu  ziehen  beabsichtigte,  mag  dahin- 
gestellt bleiben.  München  begegnet  uns  dann  aber  auch  öfter  in 
unseren  Urkunden  als  Station  der  Venetianer  auf  dem  Wege  von 
oder  nach  Flandern  ^).  Von  einer  gewissen  Intimität  der  gegen- 
seitigen Beziehungen  zeugt  es  jedenfalls,  wenn  wir  hören,  dass  im 
Jahre  1365  Wilhelm  Ligsalz  (der  in  diesem  Jahre  dem  äusseren 
Rathe  der  Stadt  angehörte)  ^) ,  von  der  venetianischen  Regierung 
als  ,hospesS  als  „Geschäftsfreund"  (?)  der  venetianischen  Kaufleute 
bezeichnet  wird  ^),  der  es  sich,  wie  auch  die  Stadtgemeinde  selbst, 
sehr  angelegen  sein  lässt,  Strassenräuber,  die  sich  an  venetianischen 
Kauf  leuten  vergrij0Fen  hatten,  zur  Rechenschaft  zu  ziehen,  ja  sogar 
sie  hinterlistig  aus  dem  Wege  räumen  zu  lassen  sich  bereit  zeigt! 
Im  Ganzen  musste  freilich  der  Handelsverkehr  zwischen  Baiern  und 
Venedig  unter  der  Rivalität  und  Konkurrenz  der  schwäbischen 
Städte  empfindlich  leiden. 

Unter  diesen  steht  natürlich  voran  Augsburg. 

Wenn  auch  die  oben^)  citirte  Behauptung,  dass  die  Augsburger 
bereits  im  12.  Jahrhundert  ihre  Waaren  über  Villach  nach  Venedig 
gesandt,  urkundlich  sich  vorerst  nicht  begründen  lässt,  so  reicht 
doch  gewiss  der  Verkehr  zwischen  Augsburg  und  Venedig  in  eine 
hohe  Zeit,  wenigstens  in  das  13.  Jahrhundert  zurück.  Dies  geht 
unzweifelhaft  aus  dem  ganzen  Tenor  jenes  Aktenstückes  vom 
17.  Oktober  1308  hervor*^),  worin  mit  Rücksicht  auf  die  alte 
Freundschaft  den  Augsburger  Kauf  leuten  Indemnität  wegen  Auf- 
haltung venetianischer  Waaren  bei  Füssen  ertheilt  und  die  Abschaffung 
eines  deshalb  eingeführten  neuen  Strafzolles  zugesichert  wird.  Alle 
gegentheiligen  Behauptungen  eines  Stetten,  Fischer  oder  Hüll- 
mann, dass  der  Handel  Augsburgs  nach  Venedig  erst  später  be- 
gonnen habe,  sind  damit,  wie  schon  Erdmannsdörfer  bemerkt  hat ''), 
widerlegt  und  hinfällig.  Uebrigens  kann  man  hiefür  auch  ein  noch 
älteres  urkundliches  Zeugniss  anführen:  jene  Vereinbarung  des 
Bischofs  Hartmann  von  Augsburg  mit  den  Bürgern  der  Stadt  vom 
(c.)    28.    .Juli    1282    über    einen    neuen    Zolltarif  an    der    Wertach- 


^)  Jos.  Heinr.  "Wolf,  Urkundliche  Chronik  von  München  Bd.  I  S.  606; 
s.  Riezler  a.  a.  0.  JI,  526.  Gg.  Westermayer,  Chronik  der  Burg  und  des  Marktes 
Tölz  (1871)  S.  167  ist  geneigt  anzunehmen,  dass  die  Venetianer  dabei  die  Wasser- 
strasse der  Isar  benützten ,  weil  die  betreffende  Urkunde  im  Kloster  Schäftlarn 
aufbewahrt  wurde,  das  einst  einen  "Wasserzoll  dort  eingenommen.  —  ^)  Bd.  I 
Nr.  192,  249—251.  —  ^)  Monum.  Boica  Bd.  XXXVb  p.  116.  -  ")  s.  Bd.  1  Nr.  209; 
ebenso  1366  bei  Pelzel,  Kaiser  Karl  IV.  Bd.  II  Urkundenbuch  S.  367  Nr.  332,  wo 
er  für  die  Venetianer,  welche  in  Böhmen  vielleicht  durch  den  auch  in  obiger 
Urkunde  genannten  (Sbaicar)  Smerther  beraubt  worden  waren,  die  zurück- 
kommenden "Waaren  in  Empfang  nehmen  soll.  —  '')  S.  8.  —  *)  Erdmannsdörfer. 
De  conimercio  p.  15;  cf.  Bd.  I  Nr.  26.  —   ')  Erdmannsdörfer  1.  c.  p.  14. 


58  Geschichtliches. 

brücke^),   in   welcher  es  wörtlich  u.  A.  heisst:   Ist  aber  ein  ande: 
Burger,  der  gen  Venedic  nicht  vert  u,  s.  w. 

Als    Träger    dieser   Verbindungen    finden    wir    dann    folgend 
Augsburger  genannt: 

1328  Johannes  Apothecarius  (Hans  der  Apentecker,  Appothecker)  ^) ; 

1338  ein  Johannes,  Sohn  eines  Bartholomäus,  und  Johannes  Alchi- 
maister  ^) ; 

1342  Berthold  Winkler  ^).  Derselben  Familie ,  darf  man  wohl 
vermuthen,  gehörte  an  und  gleichfalls  in  Handelsbeziehung  mit 
Venedig  stand  der 

1370  genannte  Ulrich  Winkler,  der  von  seinem  Neffen  Sebastian 
Rem  den  Auftrag  erhalten  hatte  (zugleich  mit  dessen  Neffen 
Johannes  Rem),  das  von  dessen  (des  Sebastian  Rem)  verstor- 
bener Gattin  Thomasia  Rem  in  Treviso  hinterlassene  Erbe 
zu  erheben^).  Ob  dieser  Johannes  Rem  identisch  ist  mit  dem 
Ahnherrn  des  Lucas  Rem,  Hans  Rem  (geboren  2.  Februar  1340), 
der  nach  der  Aussage  Lucas  Rem's  gerade  durch  den  Handel 
mit  Venedig,  das  Herausführen  der  „ersten  BomwoU"  reich 
geworden  ist*^),  vermag  ich  nicht  zu  entscheiden.  Weiter  sind 
aber  zu  nennen: 

c.  1371  Johannes  Buser  und  Heinrich  Bach''); 

(1388  nahmen  Herzog  Stephan  von  Baiern  und  Bischof  Burkhart  von 
Augsburg  „den  von  Augspurg  60  Fass  Welschwein  und  20  Ballen 
zu  Füssen  weg,    die    waren  herauss  kommen  von  Venedig"**); 

1393  zwei  Brüder  Marcus  und  Conradus^); 

1413  Sigmund  Gossenprot  aus  dem  bekannten  alten  Geschlechte  ^"); 
ferner  zu  demselben  und  dem  folgenden  Jahre  Nicolaus  Winter  ^  ^), 
Georg  Tänndrich  (Dendrich)  ^^),  Leonhard  Pfister^^),  Paul 
Lang(en)i4); 


1 


1)  Monum.  Boica  Bd.  XXXIIIa  S.  161.  —  -)  Bd.  I.  Nr.  76-78,  81;  1317 
Stadtpfleger;  cf.  Stetten,  Geschichte  der  adeligen  Geschlechter  in  Augsburg  S.  49. 
—  ^)  Als  Zeugen  erwähnt  bei  der  oben  erwähnten  Schadenersatzverhandlung 
zwischen  der  venetianischen  Regierung  und  der  Familie  Rabenskopf.  Com- 
memoriali  lib.  III  no.  414.  —  '')  ibid.  no.  576,  581.  —  ^)  Sebastian  Rem  war 
selbst  ,hospes'  (Wirth  ?)  in  Treviso,  heirathete  nach  dem  Tode  seiner  Frau  noch- 
mals eine  gewisse  Lucia,  welche  nach  dem  Ableben  des  Sebastian  ein  Kind 
gebar,  dem  von  Seite  jenes  Johannes  Rem  das  Erbe  streitig  gemacht  wurde; 
cf.  später  im  Anhang  und  GreiiF  in  den  Anmerkungen  zu  Lucas  Rem 's  Tagebuch 
S.  80  Nr.  14.  —  ^)  cf.  Lucas  Rem's  Tagebuch,  hrsg.  von  GreifF,  S.  1.  —  ')  Bd.  I 
Nr.  217,  218;  der  letztere  war  1368  im  Rath,  s.  Stetten,  Gesch.  der  adeligen 
Geschlechter  S.  85 ;  cf.  Chroniken  der  deutschen  Städte  (hrgb.  von  der  hiesigen 
Histor.  Commission),  Augsburg,  I,  133  und  wird  1374  genannt  in  den  Monum. 
Boica  Bd.  XXXIII b  p.  472.  -  «)  Chroniken  d.  d.  St.,  Augsburg,  II,  39.  —  ')  Bd.  I 
Nr.  275.  -  '")  ebda.  Nr.  308,  309;  Stetten,  Gesch.  der  adel.  Geschl.  S.  80:  s.  auch 
Chroniken  der  deutschen  Städte,  Augsburg,  Bd.  II  S.  349  ad  a.  1416.  —  i')  Bd.  [ 
Nr.  309,  310,  316,  318;  Stetten  S.  62.  -  '^)  Bd.  I  Nr.  "308,  310,  312,  316; 
Bürgermeister  aus  der  Cramer-Zunft  in  Augsburg  1427  und  1429;  Stetten  S.  61.  — 
'»)  Bd.  I  Nr.  310,  316;  Stetten  S.  170;  stirbt  1434,  25.  Januar;  cf.  Prasch, 
Epitaphia  Augustana  (1624)  Bd.  I  S.  243.  -  '^)  Bd.  I  Nr.  308-311,  316:  1426 
Bürgermeister;  Stetten  S.  121. 


Geschichtliches.  51^ 

1414  Ulrich  Prun  (Braun?)  ^),  der  wenigstens  nach  Treviso 
Handel  trieb,  wie  vielleicht  auch  der  dorthin  zur  Erhebung 
von  dessen  Hinterlassenschaft  gesandte  Kraemser  ^),  der  vielleicht 
identisch  ist  mit  dem  um  diese  Zeit  öfters  genannten  Jodocus 
Kramer. 

Dieser  selbst  erscheint  bei  uns  unter  dem  Jahre  1420  ^)  und 
ist  derselbe,  zu  dem  Burkard  Zink  1419  in  die  Lehre  oder  inV 
Geschäft  trat^). 

Jakobi  1424  wird  Zink  von  seinem  Herren  nach  Venedig 
geschickt,  um  Baumwolle  zu  kaufen  '^),  und  von  da  an  war  Zink 
ein  häufiger  Gast  in  der  Lagunenstadt.  Im  Jahre  1430  musste 
er  im  offiziellen  Auftrage  daselbst  eine  grössere  Menge  Sal- 
peter einkaufen'^),  imd  im  nächsten  Jahre  1431  »füegt  es  sich  .  . 
dass  Peter  Egen,  den  man  seit  nennt  Peter  von  Argun,  des 
auch  die  wag,  kain  wegmeister  hett;  der  schickt  zu  mir  .  .  . 
mit  kurtz  versprach  ich  mich  zu  im  und  ward  sein  Diener  .  , 
und  ist  zu  wissen,  dass  er  mir  gen  Venedig  erlaubet  zu  reiten^ 
wann  ich  wolt,  also  rait  ich  alle  jar  auf  das  minst  ainest 
(einmal)  oder  zwirend  (zweimal)  gen  Venedig"  *^).  Und  er 
verzeichnet  dann  selbst  noch  öfter,  so  zu  den  Jahren  (1434) 
1438,  1445,  1446,  1447,  1448  seine  Reisen  nach  und  von 
Venedig '').  Aus  der  ersten  Hälfte  des  Jahrhunderts  sind  dann 
noch  zu  erwähnen: 

1415  Nicolaus  Winter  (cf.  oben  1413)  als  Vertreter  des  Bürger- 
meisters Lorenz  Egen^)  und  Hans  von  Hoy,  der  einer  Chronik 
zufolge  1423  oder  nach  der  Angabe  des  Clemens  Sender  1455 
in  Folge  einer  verfehlten  Woll-Spekulation  fallirte  ^) ; 

1425  und  1429  (Ulrich  Plattner  und)  Johannes  Herwart,  der 
letztere  in  Verbindung  mit  Ulrich  Artzt  (?)^^); 

1429  Ulrich  Rehlingerii); 

1431  Hans  Endorffer  der  Aeltere^^); 

1437  die  Warruss  und  die  Mutting^^)  und  ein  Johannes  Mau- 
rinus  (?)  ^*); 

1441  Lorenz  Welser  ^^); 

(1458  Hermann  Ramung^*^),  Martin  Lauginger ^ '') ; 


')  Bd.  1  Nr.  314.  —  ')  ebda.  Nr.  326.  —  *)  Chroniken  etc.,  Augsburg,  Bd.  TI 
S.  128  „er  treib  kaufmannschaft",  sagt  Zink  von  ihm,  „mit  gefiell  (=  Fell  oder 
Pelzwerk)  von  der  Steiermark,  auch  ander  kaufmannschaft  von  Venedig  als  wol 
etc."  -  *)  ebda.  S.  132.  -  ^)  ebda.  S.  333.  —  «)  ebda.  S.  133.  -  ')  ebda. 
S.  187,  155,  179,  181,  188.  -  «)  ebda.  Nr.  318.  —  »)  Greiff  in  den  Anmerkungen 
zu  Lucas  Rem's  Tagebuch  S.  79.  Beide  Quellen  stimmen  darin  überein,  dass 
Hans  von  Hoy  zum  Nachtheil  der  Anderen  alle  Wolle  in  Venedig  um  hohen 
Preis  aufkaufte,  um  eine  Steigerung  des  Preises  zu  erzielen.  —  '")  s.  Bd.  1  Nr.  341, 
355,  356  und  Chroniken,  Augsburg,  II,  72  Anm.  4;  cf.  Thomas  in  den  Sitz.-Ber. 
der  k.  b.  Akad.  d.  W.  1869  Bd.  I  S.  285.  —  '')  Der  später  wiederholt  Bürger- 
meister der  Stadt  war,  s.  Stetten  S.  90;  cf.  Bd.  I  Nr.  356.  —  ^^)  s.  Stetten 
S.  163  und  Bd.  I  Nr.  369.  —  '»)  Chroniken,  Augsburg,  I,  204.  —  '')  s.  Bd.  I 
Nr.  414.  —  '*)  ebda.  Nr.  422.  -  •*)  Von  Zink  freilich  nur  als  „pallenfürer" 
bezeichnet;  s.  Chroniken,  Augsburg,  II,  216  ad  a.  1458.   —    ")  s.  Bd.  I  Nr.  497. 


60  Geschichtliches. 

1465  Peter  Schneider^),  Ludwig  Mewtting'  und  (Lucas  Kem- 
nater  ?)  ^) ; 

1468  Claus  Lederer  s); 

1469  Hans  und  Ulrich  Peutinger  '^) ; 

1470  Claus  und  Peter  die  Friesen^); 

1475  Thomas  Rem  (?)«); 

1476  Jörg  Hyller'); 

1484  Heinrich  Stamler  und  Gebrüder,  die  dann  noch  öfters,  zu 
den  Jahren  1490,  1494,  1499  und  1501  genannt  werden^),  in 
welch'  letzterem  (1501)  nach  ihrem  Fallissement  die  von  ihnen 
bis  dahin  innegehabte  Kammer  sammt  Gewölbe  an  Georg 
Höchstetter  und  Gebrüder  überwiesen  wird  ^) ; 

1490  wird  ferner  genannt  Heinrich  und  Baltassar  Wolf^^); 

1494  Lucas  Rem,  der  bis  1498  in  Venedig  geblieben  zu  sein 
scheint,  freilich  nur  als  „Lehrling,  um  die  Sprache  und  die 
Kaufmannschaft  zu  erlernen",  zu  welchem  Behufe  er  zwei  Fak- 
toren der  Welser:  Hans  Stebehaber  und  Hans  Lauginger  „be- 
fohlen" d.  h.  empfohlen  wurde  ^^).  Der  den  Lucas  Rem  nach 
Venedig  „hineinführende"  Hans  Pfister  war,  wenn  nicht  ein 
Brief-Postbote,  vielleicht  aus  der  gleichnamigen  mit  Venedig  in 
Verbindung  stehenden  Kaufmannsfamilie ; 

1495  Philipp  Adler,  wohl  der  aus  Speier  gebürtige  „Hofdiener" 
Maximilians  I.  und  Grossvater  mütterlicherseits  der  Philippine 
Weiser^'''),  deren  Grossvater  von  des  Vaters  Seite,  der  bekannte 
Anton  Welser,  zugleich  mit  seinem  Compagnon  (und  Schwager) 
Konrad  Vöhlin  übrigens  ebenfalls  um  diese  Zeit  und  zwar 
zum  Jahre  1498  als  im  Fondaco  verkehrend  erwähnt  wird^-''). 
Nennen  wir  dann  noch  den 

1504  (und  1508)  erwähnten  Bruder  des  Bischofs  Mathäus  Lang 
von  Gurk,  Johannes  Lang,  Juwelenhändler,  der  wegen  Zahlungs- 
unfähigkeit gleichfalls  genöthigt  war,  mit  seinen  venetianischen 
Gläubigern  ein  Abkommen  zu  treffen  ^'^),  um  endlich  mit  den 
bedeutendsten  Augsburger  Handelsherren,  den  Fuggern,  zu 
schliessen. 


I 


I 
I 

II 
1 


1)  s.  Bd.  I  Nr.  498.  500;  cf.  Stetten  S.  442.   -   ')   s.   Chmel,  Regesten 
Friedrich  IIJ.  Nr.  4171.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  508.  —  ^)  Chroniken,  Augsburg,  II,  394. 

-  5)  s.  Bd.  I  Nr.  517.  —  «)  ebda.  Nr.  533.  —  ')  ebda.  Nr.  536.  —  «)  ebda.  Nr.  565, 
583,  591,   59'2,   608,   609,   613—616.  ~  »)  ebda.  Nr.  616.  —   >«)  ebda.  Nr.  583. 

—  11)  s.  Tagebuch  S.  5,  81  Nr.  20—25.  —  '^)  Bd.  I  Nr.  598;  s.  Stetten  S,  442; 
Prasch  I,  77;  stirbt  1532,  71  Jahre  alt.  —  i')  Bei  Marino  Sanuto  in  seinen 
,Diarii'  tom.  II  p.  283.  —  '')  Bd.  I  Nr.  627,  663;  Sanuto  V,  327  sagt  darüber:  1503, 
16.  Nov.  (Sier  Alvixe  Mocenigo  orator),  scrive  (dil  di  6)  che  domino  Matheo  Lanch, 
secretario  regio  li  ha  ditto  haver  uno  fratello,  nominato  Zuan  Longo  zoielier,  quäl 
fallite  di  Veniexia  e  portö  via  ducati  2000,  e  voria  un  salvoconducto  per  mexi 
4  comenzando  el  primo  di  Dezembrio,  et  che  '1  porterä  qualche  danar  e  si  acor- 
derä  con  li  soi  creditori  dicendo  haver  speso  ducati  6000  in  la  sorella  che  lui 
ha  maridato  questo  anno  nel  fiol  di  domino  Paris  di  Lodron  et  fvi  bellissime 
noze,  dove  etiam  lui  orator  vi  i'u. 


Geschichtliches.  Gl 

So  merkwürdig  es  klingt:  wir  besitzen  weder  von  diesem 
Geschlecht  überhaupt  oder,  genauer  gesagt,  von  den  ältesten  Gliedern 
desselben,  noch  speziell  von  dem  Beginn  ihres  Handels  nach  Venedig 
genaue  Kunde  ^).  Aus  einem  handschriftlichen  Fugger- Buch,  welches 
vor  nicht  langer  Zeit  aus  dem  K.  Allgeroeinen  Reichsarchiv  dahier 
in  die  K.Hof-  und  Staatsbibliothek  transferirt  wurde  ^),  entnehme 
ich,  dass  bereits  in  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  die 
Fugger  nach  Venedig  zu  handeln  begannen  —  zuerst  wohl  jener 
Matheus  Fugger,  der  ein  Sohn  des  „stolzen"  Andreas  (1406 — 1456) 
und  ein  Enkel  des  Ahnherren  Hans  (oder  Johannes)  Fuggers  (f  1409) 
war.  Glücklicher  als  dieser  Matheus  war  sein  Bruder  Lucas  bei 
diesem  Handel.  Vielleicht  hat  er  gerade  das  „Gleger"  in  Venedig 
eingerichtet,  in  welches  dann  beispielsweise  Andreas  (geboren  1443), 
ein  Enkel  des  Ahnherren  Hans  von  dessen  zweitem  Sohn  Jakob 
(dem  eigentlichen  Begründer  der  noch  lebenden  Fugger'schen  Fa- 
milie), und  ebenso  der  Bruder  dieses  Andreas,  Hans  (geboren  1445), 
in  jungen  Jahren  gesandt  wurden.  Beide  sind  daselbst  in  Venedig  — 
der  letztere  im  Jahre  1461  —  gestorben  und  begraben.  —  Auch 
deren  jüngster  Bruder  Jakob,  der  frühere  Domherr  zu  Herrieden, 
der  sich,  wie  erwähnt^),  erst  in  vorgerückterem  Alter  (1473)  auf 
Bitten  seiner  Brüder  Ulrich  und  Georg  entschloss,  dem  Handel  sich 
zu  widmen,  und  der  nachmals  ,der  Reiche'  genannt  wurde,  machte 
dort  seine  Lehrzeit  durch.  Dann  finden  wir  noch  folgende  Glieder 
des  Geschlechtes  als  am  Handel  mit  Venedig  betheiligt  in  unseren 
Urkunden  aufgeführt: 

1484  und  1489  Heinrich   (oder  Ulrich?)  Fugger   mit  Brüdern'*); 

1490,  1494,  1497  Lucas  Fugger  mit  seinem  Sohne  Marcus, 
welcher  mit  seiner  Gesellschaft  ebenfalls  gezwungen  war,  sich  für 
fallit  zu  erklären  ^) ; 

1499  Hans  (oder  Johannes)  Fugger*'),    wohl  ein  Sohn* und  Ver- 
treter Ulrich's ; 

1503  Ulrich   selbst   mit  seiner   Gesellschaft,    als    deren  Vertreter 
Johannes  Cheler  (=  Keller?)  fungirte ''). 

Wir  wollen  hier  nicht  die  öfters  angeführten  Angaben  über 
die  Reichthümer  der  Fugger  wiederholen  ^)  —  dass  Hans  Fugger  im 
Jahre  1499  Kupfer  im  Werthe  von  60,000  Dukaten  im  Land  hatte, 
ist  bereits  früher  erwähnt  worden  —  welche  sie  ja  mehr  als  einmal 
in  den  Stand  setzten,  unseren  Kaisern,  einem  Max  I.  und  Karl  V., 
unter  die  Arme  zu  greifen.  Nur  auf  eine  von  Marino  Sanuto  über- 
lieferte Notiz  möchte  ich  hinweisen,  welche  von  diesem  Reichthum 


')  Auch  Kleinschmidt,  Augsburg,  Nürnberg  und  ihre  Handelsfürsten  im 
15.  u.  16.  Jahrh.  (Kassel  1881)  enthält  nichts  darüber.  —  -)  Auslieferungsnummev 
773.  —  ^)  cf.  oben  S.  89.  —  ")  Bd.  I  Nr.  568.  582.  —  '")  ebda.  Nr.  583,  594,  603, 
604,606;  cf.  Sanuto  11,10.  —  •)  Bei  Sanuto  1499  tom.  U  p.  1071.  —  ')  s.  Bd.  I 
Nr.^  622;  cf.  Sanuto  II,  736.  1499,  Adi  20  Mazo :  Zuam  de  Cheler  fa  i  fati  per 
i  Focher.  —  *)  s.  Kleinschmidt  a.  a.  0. ;  cf.  Dobel  in  der  Zeitschr.  des  histor. 
Vereins  f.  Schwaben  1879  S.  33  ff. 


^2  Geschichtliches. 


gleichfalls  ein  beredtes  Zeugniss  ablegt.  Dieser  getreue  Bericht- 
erstatter erzählt  ^),  wie  im  Jahre  1509  —  das  freilich  über  unseren 
Zeitraum  hinausliegt  —  die  Fugger  einen  Diamant  um  20,000  Dukaten 
kauften,  der  früher  im  Besitz  der  venetianischen  Familie  Augustini 
gewesen  war.  Ein  Jahr  später  ging  er  in  jenen  des  Papstes  über, 
der  den  Stein  um  18,000  Dukaten  von  den  Fuggern  erstand  2).  Die 
Fugger  aber  zahlten  jene  Summe  statt  mit  baarem  Gelde  —  mit 
Kupferbarren  und  zwar  im  Betrage  von  500,000  Pfund.  Wie  bei 
jedem  anderen  Kaufgeschäfte,  waren  auch  hier,  was  Sanuto  nicht  zu 
erwähnen  vergisst,  Sensale  zum  Abschluss  des  Kaufes  nothwendig 
und  betheiligt,  und  sie  mögen  über  den  ihnen  dabei  zugekommenen 
Antheil  wohl  zufrieden  gewesen  sein.  —  Dass  unter  solchen  Um- 
ständen die  Fugger  wohl  die  erste  Rolle  im  Fondaco  gespielt  haben, 
ist  leicht  zu  vermuthen  und  geht  auch  ziemlich  deutlich  aus  den 
Diarien  Sanuto's  hervor,  in  denen  sie  wiederholt  an  der  Spitze  der 
deutschen  Kauf  leute,  gewissermassen  als  deren  Repräsentanten  genannt 
werden  ^). 

Von  den  übrigen  schwäbischen  Städten  wollen  wir  zuerst  nennen 
Memmingen  wegen  des  engen  Zusammenhanges,  der  zwischen 
dieser  Stadt  und  der  obengenannten  Augsburger  Handelsgesellschaft 
Anton  Welser,  Konrad  Vöhhn  &  Cie.  bestand.  Waren  doch  die 
Vöhlin's  ein  Memminger  Geschlecht;  Anton  Welser  selbst  war 
,  Bürger  wie  Stadthauptmann "  in  Memmingen  geworden  und  gab 
auch  nach  seines  Vaters  Tod  sein  Bürgerrecht  in  Memmingen  nicht 
auf,  obgleich  er  nach  Augsburg  zurückkehrte  ^). 

Vielleicht  gehörte  auch  der  als  Vertreter  der  Fugger  oben 
erwähnte  Johannes  Cheler  der  Memminger  Familie  Keller  an;  und 
wiederum  vielleicht  ist  hinter  dem  etwas  räthselhaften  Marcus 
Siaorle  ein  Glied  der  wenigstens  im  17.  Jahrhundert  in  Memmingen 
lebenden  Familie  Stierle  ^)  zu  suchen.  Weitere  Namen ,  die  hier 
zu  nennen  wären,  sind  mir  aus  diesem  Zeiträume  nicht  bekannt; 
der  Verkehr  der  Memminger  mit  Venedig  ist  aber  noch  besonders 
durch  die  Schreiben  der  venetianischen  Regierung  von  1432  und  1433 
bezeugt,  worin  dieselbe  mit  Repressalien  droht,  wenn  dort  auf- 
gehaltene Waaren  venetianischer  Bürger  nicht  freigegeben  werden ''). 

Dasselbe  gilt  von  Kempten''). 

In  derselben  Weise  suchte  die  venetianische  Regierung  um 
dieselbe  Zeit  auf  Ulm  einen  Druck  auszuüben^),  das  durch  seine 
W^ebereien  auf  eifrigen  Verkehr  mit  Venedig  angewiesen  war.  Wann 
derselbe  seinen  Anfang  genommen,  wissen  wir  nicht.  Aus  dem  15.  Jahr- 
hundert aber  können  wir  —  besonders  aus  den  von  G.  M.  Thomas 
veröffentlichten  Ulmer  Archivalien'')  —  folgende  Namen   anführen: 


ren      ^ 


^)  Sanuto,  Diarii  tom.  VIII  p.  87  zum  14.  April.  —  ^)  ibid.  tom.  X 
p.  283.  -  ^)cf.  ibid.  tom.  II  p.  1067,  1075,  1121;  V,  195.  -  ^)  s.  Kleinschmidt 
a.  a.  0.  S.  136.  —  *)  s.  Bd.  I  Nr.  544;  cf.  Schorer,  Chronik  von  Memmingen  (1660) 
S.  11.  —  «)  s.  Bd.  I  Nr.  393,  396,  399.  —  ')  ebda.  Nr.  393,  896,  445,  448, 
449.  -  «)  ebda.  Nr.  395,  402,  404,  405.  -  »)  Sitz.-Ber.  d.  k.  bayer.  Akad.  d. 
Wiss.  1869  Bd.  I  S.  281  u.  ff. 


Geschichtliches.  63 

1420  Johannes  Diether(r?)  und  Sohn; 

1427  und  1437  Heinrich  Glich  oder  Clinch; 

1430  und  1431  Peter  Weiss^); 

1441  Johannes  Moche; 

1446  Ott  Ruland  und  Konrad  Kemmlin^); 

1453  Peter  Roys; 

1464  ein  Angelinus,  dessen  Bruder  in  Treviso  ansässig  war; 

1476  Heinrich  Low  (Lion)^); 

1482  und  1489  Otto  Roth; 

1483  Ytel  (Eitel)  Rentz,  der  Vertreter  der  Ulmer  Gesellschaft 
Rottengetter ,  der  den  aus  dem  heiligen  Land  nach  Venedig 
zurückkommenden  Felix  Fabri  gastfreundlich  in  seiner  Kammer 
im  Fondaco  aufnahm*).  Dem  ausführlichen,  so  überaus  werth- 
vollen  Reisebericht  Fabri's  danken  wir  dann  noch  die  Namen 
zweier  damals  in  Venedig  weilender  Ulmer  Kaufleute,  Johannes 
Müller,  mit  welchem  Fabri  in  die  Vaterstadt  Ulm  zurückkehrte  ^), 
und  Stoffel  Schleicher*").  Es  darf  noch  erwähnt  werden,  dass 
Fabri  bemerkt,  es  seien  damals  bei  seiner  Rückkehr  viele 
Kaufleute  aus  Ulm  in  Venedig  gewesen. 

Ob  der  1420  genannte  Johannes  Aysslinger  aus  Lauingen') 
direkt  in  Verbindung  mit  Venedig  stand  oder  aus  zweiter  Hand  von 
dort  Waaren  bezog,  ist  nicht  ganz  klar. 

Ebenso  ist  unsicher,  ob  unter  den  zum  8.  Dezember  1366 
erwähnten^)  Kaufleuten  von  ,Hohenoro'  solche  aus  Hohen- Urach 
gemeint  sind,  das  allerdings  „schon  von  alter  Zeit  her  eine  ange- 
sehene Fabrikstätte  der  schwäbischen  Leinwand  war"  ^)  —  oder, 
wie  man  von  anderer  Seite  gemeint  hat,  aus  Hagenau  ^^).  — 

Aus  Biber  ach  wird  ein  gewisser  Rigo  S(ch)noper  genannt, 
der  im  Jahre  1 423  mit  Erfolg  in  Venedig  sich  über  eine  neue  Steuer 
auf  die  von  ihm  importirten  Hornwaaren  beschwert  ^^);  von  Kempten 
und  Kaufbeuern  sind  mir  aus  dieser  Zeit  keine  Namen  bekannt, 
ebensowenig   aus  Lindau,    von  dem  Carl  Jäger  behauptet  ^^),    dass 


^)  s.  Bd.  I  Nr.  364,  365.  —  ^)  Ruland's  Handlungsbuch  (Bibl.  des  liter. 
Ver.  in  Stuttg.  Bd.  I)  S.  IX  und  6.  —  »)  s.  Bd.  I  Nr.  537,  538,  546;  cf.  Dieterich, 
Beschreibung  der  Stadt  Ulm  (1825)  S  194.  —  '')  s.  dessen  Evagatorium  vol.  ITI 
(Bibl.  d.  liter.  Ver.)  Bd.  IV  S.  388  .  .  .  quidam  mercator  juvenis ,  Ytel  Rentz, 
vir  juvenis  et  humanus,  procurator  illius  magnae  societatis,  quam  nominant 
Rottengetter,  duxit  me  in  cameram  suam,  nolens  me  manere  in  hospitio,  sed 
clavem  ad  cameram  thesaurorum  dedit,  ut  in  eam  meam  suppellectilem  ponerem 
et  in  ea  dormirem  et  in  refectorio  communi  dominorum  mercatorum  manducarem, 
quamdiu  ibi  mansurus  essem,  quod  et  feci.  —  *)  a.  a.  0.  IV  S.  436.  —  ')  Dieser  nur 
in  der  deutschen  Bearbeitung  (in  Feyerabend's  Reisbuch  1584  f.  186')  genannt.  — 
')  s.  Bd.  I  Nr.  326.  Dass  er  übrigens  in  Nürnberg  den  ihm  zugeschickten 
Safran  untersuchen  Hess,  hängt  wohl  damit  zusammen,  dass  seine  Tochter  Martha 
sich  1397  mit  Jörg  Stromer,  dem  Sohne  Ulman  Stromers,  verlobt  hatte;  cf.  Chroniken 
d.  d.  St.,  Nürnberg,  I,  69.  —  *)  Commemoriali  lib.  VII  no.  314.  —  ^)  Memminger, 
Beschreibung  des  Oberamtes  Urach  (1831)  S.  87.  —  **')  s.  Winckelmann,  Acta  II 
no.  903.  —  ")  s.  Capitolare  p.  133  cap.  240.  —  ^^)  Geschichte  der  Stadt 
Heilsbronn  und  ihres  ehemaligen  Gebietes  (1828)  Bd.  I  S.  84  ff'. 


Q4  Geschichtliches. 

es  beinahe  den  ausgedehntesten  (?)  Handel  unter  den  schwäbischen 
Städten  im  Mittelalter  gehabt  und  eigene  reitende  Boten  nach  Venedig 
unterhalten  habe.  Als  Durchgangspunkt  für  die  Venetianer  Kauf- 
leute erscheint  es  1309  (Febr.  6.)  ^),  aus  welcher  Urkunde  man  zu- 
gleich sieht,  dass  Lindauer  damals  mit  Mailand  in  direktem  Verkehr 
standen. 

Dann  erscheint  Ravensburg  am  Ende  des  14.  Jahrhunderts 
ziemlich  lebhaft  am  Handel  nach  Venedig  betheiligt  ^).  Es  werden 
genannt: 

1390  (oder  1394)  Konrad,  Johannes  und  Ulrich  Wirt,  von  denen 
der  zweite  Johannes  auch  1403  in  unseren  Urkunden  erscheint^); 
ferner  als  Diener  und  Geschäftsführer  der  Wirt  Martin  Roeggli; 
ausserdem  ein  gewisser  Husler  und  Konrad  Segelbach. 

Der  letztere  wird  mit  seinem  Bruder  Johann  dann  noch  in 
anderen  Urkunden  vom  Jahre  1391  und  1399  erwähnt,  aus  denen 
erhellt,  dass  sie  ihren  früher,  im  Jahre  1388  oder  1389,  in  Ve- 
nedig eingegangenen  Verpflichtungen  nicht  pünktlich  nachkommen 
konnten  ^).  Wie  das  in  solchen  Fällen  häufig  geschah ,  hielten 
sich  die  Gläubiger  in  Venedig  dann  an  andere  Waaren,  die  eben  aus 
Ravensburg  ankamen ,  um  damit  ihre  Guthaben  zu  decken ,  in  der 
Voraussetzung,  der  schuldige  Ravensburger  könne  Theil  an  diesen 
Waaren  haben.  Das  gab  dann  wieder  Anlass  zu  Reklamationen  von 
Seiten  der  wirklichen  Besitzer,  deren  Namen  uns  dabei  wenigstens 
überliefert  werden,  wie  beispielsweise  in  dem  vorliegenden  Falle  1391 
der  eines  H(einrich)  Rengger^)  und  eines  Heinrich  von  Waise, 
genannt  Manz  ^) ,  deren  Leinwand -Ballen  für  die  Schulden  der 
Gebrüder  Segelbach  hätten  haften  sollen.  —  Ob  der  1392  genannte 
Ravensburger  Heinrich  EkoPj  ein  Kaufmann  oder  ein  in  Venedig 
ansässiger  Gewerbetreibender  gewesen,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden. 

Nicht  blos  räumlich,  sondern  auch  geschäftlich  standen  wohl 
Ravensburg  und  Konstanz  einander  nahe.  Wenigstens  finden  wir, 
dass  im  Jahre  1404  ein  Johannes  Muntbrat,  wohl  ein  Glied  dieser 
alten  Ravensburger  Familie,  der  freilich  als  ,concivis'  von  Konstanz 
bezeichnet  wird,  als  Bevollmächtigter  zweier  Konstanzer  Kaufleute 
mit  deren  Wechseln  zur  Einkassirung  nach  Venedig  geschickt  wird  ^). 
Uebrigens  stand  Konstanz  auch  direkt  mit  Venedig  in  Verbindung 
und  zwar  wenigstens  schon  seit  der  Mitte  des  14.  Jahrhunderts, 
abgesehen  davon,  dass  Konstanz  für  die  Venetianer  Durchgangs- 
station war  ^). 

Es  werden  genannt: 
1341   ein  Thomas  und  Matthaeus  ^<^); 
1366  Konrad  Bader  und  Johannes  Cumpast  (=  Gumpost)^^); 


')  s.  Bd.  I  Nr.  30.  —  -)  s.  Mone  in  der  Zeitschr.  f.  Gesch.  d.  Oberrheins 
Bd.  IV  S.  24  ff.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  280.  —  ^)  ebda.  Nr.  258,  259,  267—270, 
271,  278.  —  ^)  ebda.  Nr.  267.  —  ")  ebda.  Nr.  268,  270,  271.  —  ')  ebda.  Nr.  274. 
-  8)  Mone,  Zeitschr.  IV,  28.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  23.  —  ^")  ebda.  Nr.  800.  — 
")  Commemoriali  lib.  VII  no.  314,  324,  325 ;  cf.  Winckelmann,  Acta  II  no.  903. 


Geschichtliches.  tJ5 

1368  Heinrich  Flauer  und  Walter  Aufert^); 
1404  Johannes   Slatter   und   Lutfried  Bettminger  ^) ,    der   letztere 
auch  1407,  wo  ferner  die  Brüder  Albert  Kirchherren,  Burkart 
Wiener,    Wernlin   Aenslinger    als    in    Handels  Verbindung    mit 
Venedig  stehend  erwähnt  werden; 
1410  Johannes  Wagenmann  ^). 

Dass  diese  Verbindung  im  15,  Jahrhundert  noch  fortdauerte, 
erhellt  übrigens  auch  aus  den  Notizen  über  die  Botschaften,  welche 
den  Konstanzern  von  Augsburg  und  Nürnberg  über  die  von  Kaiser 
Sigmund  verhängte  Strassensperre  zugiengen  ■*). 

Zu  den  dort  erwähnten  Städten,  welche  diese  Sperre  berührte, 
gehört  auch  Basel,  das  übrigens  schon  seit  dem  14.  Jahrhundert 
an  diesem  Handel  Theil  nahm.     Es  sind  da  zu  nennen: 

1338  Johannes   Motozer   (Muttentzer) ,    der    als   Zeuge   in   einem 

Aktenstück  fungirt^); 
1355 — 1363  Burkhard  Münch  (Monacus)  zu  Landskron^); 
1355   Johannes  Vilicus   (?  Wiler) ') ,    wohl    aus    dem  Geschlechte 

der  Wiler,  aus  welchem  dann  besonders  noch  zum  Jahre 
1433  und    1434   Andreas  Viler   erscheint,    zuletzt   als  Geschäfts- 
führer für  die  Gesellschaft  Guarnerius  de  la  Chiesia  ^).    Ob  der 
1485  genannte  Hieronymus  Bilia^)  derselben  Familie    angehörte, 
wage  ich  nicht  zu  entscheiden.  — 

Aus  St.  Gallen  scheint  ein  gewisser  Johannes  gewesen  zu 
sein,  der  zum  Jahre  1362  als  in  Venedig  verkehrend  erwähnt  wird'^^); 
wohl  auch  ein  Johannes  Cili^^),  der  1483  nach  dem  Tod  eines  anderen 
Deutschen  dessen  Kammer  26  Jahre  lang  im  Fondaco  benützte  und 
sie  schliesslich  auch  förmlich  von  der  venetianischen  Regierung  für 
sich  und  seine  Erben  zugewiesen  erhielt,  da  er  grosse  „Geschäfte" 
treibe.  Ferner  1491  Christian  Wetter  und  Jacob  Hezer^^).  Ausser- 
dem werden  noch  in  einem  Dokument  des  Jahres  1368  unter  den 
Zeugen  aufgeführt  ein  Henricus  Spiser  und  ein  Gualterius  Plorer 
,aus  Alemanien ",  von  denen  aber,  wie  aus  dem  Register  zu  dem 
von  Boos  herausgegebenen  „Urkundenbuch  der  Landschaft  Basel" 
hervorgeht,  der  erstere,  Spiser,  einem  Rheinfeldener ,  der  zweite, 
Plorer  (Blorer?)  einem  Baseler  Geschlecht  angehört  haben  dürfte. 
Mit  ,Alemania'  bezeichnete  man  eben  damals  und  später,  z,  B, 
1409,  auch  die  Schweiz.  Es  ist  sehr  charakteristisch  und  interes- 
sant,   wie    gerade    in    diesem  Jahre  1409    der  Ausdruck    gebraucht 


')  Commemoriali  lib,  VII  no.  435 — 439,  wo  beide  ausdrücklich  als  ,Theo- 
tonici  mercatores  in  funtico'  bezeichnet  sind.  —  ^)  s.  Mone,  Zeitschr.  IV,  29,  — 
')  s.  Bd.  I  Nr.  302.  —  •»)  s.  Deutsche  Reichstagsakten  Bd.  VII,  S.  370  Nr.  248. 
—  *)  Commemoriali  lib.  111  no.  414;  vielleicht  derselbe,  der  1371  Amtmann 
zu  Basel  war ;  s.  Boos,  Urkundenbuch  der  Landschaft  Basel  S.  412.  —  ®)  s.  Com- 
memoriali lib.  V  no.  103,  113;  VI  no.  132,  197,  210,  236,  240,  260,  283,  293; 
VII  no.  141  und  Winckelmann,  Acta  II  no.  804,  856,  860,  873,  878,  880.  883, 
1203;  cf.  Bd.  1  Nr.  182,  197,  200,  204.  —  ')  Commemoriali  lib.  V  no.  113.  — 
")  Bd.  I  Nr.  401,  409.  —  »)  ebda.  Nr.  569.  —  '")  ebda.  Nr.  193.  -  ")  ebda, 
Nr.  557.  —   '^)  s.  Sammlung  der  eidgenöss.  Abschiede  III,  1   S,  384  Nr,  412,  g. 

5 


QQ  Geschichtliches. 

wird :  partes  Alemanie  qui  vocantur  Sbaycer  (=:  Svaycer  =  Schweizer  ^). 
Erst  später  wird  dann  der  Name  Helvetia  angewendet,  so  in  jenen 
wichtigen  Aktenstücken  aus  den  Jahren  1490,  1494,  1496,  welche 
von  dem  fortdauernden  Handel  der  Schweizer  Kantone  mit  Venedig 
werth volle  Kunde  geben.  Ein  venetianischer  Gesandter  nach  Burgund 
war  auf  der  Durchreise  in  Wesen  ^)  aufgehalten  und  mit  seinen 
Begleitern  festgenommen  und  nur  gegen  ein  hohes  Lösegeld  frei- 
gelassen worden.  Dieses  Attentat  beschloss  die  venetianische  Re- 
gierung nicht  ungeahndet  zu  lassen.  Sie  verbot  zuerst,  wie  es 
scheint^),  den  schweizerischen  Kaufleuten  überhaupt  den  Verkehr, 
und  als  diese  dagegen  remonstrirten ,  verfügte  sie  1490,  dass  alle 
von  Wesen  eingeführten  Waaren  in  Zukunft  noch  einen  besonderen  , 
Eingangszoll  von  1  '/2  °/o  zahlen  sollten ,  bis  genügende  Satisfaktion  t 
geleistet  sei  ^).  Als  die  Massregel  wegen  des  geringen  Ertrages  den 
gewünschten  Erfolg  nicht  hatte,  folgte  1494  eine  Verschärfung  der 
Massregel ''),  indem  bestimmt  wurde,  dass  nun  alle  übrigen  Schweizer 
Kantone,  Zürich,  Bern,  Luzern,  Schwyz,  Unterwaiden,  Uri,  Zug, 
Glarus,  Freiburg,  St.  Gallen,  Solothurn,  Appenzell,  von  ihren  nach  1 
Venedig  eingeführten  Waaren  (Tuch  und  Leinwand)  eine  Extra- 
steuer von  2  "/o  zahlen  müssten.  Dagegen  Hessen  Freiburg  und  Bern 
durch  eine  Gesandtschaft  vom  Bürgermeister  Freiburgs,  Johannes 
Techtermann,  und  vom  Berner  Propst  Johannes  Ballistarius  um 
Indemnität  in  Venedig  nachsuchen  und  erhielten  sie  auch*^).  1 

Von  Freiburg  ist  noch  speziell  ein  Jacob  Perremann  zu 
nennen,  der  1431  mit  Venedig  direkt  in  Handelsverbindung  ge- 
standen zu  haben  scheint),  und  1441  ein  Peter  Argentus  (Silber?)  ^). 

Züricher  (jüdische)  Kaufleute  werden  bereits  1329  als  in 
Venedig  verkehrend  genannt^),  ferner  1339  ein  Rigus  aus  Zürich  ^^). —    1 

Nach  Heyd  würde  Basel  schon  zur  Nürnberger  Tafel  gehört     ' 
haben,    was   mir  jedoch   fraglich   erscheint;    denn   Basel   war   doch 
gewiss  eine  alamanische  Stadt,  so  gut  als  Strassburg,  zu  welchem 
wir  nun  übergehen  wollen. 

, Strassburg  war  der  Ort,  wo  der  Handelsweg  von  Venedig 
nach  den  Niederlanden  den  schiffbaren  Rhein  erreichte,  also  ein 
natürlicher  Stapelplatz  für  den  Wassertransport  abwärts  und  für  die 
Landstrasse  aufwärts.  Es  war  der  rheinische  Ausgangspunkt  des 
italienischen  Handels  ^^).'' 

')  s.  Bd.  I  Nr.  296;  cf.  300.  —  '^)  von  „Etlichen  von  Schwyz  und  Glarus"?; 
cf.  Sammlung  der  eigen.  Absch.  IIl,  1  S.  312  Nr.  341.  d.  —  *)  s.  Sammlung  III,  1 
S.  78  Nr.  210,  b;  S.  222  Nr.  251,  a;  S.  286  Nr.  319,  c;  S.  312  Nr.  341,  d:  S.  329 
Nr.  355,  e;  S.  330  Nr.  356,  c;  S.  332  Nr.  357,  h;  S.  350  Nr.  384,  e;  S.  358  Nr.  391,  o ; 
S.  861  Nr.  392,  1;  S.  380  Nr.  409,  f.  —  "•)  s.  Bd.  I  Nr.  584.  —  '")  ebda.  Nr.  593.  - 
«)  ebda.  Nr.  599 ;  cf.  Sammlung  III,  1  S.  472  Nr.  496  (wo  zu  lesen  1496 ;  cf.  Vor- 
wort S.  XXII  und  Bd.  I  Nr.  599) ;  S.  486  Nr.  508,  c  -  ')  s.  Bd.  I  Nr.  379.  - 
*)  ebda.  Nr.  424,  557 :  am  Anfang  des  16.  Jahrh.  wird  ein  Fran9ois  Arsent  aus 
Freiburg  nach  Venedig  gesandt;  cf.  Berchtold,  Hist.  du  canton  de  Fribourg 
tom.  II  p.  37.  —  9)  8.  Bd.  I  Nr.  82.  —  '»)  ebda.  Nr.  793.  -  '')  Zeitschr.  f. 
Gesch.  d.  Oberrheins  VIII,  163. 


II 


Geschichtliches.  67 

Unter  solchen  Umständen  wird  auch  Strassburg  bald  selbst 
den  Weg  nach  Venedig  gefunden  haben,  wie  es  z.  B.  gleichfalls 
unter  den  Städten  genannt  ist,  die  an  der  Handelssperre  König 
Sigmund's  betheiligt  waren.  Sonst  sind  uns  aus  dieser  Zeit  freilich 
nur  wenig  Nachrichten  darüber  erhalten.  In  einem  Aktenstücke 
vom  6.  Juli  1355  werden  mehrere  Strassburger  als  Zeugen  in  Venedig 
aufgeführt  ^) :  ,Voalcherus  de  Muluocheim,  Eberlinus  de  Mulucheyn, 
Nicolaus  de  Crostein  und  Johannes  Tronger  oder  Troynger  oder 
Tiringer'.  A.  Schulte^)  erklärt  dieselben  als  einen  „Waltherus  (?) 
und  Eberlinus  de  Mülnheim,  Nicolaus  de  Grostein  und  Johannes 
Twinger,  der  dreimal  Strassburger  Stättmeister  gewesen  und  1370 
starb",  und  weist  auf  die  interessante  Erscheinung  hin,  dass  Mit- 
glieder der  alten  Geschlechter  Strassburgs  noch  1360  so  am  Handel 
betheiligt  gewesen,  dass  zugleich  drei  von  ihnen  in  Venedig  sich 
aufhielten".  Doch  scheint  es  mir  keineswegs  ganz  sicher,  ob  jene 
wirklich  zu  Handelzwecken  in  Venedig  weilten.  Es  wird  dies  wenig- 
stens nicht  deutlich  gesagt;  im  Gegentheil  werden  die  ersten  aus- 
drücklich als  ,milites'  (Tiringer-Twinger  als  civis)  bezeichnet,  die 
aus  ganz  anderen  Gründen  damals  in  Venedig  gewesen  sein  kön- 
nen —  entweder  als  Truppenführer  im  Dienste  der  Republik 
oder  vorübergehend  etwa  auf  einer  Fahrt  nach  dem  heiligen  Land 
begriffen. 

Zu  der  Nürnberger  Tafel  würden  nun  wohl  aber  sicher  die 
weiteren  rheinischen  Städte  zu  rechnen  sein:  Speier,  Worms, 
Mainz,  über  deren  Handelsbeziehungen  zu  Venedig  —  was  wenigstens 
die  beiden  letzten,  Worms  und  Mainz,  betrifft  —  wir  bisher  nur 
aus  dem  mehrerwähnten  Verbot  König  Sigmund's  vom  Jahre  1418 
Kenntniss  haben. 

Von  Spei  er  dagegen  sind  uns  einige  Namen  überliefert,  wenn 
anders  der  1378  genannte  ^)  Nicolaus  (de  Spiera)  und  die  mit  ihm 
erwähnten  Johannes  Ainsunber  oder  Ainflenger  und  Karulus  Temphel 
wirklich  aus  Speier  gewesen.  Ferner  waren  vielleicht  aus  Speier 
die  1465  genannten"*)  Henricus  (de  Spera)  und  Matheus  Geder,  die 
wie  viele  Andere  gezwungen  waren,  mit  ihren  venetianischen 
.Gläubigern  sich  zu  vergleichen.  — 

Des  Weiteren  ist  dann  Frankfurt  zu  nennen,  ebenfalls  vom 
Handelsverbot  des  Jahres  1418  betroffen.  Venetianische  Kaufleute 
bezogen,  wie  Kriegk  bemerkt-^),  schon  im  14.  Jahrhundert  die 
Frankfurter  Messe,  wie  denn  bereits  1367  der  „Venediger  Gäste* 
gedacht  wird.  Ob  der  1336  erwähnte  ,Rigus  da  Fansifor'  (?)  aus 
Frankfurt  gewesen,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden*"). 

„Die  früheste  Erwähnung  eines  Frankfurtischen  Geschäftes  zu 


')  s.  Commemoriali  lib.  VI  no.  210  und  Winckelraann,  Acta  II  no.  860.  — 
'^}  Jahi-buch  der  Görresgesellschaft  VIll,  117  (Besprechung  von  Winckelmann's 
Acta).  -  *)  Bd.  l  Nr.  241.  -  ")  ebda.  Nr.  499.  —  ^)  Deutsches  Bürgerthum  im 
Mittelalter.  Neue  Folge,   S.  442  Anm.  -   «)  s.  Bd.  I  Nr.  789. 


68  Geschichtliches. 


Venedig",  bemerkt  Kriegk^),  „fällt  in  das  Jahr  1449,  in  welchem  Hans 
Bromm  seinen  Schwager  Karl  Stalburg  dahin  schickte,  um  „„sin 
gewerbe  und  keuffehandelunge  ußzurichten"".  Es  geht  nun  zwar 
allerdings  auch  aus  diesen  Worten  nicht  sicher  hervor,  ob  Bromm 
und  Stalburg  schon  damals  ein  förmliches  Geschäft  in  Venedig  hatten 
oder,  wie  wir  es  ausdrücken  würden,  auf  längere  Zeit  Kammer  und 
Gewölbe  im  Fondaco  gemiethet  hatten.  Aber  der  Beginn  des  direkten, 
aktiven  Handels  von  Frankfurtern  mit  Venedig  ist  jedenfalls  — 
schon  mit  Rücksicht  auf  das  Jahr  1418  —  früher  anzusetzen. 

Es  wird  erwähnt^),  dass  1410  der  Frankfurter  Paul  Feczbrij 
venetianische  Wolle,  d.  h.  wohl,  wie  Kriegk  richtig  bemerkt,  Baum- 
wolle aus  Cypern,  gekauft  und  sie  zum  Verkauf  nach  Augsburg  und 
Ulm  gebracht  habe.  Da  den  Venetianern  der  Import  nach  Deutsch- 
land ja  nicht  gestattet  war,  wird  man  wohl  annehmen  müssen,  dass 
er  diese  Baumwolle,  wenn  nicht  etwa  aus  den  Niederlanden,  direkt 
aus  Venedig  bezogen  habe. 

Und  wenn  im  Jahre  1442  der  Handelsherr  Wolf  Blum(e)  im 
Auftrag  des  Rathes  aus  Venedig  einen  grossen  Waagenbalken 
kommen  lässt,  auf  welchem  man  ganze  Fuhrwerke  wiegen  konnte, 
so  zeugt  das  gleichfalls  für  den  direkten  Verkehr  zwischen  beiden 
Städten.  Die  Blum's  finden  wir  dann  auch  später  an  demselben 
betheiligt.  Es  ist  bereits  früher  erwähnt  worden ,  dass  die  Gesell- 
schaft Wolf  Blum  und  Cie.  im  Jahre  1483  in  Venedig  mit  einer 
Schuldenlast  von  ca.  23,000  Dukaten  faUirte  ^).  Ein  Bruder  des 
damaligen  Geschäftsinhabers  und  Sohn  des  alten  Wolf  Blum,  Georg 
Blum  (Plun),  wird  unter  den  in  der  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo  in 
Venedig  bestatteten  Deutschen  erwähnt^)  —  zugleich  mit  einem 
Gaspar  Helier,  wofür  wohl  zu  lesen  Heller,  ein  Bruder  wohl  des 
zu  Siena  im  Jahre  1495  ermordeten  Wolff  Heller^). 

In  der  nämlichen  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo  liegt  begraben 
der  Frankfurter  Johann  Rauchfass  ^) ,  Geschäftsführer  der  oben  ge- 
nannten Handelsgesellschaft  Stalburg  und  Bromm,  über  deren  bis 
in's  16.  Jahrhundert  hinein  wohl  ununterbrochen  fortdauernde  Han- 
delsbeziehungen zu  Venedig  Kriegk  sehr  werthvoUe  urkundliche 
Nachrichten  veröjBfentlicht  haf).  Ich  will  hier  daraus  nur  noch 
erwähnen,    dass  an  Stelle  jenes  Johann  Rauchfass  ein  Wolff  Kem- 


ans    H 


')  a.  a.  0.  —  ■-)  s.  oben  S.  38  u.  Bd.  I  Nr.  562.  Der  alte  Wolf  Blum  war  übrigens 
1471  gestorben ;  sein  gleichnamiger  Sohn  heirathete  1477  Lysa  die  Tochter  Con- 
radi  Hulczhusen's ;  s.  Archiv  für  Frankfurts  Gesch.  und  Kunst,  Neue  Folge,  Bd.  III 
S.  162.  (Nach  Grotefend,  Quellen  zur  Frankfurter  Gesch.  Bd.  I  S.  417  fand  die 
Heirath  1476  statt.)  —  ^)  Nach  Grotefend,  Quellen  I,  417,  gestorben  1491 ;  cf.  später 
bei  den  Grabschriften.  —  *)  Archiv  etc.  III,  175  u.  Grotefend,  Quellen  I,  423,  wo  als 
Todesjahr  Kaspar  Heller's  1502  angegeben.  —  *)  gestorben  1478;  s.  Kriegk  a.  a.  0. 
S.  441.  —  •)  a.  a.  0.,  Deutsches  Bürgerthum  im  Mittelalter.  Neue  Folge,  III, 
439  u.  fF.,  „grösstentheils  aus  Kopien  von  Urkunden,  welche  Fichard  in  seinen 
Manuskripten  hinterlassen  hat,  und  die  theils  aus  patricischen  Familienarchiven, 
theils  aus  dem  Archiv  der  Patriciergesellschaft  Limburg  entlehnt  sind.  Die 
Gesellschaft  scheint  sich  übrigens  später  getrennt  zu  haben,  da  die  Stalburg  und 


Geschichtliches.  69 

merer  von  Augsburg,  der  bereits  1474  „als  Commis"  im  Stalburgi- 
schen  Geschäft  erscheint,  Geschäftsführer  in  Venedig  wurde. 

1502  wird  ein  Friedrich  Heyde  (gebürtig  aus  Bar  in  Lothringen) 
als   Handlungsdiener   der   beiden   Hans   Bromm,    des   Aelteren 
und  Jüngeren,  genannt. 
1490  verweilte    der   junge  Johann  Heise   im  Dienst   von  Johann 
Güldenschaff  in    Venedig^)    und    der   junge    Conrad   Rohrbach 
verbrachte   als  Commis   wohl  mehrere  Jahre  (1493? — 1498)  in 
der  Lagunenstadt^). 
1499  wird   Loysius  Justenhofer    mit    seiner  Gesellschaft    als    mit 
Venedig  in  Geschäftsverbindung  stehend  erwähnt  ^)  —  ein  Ver- 
wandter des  öfters  genannten  Frankfurter  Peter  Ugelheimer,  der 
eigentlich  der  Wirth  einer  deutschen  Herberge  (Deutsches  Haus 
oder  St.  Georg,  zur  Flöten,  auch  zur  Trinität  genannt)  in  Venedig 
war*),  später  aber  auch  Geschäfte,  vielleicht  besonders  Buch- 
handel, getrieben  zu  haben  scheint,  und  1488  gestorben  ist^).  — 
Ob    auch    Würzburg    wegen    eines    gelegentlich    erwähnten 
Jodocus  Eckhard  1427  hier  aufgeführt  werden  darf,  ist  zweifelhaft*'); 
hingegen   erscheint   auch  Windsheim    unter    den  1418    vom  Ver- 
bote Sigmund's  betroffenen  Städten.  — 

Verhältnissmässig  sehr  gut  sind  wir  über  die  Handels- 
beziehungen Köln's  zu  Venedig  unterrichtet  —  Dank  vornehmlich 
den  archivalischen  Mittheilungen  L.  Ennen's^).  Es  geht  daraus  her- 
vor, dass  nicht  blos  die  Venetianer  in  der  ersten  Hälfte  auf  ihrem 
Wege  nach  Flandern  Köln  besuchten  ^),  sondern  dass  zur  nämlichen 
Zeit  auch  Kölner  bereits  in  Venedig  verkehrten.  Sander  unter 
(der?)  Lauben  aus  Köln  verzichtet  am  19.  März  1336  ausdrücklich 
auf  jeden  Ersatz,  den  er  wegen  des  zu  Venedig  erlittenen  Schadens 
fordern  könnte  ^).  Vielleicht  allerdings  war  er  nur  der  Bevoll- 
mächtigte oder  Geschäftsführer  zweier  anderer  Kaufleute,  des  Engel 
von  Florenz  und  des  Heinrich  von  Lindau,  welche  einige  Tage 
zuvor  eine  ähnliche  Erklärung  abgegeben  hatten,  dass  sie  nämlich 
wegen  der  36  Gulden,  die  jenem  Sander  von  ihnen  gegeben  und 
dann  in  Venedig  genommen  worden  waren,  die  Stadt  Köln  nicht 
ansprechen  würden  ^").     Aber  wenn  wir  im  Mai  1337  von  Repres- 


die  Bromm  später  je  allein  genannt  werden".  —  ')  Grotefend,  Quellen  I,  234, 
Z.  7.  —  ^)  ebda.  237,  435 ;  cf.  K.  Bücher,  Die  Bevölkerung  von  Frankfui't  a.  M. 
im  14.  und  15.  Jahrh.  (1886)  1,  S.  245,  wo  jedoch  einige  unrichtige  Citate.  — 
')  Bd.  1  Nr.  605  und  ,Addenda';  cf.  Grotefend,  Quellen  I,  243.  —  *)  Röhricht 
u.  Meissner,  Pilgerreisen,  S.  11;  cf.  Meerfahrt  Herrn  Johann  Grafen  zu  Solms 
1483  im  Reyßbuch  deß  heyligen  Landes  1584  f.  50'.  —  ^)  cf.  E.  Motta  in  der 
Rivista  storica  italiana  I,  252  u.  ff.  und  Hans  Reininger  (1483)  in  Vulpius, 
Kuriositäten  Bd.  VI  S.  332.  -  •)  s.  Bd.  I  Nr.  347,  349.  —  ')  theils  in  seinem 
Aufsatze:  „Die  Stadt  Köln  und  das  Kaufhaus  der  Deutschen  in  Venedig*  in 
der  „Monatsschrift  für  rheinisch -westfälische  Geschichtsforschung  und  Alter- 
thumskunde'  Bd.  I  8.  105  ff.,  theils  in  seinen  „Quellen  zur  Geschichte  der  Stadt 
Köln".  —  «)  s.  Ennen,  Quellen  Bd.  IV  S.  232  Nr.  213,  Urkunde  vom  22.  Februar 
1335.  —  ")  ebda.  S.  2.36  Nr.  219.  —   '*>)  ebda.  S.  235  Nr.  218. 


70  Ueschichtliches. 

salien  lesen  ^),  welche  die  Venetianer  gegen  die  Kölner  verhängten 
(von  denen  vorübergehend  auch  ein  Brüsseler,  Giovanni  de  Nebiet, 
zu  leiden  gehabt  hatte),  so  muss  man  doch  daraus  den  Schluss  ziehen, 
dass  eine  solche  Massregel  die  Anwesenheit,  den  Verkehr  von  Kölnern 
in  Venedig  nothwendig  zur  Voraussetzung  hat.  Ebenso  erhellt  der- 
selbe daraus,  dass  im  Januar  1373  der  Kölner  Rath  neben  anderen 
Städten  auch  Venedig  anzeigt  ^),  an  welchen  Merkmalen  das  ächte 
Kölner  Goldschläger-  und  Golddrahtwerk  erkannt  werden  könne. 

Im  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  wurde  der  Handelsverkehr 
zwischen  Köln  und  Venedig  eine  Zeit  lang  durch  eine  Fehde  des 
Marschalls  von  Pappenheim  mit  Venedig  unterbrochen  •^).  Da  Kölner 
Kaufleute  hiebei  im  Pappenheimer  Gebiet  angehalten  und  der  aus 
Venedig  mitgebrachten  Habe  beraubt  worden  waren,  untersagte  der 
Kölner  Rath  im  August  1407*)  seinen  Bürgern  jeden  Verkehr  mit 
Venedig.  —  Einige  Monate  zuvor  finden  wir  einen  Kölner,  Johannes 
Retchir,  Sohn  eines  Hermanns  aus  Köln,  als  Zeugen  in  einer  Urkunde 
vom  2.  Juni  1407  aufgeführt^),  der  vermuthlich  ein  Kaufmann  war.  — 
Das  Handelsverbot  König  Sigmund's  vom  Jahre  1418  mag  dann  neuer- 
dings lähmend  auf  diese  Beziehungen  gewirkt  haben.  Doch  wird 
bereits  1423  ein  Kölner,  Simon  de  Sessalinis '^) ,  als  in  direktem 
Verkehr  mit  Venedig  stehend  erwähnt.  Und  dass  Kölner  Kaufleute 
damals  und  schon  vorher  ständige  Gäste  im  Fondaco  waren,  geht 
deutlich  aus  dem  interessanten  Aktenstück  vom  6.  Juli  1429  (oder 
1428)  hervor^),  auf  welches  wir  in  anderem  Zusammenhange  zurück- 
kommen werden.  Namentlich  aufgeführt  werden  dann  noch^): 
1430  Lorenz  Stalen,  der  in  Venedig  stirbt; 

1444  Johann    von    der  We   als  Vertreter   der  Gesellschaft  Anton 

Paffendorf,  Heinrich  Gerlaci  (Gerlach  ?)  und  Johann  von  der  We ; 

1464  Heinrich    von   der  kalten  Herberge  (?  de  frigido  hospitio), 

in  Venedig  gestorben; 
1460  Heinrich  Koevoet  (Kuhfuss); 

1467  Philipp  Well  von  St.  Goar  und  Heinrich  Lovenberg,  in 
deren  Interesse  der  Kölner  Rath  gegen  eine  von  der  venetia- 
nischen  Regierung  beschlossene  Erhöhung  des  Eingangszolles 
auf  deutsche  Waaren  protestirte  ^) ;  im  nämlichen  Jahre  1467 
verwendet  sich  dann  aber  der  Rath  zu  Gunsten  eines  anderen 
Kölners,  Heinrich  Sass,  gegen  jenen  Philipp  WelP"); 
1469  Arnold  von  Birgel,  Goldschmied,  gleichfalls  in  Venedig 
gestorben ;  mit  Erhebung  seines  Nachlasses  wird  Johann  Sieger 
(Schläger?)  beauftragt; 
1481   Johann  von  Wangen,  in  Venedig  gestorben,  dessen   „nicht 


')  Commemoriali  lib.  III  no.  400.  —  -)  s.  Ennen,  Quellen  Bd.  V  S.  6  Nr.  4 
und  , Mittheilungen  aus  dem  Stadtarchiv  in  Köln",  hrsg.  von  K.  Höhlbaum,  Heft  I 
S.  80.  —  ^)  Ennen  in  der  , Monatsschrift"  S.  114.  —  ')  ebda.  S.  122.  —  ^)  Commem. 
lib.  X  no.  47.  —  *)  Ennen  a.  a.  0.  S.  115.  —  ')  Bd.  I  Nr.  3.37.  —  *)  Ennen 
a.  a.  O.  S.  115  ff.  —  ')  ebda.  S.  116.  —  ^")  ebda.  S.  124. 


Geschichtliches.  7 1 

unbeträchtliches  Vermögen  von  dessen  damals  in  Venedig  woh- 
nendem Freunde  Huygelhanner  in  Obhut  genommen  wurde"  ^); 
(c.  1482)  hat  Johann  Rummel  einen  Diener  oder  Geschäftsführer 
in  Venedig,  der  mit  jenem  des  Frankfurter  Hauses  Stalburg 
in  Streit  gerieth  ^) ; 
1487  wird  ein  gewisser  Gottschalk  (?)  aus  Köln    in  Venedig   als 

Zeuge  genannt  ^) ; 
1490  Gerardus  und  Henricus  Justus^); 

1497  finden  wir  ein  anderes  Glied  der  Familie  Rummel,  Namens 
Heinrich^),  im  Besitz  einer  Kammer  im  Fondaco,  die  ihm 
von  Anderen  streitig  gemacht  wird,  worauf  später  gleichfalls 
noch  zurückzukommen  sein  wird. 

Und  endlich  haben  wir  zu  erwähnen,  dass  der  Ritter  Arnold 
von  Harff,  als  er  sich  auf  dem  Wege  nach  Jerusalem  1497  in 
Venedig  aufhielt,  im  Fondaco  in  der  Kammer  des  Anton  Paffendorf 
(cf.  oben  zum  Jahre  1444),  wie  er  selbst  erzählt*'),  freundliche 
Aufnahme  fand. 

Arnold  von  Harff  beschreibt  uns  in  seiner  inhaltsreichen 
, Pilgerfahrt"  **)  sehr  anschaulich,  aber  freilich  nur  viel  zu  kurz  das 
Treiben  der  Kaufleute  im  Fondaco  und  am  Rialto.  Für  uns  ist 
hier  von  besonderem  Interesse  und  bemerkenswerth,  dass  er  schreibt: 
jeder  Kaufmann  habe  im  Fondaco  seine  eigene  Kammer,  sowohl  der 
von  Köln,  als  von  Strassburg,  Nürnberg,  Augsburg,  Lübeck  und 
anderen  Städten  des  Reiches. 

So  stand  also  auch  Lübeck  mit  Venedig  in  direkter  Handels- 
verbindung? Allerdings.  Wir  finden''),  dass  bereits  im  Jahre  1376 
Wechsel  auf  Venedig  für  Lübecker  ausgestellt  wurden:  von  einem 
,Hinricus  Korsnere  de  Bauenberghe'  für  ,Sigbot  Crispin';  für  den 
ersteren  stand  gut  Petrus  Cuper.  Pauli  meint  zwar,  dass  dieser 
Wechsel  nicht  ,a  drittura' ,  sondern  durch  Vermittlung  Nürnberger 
Häuser  gezogen  wurde.  Allein  wir  lesen  dann  z.  B.  ferner®),  dass 
1378  ein  Lübecker  Jordanus  Kubbeling  in  Venedig  10  Falken 
(die  dann  nach  Alexandria  weiter  gingen)  verkaufte,  so  dass  an 
einem  direkten  Verkehr  nicht  gezweifelt  werden  kann.  Dass  der- 
selbe nicht  sehr  rege  gewesen  sein  wird,  begreift  sich  ja.  Wir  finden 
daran  betheiligt: 

1405  Wernher  Ducker«); 
1410  Petrus  Carbo^'^); 


')  Ennen  a.  a.  0.  S.  117.  Sollte  dieser  „Huggelhanner"  nicht  vielleicht  mit 
dem  oben  (S.  69)  genannten  , Peter  Ugelheimer"  aus  Frankfurt  identisch  sein?  — 
'')  Kriegk  a.  a.  0.  S.  444.  —  =*)  Bd.  I  Nr.  577.  —  ")  ebda.  Nr.  583.  -  ')  Ennen, 
Monatsschrift  S.  127.  -  «)  Ausgabe  von  E.  von  Groote  (Köln  1860)  S.  41.  -  ')  Codex 
diplom.  Lubecensis  tom.  IV  no.  287,  und  C.  W.  Pauli,  Lübeckische  Zustände  im 
Mittelalter  Hft.  II  S.  103  u.  S.  141  Nr.  43.  —  «)  Codex  diplom.  1.  c.  Anm.  1.  — 
*)  Bd.  I  Nr.  291.  -  '")  ebda.  Nr.  301.  Dass  die  Familie  der  Carbo  öfters  in 
Venedig  verkehrte,  geht  auch  daraus  hervor,  dass  ein  Nicolaus  Carbo  1421 
als  Bevollmächtigter  der  Stadt  Stralsund  erscheint,  um  für  dieselbe  eine  Art 
Bündniss  oder  Vertrag  mit  Venedig  abzuschliessen ,  der  den  Stralsundern ,  wenn 


72  Geschichtliches. 

1424  Cornelius  Veckinghausen  ^) ; 
1467  Hans  Schinkell,  Hans  Vogede  und  Peter  Vrouwdenbergh  ^) ; 
1472  Heinrich  Drosedouw^); 

1473,  1478,  1482  Hans  Bückinck  und  (Geverde?)  Heynecke, 
welche  in  Venedig  eine  Handelsgesellschaft  (1473)  begründet 
hatten,  bei  der  auch  ein  Lübecker  Heinrich  Prume  betheiligt 
war.  Im  Jahre  1478,  als  Heinrich  Prurae  bereits  todt  war, 
betrug  dessen  Vermögen  in  der  Gesellschaft  15,108  Mark  und 
vermehrte  sich  dann  noch  weiter*).   — 

In  einem  ziemlich  regen  Verkehr  mit  Venedig  stand  Breslau 
und  zwar  nachweisbar  seit  der  zweiten  Hälfte  oder  dem  Ausgang 
des  14.  Jahrhunderts.  Im  Jahre  1397  kam  ein  Bevollmächtigter 
des  venetianischen  Geschäftshauses  Paruta  nach  Breslau,  um  dort 
von  Franz  Dumloz  Schulden  einzutreiben,  die  dessen  Geschäfts- 
führer Nickel  in  Venedig  selbst  nicht  hatte  bezahlen  können^'). 
Breslau  war  ja  „seit  alten  Zeiten  der  grosse  Stapelplatz,  wo  die 
Rohprodukte  des  Ostens,  Salz,  Pelzwerk,  Häute  und  Leder  umge- 
tauscht wurden  gegen  die  Produkte  des  Welthandels,  der  Spezereien 
und  Gewürze ,  welche  aus  den  niederländischen  Hafenplätzen ,  aber 
auch  aus  Venedig  bezogen  wurden"  .  .  .  „Im  15.  Jahrhundert  ist 
sicher  der  grössere  Theil  der  überseeischen  Artikel  auf  diesem 
Wege  (über  Venedig)  nach  Breslau  gekommen  ..."  ").  Namentlich 
aufgeführt  finden  wir  da: 

1410  Johannes    Grofener   (Groschener?)'')    und   seinen  Geschäfts- 
führer (?)  Nicolaus  Chever; 
1429  und  1440—1441  Johannes  Banch  (Bänke?)«); 
1436  Georg  Bauliaw,  in  Venedig  gestorben  und  bestattet^); 
von  1449  an  Albrecht  Scheurl^"); 
1466  Niklas  Tinzmann,  Hans  Gebauer  u.  Cie.  ^^); 

1481  Niklas  Kurn,  Hieronymus  Scheuerlein  u.  Cie.^^); 

1482  (Okt.  10)  stirbt  Marcus  Kurn  in  Venedig  und  wird  im  Kloster 
des  h.  Salvator  daselbst  begraben  ^^). 

Von  den  übrigen  Städten  Schlesiens  finden  wir  nur  Bautzen 
mit  einem  Johannes,  Sohn  eines  Petrus,  im  Jahre  1429  vertreten^*). 


sie  auf  dem  Wege  nach  Rom  Venedig  passirten,  gute  Aufnahme  zusichern  sollte ; 
s.  Erdmannsdörffer,  De  commercio  etc.  S.  36  —  38.  —  ^)  s.  Codex  diplom.  Lubec. 
tom.  VI  no.  633.  —  2)  Pauly  a.  a.  0.  Hffc.  II  S.  140  Nr.  41.  -  ')  ebda.  S.  141 
Nr.  43.  —  ^)  ebda.  Hft.  III  S.  36.  —  '*)  Hüllmann,  Städtewesen  des  Mittelalters 
Bd.  I  S.  362  aus  Klose,  Dokumentirte  Geschichte  und  Beschreibung  von  Breslau 
Bd.  II  Thl.  II  S.  353.  —  ®)  Grünhagen,  C,  Schlesien  am  Ausgang  des  Mittelalters 
in  der  Zeitschr.  des  Vereins  für  Geschichte  und  Alterthum  Schlesiens  Bd.  XVIH 
S.  39;  cf.  zur  Bestätigung  Bd.  I  Nr.  434.  -  ')  Bd.  I  Nr.  303.  —  «)  cf.  Hüllmann 
a.  a.  0.  S.  363  und  Bd.  I  Nr.  358,  367,  368,  434.  —  »)  in  S.  Giovanni  e  Paolo; 
cf.  später  bei  den  Grab  Schriften.^  —  ")  A.  v.  Scheurl,  Christoph  Scheurl  etc.  in 
den  Mittheilungen  des  Vereins  für  Geschichte  der  Stadt  Nürnberg  Heft  5  S.  15. 
—  '^)  Grünhagen  a.  a.  0.  aus  Klose's  Darstellung  der  inneren  Verhältnisse  der 
Stadt  Breslau  1458—1526  in  Bd.  III  der  Script,  rerum  Silesiac.  p.  137.  — 
^2)  Grünhagen  ebda.  -   '^)  Scr.  rer.  Siles.  III,  401.  -   '*)  Bd.  I  Nr.  358. 


Geschichtliches.  _  73 

Der  Handel  Schlesiens  hatte  eben  in  Breslau  seinen  „natür- 
lichen und  anerkannten  Mittelpunkt"  ^).  „Nach  Westen  zu  aber 
war  für  Breslau  Nürnberg  die  Hauptstation.  Vielfach  sind  Kauf- 
mannsfamilien von  daher  nach  Breslau  übergesiedelt"^);  und  da 
wir  öfters  sehen  ^),  wie  Kaufmannsgüter  von  Breslau  über  Nürnberg 
nach  Venedig  gehen  und  umgekehrt  von  Nürnbergern  Venetianer 
Waaren  weiter  nach  Breslau  befördert  werden,  schhessen  wir  wohl 
passend  hier  die  Betrachtung  des  Antheils  von  Nürnberg  an  dem 
Handel  nach  Venedig  an. 

Den  Beginn  desselben  genau  festzusetzen  ist  wiederum  nicht 
möglich.  Dass  er  kaum  schon  in  das  11.  oder  12.  Jahrhundert  fällt, 
ist  theils  schon  oben  theils  von  Anderen  mit  dem  Bemerken  zurück- 
gewiesen worden,  dass  sich  wenigstens  bisher  dafür  keine  Beweise 
aus  den  Quellen  anführen  lassen  ^).  Im  Gegenthei] :  es  liegen  viel- 
mehr Zeugnisse  vor,  dass  erst  am  Ausgange  des  13.  oder  im  An- 
fange des  14.  Jahrhunderts  die  Nürnberger  begonnen  hätten,  nach 
Venedig  Handel  zu  treiben.  Das  Letztere  wenigstens  sagt  geradezu 
Sigmund  Meisterlin  in  seiner  Chronik  von  Nürnberg ^),  während 
nach  Joh.  Perd.  Roth's  Angaben  *')  die  Ebner  und  Behaim  bereits 
in  der  zweiten  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  durch  den  Handel  nach 
Venedig  reich  geworden  wären,  so  dass  z.  B.  Konrad  Ebner  dem 
Kaiser  Rudolf  I.  im  Jahre  1276  in  Folge  dessen  eine  ansehnliche 
Summe  Geldes  habe  leihen  können.  Jedenfalls  aber  war  das  14.  Jahr- 
hundert erst  die  Zeit,  wo  der  Verkehr  lebhafter  wurde,  der  ja  dann 
so  mächtig  —  ja  vielleicht  mehr  als  sonst  etwas  —  zu  dem  Auf- 
blühen Nürnbergs  beigetragen  hat.  Es  ist  wohl  als  sehr  zutreffend 
zu  bezeichnen,  wenn  die  venetianische  Regierung  einmal  bemerkt '), 
dass  durch  den  Handel  mit  Venedig  die  Nürnberger  „gewissermassen 
von  Nichts  zu  den  grössten  Reichthümern  gelangt  seien". 

Anfangs  scheinen  die  Nürnberger  auch  nicht  gar  zu  grossen 
Gefallen  an  demselben  gefanden  zu  haben.  Die  Beschwerden,  welche 
am  Ausgang  des  13.  und  zu  Beginn  des  14.  Jahrhunderts  gegen  das 
Institut  des  Fondaco  überhaupt,  wie  gegen  die  mancherlei  Beschrän- 
kungen und  Besteuerungen  des  deutschen  Handels  in  Venedig  erhoben 
wurden  und  derer  wir  mehrmals  gedacht  haben  ^)  —  sie  sind  zweifels- 


')  Grünhagen  a.  a.  0.  S.  39.  —  ^)  Grünhagen  ebda.  Umgekehrt  haben  sich 
geborene  Breslauer  auch  in  Nürnberg  niedergelassen,  wie  der  bekannte  Christoph 
von  Scheurl ,  der  in  der  Geschichte  Nürnbergs  eine  so  bedeutende  Rolle  gespielt 
hat;  cf.  A.  v.  Scheurl  a.  a.  0.  —  ')  cf.  Bd.  I  Nr.  368,  412  und  Baader  im 
38.  Jahresber.  d.  bist.  Ver.  f.  Mittelfranken  S.  112.  -  *)  s.  oben  S.  8  und  Kief- 
haber,  Ueber  die  Handelsverbindung  Teutschlands  mit  Italien  in  den  Zeiten 
des  Mittelalters  in  der  „Zeitschrift  für  Baiern  und  die  angrenzenden  Länder" 
2.  Jahrg.  3.  Bd.  1817  S.  348—349.  -  ")  II,  c.  6;  s.  Chroniken  d.  d.  St.,  Nürn- 
berg, Bd.  III  S.;.220  ,erigebatur  tunc  (zur  Zeit  König  Albrecht's  1.)  civitas 
paulatim  in  emporium  Francorum  et  Noricorum,  et  cives  allecti  dulcedine  questus 
Veneciis  et  Alexandrie  coramercia  ceperunt  exercere.'  —  ^)  Geschichte  des  Nüm- 
bergischen  Handels  Thl.  I  S.  52  ff.;  s.  auch  Erdmannsdörffer  a.  a.  0.  p.  23.  — 
')  Bd.  I  Nr.  127.  —  ')  cf.  oben  S.  12,  29,  32. 


74 .  Geschichtliches. 

ohne  von  Nürnbergern  ausgegangen.  In  den  vierziger  Jahren  des 
14.  Jahrhunderts  drohte  dann  ein  ernsterer  Zwist  wegen  Aufhaltung 
venetianischer  Waaren  in  Nürnberg,  die  gedeihliche  Entwicklung 
der  gegenseitigen  Beziehungen  zu  hemmen  und  zu  stören  ^).  Doch 
wurde  das  gute  Einvernehmen  schliesslich  wieder  hergestellt  und 
hat  sich  dann  mehr  und  mehr  gefestigt  und  bis  zu  wahrer  Freund- 
schaft ausgebildet.  Ein  Beweis  dafür ,  für  die  Innigkeit  der  Be- 
ziehungen ,  liegt  in  der  gleichfalls  schon  erwähnten  Thatsache  ^), 
dass  in  den  Jahren  1418  und  1420  eine  Reihe  Nürnberger  Kaufleute 
lieber  sich  bestrafen  Hess,  als  König  Sigmund's  Befehlen,  von  dem 
Handel  nach  Venedig  abzustehen,  Folge  leistete.  So  sehr  war  dieser 
damals  für  sie  bereits  eine  Lebensfrage  geworden. 

Es  ist  denn  nun  auch  eine  erkleckliche  Anzahl  von  Namen, 
die  wir  an  demselben  betheiligt  finden  und  darunter  die  Namen  der 
ersten  hervorragendsten  Geschlechter  Nürnbergs.  Ausser  den  schon 
erwähnten  Behaim  und  Ebner,  welche  während  dieses  ganzen 
Zeitraumes  fast  ununterbrochen  nach  Venedig  und  Italien  Handel 
getrieben  zu  haben  scheinen  ^) ,  ohne  dass  jedoch  genauere  Zeitan- 
gaben im  Einzelnen  hiefür  aus  Urkunden  bekannt  wären,  und  ausser 
der  Familie  Mendel  und  Koler,  welche  gleichfalls  schon  seit  der 
Mitte,  beziehungsweise  zweiten  Hälfte  des  14.  Jahrhunderts  an 
diesem  Handel  Theil  genommen  haben  '^),  sind  noch  folgende  Nürn- 
berger einzeln  anzuführen : 

1331  Marquard  Tockler''),  vielleicht  allerdings  auch  nur  ein 
Vertreter  der  Behaim; 

1333  ein  Fredericus  ") ; 

1334  ein  Henricus''); 

1344  ein  Henricus,  vielleicht  identisch  mit  dem  vorhergehenden^); 
1348  ein  Conradus  Leo  (Konrad  Low?),    der    es   freilich   bestritt 
ein  Nürnberger  zu  sein  ^) ; 

1356  ein  gewisser  Andreas,  dem  Seidenwaaren  im  Werthe  von 
300  Gulden  beschlagnahmt  worden  waren,  die  er,  unkundig 
der  inzwischen  in  Venedig  erlassenen  Verbote,  dorthin  gebracht 
hatte  ^^);  wie  für  diesen,  trat  der  Kaiser 

1357  für  zwei  andere  Nürnberger  Kaufleute  ein:  Ulrich  und 
Konrad  Botenstein  ^  ^)  (Potestain),  deren  Geschäftsführer  übrigens 
jener  Andreas  gewesen  zu  sein  scheint; 

1358  Marcus  Pfinzing,  der  als  ,hospes'  bezeichnet  wird^^),  von 
dem  es  also  zweifelhaft,  ob  er  in  Venedig  selbst  verkehrt; 
ferner  ein  gewisser  Paulus  ^  ^) ; 


')  Bd.  I  Nr.  120-123,  127—132,  135.  136,  138,  140—144,  147.  —  ')  cf.  oben 
S.  45.  —  ^)  s.  Roth  a.  a.  0.  S.  51  ff.  —  -■)  cf.  Bd.  I  Nr.  362,  351.  —  "')  Lochner, 
Geschichte  der  Reichsstadt  Nürnberg  zur  Zeit  Kaiser  Karl's  IV.  (1873)  S.  161.  — 
«)  Bd.  I  Nr.  784.  —  ')  ebda.  Nr.  787.  —  **)  ebda.  Nr.  106.  -  ")  ebda.  Nr.  145. 
—  ^'')  Commemoriali  lib.  V  no.  185  und  Winckelmann,  Acta  imp.  II  no.  817.  — 
")  ibid.  p.  264  no.  239.  Winckelmann,  Acta  II  no.  839  und  Bd.  1  Nr.  164.  — 
»2)  Bd.  I  Nr.  177. 


(ieschichtliches.  75 

1359  ein  Armanus  ^); 

1360  Brant  Gross  (Prandus  Grossus),  ein  Sohn  Philipp's  Gross  ^) ; 
1364  ein  Marcus  und  sein  Bruder  Conradus^); 

1377  wird  Marcus  Mendel  als  ein  „grosser  Kaufmann"  gerühmt '*), 
der  —  vielleicht   einer   der  ersten  —  die  von  ihm  und  seinen 
Brüdern  bisher  benützte  Kammer  sammt  Gewölbe  im  Fondaco 
auf    unbestimmte    längere    Zeit    zur    Benützung    zugestanden 
erhält,  da  er  derselben  nothwendig  bedürfe,    auch  für  die  In- 
standhaltung derselben  bereits  viel  aufgewendet  und  um  die  in 
Nürnberg  verkehrenden   (oder  aufgehaltenen?)  Venetianer  sich 
verdient  gemacht  habe; 
c.   1377 — 1379  Konrad  Behaim,  von  dessen  Schulden  in  Venedig 
das  Testament  seines  Vaters  Erwähnung  thut^). 
Seit    dem   Ende    der    70er   Jahre    des    14.   Jahrhunderts    ver- 
kehrten  in  Venedig    auch    die  Familien  Koler   und  Füchsel,    Kress 
(besonders  Fritz  Kress)  und  Rummel  (besonders  Heintz  Rummel*^). 
Ferner  werden  genannt: 

1383  Philipp  Grandis  (Gross  ?)^); 

1385  Marquard  Mendel,  der  am  4,  Juni  d.  J.  in  Venedig  stirbt^); 

1386  Philipp  Strucius '■») ; 

1387  Rudolf  Gundelfinger  und  Bernhard  Lang(?)i''); 
1392  Wilhelm  Mendel  ^i); 

1396  stirbt  Konrad  Imhof  in  Venedig  ^^); 

1397  stirbt  Sigmund  Schopper  in  Venedig  ^^); 

1398  Berthold  Fosse  (?)i*); 

1401  und  1402  W^ilhelm    Rummel    und    sein    Schwager    Andreas 

Heller,  Konrad  Sailer,  Hans  Kress  ^^); 
(1402  Ulrich  Semler  der  Junge,  Wilhelm  Rummel,  Hilpolt  Kress, 

Hans   Birkheimer,   Ecke  vom  Sterne,    Konrad  Seyler,   Andres 

Haller,   Kunz   Haller,   Jacob  Ortlieb,    Fritz  Schurstab,   Jacob 

Granetl,  Sebold  Ellwanger  ^  *^) ; 
1404  Konrad  Pirkheimer  und  Heinrich  Imhof  ^^); 


')  Bd.  I  Nr.  180.  —  "-)  ebda.  Nr.  183;  Verwandter  Ulman  Stromer's, 
s.  dessen  Gedenkbuch  II  c.  28  in  den  Chroniken  d.  d.  St.,  Nürnberg,  I,  72; 
Brant  Gross,  welcher  1380  im  Rath  sass  und  zu  den  „Alten  Genannten"  gehörte 
(s.  Roth,  Geschichte  der  Nürnb.  Karthause,  S.  29),  starb  im  Jahre  1393  (s.  Ulm. 
Stromer  ebda.  IT,  c.  32;  Chron.  I,  89).  —  ^)  ebda.  Nr.  201.  —  ')  ebda.  Nr.  240. 
-  ')  Lochner,  Gesch.  d.  Stadt  Nürnberg  etc.  S.  161.  —  ")  cf.  Bd.  1  Nr.  351, 
363  und  (Kress)  Beiträge  zur  Nürnberger  Handelsgeschichte  aus  den  Jahren  1370 
bis  1430  in  den  , Mittheilungen  des  Vereins  für  Geschichte  der  Stadt  Nürnberg" 
2.  Heft  S.  187.  —  ')  Bd.  I  Nr.  247.  -  «)  der  berühmte  Stifter  des  Karthäuser- 
Klosters  in  Nürnberg;  s.  Roth,  Gesch.  der  Nürnb.  Karthause,  S.  59.  —  ')  Bd.  I 
Nr.  254.  —  ">)  ebda.  Nr.  256.  —  ")  ebda.  Nr.  273.  —  '^)  s.  Ulman  Stromer's 
,Püchel  von  meim  geslechet^  ...  II  c.  .32  (Chroniken  der  deutschen  Städte, 
Nürnberg,  I,  95);  bestattet  in  der  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo;  cf.  später  bei 
den  Grabschriften.  —  '^)  Ulman  Stromer  a.  a.  0.  Chroniken  I,  87.  —  '*)  Bd.  I 
Nr.  279.  —  '*)  Deutsche  Reichstagsakten  Bd.  IV  S.  427  Nr.  357  §  11  und  Bd.  V 
S.  216  Nr.  37,  58,  60.  —  '«)  ebda.  Bd.  V  S.  217  Nr.  .50  Anm,  6  , Gläubiger  Kaiser 
Ruprechts".  —  ")  Bd.  I  Nr.  288. 


76  Geschichtliches. 

1405  stirbt  Peter  Haller  in  Venedig^); 

1406  die  Söhne  des  verstorbenen  Johannes  Imhof,  Erhard,  Sebald 
Johannes,  Pankratz,  Paul  ^) ;  ferner  Heinrich  Imhof  und  Rudolf 
Gundelfinger  (wiederum)  ^) ; 

1407  Johannes  Kress,  Sohn  des  Kraft  Kress*),  Heinrich  Rummel 
und  Ulrich  Imhof,  beide  Söhne  gleichnamiger  Väter ; 

1410  Ulrich  Hirschvogel  und  Franziscus  Pfinzing^);  Wilhelm 
Rummel,  Konrad  Pirkheimer  und  Rudolf  Gundelfinger  **) ; 

1412  Wilhelm  und  Johannes  Rummel'); 

1416  Christoph  Eisenhuter  stirbt  zu  Venedig^); 

1418  Fritz  und  Kunz  Pirckamer  (Pirkheimer),  Hans  Teuffei,  Peter 
Pfinzing,  Seiz  Schmelzing,  Ulrich  Hirschvogel,  Hermann 
Reinsperger,  Hans  Rab,  Georg  Lohner,  Jakob  Auer,  Ulrich 
Ebner,  Hermann  Schedel,  Wilhelm  von  Castell,  Rudolf  Gundel- 
finger, Jobst  Schnödt:  alle  wegen  Uebertretung  oder  Miss- 
achtung des  von  König  Sigmund  erlassenen  Handelsverbotes 
bestraft^).     Dasselbe  widerfuhr 

1420  Peter  Neumeister,  Hermann  Vohenstein,  Sebald  Halbach 
(Halbwachsen?),  Endres  Gewein  (Cleewein?),  Hans  Ottnant, 
Barthl  Ziegler,  Hermann  Reck,  Seiz  0 esterreicher,  Hans 
Sigwein,  Sigmund  Pfinzing,  Osswald  Tillinger,  Niclas  Kauf- 
mann, Heinrich  Hainzerlein,  Barthl  Zeichenmeister  (Zeichen- 
macher), Lorenz  Nördlinger,  Hans  Hirschvogel.  Und  zum 
zweiten  Mal  wurden  aus  dem  näinlichen  Grunde  bestraft: 
Hans  Teufel,  Peter  Pfinzing,  Seiz  Schmelzing,  Hans  Rab, 
Jakob  Auer,  Ulrich  Ebner,  Hermann  SchedeP^).  Ferner  sind 
zu  nennen : 

1421  Hermann  Reck^^)  und  Nicolaus  Halbwachsen,  der  wenigstens, 
aus  Nürnberg  ausgewiesen,  in  Venedig  seinen  Aufenthalt  nahm, 
wo  er  wohl  schon  früher  verkehrte ^^); 

1422  Johannes  Daga  (Pstatt  Auer?)^^); 

1423  Wilhelm  Rummel  wiederum^*); 

1424  Stephan  und  Johannes  Koler  ^^);  ferner  Konrad  Reck  a 
Vertreter  der  „Konrad  Kress  und  seiner  Brüder  etc."  Gesell- 
schaft^*'). „Auch  seinen  ältesten  Sohn  zweiter  Ehe,  Fritz,  sandte 
Konrad  Kress  nach  Venedig  und  Hess  ihn  bei  seinem  Geschäfts- 
freunde Franzesco  de  Amado  zwei  und  ein  halbes  Jahr  die  Lehre 
durchmachen,    wogegen   der  Sohn   des  Letzteren   während   der 

')  cf.  Chroniken  I,  89 ;  bestattet  in  der  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo,  s.  später 
bei  den  Grabschriften.  —  ^j  Bd.  I  Nr.  292.  -  =*)  ebda.  Nr.  293.  —  ")  (Kress)  a.  a.  0. 
S.  188;  cf.  Commemoriali  lib.  X  no.  47  (Monum.  III  p.  322,  wo  statt  Giovanni  Cresso 
figlio  di  Crest.  di  Norimberga  mit  der  Handschrift  (fol.  38)  zu  lesen  ist :  ,testibus 
Johanne  Cresso,  filio  Crost  (verschrieben  statt  Croft)  de  Norimbergo.'  — 
")  Bd.  I  Nr.  298.  —  *')  ebda.  Nr.  304,  305.  —  ')  ebda.  Nr.  307.  —  «)  Be- 
stattet in  S.  Giovanni  e  Paolo ;  cf.  unten.  —  ®)  Roth,  Gesch.  des  Nürnb.  Handels, 
I,  112.  —  ^«)  Roth  a.  a.  0.  -  ")  Bd.  I  Nr.  327.  -  i^)  ebda.  Nr.  328.  —  ^*)  ebda. 
Nr.  329.  —  ^*)  ebda.  Nr.  330.  —  '^)  ebda.  Nr.  340.  —  ^®)  s.  (Kress)  Beiträge  etc. 
a.  a.  0.   S.  188  u.  190. 


dd,      ■ 
lolf    j| 


4 

als 


Geschichtliches.  77 

gleichen  Zeit  bei  ihm  in  Nürnberg  sich  aufhielt.  Ebenso  hatte 
er  den  Sohn  eines  verstorbenen  Vetters,  Albrecht  Kress,  nach 
Venedig  geschickt^)."  Konrad  Kress  selbst  starb  1430;  über 
seinen  Nachlass  erhoben  sich  nicht  nur  zwischen  der  Wittwe 
und  den  erstehelichen  Kindern  Streitigkeiten,  sondern  es  mel- 
deten sich  auch  venetianische  Gläubiger,  um  sich  daraus  be- 
friedigen zu  lassen,  was  zu  einem  eifrigen  Briefwechsel  zwischen 
dem  Nürnberger  Rath  und  der  venetianischen  Regierung  Anlass 
gab  ^).     Vorher  aber  sind  noch  zu  erwähnen : 

1425  Franz  Stromeier  (Stromer)  2); 

1426  Jacob  Tetinger,  Seiz  Schmelzing  *) ;  ferner  Konrad  Baben- 
berger,  Paul  Teufel,  Nyklas  Granetl,  Ludwig  Gruber,  Konrad 
Kugler,  Hans  Waltstromeyer  und  Konrad  Paumgartner,  Seytz 
Oesterreicher,  Ulrich  Hirschvogel,  Bartholomeus  Knebel,  Kunz 
Imhof,  Nyclas  Jacob,  denen  allen  von  zwei  Adeligen  aus 
Schwabenland,  Hans  von  Vilibach  und  Konrad  von  Magenbuch, 
Waaren  auf  dem  Wege  aus  Venedig  weggeführt  wurden-^); 

1427  Friedrich  Usmer«); 

1427  und  1428  Stephan  Koler  wiederum  und  sein  Schwiegervater 
Heinrich  Füchsell ') ; 

1428  die  Söhne  der  Wittwe  Schopper^); 

1429  Rudolf  Gundelfinger,  Georg  Pirkheimer,  Marcus  und  Peter 
Mendel,  welch'  letztere  alle  seit  längerer  Zeit  im  Fondaco  zu 
verkehren  angaben  ^) : 

1431  Hermann  Reck^'^j,  Burkhard  Mufflinger  ^ i),  Jacob  Auer,  Hans 
Sigwein^^); 

1432  Johannes  und  Heinrich  Rummel,  Konrad  Paumgartner,  Kon- 
rad Eysfogel,  Paul  Teufel  und  Konrad  Tetzel:  alle  Gläubiger 
des  nach  Venedig  entflohenen  Seiz  Schraelzing  ^  ^) ; 

1436  Johannes  Swob  (Schwab)  als  Diener  der  Brüder  Erkem- 
brecht,  Johannes  und  Georg  Koler,  nach  dessen  Ableben  sein 
(Stief-)Bruder  Peter  sowohl  gegen  die  Koler  als  gegen  seinen 
Schwager  Studenecker  lange  Zeit  prozessirte  ^*); 

1437  Endres  (Andreas)  Tucher,  aus  welcher  Familie  bereits  seit 
Anfang  des  15.  Jahrhunderts  Einzelne  in  Venedig  „in  der  Lehre" 
gewesen  waren  ^  ^) ; 


*)  Kress  aus  dem  ,  Schenkbuch  einer  Nürnberger  Patrizierfrau  (Walpurg- 
Kressin)  von  1416 — 1438"  im  , Anzeiger  für  Kunde  der  deutschen  Vorzeit",  1876. 
Bd.  23  S.  70.  —  2)  (Kress)  Beiträge  S.  191  und  Bd.  I  Nr.  372,  373,  375,  376,  378, 
380,  381,  382,  383,  388.  -  ')  Bd.  I  Nr.  343.  —  *)  ebda.  Nr.  346,  353.  —  ')  Baader 
im  38.  Jahresber.  des  histor.  Ver.  für  Mittelfranken  (1871  —  1872)  S.  108;  cf.  Bd.  1 
Nr.  348.  —  ")  erwähnt  in  den  Chroniken  der  deut.  St.,  Nürnberg.  II,  86  und 
Monum.  Boica  V,  212;  XXV,  64.  —  ')  s.  Zeitschr.  f.  Baiem,  II.  Jahrg.,  3.  Bd. 
1817  S.  357  und  Bd.  I  Nr.  351.  —  *)  Bd.  I  Nr.  354.  -  »)  ebda.  Nr.  361,  362.  — 
»•)  ebda.  Nr.  369,  370;  cf.  387,  407.  -  '^)  ebda.  Nr.  379,  384.  -  '^)  ebda. 
Nr.  366.  —  '^)  ebda.  Nr.  388,  389 ;  cf.  Chroniken  d.  deut.  St.,  Nürnberg,  I,  373 : 
IV,  144.  —  *^)  ebda.  Nr.  411.  —  ")  Endres  Tucher's  Memorialbuch  in  den  Chron. 
d.  d.  St.,  Nürnb.,  II,  4,  5,  26. 


78  Geschichtliches. 


n 


1440  Konrad  Imhof,  Anton  und  Herdegen  Tucher  (Brüder),  Ulrich 
Stark  1); 

1441  Georg  Mendel,  Georg  Lengfelder,  Anton  Rigler,  Wilhelm 
(oder  Berthold)  Hirschvogel  ^) ; 

1442  Fritz  Ulrich^);  Konrad  Paumgartner ,  Hans  Gruber,  Fritz 
Hiltprand*);  Ulrich  Herl,  Diener  des  Martin  Pregler  und 
Johannes  Gruber,  Nicolaus  Koler  ^); 

1443  Nicolaus  Streber ''); 

(1444  Lienhard  Hirschvogel  und  Heinrich  Rummel)^); 
1448  Cyriacus  Hofmann*'); 

vor  1449  Konrad,  Hans  and  Ludvrig  Gruber''); 
(1449  Marcus  Landauer?)  i«); 
1451  Ulrich  Michel  ^^),  als  dessen  Bürge  in  einem  lang  andauernden 

Prozess  gegen  einen  Arnold  von  Seeland  ein  Birkenfeld  genannt 

wird  ^  ^) ; 
1453  Wilhelm  und  Sebald  Rummel  wiederum  ^  ^) ; 
(1454  Nicolaus  Mis  und  sein  Vertreter  Johannes  Gebitzer?)^^); 
1456  Konrad  Paumgartner^^); 
1460  Sebastian    Rummel,    Martin   Paumgartner,    Heinrich   Eber- 

hardt^*");  ferner  Heinrich  Meischner  und  seine  Gesellschaft,  als 

deren  Vertreter  Konrad  Stetbeck  genannt  wird  ^ ') ; 
1465    Anton   Paumgartner    (früher    1460    Vertreter    des    Konrad 

Paumgartner  und  seiner  Gesellschaft)  ^  ^) ; 

1467  und  1469  Hanns  Gruber;  ferner  Paul  Imhof i^); 

1468  Johannes  und  Heinrich  Rummel,  als  deren  Vertreter  ein 
Regensburger  (?)  Thomas  Curtus  (=  Kurz?)  genannt  wird^"): 

1471  Konrad  Imhof  nnd  seine  Brüder  ^^); 

1466 — 1473  verkehrte  in  Venedig  Endres  Tucher  ^^); 

1475  Johannes  Winter  ^^)  und  Christoph  Scheurl,  der  wiederholt 
in  Handelssachen  nach  Venedig  reiste  und  selbst  wieder  junge 
Patriciersöhne,  die  ihm  in  die  Lehre  gegeben  wurden,  dorthin 
schickte  ^^); 

1)  Baader  a.  a.  0.  S.  111.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  421,  428—433.  -  ^)  ebda. 
Nr.  438.  -  ■•)  ebda.  Nr.  439.  —  *)  ebda.  Nr.  443.  -  ")  ebda.  Nr.  444.  —  ')  ebda. 
Nr.  450;  ich  schliesse  die  Namen  ein,  weil  es  fraglich,  ob  die  Beiden  wirk- 
lich nach  Venedig  gegangen.  —  *)  Bd.  I  Nr,  457.  —  *)  cf.  A,  v.  Scheurl  in 
den  Mittheilungen  des  Vereins  f.  Gesch.  der  Stadt  Nürnberg  Heft  5  S.  15.  — 
'")  Bd.  I  Nr.  458.  -  ^^)  ebda.  Nr.  460—463,  466-469,  471-474.  -  '2)  ebda. 
Nr.  466,  468.  -  '^')  ebda.  Nr.  470.  —  '')  ebda.  Nr.  475.  Miz  kommen  in 
Nürnberg  im  17.  Jahrh.  vor;  s.  Roth,  Gesch.  des  Nürnb.  Handeis,  II,  256. 
Statt  Gebitzer  ist  vielleicht  zu  lesen  Schlebizer,  die  am  Anfang  des  15.  Jahrh. 
in  Nürnberg  erwähnt  werden.  (Oder  Gaubitzer?  die  es  im  14.  Jahrh.  in  Wiener- 
Neustadt  gab;  s.  Gleich,  A.,  Gesch.  der  Stadt  W.-N.  S.  157.)  —  ^')  Bd.  I  Nr.  480, 
482,  485,  491.  —  '*)  von  denen  freilich  der  Eath  behauptete,  dass  sie  nicht  oder 
nicht  mehr  Bürger  der  Stadt  seien;  s.  Bd.  I  Nr.  490.  —  '')  Bd.  I  Nr.  491.  — 
^*)  ebda.  Nr.  491,  498.  -  »»)  ebda.  Nr.  504,  512,  510.  —  2")  ebda.  Nr.  511;  oder 
Kölner?  cf.  oben  S.  71.  —  '')  ebda.  Nr.  520.  -  ")  s.  Anton  Tucher's  Haus- 
haltbuch (1507 — 1517),  hrsg.  von  Wilh.  Loose  in  der  Bibliothek  des  literar.  Ver. 
in  Stuttgart  Bd.  134  S.  60  Anm.  2.  —   -=*)  Bd.  I  Nr.  535.   -   ^')  cf.  A.  v.  Scheurl 


I 


Geschichtliches.  79 

147G  und  1478  Johannes  Magnus  (Gross?)  ^); 

1479  Johannes  Stoler ^);  ein  gewisser  Hermann,  Pferdehändler 
in  Conegliano  (auch  1484  erwähnt)^);  Hans  Tucher,  Peter 
Imhof,  in  dessen  Kammer  im  Fondaco  Sebald  Rieter  der  Jüngere, 
wie  er  erzählt,  auf  seiner  Reise  nach  Jerusalem  Aufnahme 
fand,  wobei  er  bemerkt,  dass  diese  Kammer  früher  die  der 
Mendel  gewesen  sei ;  Hans  Knewssel  (=  Kneissel  ?)  und  Peter 
Schneyder  (Augsburger?)  nennt  gleichfalls  Rietter  als  damals 
in  Venedig  anwesend'^); 

1484  Melchior  Tochauer  (Tücher?)^);  Paul  Colb  (?)«): 

1487  Lorenz  Angeli  (wohl  Engel?)'')  und  Brüder,  denen  ihre 
Kammer  auch  ,für  immer"  zur  Benützung  überlassen  wurde  ^); 

1491  Johannes  Paumgartner  (?)^); 

1492  Lorenz  und  Albert  Haller  ^'');  Guido  Imhof,  der  erste  Consul 
der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco,  dem  aus  demselben 
Geschlechte  in  diesem  Amte  folgten  ^  ^) : 

1493  Sebastian  Imhof; 

1494  Jeremias  Imhof; 

1495  Guido  Imhof,  vielleicht  einer  der  unter  dem  nämlichen 
Jahr  genannten  ^  =^)  Brüder  des  Johannes  Imhof;  in  demselben 
Jahre  wird  ferner  erwähnt  Leonhard  EysfogeP^); 

1496  Johannes  Prewnlein  (Bräunlein),  „in  Genua  genannt  Ange- 
linus Borlinus"  ^^): 

1498  Franz  Imhof,  Consul  ^i); 

1499  Peter  Imhof,  ConsuPi); 

1501  Leonhard  Eysfogel  wiederum  ^^).  Ob  der  in  dem  nämlichen 
Jahre  in  Venedig  sich  aufhaltende  Hans  Koberger  auch,  wie 
0.  Hase  meint,  im  Fondaco  verweilte,  ist  mir  zweifelhaft^^). 
In  demselben  Jahre  war  Marcus  Milic  Consul  ^^),  der  vielleicht 
auch  der  Nürnberger  Familie  Mülich  ^  ^)  angehörte ; 
1505  Franz  Hirschvogel,  Consul  ^^). 

Man  sieht  schon  aus  dieser  Zusammenstellung,  die  ja  aus  den 
mehrfach  angegebenen  Gründen  nicht  Anspruch  auf  Vollständigkeit 
machen  kann,  wie  gross  die  Betheiligung  Nürnberg's  am  venetiani- 
schen  Handel  gewesen  ist.  Es  kann  keinem  Zweifel  unterliegen  — 
und  wir  werden  später  noch  Gelegenheit  haben,  dies  zu  konstatiren  — 
dass  die  Nürnberger  Kaufherren  im  Fondaco  alle  Zeit  eine  hervor- 
ragende Rolle  gespielt  haben,  was  sich  ja  auch  schon  in  der  bereits 

in  den  , Mittheilungen  des  Vereins  für  Geschichte  der  Stadt  Nürnberg" ,  Heft  5 
S.  13   u.  ff.;    cf.   oben   S.  40.    -    ')  Bd.  I   Nr.  540,  547.   —    ^)   ebda.   Nr.  551. 

—  ')  ebda.  Nr.  553,  558,  56G.  —  *)  s.  das  Reisebuch  der  Familie  Rieter  in 
der  Bibliothek  des  literar.  Vereins  in  Stuttgart  Bd.  168  S.  37.  —  '')  Bd.  I 
Nr.  564.  —  «)  ebda.  Nr.  567.  -  ')  cf.  Roth.  Gesch.  des  Nürnb.  Handels,  I, 
316.  —  «)  Bd.  I  Nr.  574.  —  »)  ebda.  Nr.  586.  —  '">)  ebda.  Nr.  590;  cf.  Chro- 
niken d.  d.  St..  Nürnb.,  IV,   344,   wo  z.  J.  1475  Lorenz   Haller  genannt  wird. 

—  ^>j  cf.  später  die  Consuln-Liste.  —  '»)  Bd.  I  Nr.  598.  -  ''')  ebda.  Nr.  600.  — 
'')  ebda.  Nr.  615  (S.  338).  —  '*)  „Die  Koberger",  2.  Aufl.,  S.  293.  —  '«)  s.  Roth 
a.  a.  0.  T,  346  und  Anton  Tucher's  Haushaltbuch  a.  a.  0.  S.  210. 


80  Geschichtliches, 


erwähnten  Thatsache  ausspricht,  dass  sie  den  Vorsitz  an  einer 
Tafel  geführt  haben.  Irrig  aber  scheint  es  mir,  von  einer  förm- 
lichen Nürnberger  Gemeinde  in  Venedig  oder  im  Fondaco  zu 
sprechen^).  Vielleicht  hat  zu  diesem  Irrthum  der  Umstand  Ver- 
anlassung gegeben,  dass  in  der  Bartholomäuskirche  zu  Venedig  es 
eine  auf  den  Altar  des  h.  Sebald  gestiftete  Messe  gab.  Sie  wurde 
nach  den  Angaben  des  Nürnberger  Chronisten  Müller  im  Jahre  1434 
von  den  nach  Venedig  handelnden  Nürnberger  Kaufleuten  gestiftet. 
„Heinrich  Rummel,  Kunz  Imhoff,  Erkenbrecht  Koler  und  Fritz  Kress 
waren  die  ersten  Verwalter  und  haben  die  Hauptsumme  in  die 
Losung-Stube  zu  Nürnberg  gelegt."  Sie  betrug  zuerst  20  fl.  und 
wurde  dann  bis  44  fl.  erhöht 2).  Möglich  auch,  dass  im  Anschluss 
daran  die  Nürnberger  Kauf  leute  eine  Bruderschaft  unter  sich  errichtet 
hatten,  deren  später  1517  Anton  Tucher  zu  gedenken  scheint^), 
wenn  anders  nicht  eine  allgemeine  Brüderschaft  der  deutschen  Kauf- 
leute in  Venedig  darunter  zu  verstehen  ist.  Im  Uebrigen  nahmen 
die  Nürnberger  in  Venedig  und  im  Fondaco  —  insbesondere  in 
diesem  Zeiträume  —  durchaus  keine  Sonderstellung  ein.  — 

Sehr  alt  ist  dann  weiter  die  Handelsverbindung  zwischen 
Böhmen  und  speziell  Prag  und  Venedig,  Nach  F.  L.  Hübsch'^) 
standen  die  Prager  Kaufleute  am  Ende  des  13.  Jahrhunderts  in 
direktem  Verkehr  mit  den  ersten  Handlungshäusern  damaliger  Zeit 
in  Florenz,  Venedig  und  Pisa.  Wenn  er  freilich  als  Beweis  dafür 
anführt,  dass  Papst  ürban  IV.  im  Jahre  1262  in  Venedig  Beschlag 
legen  liess  auf  das  Geld,  welches  König  Ottokar  für  Waaren,  die 
er  für  seinen  Hof  verschrieben  haben  mag,  dahin  remittirt  hatte  — 
so  wird  mancher  vielleicht  diesen  Beleg  nicht  für  sehr  vollgültig 
zu  halten  geneigt  sein.  Beweiskräftiger  ist  jedenfalls  der  Schutzbrief 
„ohngefähr  vom  Jahre  1303",  den  Herzog  Rudolf  von  Oesterreich  für 
die  durch  sein  Land  nach  Venedig  reisenden  Prager  Kaufleute  er- 
liess^).  Oder  die  Statutensammlung  von  Alt-  und  Neuprag  ,de 
hospitibus  mercimonia  adducentibus',  welche  König  Wenzel  im  Jahre 
1304  bestätigte**).  Oder  die  kurze  Notiz  in  unserem  Aktenstücke 
vom  4,  Februar  1302 ''),  wo  von  Repressalien  der  Venetianer  gegen 
die  Unterthanen  des  Königs  von  Böhmen  die  Rede  ist.  Vielleicht 
noch  häufiger  allerdings  als  Prager  nach  Venedig,  kamen  umgekehrt 
damals  am  Anfang  des  14.  Jahrhunderts  Venetianer  nach  Prag, 
wofür  Erdmannsdörffer  ^)  und  Tadra  ^)  mehrere  Zeugnisse  beigebracht 


i 


^)  Wie  dies  z.  B.  Hermann  Grimm,  Ueber  Künstler  und  Kunstwerke  1.  Jhrg. 
(1865)  S.  147  thut.  -  ^)  Roth,  Gesch.  des  Nümb.  Handels,  1, 113, 114;  cf.  Bd  I  Nr.  701. 
—  ä)  Haushaltbuch  a.  a,  0.  S.  154:  ,1517  beczalt  dem  Jörg  Spengler,  für  das  er  mich 
czu  Venedig  in  der  prüderschaft,  darinn  ich  daselbst  pin,  gelediget  und  gelost  hat, 
nemlich  41  jar,  die  ich  dahin  schuldig  pin  gewest  ,  .  ."  —  '^)  Versuch  einer  Ge- 
schichte des  böhmischen  Handels  (1849)  S.  112  ff.  -  *)  Palacky,  Ueber  Formel- 
bücher 3.  323  Nr.  120.  —  ^)  Erben,  Regesta  Bohemiae  et  Moraviae  H  p.  868.  — 
')  Bd.  I  Nr.  18,  —  *)  De  commercio  p.  33  aus  dem  Jahre  1308  und  1348.  — 
^)  Summa  Gerhardi,  ein  Formelbuch  aus  der  Zeit  des  Königs  Johann  von  Böhmen 


I 


Geschichtliches.  81 

haben,  und  wozu  auch  wir  in  der  Notiz  vom  Jahre  1337  (28.  März)  ^), 
dass  über  20  Jahre  schon  ein  gewisser  Petrus  Vulpe  nach  Böhmen 
reise,  einen  Beitrag  zu  liefern  im  Stande  sind. 

Wir  haben  ferner  zu  gedenken  der  Verfügung  des  Herzogs 
Rudolf  von  Oesterreich  vom  25.  Februar  1364,  durch  welche  der- 
selbe den  Pragern  den  Weg  über  Wien  nach  Venedig  gestattete  ^)  — 
eine  Erlaubniss,  die  Herzog  Albrecht  am  12.  Mai  1366  dahin  erwei- 
terte, dass  die  Prager  dabei  für  die  nächsten  4  Jahre  nicht  gezwungen 
sein  sollten,  ihre  Waaren  in  Wien  „niederzulegen"  ^).  Später,  ca. 
1386,  „legten  die  Wiener  Kaufleute  dem  Handel  der  Böhmen  mit 
Venedig  grosse  Hindernisse  in  den  Weg,  weshalb  Wenzel  gegen- 
seitige Repressalien  nahm  und  im  Jahre  1387  den  Wiener  Kauf- 
leuten den  Handel  nach  Böhmen  formlich  untersagte.  Im  Jahre  1388 
erliess  Wenzel  ein  Mandat,  worin  er  sich  aussprach,  dass  die 
Breslauer  (?),  die  aus  Polen  und  Böhmen  nach  Venedig  zu  Wasser 
und  zu  Land  Handel  treiben,  darin  weder  gestört  noch  aufgehalten 
werden  sollen"  ^). 

Namentlich  aufgeführt  finden  wir: 

1341   einen  Johannes^); 

1363  einen  Reinaldus,  der  die  Hinterlassenschaft  eines  bei  Mestre 
erschlagen  gefundenen  Christoph  Payer  (ob  Kaufmann,  wird 
nicht  gesagt)  in  Empfang  genommen  hat*"); 

1399  und  1404  einen  Petrus  Cochus  (Peter  Koch?,  Sohn  eines 
Boschus  Koch) '').   — 

Nur  dürftig  sind  die  Nachrichten  über  Handelsbeziehungen 
des  benachbarten  Mähren  zur  Lagunenstadt.  Nach  Weiss*)  ge- 
stattete erst  (oder  wieder?)  in  den  Jahren  1462  und  1463  Kaiser 
Friedrich  IV.  den  Brünnern  die  Handelsverbindung  mit  Venedig, 
als  die  Wiener  sich  gegen  ihn  empörten.  In  unseren  Urkunden 
werden  bereits  zum  Jahre  1337  ein  Conradus  aus  Brunn  und  ein 
Corradus  aus  Mähren  als  in  Venedig  Handel  treibend  erwähnt  ^).  — 
Wie  aus  dem  Capitolare  dei  Visdomini  hervorgeht,  wurden 
auch  die  Ungarn  und  Polen  ^^)  und  selbst  die  Unterthanen  des  Her- 
zogs von  Savoyen  ^^)  damals  als  Angehörige  des  deutschen  Reiches 
betrachtet,  und  wenn  sie  nach  Venedig  mit  Waaren  kamen,  den 
übrigen  Deutschen  gleichgestellt.  Aber  ich  glaube,  wir  können 
füglich   von   diesen  Ländern   hier   abstrahiren  —  abgesehen   davon, 

(c.  1336-1345)  herausg.  von  F.  Tadra  im  Archiv  f.  österr.  Gesch.,  Bd.  63  S.  540 
Nr.  199:  König  Johann  befreit  den  Kaufmann  ßaldevin  Valaster  aus  Venedig  von 
sämmtlichen  Mauth-  und  Zollabgaben  in  Böhmen;  cf.  Tomek,  Gesch.  der  Stadt 
Prag  S.  353.  —  ')  Bd.  I  Nr.  94.  —  ^)  Pelzel,  Kaiser  Karl  IV.  Bd.  II  Urkundenbuch 
S.  336;  cf.  auch  S.  367.  —  ')  Pelzel  a.  a.  0.  Urkundenbuch  S.  308.  —  ")  Hübsch, 
Versuch  S.  264.  -  ■*)  Bd.  I  Nr.  799.  —  «)  ebda.  Nr.  196.  —  ')  ebda.  Nr.  290.  — 
8)  Geschichte  der  Stadt  Wien  Bd.  I  S.  213.  —  »)  Bd.  I  Nr.  96.  -  ^«)  s.  pag.  227 
cap.  3  no.  13  Verordnung  vom  31.  August  1475  (abgedruckt  auch  von  Ennen  in 
der  Monatsschrift  etc.  I  S.  126;  cf.  Bd.  I  Nr.  139,  wo  ein  Johannes  und  ein  Theo- 
doricus  aus  Polen  im  Jahre  1348  ausdrücklich  als  Deutsche  bezeichnet  werden. 
—    ^')  cap.  243  p.  137  Verfügung  vom  3.  Januar  1427. 

6 


82 


Geschichtliches. 


dass  uns  über  ihre  Handelsbeziehungen  zu  Venedig  nichts  Näheres 
bekannt  ist.  Dass  die  ungarischen  Kaufleute  frühzeitig,  z.  B.  schon 
in  den  Jahren  1224,  1226  und  1227  nach  Venedig  gekommen  sind, 
erhellt  aus  einzelnen  Angaben  im  Liber  Plegiorum  ^). 

Somit  hätten  wir  unsere  etwas  anstrengende  Rundreise  durch 
die  verschiedenen  Länder  und  Städte  unseres  deutschen  Vaterlandes 
und,  wie  wir  vielleicht  hinzufügen  dürfen,  durch  einen  grossen  Theil 
der  einschlägigen  Literatur  beendet.  So  sehr  wir  uns  dabei  bemüht 
haben,  die  Träger  der  deutsch-venetianischen  Handelsbeziehungen 
in  diesem  Zeiträume,  soweit  sie  namentlich  in  unseren  Urkunden 
vorkommen,  in  Reih  und  Glied  zu  stellen,  ihnen  ihre  Heimaths- 
stätte  anzuweisen  —  leider  bleibt  noch  eine  freilich  verhältnissmässig 
geringe  Zahl  solcher  übrig;  die  wir  bisher  nicht  oder  nicht  sicher 
unterzubringen  im  Stande  gewesen  sind.  Ich  will  sie  hier  wenigstens 
in  alphabetischer  Ordnung  aufführen: 

Adguil,  Albert  1495  2); 

Athemannus  1317^)  (vielleicht  identisch  mit  dem  1343  genannten 
Altemannus  aus  Regensburg)  ^) ; 

Ganter,    Johannes  1355'^); 

Garne,  Marcus  1476  (Wiener?  Laibacher?)  ^); 

Giler,  Georg  1476  (Laibacher?)  «^); 

Gonradus  und  Gon^olinus  1329 ''); 

Gonradus  1345^); 

Gronier,  Bulfardo  1489  (Wiener?  oder  Genfer ?)'^); 

Curatiis,  Paulus  14631"); 

Diatrichus  de  Bangha  1356  ^i); 

Gebizer,    Johannes   1454  (Nürnberger?  Wiener  -  Neustädter ?)  ^ 2); 

Gualterius  (Walter)  1329  1^); 

Henricus  de  Matho  1319  i'^); 

Jacobus  131615); 

Justus  de  Orlinger  (Nördlingen?)  14761*^); 

Leonardus  1355  i''); 

Leonardus  de  Lancoleto  1364 1^); 

Limpech,  Johannes  1483  (Regensburger?)  1^); 

Luchinius,  Johannes  1350  2^); 

Magnus,  Johannes  1476  (Nürnberger?)^!); 

Mis,  Nicolaus,  Sohn  des  Petrus  Mis  1454  (Nürnberger?)  ^ 2); 

Morretus  1327^3); 


1)  Predelli,  Regesti  p.  68  no.  189;  p.  99  no.  392  und  p.  121  no.  502;  s.  auch 
Minotto,  Documenta  ad  Bellunum  etc.  spectantia.  Sect.  I  p.  71  ad  a.  1286,  20  Mai  u.  fF. ; 
cf.  oben  S.  9.  -  ')  Bd.  I  Nr.  598.  -  ')  ebda.  Nr.  50 ;  cf.  804.  —  ■•)  Commemoriali 
lib.  V  no.  100,  111.  —  ')  Bd.  1  Nr.  544.  -  '')  ebda.  Nr.  540.  —  ')  ebda.  Nr.  83.  — 
»)  ebda.  Nr.  113.  —  ^)  ebda.  Nr.  581.  —  '')  ebda.  Nr.  496.  —  ")  ebda.  Nr.  163. 

—  12)  ebda.  Nr.  475;  cf.  oben  S,  78.  —  ")  ebda.  Nr.  83.  —  '*)  ebda.  Nr.  61.  - 
")  ebda.  Nr.  43.  —   '')  ebda.  Nr.  545.  -   ^']  ebda.  Nr.  158.   -   ^^)  ebda.  Nr.  205. 

—  1»)  ebda.  Nr.  559.  —  '»)  ebda.  Nr.  152.  -   ^')  ebda.  Nr.  540,  547.  —  ^^)  ebda. 
Nr.  475.  —  2*)  ebda.  Nr.  75. 


Geschichtliches.  83 

Pichel,  Johannes  1467^); 

Rigus  1363  2); 

Siaorle,  Marcus  1476  (Memrainger ?)  2) ; 

Staynsulzer,  Peter  1439*); 

Tencumath,  Peter  1346  5); 

Tochauer,  Melchior  1484  (Nürnberger?)^); 

Varnerius  (Werner)  de  Cono  1343^); 

Zodoler,  Johannes  1483  (Regensburger?)  ^). 

Welch'  eine  stattliche  Reihe  von  Namen  erscheint  hier  als 
Träger  der  deutsch-venetianischen  Handelsbeziehungen !  Zwar  nicht 
Alle,  die  wir  hier  aufgeführt,  mögen  oder  sind  gewiss  nicht  in  eigener 
Person  nach  der  Lagunenstadt  gekommen  —  durch  Vertreter  u,  s.  w. 
konnten  sie,  wie  wir  sogleich  näher  erwähnen  werden,  ihre  Geschäfte 
dort  führen  lassen ;  und  namentlich  im  späteren  Mittelalter  und  von 
Seite  derjenigen  Kaufleute,  welche  seit  längerer  Zeit  mit  Venedig 
in,  Geschäfts  Verbindung  standen,  wird  das  vorzüglich  geschehen  sein. 
Aber  andererseits  müssen  wir  bedenken  oder  uns  daran  erinnern, 
dass  die  von  uns  oben  aufgeführten  Kaufleute  nur  einen  kleinen  — 
wir  wissen  leider  nicht  den  wievielten  —  Prozentsatz  aller  derer 
bilden,  die  mit  Venedig  in  Geschäftsverbindung  standen,  die  eben  nur 
deshalb  in  Urkunden  nicht  erwähnt  werden,  weil  ihnen  weder  auf  der 
Reise  noch  in  Venedig  etwas  widerfuhr,  was  Anlass  zu  Reklamationen 
hätte  geben  können.  Wenn  nun  aber  jährlich  so  und  so  viele  unserer 
Landsleute  nach  der  Lagunenstadt  kamen  —  welch'  eine  Menge  von 
Eindrücken,  Erfahrungen  und  Anschauungen  wurde  da  zugleich  ge- 
wonnen! und  in  welch'  unermesslicher  Fülle  musste  da  venetianische 
Kultur  und  Gesittung  nach  Deutschland  zurückströmen! 

Ich  habe  eben  der  Vertreter  der  Kaufleute  gedacht  und 
mehrere  solcher  ja  bereits  mit  Namen  zu  nennen  Gelegenheit  gehabt. 
Nach  den  Bemerkungen  von  Kriegk  ^) ,  die  anderweitig  ihre  Be- 
stätigung finden,  haben  wir  da  zu  unterscheiden  zwischen  den  Hand- 
lungsdienern oder  Commis,  ,famuli,  servitores',  und  den  Geschäfts- 
führern, den  ,actores,  factores,  negotiorum  gestores'.  Die  ersteren 
mögen  wohl  nur  seltener,  in  einzelnen  Fällen,  von  ihren  Herren  zur 
Wahrung  ihrer  Interessen  u.  s.  w.  mit  einem  bestimmten  Auftrag  nach 
Venedig  geschickt  worden  sein.  Die  ,factores'  hingegen  waren  gewiss 
für  längere  Zeit  die  (ständigen)  Vertreter  des  betreffenden  Hauses, 
das  sie  nach  Venedig  gesandt  ^*'j.  Namentlich  Handelsgesellschaften, 
die  sich  gerade  für  den  auswärtigen  Handel  leicht  bildeten  und 
deren  frühzeitig  mehrere  genannt  werden  ^^),  pflegten  in  dieser  Weise 
eich  vertreten  und  ihre  Geschäfte  führen  zu  lassen.    Natürlich,  dass 


1)  Bd.  I  Nr.  506.  -  -)  ebda.  Nr.  199.  —  ^)  ebda.  Nr.  544.  —  ")  ebda.  Nr.  418. 

—  •')  ebda.  Nr.  115.  -  ")  ebda.  Nr.  564.  -  ')  ebda.  Nr.  105.  —  «)  ebda.  Nr.  559. 

—  ®)  Deutsches  Bürgerthum  im  Mittelalter,  Neue  Folge,  S.  443  Anm.  — 
">)  s.  Bd.  I  Nr.  164,  409,  491,  622.  -  '>)  s.  Kriegk  a.  a.  0.  S.  439;  Mone,  Zeitschr. 
f.  Gesch.  d.  Oberrheins  IV,  244  ff.;  Heyd,  Oberschwäbischer  Handel  mit  Italien 


84  Geschichtliches. 

dieser  ,factor'  dann  noch  Untergebene,  „Lehrlinge",  famnli  u.  s.  w.  zu 
seiner  Unterstützung  hatte,  dass  so  in  der  That  eine  förmliche  Filiale, 
ein  „Gleger"  des  Hauses  oder  der  Gesellschaft  in  Venedig  entstand, 
wie  wir  beispielsweise  von  dem  „Gleger"  der  Fugger  gehört  haben. 
—  Wie  aus  dem  Capitolare  ^)  erhellt,  wurden  unter  dieser  Maske 
aber  auch  oft  Betrügereien  verübt:  da  kamen  Leute  nach  Venedig, 
die  sich  als  Vertreter  einer  der  grossen  deutschen  Handelsgesellschaften 
ausgaben,  in  deren  Namen  grössere  Käufe  auf  Kredit  abschlössen 
und  beim  Zahlungstermin  —  verschwunden  waren.  Die  Regierung 
beschloss  daher  im  Jahre  1448,  in  Zukunft  Beglaubigungsschreiben 
und  Zeugnisse  zu  verlangen. 

In  der  Regel  wurde  wohl  bei  Kauf  und  Verkauf  baar  bezahlt; 
wir  sehen  aber  schon  aus  dem  eben  angeführten  Aktenstück ,  dass 
auch  das  Kreditgeschäft  in  Anwendung  kam,  und  dann  weiter  gewiss 
überhaupt  alle  Arten  des  damaligen  Geschäftsverkehrs,  wie  das  ja 
vom  Wechsel  —  bekanntlich  einem  italienischen  Produkt  —  von 
Schuldscheinen  u.  s.  w.  genügend  bezeugt  und  auch  durch  ein- 
zelne unserer  Urkunden  zu  belegen  ist^).  Nach  dieser  Richtung 
hin  und  überhaupt  für  das  venetianische  Handelsrecht  belehrend 
scheinen  mir  da  die  Verhandlungen  vor  dem  Gericht  der  .Giudici 
di  Petizion',  die  ich  deshalb  ausführlich  mittheilen  zu  sollen  ge- 
glaubt habe.  Auch  die  Vergleiche,  welche  zwischen  falliten  oder 
zahlungsunfähigen  deutschen  Kaufleuten  und  ihren  Gläubigern  in 
Venedig  getroffen  wurden,  beanspruchen  unser  volles  Interesse  ^).  Ich 
möchte  hier  nur  noch  speziell  darauf  aufmerksam  machen,  wie  eifrig 
sich  die  venetianische  Regierung  um  das  Zustandekommen  solcher 
Vereinbarungen  bemühte  und  oftmals,  über  den  Widerspruch  einzelner 
Gläubiger  sich  hinwegsetzend,  das  getroffene  Uebereinkommen  billigte 
und  für  perfekt  erklärte  —  ein  neuer  Beweis  für  die  wohlwollende, 
wenn  auch  von  selbstischen  Interessen  gewiss  nicht  freie,  Gesinnung 
der  venetianischen  Regierung  gegen  die  deutschen  Kaufleute. 

Am  meisten  würde  es  uns  nun  aber  interessiren,  über  das 
innere  Leben  der  deutschen  Kaufleute  im  Fondaco,  über 
die  innere  Geschichte  dieser  deutschen  Kolonie  in  Venedig,  wenn 
man  so  sagen  darf,  etwas  Genaueres  zu  vernehmen.  Leider  sieht 
es  hier  aber  mit  unserer  Kenntniss  für  das  ganze  Mittelalter  nicht 
eben  besonders  gut  aus.  Dem  Wenigen,  was  Heyd  hierüber  zusam- 
mengestellt hat,  vermögen  wir  nicht  viel  Neues  hinzuzufügen. 


und  Spanien  in  den  Württemberg.  Vierteljahrsschriften  f.  Landesgeschichte  1880 
S.  147  aus  der  Chronik  des  Ladislaus  von  Suntheim;  cf.  Bd.  I  Nr.  247,  361,  363, 
390,  409,  491,  526,  594,  598,  605,  606,  622.  —  ')  pag.  174  c.  283  a.  1448.  — 
■')  s.  Bd.  I  Nr.  .30,  533;  76,  77,  2.S3,  258,  259,  268,  271,  278,  290,  301,  303,  512; 
cf.  0.  Ruland,  Haushaltbuch  a.  a.  0.  S.  IX,  femer  Zeitschr.  f.  d.  gesammte  Handels- 
recht Bd.  VI,  540;  VIII,  37  mit  Rücksicht  auf  das  von  Mone  a.  a.  0.  Bd.  IV 
S.  24  ff.  publicirte  Material.  -  ^)  s.  Bd.  1  Nr.  286,  559,  561,  562,  564,  569,  573, 
591*,  592,  594,  595  (598),  602-606,-  608,  609,  613—615. 


I 


Geschichtliches.  85 

So  lange  die  venetianische  Regierung  die  Verwaltung  des 
Fondaco  in  Händen  hatte  —  und  das  war,  wie  früher  erwähnt,  ja 
bis  zum  Ende  des  15.  Jahrhunderts  ganz  und  gar  der  Fall  — ,  so 
lange  sie,  wie  Heyd  es  ausdrückt  ^),  die  Beschaffung  und  Erhaltung 
der  Wohngelasse,  Magazine  und  Verkaufslokale  besorgte,  die  Polizei 
im  Hause  übte,  den  Verkehr  der  Deutschen  mit  den  Venetianern, 
das  Verfahren  bei  Kauf  und  Verkauf  u.  s.  w.  regelte,  so  lange  blieb 
den  Deutschen  wenig  zu  verwalten  übrig.  Das  Wichtigste,  was  es 
da  gab,  betraf  ihr  leibliches  Wohl.  Verköstigen  nämlich  mussten  sie 
sich  selbst  —  meint  Heyd.  Das  scheint  mir  aber  nicht  ganz  richtig. 
Dass  die  Regierung  den  Wein  selbst  z.  B.  beschaffte,  der  in  der  Schenke 
verabfolgt  wurde,  hebt  auch  Heyd  hervor.  Was  aber  die  deutschen 
Kaufleute  bei  ihrem  gemeinsamen  Mahl  assen  und  tranken,  meint 
er,  das  mussten  sie  selbst  beschaffen.  Nur  das  Geschirr  für  die 
Küche  habe  die  Regierung  gestellt.  Allein  in  dem  betreffenden 
Aktenstück  vom  Jahre  1474  ^)  heisst  es,  dass  die  venetianische  Re- 
gierung auch  „anderer  Notdurft  den  deutschen  Kaufleuten  —  gegen 
Bezahlung  —  Fürsehung  gethan";  und  in  einem  späteren  Dokument 
lesen  wir^),  dass  die  Kaufleute  bis  zum  Jahr  1510  für  Beschaffung 
der  für  die  Küche  nöthigen  Sachen,  Wasser,  Oel  u.  s.  w.  monatlich 
acht  ,grossi'  in  Gold  (=  ^s  Dukaten)  per  Mann  der  Regierung 
zahlten,  was  im  Jahre  1510  geändert  wurde,  worauf  wir  später  in 
einem  anderen  Zusammenhange  zurückkommen  werden. 

Sicher  hingegen  ist,  dass  die  Deutschen  das  Personal  der 
Küche,  zwei  Köche  mit  ihren  Gehülfen,  selbst  wählten*).  „Ferner 
bedurften  sie  zu  ihrer  Bedienung,  zur  Krankenpflege,  zu  Gängen 
in  die  Stadt  Diener  (Knechte  oder  Junckherren),  Auch  diese,  im 
Jahre  1474  vier  an  der  Zahl,  stellten  sie  selbst  an.  Endlich  bestand 
ein  Botendienst  zur  Verbindung  der  Kolonie  mit  der  deutschen 
Heimath  ^).  Die  Wahl  der  (reitenden)  Boten  und  die  Beaufsichtigung 
derselben  war  Sache  der  Insassen  des  Fondaco."  So  weit  schon  Heyd^). 
Wir  können  noch  hinzufügen,  dass  auch  die  Aufnahme  in  die  Zunft 
der  Ballenbinder,  die  ja,  wie  früher  erwähnt,  Deutsche  waren,  von 
der  Zustimmung  der  deutschen  Kaufleute  abhängig  war '').  So  gab  es 
immerhin  Manches  zu  berathen,  was  die   „gemeine  Notturfft"  antraf. 

Abgestimmt  wurde  ,in  der  Regel  in  denselben  (zwei)  lands- 
raannschaftlichen  Gruppen,  welche  auch  für  die  Sitzordnung  bei 
Tische  massgebend  waren  und  eben  deshalb  Tafeln  genannt  wurden; 
als  Beschluss  galt,  was  in  beiden  Tafeln  die  Mehrheit  der  Stimmen 
auf  sich  vereinigt  hatte.  Konnten  sich  die  Tafeln  über  etwas  nicht 
einigen,  so  wurde  die  Entscheidung  einer  Generalversammlung  (einem 


')  Hist.  Zeitschr.  a.  a.  0.  S.  206.  —  ^)  s.  Flegler  im  Anzeiger  f.  Kunde  etc. 
1867  S.  334.  —  '}  ebda.  S.  365  u.  Thomas,  Milesio  S.  50.  —  *)  Ob  der  mehrmals 
erwähnte  Unterkoch  identisch  ist  mit  dem  1474  genannten  „Kellner"  ist  nicht 
ganz  klar.  —  ^)  cf.  unten  S.  88.  —  ®)  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  a.  a.  0.  p.  207  aus  den 
von  Flegler  a.  a.  0.  mitgetheilten  Dokumenten,  besonders  S.  337.  —  ')  s.  Bd.  I 
Nr.  320,  524  und  oben  S.  20. 


86  Geschichtliches. 

,geTnain  Kapitel')  anheimgegeben,  welche  in  der  Regel  zu  solchen 
Zeiten  stattfand,  wo  besonders  viele  deutsche  Kautleute  beisammen 
waren,  an  Weihnachten  oder  an  Jacobi"  ^).  In  diesen  Kapiteln  —  dies 
verdient  noch  hinzugefügt  ^)  und  besonders  hervorgehoben  zu  werden 
—  sollte  „jeder  gelenndter  Kaufmann  ain  Stymm  und  Waal 
haben",  gleichwie  jeder,  der  am  gemeinsamen  Mahle  auf  seine 
Kosten  sich  betheiligen  wollte,  an  den  Tafeln  Platz  nehmen  durfte, 
da,  wie  ausdrücklich  betont  wird,  „Nyemand  sunnder  (besondere) 
öerechtigkait  da  hatt" :  ein  rechter  Kaufmann  galt  so  viel  als 
der  andere.  Die  gemeinsam  gefassten  Beschlüsse  aber  wurden  in 
der  „gemainen  Truchen"  ,  also  in  einer  Art  Archiv  sorgfältig  auf- 
bewahrt, damit  sie  für  spätere  Fälle  und  Vorkommnisse  als  Richt- 
schnur dienen  könnten.  Leider  ist  sie  im  grossen  Brande  vom 
Jahre  1505  mit  dem  alten  Gebäude  zu  Grunde  gegangen.  Ich  sage 
„leider"  und  kann  hier  mit  Heyd  nicht  übereinstimmen,  der  meint, 
dass  der  Verlust  wegen  der  geringen  Wichtigkeit  der  Berathungs- 
gegenstände  vielleicht  nicht  zu  beklagen  sei.  Allein  auch  die  kleinste 
Notiz,  meine  ich,  müsste  uns  für  diese  frühere  Zeit  willkommen  sein 
zur  Vervollständigung  des  dürftigen  sonstigen  Materiales ;  und  viel- 
leicht erführe  auch  die  „innere  Geschichte"  der  Deutschen  im 
Fondaco  in  diesem  Zeitraum  doch  noch  einige  weitere  Beleuchtung. 
Auch  hiefür  hat  bereits  Heyd  das,  was  die  bisher  bekannt 
gewordenen  Quellen  berichten,  geschickt  zusammengestellt^).  „Dass  es 
bei  der  Rivalität  unter  den  einzelnen  Städten  nicht  ohne  Misshellig- 
keiten und  Kämpfe  abging,  lässt  sich  denken  und  dies  ist  eigent- 
lich das  Einzige,  was  wir  auch  aus  Geschichtschreibern  belegen  können. 
Zuerst  melden  diese  einen  Konflikt  zwischen  den  Regensburgern  und 
Nürnbergern.  Der  (im  15.  Jahrhundert  lebende)  Regensburger  Pres- 
byter Andreas  erzählt  in  seinem  Chronicon  Generale^)  nach  dem 
(mündlichen)  Bericht  eines  Mithandelnden  Folgendes:  Zur  Regie- 
rungszeit Kaiser  Karl's  IV.  rissen  die  Nürnberger  den  ersten 
Platz  (locuni  supremum)  im  Fondaco  an  sich,  welchen  die  Regens- 
burger von  Alters  her  inne  gehabt  hatten.  Als  die  Regensburger 
dies  hörten,  schickten  sie  eine  grosse  Summe  Geldes  nach  Venedig 
und  Hessen  durch  ihre  Kaufleute  so  viel  Waaren  auf  einmal  an- 
kaufen, als  die  Nürnberger  im  Laufe  eines  Jahres  zu  kaufen  pflegten 
und  zwar  gegen  baar,  während  die  Nürnberger  Vieles  auf  Rechnung 
kauften.  Daraufhin  bestätigte  die  venetianische  Regierung  die 
Regensburger  in  ihrem  alten  Recht.  Später,  unter  König  Wenzel's 
Regierung,  wollten  die  Nürnberger  jenen  Platz  neuerdings  in  An- 
spruch nehmen;  zwei  Regensburger  aber,  Matthäus  Rantinger  und 
Franz  Putreich  (dies  der  Gewährsmann  des  Andreas),  wehrten  sich 
für  das  Recht  ihrer  Stadt  mit  den  Stöcken  in  der  Hand.    Die  Sache 


')  Heyd,  Hist.  Zeitschr.  a.  a.  0.  p.  207.  —  ^)  gleichfalls  aus  Flegler  a.  a.  0. 
—  ^)  a.  a.  0.  S.  208.  —  *)  bei  Pez,  Thesaurus  anecdotorum  tom.  IV  p.  3 
col.  606  C;  Heyd  hat  die  Stelle  fast  wörtlich  wiedergegeben. 


Geschichtliches.  87 

wurde  vor  den  Dogen  gebracht;  dieser  wollte  insgeheim  den  Regens- 
burgern  wohl,  während  die  zahlreich  in  Venedig  anwesenden  Nürn- 
berger viele  Gönner  sonst  in  der  Stadt  hatten.  Franz  Putreich  führte 
vor  dem  Senat  ^)  die  Sache  seiner  Mitbürger  —  unter  Hinweisung 
auf  jenen  starken  Einkauf  —  so  kräftig,  dass  er  ein  Senatsdekret 
erwirkte,  welches  den  Regensburgern  den  ersten  Platz  im  Fondaco 
,für  immer"  zutheilte  ^).  Er  und  sein  Genosse  Rantinger  brachten 
dies  Dekret  selbst  in  die  Heimath".  Dort  hat  es  Gemeiner  noch  ge- 
sehen^), dann  aber  ist  es  spurlos  verschwunden.  In  den  venetianischen 
Akten  aber  hat  sich,  so  viel  ich  bisher  habe  sehen  können,  über 
den  ganzen  Streit  nichts  erhalten.  Allerdings  sind  gerade  für  diese 
Zeit  in  den  Registerbänden  der  in  Frage  kommenden  venetianischen 
Kollegien  Lücken  vorhanden.  Um  was  es  sich  übrigens  bei  dem 
ganzen  Streit  handelte,  ist  nicht  recht  klar;  noch  weniger  sieht  man 
ab,  wie  Heyd  mit  Recht  bemerkt,  „inwieweit  jener  Vorrang  wirkliche 
Vortheile  in  sich  schloss ,  die  einen  so  hartnäckigen  Kampf  recht- 
fertigen konnten".  Vorausgesetzt,  dass  es  schon  damals  General- 
versammlungen (gemaine  Kapitel)  gab,  könnte  man  an  den  Vorsitz  in 
denselben  (und  ebenso  an  den  Tafeln)  denken,  was  jedoch  nur  ein 
Ehrenamt  gewesen  sein  dürfte. 

Ein  anderer  Streit,  von  dem  wir  bisher  keine  Kenntniss 
hatten  und  erst  aus  unserer  Urkundensammlung  erfahren,  entspann 
sich  am  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  zwischen  den  Städten  0 ber- 
und Niederdeutschlands*).  An  der  Spitze  dieser  stand  Köln,  jener 
Nürnberg.  Die  Nürnberger  Kaufleute  behaupteten,  dass  von  Alters 
her  es  in  der  Küche  des  Fondaco  zwei  Herde  für  zwei  Köche  ge- 
geben habe,  von  denen  der  eine  das  Mahl  für  die  Kaufleute  der- 
jenigen Städte  bereitete,  welche  Fürsten  oder  Herren  untergeben 
waren,  der  andere  für  die  Kaufleute,  welche  den  (freien)  Reichs- 
städten angehörten.  Ferner  habe  es  ebenso  zwei  Tafeln  bei  Tische 
gegeben,  an  deren  einer  eben  die  Kaufleute  aus  Herren-Städten 
(um  es  kurz  so  auszudrücken)  sassen,  während  an  der  anderen  jene 
aus  den  Reichsstädten.  Beide  Theile  hätten  dem  entsprechend  die 
Kosten  zu  tragen  gehabt.  Die  Kölner  Kaufleute  aber  behaupteten, 
das  sei  nicht  richtig :  sie  hätten  nicht  an  der  Tafel,  sondern  für  sich 
in  ihren  Kammern  gespeist,  und  weigerten  sich,  zu  den  Kosten 
der  einen  Tafel  (jener  der  Reichsstädte,  zu  der  sie  selbst  gehört 
hätten)  ihrerseits  beizutragen.  Nachdem  auf  Befehl  der  venetiani- 
schen Regierung  die  Visdomini  des  Fondaco  die  Voruntersuchung 
geführt,  kam  der  Streit  zur  Entscheidung  vor  das  zuständige  Kolle- 
gium der  ,Proveditori  di  Comun'  und  ,Consoli  dei  Mercadanti'. 
Diese    bestimmten   nun,    dass  alle  Kaufleute  an  den  Tafeln  speisen 


')  ,in  publice  Consilio'.  —  ^)  ,Consules  considerato  jure  et  veritate  decemunt 
bullam  Ducis  continentem  quod  Ratisponenses  perpetuo  locum  supremum  in  dicta 
domo  debeant  obtinere.'  —  ^)  Regensburgische  Chronik  Bd.  II  S.  220  Anm.  — 
■•)  s.  Bd.  I  Nr.  357. 


Ges  chichtliches . 


und  nur  diejenigen  von  dieser  Verpflichtung  ausgenommen  sein 
sollten,  die  entweder  durch  Krankheit  daran  gehindert  wären,  oder 
wegen  ihrer  Mittellosigkeit  die  Kosten  nicht  erschwingen  könnten. 
Wie  früher  solle  es  zwei  Herde  und  zwei  Köche  geben,  einen 
für  die  Kaufleute  aus  den  Herren- ,  den  anderen  für  die  aus  den 
Reichsstädten,  gleichviel  ob  aus  Ober-  oder  aus  Niederdeutschland. 
Weiters  bestimmten  sie  —  zu  Gunsten  der  Nürnberger  — ,  dass 
die  Kosten  für  den  Koch  und  seinen  Gehülfen,  den  Unterkoch, 
sowie  für  die  Tafel  der  Reichsstädte  nicht  allein  von  den  Nürn- 
bergern und  Oberdeutschen  getragen  werden  sollten,  sondern  zu 
gleicher  Hälfte  von  den  Kölnern  und  Niederdeutschen  und  zwar 
abwechselnd  einen  Monat  von  diesen,  den  folgenden  von  jenen. 
Auch  die  Kosten  für  Bekleidung  des  Koches  und  Unterkoches,  sowie 
andere  etwaige  Geschenke  an  dieselben  sollten  in  gleicher  Weise 
getheilt  werden:  die  Nürnberger  blieben  also  Sieger  in  diesem 
Streite,  bei  dem  es  sich  vorwiegend  um  materielle  Interessen 
handelte. 

Nicht  ganz  50  Jahre  später  finden  wir  die  Nürnberger  im 
Streit  mit  den  Augsburgern.  »Die  Nürnberger  klagten  im  Jahre 
1474  in  einem  Bericht  an  den  Rath  ihrer  Heimathstadt  über  den 
Eigennutz  der  Augsburger.  Früher  seien  alle  die  Boten,  die  „auf  der 
Strassen  auss  oder  ein  geloffen"  ^),  gewöhnlich  Nürnberger  gewesen, 
die  unparteiisch  ohne  Bevorzugung  der  Einen  oder  Anderen  ihren  Dienst 
versehen  hätten.  Jetzt  aber  würden  Augsburger  als  Boten  benützt, 
und  deren  Reise  werde  heimlich  unterwegs  (in  Mestre  oder  Treviso) 
und  dann  namentlich  in  Augsburg  aufgehalten,  so  dass  die  Nürnberger 
Kaufleute  ihre  Briefe  und  Botschaften  um  mehrere  Tage  später 
erhalten  und  die  Antwort  darauf  in  gleicher  Weise  sich  verzögere. 
Als  Beispiel  führen  sie  dann  noch  nachträglich  an,  dass  jüngst  um 
Ostern  ein  Nürnberger  Bote  in  10  Tagen  von  Venedig  hinausgeritten 
sei,  während  die  Augsburger  Boten  sich  oft  13 — 14  Tage  auf  der 
Strasse  aufhalten.  Auch  sei  diesem  Nürnberger  Boten  von  den 
Augsburgern  mit  höhnischen  Worten  die  Wegzehrung  verweigert 
worden,  wie  sie  sich  denn  überhaupt  im  weiteren  Verlaufe  ihres 
Berichtes  vornehmlich  über  das  rücksichtslose  und  parteiische  Be- 
nehmen der  Augsburger  besonders  bei  Anstellung  und  Verwendung 
der  gemeinsamen  Diener  beklagen. 

Einmal  würden  dieselben  von  den  Augsburgern  eigenmächtig 
verwendet  und  ausgeschickt,  ohne  dass  diese  davon  dem  anderen 
Theil,  der  anderen  Tafel,  Meldung  thäten  oder  sie  gar,  wie  sonst 
üblich,  um  Erlaubniss  dazu  fragten.  In  Krankheitsfällen  ferner 
Hessen  die  Augsburger  ihren  Kranken  durch  die  Diener  grössere 
Sorgfalt  angedeihen  als  denen  der  anderen  Tafel.  Wenn  ein  Diener 
abgegangen  oder  entlassen  worden,  sei  gewöhnlich  an  dessen  Stelle 


^)  d.  h.  den  Briefdienst  von  Deutschland  nach  Venedig  versahen  und  um- 
gekehrt. 


Geschichtliches.  89 

wieder  einer  aus  der  nämlichen  Stadt  oder  Tafel  gewählt  worden. 
Das  geschehe  auch  jetzt  noch  sofort  von  Seite  der  Augsburger; 
ihnen,  den  Nürnbergern,  würden  dagegen  Schwierigkeiten  in  den 
Weg  gelegt,  werde  die  Wahl  hinausgeschoben. 

Wieweit  diese  Klagen  begründet  waren,  müssen  wir  mit  Heyd 
sagen,  steht  dahin.  Die  Augsburger  behaupteten  in  ihrer  Recht- 
fertigungsschrift, sie  hätten  nie  für  sich  allein  und  blos  zu  ihrem 
Nutzen,  vielmehr  immer  im  Einklang  mit  der  gesammten  Kauf- 
mannsgemeinde gehandelt,  und  es  sei  eine  ungebührliche  Ueber- 
hebung  der  Nürnberger,  wenn  sie  Anspruch  auf  besondere  Berück- 
sichtigung ihrer  Vorschläge  und  Wünsche  machten.  Denn  (wie  schon 
oben  erwähnt  worden)  alle  Kaufleute  besässen  gleiche  Rechte,  Nie- 
mand besondere  „Freiheiten"  oder  Privilegien:  nur  die  Stimmen- 
mehrheit entscheide,  der  sich  die  Minderheit  zu  fügen  habe,  in  der 
sich  die  Nürnberger  eben  jeweilig  befänden.  —  Hinsichtlich  der 
Boten  steht  die  Behauptung  der  Nürnberger,  dass  früher  alle  ge- 
wöhnlich Nürnberger  gewesen,  im  Widerspruch  mit  der  Angabe 
Greiff's^),  dass  „schon  um  die  Mitte  des  14.  Jahrhunderts  zwischen 
Augsburg  und  Venedig  ein  regelmässiger  Verkehr  bestand ,  der 
durch  ,Ordinari-Postboten'  unterhalten  wurde,  an  den  sich  die  dahin 
handelnden  Kaufleute  als  Reisegefährten  anschlössen". 

Auch  über  diesen  Streit  findet  sich  nichts  und  kann  sich  wohl 
schwerlich  etwas  in  den  venetianischen  Akten  finden.  Die  paar 
Dokumente,  die  in  einem  der  Brief  bücher  des  Nürnberger  Rathes  dar- 
über verzeichnet  sind,  enthalten  nichts  Wesentliches  und  geben  uns 
nur  einige  Daten  an  die  Hand  zur  genaueren  Bestimmung  der  Zeit 
des  Streites  ^).  Dass  derselbe  aber  keine  ernstere  Differenz  zwischen 
den  beiden  Reichsstädten  selbst  hervorzurufen  im  Stande  war,  bezeugt 
ein  anderes  Schriftstück  aus  der  nämlichen  Zeit  (Juni  1476),  worin 
der  Nürnberger  Rath  dem  von  Augsburg  Nachricht  gibt  von  den 
Umtrieben  und  Anschlägen  zweier  Widersacher  beider  Städte  gegen 
die  aus  Italien  zurückkehrenden  Kauf leute  ^). 

In  der  That  „sieht  man  auch  aus  dem  Gegenstande  dieser  kleinen 
Reibereien,  wie  wenig  Bedeutendes  inmitten  dieser  kaufmännischen 
Genossenschaft  berathen  und  beschlossen  wurde"  ^). 

Das  änderte  sich  nun  freilich  bereits  am  Ausgange  des 
15.  Jahrhunderts. 

Auf  einem  am  2.  April'*)  1492  gehaltenen  General-Kapitel  wurde 
nämlich  der  Beschluss  gefasst,  dass  zur  Bestreitung  der  „gemein- 
samen Ausgaben"  jeder  deutsche  Kaufmann  einen  kleinen  Geld- 
beitrag je  nach  dem  Umfange  seines  Waarenumsatzes  leisten  sollte. 
Dieser  Beitrag  wurde  der  Cottimo  genannt  —  ein  Name,  der  auch 


*)  Anmerkungen  zum  Tagebuch  des  Lucas  Rem  S.  77  Nr.  2.  —  ^)  s.  Bd.  I 
Nr.  528-530,  532.  —  ')  ebda.  Nr.  541.  -  •»)  Heyd,  Hist.  Zoitschr.  S.  209.  - 
■'■)  Nach  Elze,  Der  Cottimo  der  Deutschen  Nation  in  Venedig  (Beilage  zu  Milesio 
bei  Thomas  S.  75)  am  2.  Februar. 


90 


Geschichtliches. 


sonst  als  Bezeichnung  für  eine  solche  Quote  öfters  vorkommt \).  Wir 
werden  über  denselben  und  über  die  „gemeinsamen  Ausgaben",  für 
welche  er  verwendet  werden  sollte,  im  nächsten  Theile  ausführlicher 
zu  handeln  haben.  Hier  sei  vorläufig  nur  noch  erwähnt,  dass  zur 
Erhebung  und  Verwaltung  dieser  Umlage  aus  dem  Kreise  der  Kauf- 
leute zwei  Männer  gewählt  wurden,  welche  ,Cottimieri'  hiessen 
und  erst  später  (1578  oder  1587)  ^)  offiziell  von  der  venetianischen 
Regierung  den  Namen  ,Consoli',  Consuln  der  deutschen  Kaufleute 
erhielten^).  Anfänglich  wurden  sie,  wie  Milesio  angibt'^),  nur  auf 
die  Dauer  von  6  Monaten  gewählt:  wie  aus  einigen  Aktenstücken, 
die  ich  selbst  gefunden,  ersichtlich  ist^),  erfolgte  die  Wahl  immer  zu 
Ende  April  oder  Anfang  Mai  und  Ende  Oktober  oder  Anfang 
November.  — 

Ehe  wir  die  Geschichte  des  Fondaco  weiter  verfolgen,  haben 
wir  zuvor  noch  über  zwei  Punkte  zu  handeln:  über  die  Strassen, 
welche  die  deutschen  Kaufleute  nach  oder  von  Venedig  einschlugen, 
und  über  die  Handelsartikel,  welche  sie  entweder  nach  Venedig 
brachten  oder  von  dort  mitnahmen. 


IV.    Die  Verkehrswege. 


Es  ist  natürlich  nicht  möglich;  hier  in  dieser  Skizze  über  ein 
Thema  erschöpfend  zu  handeln ,  welches  den  Gegenstand  einer 
eigenen  Monographie  bilden  könnte  und  wozu  es  noch,  namentlich 
bezüglich  der  Verkehrsstrassen  in  Deutschland  selbst,  der  umfassend- 
sten Vorarbeiten  bedürfte.  Was  sich  aus  unseren  Urkunden  hiefür 
anführen  lässt,  ist  nicht  eben  sehr  viel.  Im  Zusammenhang  und 
ausführlich  mit  Angabe  aller  Stationen  wird  keine  einzige  Strassen- 
route  mitgetheilt;  nur  ganz  kurz  und  im  Allgemeinen  wird  ein  paar 
Mal  einer  Route  und  zwar  häufiger  von  Venedig  heraus  als  hinein 
gedacht  oder  einzelner  Punkte  gelegentlich  Erwähnung  gethan. 

So  ist  öfters  von  dem  ,caminum',  der  ,via'  oder  ,strata  Ale- 
manie' die  Rede  ^)  oder  vom  ,caminum  Basle' "')  und  ,Usburgi'  ^)  (Augs- 
burg) oder  der  ,via  Nurimbergi'  **)  nach  Flandern,  wobei  bald  der  eine, 
bald  der  andere  Weg  von  der  venetianischen  Regierung  als  derjenige  be 
zeichnet  wird,  den  die  venetianischen  Kauf  leute  mit  Vorliebe  benutzten^ 
Oder  es  wird  erwähnt^"),  dass  die  Regierung  den  Deutschen  de: 
Verkehr  über  Treviso  statt  über  Latisana  erlaube.  Oder  wir  lesen,^ 
dass  Kaufleuten  aus  München  und  Regensburg  W^aaren  bei  Treviso 


I 


^)  cf.  Boerio,  Dizionario  del  Dialetto  Veneziano.  —  ^)  Elze  a.  a.  0.  S.  75 
,am  23.  August  1578",  Milesio  bei  Thomas  S.  66  ,am  13.  Juli  1587".  —  ^)  In 
einem  Schriftstücke  vom  15.  Dezember  1539  werden  sie  als  ,Deputati  al  Cothimo' 
bezeichnet;  cf.  später  Consuln-Liste.  —  *)  bei  Thomas  S.  61  ad  a.  1492.  — 
")  cf.  später  Consuln-Liste.  —  «)  s.  Bd.  I  Nr.  101,  120,  123.  -  ')  ebda.  Nr.  133, 
200,  204,  207.  -  «)  ebda.  Nr.  204,  207.  —  «)  ebda.  Nr.  215.  —  i»)  ebda.  Nr.  49. 


Geschichtliches.  91 

geraubt  wurden^),  dass  um  1375  die  Kaufleute  aus  Nürnberg  u.s.w. 
meist  über  Serravalle  und  durch  das  Gebiet  von  Treviso  ^),  die  aus 
dem  Erzbisthum  Salzburg,  aus  Böhmen,  Passau  und  Niederbayern 
meist  über  Latisana  nach  Venedig  zogen.  Die  ,via  Latisana'  wird 
sonst  noch  erwähnt^),  wo  zugleich  des  Wasserweges  dahin  durch  die 
Lagune,  den  Kanal  Poveglia  und  dell'  Arco  (la  Cava  Zuccarina 
heutigen  Tages)  gedacht  wird^).  Von  den  Augsburgern  lesen  wir, 
dass  sie  den  Weg  über  Schongau  an  den  Gardasee  ^)  oder  über 
Spital  und  Serravalle  nach  Venedig  einschlugen  ^).  Auch  die  Nürn- 
berger versicherten  1458  ^),  den  Weg  über  Schongau  einem  anderen 
vorzuziehen. 

Von  einzelnen  Punkten  finden  wir  sonst  noch  erwähnt  —  und 
ich .  schliesse  hier  auch  die  von  den  Venetianern  berührten  Punkte  mit 
ein  —  das  Schloss  Lichtenberg  bei  Augsburg  ^),  Murnau,  Weilheim  ^), 
Füssen  1^),  Innsbruck  ^^),  Lavant  (in  Tirol)  ^^),  die  Zollstätte  an 
der  TöU  bei  Meran  ^^),  Toblach  i^),  Amsee  bei  Höhlenstein  (Landro) 
im  Ampezzaner  ThaP^),  zu  den  Haiden  (=  Ampezzo)  ^**),  die  Val- 
sugana^^),  Lovadina  und  Ospitale  an  der  Piave^^),  Caneva  bei 
Sacilei9),  Conegliano  ^ ") ,  LaMotta^i),  Treviso  22)^  Villach  ^s),  Spital 
und  den  Kreuzberg  (in  Kärnthen)^*)  und  einige  andere,  die  uns 
als  Belege  für  die  uns  anderwärts  überlieferten  Nachrichten  über 
die  benützten  Strassenwege  dienen  können. 

Hauptquelle  hiefür  sind  die  ausführlicheren  Reiseberichte 
namentlich  nach  dem  heiligen  Land  ziehender  Pilger,  von  welchen 
Einzelne  —  freilich  bis  gegen  Ende  dieses  Zeitraums,  des  15.  Jahr- 
hunderts, nur  Wenige  —  alle  Orte  verzeichnen,  durch  welche  sie  ge- 
kommen, wo  sie  sich  etwa  Mittags  aufgehalten  oder  Nachtquartier 
genommen  haben.  So  besonders  der  mehrfach  genannte  Felix 
Fabri,  dessen  Evagatorium  auch  nach  dieser  Richtung  hin  Unschätz- 
bares bietet;  ferner  der  gleichfalls  schon  erwähnte  Ritter  Arnold 
von  Harff  und  einige  Andere  aus  früherer  Zeit,  wie  z.  B.  Albert 
von  Stade,  der  1236  selbst  eine  Romreise  unternahm  und  in  seine, 
wohl  wenig  später  begonnene  Chronik  mehrere  sehr  genaue  Itinerarien 
eingeschaltet  hat.  Nicht  minder  wichtig  sind  die  Reiserechnungen 
des  früheren  (1191 — 1204)  Bischofs  von  Passau  und  nachherigen 
(1204 — 1218)  Patriarchen  von  Aquileja,  Wolfger  von  Ellenbrechts- 
kirchen, den  diplomatische  Geschäfte  wiederholt  über  die  Alpen 
führten.  —  Auf  Grund  dieser  und  anderer  zerstreuter  Nachrichten 
und  insbesondere  der  Nachrichten  über  die  Römerstrassen,  welche 
vielfach  oder  meistens  auch  später  benützt  wurden,  hat  in  letzter  Zeit 


1)  s.  Bd.  I  Nr.  88,  89.  -  ')  ebda.  Nr.  230,  231.  —  *")  ebda.  Nr.  252,  276, 
786.  —  *)  ebda.  Nr.  325.  —  *)  ebda.  Nr.  503.  -  «)  ebda.  Nr.  439,  508.  - 
')  ebda.  Nr.  486.  —  »)  ebda.  Nr.  348.  -  »)  ebda.  Nr.  486,  503.  —  '")  ebda,  Nr.  26. 
—  1')  ebda.  Nr.  386.  —  '^)  ebda.  Nr.  508.  -  >^)  ebda.  Nr.  517.  —  '')  ebda. 
Nr.  422,  431.  -  '')  ebda.  Nr.  452.  —  '")  ebda.  Nr.  498.  -  '')  ebda.  Nr.  583.  - 
>8)  ebda.  Nr.  451.  —  '«)  ebda.  Nr.  506.  -  ^o)  ebda.  Nr.  148,  444.  —  ^i)  ebda. 
Nr.  .343.  -   ")  ebda.  Nr.  799.  -   ^^)  ebda.  Nr.  438.  —  2")  ebda.  Nr.  439. 


92  Geschichtliches. 

E.  Oelilmann    eingehender   über    „die  Alpenpässe   im   Mittelalter' 
gehandelt  ^),  dem  wir  bei  dieser  Uebersicht  uns  anschliessen  wollen. 

Wir  glauben  hier  absehen  zu  können  von  den  westlichsten 
Alpenpässen,  dem  Mont  Cenis  und  Mont  Genevre,  die  höchstens  für 
die  gewiss  nur  selten  nach  Venedig  wandernden  Unterthanen  des 
Herzogs  von  Savoyen  in  Betracht  kommen  könnten.  Ebenso  wird 
der  Grosse  St.  Bernhard  schwerlich  von  deutschen  Kaufleuten  benützt 
worden  sein;  auch  der  Gotthard  war  gewiss  wegen  seiner  Höhe  und 
Unwirthlichkeit  keine  sehr  betretene  Verkehrsstrasse,  wiewohl  seit 
dem  Ende  des  13.  Jahrhunderts,  wie  Oehlmann  nachweist^),  ein  Saum- 
pfad über  denselben  erwähnt  wird,  der  übrigens  naturgemäss  mehr 
dem  Handel  (der  Schweiz)  mit  Mailand  diente.  Viel  häufiger  benützt 
war  der  Bernhardin  und  besonders  der  Septimer,  von  welchem  Oehl- 
mann geradezu  und,  wie  es  scheint,  mit  gutem  Grund  behauptet^), 
dass  er  im  13.  Jahrhundert  in  jenem  Theil  der  Alpen  die  wichtigste, 
ja  die  einzige  vom  Handel  und  grossen  Verkehr  aufgesuchte  Strasse 
gewesen.  Zunächst  freilich  ebenfalls  wieder  für  den  Verkehr  mit 
Mailand,  Genua  u.  s.  w. ;  nach  Venedig  werden  wohl  nur  die  Schweizer 
diesen  Weg  eingeschlagen  haben.  Denn  wenn  auch  die  verschiedenen 
Wege  aus  dem  südlichen  Deutschland  im  Mittelalter  bei  Bregenz 
am  Ostende  des  Bodensee's  zusammenliefen*),  bequemer  und  näher 
war  doch  auch  für  die  Kaufleute  West-  und  Südwestdeutschlands, 
sowie  selbst  der  Schweiz  nach  Venedig  der  Weg  über  den  Brenner 
oder    durch    eines    der    zu  seinem  Strassensystem  gehörigen  Thäler. 

Oehlmann  theilt  dieses  letztere  selbst  in  folgende  Abtheilungen: 

1.  Von  Norden:  die  Hauptstrasse  von  Augsburg  nach  Verona, 

2.  Von  Osten:  das  Pusterthal. 

3.  Von  Südosten:  das  Brentathal. 

4.  Von  Südwesten:  die  verschiedenen  durch  das  Val  di  Non, 
Val  Camonica  und  über  Riva  gehenden  und  westlich  vom 
Gardasee  ausmündenden  Wege.     Dazu 

5.  als  Transversale  die  Strasse  von  Meran  über  Landeck 
nach  Feldkirch,  welche  das  Brennersystem  mit  dem  cur- 
rätischen  verband. 

Um  mit  der  letzten  zu  beginnen,  so  scheint  sie  im  Mittel- 
alter ziemlich  belebt  und  im  Gebrauche  gewesen  zu  sein  —  viel- 
leicht mehr  als  Oehlmann  anzunehmen  geneigt  ist.  In  einem 
Wallfahrtsbüchlein  des  15.  Jahrhunderts  (in  der  ehemaligen  Strass- 
burger  Bibliothek  C.  m.  458)  ist  ein  Wegweiser  von  Strassburg 
nach  Italien  enthalten^),  worin  als  „Propinqua  via  zu  dem  Arie- 
berg über  die  Etzge"  eben  diese  Route  angegeben  ist:  Strass- 
burg—  Oflfenburg —  Gengenbach  —  Haslach — Hornberg — Villingen — 


1)  Im  „Jahrbuch  für  Schweizerische  Geschichte"  Bd.  III  u.  IV  (1878—79); 
vgl.  auch  Mone  a.  a.  0.  IV,  8  u.  ff.  —  ^)  ebda.  Bd.  III  S.  285.  —  ')  ebda. 
S.  201.  —  *)  ebda.  Bd.  IV  S.  167.  —  ^)  Von  Mone  in  der  Zeitschr.  für  Gesch.  des 
Oberrheins  Bd.  IV  S.  17  veröffentlicht  und  von  Oehlmann  nicht  berücksichtigt. 


Geschichtliches.  93 

Geisingen — Engen — Radolfzell  am  Untersee — Konstanz-r-Rheineck — 
Feldkirch  — Bludenz — Klösterle  (bei  Stuben)  —  Arlberg^) — Landeck — 
Prutz  im  Oberinnthal— Finsterraüntz  —  Nauders — Mals— Schlanders — 
Meran — Kaltem — Tramin  —  S.  Michele — Trient  u.  s.  w. 

Den  nämlichen  Weg  zum  Theil  —  mit  Umgehung  des  Brenners 

—  ist  auch  der  Ritter  Arnold  von  Harff  auf  seiner  Pilgerreise  1496 
gezogen.  Er  nennt ^)  folgende  Orte,  durch  die  er  auf  derselben  ge- 
kommen, die  uns  zugleich  die  wohl  gewöhnlich  von  den  Kölnern 
eingeschlagene  Route  bezeichnen  dürften:  Köln  —  Bonn — Wynteren 
(Königs -Winter) — Remagen  —  Breisach  (Breissig)  ^) — Andernach  — 
Coblenz — Rense — Boppard — Hirtzenau — St.Goar — Wesel — Bacharach 
— Dreckshausen  (Trechtlingshausen) — Bingen  —  Ingelhausen  (Ingel- 
heim) —  Mainz  —  Oppenheim — Worms — Speyer  —  Bruessel  (Bruchsal) 
— Breyten  (Bretten)  —  Smeen  (?) — Vaihingen — Swepertingen  (Schwie- 
berdingen)  —  Canstatt  —  Esslingen  —  Göppingen  —  Geisslingen — Ulm  ^) 

—  Mem mingen  —  Kempten  —  ISI  esselwang  —  Fijls  (Füssen)  —  Reutte  — 
Lermoos — Fernpass — Sigmundsschloss(burg) — Nassereit — Eyms  (Imst) 
— Landeck — Prutz — Reet  (Ried)  — Föns  (Pfunds) — Nauders — Mals — 
Schlanders  —  Letz  (Latsch) — Turnot  (Naturns?) — Meran  —  Eppan  — 
Kalters — Tramin — Lome  (Salurn) — S.  Michele — Nevus  (Lavis) — Trient. 

Wenden  wir  uns  nun  zu  der  Hauptstrasse  über  den  Brenner 
selbst,  so  wollen  wir  unsere  Reise  nicht  erst  von  Augsburg  antreten, 
sondern  weiter  droben  im  Norden  und  zwar  an  der  Hand  des  Albert 
von  Stade,  der  neben  Wolfger  im  früheren  Mittelalter  diesen  Weg  am 
ausführlichsten  beschrieben,  in  Stade.  Denn  ähnlich  mag  die  Route 
gewesen  sein  für  den  Kaufmann,  der  aus  Lübeck  nach  Venedig 
zog.  Da  begegnen  wir  nun  folgenden  Stationen^):  Stade  — Celle — 
Rietze  in  der  Gemeinde  Wipshausen — Braunschweig— Hornburg — 
Wernigerode  —  Hasselfelde  —  Nordhausen  —  Langensalza  —  Gotha — 
Schmalkalden — Meiningen  an  der  Werra — Neustadt  an  der  Saale — 
Münnerstadt — Schweinfurt — Würzburg — Ochsenfurt  amMain — Aub — 
Rothenburg  an  der  Tauber — Dinkelsbühl — Offingen — Donauwörth — 
Augsburg. 

Von  Augsburg  an  entwirft  Oehlmann  auf  Grund  der  Berichte 
Albert's  und  Wolfger's,  sowie  anderweitiger  Angaben  folgendes  ge- 


')  üeber  die  Umgehung  des  Arlbergs  in  früherer  Zeit,  dessen  Strasse  am 
Ende  des  14.  Jahrhunderts  zwar  begangen  und  zu  Pferde  zurückgelegt  wurde, 
aber  noch  nicht  fahrbar  war,  s.  Bidermann,  Herrn.  Ign.,  Verkehrsgeschichte  des 
Arlbergs  in  der  Zeitschr.  des  deutschen  und  österreichischen  Alpenvereins  1884 
S.  408  u.  ff.,  worin  derselbe  nachweist,  dass  man  von  Landeck  aus  lieber  den 
Umweg  über  Imst  (Telfs),  Nassereit,  Lermos,  Reutte,  am  Gachtpass  vorüber  in's 
Tannheimer  Thal,  Hindelang,  Sonthofen,  Immenstadt  zum  Bodensee  einschlug.  — 
^)  Ausgabe  von  Groote  S.  5.  —  ^)  Die  Namen  modernisirt  und  rectifizirt  nach 
L.  Ravenstein,  Spezialkarte  des  Deutschen  Reichs  (Leipzig  1883).  —  ■*)  Von  hier 
bis  Nassereit  stimmt  auch  das  Itinerar  Fabri's  mit  diesem  überein.  —  ^)  Albert 
führt  sie  freilich  in  umgekehrter  Reihenfolge  auf,  da  er  von  Italien  nach 
Deutschland  reist ;  cf.  Oehlmann  a.  a.  0.  Bd.  IV  S.  207  und  die  Ausgabe  Albert's 
von  Lappenberg  in  den  Monum.  Germ.  hist.  Script,  t.  XVI  p.  339. 


tf 


94  Geschichtliches. 


nauere  Itinerar  über  den  Brenner:  Augsburg — Igling — Schongau- 
Peiting—  Oberammergau  ^)  —  Partenkirchen  —  Mittenwald — Scharnitz 
—  Seefeld — Zirl — Innsbruck — Wilten  —  Matrey — Brenner— Gossen- 
sass — Sterzing^) — Franzensfeste — Brixen — (Säben) — Klausen — Leng- 
stein auf  dem  Ritten  -  Plateau  —  Botzen  —  BranzoU  —  Tramin  —  Neu- 
markt—  Salurn  —  Trient — Volano — Roveredo — Lizzana — Ala — Rivoli 
— Chiusa  an  der  Veroneser  Clause — Volargne — Verona. 

,^  Daneben  gab  es  nun  aber  streckenweise  noch  andere  Wege, 
die  auf  dieser  Route  eingeschlagen  werden  konnten  und  benutzt 
wurden.  So  von  Augsburg  statt  über  Schongau  und  Peiting  über 
Mehring — Inning — Polling  nach  Oberau  auf  die  Hauptstrasse.  —  Bei 
Zirl  vereinigte  sich  die  Hauptstrasse  mit  der  anderen,  theilweise 
schon  oben  angegebenen,  welche  von  Ulm  her  über  Kempten — 
Füssen — Reute  und  den  Fernpass  führte  und  in  Nassereit  ebensogut 
wie  gegen  Südwesten  nach  Landeck,  so  gegen  Osten  nach  Zirl 
und  Innsbruck  eingeschlagen  werden  konnte. 

Eine  besonders  wichtige  Strasse  traf  in  Innsbruck  von  Norden 
her  mit  jener  anderen  zusammen:  die  von  Regensburg  längs  des 
Inns  über  Rosenheim  und  Hall  her  führte  und  (über  Wasserburg) 
wohl  auch  von  München  aus  benützt  wurde  ^). 

Ehe  wir  von  Innsbruck  den  Weg  weiter  nach  Süden  fortsetzen, 
müssen  wir  uns  noch  einmal  auf  jene  Hauptstrasse  von  Augsburg 
nach  Innsbruck  zurückbegeben,  um  an  einem  der  wichtigsten  Punkte 
derselben  noch  einen  Augenblick  zu  verweilen,  in  Mittenwald,  dessen 
hervorragende  handelsgeschichtliche  Bedeutung  J.  Baader  in  seiner 
„Chronik  des  Marktes  Mitten wald"  ^)  in  ein  helles  Licht  gesetzt 
hat.  Was  nämlich  an  Kaufmannsgütern  aus  Italien  und  Tirol  einer- 
oder  aus  Süddeutschland  oder  dem  „Reiche"  andererseits  kam,  musste 
in  Mittenwald  „niedergelegt"  werden  und  Niederlagegeld  bezahlen. 
Und  zwar  besass  das  ausschliessliche  Recht  der  Erhebung  dieses 
Niederlagegeldes,  sowie  der  „Verfrachtung"  der  Kaufmannsgüter 
ein  wohlorganisirter  Verein  bürgerlicher  Fuhrleute,  welcher  den 
Charakter  einer  Innung  hatte  und  die  „Rott"  hiess.  Davon  wurde 
die  ganze  Strasse  auch  die  „Rottstrasse"  genannt.  Dieselbe  führte 
übrigens   nicht   blos  über  Partenkirchen  und  Schongau  nach  Augs- 


^)  Daisenberger,  Gesch.  des  Dorfes  Oberammergau  im  Oberbayer.  Archiv  Bd.  20 
S.  83  „Die  Ammergauer  fanden  durch  Fuhrwerk,  welches  sie  übernahmen,  vielen 
"Verdienst.  Sie  führten  die  Güter,  die  aus  Italien  kamen,  gewöhnlich  bis  nach 
Schongau,  wo  sie  abgelöst  wurden;  die  Güter,  die  von  Augsburg  kamen,  nach 
Partenkirch en"  allerdings  nach  Daisenberger  besonders  erst  seit  der  Gründung 
des  Klosters  Ettal  (1330),  da  „früher  des  Reiches  Strasse  von  Au  am  Hengenstein 
gen  Eschenloh  und  Murnau  nach  Weilheim  führte".  —  ^)  Fabri  a.  a.  0.  IV,  455 
nennt  als  Stationen  zwischen  Matrey  und  Sterzing  ,Im  Lug'  (Zollstation)  ,ubi 
sunt  gravia  telonea  omnium  rerum  quae  a  Venetiis  in  Sueviam  ducuntur  estque 
ibi  culeum  grande  cum  magnis  catenis,  in  quo  librantur  gravissimi  currus  cum 
Omnibus  oneribus  suis'  und  ,St.  Valentin'  (Wasserscheide  zwischen  Donau  und 
Etsch).  —  3)  s.  Lori,  Gesch.  von  Baiern  II.  Tbl.  (von  K.  H.  v.  Lang  1816)  S.  351. 
—  *)  Nördlingen  1880. 


Geschichtliches.  95 

bürg,  sondern  dazu  gehörte  auch  der  früher  ziemlich  häufig,  im 
15.  Jahrhundert  aber  wegen  des  schlechten  Zustandes  der  Strasse 
wohl  weniger  benützte  Arm  Partenkirchen — Murnau — Weilheim — 
München^).  „Verfrachtet  durfte  in  der  Regel  nur  bis  zur  nächsten 
Rottstation  werden,  z.  B.  (von  Mittenwald  aus)  nach  Partenkirchen 
baierischer-,  nach  Seefeld  tirolerseits.  Brachten  dagegen  die  Rott- 
leute Kaufmannsgut  von  weiter  Entfernung,  z.  B.  aus  Augsburg 
oder  Botzen,  auf  eigenen  Gefährten  durch  ^ie  Rottstationen,  so 
waren  sie  zur  Niederlage  nicht  verpflichtet;  sie  konnten  ohne  die- 
selbe ihr  Gut  bis  an  seinen  Bestimmungsort  führen,  entweder  nach 
Botzen  einer-  oder  nach  Augsburg  andererseits.  Die  Rottleute  wech- 
selten mit  der  Verfrachtung  der  ankommenden  Güter,  so  dass 
immer  einer  nach  dem  anderen  an  die  Reihe  kam."  —  Man  kann 
sich  denken ,  was  das  einbrachte ,  wie  der  Wohlstand  des  Platzes 
und  der  ganzen  Gegend  in  raschem  Aufblühen  begriffen  war.  Und 
wie  stark  der  Verkehr  hier  war  und  wie  sehr  er  zunahm,  geht  am 
besten  auch  daraus  hervor,  dass  am  Anfange  des  15.  Jahrhunderts 
die  Rottfuhren  zu  Lande  für  die  Weiterbeförderung  nicht  mehr 
ausreichten  und  die  Mittenwalder  daher  im  Jahre  1407  auch  eine 
Rottfuhr  auf  dem  Wasser  der  Isar  errichteten,  an  welcher  nament- 
lich die  Nürnberger  Kaufleute,  wie  überliefert  wird,  grosses  Interesse 
nahmen.  Denn  durch  diese  Wasserrott  „dirigirten  sie  ihre  Waaren 
durch  Baiern  und  vermieden  die  Strasse  durch  Schwaben  und 
Franken  (?),  wo  ihnen  zahlreiche  Placker  auflauerten"  '^).  Aber  die 
Mittenwalder  verlangten  anfangs  so  hohe  Frachtgebühren  und  stellten 
so  harte  Bedingungen,  dass  erst  nach  einigen  Jahrzehnten  —  Baader 
gibt  die  genaue  Jahreszahl  nicht  an  —  zwischen  1431  und  1450 
eine  Uebereinkunft  erzielt  wurde.  Immer  mehr  steigerte  sich  so 
der  Verkehr.  Im  Jahre  1470  bauten  Richter,  Rath  und  Gemeine 
zu  Mittenwald  ein  Waarenhaus,  worin  die  ankommenden  Güter 
niedergelegt  und  verwahrt  werden  konnten.  Und  als  nun  vollends 
im  Jahre  1487  in  Folge  eines  Streites  zwischen  dem  Erzherzog 
Sigmund  und  Venedig  der  grosse  Botzener  Markt  nach  Mittenwald 
verlegt  wurde,  erreichte  der  Ort  den  Gipfel  seines  Glanzes.  Denn 
diese  Botzener  Märkte  waren  (nach  Baader)  ein  „Brennpunkt  des 
Handelsverkehrs  zwischen  Deutschland  und  Italien  gewesen;  die 
Kaufleute  beider  Länder  rechneten  dort  auf  den  Messen  mit  einander 
ab,  zu  welchem  Behufe  der  Stadt  auch  ein  schnelleres  Rechtsver- 
fahren in  Schuld-  und  Wechselsachen  verliehen  war".  Nachdem  nun 
in  dem  genannten  Jahre  1487  Erzherzog  Sigmund  130  Venetianer 
Kaufleute  in's  Gefängniss  hatte  werfen  lassen^),  „beschloss  die  stolze 
Lagunenstadt  die  Niederlage  ihrer  Waaren  und  die  Abrechnung 
mit  ihren  deutschen  Geschäftsfreunden  von  Tirol  weg  nach  Mitten- 

1)  cf.  Bd.  I  Nr.  486,  503  und  Töpfer  im  Oberbayerischen  Archiv  VIII,  286. 
—  ^)  Baader  a.  a.  0.  S.  171.  —  ^)  cf.  A.  Jäger,  Gesch.  der  landständischen  Ver- 
fassung Tirols  Bd.  II  Thl.  2  S.  .322  und  Primisser  im  „Sammler  f.  Gesch.  und 
Statistik  von  Tirol"  Bd.  II  S.  97  ff". 


Qß  Geschichtliches. 

wald  zu  verlegen,  und  192  Jahre  lang  wurden  dann  die  Botzener 
Märkte  hier  abgehalten."  —  Dieser  Verlegung  des  Botzener  Marktes 
verdankte  die  Strasse  München — Benediktbeuern — Kochel — Kessel- 
berg— Walchensee — Wallgau — Grün — Mittenwald  ihre  Entstehung. 
Denn  gerade  mit  Rücksicht  auf  die  gesteigerte  Bedeutung  von 
Mittenwald,  um  seine  Hauptstadt  mit  diesem  Orte  in  nähere  Ver- 
bindung zu  bringen,  hat  Herzog  Albrecht  von  Bayern  im  Jahre 
1492  diese  Strasse  ai?legen  lassen,  welche  der  einige  Stunden  weiter 
westwärts  ziehenden  grossen  Rottstrasse  parallel  lief  ^).  — 

Von  sehr  untergeordneter  Bedeutung  waren,  wie  Oehlmann 
wohl  mit  Fug  und  Recht  sagt,  die  Strassen  westlicli  vom  Garda-See, 
die  an  irgend  einem  Punkte  des  Trieuter  Thaies  dahin  abbogen,  da 
ohne  besondere  Veranlassung  sich  niemand  seitwärts  in  das  Gebirge 
geschlagen  haben  wird,  während  ihn  die  gerade  Strasse  über  Verona 
schneller  und  leichter  seinem  Ziele  zuführte.  Da  aber  doch  gelegent- 
lich von  Ileberfällen  und  Beraubungen  die  Rede  ist,  die  in  der  Nähe 
des  Garda-Sees  stattfanden  ^),  mögen  kurz  auch  diese  Wege  genannt 
werden.  Es  sind  nach  Oehlmann  drei  Linien,  die  hier  in  Betracht 
kommen  konnten:  1.  die  von  Trient  oder  Roveredo  nach  Ripa  am 
Gardasee,  2,  von  Trient  über  Steuico  im  Sarcathale  den  Chiese  ent- 
lang nach  Brescia,  3.  durch  Val  di  Non,  Val  di  Sole  und  Camonica. 

Hingegen  von  der  grössten  Wichtigkeit  für  den  deutsch- 
venetianischen  Handelsverkehr  und  von  diesem  wohl  fast  noch  mehr 
benutzt  als  die  Hauptstrasse  Trient — Verona  waren  die  beiden 
nach  Osten  und  Südosten  vom  Brenner  abzweigenden  Strassen  durch 
das  Pusterthal  und  durch  das  Brentathal. 

Was  die  erstere  betrifft,  so  gedenkt  ihrer  bereits  Albert  von 
Stade,  aber  freilich  nicht  in  sehr  schmeichelhaften  Ausdrücken. 
„Im  Pusterthal, "  sagt  er,  „ist  es  sehr  theuer,  und  die  Wirthshäuser 
sind  schlecht."  Und  selbst  noch  über  200  Jahre  später  klagt  P'elix 
Fabri,  der  auf  der  Rückreise  von  Venedig  diesen  Weg  einschlug, 
über  einzelne  schlechte  Gasthäuser  und  besonders  über  den  schlechten 
Zustand  der  Strasse,  an  welchem  freilich  die  Jahreszeit  —  Fabri  pas- 
sirte  die  Strasse  im  Monat  Januar  —  und  die  Schnee-  und  Eismassen 
wesentlich  mit  schuld  gewesen  sein  mögen.  Sie  führte  von  der 
Brennerstrasse  bei  der  heutigen  Franzensfeste  weg  und  ging  über 
Bruneck — Toblach  (wo  in  südöstlicher  Richtung  ein  Weg  über  den 
Kreuzberg  nach  Venzone  abzweigte  ^) — Niederndorf — Holenstein  '^) — 
Peutelstein  (wo  Venedigs  Gebiet  anfing  und  eine  Zollstation  errichtet 
war)  — Cortina  oder  Ampezzo  (oder  Prata,  zum  Heyden)  —  Cadore 
(Kadober) — Ospitale  —  Capo  di  Ponte  (Plassprugg  von  den  Deut- 
schen genannt) — Serravalle  (Spervall  ^) — Conegliano — über  die  Piave 

')  Baader  a.  a.  0.  S.  184.  —  -)  Bd.  I  Nr.  316.  -  ^)  s.  unten  -  ■•)  Diesen 
Ort  als  Nachtquartier  nennt  auch  Burkhard  Zink  zum  Jahre  1446 ;  s.  Chroniken 
der  deutschen  Städte,  Augsburg,  Bd.  II  S.  181.  —  ')  Diese  Strecke  von  Capo 
di  Ponte  bis  Seravalle  beschreibt  genauer  Marino  Sanuto  in  seinem  ,Itinerario 
per    la    Terra    ferraa    Veneziana    nell'    anno    1483'    (veröffentlicht    von  Rawdon 


■^ 


Geschichtliches.  97 

nach  Treviso — Mestre,  wo  die  Pilger  die  Pferde  zu  verkaufen  pflegten 
und  die  Kaufleute  ihre  Waaren  auf  die  Barken  umluden,  mit  denen 
man  nach  Venedig  hineinfuhr.  — 

Die  Strasse  durch  das  Brentathal  oder  die  Val  Sugana  zweigt 
von  Trient  ab.  Als  Stationen  auf  diesem  Wege  nennt  schon  Albert 
von  Stade  (jedoch  in  umgekehrter  Reihenfolge) :  Pergine — Levico — 
Borgo  (di  Val  Sugana)  —  Grigno  (Primolano)  — Kofel  mit  einem  wohl 
befestigten  Schloss ,  das  zugleich  die  von  hier  nach  Feltre — Quero 
(Owero)  an  der  Piave — Treviso  abzweigende,  sogar  häufiger  betre- 
tene Strasse  beherrschte,  ferner  Solagna  und  Bassano.  Die  weiteren 
Stationen  bis  Venedig  wären  Cittadella — Rimine  (Limena?) — Padua — 
Lizzafusina — Venedig. 

Von  Interesse  und  mit  den  vorausgehenden  Angaben  ziemlich 
übereinstimmend  ist  die  Route,  welche  der  letzte  Graf  von  Katzen- 
ellenbogen auf  seiner  Pilgerreise  (1433 — 1434)  einschlug,  deren 
Beschreibung  jüngst  Röhricht  und  Meissner  herausgegeben  haben  ^). 
Er  reiste  von  Darmstadt  über  Zwingenberg — Sinsheim — Marbach — 
Stuttgart — Nürtingen  —  Blaubeuern — Ulm  —  Memmingen — Kempten 

-  -Vils —  Lermoos — Telfs — Innsbruck—  Matrey — Sterzing — Mühlbach 
— Brunneck — Toblach — Ampezzo — S.  Martino — Ospitale — S.  Croce — 
Serravalle — Conegliano — Treviso  — Mestre  nach  Venedig. 

Den  Rückweg  nahm  er  von  Venedig  über  Mestre — Treviso — 
Conegliano  —  Serravalle  —  Capo  di  Ponte  —  Toblach  —  Bruneck  — 
Sterzing — Matrey — Innsbruck  —  Heiligenblut  —  Seefeld — Mitten  wald 
— Ammergau  —  Schongau  —  Augsburg  — Wembding(en)  —  Schwabach 

—  Nürnberg  —  (Forchheim  —  Bamberg — Koburg — Gräfenau  a.  Um — 
Erfurt — Rossla  —  Naumburg — Halle  —  Calbe  —  Magdeburg  — Tanger- 
münde  —  Wilsnack  —  Magdeburg  —  Halle  —  Naumburg  — -  Erfurt  — 
Eisenach — Cassel — Trey  sa  —  Marburg  —  Hachenburg — Cöln  —  Aachen 
— Jülich  —  Cöln  —  Poppeisdorf  —  Andernach — Boppard — Rheinfels). 

Wenden  wir  uns  nun  zu  dem  Gebiet  der  Ostalpen,  das  theils 
wegen  der  Configuration  des  Bodens,  der  reichen  Gliederung  der 
Oberfläche  und  der  früher  vielfach  unstäten  Besitzesverhältnisse  ein 


Brown  1847)  p.  124.  Er  nennt  noch  S.  Croce,  Vigo  und  il  castello  di  Caxaniata,  wo 
in  den  Berg  ein  Loch  (Tunnel  oder  Gallerie)  gehauen  war,  um  die  Waarenballen 
nach  Deutschland  durchzulassen  (dove  e  uno  buso  taiato  in  la  montagna  tanto 
quanto  e  le  balle  (che)  si  liga  in  fontego  per  andar  in  Elemagna  le  quäl 
tutte  convien  passar  di  li).  Desselben  Tunnels  gedenkt  auch  Felix  Fabri  mit 
dem  Bemerken,  dass  schon  in  Venedig  beim  Ballenbinden  auf  diesen  Tunnel 
Rücksicht  genommen  wurde  (Evagatorium  a.  a.  0.  IV,  446:  venimus  in  locum 
ubi  ingens  petra  de  pariete  rupis  protensa  objicit  se  viae  regiae;  hanc  petram 
antiqui  perforaverunt,  maximis  non  dubito  laboribus,  ita  quod  per  foramen 
illud  equites  et  onerarii  currus  transeunt  cum  omnibus  Venetiarum  mercibus. 
Ad  quantitatem  autem  illius  foraminis  colligantur  fardella  vel  ballae  aut  sacci 
mercium  in  fontico  Venetiis,  nee  sinunt  aliquid  transire,  quod  latera  foraminis 
tangit,  nee  permittunt  quod  foramen  amplietur  ferro,  ut  semper  eadem  magnitudo 
ballarum  maneat.  YA  hoc  rationabiliter  faciunt,  quia,  si  mercatores  possent  ad 
suum  libitum  onera  facere,  multa  bona  perirent).  —  ')  Zeitschr.  f.  deutsches 
Alterthum  Bd.  XXVI  S.  348  ff. 

7 


98  Geschichtliches. 

ziemlich  komplicirtes  Strassennetz  aufweist.  Indem  Oehlraann  hier 
den  Angaben  aus  der  Römerzeit  und  Wolfger's  von  Passau  u 
folgt,  zerlegt  er  dieses  Netz  ebenfalls  —  in  der  Richtung  von  Süden 
nach  Norden  —  in  fünf  Abschnitte  :  a)  von  Aquileja  über  den  Pass  von 
Pontebba  bis  Tarvis,  b)  von  Aquileja  oder  Cividale  über  den  Predil- 
pass  dahin ,  c)  die  gemeinsame  Strasse  von  Tarvis  über  Friesach 
bis  an  die  Mur,  d)  von  der  Mur  über  die  Sölkscharte  nach  Lorch^ 
e)  von  Unzmarkt  über  den  Semmering  nach  Wiener-Neustadt.  Wir 
werden  dieser  Eintheilung  uns  nicht  anschliessen ,  da  es  uns  doch 
mehr  darauf  ankommt  zu  wissen,  welchen  ^^  eg  unsere  Landsleute 
nach  Venedig  hinein  als  heraus  eingeschlagen  haben.  Beginnen 
wir  da  mit  Wien,  das  ja  überdies  mit  am  frühesten  zu  Venedig  in 
Handelsbeziehung  getreten  ist. 

Als  östlichster  Verbindungsweg  hätten  wir  hier  zu  nennen  die 
von  Wien  über  Baden  —  Wiener -Neustadt — Oedenburg  —  Stein  am 
Anger — Körmönd — über  die  Raab — Martyancz — Radkersburg— (über 
die  Mur) — nach  Pettau  führende  Strasse.  Von  hier  ging  dieselbe  weiter 
nach  Ober-Pulsgau — Windisch-Feistritz  —  Cilly  —  Franz  (Vransko) — 
St.  Oswald — Laibach — Sta.  Croce—  Ober-Laibach — Loitsch — über  den 
Birnbaumer  Wald  nach  Wipbach — über  den  Isonzo — Palma  Nuova — 
Aquileja.  Von  hier  aus  benützte  man  wohl  früher  den  Wasserweg 
nach  Venedig;  später,  als  Aquileja  sank,  schlug  man  wohl  von 
Palma  Nuova  den  Landweg  über  Latisana — Portogruaro  —  Oderzo 
nach  Treviso  u.  s.  w.  (cf.  oben)  ein.  Ueberhaupt  scheint  diese  ganze 
Route,  die  hauptsächlich  in  früherer  Zeit  dem  Verkehr  zwischen  Un- 
garn und  Venedig  gedient  hat,  später  weniger  benützt  worden  zu  sein. 
Der  Verbote  österreichischer  Herzoge  im  14.  Jahrhundert  gegen 
diesen  Weg  über  Pettau  haben  wir  schon  früher  gedacht^). 

Von  Wien  schlug  man  in  Folge  dessen  öfter,  wenn  nicht  sogar 
ausschliesslich,  den  Weg  über  den  Semmering  ein,  der  schon  aus 
Wolfger's  Reiserechnungen  ^)  und  den  Angaben  Anderer,  z.  B.  Ulrichs 
von  Lichtenstein,  sich  so  feststellen  lässt:  Wien  —  Traiskirchen  — 
Neustadt — Neuenkirchen  —  Glocknitz—  Semmering— Mürzzuschlag — 
Krieglach — Kindberg  —  Kapfenberg — Brück — Leoben — Pols — Knittel- 
feld  —  Judenburg  —  Unzmarkt  —  Scheif  ling  —  Neumarkt  —  Friesach  — 
Treibach  —  St.  Veit  (in  Kärnthen)  —  Feldkirch — Villach  —  Tarvis  — 
Pontebba — den  Fellacanal  entlang  über  Chiusa — Resiutta — Venzone — 
Ospedaletto — Gemona.  Von  hier  aus  konnte  man^)  (südöstlich  über 
Udine  nach  Aquileja  oder)  südlich  über  S.  Daniele  und  Codroipo 
nach  Latisana,  Portogruaro  u.  s,  w.  (s.  oben)  oder  vom  Tagliamento 
bei  Casarsa  ab  entweder  über  S.  Vito  —  Portogruaro  u.  s.  w.  oder 
endlich  (wie  z.  B.  Ulrich  von  Lichtenstein)  über  Pordenone — Sacile — 
Conegliano — Treviso  den  Weg  nach  Venedig  einschlagen. 


ier     1H 

en      j| 


^)  cf.  oben  S.  49  u.  fF.  —  ^)  s.  die  Ausgabe  derselben  von  J.  Zingerle 
(Heilbronn  1877).  —  ^)  s.  Zahn,  Friaulische  Studien  im  Arch.  für  österr.  Gesch. 
Bd.  57  S.  364  ff. 


% 


Geschichtliches.  99 

Von  dieser  Hauptstrasse  zweigten  dann  aber  noch  mehrere 
andere  Routen  ab,  deren  wir  hier  noch  zu  gedenken  haben.  So 
von  Brück  an  der  Mur  eine  in  südöstlicher  Richtung  nach  Graz — 
Leibnitz,  welche  besonders  dein  Verkehr  mit  Ungarn  diente,  also 
hier  strenge  genommen  nicht  in  Betracht  gezogen  zu  werden  braucht. 
In  Folge  des  von  Herzog  Albrecht  HI.  1386  verhängten  Strassen- 
zwanges  zu  Gunsten  von  St.  Veit  und  Villach,  dem  Klagenfurt  und 
Völkermarkt  zu  entgehen  suchten,  gewannen  die  Wege  über  den 
LoibI  und  durch  die  Eisenkappel  über  den  Seeberg  und  den  Kanker- 
pass  ^eine  stetig  wachsende  Bedeutung"  ^).  —  Im  Jahre  1380  wurde 
von  Cividaler  Kaufleuten  die  Strasse  über  den  Predil,  von  Tarvis 
nach  Flitsch,  angelegt^). 

Besonders  wichtig  sind  die  von  Norden  oder  Nordwesten  her 
auf  diese  Hauptstrasse  (Wien  —  Semmering  —  Villach  —  Gemona) 
treffenden  Routen.  Da  kam  zwischen  Judenburg  und  Unzmarkt  die 
Strasse  her,  welche  aus  Oberösterreich  über  Zeyring  führte.  Oehl- 
mann  hat  dieselbe  nicht  berücksichtigt.  Aber  wir  wissen  von  früher 
her^),  dass  den  fünf  Städten  Wels,  Linz,  Enns,  Steyr,  Freistadt  dieser 
Weg  gestattet  oder  vorgeschrieben,  anderen  Städten  aber  verboten 
war.  Also  musste  er  doch  ein  öfters  benutzter  sein.  Er  wird  von 
Enns  und  Steyr  der  Enns  entlang  gegangen  sein  bis  über  Admont, 
dann  über  Rottenmann  und  den  Rottenm anner  Tauern  nach  Zey- 
ring geführt  haben.  —  Oder  er  führte  —  und  dies  gilt  besonders 
für  die  Kaufleute  von  Linz  und  Wels  —  auf  einer  alten  Römer- 
strasse ^)  —  über  Kirchdorf — Windischgarsten  —  den  Pyrnpass  nach 
Lietzen — Rottenmann  u.  s.  w.  oder  —  dies  allerdings  wohl  nur  ein 
Samweg  ^)  —  von  Lietzen  südwestlich  über  Irdning  durch  das  Gr.  Sölk- 
thal  nach  dem  Katschthal  über  S,  Peter — Oberwölz  und  erreichte  bei 
Scheifling  die  Hauptstrasse  Wien — Friesach. 

Etwas  weiter  hinter  Scheifling  bei  Teufenbach  kam  eine  andere 
gleichfalls^)  alte  Römerstrasse  heran,  die,  wenn  wir  sie  rückwärts 
verfolgen,  über  Murau — Tamsweg — Mauterndorf — Tweng— den  Rad- 
städter Tauern — Untertauern — Radstadt— Bischofshofen  -  Werfen  — 
durch  den  Pass  Lueg — über  Golling — Küchel — Hallein  nach  Salzburg 
führte :  eine  der  Hauptstrassen  für  den  Handel  zwischen  Salzburg 
und  Venedig^).  —  Näher  war  es  für  die  Salzburger  wohl  von 
Mauterndorf  statt  östlich  über  Tamsweg  südlich  den  Weg  über  den 
Katschberg  nach  Gmünd^ — Spittal  und  von  da  die  Drau  entlang  nach 
Villach  einzuschlagen  *^)  oder  auf  einem  Samweg  über  Windisch- 
Feistritz  nach  Tarvis  zu  ziehen '').  Und  noch  eine  andere  Route 
(ebenfalls  zum  Theil  Samweg)  führte  von  Salzburg — Bischofshofen 
über  Gastein  und  den  Malnitzer  Tauern  nach  Ober-Vellach  im  Möll- 


')  s.  Aelschker,  Geschichte  Kärnthens  (1885)  Bd.  I  S.  783.  -  ^)  cf.  oben 
S.  50  u.  ff.  —  ')  cf.  Aelschker  a.  a.  0.  S.  71.  —  ")  cf.  Zahn  a.  a.  0.  S.  365.  — 
*)  cf.  Aelschker  a.  a.  0.  S.  71  und  Koch-Sternfeld,  Die  Tauern  (1820)  S.  231  u.  ff. 
—  ®)  cf.  Aelschker  a.  a.  0.  S.  784  und  Ankershofen,  Handbuch  der  Gesch.  des 
Herzogthums  Kämthen  Abth.  II  Bd.  I  S.  .556.  —   ')  s.  Koch-Sternfeld  a.  a.  0. 


100 


Geschichtliches. 


thal  und  von  da  an  die  Drau  nach  Spittal  und  südöstlich  nach  Villach 
oder  südwestlich  gegen  Ober-Drauburg  u.  s.  w.  (cf.  unten). 

Dann  traf  vor  Venzone  noch  eine  Strasse  auf  jene  Hauptlinie, 
welche  sich  (rückwärts  verfolgt)  bald  bei  Tolmezzo  („dem  deutschen 
Schönfeld ")  ^)  selbst  wieder  theilte.  Von  hier  aus  konnte  man  in 
nordwestlicher  Richtung  durch  den  Canal  di  Gordo  über  „die  uralte 
deutsche  noch  heute  bestehende  Colonie"  ^)  Sappada  (Bladen)  -  Comelico 
— den  Kreuzberg  (Monte  Croce)  — Sexten — nach  Innichen  in's  Puster- 
thal u.  s.  w.  gelangen;  und  für  den  Verkehr  etwa  zwischen  Augsburg 
und  Aquileja  war  diese  alte,  schon  1184  erwähnte,  obwohl  „müh- 
same" Strasse^)  in  der  That  der  nächste  Weg^).  —  Wandte  man 
sich  aber  von  Tolmezzo  direkt  nördlich,  so  führte  eine  alte  Römer- 
strasse ^)  über  Zuglio  (Julia  Carnica)  —  Paluzza  —  durch  den  Canal 
di  S.  Pietro  nach  Timau  und  über  den  Pleckenpass  nach  Mauthen 
und  über  den  Gailberg  nach  Oberdrauburg.  —  Von  Osten  her 
mündete  hier  in  Oberdrauburg  eine  der  Drau  entlang  führende 
Strasse  von  Spittal  ein  (cf.  oben),  während  in  nördlicher  Richtung  der 
(Sam-)Weg  über  Capaun — Winklern  —  Döllach — Heiligenblut— den 
Tauern  —  durch  die  Fusch  oder  Rauris  nach  Brück  —  Zell  —  Saal- 
felden  oder  in  nordwestlicher  Richtung  der  Weg  über  Lienz  — 
Windisch-Matrey  und  den  Velber  Tauern  nach  Mittersill  in's  Salz- 
burgische weiter  führte  *).  —  Der  eben  erwähnte  Pleckenpass 
hiess  auf  älteren  Karten,  wie  Ficker  betont,  gleichfalls  der  , Kreuz- 
berg' und  wird  heutigen  Tages  noch  auf  der  italienischen  (Friauler) 
Seite  , Monte  Croce'  genannt.  Und  Ficker  hält  wohl  mit  Recht  ^) 
gegen  Meiller  ^)  und  gegen  Zahn '')  eben  diesen  (Flecken)  Kreuzberg 
und  nicht  jenen  bei  Innichen,  für  denjenigen  ,Mons  Crucis',  dessen 
in  einem  Vertrage  zwischen  dem  Patriarchen  Bertold  von  Aquileja 
und  dem  Grafen  Meinhard  von  Görz  vom  27.  November  1234  Er- 
wähnung geschieht.  Der  Graf  hatte  das  ausschliessliche  Geleitsrecht 
„auf  der  Strasse  über  den  Kreuzberg"  beansprucht;  der  Patriarch 
dagegen  behauptete ,  dass  ihm  dasselbe  nur  zustehe  gegenüber  den 
„Baiern" ,  die  von  den  Tauern,  und  Allen,  welche  aus  Gegenden 
von  Niederwelz  aufwärts  —  d.  h.  aus  dem  Salzburgischen  —  kämen ; 
nicht  aber  gegenüber  Denjenigen,  die  aus  Steiermark,  Kärnthen  und 
0 esterreich  kämen.  Diese  hätten  gewöhnlich  seit  langer  Zeit  den 
Weg  über  Chiusa  und  den  Fella-Canal  eingeschlagen;  um  aber  der 
Mauth  bei  Chiusa  zu  entgehen ,  nähmen  sie  jetzt  auch  den  Weg 
über  den  Kreuzberg,  weshalb  er  nun  die  Mauth  eben  da  am  Kreuz- 
berg erheben  wolle.  Schliesslich  wurde  durch  schiedsrichterlichen 
Spruch  bestimmt,  dass  der  Patriarch  in  der  That  von  diesen  Letz- 
teren, wenn  sie  über  den  Kreuzberg  zögen,  an  irgend  einem  Orte 


^)  Zahn  a.  a.  0.  S.  367.  —  ^)  Ficker  in  den  Mittheilungen  des  Instituts 
f.  österr.  Geschichtsforschung  Bd.  I  S.  299.  —  =*)  Ficker  ebda.  S.  301.  —  ")  Koch 
a.  a.  0.  —  ')  Babenberger  Regesten  222.  —  ")  Urkundenbuch  des  Herzogthums 
Steiermark  Bd.  II  S.  419  u.  631  und  Friaulische  Studien  a.  a.  0.  S.  367. 


Geschichtliches.  101 

seines  Gebietes    die  Mauth    erheben    dürfe,    aber  sie  müsse  um  ein 
Drittel  erraässigt  werden. 

Damit  hätten  wir  auch  diese  Seite  der  Alpen  für  unsere  Zwecke 
erledigt.  Es  erübrigt  nur  noch  einen  kurzen  Blick  auf  das  innere 
Deutschland,  so  weit  es  noch  nicht  berührt  wurde,  zu  werfen  und  zu 
sehen,  auf  welchen  Wegen  man  von  hier  aus  nach  Venedig  gelangte. 
Für  die  Prager  war,  abgesehen  vom  Weg  über  Wien,  wohl  die  nächste 
Verbindung  die  über  Budweis  durch  den  Böhmerwald  nach  Linz.  Die 
Breslauer  konnten  zuerst  die  Oder  hinauffahren,  mussten  dann  wohl  zu 
Lande  bis  Olmütz  reisen  und  konnten  von  da  wiederum  den  Wasser- 
weg auf  der  March  und  zuletzt  auf  der  Donau  bis  Wien  benützen. 
Die  Nürnberger  aber  zogen  wohl  entweder  über  Augsburg  oder  über 
München  auf  den  oben  verzeichneten  Strassen  nach  Venedig.  — 

Im  Anschluss  hieran  mögen  einige  Notizen  über  die  Ent- 
fernungen zwischen  Deutschland  und  Venedig  beigefügt  werden. 
Wie  lange  freilich  der  Kaufmann  (oder  sein  Vertreter)  mit  seinen 
Waaren  unterwegs  war,  darüber  fehlen  alle  Angaben.  Nur  über  die 
Zeit,  in  welcher  der  Weg  zu  Pferd  von  Reisenden  und  Brief-Boten 
zurückgelegt  wurde,  sind  wir,  allerdings  leider  auch  nur  dürftig,  unter- 
richtet. So  brauchte  der  früher  erwähnte  letzte  Graf  von  Katzen- 
ellenbogen auf  seiner  Pilgerreise^)  1433—1434  von  Ulm  bis  nach 
Venedig  10  Tage,  von  Venedig  heraus  nach  Augsburg  11  Tage,  und 
weiter  bis  Nürnberg  14  Tage,  die  Markgrafen  Johann  und  Albrecht 
von  Brandenburg  1435  von  Nürnberg  bis  Venedig  nur  9  Tage 
(31.  März  bis  8.  April)  ^),  Stephan  von  Gumppenberg  1449  von 
Würzburg  bis  Venedig  13  Tage  ^). 

Johannes  Schedel,  ein  älterer  Bruder  des  berühmten  Humanisten 
Hartmann  Schedel*),  reiste  nach  seiner  eigenen  Angabe  am  27.  April 
1459  in  Nürnberg  ab  und  langte  —  in  13  Tagen  —  am  9.  Mai  in 
Venedig  an.  Den  Rückweg  legte  er  in  gleicher  Zeit  vom  13.  bis 
26.  Februar  1461  zurück^). 

Hans  von  Radwitz  ging  am  3.  April  1467  von  Bamberg  über 
Nürnberg  nach  München  und  traf  am  19.  April  in  Venedig  ein*"); 
Graf  Eberhard  von  Württemberg  im  Bart  brach  am  10.  Mai  1468 
von  Herrenalb  auf  und  kam  20.  Mai  in  Venedig  an;  den  Rückweg 
von  Venedig  nach  Urach  legte  er  in  gleich  kurzer  Zeit  vom 
25.  Oktober  bis  4.  November  zurück "'). 


•)  cf.  Zeitschr.  für  deutsches  Alterthum  Bd.  XXVI  S.  348  ff.  -  ')  Röhricht 
und  Meissner,  Pilgerreisen  etc.  S.  472—473.  —  ^)  ebda.  S.  478.  —  ■*)  s.  Watteu- 
bach in  den  Forschungen  zur  deutschen  Geschichte  Bd.  XI  S.  352.  —  *)  Cod. 
germ.  der  hiesigen  Staatsbibliothek  409  fol.  306'  heisst  es :  ,Item  io  Zuan  Schedel 
andava  a  Venesia  con  ser  Lorenczo  Memminger  e  si  rivassemo  a  Venesia  adi  9 
de  Mazo  1459  e  si  andessemo  via  a  Nurembergo  adi  27  de  Avrilo,  e  son  sta 
con  m"  Pi(e)ro  Chogo  21  mesi,  2  duc(ati)  al  niesi,  che  val  42  duc(ati).  E  si 
andessemo  via  a  Venesia  adi  13  del  Fevrer  1461  e  si  venissemo  a  Nur(embergo) 
adi  26  del  Fevrer  1461.'  —  *)  Röhricht  u.  Meissner,  Pilgerr.  S.  485.  —  ')  ebda. 
S.  486. 


102 


Geschichtliches. 


Johannes  Tucher  brauchte  1479  von  Nürnberg  nach  Venedig 
gleichfalls  13  Tage  i),  Felix  Fabri  1483  ebensoviel  (17.— 29.  Januar) 
zur  Rückreise  von  Venedig  nach  Ulm  ^). 

Darnach  ist  es  also  gar  nichts  so  Besonderes,  wie  Greiflf  meint, 
wenn  der  junge  Lucas  Rem  1494  in  10  Tagen  ^)  (vom  6. — 15.  Oktober) 
von  Augsburg  nach  Venedig  hineinreitet.  Und  was  will  das  erst  be- 
sagen gegen  einzelne,  wirklich  staunenswerthe  Leistungen  von  Brief- 
Boten?  Erst  in  jüngster  Zeit  hat  Hans  Bosch  unter  dem  Titel  „Eil- 
post im  15.  Jahrhundert"  im  „Anzeiger  des  germanischen  National- 
museums" '^j  eine  Urkunde  aus  dem  Scheurl'scheu  Archiv  im  Germani- 
schen Museum  mitgetheilt,  aus  welcher  hervorgeht,  dass  der  Nürnberger 
Bürger  Jakob  Krauss,  „wahrscheinlich  ein  Bote",  im  Jahre  1494  inner- 
halb 4  Tagen  und  einiger  Stunden  —  von  Freitag  dem  14.  Februar 
Nachmittags  4  Uhr  bis  Mittwoch  Früh  2^J4  Uhr  —  über  Augsburg 
nach  Venedig  geritten  „respektive  gereist"  ist.  Und  er  hatte  dabei 
noch  10^/4  Stunden  länger  gebraucht,  als  er  beabsichtigt  hatte.  Denn 
er  hatte  sich,  wie  es  ausdrücklich  in  der  Urkunde  heisst,  verbindlich 
gemacht,  in  4  Tagen  nach  Venedig  zu  reisen! 

So  unglaublich  dies  auf  den  ersten  Anblick  erscheinen  mag, 
es  steht  doch  nicht  ohne  Analogie  da!  In  der  Antwort,  welche  die 
Augsburger  Kaufleute  des  Fondaco  im  Jahre  1474  auf  die  von  uns 
früher  berührte^)  Beschwerdeschrift  der  dortigen  Nürnberger  Kauf- 
leute erliessen,  heisst  es  unter  Anderem^):  „wol  hatt  es  die  gestallt, 
das  in  verganngner  zitt  ain  gemainer  (=  gemeinsamer)  diener,  on 
vnnser  wort  wissen  vnnd  willen,  durch  sich  selbs  vnnd  vnns  ze 
schaden  ainen  oder  mer  mit  briefen,  die  kauifmanschafft  berurten, 
eylennts  geschickt  hätt,  der  nacher  dann  in  fünnff  tagen  hinuß  gen 
Nüremberg  kommen  ist  .  .!"  Jedenfalls  musste  da  Tag  und  Nacht 
durchgeritten  und  durchgereist  werden.  Sonst  brauchten  die  Boten, 
wie  wir  aus  der  nämlichen  Beschwerdeschrift  erfahren,  von  Venedig 
heraus  nach  Nürnberg  10 — 13  oder  14  Tage,  über  welch  letztere 
Zeit  aber  eben  als  eine  zu  lange  die  Nürnberger  Kaufleute  sich 
darin  beklagen. 

Von  Augsburg  bis  Venedig  rechnete  man  wohl  auch  damals 
schon  ^)  für  die  gewöhnliche  Bestellung  der  Briefe  eine  knappe 
V^oche,  nämlich  von  Samstag  Abend  bis  wieder  Samstag  Früh  und 
umgekehrt  von  Freitag  Abend  bis  zum  andern  Samstag  „bei 
guter  Zeit".  — 

Wir  betrachten  endlich  die  Gegenstände  des  deutsch-venetiani- 
schen  Handels: 


1)  Röhricht  u.  Meissner  a.  a.  0.  S.  499.  -  ^)  ebda.  S.  502.  —  ^)  nicM 
in  8,  wie  GreifF  sagt  (Tagebuch  des  Lucas  Rem)  S.  X;  cf.  S.  5.  —  ^)  1886  S.  255. 
—  *)  cf.  oben  S.  88.  —  ")  Flegler  im  Anzeiger  f.  Kunde  der  deut.  Vorzeit  1867 
Nr.  11  S.  336.  —  ')  cf.  die  „erneuerte"  Augsburger  Botenordnung  vom  Jahre  1555 
bei  Greiff,  Tagebuch  des  Lucas  Rem  S.  77,  auf  welche  ich  im  zweiten  Theile 
nochmals  zurückkomme. 


\ 


G  eschichtliches.  103 


V.    Die  Waaren. 

Kurz,  aber  ziemlich  treffend  hat  schon  Mone  als  Hauptartikel 
der  deutschen  Einfuhr  nach  Venedig  , Leinwand  und  Wolle",  als  jene 
der  Ausfuhr  aus  Venedig  „Spezereien,  Seide  und  Wein"  bezeichnet^). 
Vollständiger  sind  darüber  die  meist  aus  dem  Capitolare^)  geschöpften 
Angaben  Heyd's  in  dem  mehrerwähnten  Aufsatz  ^).  Die  deutschen 
Kaufleute,  sagt  er,  brachten  nach  Venedig: 

1.  die  Ausbeute  der  deutschen  Bergwerke:  Metalle:  Gold, 
Silber,  Eisen,  Kupfer,  Blei,  Zinn  und  zwar  besonders  aus 
den  österreichischen  Landen; 

2.  Pelzwerk  aus  den  nördlicher  gelegenen  Theilen  Deutsch- 
lands, vielleicht  auch  aus  Russland  her; 

3.  die  Manufakturerzeugnisse  der  deutschen  Lande:  Leder, 
Hornwaaren,  Zeuge  aus  Wolle,  Leinwand  und  Baumwolle. 

Aus  Venedig  aber  holten  unsere  Kaufleute  für  die  deutsche 
Heimath : 

L   die  Waaren  der  Levante,  des  Morgenlandes:   Spezereien 
aller  Art,  Pfeffer,  Zucker,  griechische  Weine,  Rohseide, 
Baumwolle; 
2.   die   Erzeugnisse  des   venetianischen  Gewerbefleisses:    der 
Glasfabrikation  in  Murano  und  der  sehr  vorgeschrittenen 
Textil-Industrie  Venedigs  für  die  feineren  Zeuge  aus  Seide 
und  Baumwolle,  die  Sammte,  Tafte,  Schleier,  Goldbrokate, 
Kamelotte,  Boccasini  u,  s.  w. 
Vergleichen    wir   damit  unsere  Urkunden,    so   finden  wir  fast 
alle  diese  Artikel  auch  in  ihnen  gelegentlich  erwähnt:  als  deutsche 
Einfuhrartikel : 

a)  Gold  und  Silber,  gemünztes  und  ungemünztes ''^),  Messing^), 
Eisen '^),  Kupfer^),  Zinn  ^),  Bernstein^); 

b)  Pelzwerk,  Häute,  Felle  i«); 

c)  Deutsche  Manufakturerzeugnisse:  Zeuge  (Tücher,  Gewebe, 
Kleider)  aus  Wolle  und  Leinwand,  wie  diese  selbst  auch 
in  unverarbeitetem  Zustand  ^^),  Schleier  und  Hüte^^),  kirch- 
liche Ausstattungsgegenstände  ^^),  ferner  Paternoster^'^). 
Ausserdem    bezog    aber  Venedig   aus   deutschen   Landen 

>)  Zeitschr.  f.  Gesch.  d.  Oberrheins  Bd.  IV  S.  8.  —  ^)  cf.  p.  XII;  XV;  9  c.  29; 
29  c.  86;  37  c.  105,  106;  53  c.  134;  73  c.  168;  74  c.  169;  83  c.  187;  86  c.  194; 
95  c.  204;  100  c.  208;  103  c.  213;  116  c.  228;  133  c.  240;  141  c.  247;  153  c  258; 
164  c.  275;  168  c.  278;  172  c.  282;  193  c.  305;  209  c.  325;  224  c.  4;  253  c.  21; 
263  c.  27 ;  266  c.  30;  274  c.  39.  —  ■')  S.  214  u.  ff. ;  cf.  auch  dessen  Gesch.  d.  Lev.-H.  II, 
550  u.  flf.  -  ")  s.  Bd.  I  Nr.  9,  50,  68,  69,  86,  91,  96,  97,  162,  173,  179,  265,  298, 
798.  —  •')  ebda.  Nr.  487,  491.  —  ")  ebda.  Nr.  98,  109,  510,  782.  —  ')  ebda. 
Nr.  15,  16,  54,  216,  236,  360,  590,  597,  617.  —  «)  ebda.  Nr.  15,  16,  229, 
2:36.  —  ")  ebda.  Nr.  212,  488.  —  '«)  ebda.  Nr.  59,  114,  281,  301,  346,  367, 
488,  789.  -  ")  ebda.  Nr.  63,  106,  137,  163,  168,  181,  212,  267,  268,  270,  488. 
-    '2)  ebda.  Nr.  212.  —  ")  ebda.  Nr.  483.   —    '*)  ebda.  Nr.  298. 


1Q4  Geschichtliches. 


(besonders  den  angrenzenden  österreichischen  Gebieten)  noch 
Holz  ^),  Getreide  ^ ),  auf  dessen  Einfuhr  mitunter  sogar  eine 
Prämie  gesetzt  wurde  ^);  dann  ab  und  zu  andere  Lebens- 
mittel: Mehl,  Nüsse,  Kapaunen  (?)"*),  und  namentlich  Pferde 
und  sonstige  Zugthiere  ^)  nebst  Rosshaaren  *'). 

Unter  den  Ausfuhrartikeln  der  Deutschen  aus  Venedig  finden 
wir  erwähnt: 

1.  Specereien  im  Allgemeinen'')  und  speziell:  Pfeffer^), 
Ingwer^),  Kümmel  ^^),  Zimmt  ^^),  Rhabarber  i^),  Safran  ^^), 
Cochenille  ^^),  Brasilienholz  ^^),  Räucherwerk  ^'^);  ferner 
Mandeln  ^^),  Feigen  und  Rosinen'^),  Johannisbrod^^), 
Zucker  20),  Wachs  21),  OeP^),  Seife  ^ 3),  Salpeter  2*);  ferner 
Fische  (besonders  getrocknete)  2^),  Fastenspeisen 2*^),  Weine 
(Malvasier  und  Chriechel)  2''); 

2.  venetianische  Fabrikate :  Stoffe  aus  Seide,  wie  diese  selbst  '"*  ^), 
aus  Sammt  2")  und  Baumwolle,  wie  diese  selbst  ^*^), 
Barchent  31),  Flachs ^ 2),  Goldfäden  oder  Golddraht  3«), 
Glaswaaren 3"*), Waffen  (Panzer,  Kürasse,  Sturmhauben)^^), 
Schleifsteine^^),  Papier^''),  Kaninchenfelle^*^)  (die  damals 
in  Deutschland  also  noch  selten  gewesen  zu  sein  scheinen), 

womit  natürlich  die  Zahl  der  ein-  und  ausgeführten  deutsch- 
venetianischen  Handelsartikel  keineswegs  erschöpft  ist.  Auch  hiefür 
bedarf  es  noch  vielfacher  Vorarbeiten. 

In  einem  Friesacher  Mauthtarif  vom  Jahre  1425  werden  als 
vorzüglichste  Artikel,  welche  man  aus  Venedig  (nach  Kärnthen) 
herausführte,  genannt  ^^):  Salpeter,  Schwefel,  Alaun,  Oel,  Weinbeeren, 
Mandel,  Reis,  Feigen,  Seife,  Lorbeeren,  Boxhorn  (Johannisbrot),  Glas, 
Paradiesäpfel,  Malvasier  und  andere  griechische  und  italienische 
Weine,  dürre  (getrocknete)  Fische,  feines  Tuch  (aus  Florenz  und 
Verona),  Seidenzeuge,  Sammt,  Schleier,  Strohhüte,  Farbwaaren, 
Gold-  und  Silbergeschmeide,  alle  Gattungen  Gewürze,  besonders 
Pfeffer  und  Ingwer  u.  a.  „Dafür  hatte  Kärnthen  einen  sichern  Ab- 
satz jener  Produkte  nach  Venedig,  welche  dasselbe  zur  Ausrüstung 
und    Proviantirung    seiner    Arsenale    und    Schiffe    und    für    seinen 


n 


')  Bd.  I  Nr.  246.  —  =)  ebda.  Nr.  203,  563,  565.  -  ')  ebda.  Nr.  563.  -  *)  ebda, 
Nr.  194.  —  *)  ebda.  Nr.  345,  406,  549,  553,  558,  566.  -  ')  ebda.  Nr.  224.  -  ')  ebda. 
Nr.  75,  522.  -  «)  ebda.  Nr.  75,  236,  338,  440,  444.  -  «)  ebda.  Nr.  222.  - 
1")  ebda.  Nr.  234,  338.  —  ")  ebda.  Nr.  338.  —  ^^)  ebda.  Nr.  164.  —  ")  ebda. 
Nr.  11-13,  19,  326.  —  '")  ebda.  Nr.  88.  —  '*)  ebda.  Nr.  88.  —  1«)  ebda.  Nr.  338. 
-  ")  ebda.  Nr.  221,  223.  —  '')  ebda.  Nr.  338.  -  '^)  ebda.  Nr.  787.  —  2")  ebda. 
Nr.  75,  273,  338.  —  ^')  ebda.  Nr.  75.  ~  ^^)  ebda.  Nr.  17,  49,  65,  108,  786.  - 
2«)  ebda.  Nr.  193,  338,  787.  —  '")  ebda.  Nr.  241,  283,  318,  327,  450,  552.  — 
2-^)  ebda.  Nr.  579,  580.  —  '")  ebda.  Nr.  202.  -  ")  ebda.  Nr.  202,  338.  -  '»)  ebda. 
Nr.  43, 46, 61, 80, 83, 88, 89, 205, 423, 793, 794.  —  '»)  ebda.  Nr.  205.  —  ^"j  ebda.  Nr.  56, 
273,  338,  498,  522,  800.  —  "^)  ebda.  Nr.  236.  -  ^^)  ebda.  Nr.  194.  —  ^^)  ebda. 
Nr.  43,  158,  810.  -  ^*)  ebda.  Nr.  201,  256.  —  ^''•)  ebda.  Nr.  36,  37.  —  '«)  ebda. 
Nr.  113.  —  ")  ebda.  Nr.  266.  —  ^*)  ebda.  Nr.  340.  —  »')  s.  Aelschker,  Gesch. 
Kärnthens  I,  778 — 781;  Ankershofen,  Handb.  der  Gesch.  von  Kärnthen  II,  1  S.  550. 


1 


reschichtliches.  105 

sonstigen  Bedarf  und  Handel,  als  damals  reich  bevölkerte  Stadt, 
bedurfte.  Die  vorzüglichsten  Artikel  der  Art  waren:  Leinwand 
(und  Hanf:  Garn,  Zwillich,  Segeltuch  oder  Plahen),  Tuch  (Loden 
aus  der  Wolle  der  zahlreichen  Schafherden) ,  Pferde ,  Rindvieh 
(Wallachen,  Stuten,  Hornvieh),  Eisen  und  Blei,  Getreide  und  Holz"^). 
,  Ausser  diesen  grösseren  Artikeln  kommen  in  dem  oben  erwähnten 
Mauthtarife  nocli  folgende  Waaren  theils  als  Landesprodukte  (Kärn- 
thens)  theils  als  Durchfuhrartikel  vor:  Honig,  Meth,  Bier,  Hopfen, 
Speck,  Wachs,  Parchant,  Wolle,  Flachs,  Ross-  und  Rinderhaare,  alle 
Gattungen  gearbeitete  Häute,  Stiefeln  und  Schuhe,  Schweine,  Ziegen, 
Unschlitt,  Schmalz,  Käse,  Federn,  Filzhüte,  Kotzen  (grober  wollener 
Mantel),  dann  alle  Gattungen  Wilddecken  und  Rauchwerke,  Yrch 
oder  gearbeitete  Bockhäute,  Kitzfelle,  Kupfer  und  Zinn,  Wasserblei, 
Hüttenrauch  (künstlich  verfertigter  Arsenik),  Schwert-  und  Messer- 
klingen, Gloriät  oder  Lörgat  (Lärchenharz),  Farbwaaren,  Mehl, 
Nürnberger  Waaren,  Zwirn,  leinene  Bänder  jeder  Gattung,  Passauer 
Geschirr,  Quecksilber  u.  dgl.  mehr"  ^). 

Aehnlich  werden  in  einem  Seitenstetter  Codex  aus  dem  (ausgehen- 
den?) 15.  Jahrhundert  folgende  Waaren  als  Ausfuhrartikel  aus  Oester- 
reich  nach  Venedig  angegeben  ^) :  Leinen,  Quecksilber,  Wachs,  Garn, 
Zwillich,  Plahen,  Federn,  Schmer  (Fett),  Unschlitt,  Felle,  Irich,  Kupfer, 
Zinn,  Tegel  (Lehm?),  Blei,  Speck,  Tücher  (graue  und  weisse), 
Hüttenrauch,  Häute,  Hausen  (Fischart),  Hering,  Salz,  Schwert, 
Prennt  (?) ;  dagegen  als  Einfuhrartikel :  Weinbeeren,  Safran,  Feigen, 
Welscher  Wein,  Terrant  (Weinsorte?),  Cotpoln  (=  Kotbuckeln? 
eine  Art  Fische),  Glass,  Poxhörnl  (Johannisbrot),  Oel,  Seife,  Sammt, 
Baldachin  (Baldekino,  Seidenstoff),  Zugatoni  (?),  Kamacka  (Camocato, 
Seidenstoff),  Corosyn  (?),  Spintel  (?),  Purpur,  Maromat  (Maramato, 
Goldbrokat),  Taffata,  Sarassmat  (?),  Zenndel,  Sandelin,  Parchant. 

Die  Menge  der  Tauschgegenstände  zwischen  Deutschland  und 
Italien  hat  Baader  in  seiner  „Chronik  des  Marktes  Mittenwald"  durch 
folgende  Aufzählung  der  in  den  Waarenhäusern  Mittenwald's  in  da- 
maliger Zeit  „niedergelegten*  Waaren  zu  veranschaulichen  gesucht^): 
„Aus  der  Levante  und  Italien  waren  aufgestapelt  alle  Gewürze  und 
Südfrüchte,  Ballen  mit  Baumwolle,  Pfeffersäcke  in  grosser  Anzahl, 
Lagein  mit  Kamlit  (Kamelot,  Wollenzeug),  Säcke  mit  Zitwar  (bittere 
Wurzel),  Büschel  Filetseide  (gedrehte  Seide)  in  Löschen  (eine  Art 
Leder),  Truhen  mit  Kanel  (Zimmt),  Säcke  mit  Johannisbrot,  allerlei 
Ballen  mit  Baumwolle  umschlagen,  Büsche]  mit  Löschen,  schwarze  und 
weisse  Poccaschyn  enthaltend.  Lagein  mit  Muskatblumen,  Säcklein 
mit  Safran,  in  Lösch  zusammengebundene  Büschel  mit  Seide,  Säcke 
mit   allerlei    Gewürzen   und    Fastenspeisen,    mit  Wolle   beschlagene 


I 


')  Ankershofen  a.  a.  0.  —  ^)  Kurz,  Oesterreichs  Handel  in  älteren  Zeiten 
S.  485;  cf.  S.  327  u.  ff".  —  ^)  S.  178  auf  Grund  archivalischer  Aufzeichnungen; 
cf.  38.  Jahresbericht  des  hist.  Ver.  für  Mittelfranken  S.  108  u.  ff.  Die  oben 
eingeschlossenen  Erklärungen  sind  von  mir  aus  den  Wörterbüchern  von  Grimm, 
Lexer,  Schmeller  etc.  beigesetzt. 


106  Geschichtliches. 

Ballen,  Säcke  mit  Ingwer,  Nägelein  und  Zibeben,  Büschel  mit  Taffata 
und  Joppenseide,  Scharnitzen  mit  Nägelein,  Ballen  mit  Schreibpapier, 
Lagein  mit  Weihrauch,  Säcklein  mit  Muskat,  Löschbüschel  mit  Gold- 
tafehi  und  Töckelseide  (Docken-  d.  i.  gehaspelte  Seide?)  von  allerlei 
Farben,  Wollenballen  mit  Silber-  und  Goldtafeln,  Zockeln  (Holzschuhe) 
und  Schreibtafeln,  Senftsäcklein,  grosse  Schachteln  mit  Konfekt, 
Schachteln  mit  Borten,  Schleierlein,  in  Bretter  gebundene  Büschel  mit 
rothem  und  schwarzem  Sammt  und  mit  Tüchern  von  Damasko,  Büschel 
mit  Gold-  und  Silberfellen,  Büschel  mit  Stückbörtlein,  Schachteln  mit 
Gold  und  Silber,  Schachteln  mit  Zitronato,  Wachsscheiben,  Pome- 
ranzen und  andere  Südfrüchte,  Löschbüschel  mit  Zendel,  Krüge 
mit  Sabaina  (Sabina?  Sade-  oder  Sevenbaum),  Oelfässer,  Lösch- 
büschel mit  Sturzhauben  (Schleierart),  Fässer  mit  Feigen,  Zucker 
und  Palmatseide  (weiche  Seidenart),  Lagein  mit  Feigen,  mit  Wein- 
beeren, zahllose  Fässer  mit  Wälsch-  und  Etschwein,  Lagein  mit 
Malvasier,  Säcke  mit  Mandeln  und  viel  anderes  Kaufmannsgut  des 
Südens  und  Ostens. 

Aus  Schwaben,  Franken,  Bayern,  Sachsen  und  den  Rhein-  und 
Niederlanden  wurden  nach  Tirol  und  den  angrenzenden  Landen, 
desgleichen  nach  Venedig  und  noch  weiter  verladen:  Fässer  mit 
Kupferdraht,  Viertelfässer  mit  weissen  Blechen  und  Messing,  Boden- 
fässer mit  schwarzem  Eisen,  Schocke  (Büschel)  mit  Sturzhauben, 
Säume  mit  Gewand,  Tüchern  von  Aachen  und  Butzbach,  rothen  und 
blauen  lundischen  Tüchern,  weissen  englischen  Tüchern,  dann  mit 
Tüchern  von  Frankfurt,  Friedberg  und  Seligenstadt  (Hessen),  Säume 
Kyrsaten  („ein  alter  schwieriger  Zeugname"),  Doppel- Arras  und  mit 
grauen  englischen  Tüchern,  Säume  mit  Gewand  von  Köln,  blauen 
Tüchern,  rothen  und  weissen  Kyrsaten,  dann  hinwieder  mit  Trautner 
und  roth  und  kornblauem  Teurner  Gewand ,  Säume  mit  blauem 
Herrnthaler  und  Speyrer  Tuch,  Kyrsat- Umschlägen  und  blauen 
Guglern  (Art  Leinenzeug),  Ballen  und  Fässer  mit  Barchant,  Panzern, 
Hundskappen  (Art  Visier  oder  Sturmhaube),  Haarbändern,  Nadeln, 
Fingerhüten  und  Messern,  Ballen  mit  Dorneckischen  (Tournay)  Tüchern 
und  Hosen,  Packe  mit  Biretlein,  Papierballen,  Ballen  und  Truhen 
mit  Buchsbaumkämmen,  Künlein  (Kaninchenfelle),  Kröpf-  (Halsstück 
von  Pelz),  Geis-  und  Luchsfellen,  Lädlein  mit  Gold  und  Silber  und 
Heftlein,  mit  Abenteuer  (Kleinodien)  gezeichnet,  Ballen  mit  Trusein- 
hosen,  mit  Gewand  von  Löwen,  grünem  und  rothem  Tuch  von 
Löwen,  mit  schwarzem  und  lichtem  Herrnthaler  Tuch,  mit  schwarzem 
und  rothem  Bursat  (halbseidener  Zeug),  mit  lichten  Tüchern  von 
Aachen,  mit  rothem  Frankfurter  und  rothem  Gebershausener  Tuch, 
mit  Lyrichhosen  (Larichhosen?  von  Leinwerch,  feinerem  Werch), 
mit  grobem  englischem  und  Akaley-Tuch,  verschiedenes  Kemlin- 
Gewand  (Zeug  aus  Kameelhaaren),  Ballen  mit  Tafelmessing  (in 
Platten)  und  viele  andere  Handelsartikel  der  süd-  und  norddeutschen, 
rhein-  und  ausländischen  Industrie." 


Geschichtliches.  107 


Zweiter  Theil. 


Der  grosse  Brand,  dessen  wir  öfters  gedacht,  brach  in  der 
Nacht  vom  27.  auf  den  28.  Januar^)  des  Jahres  1505  im  Fondaco 
selbst  aus.  Erst  am  darauffolgenden  Tage  ^)  konnte  dem  wüthenden 
Element,  das  den  ganzen  Bau  verzehrte,  mit  Hülfe  der  im  Arsenal 
Bediensteten  Einhalt  gethan  werden,  die  für  ihre  Mühewaltung  ein 
Geldgeschenk  erhielten  ^). 

Noch  am  nämlichen  Tage,  also  am  29.  Januar  (und  nicht  erst 
später),  trat  die  Regierung  in  Berathung  über  den  Wiederaufbau 
des  Fondaco.  Der  Gewinn,  den  die  Republik  aus  demselben  wie  aus 
dem  Handel  mit  den  Deutschen  überhaupt  bisher  gezogen,  war  ja  zu 
augenscheinlich,  als  dass  man  auch  nur  einen  Augenblick  hätte  Bedenken 
tragen  können,  auf  Staatskosten  einen  Neubau  aufzuführen.  Der  Rath 
der  Zehn  ertheilte  sogleich  einem  der  Beamten  des  Salzamtes,  aus  dessen 
reichen  Einkünften  derartige  Ausgaben  damals  gedeckt  wurden,  dem 
Francesco  di  Garzoni,  Vollmacht,  für  die  nächsten  dringendsten  Be- 
dürfnisse die  Summe  von  500  Dukaten  auszugeben'^).  Die  Regierung 
erklärte  sich  auch  alsbald  (am  6.  Februar)  bereit,  zu  den  Kosten  für 
den  interimistischen  Aufenthaltsort  der  deutschen  Kaufleute,  welche 
zu  diesem  Zwecke  den  Palast  der  Brüder  Lippomano  (bei  S.  Sofia) 
mietheten,  die  grössere  Hälfte  (^/s  oder  600  Dukaten  für  zwei  Jahre) 
beizusteuern  •'').  —  Jene  ersten  500  Dukaten  waren  freilich  rasch 
verbraucht.  Am  19.  April  mussten  weitere  1000  Dukaten  bewilligt 
werden**),  und  nachdem  man  sich  im  Laufe  des  Juni  entschlossen 
hatte,  behufs  Vergrösserung  und  Verschönerung  des  Gebäudes  noch 
mehrere  der  anstossenden  Anwesen  anzukaufen'^),  belief  sich  der 
Kostenvoranschlag,  den  der  genannte  Francesco  di  Garzoni  auf 
Befehl  der  Regierung  Ende  Juli  entwarf,  bereits  auf  11,250  Dukaten^). 
Und  schliesslich,  als  auch  noch  die  künstlerische  Ausschmückung  des 
Neubaues  durch  einen  Giorgione  und  Tizian  hinzukam,  überstiegen  — 
wie  der  Doge  Leonardo  Loredano  in  einem  Schreiben  an  den  Rath 
von  Nürnberg  vom  6.  Dezember  1508  selbst  angibt^)  —  die  Kosten 
die  Summe  sogar  von  30,000  Dukaten. 

Freilich  bildete  dann  auch  das  Gebäude  in  seiner  neuen  Gestalt 
eine  Zierde,  eine  Sehenswürdigkeit  der  Stadt,  auf  welche  auch  die 
Reisebeschreibungen  der  Folgezeit  nicht  verfehlen  aufmerksam  zu 
machen;  und  nicht  mit  Unrecht  nennt  es  der  venetianische  Geschicht- 
schreiber Francesco  Sansovino   selbst   eine    kleine  Stadt  ^*').     Es   ist 


')  Nicht  Juni,  wie  es  bei  Conrady,  4  rheinische  Palästina-Pilgerschriften,  S.  196, 
Anm.  34  irrig  heisst;  cf.  Sanuto,  Diarii  (Neue  Ausg.)  t.  VI  p.  126  und  bei  Thomas, 
Zur  Quellenkunde  etc.  S  39.  —  ^)  Sanuto  t.  VI  p.  128  und  bei  Thomas  a.  a.  0. 
-  ')  s.  Bd.  I  Nr.  629.  -  ")  ebda.  Nr.  628.  -  »)  ebda.  Nr.  630 ;  Sanuto  VI,  131 
sagt  fälschlich  ,die  Hälfte^  —  «)  Bd.  I  Nr.  634.  —  ^)  Thomas,  Quellenkunde, 
S.  39-41 ;  Sanuto  VI,  175;  cf.  Bd.  I  Nr.  636,  637,  646—650.  -  ')  Bd.  I  Nr.  636.  — 
»)  s.  Flegler  im  Anzeiger  f.  K.  d.  d.  V.  1867  Nr.  12  S.  364.  —  i°)  In  dem  Schriftchen 


108  Geschichtliches. 


n 


« 


in  der  Form  eines  Quadrats  gebaut  mit  einem  Hofe  in  der  Mitte 
und  fällt  auch  heute  noch,  obwohl  seines  früheren  Schmuckes  zum 
grössten  Theil  entkleidet,  durch  die  Grösse  des  Umfanges,  welche 
nach  verschiedenen  Angaben  512  Fuss  beträgt,  sowie  durch  die  be- 
deutende Höhe  des  Baues,  der  sich  bis  zu  drei  Stockwerken  erhebt, 
und  durch  seine  Massigkeit  überhaupt  in  die  Augen. 

Ich  gehe  hier  weder  auf  die  Baugeschichte  noch  auf  den  Bau 
selbst  im  Einzelnen  genauer  ein.  Was  die  erstere  betrifft,  so  sei  hier 
nur  erwähnt,  dass  der  Neubau  von  der  Regierung  möglichst  beschleunigt  «h 
wurde  ^)  und  in  der  That  rasch  beendigt  war.  Am  1.  August  1508  —  11 
also  nach  etwas  über  3  ^2  Jahren  —  war  der  neue  Fondaco  im  Grossen 
so  weit  fertig,  dass  er  eingeweiht  werden  konnte.  Es  wurde,  wie 
Sanuto  erzählt,  zu  dieser  Feier  im  Hofe  des  neuen  Gebäudes  eine 
Messe  gehalten ;  dann  begaben  sich  die  Visdomini  in  ihr  Amtszimmer, 
die  deutschen  Kaufleute  begannen  ihre  Ballen  binden  zu  lassen,  wäh- 
rend freilich  noch  innen  und  besonders  aussen  an  der  Vollendung  des 
Baues  gearbeitet  werden  musste  ^).  Die  Fresken  scheinen  aber  doch 
auch  im- Jahre  1508  noch  fertig  geworden  zu  sein,  da  wir  wissen, 
dass    dem   Giorgione    durch    den  Spruch   dreier   von    der  Regierung 


II 


, Delle  cose  notabili  che  sono  in  Venetia'  1561  p.  28,  in  welcher  Sansovino  nur  im 
Vorwort  sich  genannt  hat.  Da  später  das  Büchlein  anonym  erschienen  ist  und  dann 
von  Nicolö  Doglioni  Zusätze  etc.  erhalten  hat,  mag  dies  der  Grund  sein,  warum 
Milesio  für  die  obigen  Worte  ,una  piccola  cittä'  eben  den  Letzteren,  N.  Doglioni, 
irrig  als  Gewährsmann  nennt  (Thomas,  Beschreibung  S.  29).  Cf.  Hans  Gg. 
Ernstinger's  Raisbuch,  hrsg.  von  Ph.  A.  F.  Walther  in  der  Bibliothek  des 
liter.  Ver.  in  Stuttgart  (1877)  Bd.  135  S.  47  (Reise  nach  Venedig  1593):  „fontico 
dei  Todeschi  oder  das  teutsche  hauss  ain  schönes  grosses  gebey  am  grossen 
canal  gelegen,  mit  ainem  schönen  gevierten  hoff',  glegsamben  zimmern  und  ge- 
wölbern, auch  ainer  gueten  cistern  versehen";  ähnlich  Hans  Chilian  Neumaier 
von  Ramssla,  Reise  durch  Welschland  (1622)  S.  27:  „Nicht  weit  von  der 
Brücken  ist  der  Deutschen  Kauffhauls  .  .  .  stehet  am  Canal  grande,  ist  ein  vier- 
eckicht  grosses  schönes  Palatium,  hat  inwendig  einen  gevierdten  Hoff  vnd  zween 
gewölbte  Gänge  vber  einander,  sollen  80  Losament  darinnen  seyn  .  .  .";  cf.  auch 
Joh.  Henr.  a  Pflaumern,  Mercurius  Italiens  (1625),  p.  15  u.  A.  Die  deutschen 
Kaufleute  selbst  rühmen  in  einem  späteren  Dokument  vom  Jahre  1652  (cf.  Bd  I. 
Nr.  773  S.  462)  den  Fondaco  als  eine  ,fabbrica,  e  per  la  isquisitezza  del  sito,  che  la 
rende  conspicua,  e  per  l'artificio  dell'  architettura ,  che  la  singolarizza  nelle 
qualitä,  e  per  la  grandezza  della  machina,  che  altamente  la  contradistingue, 
e  per  l'effusione  del  dispendio,  che  la  constituisce  maravigliosa ,  ben  degna  di 
quella  mano,  dalla  quäle  prendono  le  attioni  Tattributo  di  illustri'. 

^)  Bd.  I  Nr.  631,  634,  640.  -  ^)  Marino  Sanuto,  Diarii  t.  VII  p.  597 :  Adi 
primo  (dil  mexe  di  Avosto  1508)  marti.  Fe  cantä  una  messa,  preparato  in  corte 
dil  fontego  di  Todeschi,  fabrichato  novamente ;  opera  bellissima,  nel  qual  si  ä 
speso  fin  qui  da  ducati  .  .  .  milia.  Et  ä  (:=  ha)  la  cura  di  la  expeditione  sier 
Alvise  Sanudo,  provedador  al  sal.  Hör  contato  una  solenne  messa.  Et  introno 
dentro  li  vicedomini  a  Tofficio,  la  nome  di  qual  sarä  qui  sotto  scripti,  et  li 
Todeschi  comenzono  a  intrar  et  ligar  balle;  e  tutavia  dentro  si  va  compiando 
et  depenzendo  di  fuora  via,  tamen  non  li  core  fitto  si  non  al  primo  di  Marzo 
1509  si  comenzerä;  et  le  bottege  di  sotto  fonno  affitade,  e  si  trarä  di  fitto  di 
piü  al'  anno  ducati  .  .  .  Hör  li  vicedomini  che  comenzono,  fonno  sier  Zuan 
Augustin  Pizamano,  quondam  sier  Fantin,  sier  Hieronimo  Malipiero,  di  sier 
Piero,  et  sier  .... 


II 

I 

H 
Ü 

li 


Geschichtliches.  109 

ernannter  Schiedsrichter  am   11.  Dezember  1508  für  , Bemalung  des 
Fondaco''   die  Summe  von  150  Dukaten  zuerkannt  wurde  ^). 

Dieser  hatte  ja,  wie  bereits  oben  angedeutet,  wie  auch  Tizian, 
von  der  Regierung  den  Auftrag  erhalten  ^),  die  Aussenseite  des  Fondaco 
und  den  inneren  Hofraum  mit  Fresken  zu  schmücken.  Ich  sage  „von 
der  Regierung"  und  betone  dies  gegenüber  der  Darstellung  Thau- 
sing's  in  seinem  ^ Albrecht  Dürer".  Es  ist  unbegreiflich,  wie  der- 
selbe behaupten  kann^),  die  Vertrauensmänner  (d.  h.  die  Cottimieri 
oder  Consuln)  der  deutschen  Kaufherren  hätten  die  Aussenmauern 
des  Fondaco  von  Giorgione  und  Tizian  ganz  mit  Fresken  bedecken 
lassen  zum  Ersatz  dafür,  dass  die  Regierung  verboten  hatte,  beim 
Neubau  etwas  von  Marmor  oder  in  erhabener  oder  gebrochener  Arbeit 
herzustellen  und  anstatt  dessen  die  Verwendung  von  „Roh-Bruchstein" 
vorgeschrieben  hatte.  Dieses  letztere  Verbot  ist  allerdings  richtig^). 
Aber  nichts  kann  gewisser  sein,  als  dass  die  Regierung  selbst,  und 
nicht  die  deutschen  Kaufleute,  die  beiden  genannten  Maler  mit  jener 
Aufgabe  betraute.  Und  zwar  wurde  Giorgione  die  Bemalung  der 
West-  und  der  Nordseite,  d.  h.  der  gegen  den  Canal  grande  und 
der  gegen  den  Rio  del  Fontico  zugewandten  Fa9aden  nebst  dem 
Hofraume,  Tizian  dagegen  die  der  Süd-  und  Ostseite,  d.h.  derFa9ade 
des  Haupteinganges  von  der  Strasse  aus  und  der  über  der  heutigen 
,Salizzada  del  Fondaco'  liegenden  Fa^ade  übertragen,  die  als  eine 
Hauptverbindungsstrasse  vom  Campo  di  S.  Bartolomeo  (dem  Ende 
der  Merceria)  nach  dem  Ponte  dell'  Oglio  und  weiter  nach  S.  Giovanni 
Crisostomo  führt.  „Giorgione  malte  an  den  unteren  Flächen  statt- 
liche Reiterfiguren  in  Colonnaden,  an  den  Friesen,  durch  welche  er 
die  Stockwerke  abtheilte,  Trophäen,  nackte  Figuren  und  steinfarbige 
Köpfe  als  Consolen ;  an  den  abgestumpften  Ecken  des  Gebäudes 
Geometer  mit  der  Messung  der  Erdkugel  beschäftigt;  endlich  theilte 
er  den  oberen,  die  Fa9ade  abschliessenden  Fries  in  Nischen,  welche 
einzelne  Gestalten  enthielten"  °).  Im  Hofe  malte  er  in  Chiaro-oscuro 
über  den  Bogengängen  der  drei  Stockwerke  Friese,  „Arabesken, 
welche  in  gleichen  Zwischenräumen  mit  Landschaften,  Köpfen 
römischer  Imperatoren,  Fratzengesichtern  u.  a.  untermischt  waren"  ^). 
Auch  Tizian,  scheint  es,  erledigte  seine  Aufgabe  in  ähnlicher  Weise, 
nur  vielleicht  in  anderer  Anordnung,  indem  er  neben  oder  über  den 
einzelnen  Figuren  einen  Fries  in  Chiaro-oscuro  von  Arabesken,  Thieren 
und  sonstigen  Phantasiegebilden  anbrachte.   Unter  den  Einzel-Figuren 

')  Crowe  u.  Cavalcaselle,  History  of  Painting  in  North-Italy  t.  II  p.  142 
nota;  cf.  Gualandi,  Memorie  originali  italiane  risguardanti  le  Belle  Arti. 
Bologna  l.«40 — 1842,  Serie  111  p.  90.  —  Giorgione  begnügte  sich  dann  mit 
130  Dukaten.  —  ^)  Gegen  Crowe  und  Cavalcaselle's  Annahme  (Life  of  Titian 
vol.  I  p.  93) ,  dass  Giorgione  zuerst  allein  den  Auftrag  erhalten  und  ihn  dann 
aus  freien  Stücken  mit  seinem  Schüler  Tizian  getheilt  habe,  wendet  sich,  wie 
ich  glaube  mit  Recht,  neuerdings  Lübke  in  seiner  „Geschichte  der  italienischen 
Malerei"  Bd.  II  S.  487.  -  ^j  (1.  Aufl.)  S.  256-257;  der  Fehler  ist  auch  in  der 
2.  beibehalten.  —  *)  cf. Thomas,  Quellenkunde,  S.  42.  —  *)  Lübke  a.a.O.  II,  486. 
—  *)  Elze,  Ausland,  1870,  S.  627. 


110  Geschichtliches. 


aber  wird  besonders  einer  Judith,  einer  Eva,  einer  Venus,  eines 
Orientalen  und  eines  jungen  venetianischen  Nobile  in  der  Tracht 
der  Ritter  ,della  Calza'  gedacht,  welche  im  Jahre  1715  noch  erhalten 
waren  und  die  Bewunderung  der  Beschauer  erregten  ^),  Der  Venetianer 
Kunsthistoriker  Zanetti  rühmt  bei  Giorgione  die  glühende  und 
originale  schöpferische  Kraft,  die  Neuheit  und  Lebendigkeit  der 
Motive ,  die  Meisterschaft  in  Abstufung  und  Vertheilung  von  Licht 
und  Schatten,  an  Tizian  den  grösseren,  ruhigeren  und  weiseren 
Genius,  der  das  grosse  Feuer  Giorgione's  in  den  tiefen  Schatten  und 
den  glühenden  Fleischton  zu  einem  Stil  von  vollkommener  Schönheit 
zu  mildern  gewusst  ^). 

Heutzutage  ist  von  diesen  Fresken  in  Folge  von  Wind  und 
Wetter  und  der  Venedig  eigenthümlichen  salzigen  feuchten  Luft  so 
gut  wie  gar  nichts  mehr  vorhanden:  „die  Wände  haben,"  wie  Elze 
treffend  bemerkt^),   „einen  trostlosen  modernen  Anstrich". 

Anderes  ist  durch  Menschenhand  am  Bau  geändert  und  be- 
seitigt worden.  So  namentlich  die  beiden  kleinen  Thürmchen,  welche 
ehedem  sich  an  den  beiden  Hauptecken  der  dem  Canale  grande 
zugekehrten  Fa^ade  erhoben.  „Dieselben  waren  einerseits  mit 
marmornen  Marciislöwen  und  der  Inschrift  ,Principatus  Leonardi 
Lauredani  inclyti  Ducis  anno  sexto',  d.  h.  ,im  sechsten  Regierungs- 
jahre des  Dogen  Leonardo  Loredano'  (1508)  verziert*),  auf  der 
anderen  Seite  aber  mit  Malereien  Giorgione's  und  Tizian's  ge- 
schmückt''). „Im  nordwestlichen  Thurm  (gegen  den  Rio)  befanden 
sich  zwei  Glocken  von  mittlerer  Grösse,  deren  Geläute  nach  Hospiz- 
sitte die  Hausbewohner  zu  Tische  rief."  Diese  Thürmchen  wurden 
erst  in  neuerer  Zeit  unter  der  österreichischen  Herrschaft  abgebrochen 
und  nicht  zum  Vortheil  des  Gebäudes  durch  Zinnen,  gleich  den 
schon  von  Anfang  an  vorhandenen,  ersetzt. 

Noch  erhalten  ist  die  in  der  Mitte  dieser  Fa9ade  gegen  den 
Canale  grande  angebrachte  marmorne  Trophäe  in  Basrelief  mit  der 
ebenerwähnten  Inschrift  ,Germanicis  D(icatum)',  „den  Deutschen 
gewidmet".  „Unter  derselben  über  dem  Spiegel  des  Wassers  tragen 
sechs  grosse  Pfeiler  von  istrischem  Stein  eine  fünfbogige  Landungs- 
halle. Rechts  im  Eingange  derselben  befand  sich  ehemals  das  Amt  der 
Visdomini,  darüber^)  ein  Marcuslöwe  und  die  noch  vorhandene  Jahres- 
zahl 1559  '^)  nebst  der  Inschrift  ,Respice  finem'  (Bedenke  das  Ende). 
Diesem  gegenüber  auf  der  linken  Seite  des  Canaleinganges  lag  die 
Dogana  (das  Verzollungslokal),  ein  geräumiges  Lokal  mit  zwei 
Thüren   und    einem    grossen    eisenvergitterten  Fenster,    welches  zur 


1)  Elze  a.  a  0.  aus  Milesio  (cf.  Thomas,  Beschreibung,  S.  44).  —  ^)  Lübke 
a.  a.  0.  II,  487.  —  ^)  a.  a.  0.  S.  627.  —  ^)  Wozu  als  Ergänzung  die  unten  zu 
erwähnenden  Worte  Germanicis  d(icatum),   „Den  Deutschen  gewidmet",  gehörte. 

—  ^)  Elze  a.  a.  0.  S.  628 ,    woher   auch   das   Folgende.    —    ®)  So  Elze  a.  a.  0. 
S.  627;  Milesio  (bei  Thomas,  S.  30)  sagt  etwas  genauer  ,über  der  Eingangsthür'. 

—  ■')   „In  welchem  das  Amt  dorthin  verlegt  wurde"  Milesio  ebda. 


Geschichtliches.  1 1 1 

Empfangnahme  der  Waaren  in  Pestzeiten  und  zur  Austheilung  des 
Almosens  der  Panada  ^)  diente." 

Des  Weiteren  ist  dann  noch  gut  erhalten  das  ansehnliche 
„Eingangsportal  auf"  der  Süd-(oder  Strassen-)Seite  mit  marmornen 
Säulen  auf  gleichen  Piedestalen  und  mit  einem  Basrelief  im  Schluss- 
stein der  Bogenwölbung,  das  einen  Putten  mit  Füllhorn  darstellt. 
Im  Fries  ist  die  (nämliche)  Inschrift  eingehauen  (die  früher  an  den 
beiden  Thürmchen  angebracht  war)  ,Principatus  Leonardi  Lauredani 
inclyti  Ducis  anno  sexto'.  In  der  Nische  über  dem  Thor  befand 
sich  ein  geflügelter  Löwe  in  Halbrelief  ^).  Unter  dem  Thore  an 
der  rechten  Wand  liest  man  noch  auf  einer  Marmortafel  ein  Verbot 
vom  Jahre  1670,  im  Hofe  weder  zu  fluchen  noch  zu  spielen,  noch 
zu  rauchen,  noch  viel  weniger  sich  zu  prügeln  oder  Lärm  zu  machen, 
um  die  Ruhe  der  Bewohner  des  Hauses  nicht  zu  stören. 

Das  Thor  führt  in  den  (einzigen)  Hof,  einen  „einfachen  Pfeiler- 
hof mit  20  Bogen  im  Erdgeschoss  und  je  40  (darüber)  in  den  drei 
Stockwerken,  also  zusammen  140  Bogen,  hinter  welchen  in  allen 
Stockwerken  regelmässige  Korridore  (und  im  Erdgeschoss  ein  Säulen- 
gang) den  Hof  umgeben".  „In  demselben  zu  ebener  Erde  befanden 
sich  die  Dienstzimmer  des  Pförtners  (dessen  eigentliche  Wohnung 
im  obersten  Stock  war)  oder  des  Hausmeisters,  wie  wir  wohl  heut- 
zutage sagen  würden^),  dann  der  Ballenbinder,  der  Träger^),  der 
Wäger,  dann  zweier  „Fattori"  (Diener)  der  Deutschen;  ferner  die 
Weinschenke  •^)  und  25  grosse  Gewölbe  (volte)  **),  welche  als  Magazine 
zur  Aufbewahrung  der  Waaren  dienten."  Auf  der  Aussen-  oder 
Strassenseite  waren  im  Erdgeschoss  22  Verkaufsläden  angebracht, 
die  von  der  Regierung  an  einzelne  Private  (Venetianer)  vermiethet 
wurden. 

Zwei  grosse  Treppen,  die  eine  im  nördlichen,  die  andere  im 
südlichen  Flügel,  führen  in  vier  Armen  vom  Hofe  zu  den  Kammern 


')  cf.  darüber  weiter  unten.  —  ^)  Elze  a  a.  0.  S.  629—30.  Derselbe  ist 
in  jüngster  Zeit  wieder  angebracht  worden.  Unterhalb  desselben  hatten  die 
ersten  Leiter  des  Neubaues  des  Fondaco,  wie  es  scheint,  ihre  Wappenschilder 
anbringen  lassen,  was  aber  dann  von  den  drei  Häuptern  des  Rathes  der  Zehn 
nicht  als  statthaft  erachtet  wurde.  Sanuto  schreibt  nämlich  (Diarii  t.  VII 
p.  589):  1.508  Luglio  21.  Noto  che  il  fontego  di  Todeschi  fabrichato  era  a 
bon  termine.  La  cura  dil  quäl  primo  sier  Piero  Lando ,  poi  sier  Marco  Tiepolo, 
ultimo  sier  Alvise  Sanudo,  provedadori  al  sal,  per  il  consejo  di  X  l'ä  a(v)uta. 
Et  havendo  tutti  li  provedadori  stati,  maxime  li  passati,  fato  meter  le  soe 
arme  di  marmoro  soto  San  Marco  su  la  porta  dil  ditto  fontego,  et  de  prae- 
senti  sopra  l'officio  dentro,  parse  a  sier  Marco  Antonio  Loredan,  cao  di  X, 
con  li  compagni,  sier  Nicolö  di  Prioli ,  sier  Alvise  Emo ,  atento  e  certa  parte 
vechia  non  si  pol  meter  arme,  di  farle  levar  via;  et  cussi  mandono  comanda- 
mento  al  sal,  fusseno  statim  levate.  Et  ita  factum  fuit,  et  perhö  ne  ho  voluto 
far  memoria.  —  ^)  Milesio  a.  a.  0.  S.  33  nennt  ihn  ,Scoador' ,  was  identisch 
sein  dürfte  mit  ,Scoazzer'  fcf.  ßoerio  ,Scoadura'  =  Spazzatura)  und  den  Mann  be- 
deutet, der  für  die  Reinhaltung  eines  Ortes  zu  sorgen  hat.  Elze  hat  das  Wort 
nicht  übersetzt.  —  *)  ,Bastasi'  bei  Milesio,  was  Elze  wohl  nicht  richtig  mit 
„Sattler*  wiedergegeben  hat,  —  ^)  Auch  hier  kann  ich  mit  Elze's  Uebersetzung 
des  Wortes  ,Caneva'  als  ,  Keller"  nicht  einverstanden  sein. —  *)  s.  Bd.  I  Nr.  658. 


112  Geschichtliches. 


und  mit  94  Stufen  bis  in's  oberste  Stockwerk.  Ursprünglich  waren 
nur  die  Stufen  bis  in's  erste  Stockwerk  von  Stein,  die  übrigen  von 
Holz,  die  erst  nach  einem  in  der  Nähe  ausgebrochenen  Brand  in  den 
Jahren  1587 — 1595  durch  steinerne  ersetzt  wurden^).  —  Was  die 
Zahl  der  Kammern  betrifft,  so  wird  dieselbe  verschieden  angegeben. 
Im  Jahre  1508  bei  der  erstmaligen  Vermiethung  waren  es  7(5  Kam- 
mern^), im  Jahre  1576  gab  es  nach  Elze^)  72  „bewohnbare"^) 
Zimmer  und  im  Jahre  1646  wird  die  Zahl  der  vermietheten  Zimmer 
oder  Kammern  auf  80^2  angegeben,  wobei  schon  der  Bruchtheil 
darauf  hinzudeuten  scheint,  dass  diese  vermehrte  Zahl  vermuthlich 
durch  Theilung  und  Zerlegung  einzelner,  ursprünglich  besonders 
geräumiger  Wohngelasse  entstanden  ist.  Dabei  ist  noch  zu  bemerken, 
dass  (damals)  einige  dieser  Gelasse  nicht  an  einzelne  Kauf  leute,  sondern 
an  die  deutsche  Kaufmannschaft  als  solche  vermiethet  waren.  „In  einem 
Zimmer  (das  die  Nummer  55  trug)  des  obersten  Stocks  befand  sich 
nämlich^)  seit  1575  das  Archiv,  in  welchem  die  Bücher  und  Schriften 
der  deutschen  Kaufmannschaft  in  guter  Ordnung  aufbewahrt  wurden 
unter  der  Aufsicht  eines  eigenen  Archivars  *")."  „Seit  dem  17.  Jahr- 
hundert (Mitte)  dienten  auch  einige  Zimmer  (Nr.Slund  82)  im  obersten 
Stockwerk  als  Versammlungslokal  für  den  evangelischen  Gottes- 
dienst und  als  Wohnung  des  evangelischen  Geistlichen'').'' 

Ausser  diesen  Kammern  enthielten  die  drei  Stockwerke  noch 
die  Lokalitäten  für  den  Wirthschaftsführer  ^),  den  Schenkmeister  ^), 
den  Koch  und  Unterkoch,  die  Küche  selbst  u.  s.  w.,  insbesondere 
aber  noch  im  ersten  Stock  zwei  grosse  Säle  auf  der  dem  Canale 
grande  zugekehrten  Seite.  Sie  dienten  den  deutschen  Kaufleuten 
als  Speisesäle,  zu  Versammlungen,  Berathungen  u.  dgl.  und  hiessen 
zunächst  von  der  Zeit  der  Benützung  der  „Winter-"  und  der  „Sommer- 
saal".  Der  Wintersaal  führte  dann  aber  auch  noch  den  Namen 
,Sala  della  Stua'  von  dem  darin  befindlichen  grossen  prächtigen  Ofen, 
welcher  in  den  Jahren  1587— 1588  von  den  Deutschen  auf  eigene  Kosten 
errichtet  wurde  und  ein  wahres  Kunstwerk,  einzig  in  seiner  Art, 
gewesen  sein  solP^).  —  Der  Sommersaal  dagegen  hiess  auch 
„Gemäldesaal"  (,Sala  dell'  Estate'  oder  ,Sala  delle  Pitture') 
von  der  reichen  Gemäldesammlung,  welche  unsere  Landsleute  von 
berühmten  venetianischen  Meistern,  wie  Tizian,  Palma  Vecchio,  Paolo 
Veronese  u.  A.,  gleichfalls  auf  ihre  Kosten  anlegten.  Ich  darf  auch 
hiefür  auf  Elze  und  Milesio  verweisen,  welche  sowohl  diese  Gallerie, 


n 


')  Elze  a.  a.  0. ;  Milesio  S.  33  und  53.  —  ')  Bd.  I  Nr.  653.  -  ')  Ausland 
S.  628.  —  *)  vielleicht  richtiger  , bewohnte".  —  '^)  Elze  a.  a.  0.  S.  628;  cf.  Milesio 
S.  45  und  oben  Bd.  I  Nr.  748.  —  **)  Leider  ist  davon  heute  nicht  mehr  viel 
vorhanden.  Die  in  der  Vorrede  S.  Xlll  und  XIV  verzeichneten  Kapitularien 
im  Besitz  der  evangelischen  Gemeinde  und  einzelne  Archivalien  im  Museo  Civico 
Correr  sind  die  einzigen  bisher  wenigstens  bekannten  Ueberreste  dieses  Archivs. 
—  ')  cf.  darüber  weiter  unten  und  Bd.  I  Nr.  748.  —  **)  ,Spenditore'  bei  Milesio 
S.  33,  von  Elze  gewiss  nur  aus  Versehen  mit  , Spediteur"  übersetzt.  —  ^)  ,Canever', 
Elze  „Kellermeister".  —  ^'*)  Siehe  die  detaillirte  Beschreibung  desselben  bei 
Milesio  S.  34  u.  ff. 


Geschichtliches.  113 

als  auch  die  Anlage  und  Ausschmückung  der  beiden  Säle  im  Einzelnen 
genau  beschreiben.  Leider  ist  ja  auch  davon  heute  fast  nichts  mehr 
erhalten:  aus  der  Gallerie  nur  ein  Christusbild  von  Tizian,  das  sich 
jetzt  im  Besitze  der  Evangelischen  Gemeinde  in  Venedig  befindet. 
Die  beiden  Säle  aber,  wie  überhaupt  die  Dispositionen  im  Innern 
des  Fondaco,  sind  durch  Um-  und  Neubauten  kaum  mehr  zu  er- 
kennen. Dagegen  sind  noch  jetzt  vorhanden  die  beiden  marmornen 
Balkone  (pergoli),  auf  welche  man  noch  heute  aus  jenen  beiden 
ehemaligen  Sälen  treten  kann,  um  dem  Spiel  der  Wellen  und  dem 
Leben  und  Treiben  auf  dem  Canale  grande  zuzuschauen.  Wie  ganz 
anders  freilich  muss  das  Schauspiel  gewesen  sein,  als  man  von  hier 
aus  noch  auf  die  zahlreichen  Barken  blicken  konnte,  welche  die  ' 
kommenden  und  gehenden  deutschen  Kaufleute  mit  ihren  Waaren 
zur  Landungshalle  des  Fondaco  brachten  und  von  da  fortführten! 

Hier  nur  noch  ein  Wort  über  den  Baumeister.  Man  hat 
früher  lange  Zeit  den  in  Verona  geborenen  Fra  Giocondo  für  den 
eigentlichen  Erbauer  des  neuen  Fondaco  gehalten,  gestützt  auf  das 
Zeugniss  eines  Zeitgenossen,  des  Pietro  Contarini,  der  einmal  in 
einem  Distichon  den  Fondaco  als  ,fratris  Jucundi  nobile  opus'  und 
in  einem  anderen  Werk  als  ,gloria  de  Jucundo  geometra'  bezeichnet  ^). 
Doch  hat  schon  Selvatico  in  seinen  ,Studi  sulla  architectura  e  sulla 
scultura  in  Venezia^)  und  0.  Mothes  in  seiner  „Geschichte  der 
Baukunst  und  Bildhauerei  Venedigs"^)  darauf  hingewiesen,  dass 
nach  urkundlichen  Zeugnissen  ein  Deutscher,  Namens  Hieronymus, 
der  „Architekt"  des  Werkes  gewesen  sei.  Elze,  Heyd  und  Andere 
haben  dann  auch  stillschweigend  diesen  letzteren  als  den  Erbauer 
des  neuen  Fondaco  angenommen.  Anders  Crowe  und  Cavalcaselle 
in  ihrem  „Leben  Tizian's".  Auf  Grund  ihrer  archivalischen  For- 
schungen behaupteten  sie,  dass  der  deutsche  Baumeister  Girolamo 
Todesco  einen  gefährlichen  Konkurrenten  an  Giorgio  Spavento  ge- 
habt habe,  der  damals  „Protho  von  S.  Marco"  und  gewisserraassen 
offizieller  Stadt-Architekt  gewesen  sei  und  ebenfalls  einen  Plan  für 
den  Neubau  eingereicht  habe.  Lange  Zeit  sei  es  zweifelhaft  ge- 
wesen, wessen  Plan  acceptirt  würde.  Schliesslich  habe  die  Rück- 
sicht auf  die  Wünsche  der  deutschen  Kaufleute,  die  lebhaft  für 
ihren  Landsmann  eingetreten,  zu  Gunsten  des  von  Girolamo  Todesco 
eingereichten  Planes  entschieden.  Im  Juni  1505  habe  der  Senat 
beschlossen,  dass  der  Bau  mit  geringen  Modifikationen  nach  dem 
Modell  des  Hieronymus  auszuführen  sei.  Zwei  Tage  hernach  aber,  am 
20.  Juni  1505,  sei  an  Stelle  des  bisherigen  Vorstehers  des  Salzamtes 
und  des  mit  der  Ueberwachung  des  Neubaues  betrauten  Francesco  di 
Garzoni  ein  Anderer,  Alvise  Emo,  getreten,  und  dessen  erste  Sorge 
sei  es  gewesen,  den  Girolamo  Todesco  zu  entfernen,  der  eine  Stelle 


')  s.  Thomas,  Quellenkunde,  S.  42  und  43 ;  und  Bulletino  di  arti,  industrie 
e  curiositä  Veneziane,  Jahrg.  I  (1877)  S.  24.  —  ^)  (Venedig  1847)  S.  166.  — 
»)  Bd.  II  S.  25. 

8 


1 14  Geschichtliches. 


4 


bei  dem  Artillerie- Wesen  in  Cattaro  erhalten  habe.  Alvise  Emo 
habe  dann  den  Antonio  Scarpagnini  (am  16.  August  1505)  zum 
General- Oberaufseher  gemacht  unter  dem  Kommando  so  zu  sagen 
oder  der  Oberleitung  des  Giorgio  Spavento,  und  so  sei  der  Bau  bis 
auf  unsere  Tage  ein  Zeugniss  für  die  Geschicklichkeit  des  Girolamo 
Todesco  und  des  Giorgio  Spavento  ^). 

Inzwischen  erhellte  aus  den  von  Thomas^)  veröffentlichten  Aus- 
zügen aus  Marino  Sanuto,  dass  in  der  That  die  Regierung  Anfangs 
die  Absicht  gehabt  zu  haben  scheint,  dem  Spavento  den  Neubau  zu 
übertragen^);  dass  aber  am  19.  Juni*)  1505  der  Senat  auf  den  Wunsch 
der  deutschen  Kauf  leute  dem  eingereichten  Modelle  des  deutschen 
Baumeisters  Hieronymus  vor  dem  des  Spavento  den  Vorzug  gab*). 
Zur  Motivirung  der  Entscheidung  wird  namentlich  auch  angeführt, 
dass  zwischen  den  beiden  Modellen  kein  grosser  Unterschied  bezüg- 
lich der  Kosten  bestehe  ^).  Ueber  den  weiteren  Verlauf  der  An- 
gelegenheit wird  hier  nichts  Weiteres  beigebracht;  Crowe's  Aus- 
führungen scheinen  Thomas  unbekannt  geblieben  zu  sein. 

Es  war  meine  erste  Aufgabe,  in  den  Protokollen  des  Rathes 
der  Zehn  nachzusehen,  ob  wirklich,  wie  auch  Sanuto  angibt^),  am 
20.  Juni  1505  Alvise  Emo  mit  der  Leitung  des  Baues  betraut  worden. 
In  den  ,Misti'  fand  sich  darüber  nichts,  wohl  aber  die  Bestätigung 
dieser  Angabe  in  dem  Protokollbuch  des  ,Collegio' ').  Hingegen  ist 
es  irrig,  dass  Alvise  Emo  der  Nachfolger  des  Francesco  di  Garzoni 
geworden.  Dass  dieser  am  20.  Juni  nicht  mehr  ,Proveditore  al  Sal' 
war,  geht  aus  einer  Notiz  hervor*),  wonach  er  am  29.  April  1505, 
weil  seine  viermonatliche  gesetzliche  Dienstzeit  um  war,  einen  Nach- 
folger in  der  Person  eines  Andrea  Magno  erhielt,  wie  er  sich  denn 
auch  später^)  selbst  als  ,gewesenen'  (fo)  Proveditore  bezeichnet. 
Und  dieser  nämliche  Andrea  Magno  erscheint  am  25.  August  1505 
ausdrücklich  mit  der  Leitung  des  Baues  betraut,  ,deputado  sopra  la 
fabrica  dil  fontego'^"),  so  dass  man  annehmen  müsste,  jener  Alvise 
Emo  sei  entweder  inzwischen  gestorben  oder  zurückgetreten  oder 
abgesetzt  worden.     Die  Sache   dürfte   aber  einfach  so   liegen,    dass 


^)  Life  of  Titian  I,  83.  -  ")  Quellenkunde  etc.  S.  39.  —  ")  Diarii  t.  VI 
p.  85  (?):  6.  Febbrajo  1505.  Da  poi  disnar  fo  colegio  di  la  Signoria  per  la  materia 
dil  fontego  di  Todeschi,  che  lo  uoleno  refar  presto  e  bellissimo  e  al  ditto  Zorzi 
Spauento,  protonotario  di  la  chiesia  di  San  Marco.  Et  poi  fo  terminato  dar 
principio  et  comesso  a  ser  Francesco  di  Garzoni,  prouedador  al  sal,  la  cura.  Aus 
der  neuen  Ausgabe  (t.  VI  p.  131)  geht  aber  hervor,  dass  statt  des  unverständ- 
lichen ,al  ditto'  zu  lesen  ist  aldito  =  udito:  ,man  vernahm  den  Spavento*.  — 
■*)  Thomas,  Quellenkunde  S.  41 ;  nicht  am  18.  Juni,  wie  man  aus  Crowe's  ,two  days 
after'  meinen  könnte.  —  ^)  ,non  esser  gran  differentia  de  spesa  da  luno  et  laltro'; 
das  ,de  spesa'  hat  Thausing  (in  seinem  „Dürer")  einfach  gar  nicht  übersetzt! 
und  diesen  Fehler  auch  in  der  zweiten  Auflage  (Bd.  I  S.  346)  beibehalten.  — 
«)  Diarii  t.  VI  p.  188  (Thomas  a.  a.  0.  S.  40).  -  ')  Bd.  I  Nr.  635.  —  «)  Venedig, 
Staats- Archiv.  Cons.  X.  Misti  t.  30  f.  129' :  Depositarius  officii  salis  loco  s.  Fran- 
cisci  de  Garzonibus  qui  complet  electus  per  menses  quatuor  juxta  formam  legis 
s.  Andreas  Magno.  —  »)  s.  Bd.  I  Nr.  636.  —   ^o)  ebda.  Nr.  637. 


Geschichtliches.  115 

die  einen,  Francesco  di  Garzoni  und  Andrea  Magno,  mit  der 
finanziellen ,  Alvise  Emo  hingegen  wirklich  mit  der  technischen 
Leitung  des  Baues  betraut  war. 

Was  sodann  die  Angaben  Crowe's  über  des  Hieronymus  Ent- 
fernung und  Anstellung  in  Cattaro  anlangt,  so  habe  ich  darüber  aus 
dieser  Zeit,  d.  h.  aus  dem  Jahre  1505,  in  den  Akten  der  einschlägigen 
venetianischen  Kollegien  nichts  finden  können.  Hingegen  wird  über  30, 
ja  40  Jahre  später  in  Depeschen  der  Befehlshaber  von  Cattaro  zu  den 
Jahren  1538  und  1544^)  allerdings  ein  ,maestro  Hieronymo  Todescho' 
als  ,bombardiero'  in  venetianischen  Diensten  genannt  und  wegen  sei- 
ner Geschicklichkeit  und  Brauchbarkeit  besonders  gerühmt.    Da  auch 
gesagt   wird,    dass    er   der   Republik   schon   seit   langer   Zeit   seine 
Dienste   gewidmet,    und   da    er   offenbar   schon   in   höheren   Jahren 
steht,    indem    sein    Sohn    ebenfalls    bereits    zu    den    ,bombardieri' 
gehört,    so   wäre   es   der  Zeit  nach   nicht   unmöglich,    dass  dieser 
maestro  Hieronymo  Todescho  und  der  beim  Neubau  1505  genannte 
eine  und  dieselbe  Person  seien.     Aber  man  darf  wohl  aus   inneren 
Gründen    schon    daran    zweifeln,     den    Erbauer    des    Fondaco    zu 
Venedig  mit  jenem  Vorstand  der  Artillerieschule  in  Cattaro  zu  iden- 
tificiren.     Es   wäre   doch  sonderbar,    wenn  die  deutschen  Kaufleute 
selbst  dies  zugegeben  hätten.    Dass  Deutsche  im  Solde  der  Republik 
dienten,  ist  ja  oft  genug  vorgekommen:  so  können  und  werden  die 
beiden  Hieronymi  doch  zwei  ganz  verschiedene  Personen  sein.  Milesio, 
dessen  Angaben  man  freilich  nicht  immer  unbedingt  vertrauen  darf, 
sagt  ausdrücklich,    dass  am  9.  März  1508    der  Bau  beendet  wurde 
„unter  der  beständigen  Leitung  des  Girolamo  Todesco"  ^).     Hätte  es 
seine  Richtigkeit   mit  jener  Entfernung,    so  wäre  wohl   auch  anzu- 
nehmen, dass  Spavento  seinen  eigenen  Plan  zur  Ausführung  gebracht 
hätte,    was   übrigens   ohne    Einwilligung   und   neue  Verfügung    der 
Regierung    wohl    gar    nicht    hätte    geschehen    können.     Von    einer 
solchen  ist  aber  durchaus  nichts  bekannt. 

So  darf  man,  glaube  ich,  mit  ziemlicher  Sicherheit  behaupten, 
dass  Crowe's  ganze  Aufstellung  nur  auf  einer  Kombination  beruht 
und  nichts  mehr  ist,  als  eine  kühne  Hypothese.  — 

Was  für  ein  Landsmann  dieser  Hieronymus  gewesen,  wird 
nicht  berichtet.  Thausing  möchte  auf  Grund  „der  Verhältnisse  des 
Baues"    ihn  für   einen  Augsburger  Baumeister  halten,    und  Andere 


')  cf.  später  bei  den  Urkunden  im  Anhang.  —  '^)  Bei  Thomas  S.  42 :  ,Del  1508, 
9.  Marzo  fu  terminata  la  fabbrica  del  nuovo  descritto  fontico  de  Tedeschi,  sempre 
con  la  sopraintendenza  del  giä  detto  Girolamo  Todesco  Protto  e  del  jjur  nominato 
N.  H.  S.  Marco  Tiepolo  a  ciö  deputato'.  Dass  Girolamo  ^Proto"  (nach  Boerio 
,il  primo  in  alcuno  arte,  ma  specialmente  in  quella  de'  Muratori')  gewesen  sei, 
ist  freilich  sonst  auch  nicht  überliefert;  und  wenn  Milesio  vorher  (S.  29)  be- 
richtet, Marco  Tiepolo  habe  schon  am  19.  Juni  1505  die  ,8opraintendenza  alla 
detta  fabbrica'  erhalten,  so  steht  das  mit  unseren  obigen  Angaben  ebenfalls 
im  Widerspruch,  während  aus  anderen  Aktenstücken  (Bd.  I  Nr.  646  S.)  aller- 
dings hervorgeht,  dass  mindestens  seit  April  1507  Marco  Tiepolo  die  (finanzielle?) 
Leitung  des  neuen  Hauses  erhalten  hatte. 


116  Geschichtliches . 


n 


haben  daraufhin  den  Hieronymus  ohne  Weiteres  als  Augsburger 
erklärt.  Wenn  aber  Tbausing  meint,  diese  Annahme  finde  darin 
eine  Unterstützung,  dass  „die  Augsburger  und  Nürnberger  Kauf- 
leute den  Vorsitz  an  den  beiden  Tafeln  im  Fondaco  geführt  und 
somit  an  der  Spitze  der  deutschen  Kolonie  in  Venedig  gestanden," 
so  ist  das,  wie  wir  oben  gesehen,  nicht  richtig.  Denn  nicht  die 
Augsburger,  sondern  die  Regensburger  standen  wenigstens  im  Jahre 
1474  an  der  Spitze  der  einen  Tafel.  Und  darauf,  dass  die  Augs- 
burger Fugger  die  zwei  ersten  „Gewölbe"  (sie!)  im  neuen  Hause 
erhielten,  möchte  ich  auch  kein  so  grosses  Gewicht  legen,  wie  es 
Thausing  that.  Uebrigens  muss  ich  es  Kunstkennern  überlassen  zu 
entscheiden,  ob  der  Neubau  etwa  Augsburger  Reminiscenzen  aufweist; 
ich  möchte  hier  nur  noch  mit  einem  Worte  auf  die  Uebereinstim- 
mungen  hinweisen,  welche  Mothes  zwischen  dem  neuen  Fondaco  in 
Venedig  und  dem  bekannten  Bau  der  ,Procuratie  vecchie'  aufgedeckt 
hat  ^).  Freilich  fällt  der  Vergleich  mehr  zu  Gunsten  des  letzteren  Baues 
aus,  der  einen  leichteren,  gefälligeren  Eindruck  macht  als  der  Fon- 
daco. Doch  darf  dabei  nicht  vergessen  werden,  dass  auch  der  Zweck, 
dem  beide  Bauten  dienten,  ein  ganz  verschiedener  war.  Und  man 
muss  sagen,  dass  dem  Zwecke  eines  Kaufhauses  der  Neubau  des 
Fondaco  sehr  wohl  entsprach.  Auch  heute  noch  wird  jeder  Besucher 
des  Hauses,  namentlich  wenn  er  den  Hofraum  betritt,  den  Eindruck 
gewinnen,  dass  es  ein  kräftiger,  gediegener  und  namentlich  sehr 
geräumiger  Bau  ist,  in  welchem  sich  bald  ein  reges  neues  Leben 
entfalten  konnte  ^). 

Die  Regierung  sorgte  übrigens  auch  noch  durch  eigene  Vor- 
schriften dafür  (1508  März  9  und  Mai  12),  dass  die  Gänge  in  den 
einzelnen  Stockwerken  nicht  mehr,  wie  früher,  durch  Kisten  und 
Kästen  eingeengt  und  kaum  passirbar,  sondern  stets  frei  gehalten 
würden  u.  dgl.  mehr^).  — 

Noch  muss  ich  hier  einer  Ansicht  entgegentreten,  welche 
Ennen  ausgesprochen  hat.  Er  ist  der  Meinung*),  der  prachtliebende 
Doge  Loredano  habe  deshalb  den  Fondaco  „in  erweitertem  Umfange 
und  mit  erhöhter  Pracht"  wieder  aufbauen  lassen,   „um  der  Welt  zujj 


^)  Gesch.  der  Bildhauerei  u.  Baukunst  in  Venedig  II,  49 — 51.  —  ^)  Durch 
Herrn  Prof.  A.  Thiersch  dahier  wurde  ich  nachträglich  darauf  aufmerksam  ge- 
macht, dass  Weinbrenner  in  dem  Aufsatz  „Die  Fugger'sche  Grabkapelle  bei 
St.  Anna  zu  Augsburg"  („Entwürfe  und  Aufnahmen  von  Bauschülern  der  Gross- 
herzoglich technischen  Hochschule  in  Karlsruhe",  Jahrg.  1884,  Heft  1)  im  Hin- 
blick auf  die  „innere  Verwandtschaft"  zwischen  dieser,  1509  gestifteten 
und  1512  vollendeten,  Kapelle  und  den  Bauformen  des  Fondaco  den  Hieronymus 
für  den  Erbauer  dieser  Kapelle  hält  (zustimmend  äussert  sich  R.  Vischer  in 
der  „Allgemeinen  Zeitung"  1886  Nr.  74  S.  1088  und  in  seinen  „Studien  zur 
Kunstgeschichte"  1886  S.  585),  womit  ein  weiteres  Moment  gegen  Crowe's  Aus- 
führungen gewonnen  wäre.  Was  Weinbrenner  über  die  bevorzugte  Stellung  der 
Fugger  im  Fondaco  vorbringt,  beruht  auf  den  irrigen  Angaben  Thausing's.  — 
^)  Bd.  I  Nr.  657.  —  *)  „Die  Stadt  Köln  und  das  Kaufhaus  der  Deutschen  in 
Venedig"  in  der  „Monatsschrift  für  rheinisch-westfälische  Geschichtsforschung" 
Jahrs.  I  S.  112. 


m 


Geschichtliches.  117 

zeigen,  dass  der  seit  der  Entdeckung  von  Amerika  im  Welthandel 
eingetretene  Umschwung  noch  nicht  im  Stande  gewesen  war,  das 
Vertrauen  auf  die  dauernde  Sicherheit  der  Handelsherrschaft  Venedigs 
zu  erschüttern".  Ich  glaube,  dass  ein  solcher  demonstrativer 
Gedanke  der  venetianischen  Regierung  —  und  diese,  nicht  der 
Doge ,  hatte  ja  eigentlich  über  die  Ausschmückung  des  Baues  zu 
entscheiden  —  ziemlich  ferne  lag,  dass  es  ihr  viel  mehr,  ja  vorzugs- 
weise darum  zu  thun  war,  die  deutschen  Kaufleute  in  Venedig 
festzuhalten,  wozu,  wie  sie  wohl  glauben  mochte,  ein  geräumigeres, 
prächtiger  ausgestattetes  Gebäude  und  mancherlei  Vergünstigungen 
(von  denen  später  noch  die  Rede  sein  wird)  ein  Wesentliches 
würden  beitragen  können. 

Es  war  das  ja  damals,  um  dies  hier  einzuschalten,  eine  ernste, 
schwere  Zeit,  eine  Zeit  bedenklicher  Krisis  für  Venedig. 
Allerdings  nicht  gleich  im  ersten  oder  zweiten  Jahre  nach  der  Auf- 
findung des  Seeweges  nach  Indien  durch  die  Portugiesen  machte 
sich  der  damit  verbundene  Umschwung  auf  dem  Gebiete  des  Levante- 
handels geltend.  Allein  bald  genug  verspürte  man  in  Venedig  doch 
die  Folgen  dieses  Ereignisses.  Marino  Sanuto  verzeichnet  schon 
am  1.  März  1501  in  seinen  Diarien^)  ein  Sinken  des  Preises  des 
Pfeffers  von  130  auf  102  Dukaten  ,el  cargo'^),  weil  die  Deutschen 
seit  einem  Monat  keinen  mehr  kauften.  Und  wenige  Monate  später, 
im  Juli  1501,  füllt  Girolamo  Priuli'^)  die  Blätter  seines  kostbaren 
Tagebuches  mit  düsteren  Betrachtungen  über  die  aus  Portugal  ein- 
treffenden Nachrichten.  Er  sieht  es  voraus,  wie  Ungarn,  Deutsche 
u.  s.  w.  statt  nach  Venedig,  nunmehr  nach  Lissabon  gehen  werden, 
um  dort  ihren  Bedarf  an  Spezereien  einzukaufen.  Das  liege  ihnen 
näher  (!)  und  sie  könnten  dort  dieselben  billiger  bekommen  als  in 
Venedig.  Denn  die  Zölle,  Abgaben  und  Steuern  in  Syrien  und  im 
Reiche  des  Soldan  vertheuerten  die  Waaren  in  solchem  Masse,  dass, 
was  in  Colocut  einen  Dukaten  koste,  bis  es  nach  Venedig  gelange, 
auf  60 — 100  Dukaten  zu  stehen  komme,  während  der  König  von 
Portugal  nur  die  Kosten  für  Ausrüstung  der  Schiffe  zu  tragen  habe. 
Daher  werde  der  Handel  mit  diesen  Spezereien  für  Venedig  ab- 
nehmen, und  das  bedeute  für  den  venetianischen  Handel  gerade 
so  viel,  als  wenn  einem  Säugling  Milch  und  Nahrung  fehle.  Geht 
aber  der  Handel  zurück,  dann  wird  auch  das  Geld,  der  Reichthum 
sich  mindern,  und  der  Ruin  der  Stadt  ist  Priuli  dann  unausbleiblich  ^). 

*)  t.  III  p.  1480.  —  ^)  ^  carico,  Ladung,  Fracht.  —  ^)  Geboren  26.  Januar 
1476,  gestorben  6.  Juli  1547,  hielt  er  sich,  um  die  Kaufmannschaft  zu  erlernen, 
1493  —  1498  in  London  auf  und  begann  schon  hier  seit  1494  Tag  für  Tag  zu 
verzeichnen,  was  ihm  wichtig  und  bemerkenswerth  schien,  eine  Gewohnheit,  die 
er  dann  auch  als  Kaufmann  und  Bankier  in  Venedig  bis  1512  fortsetzte.  Aus- 
züge aus  diesen  Diarii  hat  Fulin  veröffentlicht  in  seiner  Festschrift  zum  3.  allgem. 
Geographen-Congress    ,Diarii   e   Diaristi  Veneziani'.     (Aus  dem  Archivio  Veneto 

tom.  XXII.)  —  ^)   Bei  Fulin   p.  160. manchando   questo   trafego   de   mar- 

chadantia   a  Venetia  se   pol  reputar   manchar   il   lacte   et  nutrimento   ad   uno 


118  Geschichtliches. 

Dieselbe  unheilsvolle  Prophezeiung  wiederholt  er  dann  zum 
Jahre  1506,  nachdem  er  wiederholt  (so  zum  Februar  1502^),  März 
und  August  1503  2),  Juli  1505  ^)  das  Sinken  des  Preises  vom  Pfeffer, 
Ingwer  u.  s.  w.,  die  Flauheit  im  Geschäftsverkehr  und  speziell  die 
geringe  Kauflust,  die  Zurückhaltung  der  deutschen  Kaufleute  notirt 
hat,  die  im  Vergleich  zu  früheren  Jahren  fast  gar  nichts  mehr 
einkaufen  wollten,  was  für  den  venetianischen  Handel  einen  beträcht- 
lichen Ausfall  bedeutete.  Es  war  natürlich  in  Venedig  nicht  un- 
bekannt geblieben,  dass  schon  im  Jahre  1503  eine  grosse  deutsche 
Handelsgesellschaft,  an  deren  Spitze  die  Augsburger  Anton  Welser 
und  Konrad  Vöhlin  standen,  mit  König  Manuel  von  Portugal  einen 
günstigen  Handelsvertrag  über  direkten  Handelsverkehr  mit  Portugal 
und  direkten  Bezug  von  Spezereien,  Brasilienholz  und  anderer  indi- 
scher Waaren  aus  Lissabon  abgeschlossen  hatten^).  Welche  Be- 
stürzung musste  es  erst  in  Venedig  hervorbringen,  als  man  erfuhr, 
dass  diese  nämliche  deutsche  Handelsgesellschaft,  zu  der  dann  auch 
die  Fugger,  die  Höchstetter,  die  Gossembrot,  die  Imhof,  die  Hirsch- 
vogel und  Andere  gehörten,  im  Jahre  1505  selbst  drei  grosse  Schiffe 
ausrüstete  und  sich  damit  an  der  Expedition  nach  Indien  betheiligte!  ^) 

Allein  es  trat  dann  doch  bald  wieder  ein  wenigstens  theilweiser 
Umschwung  zu  Gunsten  Venedigs  ein.  Die  deutschen  Unternehmer 
bei  dieser  Expedition  geriethen  mit  König  Manuel  nach  ihrer  Rück- 
kehr, „sei  es*^)  wegen  der  an  diesen  zu  entrichtenden  Abgaben,  sei 
es  wegen  des  ihnen  vorenthaltenen  Antheils  an  der  Beute  der 
eroberten  Städte  Quiloa  und  Mombasa"  in  einen  Streit,  der  schliess- 
lich, nachdem  die  Waaren  in  Antwerpen  verkauft  waren,  immer 
noch  einen  Reingewinn  von  150 — 175  Prozent  übrig  Hess,  aber  drei 
Jahre  hindurch  währte.  Die  Preisschwankungen  ferner,  welche 
durch  die  von  König  Manuel  1504  angeordnete  Fixirung  des  Preises 
und  Concentration  der  Spezereien  in  Lissabon  im  Gegensatz  zu  der 
früheren  Handelsfreiheit  hervorgerufen  wurden,  hatten  mehrere  Fal- 
lissements zur  Folge.    Und  schliesslich  fand  man  auch  an  der  Qualität 


putino.  Et  per  questo  vedo  chiaramente  la  ruina  di  la  citade  Veneta,  perche 
manchando  il  trafego  mancharanno  li  denari,  da  li  quali  e  proceduta  la 
gloria  et  riputatione  Veneta.  —  ')  Fulin  p.  165:  —  pocho  si  faceva.  Et  questo 
perche  principiava  a  manchar  li  marchadanti  Todeschi  et  de  Alemagna,  che 
solevano  venir  a  comprar  a  Venetia  le  spetierie,  andavano  in  altri  loclii  a 
comprare  et  in  Portogal  et  Lisbona,  che  ne  era  molto  miglior  merchato.  — 
^)  Eulin  p.  167.  —  ')  Fulin  p.  188:  La  fiera  consueta  de  li  Todeschi  de  san 
Jacomo  di  questo  mexe  havea  facto  pochissimo,  rispecto  a  li  anni  passati  .... 
Et  Todeschi  non  volevano  comprar,  et  maxime  piper  ad  niun  pretio,  rispecto  a 
queste  charavelle  di  Portogallo,  quäle  metevano  il  mondo  in  grande  expectatione 
et  dubio  a  comprare  et  fare  marchadantia.  —  *)  Sanuto  verzeichnet  in  seinen 
Diarii  t.  V  p.  319  aus  einem  Schreiben  des  Genuesen  Cazano  Negri  an  seinen 
Bruder  Hieronymus,  Lissabon  29.  Aug.,  folgende  Stelle:  Et  giä  sono  qui  alcuni 
Alemani  de  la  compagnia  grande  de  Alemani  li  quali  se  hanno  obligä  a  questo 
serenissimo  re,  de  meter  qui  casa  et  lui  li  ha  dato  libertä  et  ha  li  facto  de  boni 
partiti,  adeo  che  harano  bon  star ;  cf.  Heyd,  Gesch.  des  Lev.-H.  Bd.  11  S.  522. 
—  ")  Heyd  a.  a.  0.  S.  523.  -   «)  Heyd  a.  a.  0.  S.  524. 


Geschichtliches.  119 

des  von  den  Portugiesen  importirten  Pfeffers  und  namentlich  Ingwers 
Manches  auszusetzen,  fand,  dass  die  Venetianer  doch  besseren  brach- 
ten als  jene.  Ueberhaupt  „fehlte  doch  noch  viel  daran,  dass  die 
Portugiesen  den  ganzen  Waarenstrom,  welcher  von  Indien  aus  nach 
dem  Occident  gieng,  durch  ihre  Hand  geleitet  hätten.  Ausser  Pfeffer 
brachten  die  den  portugiesischen  Schiffen  zugänglichen  Küstenstriche 
nur  noch  Ingwer  und  Zimmt,  jedoch  in  ungleich  geringerer  Qualität 
und  Quantität  hervor"  ^). 

Die  von  Priuli  in  sein  Tagebuch  eingetragene  Liste  ^)  der 
Spezereien  und  Waaren,  welche  von  den  Deutschen  in  der  Zeit  vom 
1,  Juli  bis  8.  August  1506,  wo  der  neue  Fondaco  also  noch  nicht 
fertig  war,  aus  Venedig  ausgeführt  wurden,  zeigt  denn  auch  schon 
wieder  ganz  erhebliche  Posten.  An  Pfeffer  freilich  kein  einziges 
Pfund,  dagegen  an  Ingwer  111,800  Pfund,  Gewürznelken  5271, 
Muskatnuss  7192,  Macis  (Muskatblüthe)  1085,  Baumwolle  22,200, 
Indigo  3855,  (Gummi-)  Lack  3542,  Cappelletti  (Köpfchen  der  Ge- 
würznelken) 909;  Galanga  (Kalmuswurzel)  927,  gefärbter  Baumwolle 
2200,  Semenzina  (Wurmsamen)  316,  Inzenso  (Weihrauch)  1146, 
langem  Pfeffer  446,  Rhabarber  40,  Rohseide  700  Pfund,  ferner  594 
Stück  Zambellotti  (Kamelotte)  und  Kramerei  waaren  im  Betrage  von 
3686  Dukaten.  — 

Dann  aber  drohte  dem  eben  wieder  aufblühenden  Handels- 
verkehr^) (um  auch  dies  sogleich  hier  einzufügen)  eine  neue 
Gefahr  von  einer  ganz  anderen  Seite:  der  Krieg  zwischen  der 
Republik  Venedig  und  dem  Kaiser  Maximilian  I.  Der  äussere 
Anlass  zu  demselben  ist  bekannt:  es  war  die  Weigerung  der  Re- 
publik, Maximilian  den  Durchzug  durch  ihre  Staaten  nach  Rom  zur 
Kaiserkrönung  zu  gestatten.  Es  darf  auch  als  bekannt  vorausgesetzt 
und  soll  daher  nur  kurz  hier  erwähnt  werden,  wie  Maximilian  sich 
am  4.  Februar  1508  in  Trient  selbst  zum  „römischen  Kaiser"  erklärte, 
dann  den  Zug  nach  Italien  über  das  Gebirge  antrat,  aber  nach  wenigen 
Tagen  plötzlich  umkehrte  und  nach  Deutschland  zurückeilte,  den 
Kampf  mit  der  Republik  seinen  Truppen  überlassend,  die  dann  im 
Cadore  von  dem  siegreich  vordringenden  venetianischen  Befehlshaber 
Alviano  zurückgeschlagen  wurden.  Als  hierauf  auch  Görz,  Triest, 
Fiume  in  die  Hände  der  Venetianer  fielen,  schloss  Maximilian  am 
20.  April  1508  einen  dreijährigen  Waffenstillstand  mit  der  Republik, 
der  aber  durch  die  am  10.  Dezember  des  nämlichen  Jahres  1508 
geschlossene  Liga  von  Cambray  ausser  Kraft  gesetzt  wurde. 

Der  Krieg,  der  sich  nun  entspann  und  bis  in  das  Jahr  1517 
sich  hinzog,  führte  nun  zwar  nicht  zu  einer  vollständigen  Handels- 

')  Heyd  a.  a.  0.  S.  525  u.  526.  —  ^)  s.  Fulin  p.  203.  -  ^)  Unter  dem 
12.  August  1508  bemerkt  Sanuto  in  seinen  ,üiarii'  t.  VIT  p.  608:  In  questi 
zorni  Todeschi,  ritornati  in  fontego  nuovo  a  far  le  so  merchadantie,  quäl  perhö 
si  va  lavorando,  feno  assa'  merchadi  con  nostri  per  la  fiera,  maxime  di  zenzari 
e  altro. 


120  Geschichtliches. 

sperre,  wie  sie  einst  Sigmund  angeordnet  hatte,  der  „an  den  Pässen, 
die  nach  Venedig  führten,  Posten  aufstellte  und  die  Anwohner  er- 
mächtigte, alle  nach  Venedig  gehenden  oder  daher  kommenden 
Waaren  wegzunehmen,  die  Kaufleute  selbst  gefangen  zu  setzen"  ^). 
Im  Gegentheil:  Maximilian  benahm  sich,  wie  sogleich  näher  gezeigt 
werden  soll,  im  Ganzen  sehr  loyal  gegen  die  Kaufleute.  Allein  behindert 
und  gehemmt,  bisweilen  ganz  unterbrochen  war  der  Handelsverkehr 
natürlich  doch  —  namentlich  in  der  ersten  Zeit,  wo  der  Krieg  noch 
energischer  geführt  wurde  —  und  man  empfand  den  Stillstand  in 
Venedig  wie  auch  in  Deutschland  in  gleich  unliebsamer  Weise. 
Die  Deutschen  —  führt  Priuli  einmal  zum  Jahre  1509  aus  —  trauten 
sich  nicht,  mit  Geld  nach  Venedig  zu  kommen,  aus  Furcht,  unter- 
wegs ausgeplündert  zu  werden.  Dadurch  aber  entstand  Geldmangel 
in  Venedig  zu  einer  Zeit,  wo  man  desselben  gar  sehr  bedurfte. 
Andererseits  musste  man  in  Deutschland  deshalb  der  Spezereien 
und  Waaren  entbehren,  die  man  sonst  aus  Venedig  bezog,  da  man 
sie  anderswo  nicht  so  bequem  und  nicht  so  billig  bekommen  konnte  ^). 
Daher,  fährt  Priuli  fort,  , beklagten  sich  Venetianer  und  Deutsche  in 
gleicher  Weise  über  den  Krieg,  da  sie  wegen  der  alten  Handels- 
verbindung, die  zwischen  ihnen  bestand,  gleichsam  eine  Seele  geworden 
waren"  ^). 

Wie  innig  diese  Beziehungen  in  der  That  waren ,  geht  auch 
aus  der  Thatsache  hervor,  dass  die  venetianische  Regierung  im 
Juli  1509  die  Reichsstädte  geradezu  zur  Vermittlung  des  Friedens  mit 
Kaiser  Maximilian  aufforderte,  nachdem  sie  vorher  schon  gelegentlich 
diesen  gegenüber  ihre  Anhänglichkeit  an  Kaiser  und  Reich  ausge- 
sprochen, auch  durch  feierliche  Verkündigung  ihres  Schutzes  die 
deutschen  Kaufleute  zur  Fortsetzung  der  Handelsbeziehungen  auf- 
gefordert hatte  "^j. 

Seit  dem  Jahre  1511  beschränkte  sich  übrigens  der  Krieg 
zwischen  der  Republik  und  dem  Kaiser  mehr  auf  Grenzräubereien 
und  Streifzüge,  ohne  zu  grösseren  blutigen  Ereignissen  zu  führen. 
Und  eine  Notiz  bei  Marino  Sanuto  zeigt,  dass  der  Verkehr  sich 
damals   bereits   wieder   zur   alten  Blüthe   entwickelt  hatte.     Er  be- 


')  Heyd,  Gesch.  des  Lev.-H.  I,  722.  —  ')  Fulin  p.  205.  Et  etiam  il 
paexe  pativa  grandemente  di  Alemania,  perche  haviano  debisogno  grande  di 
tute  le  sopradicte  robe  quäle  se  consumavano  et  manzavano  in  tuta  la  Germania, 
ne  potevano  esser  forniti  di  questi  loro  bisogni  in  altri  lochi  piui  comodamente 
et  a  meglior  marchato  cha  in  la  citade  Veneta,  antiquissima  loro  consuetudine.  — 
^)  —  —  etiam  li  populi  Germanici  molto  se  lamentavano  di  questa  guera  cum 
Venitiani,  per  essere  Venitiani  et  Todeschi  quasi  una  cossa  medema  per  l'anti- 
quissimo  comercio  et  consuetudine  fra  loro  sempre  stato.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  670, 
674,  681  und  das  von  Thomas  mitgetheilte  Schreiben  des  Dogen  Leonardo 
Loredano  vom  16.  Juli  1509  in  den  Sitz.-Ber.  d.  k.  bayer.  Akad.  d.  Wiss.  philos.- 
philol.  Klasse  1869  S.  313.  Ueber  Unterhandlungen  zwischen  der  venetianischen 
Regierung  und  dem  Kaiser  oder  Schritte  zu  solchen  durch  Vermittlung  beson- 
ders deutscher  Kauf  leute  im  Fondaco  siehe  Marino  Sanuto,  Diarii  t.  VllI  p.  440 ; 
IX,  257,  258,  268,  270,  382,  429. 


I 


Geschichtliches.  121 

richtet  nämlich,  dass  die  Deutschen  während  des  einzigen  Monats 
Januar  des  Jahres  1511  Spezereien,  Zucker  und  Anderes  für  nicht 
weniger  als  140,000  Dukaten  eingekauft  hätten^). 

Dann  haben  wir,  wie  schon  angedeutet,  auch  bestimmte 
Beweise  dafür,  dass  Maximilian  trotz  des  Krieges,  ja  trotz  der  zeit- 
weise gegen  Venedig  verhängten  Acht,  dem  Handel  dorthin  seinen 
Schutz  hat  angedeihen  lassen  —  allerdings  aus  eigenem  Interesse, 
das  von  einer  schroffen  Verletzung  der  freien  Reichsstädte  abrieth  und 
eine  nachgiebige,  zuvorkommende  Haltung  gegen  dieselben  dringend 
erheischte.  Denn  diese  traten  für  den  unloehinderten  Handel  mit 
Venedig  in  der  energischsten  Weise  ein  —  zugleich  ein  sprechen- 
der Beweis  für  die  Vortheile,  die  sie  aus  demselben  noch  immer 
müssen  gezogen  haben.  In  keinem  grösseren  neueren  Geschichts- 
werke, soviel  ich  sehe,  sondern  nur  in  einem  Aufsatze  von 
Theodor  Herberger:  , Konrad  Peutinger  in  seinem  Verhältniss 
zum  Kaiser  Maximilian  I."  ^)  wird  der  Rolle  gedacht,  welche  in 
dieser  Zeit  die  „Gebrüder  von  der  Leiter,  Herren  zu  Bern  (Verona) 
und  Vicenz"  gespielt  haben  —  Nachkommen  jenes  Paolo  della 
Scala,  der  nach  dem  Verlust  der  Herrschaft  über  Verona  dies  alte 
Geschlecht  nach  Deutschland  verpflanzt  und  von  Kaiser  Sigmund 
den  leeren  Titel  eines  kaiserlichen  Vikars  von  Verona  und  Vicenza 
erhalten  hatte.  Während  der  Kriege  zwischen  Maximilian  und  der 
Republik  —  es  ist  nicht  ganz  klar,  wann  zuerst  —  erhoben  diese 
Herren  „von  der  Leiter",  Johannes  der  Aeltere  und  Johannes  der 
Jüngere,  Anspruch  auf  Zurückerstattung  ihrer  früheren  Besitzungen 
und  erwirkten  vom  kaiserlichen  Kammergericht  die  Aussprechung 
der  Acht  gegen  Venedig.  ,  Dadurch  waren  die  Kaufleute  der 
Reichsstädte  und  namentlich  Augsburgs,  in  grosser  Gefahr,  alle 
Güter,  welche  sie  in  Venedig  hatten  oder  von  da  herausführen 
wollten,  zu  verlieren.  Sie  zu  schützen  hatte  Maximilian  allein  die 
Macht  und  auch  die  Theilnahme.  Schon  früher,  beim  Beginn  des 
Krieges,  hatte  er  den  Kriegsleuten  und  Hauptleuten  im  Gallian 
(Calliano  an  der  Etsch)  und  zu  Trient  befohlen,  dass  sie  behülflich 
sein  sollten,  die  Güter,  welche  die  Städte  Augsburg,  Nürnberg, 
Ulm  und  Memmingen  zu  Venedig  hatten,  durch  den  Kadober 
(Cadore)  herauszubringen".  Dies  war  am  26.  März  1508  noch  vor 
dem  Abschlüsse  des  ersten  Waffenstillstandes  mit  Venedig  ge- 
schehen''),  hauptsächlich  eben  freilich,  weil  Max  auf  die  finanzielle 
Unterstützung  der  Städte  angewiesen  war^).  Bald  nachdem  der 
Waffenstillstand  zu  Stande  gekommen  war,  am  6.  Juni  1508,  erliess 
der  Kaiser  dann  sogar  Schutzbriefe  für  die  eigenen  wie  für  die 
venetianischen  Kaufleute,  denen  der  ungehinderte  Verkehr  in 
des    Kaisers   Landen    wie    vor    dem    Kriege    zugesichert    wurde ''). 

')  t.  XI  p.  720.  —  ^)  Im  16./16.  Jahresbericht  des  historischen  Vereins  von 
Schwaben  und  Neuburg  für  1849/50  (1851)  S.  31  ff.  -  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  656.  — 
*)  ebda.  Nr.  651  und  655.  —  *)  ebda.  Nr.  659. 


^ 


122  Geschichtliches. 

Und  als  dann  der  von  den  Herren  von  der  Leiter  angestrengte 
Prozess  gegen  die  „Herrschaft  Venedig"  seinen  Fortgang  nahm, 
da  gebot  Maximilian  auf  dringendes  Ansuchen  der  Städte  des 
schwäbischen  Bundes^)  dem  Kammergericht,  mit  der  Vollstreckung 
des  gefällten  LJrtheils,  d.  h.  mit  der  Ausführung  der  Acht  „und 
anderen  mit  ihr  in  Verbindung  stehenden  Prozessen  stille  zu  stehen" 
(I.März  1509)^);  musste  es  aber  erleben,  dass  das  Kammergericht 
in  der  Antwort  sich  unter  Wahrung  seiner  Kompetenz  auf  des  Kaisers 
eigene  Reichsordnung  von  Worms  und  Konstanz  berief  (19.  März)  ^). 
Dies  und  Anderes*)  bewog  wohl  den  Kaiser  hernach,  dem  Rechts- 
verfahren freien  Lauf  zu  lassen.  Aber  er  unterliess  es  dann  nicht,  ein- 
zelne Gesellschaften  von  Kauf  leuten,  „namentlich  auf  Konrad  Peutingers 
Betrieb,  die  Gesellschaft  der  Welser  und  Vöhlin"  zu  schützen,  denen 
er  z.  B.  (Januar  1510)^)  gestattete,  eine  grössere  Menge  Freiburger 
Tücher  nach  Venedig  hinein-  und  andere  Waaren  dafür  heraus- 
zuführen —  trotz  der  Liga  von  Cambray^).  Auch  forderte  er  das 
Kammergericht  auf,  eine  Deklaration  zu  fertigen,  dass  jene  Kauf- 
mannsgüter der  schwäbischen  Bundesstädte,  welche  unter  seinem, 
des  Kaisers,  Geleit  von  Venedig  herausgeführt  würden,  die  Acht 
nicht  treffen  solle'')  (11.  Oktober  1510),  und  eine  Mahnung  gleichen 
Inhalts  richtete  er  an  die  Herren  von  der  Leiter  am  nämlichen 
Tage.  Allein  diese  kehrten  sich  nicht  sehr  viel  daran  und  küm- 
merten sich  ebensowenig  darum,  dass  sie  in  einem  Vertrag  vom 
1.  November  1510  mit  dem  schwäbischen  Bund  auf  vier  Monate 
und  dann  weiter  hinaus  bis  zum  Palmsonntage  (13.  April)  1511 
gegen  die  Summe  von  800  fl.  sicheres  Geleit  für  die  Kaufleute 
versprochen  hatten  *).  Sie  Hessen  trotzdem  aus  Venedig  kommende 
Waaren  Augsburger  Kaufleute  zu  Schongau  niederlegen,  worüber 
es  dann  zwischen  beiden  Parteien  zu  längeren  Auseinandersetzungen 
kam,  und  auch  Maximilian  nochmals  zu  Gunsten  der  Kaufleute 
eintrat^).  Erst  im  Jahre  1513,  als  der  Kaiser,  in  einem  „trefflichen 
Fürnehmen"  begriffen,  den  Krieg  gegen  Venedig  zu  beenden  hoffte, 
lesen  wir,  dass  der  Kaiser  strengen  Befehl  gab,  die  Pässe  gegen 
Italien  zu  sperren  und   „keinen  Kaufmann  noch  ander  unser  Unter- 


1)  Bd.  I  Nr.  664-669.  —  2)  ebda.  Nr.  671.  —  ')  ebda.  Nr.  672.  —  *)  s.  Schreiben 
des  kaiserlichen  Statthalters  in  Tirol,  Paul  v.  Lichtenstein,  vom  20.  März  1509. 
Bd.  I  Nr.  673.  —  *)  ebda.  Nr.  676.  —  *)  Aehnlich  einem  Strassburger ;  cf.  Marino 
Sanuto,  Diarii  t.  Xll  p.  351 :  1511  adi  11  Agosto.  (In  colegio.)  Etiam  gionse 
uno  Zuam  di  Argentina,  marchadante  di  fontego,  venuto  con  salvoconduto  dil 
imperador  a  marchadantar  con  robe ;  dice,  spera  le  cose  si  acorderano  . . .  cf.  auch 
vorher  t.  IX  p.  365—866:  1509  adi  5  Dicembre.  In  questa  matina  veneno  alcuni 
Todeschi  (che)  stanno  qui,  dicendo  cinque  merchadanti  Todeschi  voleno  venir 
qui  a  comprar  merchadantie,  et  ha  a(v)uto  licentia  di  re  condurle  in  Alemagna 
per  la  via  dil  Friuli,  et  volse  salvoconduto  di  la  Signoria.  Et  cussi,  libentissime 
li  fo  fati  cinque  (salvoconduti)  et  ogi  si  dovea  dar  principio  a  ligar  balle  in 
fontego,  che  in  questo  tempo  nulla  in  ha  fatto.  Und  dann  p.  381 :  adi  10  Dicembre. 
In  questo  zorno,  in  fontego  di  Todeschi  novo  fu  ligato  balle  per  mandarle  in 
terra  Todescha,  ch'e  molti  zorni  non  si  ha  ligato.  —  ')  Bd.  I  Nr.  678.  —  ^)  ebda. 
Nr.  680,  682,  684,  688.  -  »)  ebda.  Nr.  685—689. 


Geschichtliches.  123 

thanen  mit  Kaufmannsgütern,  Proviant,  Wein,  Getreide  noch  Anderem 
durchfahren,  handeln  oder  wandeln  zu  lassen",  was  der  Kaiser,  wie 
er  selbst  zugesteht,  bisher  —  obwohl  die  Venetianer  seine  Feinde 
waren  —  genediglich  habe  geschehen  lassen  ^) :  fürwahr  ein  greller 
Unterschied  gegenüber  dem  Verhalten  König  Sigmund's  I.!  — 

Schon  aus  dem  bisher  Gesagten  wird  erhellen,  wie  irrig  die 
Annahme  ist,  die  Entdeckung  des  Seeweges  nach  Ostindien  und 
Amerika  habe  sogleich  den  ganzen  Handel  besonders  der  ober- 
deutschen Städte  mit  Venedig  aufgehoben  und  vernichtet.  Im  Gegen- 
theil:  man  darf  die  erste  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  geradezu 
als  die  Blüthezeit  dieses  Handels  bezeichnen,  wie  dies  insbesondere 
auch  von  J.  Falke  in  einem  beachtenswerthen  Aufsatz  ,  Ober- 
deutschlands Handelsbeziehungen  zu  Südeuropa  im  Anfang  des 
16.  Jahrhunderts"  ^)  überzeugend  dargelegt  worden  ist^). 

,So  lange  Venedig",  sagt  Falke ^),  „noch  im  Gewürzhandel  mit 
dem  Orient  gegen  Spanien  und  Portugal  und  den  neuen  Seeweg 
kräftig  die  Konkurrenz  aufrecht  erhielt  —  und  wir  haben  hievon 
immer  noch  zu  Ende  des  16.  Jahrhunderts  die  sichersten  Nach- 
richten —  solange  wurden  auch  die  vortheilhaften  Verbindungen 
mit  den  Oberdeutschen,  den  Hauptabnehmern  ihrer  morgenländischen 
Waaren,  möglichst  lebhaft  erhalten;  und  ausserdem  hatte  Italien  selbst 
Reichthum  an  Natur-  und  Kunsterzeugnissen  genug,  welche  das  der- 
malige Deutschland  bei  seiner  weit  vorgeschrittenen  Bildung  und 
seinem  reich  entfalteten  gesellschaftlichen  und  politischen  Leben 
nicht  zu  entbehren  vermochte.  Dahin  gehörten  alle  Arten  italienischer 
Südfrüchte,  getrockneter  und  eingemachter,  feinere  Arten  von 
Tüchern,  namentlich  das  vielgesuchte  und  gebrauchte  Purpur-  oder 
phönizische  Tuch,  das  vornehmlich  in  Venedig  verfertigt  und  ge- 
färbt wurde ,  dann  alle  Arten  von  Seidenwebereien,  mit  Gold  und 
Silber  durchwirkter  und  gestickter  Stoffe,  dann  das  Geschmeide  und 
die  feinen  kostbaren  Glaswaaren  Venedigs  ....  Auch  die  zu  Ende 
des  15.  und  Anfang  des  16,  Jahrhunderts  ausserordentlich  lebhafte 
politische,  kirchliche  und  soziale  Verbindung  zwischen  Deutschland 
und  Italien,  welche  durch  Max'  I.  und  Karl's  V.  Streben  nach  der 
Oberherrschaft  jenseits  der  Alpen,  durch  den  in  Deutschland  herrschen- 
den Humanismus,  der  die  Grundlage  aller  Bildung  im  klassischen 
Alterthum  erkennend,  von  Italien  und  Rom  seine  Hülfsmittel  bezog, 
die  häufigen  Reisen  und  längere  Anwesenheit  von  Fürsten  und  Ad- 
ligen, von  Kaufleuten  und  Gelehrten  in  Italien  und  über  Italien 
hinaus,    dazu   die  Studienreisen  deutscher  Studenten  —  alles  dieses 


')  Bd.  I  Nr.  691— 69.3.  —  «)  Zeitschrift  für  Kulturgeschichte,  4.  Jahrg.,  1859, 
S.  601  li'.  —  ')  Auf  diese  Zeit  wird  auch  die  von  L.  v.  Ranke  „Zur  Venezianischen 
Geschichte"  S.  28  u.  29  citirte  Stelle  des  Paolo  Paruta  zu  beziehen  sein,  der 
seine  ,historia  Venetiana'  als  offizieller  Historiograph  1580  begann  und  in  lib.  XI 
zum  Jahre  1546  schreibt:  ,Tiene  la  cittä  di  Venetia  con  la  Provincia  (sie)  di 
Germania  grandissimo  e  continuo  commercio  etc."  —  *)  a.  a.  0.  S.  610. 


124:  Geschiclitliches. 

trug  dazu  bei,  einen  Handelsverkehr  zwischen  den  Ländern  diesseits 
und  jenseits  der  Alpen  in  ungeschwächter  Lebhaftigkeit  und  Frische 
zu  erhalten.  Italien  war  damals  noch  für  Deutschland  das  Land 
des  Geschmacks  und  der  Mode,  die  Quelle  aller  wahren  und  ein- 
gebildeten Bildung,  und  hauptsächlich  im  oberen  Theile  des  deutschen 
Reiches,  soweit  der  Handel  der  süddeutschen  Städte  der  herrschende 
war.  Jenseits  der  Alpen  war  für  diesen  Verkehr  Venedig  der 
eigentliche  Geldmarkt  und  Wechselplatz.  Wir  haben  sogar  Bei- 
spiele, dass  deutsche  Studenten  eigens  von  Bologna  nach  Venedig  _ 
reiten,  um  ihre  mitgebrachten  Wechsel  in  Geld  umzusetzen^)."         ■■ 

„Ein  weiterer  Beweis,  wie  ausgebildet  der  Verkehr  zwischen  ' 
Italien  und  Deutschland  geworden  war  und  welche  Aufmerksamkeit 
darauf  gerichtet  blieb,  geben  uns  die  Nachrichten,  welche  sich  die 
Kaufleute  namentlich  zwischen  Venedig  und  Genua  auf  der  einen 
und  Nürnberg,  Augsburg  und  Wien  auf  der  anderen  Seite,  ur- 
sprünglich in  Briefform  mittheilten,  und  welche  von  den  Konjunk- 
turen des  Handels,  von  den  politischen  Verhältnissen,  der  Sicher- 
heit und  Gefahr  der  Wege  und  Meere,  von  der  Ankunft  der  Frachten 
und  ähnlichem  für  den  Kaufmann  Wissenwerthem  Kunde  gaben. 
Solche  Briefe,  worin  zuerst  die  politischen  und  kommerziellen  Nach-"" 
richten  nur  die  Anhängsel,  die  Postscripta  bilden,  die  dann  aber 
immer  wichtiger  und  umfangreicher  werden,  bis  sie  den  Charakter 
geschriebener  Zeitungen  annehmen,  finden  sich  aus  diesem  Zeitraum 
zwischen  allen  deutschen  Städten  und  den  ihnen  verbundenen  fremden 
Marktplätzen,  bei  den  Kaufleuten  der  Hansa,  zwischen  dem  ober-  und 
niederdeutschen  Handelsstand  und  besonders  zwischen  jenem  und 
Italien.  In  Nürnberg  enthielten  vor  Allem  die  Familiensammlungen 
der  Imhof  und  Ebner  dergleichen  handschriftliche  Zeitungen^)." 

Einen  weiteren  sprechenden  Beweis  für  die  ungeschwächte 
Fortdauer  dieser  Handelsbeziehungen  zu  Venedig  darf  man  auch 
darin  erblicken ,  dass  man  jetzt  noch  oder  jetzt  erst  genau  die 
Zölle  und  Abgaben  aufzeichnete,  die  in  Venedig  beim  Ein- 
und  Ausgang  zu  zahlen  waren  —  förmliche  Tarife  für  den  prak- 
tischen Gebrauch^).  Dem  nämlichen  Zweck  dienten  die  „Handel- 
bücher, darin  angezeigt  wird,  welcher  gestalt  inn  den  fürnembsten 
Hendelstetten  Europe  allerley  Wahren  anfencklich  kaufft,  dieselbig 
wider  mit  nutz  verkaufft;  Wie  die  Wechsel  gemacht,  Pfund,  Ellen 


^)  Falke  a.  a.  0.  S.  612  Anm. :  , Brief  eines  Behaim  im  Archiv  des  ger- 
manischen Museums,  aus  der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts".  —  ^)  Falke  S.  614.  — 
^)  Dies  betont  auch  Ranke  a.  a.  0.;  ich  bin  unabhängig  davon  darauf  aufmerk- 
sam geworden  durch  eine  wenigstens  vor  1567  geschriebene  Handschrift  der 
hiesigen  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek  Cod.  germ.  4032  „Zoll-  und  andere  Ab- 
gaben etc.",  welche  vielfach  übereinstimmt  mit  einer  gedruckt  vorliegenden 
„Tariffa  oder  Vncostbüchlein  von  allen  Wahren  in  Venedig  |  So  auß  vnd  ein 
gefürt  mögen  werden  |  durch  Teutsche  ]  und  andere  Nationen.  Auch  was  breuch 
und  Zoll  in  Venedig  darinn  gebraucht  werden  |  Alles  fein  fleissig  und  ordenlich 
in  ein  gute  Ordnung  gebracht.  Durch  S.  V.  Gedruckt  zu  Nürnberg  |  bey  Chri- 
stoff Heußler  1572". 

\ 


Geschichtliches,  125 

vnnd  Müncz  vberal  verglichen,  vnd  zu  welcher  zeit  die  Merekten 
gewönlich  gehalten  werden,  Sampt  anderen  mehr  nutzungen  dar- 
zu  gehörig.  Allen  Hanthierern,  vnd  Jungen  Kauffleuten  gantz 
nützlich  vnd  dienstlich",  wie  ein  solches  „Handelbuch"  z.B.  der  Nürn- 
berger Lorenz  Meder  1558  in  Nürnberg  im  Druck  hat  erscheinen 
lassen.  Die  „Venediger  Handlung"  aber  nimmt  darin  den  ersten  Platz 
und  den  meisten  Raum  ein,  und  genau  finden  wir  verzeichnet:  „Wann 
die  Schiffart  mit  Wahren  ankommen  vnd  abgehen.  Bescheyd  der 
Mass  vnd  Elen.  Was  man  den  Vnterkeuffeln  gibet  von  allem  gut, 
so  per  Teutschlandt  gefüret  wirdt.  Was  man  gibet  den  Vnter- 
keuffeln von  allem  gut  das  man  hinein  bringt  vnd  verkaufft;  Was 
man  in  Venedig  den  Herrn  in  Officio  alla  Cassa  zalt  von  allerhand 
specerey  per  Teutschland.  Was  das  gut  zalt  in  Officio,  das  man 
auff  gnaden  füret  etc.  Venediger  Negel  prob.  Bescheyd  der  Tarra 
(Abzug)  der  Venediger  Negel.  Bescheyd  der  Franchita  in  Venedig. 
Bescheyd  der  Denari  Franchi^)  in  Venedig.  Ein  Wahr  in  wirden  zu 
halten.  Gebrauch  mit  einem  Sanser  Specerey  zu  sehen.  Bescheyd  der 
Wag  vnd  Gewicht  in  Venedig.  Bescheyd  der  leufftigen  Müntz  in 
Venedig,  Bescheyd  der  Bezalung  in  Venedig.  Bericht,  so  man  in 
Venedig  halb  gut  heyst.  Gantz  gut  genandt.  Was  man  in  Venedig  den 
Tragern  zalt  zu  Garbulieren  (Sieben,  Durchseihen).  Was  man  in 
Venedig  Tragerlohn  zalt.  Was  man  den  Trägern  gibet  von  dem  Gut, 
so  auß  Teutschland  kompt.  Was  man  den  Trägern  gibt  von  allem 
gut  anzulegen,  so  man  hinauß  füret.  Was  man  im  Teutschenhauß 
Bindion  zalt.  Den  Glaßbindern  von  Muran.  Was  man  in  Venedig 
Wegerlohn  zalt,  Bindterlon  in  Venedig  von  Ballen  so  zweimal  ein- 
genehet  vnd  in  stro  gebunden.  Was  Plahen  vnd  Strick  auff  einen 
Ballen  gehen.  Bescheydt  mehrerley  Sort  specerey  von  Venedig  per 
Teutschlandt  gelegt.  Was  100  Pfund  Venediger  Negel  in  Antorff 
(Antwerpen)  am  Garbuliern  thun.  Was  100  Pfund  Venediger  Nüß  in 
Antorff  am  Garbuliern  thun.  Was  vnkost  auff  einFardel  von  300  Pfund 
roher  Seiden  gen  Cöln  gelegt  gehet.  Venediger  Gallus  (Galläpfel) 
per  Nürnberg  gelegt.  Venediger  Saiffen  per  Nürnberg  gelegt.  Vene- 
diger Zenzero  per  Nürnberg.  Venediger  Zenzero  (Ingwer)  per  Antorff. 
Wachß  von  Nürnberg  per  Venedig  gelegt,  Vnkosten  auf  Wachß  von 
Porto  auf  Venedig.  Zucker  von  Nürnberg  per  Venedig.  Ochssen- 
brückisch  leinwat  per  Venedig.  Arbruische  Seiden  per  Venedig. 
Zimat,  Saffron  von  Adler  (Aquila)  per  Venedig". 

Dergleichen  „Taschenbücher  für  Kaufleute"  wie  man  sie 
wohl  bezeichnen  kann,  hätten  keinen  Sinn  gehabt,  wenn  man  ihrer 
nicht  für  den  praktischen  Gebrauch  bedurft  hätte.  Und  sehen  wir 
nicht  in  der  That^),  wie  ein  Paul  Tucher  im  Jahre  1575  von 
Antwerpen  Waarenballen  über  Nürnberg  und  Salzburg  nach  Venedig" 
schickt?    Und  spricht  nicht  für  die  Fortdauer  des  Waarenzugs  von 


»)  cf,  später.  —  2)  Bd,  I  Nr.  710 


126  Geschichtliches. 


n 


Venedig  nach  Deutschland  jene  Beschwerde  Augsburger  Bürger  bei 
der  Venetianischen  Regierung  im  Jahre  1616,  dass  ihnen  eine  grosse 
Menge  verschiedener  in  Venedig  gekaufter  Waaren  zu  Gemona  auf- 
gehalten worden  seien,  die  für  die  bevorstehende  Frankfurter  Messe 
bestimmt  seien ^).  Das  war  fast  gerade  hundert  Jahre  später,  als 
wegen  „gleicher  Zurüstung  zur  kommenden  Frankfurter  Herbst- 
messe* der  Augsburger  Rath  beim  kaiserlichen  Regiment  in  Inns- 
bruck Schritte  gethan  hatte,  um  eine  Verlängerung  der  von  Kaiser 
Maximilian  gewährten  Frist  für  Herausbringung  der  Waaren  aus 
Venedig  zu  erwirken^).  Und  dergleichen  Belege  werden  sich  gewiss 
noch  ausserordentlich   viele  beibringen  lassen.  —  JB 

Doch  kehren  wir  nunmehr  zum  neuen  Hause  oder  besser  in 
dasselbe  zurück,  um  zu  sehen,   wie  dasselbe  verwaltet  wurde. 

Als  einen  Hauptunterschied  gegen  früher  müssen  wir  da 
bemerken,  dass  die  Kammern  oder  Zimmer  und  Gewölbe  nun  von 
vorneherein  von  der  venetianischen  Regierung  auf  längere  Zeit 
an  die  deutschen  Kaufleute  vermiethet  wurden,  indem  die  Miethe 
sogleich  pro  Jahr  festgesetzt  wurde,  worauf  ich  später  nochmals 
zurückkomme.  Was  diese  selbst  betrifft,  so  begreift  es  sich,  wenn 
die  Regierung  in  Folge  der  bedeutenden  Ausgaben,  welche  ihr  aus 
dem  Neubau  erwachsen  waren,  nun  auch  eine  Erhöhung  des  Mieth- 
zinses  eintreten  Hess  oder  lassen  wollte.  Denn  es  kam  darüber 
zu  Differenzen  mit  den  Kaufleuten,  von  denen  besonders  ein 
Schreiben  des  Dogen  Leonardo  Loredano  an  den  Rath  von  Nürn- 
berg vom  6.  Dezember  1508  ^)  Kunde  gibt.  Wir  entnehmen  daraus, 
dass  die  Deutschen  über  diese  Frage  selbst  uneins  waren  und  des- 
halb schliesslich  an  die  Regierung  das  Ansuchen  stellten,  es  möchten 
die  Räumlichkeiten  im  neuen  Hause  unter  ihnen  versteigert 
werden.  Darauf  ging  jedoch  die  Regierung  mit  Recht  nicht  ein, 
da  dieser  Modus  gewiss  nur  Streit  und  Zank  unter  den  Kaufleuten 
hervorgerufen  haben  würde  und,  wie  die  Regierung  selbst  sehr  richtig 
bemerkt;  den  Preis  der  Kammern  und  Gewölbe  wesentlich  erhöht, 
dieselben  überhaupt  vielleicht  in  den  Händen  einzelner  Weniger 
konzentrirt  hätte.  So  setzte  denn  die  Regierung  im  Mai  1508  den 
Jahreszins  für  eine  Kammer  im  ersten  und  zweiten  Stock  auf 
12  Dukaten,  im  dritten  auf  8  Dukaten  fest^),  während  die  Gewölbe 
(nach  Grösse  und  Lage?)  zu  verschiedenen  Preisen  zwischen  6  und 
20  Dukaten,  meist  jedoch  zu  12  Dukaten,  vergeben  wurden^). 
Dabei  bestimmte  sie  aber  zu  gleicher  Zeit,  dass  die  Deutschen 
ausserdem,  wie  früher,  alle  die  Ausgaben  für  die  Verköstigung  an 
die  Regierung  —  monatlich  8  grossi  in  Gold  =  ^/s  Dukaten  per 
Mann,    wie   früher   erwähnt^)  —  und  ebenso   dem  Hausmeister  für 


1)  Bd.  I  Nr.  733.  —  ')  ebda.  Nr.  692.  —  ^)  Flegler  im  Anzeig.  f.  Kunde 
der  deutschen  Vorzeit,  S.  368.  —  *)  s.  Bd.  I  Nr.  657.  -  ^)  ebda.  Nr.  658.  - 
«)  cf.  oben  S.  85. 


Geschichtliches.  127 

Beschaffung  der  Betten  u.  s.  w.  die  bisherigen  Spesen  zu  entrichten 
hätten.  Auch  die  etwaige  Herstellung  eiserner  Fenstergitter  für 
die  Kammern  sollte  von  den  einzelnen  Kaufleuten,  die  solche 
wünschten,  selbst  bestritten  werden^). 

Die  Deutschen  haben  dem  Anfangs  zugestimmt,  wie  die  so 
überaus  schätzbare  Liste  der  ersten  Miether  im  neuen  Hause  beweist^). 
Aber  nicht  allzu  lange  hernach  müssen  sie  Reue  bekommen  und  den 
Miethzins  für  zu  hoch,  vielleicht  auch  die  Fortdauer  der  mittelalter- 
lichen Oberaufsicht  über  die  Küche  u.  s.  w.  als  zu  lästig  befunden  haben. 
Sie  wandten  sich  —  wenigstens  von  den  Nürnbergern  wissen  wir 
das  ^)  —  an  den  Rath  ihrer  Vaterstadt,  damit  dieser  der  venetianischen 
Regierung  Vorstellungen  darüber  mache.  Dieselbe  erklärte  sich 
daraufhin  bereit'^),  eine  Verminderung  des  Miethzinses  eintreten  lassen 
zu  wollen;  allein  es  dauerte  dann  noch  zwei  volle  Jahre,  bis  eine 
schliessliche  Vereinbarung  zu  Stande  kam.  Wir  lesen  z.  B.  bei 
Sanuto  unter  dem  16.  Juni  1509,  dass  die  Deutschen,  obwohl  sie 
die  Kammern  im  neuen  Fondaco  bereits  „genommen",  dieselben 
doch  noch  nicht  bezogen  hätten,  sondern  noch  in  der  ,cha'  Lippo- 
mano'  wohnten,  weil  sie  eben  den  hohen  Zins  nicht  zahlen  wollten  ^). 
Am  8.  März  1510  berichtet  er^)  von  Verhandlungen  mit  einigen 
Kaufleuten  (vielleicht  den  damaligen  Cottimieri)  im  „CoUegio"  in 
derselben  Angelegenheit.  Dass  dieselben  noch  nicht  zu  einer  Ver- 
ständigung geführt,  zeigt  seine  weitere  Notiz  zum  19.  März  1510 ''): 
Es  seien  einige  deutsche  Kaufleute  angekommen,  um  Spezereien  zu 
kaufen.  Aber  sie  „kauften"  d.  h.  machten  ihre  Geschäfte  ausser- 
halb des  Fondaco.  Die  Regierung,  um  den  Handel  wieder  in  den 
Fondaco  zu  zwingen,  befahl  hierauf,  dass  Keinem,  der  ausserhalb 
des  Fondaco  bleibe,  die  nöthigen  ,bollette'  oder  Zollscheine  verab- 
reicht werden  sollten.  Wenn  Sanuto  zu  dieser  Verordnung  den  Kopf 
schüttelte^),  so  hatte  er  Recht.  Am  24.  Mai  1510  schreibt  er  in 
sein  Tagebuch^),  dass  den  wegen  des  Krieges  nach  Venedig  ge- 
flüchteten Bewohnern  von  Vicenza  unter  anderen  Lokalitäten  der 
neue  Fondaco   als  Wohnort   angewiesen   worden,    da   derselbe   leer 


>)  Bd.  I  Nr.  657.  -  ^j  ebda.  Nr.  653.  -  ^)  Flegler  a.  a.  0.;  s.  Bd.  I  Nr.  662. 
—  *)  Flegler  a.  a.  0.  in  dem  dort  mitgetheilten  Schreiben  vom  6.  Dezember 
1508.  —  ')  t.  VIII  p.  408.  Ozi  zonse  in  questa  terra  forzi  16  Todeschi  per 
marchadantar ,  e  come  intenderano  il  levar  di  la  scomunicha,  ne  vegnirano  di 
altri  assa'  con  haver.  Hanno  per  ancora  la  habitatione  in  cha'  Lippomano,  ne 
sono  venuti  a  star  in  fontego  nuovo,  licet  habino  tolto  le  camere,  perche  non 
voleno  pagar  tanto  fitto  quando  havia  messo  ser  Marco  Tiepolo ,  provedador 
olim  al  sal ,  et  deputato  a  questo.  —  ')  t.  X  p.  24.  1510  Adi  8  Marzo  la 
matina  in  colegio  nulla  da  conto,  solum  alcuni  Todeschi  marchadanti  fonno 
a  Ja  Signoria  perche  si  aspetta  bon  numero  zercha  le  camere  di  fontego  per 
quello  (che)  dieno  pagar;  et  fo  poi  alditi  aier  Marco  Tiepolo  e  sier  Alvise 
Sanudo,  fo  proveditori  al  sal,  i  quali  tratono  tal  materia,  e  ordinato  tra  Ihoro 
la  conzano.  —  ')  t.  X  p.  51.  —  •*)  ibid. :  unde  per  la  Signoria  col  Colegio  fo 
mandato  comandaniento  non  fosse  fato  bolette  a  niun  se  non  le  feveno  in 
fontego  di  Todeschi,  et  questo  feno  per  far  facende  de  li,  nia  meo  judicio 
fu  tropo  presto.  —  *)  ibid.  p,  415. 


128  Geschichtliches. 

stehe  ^).  —  Ein  weiteres  Pressionsmittel  versuchte  die  Regierung 
einige  Monate  später.  Sie  hatte  den  fremden  Kaufleuten  eine  Steuer 
(wohl  als  Eingangszoll)  von  2  grossi  vom  Dukaten  (=  8^/3  ^/o)  auferlegt, 
gegen  welche  die  Deutschen  als  eine  neue  Abgabe  unter  Berufung 
auf  die  ihnen  zugestandene  Immunität  protestirten.  Die  Regierung 
erklärte  nun,  dass  von  dem  Tage  an,  wo  die  Deutschen  den  für  sie 
bestimmten  Fondaco  wirklich  bezögen,  um  dauernd  darin  zu  bleiben, 
diese  neue  Auflage  von  2  grossi  auf  sie  keine  Anwendung  finden 
solle.  Diejenigen  Kaufleute  aber,  die  sich  etwa  weigerten,  im 
Fondaco  zu  wohnen,  sollten  von  dieser  Vergünstigung  ausgeschlossen 
und  verpflichtet  sein,  wie  alle  übrigen  fremden  Kaufleute,  die 
2  grossi  zu  zahlen  ^). 

Endlich  am  8.  Dezember  1510  kann  Sanuto  melden,  dass  die 
Deutschen  wieder  im  Fondaco  Geschäfte  treiben^),  und  am  19.  De- 
zember wurde  alsdann  durch  ein  Dekret  der  Regierung  folgende 
mit  allen  damals  in  Venedig  weilenden  deutschen  Kaufleuten  ge- 
troffene Uebereinkunft  verkündigt.  Der  jährliche  Miethzins  für  eine 
Kammer  des  ersten  und  zweiten  Stockes  wurde  auf  10  Dukaten,  des 
dritten  Stockes  auf  8  Dukaten,  für  ein  Gewölbe  oder  Magazin  (ohne 
Unterschied)  auf  6  Dukaten  festgesetzt^).  Hingegen  wurden  die  Kauf- 
leute aller  jener  weiteren  Abgaben  sowohl  an  den  Hausmeister  wie 
an  die  Regierung,  deren  wir  oben  gedacht  haben,  ledig  gesprochen. 
Der  Hausmeister  hinwiederum  brauchte  in  Zukunft  die  Betten  und 
das  sonstige  Hausgeräth  nicht  zu  beschaffen.  Dafür,  sowie  auch 
für  die  Küche  u.  s.  w.,  hatten  die  Deutschen  nun  selbst  zu  sorgen, 
worauf  wir  weiter  unten  nochmals  zurückkommen  werden.  Die 
Fenstergitterangelegenheit  wurde  in  der  Weise  beglichen,  dass  die 
Kaufleute  dazu  das  Eisen  liefern  sollten,  während  die  Regierung 
die  Herstellungskosten  tragen  wollte. 

In  dieser  Weise  blieb  die  Vermiethung  des  Hauses  in  der 
ganzen  folgenden  Zeit  geregelt.  Der  Miethzins  blieb  immer  der- 
selbe; nur  im  Jahre  1587  wurde,  wie  Milesio  berichtet,  wegen  der 
Herstellung  der  steinernen  Treppen  im  zweiten  und  dritten  Stock 
eine  kleine  Erhöhung  eingeführt^). 


1)  ,il  fönt,  de  Tod.  nuovo  ch'e  vuodo'.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  679.  —  ^)  t.  XI 
p.  672.  ,In  questo  presente  mexe,  al  principio,  vene  alcuni  merchadanti  Ale- 
mani,  Todeschi,  in  questa  terra,  per  comprar  merchadantie ,  il  quäl  haveano 
salvoconduto  libero  di  la  Signoria;  e  tanto  steno  in  fontego,  et  comprono, 
che  si  dice  lassö  in  questa  terra  contadi,  la  piü  parte  Raynes,  ducati  130 
milia,  che  fo  una  optima  cossa.*  Aehnlich  schreibt  er  (t.  XI  p.  720):  1511  adi 
9  Zener.  In  questo  mexe  Todeschi  veneno  a  comprar  in  questa  terra  specie, 
zenzeri  e  altro  per  ducati  140  milia;  si  che  a  furia  si  liga  balle  in  fontego  di 
Todeschi  per  mandarle  in  Alemagna.  —  ■*)  s.  Flegler  a.  a.  0.  S.  365  und  Milesio 
bei  Thomas  S.  49.  Wie  Helianus  auf  dem  Reichstag  zu  Augsburg  (10.  April  1510) 
behaupten  konnte :  „Die  Venetianer  vermietheten  den  Deutschen  ein  Haus  für 
130  Dukaten  nicht  jährlich,  wie  man  etwa  denken  könnte,  sondern  täglich, 
welches  ein  Tribut  von  50,000  Dukaten  wäre,"  ist  mir  unerfindlich  —  wofern 
er  nicht  die  Einnahmen  aus  den  Zöllen  hinzugerechnet  (s.  Hegewisch,  Ge- 
schichte  der    Regierung    Kaiser    Maximilians  I.   Bd.  II    S.  117).    —    '^)  Thomas 


II 


Geschichtliches.  129 

Nur  einmal,  finde  ich  dann,  nämlich  im  Jahre  1647  ^),  war  man 
nahe  daran,  hierin  eine  prinzipielle  Aenderung  eintreten  zu  lassen. 
Es  war  die  Zeit  der  Türkenkriege,  wo  die  Regierung  Geld  brauchte 
und  zu  verschiedenen  ausserordentlichen  Mitteln  greifen  musste,  um 
solches  zu  beschafi'en.  Sie  verkaufte  deshalb  die  Prokuratorenwürde 
und  die  Aufnahme  in  das  „Goldene  Buch"  und  damit  in  den  Adel  ^) 
und  war  nun  zu  demselben  Zwecke  auch  bereit,  den  Fondaco  oder 
genauer  die  Benützung  und  ganze  Verwaltung  desselben  —  unter 
Wahrung  ihres  Eigenthumsrechtes  am  Gebäude  selbst  —  den  deut- 
schen Kaufleuten  gegen  eine  Pauschalsumme  für  immer  abzutreten. 
Unsere  Landsleute  erklärten,  20,000  Dukaten  dafür  bezahlen  zu 
wollen.  Sei  es,  dass  der  Regierung  diese  Summe  zu  niedrig  schien 
oder  dass  es  sie  überhaupt  gereute  —  das  Projekt  wurde  wieder 
fallen  gelassen  und  kam  nicht  zur  Ausführung. 

Stets  blieb  also  die  venetianische  Regierung  die  Herrin  auch 
des  neuen  Hauses  bis  zum  Untergang  der  Republik  im  Jahre  1797 
durch  die  Franzosen.  Sie  war  es  denn  auch,  welche  die  Kammern 
und  Gewölbe  vertheilte  und  in  allen  hier  einschlägigen  Fragen,  wie 
wir  später  noch  sehen  werden,  die  letzte  Entscheidung  hatte.  Nach 
wie  vor  führten  auch  die  von  ihr  bestellten  Beamten,  die  Visdomini, 
die,  wenn  ich  so  sagen  darf,  gesammte  äussere  Verwaltung,  soweit 
sie  sich  namentlich  auf  die  Abgabe  der  Zölle,  auf  den  Verkehr  mit 
den  Venetianern  u.  s.  w.  bezog.  Nur  findet  man  wiederholt^),  dass 
auch  andere  Kollegien,  wie  die  ,cinque  Savii  sopra  la  Mercanzia' 
oder  die  ,Governadori  delle  intrade',  wichtige  Verordnungen  und 
Entscheidungen  über  den  Fondaco  treffen.  Dies,  sowie  die  Aende- 
rungen,  welche  die  den  Visdomini  beigesellten  oder  untergebenen 
Beamten,  z.  B.  die  Sensale,  durchgemacht  haben '^),  im  Einzelnen  zu 
verfolgen,  muss  späteren  Nachforschungen  überlassen  bleiben. 

Dagegen  hatte  sich,  wie  schon  erwähnt,  die  Regierung  im 
Innern  des  Hauses  grösstentheils  der  Verwaltung  begeben  und  ent- 
äussert, hatte  den  Deutschen,  wie  man  es  ausgedrückt  hat,  „Selbst- 
verwaltung" —  freilich  nicht  in  allzu  grossem  Umfang,  wie 
wir  hinzufügen  müssen  —  gewährt,  die  in  erster  Linie  die  mittel- 
alterliche Oberaufsicht  und  polizeiliche  Ueberwachung  der  Kaufleute 
durch  die  Regierung  im  Inneren  des  Hauses  beseitigte. 

Wir  haben  gehört,  dass  unsere  Landsleute  sich  nunmehr  gänz- 
lich selbst  verköstigten,  zu  welchem  Behufe  sie  nach  Milesio's  An- 


Beschreibung, S.  66.  Aus  den  Worten  Milesio's :  ,Per  detta  spesa  delle  scale  fu 
cresciuto  il  dazio  sudetto  sopra  gli  affitti  alla  N,  A.'  lässt  sich  nicht  entnehmen, 
worin  diese  Erhöhung  bestanden.  Nach  unseren  Dokumenten  (Bd.  I  Nr.  712 
cf.  Nr.  748)  handelte  es  sich  vielmehr  um  einen  Zuschlag,  der,  wie  ich  ver- 
muthe ,  durch  die  Münzverhältnisse  hervorgerufen  war.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  749.  — 
*)  s.  Lebret,  Staatsgeschichte  der  Republik  Venedig,  Thl.  III  S.  441  ff.  — 
ä)  cf.  Bd.  I  Nr.  731,  738,  739  ff.  —  *)  Ich  verweise  nur  auf  Bd.  I  Nr.  695,  wo 
der  Rath  der  Zehn  nun  selbst  wieder  —  entgegen  seinen  früheren  Verfügungen 
—  die  Verpachtung  der  Sensalposten  zuliess! 

9 


130  Geschichtliches. 


gäbe  ^)  alljährlich  zwei  aus  ihrer  Mitte  mit  dem  Titel  „Oberauf- 
seher über  die  Küche"  (Proveditori  sopra  la  Cucina)  wählten, 
denen  die  Zurüstung  des  gemeinsamen  Mahles  oblag.  Schon  damit 
wurde  der  Wirkungskreis  des  von  der  venetianischen  Regierung 
bestellten  Hausmeisters,  des  massarius,  nicht  unwesentlich  ein- 
geengt. Noch  mehr  war  dies  der  Fall,  als  die  deutschen  Kaufleute 
einen  eigenen  Portier,  Portiner  (Portinaro)  oder  „Thorhüter" 
anstellten.  Wann  dies  zuerst  geschehen,  vermag  ich  nicht  anzugeben. 
Aus  dem  Jahre  1567  ist  uns  durch  einen  glücklichen  Zufall  ein 
Vertrag  erhalten,  den  Jakob  Wernle  von  Delfs  bei  Innsbruck  mit 
der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Pondaco  eingeht,  die  ihn  auf  die 
Dauer  von  15  Jahren  als  „Thorhüter"  in  Dienst  genommen^).  Er 
erhält  dafür  alljährlich  24  Dukaten,  die  aus  dem  Cottimo  bestritten 
werden,  und  „gepürliche  Mundkost";  auf  sonstige  Geschenke  an 
besonderen  Festtagen,  Neujahr,  Himmelfahrt  u. s.w.  erklärt  er  keinen 
Anspruch  erheben  zu  können.  Dagegen  verspricht  er  treuen  Ge- 
horsam, willige  Dienstleistung  und  dergleichen  mehr.  Milesio  setzt 
den  Portinaro  dem  Masser  förmlich  gleich  ^)  und  vielleicht  hat  es 
zu  seiner  Zeit,  d.  h.  am  Anfang  des  18.  Jahrhunderts,  auch  nur 
noch  den  einen  gegeben;  in  einer  Verordnung  des  Jahres  1564  und 
dann  von  1595  für  den  Fondaco  finde  ich  noch  einen  ,masser' 
erwähnt^). 

Im  Jahre  1576  erhielt  die  deutsche  Kaufmannschaft  oder 
, Deutsche  Nation"  (Nazione  Alemana),  wie  sie  sich  nun  vorzugs- 
weise nannte,  von  der  Gesundheitsbehörde,  dem  ,Magistrato  della 
Sanita',  die  Erlaubniss,  auf  ihre  Kosten  einen  Beamten  aufzustellen, 
der  den  Zugang  zum  Fondaco  bewachen  und  Niemand  eintreten 
lassen  sollte,  der  nicht  Geschäfte  in  demselben  habe.  Es  geschah  dies 
allerdings  zunächst  nur  aus  Gesundheitsrücksichten,  um  die  Ein- 
schleppung der  damals  wüthenden  Pest  möglichst  zu  verhüten,  zu 
welchem  Z-v^eck  auch  noch  einige  andere  Verordnungen  erlassen 
wurden,  wie  z.  B.  die,  dass  die  Packträger,  wenn  sie  nicht  beschäftigt, 
ausserhalb  des  Fondaco  auf  dem  ,Campo  S.  Bortolamio'  sich  auf- 
halten, die  Barkenführer,  sobald  sie  die  Waaren  ausgeladen,  sich 
sogleich  wieder  entfernen  sollten  ^).  Man  weiss  ja  aber,  wie  es  mit 
derlei  Verfügungen  zu  gehen  pflegt.  Für  den  Augenblick  und  für 
ein  ausserordentliches  Bedürfniss  erlassen,  bleiben  sie  auch  nachher 
bestehen  und  bürgern  sich  für  immer  ein.  War  dies  auch  hier  der 
Fall  —  ganz  sichere  Kenntniss  besitzen  wir  davon  vorerst  nicht  — 
so  war  damit  ein  weiterer  wichtiger  Schritt  auf  dem  Gebiete  der 
Selbstverwaltung  gethan,  die  Polizei- Aufsicht  der  venetianischen 
Behörden   neuerdings   geschmälert   —    wie    es    die   deutschen  Kauf- 


n 


0  Thomas  S.  33.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  707.  —  ')  Thomas  S.  20 :  il  Publico 
Governo  manteneva  salariati  un  Masser  (sive  Portinaro)  ...  —  *)  Thomas, 
Register  zum  Kapitular  des  deutschen  Hauses  in  Venedig  .  .  .  (Abhandlgn.  d.  k. 
bayer.  Akad.  d.  Wiss.  I.  Kl.  Bd.  XIV,  Abth.  I.)  S.  65  und  , Quellenkunde"  S.  43. 
-  »)  Milesio  S.  32. 


Geschichtliches.  131 

leute  auch  schon  im  Jahre  1544^)  von  der  Regierung  erwirkt  hatten, 
-dass  Schergen  nicht  in  den  Fondaco  sollten  kommen  dürfen.  — 

Je  mehr  so  die  Deutschen  die  Herren  im  —  freilich  nicht 
eigenen  —  Hause  wurden,  desto  mehr  waren  sie  zugleich  bestrebt, 
sich  im  Fondaco  häuslich  einzurichten.  Ich  erinnere  daran  ^),  dass  sie 
im  Jahre  1587  im  grossen  Wintersaal  den  kolossalen,  meisterhaften 
Ofen  auf  ihre  Kosten  setzen  Hessen.  Vorher  schon,  im  Jahre  1571, 
hatten  sie  an  der  Südseite  des  Nordflügels  im  Hofe  mit  Erlaubniss 
des  ,Magistrato  del  Sal'  unter  Hinzuziehung  des  berühmten  Erbauers 
der  Rialto-Brücke ,  Antonio  dal  Ponte,  eine  grosse  Uhr  anbringen 
lassen^).  Und  über  diesen  mehr  praktischen  Einrichtungen  vergassen 
unsere  Landsleute,  angeregt  gewiss  durch  das  Vorgehen  der  Re- 
gierung und  unter  dem  Einfluss  der  ganzen  Umgebung,  auch  der 
künstlerischen  Ausstattung  nicht.  Sie  waren  es,  welche  den 
Fondaco  (nicht  aussen,  sondern)  innen  auf  das  reichste  und  herr- 
lichste mit  Kunstwerken  schmückten.  Wie  früher  der  Einzelne  seine 
Kammer  nach  Belieben  verschönerte  und  verzierte  —  was  übrigens 
auch  jetzt  noch  geschah,  namentlich  die  Kammer  der  Fugger  rühmt 
Sansovino  wegen  ihres  reichen  Schmuckes^)  —  so  sorgte  jetzt  die 
Kaufmannschaft  als  Ganzes  für  eine  würdige  Ausstattung  der  ge- 
meinsam benützten  Räume.  Ich  verweise  nochmals  auf  die  genaue 
Beschreibung  des  „Sommer-  oder  Gemäldesaales "  bei  Milesio  und 
Elze,  in  welchem  nicht  blos  die  von  einer  Marmorsäule  getragene 
Decke  von  Schülern  Tizians  bemalt  war,  sondern  sogar  eine  förm- 
liche Gemäldegallerie  Platz  gefunden  hatte.  —  Sie  ist  übrigens  nicht 
das  einzige  Zeugniss  für  die  Kunstliebe  und  den  Kunstsinn  der 
deutschen  Kauf  leute.  Es  ist  ja  hinlänglich  bekannt,  dass  sie  noch 
in  demselben  Jahre,  wo  der  Fondaco  niederbrannte,  bei  dem  damals 
gerade  in  Venedig  weilenden  Albrecht  Dürer  eine  Altartafel,  wahr- 
scheinlich für  die  in  der  Nähe  des  Fondaco  gelegene  und  gleichsam 
dazu  gehörige  Kirche  San  ßartolomeo  (Bartolamio)  bestellten,  welche 
im  September  des  folgenden  Jahres  150(3  fertig  wurde  und  die  Ver- 
herrlichung der  h.  Maria  im  Rosenkranzfest  zum  Gegenstand  hatte. 
Dass  dieses  Werk  erst  Dürer,  wie  er  selbst  angibt,  die  gebührende 
Anerkennung  als  Maler  bei  den  Italienern  verschaffte,  die  in  ihm 
bisher  nur  den  Stecher  bewundert  hatten,  darf  gleichfalls  als  bekannt 
vorausgesetzt  werden  ^). 

Die  Tafel,  später  von  Kaiser  Rudolf  II.  angekauft  und  heute 
im  Besitze  des  Prämonstratenser-Stifts  Strahow  in  Prag,  enthält 
ausser  den  Porträts  von  Maximilian  L,  Julius  IL,  Dürer  und  Anderen, 
wie  Thausing   ansprechend    vermuthet,    auch    das    des   Hieronymus, 


')  Milesio,  S.  64.  —  ^)  cf.  oben  S.  112.  -  ^)  Milesio,  S.  26  und  65.  - 
"•)  Venezia  descritta  (Ausg.  von  1663,  p.  366 :  ,fra  le  quali  (camere  e  stanze) 
era  altre  volte  molto  notabile  la  camera  dei  Foccari ,  dove  con  ordine  pur 
troppo  maraviglioso  si  contenevano  tante  soppellettili  e  massaritie  ehe  hareb- 
bono  addobbato  ogni  gran  casa*.  —  *)  Thausing,  Dürer  (1.  Aufl.)  S.  259. 


132  Geschichtliches. 


des  Erbauers  des  neuen  Fondaco  ^).  Hingegen  glaube  ich  nicht,  wie 
Thausing  es  gethan,  dass  Dürer  eben  wegen  dieser  Tafel  nach  Venedig 
gereist  sei.  Die  Art,  wie  er  seinem  Freunde  Pirkheimer  in  seinem 
ersten  Briefe  aus  Venedig  (am  6.  Januar  1506)  davon  Mittheilung 
macht:  „ich  habe  den  Deutschen  eine  Tafel  zu  machen,"  spricht 
dafür,  dass  er  erst  dort  den  Auftrag  erhielt^).  Leider  gibt  Dürer 
selbst  in  seinen  Briefen  keine  näheren  Aufschlüsse  über  den 
Auftrag:  weder  nennt  er  irgend  welche  Personen,  mit  denen  er 
darüber  verhandelt,  noch  bezeichnet  er  den  Gegenstand  der  Tafel 
irgend  genauer,  noch  sagt  er  deutlich,  für  welchen  Ort  oder  für 
welchen  „Altar"  dieselbe  bestimmt  gewesen  und  ob  sie  wirklich 
dort  aufgestellt  worden.  Das  hat  denn  Anlass  zu  mancherlei  Kontro- 
versen und  wunderlichen  Aufstellungen  gegeben.  Die  eben  ange- 
führte Monographie  von  Jos.  Neuwirth  überhebt  mich  der  Aufgabe, 
dieselben  hier  einzeln  vorzuführen  und  zu  erörtern. 

Grosse  Verwirrung  hat  namentlich  angestiftet  und  einige 
Schwierigkeit  in  der  That  macht  die  Angabe  des  Schriftstellers 
Sansovino^);  dass  „vor  wenigen  Jahren  Christophorus  Fugger  ein 
Marien-Altarbild  von  der  Hand  Albrecht  Dürers  nach  der  Kirche 
San  Bartolamio  gebracht  oder  geschenkt  habe"  *).  In  Folge  dessen 
hat  man  —  ohne  Rücksicht  auf  die  in  Sansovino's  Worten  liegende 
Zeit-Differenz  —  gesagt^),  Christoph  Fugger  sei  der  Besteller  des 
„Rosenkranzfestes"  gewesen,  weil  „er,  als  Dürer  in  Venedig  war, 
an  der  Spitze  der  dortigen  Kaufmannschaft  stand  und  als  solcher 
wahrscheinlich  den  grössten  Beitrag  gegeben  hat."  Das  lässt  sich 
aber  durchaus  nicht  beweisen.  Als  Vorsteher  (,Cottimieri')  der 
deutschen  Kaufleute  zur  Zeit  von  Dürer's  Aufenthalt  in  Venedig 
werden   ganz    andere  Männer  genannt^),    ein  Christophorus  Fugger 


n 


*)  s.  die  Abbildung  in  Thausing's  , Dürer"  und  des  Hieronymus  Bildniss 
separat  nach  einer  Originalzeichnung  Dürer's  im  k.  Kupferstichkabinet  zu  Berlin 
bei  Lippmann,  Zeichnungen  von  Albrecht  Dürer  (Berlin  1882),  Blatt  Nr.  10.  — 
^)  Dieser  Ansicht  pflichtet  auch  Jos.  Neuwirth  in  seiner  kürzlich  (Leipzig  1885) 
erschienenen  Monographie:  „Albrecht  Dürer's  Rosenkranzfest"  (gleichfalls  mit 
Abbildung)  bei,  in  welcher  alle  auf  das  Bild  bezüglichen  Fragen  eingehend 
behandelt  und  auch  Thausing's  Irrthümer  über  den  Fondaco  schon  (hauptsäch- 
lich auf  Grund  der  von  mir  gemachten  Mittheilungen)  berichtigt  sind ;  cf.  auch 
dessen  Abhandlung:  ,Zur  zweiten  Reise  Dürer's  nach  Italien"  in  Lützow's  Zeit- 
schrift für  bildende  Kunst  (Jahrg.  21)  1886  S.  87  u.  ff.  -  ^)  in  der  ersten 
Ausgabe  seines  Buches  ,Venetia  citta  nobilissima'  1581  f.  48.  —  ■*)  ,Fu  nobili- 
tata  (die  Kirche)  pochi  anni  sono  da  Christo foro  Foccari  Tedesco,  il  quäle  vi 
condusse  una  palla  di  Nostra  Donna,  di  mano  d'Alberto  Duro,  di  bellezza 
singolare  per  disegno ,  per  diligenza  et  per  colorito'.  Wahrscheinlich  hieraus 
stammt  die  fast  ganz  gleichlautende  Notiz  bei  Milesio  (Thomas,  S.  46) :  ,L'anno  . . . 
(fehlt)  fu  nobilitata  da  Christofforo  Foccari  Mercante  Todesco,  che  donö  la 
palla  fatta  da  Alberto  Durero  Tedesco  famoso  Pittore  et  intagliatore  di  stampe, 
di  singolar  bellezza,  in  cui  vi  e  dipinta  la  Madonna.'  —  ^)  so  Waagen  im 
.Deutschen  Kunstblatt"  5.  Jahrg.  1854  S.  200.  -  «)  s.  Milesio  (Thomas,  S.  62) : 
1505  Gio.  Mossanner  (unrichtig  statt  Mosauer  aus  Regensburg  s.  unten)  e  Fran- 
cesco Hirschfegl  (Hirschvogel  aus  Nürnberg);  1506  Gio.  Mossanner  e  Sinibaldo 
Kneissel  (aus  Nürnberg);  1507  die  nämlichen. 


Geschichtliches.  133 

wird  zu  jener  Zeit  überhaupt  nicht  in  Venedig  erwähnt.  Erst  im 
Jahre  1520  wird  von  einem  daselbst  weilenden  Christophorus  Fugger 
berichtet.  Marino  Sanuto  erzählt  unter  dem  26.  Januar  dieses  Jahres, 
dass  derselbe  die  Schwester  eines  Pasqual  Gradenigo  geheirathet  habe^). 
Wie  es  scheint,  Hess  sich  derselbe  auch  in  Venedig  in  der  Kirche 
San  Bartolomeo  beisetzen  oder  hatte  wenigstens  eine  Grabstätte 
für  sich  darin  ^):  auf  ihn  würde  also  am  besten  jene  Notiz  des  Sanso- 
vino  von  der  Stiftung  des  Dürer'schen  Bildes  in  die  genannte  Kirche 
passen^).  Hingegen  stimmt  die  Zeitangabe  Sansovino's  ,pochi  anni' 
durchaus  nicht  mit  den  übrigen  Notizen,  vorausgesetzt,  dass  man 
es  immer  mit  einem  und  demselben  Bilde  zu  thun  hat.  Denn 
wenigstens  um  1550  befand  sich  nach  dem  Zeugniss  Vasari's  ,una 
tavola  d'Alberto  Duro  .  ,  .  cosa  rara  e  piena  di  molte  figure  fatte 
a  olio'  in  der  Kirche  San  Bartolomeo"^);  und  1552  rühmt  Doni  in 
einem  Briefe  an  Simon  Carnesecchi  als  eine  Sehenswürdigkeit  Venedig's 
,una  tavola  d'altare  d'Alberto  Duro'^). 

Namentlich  diese  letztere  Angabe,  zusammengehalten  mit 
früheren  und  späteren  Nachrichten^),  lassen  kaum  einen  Zweifel 
übrig,  dass  in  der  That  das  von  den  deutschen  Kaufleuten  bestellte 
Bild  eben  das  ^Rosenkranzfest"  gewesen,  dass  es  für  den  Altar  der 
deutschen  Kaufleute  in  S.  Bartolomeo  bestimmt  gewesen  und  nicht 
erst  von  einem  Christophorus  Fugger  später  dorthin  gebracht 
worden  ist. 

Dann  ist  es  allerdings  das  Einfachste,  die  ganze  Nachricht  des 
Sansovino  für  einen  Irrthum  zu  erklären  und  als  unrichtig  bei 
Seite  zu  lassen,  wie  Neuwirth  es  thut.  Oder  man  kann  annehmen, 
dass  ein  Christophorus  Fugger  —  und  zwar  am  ehesten  jener,  der  mit 
der  Schwester  des  Gradenigo  verheirathet  war  —  ein  anderes  Bild 
als  das  Rosenkranzfest  vielleicht  doch  von  der  Hand  Dürers  in  die 
Kirche  San  Bartolomeo  geschenkt  habe,  ein  Bild,  das  vielleicht  ein 


')  Thomas,  Milesio's  Beschreibung,  S.  100  aus  den  ,Diarii'  des  Sanuto  t.  28 
f.  114.  —  '')  Sansovino  sagt  a.  a.  0  im  Anschluss  an  die  obigen  Worte :  vi  fu  anco 
dipinto  SU  la  sepoltura  del  de tto  Foccari  alcune  figure  da  Battista  Franco; 
und  Hieronymus  Megiserus,  Paradisus  deliciarum,  Leipzig  1610,  p.  61  (ßriefl.  Mit- 
theilung des  Herrn  Dr.  J.  Neuwirth)  sagt  geradezu:  „S.  Bartholme  ...  Es  liegt 
Herr  Christofif  Fucker,  ein  Deutscher,  darin  begraben",  vielleicht  allerdings  wieder 
nur  auf  Grund  der  Angabe  des  Sansovino.  Unter  den  von  Cicogna  gesammelten 
Inschriften  dieser  Kirche  (cf.  später)  findet  sich  keine  auf  einen  Christoph  Fugger. 
—  ^)  Ein  anderer  Christophorus  Fugger,  ein  Sohn  Raimunds,  erst  1520  geboren  und 
2.  April  1579  gestorben,  wurde  nach  seinem  eigenen  Willen  in  der  Dominikaner- 
kirche in  Augsburg  begraben;  s.  ^Contrafehe  der  Herrn  Fugger*  1620  S.  17.  — 
*)  Le  Vite  de'  piü  eccellenti  scrittori  ...  ed.  Milanesi  Bd.  7  S.  433  bei  Neuwirth 
S.  16.  —  *)  Tre  libri  di  lettere,  lib.  II  p.  185;  Neuwirth,  S.  17.  —  «)  cf.  Neuwirth, 
S.  15  —  17.  Namentlich  sagt  Christoph  Scheurl  (der  Jüngere)  in  seinem  bereits 
1508  erschienenen  ,libellu8  de  laudibus  Germaniae  et  ducum  Saxoniae',  dass  auf 
dem  von  Dürer  „für  die  Deutschen"  gemalten  Bild  ein  vollendetes,  lebenswahres 
Portrait  des  Kaisers  (Max)  sich  befunden  habe,  wie  dies  eben  auf  dem  „Rosen- 
kranzfest"  der  Fall  ist;  Scheurl  gibt  aber  nicht  an,  wo  das  Bild  aufgestellt 
gewesen. 


134  Geschichtliches. 

anderer  Fugger  von  Dürer  bei  seinem  Aufenthalt  in  Venedig  für 
die  von  den  Fuggern  benützten  Kammern  im  Fondaco  hatte  malen 
lassen  und  jener  Christophorus  eben  später  der  Kirche  S.  Bartolomeo 
schenkte  —  dass  also  Sansovino  dann  beide  Bilder  vermengte.  Einen 
schwachen  Anhalt  findet  diese  Hypothese  vielleicht  in  einem  Aus- 
drucke Dürer's,  den  man  vielleicht  hierauf  beziehen  darf.  Dürer 
schreibt^)  am  23.  September  1506  an  Pirkheimer:  „Wisset  auch, 
dass  meine  Tafel  fertig  ist;  auch  ein  anderes  Quadro,  dessgleichen 
ich  noch  nie  gemacht  habe  ..."  Er  spricht  da  offenbar  von  zwei 
Bildern,  wovon  das  eine  (über  welches  selbst  wiederum  die  An- 
sichten der  Kunsthistoriker  auseinandergehen)  recht  wohl  im  privaten 
Auftrage  entstanden  sein  konnte. 

Absolut  Sicheres  lässt  sich  darüber  mit  dem  bis  jetzt  bekannten 
Material  nicht  feststellen.  Den  besten  Aufschluss  könnten  wohl 
archivalische  Nachrichten  über  den  Erwerb  des  „  Rosenkranzfestes " 
durch  Rudolf  IL  geben,  die  bisher  leider  ganz  fehlen.  Nicht  einmal  das 
genaue  Jahr,  wann  dieser  statthatte,  ist  bekannt;  sicher  nur,  dass  er 
zwischen  1593  und  1603  erfolgte.  Denn  unter  dem  ersten  Jahre 
berichtet  (worauf  ich  Herrn  Dr.  Neuwirth  aufmerksam  machte)  noch 
Hans  Georg  Ernstinger  in  seinem  Raisbuch^):  „S.  Bartholomeo  da 
predigt  man  teutsch;  ist  auch  ein  schöner  Altar  darinnen,  den  Albert 
Dierer  vonNüernberg  gemalt."  Im  Jahre  1603  aber  wird  das  „Rosen- 
kranzfest"  bereits  als  in  Prag  befindlich  erwähnt  ^).  An  seine  Stelle 
kam*)  auf  den  der  deutschen  Kaufmannschaft  gehörigen  Altar  in  San 
Bartolomeo,  der  in  der  ,capella  alla  sinistra  della  maggiore'  stand  ^j, 
später  (vielleicht  im  Jahre  1610*^)  eine  „Maria- Verkündigung"  von 
der  Hand  des  baierischen  Malers  Johann  Rottenhammer,  „eines 
gelehrten  Schülers  des  Tintoretto,  der  sich  nach  den  besten  Bildern 
seiner  Zeit  gebildet  hat"  '^)  —  ein  Bild,  das  sich  angeblich  heute  noch 
dort  befindet.  — 

Thausing  bezeichnet  S.  Bartolomeo  als  die  „Begräbnisskirche" 
der  Deutschen  Nation.  Dies  ist  nur  zum  Theil  richtig.  In  früherer 
Zeit  wurden  unsere  in  Venedig  verstorbenen  Landsleute,  wie  aus  den 
von  verschiedenen  Venetianern  und  insbesondere  von  Emanuele 
Cicogna  gesammelten  Grabschriften  ersichtlich,  vielleicht  grössten- 
theils,  aber  keineswegs  ausschliesslich  in  S.  Bartolomeo,  sondern 
vielmehr  auch  in  anderen  Kirchen  Venedigs   bestattet*).     Im  Jahre 

*)  cf.  Neuwirth  in  der  Zeitschrift  etc.  —  ^)  Herausg.  von  Ph.  A.  F.  Walther 
in  der  Bibliothek  des  literar.  Ver.  Bd.  135  S.  48.  —  ^)  Het  Schilder-Boeck  .  .  . 
door  Carel  von  Mander  1604  f.  209  a;  Neuwirth  S.  20.  —  ")  s.  Neuwirth,  S.  17.  — 
')  ebda.  S.  18.  —  *)  Diese  Zahl  fand  sich  (wenn  ich  Cicogna's  Bemerkung  recht 
verstehe,  cf.  später  bei  den  Grabschriften  Nr.  6)  auf  einem  Gemälde  in  der  oben 
erwähnten  Kapelle  der  „Deutschen  Nation"  in  S.  Bartolomeo  und  bedeutete  wohl 
die  Zeit  der  Stiftung.  Nur  stimmt  Cicogna's  Bemerkung,  dass  das  Gemälde 
die  Geburt  der  heil.  Jungfrau  dargestellt  habe,  nicht  mit  den  sonstigen  An- 
gaben über  Rottenhammer's  Bild.  —  '')  Joh.  Christ.  Maier,  Beschreibung  von 
Venedig  (1795),  Bd.  I  S.  304;  Neuwirth,  S.  17.  -  ^)  cf.  später;  die  Träger  (bastiizi) 
des  Fondaco  hatten  mindestens  seit  1625  in  S.  Bartolomeo  eine  Gruft. 


Geschichtliches.  135 

1565  erhielt  dann  die  Deutsche  Nation  in  Folge  eines  Privilegs 
(vom  8.  März)  des  damaligen  Patriarchen  Giovanni  Trevisano  das 
Recht,  alle  ihre  Angehörigen  in  S.  Bartolomeo  auf  Kosten  der 
dortigen  Geistlichkeit  begraben  zu  lassen^).  Erst  im  Jahre  1649 
(25.  November)  erwarb  dieselbe  dann  in  S.  Bartolomeo  eine  gemein- 
same Gruft  (arca)  neben  dem  Hauptaltar  für  ihre  Verstorbenen  ^), 
nachdem  früher  schon  1624 — 1625  ebendaselbst,  wie  es  scheint 
allerdings  nicht  auf  Kosten  der  „Nation",  sondern  einer  „deutschen 
Bruderschaft  zum  Rosenkranz  (von  Bäckern?)  und  anderer  in  Venedig 
wohnender  Deutscher"  ein  Altar  (für  die  Deutschen  überhaupt  oder 
für  die  deutschen  Bäcker?)  errichtet  worden  war^).  Doch  finden 
sich  auch  nach  dieser  Zeit  noch  Grabschriften  von  Deutschen  in 
anderen  Kirchen*).  (Im  Jahre  1719  erwarben  die  protestantischen 
Mitglieder  der  „Nation"  einen  eigenen  Friedhof  auf  der  kleinen 
Insel  S.  Cristoforo  della  Pace   zwischen  Venedig  und  Murano^).  — 

Die  Kosten  für  alle  diese  Ausgaben  wurden  —  wenigstens 
wohl  zum  grössten  Theile  und  in  erster  Linie  —  aus  jener 
gemeinsamen  Abgabe  bestritten,  welche,  wie  früher  erwähnt,  im 
Jahre  1492  eingeführt  worden  war:  aus  dem  Cottimo,  der,  wie  es 
Milesio  ausdrückt  ^),  für  ordentliche  und  ausserordentliche  Ausgaben 
bestimmt  war.  Dahin  gehörte  nun  also  eben  die  Instandhaltung 
des  Gebäudes,  soweit  die  Regierung  dafür  nicht  Sorge  trug,  des 
Brunnens,  der  Uhr,  die  Kosten  für  das  Oel  der  24  Lampen,  welche 
die  ganze  Nacht  hindurch  im  Gebäude  brannten ''),  die  Besoldung  der 
von  den  Deutschen  angestellten  Bediensteten,  wie  des  Thürhüters 
u.  s.  w. ,  der  Aggenti,  Fattori  und  Avocati,  deren  man  namentlich 
später  bei  verschiedenen  Rechtsstreitigkeiten  öfters  bedurfte.  Dahin 
gehörte  ferner  die  Instandhaltung  der  Verkehrsstrassen  nach  Deutsch- 
land ,  die  Besoldung  von  Wächtern ,  welche  zur  Sicherung  der 
Waarentransporte   an    die    Grenze   geschickt   wurden   —  in   Cadore 


^)  8.  Milesio  bei  Thomas  S.  47  und  Gallicciolli ,  Memorie  Venete  t.  III 
p.  349,  welch'  letztere  Stelle  zeigt,  dass  dieser  Erlass  (von  Gall.  fälschlich  in's 
Jahr  1567  gesetzt)  hervorgegangen  ist  aus  einem  Competenzconflikt  zwischen 
dem  Kapitel  der  Hauptkirche  von  Castello  und  den  Pfarreien  der  Stadt,  welch' 
letztere  das  Recht  in  Anspruch  nahmen,  die  in  ihrem  Bereich  wohnenden  Fremden 
zu  begraben.  Davon  wurden  „die  Deutschen  des  Fondaco"  ausgenommen,  die 
stets  zu  S.  Bartolomeo  gehören  sollten.  —  ^)  aus  Veroneser  Stein  mit  einem 
Bronze-Schild,  worauf  der  Reichsadler  und  eine  Inschrift;  s.  Milesio  bei  Thomas 
S.  46  u.  69 ;  Th.  Elze ,  Geschichte  der  protestantischen  Bewegungen  und  der 
deutschen  evangelischen  Gemeinde  in  Venedig  (Bielefeld  1883),  S.  52;  bei 
den  Grabschriften  Nr.  27.  —  *)  s.  Grabschriften  Nr.  5  und  die  Anmerkung 
Cicogna's,  die  aber  nicht  recht  stimmt  mit  der  Inschrift  selbst,  in  welcher  eine 
deutsche  Bruderschaft  genannt  wird,  deren  Vorstandschaft  besonders  deutsche 
Bäcker  bildeten.  Vielleicht  sagt  deshalb  auch  Murr  im  Journal  zur  Kunst- 
geschichte Bd.  X  (1781)  S.  5  Anm.,  Dürer's  Bild  (das  er  als  die  Marter  des 
heil.  Bartholomäus  bezeichnet)  habe  „in  der  Beckerkapelle "  gehangen.  Ihre 
Gruft  hatten  jedoch  die  deutschen  Bäcker,  wenigstens  1511,  in  S.  Stefano; 
cf.  später  im  Anhang.  —  *)  s.  später,  —  ')  s.  Elze,  Geschichte  etc.  S.  67.  — 
')  Thomas  S.  26.  —  ^  Milesio  S.  26 ;  cf.  S.  84. 


136  Geschichtliches. 


wurde  hiefür  ein  eigener  Beamter  aufgestellt  — ;  dann  die  Remu 
neration  für  die  Benützung  der  Kirche  S.  Bartolomeo,  ferner  die 
besonderen  Ausgaben  bei  Ankunft  fürstlicher  Persönlichkeiten  oder 
eines  neuen  kaiserlichen  Gesandten  und  bei  anderen  ausserordent- 
lichen Gelegenheiten;  ausserdem  aber  wurden  —  und  zwar  von 
Anfang  an  —  aus  dem  Cottimo  die  Kosten  für  die  sogenannte 
,Panada'  (eine  Art  Brodsuppe)  bestritten. 

Seit  dem  Jahre  1490  nämlich  —  im  vorhergehenden  Jahre 
hatte  die  Pest  in  Venedig  stark  gewüthet  —  wurden  alltäglich 
(mit  Ausnahme  von  Montag)  Morgens  die  Speiseüberreste  an  Brod, 
Fleisch,  Suppe  u.  s.  w.  der  im  Fondaco  speisenden  deutschen  Kauf- 
leute und  ihrer  Diener  den  Armen  der  Stadt  dargereicht.  Es  ge- 
schah dies  (in  dem  neuen  Gebäude)  von  einem  vergitterten  Fenster 
des  zu  ebener  Erde  befindlichen  Zolllokales  aus,  zu  welchem  Zweck, 
damit  die  Armen  Venedigs  dorthin  gelangen  könnten,  ohne  den 
Fondaco  selbst  zu  betreten,  die  Kaufleute  mit  Genehmigung  der 
Behörden  später,  im  Jahre  1630,  eigens  einen  hölzernen  Steg  bis 
zum  Traghetto  del  Buso  bauen  Hessen;  ,über  welchen  jeden  Morgen 
beim  Andämmern  des  Tageslichtes  die  Armen  herbeiströmten"  ^). 
Zu  Weihnachten  und  Ostern  wurden  überdies  an  die  Armen  noch 
besondere  Almosen  ausgetheilt. 

Man  begreift  daher  leicht,  dass  die  Summe  von  2  Gazette  = 
4  soldi  (der  venetianischen  Lira)  auf  je  100  Dukaten  Waarenumsatz, 
die  anfänglich  als  Cottimo  von  jedem  Deutschen  zu  entrichten  war 
=  c.  V^o'/o,  auf  die  Dauer  nicht  ausreichte  und  daher  später  wieder- 
holt erhöht  werden  musste.  Im  Jahre  1577  z.  B.  betrug  sie  2  grossi 
auf  100  Dukaten  =  1/12 >• 

Bis  zu  diesem  Jahre  war  der  Cottimo  ohne  spezielle  Geneh- 
migung der  venetianischen  Regierung  erhoben  und,  wie  es 
scheint,  ohne  Widerspruch  von  den  Einzelnen  gezahlt  worden. 
Wenn  sich  bei  einem  späteren,  sogleich  zu  erwähnenden  Streit  (1717) 
die  deutschen  Kaufleute  auf  einen  früheren  Erlass  der  Regierung 
vom  Jahre  1541  beriefen,  welcher  die  Expedirung  der  Waaren 
aus  dem  Fondaco  verbot,  wenn  zuvor  nicht  alle  „Rechte"  oder 
Gebühren  (diritti)  des  Fondaco  entrichtet  seien  ^),  so  ist  da  doch  nicht 
ausdrücklich  vom  Cottimo  die  Rede.  Ebensowenig  ist  es  klar  er- 
sichtlich, ob  etwa  im  Jahre  1546  gegen  den  Cottimo  ein  Protest 
laut  wurde ,  da  es  in  einem  späteren  Schriftstücke  heisst  ,che  sino 
all'  anno  1546  fu  imperturbamente  e  con  non  interrotta  serie  sopra 
tutti  rascosso'  ^). 

Dies  fand  nun  aber  sicher  im  Jahre  1577  statt,  und  darüber 
sind    wir    etwas   genauer   unterrichtet^).     Ein   gewisser  Domenico 


')  Elze,  Ausland  1870,  S.  628.  —  ^)  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  81.  — 
')  ebda.  S.  95 ;  ferner  Thomas,  Beiträge  aus  dem  ülmer  Archiv  zur  Gesch.  des 
Handelsverkehrs  zwischen  Venedig  und  der  deutschen  Nation  (Sitz.-Ber.  d.  k, 
bayer.  Akad.  d.  Wiss.  1869  S.  71  ff.)- 


Geschichtliches.  137 

Ziliberti,  ein  Trientiner  von  Geburt  und '„kürzlich  gewester  Vachin, 
jetzo  aber  etlicher  Deutschen  Faktor,  samt  anderen  vier  oder  fünf 
Eisenkrämern  und  Vachini,  so  er  an  sich  gehängt",  weigerte  sich 
den  Cottimo  zu  entrichten,  da  er  als  „nicht  geborener,  nicht  achter" 
Deutscher  von  der  Versammlung  und  dem  Kapitel  der  „Deutschen 
Nation"  ausgeschlossen  worden  war.  Um  diesen  Vorfall  zu  ver- 
stehen, müssen  wir  Folgendes  erklärend  einschalten. 

Wir  erinnern  uns  ^) ,  dass  im  alten  Hause  Kauf  leute ,  die  mit 
Kleinigkeiten  handelten,  oder  besser  gesagt,  Krämer,  die  sich  nur 
ganz  kurze  Zeit  aufhielten,  theils  wegen  der  Beschränktheit  des 
Raumes ,  theils  um  ihnen  die  grösseren  Kosten  zu  ersparen ,  die 
Erlaubniss  besassen,  nicht  in  eigenen  Kammern  wohnen  zu  müssen, 
sondern  in  den  Gängen  ihr  Nachtquartier  aufzuschlagen.  Im  neuen 
Gebäude  wurden  nun  von  vornherein  von  der  Regierung  dieser 
Klasse  von  Handeltreibenden  ausdrücklich  sechs  Kammern  im 
dritten  Stock  reservirt^),  welche  nicht  an  Einzelne  abgegeben 
werden,  sondern  für  diese  ab-  und  zugehenden  kleineren  Kaufleute 
und  Krämer  überhaupt  bestimmt  sein  sollten.  Von  diesem  Ab- 
und  Zugehen  erhielten  diese  Kaufleute  denn  auch  den  Namen 
,Viandanti',  oder  man  nannte  sie  mit  Rücksicht  auf  die  Artikel, 
^panni  grisi  (graue  Tücher)  di  vilissimo  prezzo',  mit  denen  sie  haupt- 
sächlich handelten,  ,Grisolotti',  oder  später,  da  es  vorzugsweise 
Trientiner  waren,  auch  wohl  ,Mercanti  Trentini'  ^). 

Wie  die  Krämer  im  alten  Hause,  dürften  auch  diese  ,Vian- 
danti'  eben  wegen  ihres  kürzeren  Aufenthaltes  nun  aber  schwerlich 
als  Voll-  und  Gleichberechtigte  mit  den  anderen,  länger  verweilenden 
Kaufleuten  im  Fondaco  gegolten  und  deshalb  auch  keinen  Antheil 
an  deren  berathenden  Versammlungen  oder  General-Kapiteln  gehabt 
oder  erhalten  haben.  Da  sie  aber,  wie  keinem  Zweifel  unterliegen 
kann ,  trotzdem  ebenso ,  wie  die  anderen  Kauf  leute ,  den  Cottimo 
entrichten  raussten,  so  ist  es  leicht  erklärlich,  dass  mit  der  Zeit  in 
ihnen  der  Gedanke  reifen  konnte:  „gleiche  Pflichten,  gleiche  Rechte"  — 
oder,  wie  es  in  einem  späteren  Schriftstück  der  Deutschen  Nation 
vom  Jahre  1717  heisst:  ,dall'  aver  commune  il  foco,  pretesero 
aver  commune  anche  il  titolo  ed  essere  in  tutto  pareggiati  ä 
nazionali'*). 

Diesen  Anspruch  erhob  nun  also  Ziliberti  und ,  da  er  damit 
abgewiesen  wurde,  verweigerte  er  mit  seinen  Genossen,  deren  Zahl 
übrigens  verschieden  angegeben  wird,  die  Entrichtung  des  Cottimo. 
Während  es  nach  einem  Schreiben  des  General-Kapitels  der  Deutschen 
Nation'')  vom  Jahre  1577  nur  4  oder  5  Eisenkrämer  und  Vachini 
gewesen  sein  sollen,  waren  es  nach  einem  Schriftstücke  der  ,Nazione 
Alemana'  vom  Jahre  1717  (in  welchem  dieses  Streites  gedacht  wird)^) 


l 


')  cf.  oben  S.  12.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  657.  —  »)  Elze  bei  Thomas,  Milesio 
S.  91.  -  ")  Thomas,  Milesio  S.  81.  —  >)  Thomas,  Beiträge  S.  71.  —  ")  Elze 
bei  Thomas,  Milesio  S.  82. 


138  Geschichtliches. 

4 — 6  Trientiner  und  an  4ie  40  (venetianische)  Eisenhändler,  die 
Ziliberti  in  dem  Streite  vertrat,  der  sich  nun  zwischen  ihm  und  der 
Deutschen  Nation  entspann.  Denn  diese  hatte  nach  der  Weigerunp^ 
des  Ziliberti  von  der  Behörde  der  ,Governadori  dell'  intrade'  ein  Mandat 
an  die  Visdomini  des  Fondaco  des  Inhalts  erwirkt  ^),  dass  denjenigen, 
welche  die  ,Dazi'  oder  den  Cottimo  nicht  entrichteten,  auch  keine 
Zollscheine,  keine  ,Bollette'  sollten  ertheilt  werden,  mit  anderen 
Worten,  dass  ihnen  somit  die  Ausfuhr  ihrer  Handelsartikel  sollte 
verweigert  werden.  Dagegen  protestirte  denn  nun  Ziliberti,  indem  er 
der  Nation  überhaupt  das  Recht  bestritt,  ohne  Genehmigung  eines 
(venetianischen)  Magistrats  von  den  im  Fondaco  verkehrenden  Kauf- 
leuten eine  solche  Steuer  zu  erheben  und  gar  noch  zu  erhöhen,  die, 
wie  er  behauptete,  nicht  dem  Handel  im  Allgemeinen,  sondern 
nur  den  Sonderinteressen  Einzelner  zu  gut  komme.  Die  Nation 
hinwiederum  berief  sich  auf  das«  Herkommen  und  legte  zugleich 
dar,  wozu  der  Cottimo  wirklich  verwendet  werde.  Das  Kollegium 
der  ,Governadori  delle  intrade'  und  der  ,Cinque  Savii  sopra  la  mer- 
cantia',  vor  welchem  auf  Wunsch  beider  Parteien  der  Streit  dann 
zur  Verhandlung  kam,  traf  am  6.  September  1577  folgende  Ent- 
scheidungen: 1)  dass  Ziliberti  und  seine  Genossen  den  Cottimo  zu 
entrichten  hätten,  die  Nazione  Alemana  mit  ihrem  Verlangen  im 
Rechte  sei,  2)  dass  die  Nazione  den  Cottimo  im  bisherigen  Betrage 
von  2  grossi  auf  je  100  Dukaten  wie  bisher  erheben  und  verwalten 
könne;  dass  aber  zu  einer  Aenderung  oder  Erhöhung  des- 
selben in  Zukunft  die  Zustimmung  der  Majorität  des  ge- 
nannten venetianischen  Kollegiums  erforderlich  sein  solle. 
Als  dann  14  Tage  darauf,  am  18.  September  1577,  die  Nation  die 
Erhöhung  des  Cottimo  um  2  weitere  grossi  von  100  Dukaten,  also 
auf  das  Doppelte  beantragte,  weil  der  frühere  Betrag  nicht  mehr 
ausreiche,  namentlich  die  Kosten  der  ,Panada'  zu  bestreiten,  da  wurde 
ihr  dieses  Gesuch  abgeschlagen.  Den  von  Thomas  publizirten  Akten- 
stücken ^)  zufolge  wandte  sich  das  General-Kapitel  daraufhin  an  den 
Rath  der  Städte  Ulm,  Augsburg,  Nürnberg,  um  diese  zu  einer  Eingabe 
an  den  Dogen  in  dieser  Angelegenheit  zu  bewegen.  Eine  solche 
ging  dann  auch  mit  dem  Datum  des  31.  Januars  1578  und,  da  wegen 
des  inzwischen  eingetretenen  Ablebens  des  Dogen  eine  neue  Adresse 
nothwendig  wurde,  mit  dem  Datum  des  5.  Mai  1578  versehen  nach 
Venedig  ab ,  worin  vorzugsweise  und  wohl  nicht  ohne  Absicht  die 
Unmöglichkeit,  die  Panada  fernerhin  zu  spenden,  betont  wurde, 
wenn  die  Erlaubniss  zur  Erhöhung  des  Cottimo  verweigert  werde. 
Wissen  wir  auch  nicht,  welche  Wirkung  diese  Eingabe  hatte,  sicher 
ist,  dass  in  der  folgenden  Zeit  der  Cottimo  immer  mehr  gesteigert 
wurde.  Im  Jahre  1631  wurden  10  grossi  von  100  Dukaten  = 
•'ji  2  ^/o  erhoben,  und  im  Juni  dieses  Jahres  suchte  die  Nazione  wegen 
der  schlechten  Geschäfte  bei  den  Governadori  delle  intrade  und  den 


*)  Thomas,  Beiträge  S.  72.  —  ^)  a.  a.  0. 


Geschichtliches.  139 

Ginque  Savii  um  die  Erlaubniss  nach,  den  Betrag  auf  12  grossi  = 
^/2  ^j'i  zu  erhöhen,  die  ihr  auch  zunächst  auf  die  Dauer  von  6  Monaten 
ertheilt  wurde  ^).  Im  Jahre  1691  betrug  die  Steuer  24  grossi  = 
1  Dukaten  ^  P/o,  die  höchste  Höhe,  die  sie  überhaupt  erreichte; 
dann  sank  sie  wieder  etwas  herab  und  betrug  im  Jahre  1717 
20  grossi  =  5/6  >  2), 

In  dieser  Zeit  entbrannte  ein  neuer  grosser  Streit  über  den  Cot- 
timo ,    dessen  Betrachtung  wir  jedoch   besser  auf  später  versparen. 

Wir  müssen  uns  vorerst  nochmals  in  das  lÖ.  Jahrhundert  und 
speziell  in  das  Jahr  1578  zurückversetzen.  Vermuthlich  in  Folge  der 
Streitigkeiten  mit  Ziliberti  und  seinen  Genossen  wurden  nämlich, 
wie  es  scheint,  gerade  in  diesem  Jahre  einige  Aenderungen  von 
der  Deutschen  Nation  in  Bezug  auf  ihre  eigene  innere  Verwaltung 
getrofPen.  Milesio  verzeichnet  zum  Jahre  1578^)  den  Beschluss  eines 
General-Kapitels  betreffs  der  Wahl  der  beiden  Cottiraieri  oder,  wie  sie 
von  da  oder  von  etwas  später  an^)  heissen,  der  beiden  Consuln,  ohne 
jedoch  den  Inhalt  dieses  Beschlusses  näher  anzugeben.  Es  scheint  nicht, 
dass  über  die  Amtsdauer  der  beiden  Consuln  eine  Aenderung  getroffen 
wurde,  die  vorerst  noch  6  Monate  betragen  zu  haben  scheint  und 
erst  später  —  nach  Milesio  im  Jahre  1604  5)  —  durch  Beschluss 
eines  Generalkapitels  auf  2  Jahre  festgesetzt  wurde  und  im  18.  Jahr- 
hundert noch  erhöht  worden  sein  mag,  wenn  nicht  dieselben  Persön- 
lichkeiten mehrmals  hintereinander  wiedergewählt  wurden.  Aber 
was  Milesio  als  schon  seit  Einsetzung  der  Cottimieri  bestehend 
hinstellt 5),  dürfte  erst  jetzt  1578  eingeführt  worden  sein:  das  ist 
die  Scheidung  der  Consuln  nach  (Geschäft  und)  Wohnung. 
Der  eine  nämlich  von  ihnen  erhielt  den  Titel  ,Console  Seniore*^ 
(konnte  dem  Alter  nach  aber  der  Jüngere  sein)  und  wohnte 
ausserhalb  des  Fondaco,  der  andere  hiess  ,Console  Cassiere  Juniore' 
und  hatte  seine  Wohnung  im  Fondaco.  Vielleicht  wurden  damals^ 
1578,  auch  die  6  Aeltesten,  ,Segretieri'  genannt,  eingesetzt,  welche 
den  Consuln  zur  Seite  standen  und  alle  Gegenstände  vorher  durch- 
zuberathen  hatten,  ehe  sie  an  das  General-Kapitel  gingen,  welches 
nach  wie  vor  die  letzte  oberste  Entscheidung  in  allen  Angelegenheiten 
der  Nation  besass  und  nun  nicht  mehr  blos  an  den  beiden  früher  ange- 
gebenen Terminen  (Jakobi  und  Weihnachten),  sondern  jeden  Augen- 
blick im  Bedürfnissfalle  zusammentrat.  Man  sieht:  es  war  eine 
republikanische  Verfassung,  die  sich  die  Deutsche  Nation  hier  gab 
oder  die  sich  hier  herausbildete  im  Anschluss  wohl  an  die  Vorbilder 
der  heimischen  Städte -Verfassungen. 

Je  mehr  sich  so  die  in  Venedig  im  Fondaco  verkehrende 
deutsche  Kaufmannschaft  zu  einem  ,Corpo  politico' ,  wie  es  Milesio 
bezeichnet**),    oder  wie  wir  lieber  sagen  würden,  zu  einer  fest  ge- 


')  Bd.  I  Nr.  736,  737.    -    ^)  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  83.   —   »)  bei 
Thomas  S.  65.  —  ■•)  cf.  oben  S.  90.  -  ")  Thomas  S.  67.  —  *)  ebda.  S.  25. 


140 


Geschichtliches. 


gliederten  Korporation,  welche  nun  meist  den  Namen  , Deutsche 
Nation"  oder  „Nazione  (Natione)  Alemana"  führte,  zusammenschloss  — 
desto  mehr  bildete  sich  aber  in  ihrem  Inneren  ein  eigenthümlicher 
Zwiespalt  und  Gegensatz  aus,  der  in  der  folgenden  Geschichte 
des  Fondaco  eine  •  grosse  Rolle  gespielt  hat ,  und  den  wir  daher 
näher  betrachten  müssen. 

Wir  haben  schon  früher  hervorgehoben  ^)  und  müssen  es  an 
dieser  Stelle  nochmals  nachdrücklichst  thun,  dass  in  der  älteren 
Zeit  bis  zum  Ausgange  des  15.  Jahrhunderts  (und  wohl  auch  noch 
bis  in  den  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  hinein)  unter  den  im 
Fondaco  verkehrenden  deutschen  Kaufleuten  —  von  den  Krämern 
abgesehen  —  keinerlei  Unterschied  bestand,  keiner  besondere 
Rechte  besass,  keiner  mehr  galt  als  der  andere,  speziell  der  Ober- 
deutsche nicht  mehr  als  der  Niederdeutsche,  der  aus  einer  freien 
Reichsstadt  nicht  mehr  als  der  aus  einer  Fürstenstadt.  Jeder  ,  ge- 
lernte" Kaufmann  hatte  gleiches  Anrecht  auf  Antheil  an  der  Tafel 
und  am  Kapitel  und  in  diesem  gleiche  Stimme.  Anders  im  aus- 
gehenden 16.  und  besonders  im  17.  Jahrhundert. 

Da  lesen  wir  auf  einmal  von  „Privilegirten"  und  ,Nicht- 
Privilegirten",  von  „Berechtigten"  und  „Nicht-Berechtigten",  von 
ernsten  Streitigkeiten,  die  sich  über  die  Berechtigung,  am  Fondaco 
und  den  damit  verbundenen  Privilegien  Antheil  zu  nehmen,  zwischen 
den  ober-  und  niederdeutschen  Städten  erhoben.  Um  es  kurz  zu 
sagen:  die  oberdeutschen  Städte  nahmen  am  Ende  des  16.  und  am 
Anfang  des  17.  Jahrhunderts  den  Fondaco  für  sich  allein  in  Anspruch. 
Sie  oder  vielmehr  ihre  Kaufleute  in  Venedig  behaupteten  allein  die 
ächten,  rechten  Deutschen  zu  sein,  die  allein  als  ,antichi  Todeschi 
natural i'  das  Anrecht  auf  Benützung  der  Kammern,  auf  Theilnahme 
an  der  gemeinschaftlichen  (Mittags-)Tafel  und  an  den  Kapitelsitzungen 
besässen.  Diese  drei  Momente  wurden  dann  meist  als  die  ,3  requi- 
siti'  zusammengefasst  und  dann  weiter  behauptet,  dass  nur  der  Besitz 
dieser  3  requisiti  auch  zum  Antheil  an  den  von  der  Regierung 
für  den  Fondaco  gewährten  Privilegien  und  Immunitäten 
berechtige. 

Was  zunächst  diese  letzteren  betrifft,  so  findet  sich  eigentlich 
nirgends  eine  zusammenfassende,  übersichtliche  Aufzählung  derselben. 
In  dein  Dekrete  der  venetianischen  Regierung  vom  19.  Dezember 
1510,  welches  die  Miethe  für  die  Kammern  und  Gewölbe  im  neuen 
Hause  u.  s.  w.  endgültig  festsetzt^),  heisst  es  am  Anfang  nur  ganz 
allgemein,  dass  die  Regierung  die  deutschen  Kaufleute  bei  den  Privi- 
legien, Immunitäten  und  Exemptionen  belassen  wolle,  die  sie  bisher 
genossen;  dass  sie  ihnen  insbesondere  keine  neue  Auflage  oder 
Steuer  auferlegen  wolle,  welche  die  Kaufleute  nicht  bisher  gemäss 
ihrer   alten  Privilegien   entrichtet   hätten.    Dazu   würden    nun    also 


1)  cf.  oben   S.  86.    -    ^)  s.  Thomas,   Milesio   S.  49   und   Flegler  im  An- 
zeiger etc.  S.  365. 


Geschichtliches.  141 

einmal  alle  die  Vergünstigungen  gehören,  die  wir  oben  gelegentlich 
aufgeführt  haben  ^)  und  die  wir  hier  nicht  nochmals  zu  wiederholen 
brauchen.  Ferner  jenes  auch  von  Milesio^)  erwähnte  Privilegium 
vom  Jahre  1507,  worin  der  Doge  und  die  Regierung  den  deutschen 
Kaufleuten  im  ganzen  Gebiete  der  Republik  freien  Handel  und 
Wandel  und  Sicherheit  der  Person  und  der  Waaren  zusagt  ^).  Wenn 
Milesio  behauptet"^),  dass  dieselben  darin  sogar  zu  „Bürgern  Venedigs" 
erklärt  worden  seien,  so  ist  das  nicht  richtig  und  wieder  eine  jener 
Uebertreibuugen  und  falscher  Urkunden-Interpretationen,  deren  sich 
Milesio  öfters  schuldig  gemacht.  Es  heisst  nämlich  in  dem  Aktenstücke 
nur:  „wir  haben  die  deutschen  Kaufleute  wegen  der  alten  gegen- 
seitigen Handelsbeziehungen  stets  so  geliebt  (mehr  als  andere  Kauf- 
leute), dass  wir  sie  für  unsere  Landsleute  ansehen,  und  zwischen 
unseren  Bürgern  und  Einwohnern  und  ihnen  bei  uns  kein  Unter- 
schied besteht*.  Das  ist  aber  doch  etwas  Anderes  als  eine  förmliche 
Bürgerrechtsverleihung.  In  dem  Privileg  vom  30.  Dezember  1510, 
das  nochmals  den  deutschen  Kaufleuten  mit  allen  ihren  Bediensteten 
freien,  ungehinderten,  sicheren  Verkehr  gewährleistet^),  fehlt  ein 
Hinweis  auf  eine  solche  venetianische  Bürgerschaft  der  deutschen 
Kaufleute  ganz  und  gar;  und  auch  sonst  ist,  wie  mir  Professor  Predelli 
versichert,  über  eine  derartige  Verleihung  im  venetianischen  Staats- 
archiv nichts  überliefert  oder  bekannt.  —  Unwesentlich  erscheint, 
was  Milesio  sonst  noch  als  Privilegien  der  Nazione  Alemana  ver- 
zeichnet*^), dass  sie  Kuriere  nach  Rom  spediren  durfte,  dass  die  jungen 
Deutschen  an  der  Universität  Padua  in  Philosophie  und  Medizin  und 
später  auch  in  der  Jurisprudenz  doktoriren  durften.  —  Von  erheblich 
grösserem  Belang  war  es,  dass  unseren  Landsleuten  im  Jahre  1510 
bei  Festsetzung  der  Miethe  die  Zahlung  der  kurz  vorher  den  Frem- 
den aufgelegten  Einfuhr-Steuer  von  2  grossi  vom  Dukaten  erlassen 
wurde  ^).  Das  war  eine  sehr  wesentliche  Vergünstigung  und  be- 
deutete für  unsere  Kaufleute  einen  ganz  ausserordentlichen  materiellen 
Gewinn.  Und  von  nicht  geringem  Werthe  waren  einige  weitere 
Zollvergünstigungen,  die  denselben  von  der  Regierung  darnach  noch 
gewährt  wurden.  Mindestens  schon  im  Jahre  1557  bestand  für  sie 
das  Privilegium  der  ,Denari  (Danari)  franchi' :  eine  Einfuhrprämie, 
wie  man  es  modern  ausdrücken  würde ,  indem  jedem  deutschen 
Kaufmann,  welcher  Waaren  in  Venedig  kaufte  und  nach  Deutsch- 
land ausführte,  am  Zoll  ,12  grossi  20  piccoli'  (also  etwas  über 
V«  Dukaten)  von  100  Dukaten  abgezogen  wurden,  wofern  er  vorher 
Waaren  aus  Deutschland   eingeführt  hatte  ^).  —  Ferner  finden  wir. 


')  S.  34-36.  —  2)  Thomas  S.  62.  -  ^)  Bd.  I  Nr.  652.  -  ")  Thomas  S.  24,  62. 
-  5)  Bd.  I  Nr.  681.  -  ')  Thomas  S.  24.  -  ')  Bd.  I  Nr.  679;  cf.  oben  S.  128.  Das  von 
Milesio  zum  Jahre  1509  angeführte  Privileg  wird  wohl  das  unserige  Bd.  I  Nr.  674 
sein.  —  ")  Meder,  Handelbuch  f.  IV' :  , Was  Wahr  einer  aufs  Teutschland  gen  Venedig 
bringt,  vnd  da  verkaufFt,  und  im  Officio  sein  Messetaria  davon  bezalt,  so  hat 
er  allweg  von  100  Duc,  so  er  dann  gelöst  hat  am  VerkauflFen,  V^  Duc.  20  p(ic- 
coli)  gut,  di  heyst  man  Denari  Franchi.    Was  denn  einer  kaufft,  es  sey  was  es 


142  Geschichtliches. 


•i 


wenigstens  bereits  im  Jahre  1572,  ausserdem  die  sehr  beträcht- 
liche Zollermässigung  von  15  ^/o  für  eingeführte  deutsche  Waaren, 
,so  man  an  dem  Zoll  wigt'  und  von  10  ^/o  ,an  all  Wahren,  so  man 
an  dem  Zoll  zeit,  so  die  Herrschaft  schenckt  und  nachlest'  ^).  Und 
ebenso  von  10  ^/o  bei  der  Ausführung  venetianischer  Waaren,  wenn 
deren  Preise  genau  angegeben 2).  —  Desgleichen  wurde  die  Naz.  Alem. 
im  Jahre  1630  von  einer  ausserordentlichen  Steuer  befreit^)  und  am 
Ende  des  17.  Jahrhunderts  noch  weiter  mit  Steuernachlässen  q.  s.  w. 
begnadet"*),  die  wir  hier  vorläufig  übergehen  können.  Andere 
gelegentliche  Privilegien  oder  Vergünstigungen  betreffen  die  Art 
des  Transportes  oder  gewähren  Erleichterung  des  Verkehrs:  z.  B. 
vom  Jahre  1521,  dass  die  Deutschen  mit  jeder  beliebigen  Barke 
sollten  ihre  Waaren  herbeischaffen  lassen  können  ^) ;  vom  1 7.  Mai 
1531,  dass  die  Felleisen  deutscher  Brief-Boten  nicht  geöffnet  und 
durchsucht  werden  sollten'');  vom  22.  März  1539,  dass  die  Ballen 
der  Deutschen  in  Verona  nicht  geöffnet  werden  sollten')  u.  dgl.  mehr. 
Nur  die  ächten  Deutschen  sollten  also,  sagten  wir,  nach 
der  Meinung  der  Oberdeutschen  im  Vollbesitze  aller  dieser  Privi- 
legien sein.  Wer  genauer  unter  jenen  ächten  Deutschen  gemeint 
sei,  erfahren  wir  aus  späteren  Schriftstücken:  es  sind  die  Kaufleute 
aus    den    Städten    Augsburg,    Nürnberg,    Ulm,     Strassburg, 


wöU,  vnd  di  Messetaria  dauon  zalen  wil,  so  zeucht  man  im  ab  den  V2  Duc. 
"20  p.,  so  vil  einer  derselben  Denari  Franci  hat  eingenommen.  Allein  am  Piper 
lest  man  darumb  niemand  nichts  abgehen.  Item  wenn  derselben  Franchi  Denari 
mehr  werden  denn  einer  im  Officio  schuldig  were,  von  dem  was  er  gekauflFt 
het,  so  gehet  im  ab,  so  vil  es  trifft,  vnnd  was  vberbleybt,  darumb  geben  ihm 
di  Schrivani  ein  Boleta.  Hat  er  aber  allein  verkauflFt  vnnd  nichts  gekaufft, 
vmb  wievil  Ducaten  sein  Rechnung  im  Officio  innen  helt,  so  vil  Denari  Franchi 
hat  er  gut,  als  V2  Duc.  20  p.  per  100;  da  gibt  man  dir  ein  Boleta  für,  die 
magst  du  bezalen,  vnd  stund  es  zweintzig  jar  an.  Vnd  wenn  einer  wider  kompt 
vnnd  die  Boleten  weyset,  so  zeucht  man  im  ab,  wie  oben  stehet.  Man  kan 
auch  keinem  die  Denari  Franchi  verkauffen  noch  abschreyben,  so  lest  man  sie 
keinem  von  deiner  wegen  abgehen,  dann  dem  Namen  der  sie  im  verkauffen 
gemacht  hat.  Allein  mit  dem  kauften  mufs  maus  also  heraufs  ziehen'.  —  Aehnlich 
in  der  ,TarifFa'  von  1572,  f.  4':  So  dir  Güter  herein  kommen,  so  magst  vmb 
souil  werth  wider  her  gegen  Güter  hinaufs  binden,  daran  hast  du  vortheil  an 
dem  Zoll  grosch.  12  piceli  20  per  Duc.  100  die  valuta,  so  man  minder  zoll 
zalt,  als  wenn  du  kein  Gut  herein  hast:  das  heist  man  Danari  franchi  .  .  . 
cf.  Thomas,  Milesio  S.  90.  —  ^)  Tariflfa  f.  1'— 2,  27  u.  öfters.  —  2)  ebda.  f.  40' : 
,So  man  die  Keuff  justo  in  notta  geit  von  all  Wahren,  so  Teutsch  hinaufs  binden, 
vnnd  der  KauflFmann  oder  Sansser  schwert,  das  so  vil  kost  haben,  so  schlecht 
man  ab  an  dem  zoll  10  per  cento  di  valuta,  das  man  minder  davon  zoll  zalt, 
dann  das  Gut  kost,  so  die  Herrschafft  schenckt  vnd  nachlest.  So  man  aber  nicht 
schweren  wil,  so  schlecht  man  die  10  per  cento  nit  ab,  vnd  schlagen  es  die 
So(p)rastanti  oder  aufseher  an,  so  es  in  nota  nemen,  nach  dem  sie  für  gut 
ansieht.  Sollichs  ist  erstlich  nur  6  per  cento  gewest.  So  hat  man  aber  den 
zoll,  der  s(oldi)  3  per  lira  auflf  das  Zollgelt  gerait,  in  dem  1561.  Jar  cressiert, 
vnd  hergegen  der  teutschen  Nation  mehr  4  per  cento  abzuschlagen  vergünt, 
per  Conpenso  .  .  .'  cf.  Thomas,  Register  zum  Kapitular  .  .  .  1.  c.  S.  42  zum  17.  Sept. 
1551  und  S.  63,  64  zu  den  Jahren  1560-61.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  735.  -  *)  Elze  bei 
Thomas,  Milesio  S.  90.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  696;  Milesio  S.  63;  fälschlich  zum  Jahre 
1515.  -  «)  Milesio  S.  63.  -   ')  ebda.  S.  64. 


Geschichtliches.  143 

Frankfurt,  Regensburg,  Wien,  Steyer,  Salzburg^)  und  des 
von  diesen  Städten  umschlossenen  Territoriums,  die  sich  als  die 
einzigen  vollberechtigten  Insassen  des  Fondaco  hinstellten,  die  allein 
im  Besitze  der  ,drei  Requisiti'  seien. 

Es  ist  mir  bisher  nicht  gelungen,  einen  Anhaltspunkt  dafür 
zu  finden,  wann  zuerst  denn  diese  3  requisiti  erwähnt  oder 
formulirt  wurden.  Ganz  falsch  ist  es,  wenn  Milesio  behauptet^), 
es  hätte  dieses  Privilegium  oder  Vorrecht  schon  im  Jahre  1418 
bestanden,  indem  der  venetianische  Senat  auf  Ansuchen  des  Herzogs 
Ernst  von  0 esterreich  damals  den  Bürgern  von  Laibach  dasselbe  in 
gleicher  Weise,  wie  es  die  Anderen  besessen,  eingeräumt  habe.  Es 
steht  davon  nicht  eine  Silbe  in  dem  noch  erhaltenen  Aktenstück^) 
und  kann  auch  nichts  davon  darin  stehen,  weil  von  einem  solchen 
Privileg  damals  überhaupt  noch  keine  Rede  war,  da  ja  vielmehr 
damals  alle  Kaufleute  gleiche  Rechte  besassen.  —  Die  Naz.  Alem. 
selbst  sagt  in  einem  Schriftstücke  vom  Jahre  1652*),  dass  vor  dem 
Jahre  1505  von  den  8  requisiti  keine  Rede  habe  sein  können,  weil  — 
freilich  ein  fadenscheiniger  Grund!  —  erst  damals  die  camere  gebaut 
worden  seien.  Als  ob  es  früher  nicht  auch  solche  gegeben!  Ob  etwa 
bei  Einrichtung  des  neuen  Hauses,  vielleicht  im  Hinblick  auf  die 
,Viandanti',  diese  3  requisiti  aufgestellt  worden,  wird  nicht  angegeben. 
Wahrscheinlicher  ist  es  mir,  dass  dies  wenigstens  entschiedener  erst 
etwa  1578  nach  dem  Streite  mit  Ziliberti  geschehen  sein  wird, 
wo  wir  auch  zuerst  von  dem  Unterschied  zwischen  ächten  und  nicht 
rechten  Deutschen  lesen  ^),  den  damals  allerdings  wohl  nur  erst  die 
deutsche  Kaufmannschaft  selbst  aufstellte.  Von  Seite  der  Regierung 
wurde  dann  zuerst,  soviel  ich  bis  jetzt  sehe,  im  Jahre  1597  ein 
solcher  Unterschied  gemacht. 

In  diesem  Jahre  nämlich  stellte  der  Rath  der  Stadt  Dan  zig 
schriftlich  und  mündlich  durch  einen  Abgesandten  an  die  venetianische 
Regierung  das  Ansuchen  um  Zulassung  zum  Fondaco^),  indem  sie 
zugleich  die  Naz.  Alem.  selbst  bat  ^),  eine  ihrem  Vorhaben  günstige 
Erklärung  durch  das  General-Kapitel  abgeben  zu  wollen.  Wohl  im 
Einvernehmen  oder  nach  Anhören  der  Naz.  Alem.  erstattete  der  Senat 
dann  den  Danzigern  folgenden  Bescheid  ^).  Sie  sollten  in  Bezug  auf  die 
Behandlung  und  Expedirung  ihrer  Waaren  dieselben  Vorrechte  und 
Freiheiten  u.  s.  w.  gemessen,  wie  die  übrigen  im  Fondaco  wohnenden 
Deutschen;  sie  sollten  überdies,  worum  sie  ferner  noch  nachgesucht 
hatten,  befreit  sein  für  ihre  Schiffe  vom  Ankerzoll,  den  andere  fremde 
Schiffe  entrichten  mussten;  sollten  ferner  Oel  ausführen  dürfen  mit  Be- 
zahlung der  gewöhnlichen  Zölle.  Aber  die  Befreiung  von  der  neuen 
Auflage  wurde  ihnen  nicht  gewährt,  und  ebenso  nicht  das  Recht,  im 
Fondaco  selbst  wohnen  zu  dürfen.    Und  zwar  wurde  diese  abschlägige 


')  s.  Bd.  I  Nr.  761  S.  453.  -  ')  Thoraas  p.  61.  —  ')  Capitolare  p.  120 
c.  231.  —  *)  Bd.  I  Nr.  773  S.  462.  —  *)  cf.  oben  S.  137.  -  «)  Thomas,  Zur 
Quellenkunde  S.  45—47.  —  ^)  s.  Bd.  I  Nr.  713. 


144 


Geschichtliches. 


Antwort  damit  motivirt,  dass  dies  letztere  Recht  ,den  Deutschen" 
eingeräumt  sei  und  sich  daher  die  Sache  nicht  ,in  integro'  befinde. 
Ohne  den  Vorrechten  derer,  denen  schon  früher  jenes  Wohnungs- 
privilegium  ertheilt  worden,  entgegenzutreten,  könne  man  in  dieser 
Beziehung  den  üanzigern  nicht  gefällig  sein.  Sie  müssten  da  mit 
dem  guten  Willen  vorlieb  nehmen.  Ob  die  Danziger  sich  damit 
zufrieden  gaben  oder  dagegen  protestirten,  vermag  ich  nicht  an- 
zugeben. 

Aus  dem  Jahre  1601  ist  uns  ferner  ein  Schreiben  des  Nürnberger 
Rathes  an  die  venetianische  Regierung  überliefert^),  worin  jener 
mittheilt,  die  in  Venedig  weilenden  Nürnberger  Kaufleute  hätten 
sich  darüber  beschwert,  dass  in  den  Fondaco  auch  Kauf leute  „anderer 
—  welcher,  wird  nicht  gesagt  —  Nationen"  aufgenommen  würden, 
and  um  Massregeln  dagegen  nachsucht. 

Des  Weiteren  ist  dann  einer  Entscheidung  zu  gedenken,  welche 
im  ,Collegio'  unter  Zuziehung  der  ,Governadori  delle  Intrade'  und 
der  ,Cinque  Savii  alla  Mercanzia'  am  31.  Januar  1605  getroffen 
wurde  ^).  Es  hatten  sich  —  offenbar  mit  Rücksicht  auf  jene  ein- 
getretene Unterscheidung  zwischen  ächten  und  nicht  ächten  deutschen 
Kaufleuten  —  Zweifel  erhoben,  wo  die  letzteren  ihre  Zölle  ent- 
richten sollten,  ob  im  Fondaco  (wo  sie  nicht  wohnten)  oder  im  ,Datio 
della  intrada  di  terra',  d.  h.  im  Zollamt  für  alle  sonstigen  vom  Festland 
eingeführten  und  dorthin  auszuführenden  Waaren  —  in  welch'  letz- 
terem Falle  sie  der  mit  dem  Fondaco  verknüpften  Zollvergünstigungen 
nicht  theilhaftig  wurden.  Nun  wurde  bestimmt,  dass  nur  die 
,naturali  Todeschi'  des  Fondaco,  d.  h.  diejenigen,  welche  am 
Kapitel,  an  den  Kammern  und  an  der  Tafel  des  Fondaco  Antheil 
hätten,  und  ausserdem  diejenigen,  welche  vom  Senat  besonders 
damit  begnadet  würden,  ihre  Zahlungen  im  Fondaco  sollten  ent- 
richten und  dabei  also  der  verschiedenen  Vergünstigungen  theil- 
haftig werden  dürfen;  alle  anderen  Kauf  leute  aber  ihre  Zölle  im 
,Datio  della  intrada  da  terra'  entrichten  müssten.  Als  einige  Monate 
später  (im  Juli  1605)  zwei  Brüder,  Namens  Holländer,  aus  Köln 
das  Ansuchen  stellten,  dass  ihre  Waaren  im  Fondaco  behandelt 
würden,  wurde  ihnen  dies  abgeschlagen,  weil  sie  nicht  im  Besitze  jener 
3  requisiti  und  den  Consuln  der  Deutschen  Nation  im  Fondaco  über- 
haupt nicht  bekannt  seien  ^).  Möglich,  dass  diese  Beiden  oder  dass 
Andere  sich  darüber  beschwerten:  genug,  wir  finden  zum  15.  Sep- 
tember 1607  eine  neue  Verhandlung  und  eine  neue  Entscheidung 
über  diesen  Punkt  im  venetianischen  Senat*).  Da  wurde  nun  sehr 
richtig  geltend  gemacht,  es  sei  nicht  zweifelhaft,  dass  der  Fondaco 
ganz  allgemein  für  alle  jene  deutschen  Kaufleute  errichtet 
worden,  welche  Waaren  aus  Deutschland  nach  Venedig 
brächten    und    bringen    könnten.     Wenn    lediglich    diejenigen, 


1)  Bd.  I  Nr.  714.   —    "")  ebda.  Nr.  719.   —    ^)  ebda.  Nr.  721.   —    ")  ebda. 
Nr.  722. 


Geschichtliches.  145 

welche  augenblicklich  im  Besitze  der  3  requisiti  (oder  ,prehe- 
minenze')  seien,  des  Benefiziums  des  Fondaco  theilhaftig  sein 
sollten,  alle  anderen  deutschen  Kaufleute  aber,  welche  (weil  nur 
vorübergehend  in  Venedig  sich  aufhaltend)  keine  eigene  Kammer 
und  keinen  Antheil  am  Kapitel  und  an  der  Tafel  besässen,  vom 
Fondaco  ausgeschlossen  sein  sollten:  dann  könnte  und  werde  der 
Fall  eintreten,  dass,  wenn  einmal  die  augenblicklichen  Besitzer  aus- 
stürben, auch  das  Benefizium  des  Fondaco  erlösche  und  der  Fondaco 
überhaupt  aufhöre.  Nicht  blos  die  augenblicklichen  Be- 
nutzer, sondern  überhaupt  alle  deutschen  Kaufleute,  welche 
nach  den  Vorschriften  (welche  eheliche  Abstammung  im  dritten 
Glied  verlangten)  im  Stande  seien,  die  3  requisiti  zu  erhalten, 
sollten  ihre  Waaren  im  Fondaco   behandeln   lassen  dürfen. 

Dieser  Entscheidung  gemäss  erhielten  dann  z.  B.  einige  Wochen 
hernach,  am  6.  November  1607,  und  ebenso  später  am  30.  April  1608 
die  Beamten  des  Fondaco  von  den  ,Cinque  Savii  sopra  la  mercanzia' 
den  Auftrag,  die  Waaren  zweier  ehelich  geborener  Kölner  Kauf- 
leute, eines  Baptist  Bergis  und  eines  Jakob  Hootschliger,  im  Fondaco 
abzufertigen  —  in  derselben  Weise  wie  am  nämlichen  Tage  (und 
später  am  17.  Juni  1609)  die  von  geborenen  Nürnbergern  ^).  Und 
dasselbe  Recht  der  Behandlung  ihrer  Waaren  im  Fondaco  wurde 
mehreren  Aachener  Kaufleuten  im  Januar  1611  zuerkannt,  die 
schon  Ende  1607  darum  nachgesucht  hatten^),  und  mehreren 
Trientiner  Kaufleuten  am  30.  Dezember  1618  von  Neuem  be- 
stätigt; den  letzteren  dabei  zugleich  der  Antheil  an  Kammern, 
Tafel  und  Kapitel  verweigert^),  während  wir  Aachener  dann  auch 
im  Besitze  von  Kammern  im  Fondaco  finden^). 

Nichts  Näheres  ist  mir  über  das  Ansuchen  der  Stadt  Wesel 
im  Jahre  1644  bekannt,  von  welchem  in  einem  Dokumente  des 
Jahres  1649  die  Rede  ist^).  Besser  sind  wir  dann  aber  unterrichtet 
über  einen  grossen  Streit  zwischen  der  Nazione  Alemana  und  einem 
Kölner  aus  den  Jahren  1647 — 1652,  der  sich  dann  zu  einem 
principiellen  Streit  über  die  Antheils-Berechtigung  Kölns 
und  der  Niederdeutschen  am  Fondaco  überhaupt  erweiterte. 

Es  war  im  Jahre  1644  ein  in  Köln  (1626?)  ,  ehelich  und 
ehrlich  geborener"  Kaufmann,  Namens  Abraham  Spillieur*^),  in 
den  Fondaco  aufgenommen  worden  —  wie  später  von  oberdeutscher 
Seite  behauptet  wurde,  weil  man  damals  seine  Vaterstadt  nicht 
gekannt.  Denn  als  es  sich  nach  3  Jahren  herausstellte,  dass  Abraham 
Spillieur  ein  Kölner  sei,  erhielt  er  von  den  damaligen,  inzwischen 
neu  gewählten,  Consuln  den  Befehl,  den  Fondaco  zu  verlassen,  weil 
Köln  in  Niederdeutschland  lieffe  und  kein  Anrecht  an  den  Fondaco 


')  Bd.  I  Nr.  723,  728,  729.  -  ^)  ebda.  Nr.  724-727,  730,  731.  —  ^)  cf.  unten 
S.  151,  152.  —  *)  Bd.  I  Nr.  771;  cf.  Thomas,  Milesio  S.  67.  -  *)  ebda.  Nr.  759.  — 
**)  Der  Name  wird  sehr  verschieden  angegeben :  Spillieur,  Spillieurs,  Spilleurs  etc. ; 
ich  wähle  die  erste  Form  mit  Rücksicht   auf  die  Unterschrift   in  Bd.  I  Nr.  779. 

10 

% 


146  Geschichtliches. 


habe.  Der  äussere  Anlass  und  der  ganze  Hergang  der  Vertreibung 
Spillieurs  war,  wie  Herr  Pfarrer  Elze  mir  aus  den  darüber  noch 
erhaltenen  Sitzungsprotokollen  der  Nazione  Alemana  mitzutheilen  die 
Freundlichkeit  hatte,  folgender. 

In  einem  am  15,  August  1647  gehaltenen  Kapitel  der  6  Aelteren 
wurde  vorgebracht,  dass  Abraham  Spillieur  eine  Partie  Ebenholz 
diPonente  empfangen  und  dieselbe,  obschon  in  der  Dovana(=  Dogana) 
dimar  spedirt,  gleichwohl  in  denFondaco  unter  die  portichi  habe  legen 
lassen.  Es  wird  verfügt,  dass  er  es  wiederum  aus  der  Corte  räumen, 
und  hinfür  Keiner  Waaren  unter  die  Portichi  legen  soll,  die  ausser 
dem  Fondaco  spedirt  (d.  h.  ausserhalb  des  Fondaco  behandelt) 
werden.  Weil  ferner  „gemeldter  Spillieur  vor  diesem  etliche  Mal 
seinen  Jungen  (giovine,  d.  i.  Diener)  an  die  Tafel  geführt  und  nie 
bewiesen,  ob  er  ein  recht  geborner  Hochdeutscher  sei,  soll  den 
Küchenherren  auferlegt  werden,  die  längst  begehrte  fede  (Geburts- 
schein) von  ihm  abzufordern  und  solche  in's  nächste  Kapitel  zu 
bringen,  damit  es  der  Nation  zu  praejuditio  nit  weiter  verschoben 
werde".  Da  aber  Spillieur  sich  weigerte,  das  Ebenholz  aus  dem 
Hause  zu  führen,  wenn  es  ihm  nicht  von  einem  General-Kapitel 
auferlegt  werde,  wurde  er  am  20.  August  1647  in  das  Kapitel  der 
6  Aelteren  gerufen  und  ihm  schliesslich  bis  ultimo  Frist  zur  Weg- 
führung des  Holzes  sowie  bis  Ende  des  Jahres  zur  Beschaffung  der 
fede  für  seinen  Jungen  gegeben. 

Aber  schon  am  10.  September  1647  fand  in  dieser  Angelegen- 
heit ein  General-Kapitel  statt,  und  da  wurde  nun  vorgebracht:  Herr 
Anton  Hopfer,  als  gewester  Küchenherr,  habe  vor  etlichen  Tagen 
einen  Forestiere,  so  Abraham  Spillieur  zu  Gast  geladen  und  ein 
Kölner  sein  solle,  an  die  Tafel  gehen  lassen,  das  ihm  doch  vorher 
(von  den  Consuln)  untersagt  worden  und  das  Kapitular  vorgelegt 
worden,  dass  die  Kölner  als  Niederdeutsche  an  ansre  Tafel  keinen 
Zugang  haben  können;  gleichwohl  nichts  geholfen,  sondern  vorgeben, 
er  als  „Consolo  sogenannter  Küchenherr  liesse  sich  von  den  Consoli 
nichts  einreden,  sondern  er  wolle  denjenigen  per  forza  an  die  Tafel 
gehen  lassen".  Zur  Strafe  für  seinen  Ungehorsam  wurde  er  auf 
2  Monate  „bandisirt",  d.  h.  von  Tafel,  Küche,  Keller  und  Kapitel 
ausgeschlossen.  Ausserdem  wurde  aber  zu  gleicher  Zeit  in  dem 
nämlichen  General-Kapitel  gegen  Spillieur  vorgegangen.  „Nachdem 
sich  vermög  unserer  Capitulary  befindet,  dass  keiner  von  Colin  in 
,Niderteutschlandt  ligent'  die  Freiheiten  des  Deutschen  Hauses 
gemessen  kann,  wie  andere  Hochdeutsche,  ausser  was  die  Spedition 
der  Güter  anlangt,  daher  wir  keinen  von  selbigem  Ort  zu  admittiren, 
sondern  vielmehr  zu  trachten,  da  disordini  bei  der  löblichen  Nation 
eingeschlichen,  solchen  nunmehr  vorzukommen,  und  weil  (wir)  sehen^ 
dass  H.  Abraham  Spillieur  seit  Anno  1644  das  Deutsche  Haus 
besitzet,  da  er  doch  bisher  die  gebräuchlichen  requisiti  nit  gewiesen, 
noch  durch  Ballotation  von  dem  Capitel  approbirt  worden,  wann  (da) 
nun    dergleichen    inconvenienti   um   mehrerer   consequenz  länger  nit 


n 


Geschichtliches.  147 

zu  gedulden:  als  (so)  ist  determinirt,  dass  detto  H.  Spillieur,  da  er 
seine  rechte  requisiti  nit  aufzuweisen,  soll  er  ferner  unsere  Freiheiten 
des  Deutschen  Hauses  nit  geniessen,  wie  andere  rechte  natürliche 
Deutsche  und  wie  sie  von  den  legge  ,abraciert'  werden,  doch  mit 
der  condition,  da  er  länger  die  beneficii  der  Nation  geniessen  will, 
soll  er  in  den  nächsten  3  Monaten  uns  ausführlich  beweisen,  dass 
er  vom  dritten  Glied  ein  recht  geborner  Hochdeutscher  sei,  wie 
gebräuchig  von  denjenigen,  so  vorher  bei  uns  nit  fähig  erkannt 
worden.  Unterdessen  soll  er  die  Kapitel,  Tafel,  Küche  und  Keller 
nit  geniessen,  da  es  ihm  aber  beliebt,  die  3  monate  über  in  der 
Kammer  zu  wohnen,  soll  es  dem  freistehen;  da  er  aber  die  begehrte 
requisiti  nit  auflegen  wird,  hat  er  solche  gleichfalls  zu  räumen"  ^). 
Allein  Abraham  Spillieur  war  nicht  gewillt,  dieser  Entscheidung 
sich  ohne  Weiteres  zu  fügen;  er  wandte  sich  durch  seinen  Mit- 
bürger Johann  Pelser  ^)  schutzflehend  an  den  Rath  seiner  Vaterstadt. 
Und  dieser  beschloss,  für  dessen  und  der  eigenen  Stadt  Recht  voll 
einzutreten.  Er  protestirte  in  einem  Schreiben  (vom  7.  August  1648)^) 
an  den  Dogen  entschieden  gegen  eine  solche  Vergewaltigung. 
Abraham  Spillieur  sei  in  den  Fondaco  aufgenommen  worden, 
nachdem  bezüglich  seiner  Herkunft  und  ehelichen  Geburt  die 
nöthigen  Zeugnisse  beigebracht  worden,  und  unter  Zustimmung 
des  General-Kapitels.  Die  von  dem  neuen  Consulat  statuirte  Schei- 
dung zwischen  Ober-  und  Niederdeutschland  sei  ganz  unstatthaft 
und  habe  nicht  im  Sinne  der  Gründer  und  Stifter  des  Fondaco 
gelegen.  Auch  seien  früher  und  erst  jüngst  Kaufleute  aus  ihrer 
Nachbarstadt  Aachen  in  den  Fondaco  und  zum  vollen  Genuss  von 
dessen  Privilegien  zugelassen  worden,  welche  demselben  Westfälischen 
Kreise  angehöre  und  ebenfalls  in  Niederdeutschland  liege,  wie  Köln, 
das  doch  nicht  geringer  zu  achten  sei,  als  die  Nachbarstadt.  Der 
Kölner  Rath  ersuchte  daher  den  Dogen  am  Schlüsse,  nicht  blos  dem 
Spillieur  zu  seinem  Rechte  zu  verhelfen,  sondern  auch  ein  für  alle 
Mal  zu  erklären,  dass  die  Kölner  befähigt  und  berechtigt  seien,  im 
Fondaco  sowohl  zu  handeln  als  auch  zu  wohnen  und  an  allen  Pri- 
vilegien, Immunitäten  u.  s.  w.  Antheil  zu  haben,  die  damit  verbunden 
seien.  —  Vorher  schon  (am  3.  und  10.  April  1648)*)  hatte  sich  der 
Kölner  Rath  an  den  von  Augsburg  mit  der  Bitte  gewendet,  er  möge 
in  Venedig  die  Rückgängigmachung  des  gegen  Spillieur  erlassenen 
Ausweisungsbeschlusses  erwirken,  da  der  Rath  von  Augsburg  selbst 
dem  von  Köln  mitgetheilt  hatte,  er  weigere  sich  der  Ausschliessung 
zuzustimmen.  Auch  der  Rath  von  Nürnberg  scheint  nach  einer 
gelegentlichen  Notiz  zuerst  für  die  Berechtigung  der  Kölner  eine 
Erklärung  abgegeben  zu  haben  ^).    Dann  aber  lesen  wir  bald  darauf, 

')  cf.  Bd.  I  Nr.  779  S.  471.  —  ")  ebda.  Nr.  754,  755.  -  ')  Ennen, 
,,Die  Stadt  Köln  und  das  Kaufhaus  der  Deutschen  in  Venedig",  in  der  Monats- 
schrift für  rheinisch-westfälische  Geschichtskunde,  Jahrg.  I  S.  1.S3.  —  *)  s.  Bd.  I 
Nr.  753,  754;  Ennen  S.  119  gibt  fälschlich  den  10.  August  an.  -  *)  Bd.  I 
Nr.  750  u.  779,  S.  472 


148  Geschichtliches. 


n 


dass  die  RathskoUegien  der  oberdeutschen  Städte,  deren  Kaufleute 
den  Hauptbestandtheil  der  Nazione  Alemana  im  Fondaco  ausmach- 
ten, auf  Bitten  ebenderselben  zu  deren  Gunsten  gegen  die  Nieder- 
deutschen auftraten.  Wenigstens  von  den  Nürnberger,  Ulmer  und 
Kegensburger  Kaufleuten  können  wir  es  ganz  bestimmt  nachweisen, 
dass  sie  bei  dem  Rath  ihrer  Vaterstadt  anfragten,  was  dort  über 
das  Verhältniss  Köln's  zum  Reiche  und  über  dessen  Anrecht  an 
den  Fondaco  bekannt  sei.  Die  Antwort  (vom  2.,  10.  und  12.  März  1648) 
lautete^):  Köln  gehört  wohl  zum  Reiche,  aber  zu  Niederdeutsch- 
land; die  Privilegien  des  Fondaco  sind  aber  nur  für  die  Oberdeutschen 
erlassen  —  daher  sind  die  Kölner  auszuschliessen !  Ob  auch  die 
übrigen  oberdeutschen  Insassen  des  Fondaco  sich  von  ihren  Heimaths- 
städten  Aufschluss  erbeten,  ist  zwar  bis  jetzt  nicht  erwiesen,  aber 
sehr  wahrscheinlich.  Hingegen  scheint  es  nicht  richtig,  dass,  wie 
Ennen  meint^),  „inFolge  solchen  Ansuchens  am  14, September  1649 
in  Nürnberg  Abgeordnete  der  Städte  Augsburg  (Christoph  von  Stetten), 
Frankfurt  (Franciscus^)  Steinglinus),  Ulm  (Syndicus  Dr.  Sebastian  Otto) 
und  Nürnberg  (Senator  Georg  Imhof)  zusammengetreten  seien,  um 
durch  ein  gemeinschaftliches  Anschreiben  an  den  Dogen  die  An- 
erkennung des  ausschliesslichen  Anrechtes  der  süddeutschen  Städte 
an  den  Fondaco  zu  erwirken".  Wie  wir  aus  den  im  Nürnberger 
Kreisarchiv  darüber  vorhandenen  Materialien  ersehen,  war  der 
unmittelbare  Anlass  zu  dieser  Konferenz  ein  anderer. 

Mit  dem  Fall  Spillieur  vermengte  sich  nämlich  ein  anderer, 
über  welchen  Herr  Pfarrer  Elze  mir  gleichfalls  einige  Notizen  zu- 
kommen zu  lassen  die  Güte  hatte.  Ein  geborener,  ächter  Hoch- 
deutscher, Caspar  Mangolt,  aus  Kaufbeuern  war  von  da  aus- 
gewandert und  Bürger  in  Basel  geworden.  Es  wurde  nun  in  Venedig 
die  Frage  aufgeworfen,  ob  er  trotzdem  noch  das  Benützungsrecht  am 
Fondaco  besitzen  solle  und  könne  oder  ob  er  desselben  als  nun- 
mehriger Bürger  von  Basel  nicht  verlustig  gegangen  sei*)  —  womit 
sich  natürlich  weiter  die  Frage  nach  dem  Anrecht  Basels  an  den 
Fondaco  überhaupt  verknüpfte.  In  dem  Schreiben  vom  14.  oder 
20.  September  1649,  welches  die  Vertreter  jener  oberdeutschen  Städte 
an  die  venetianische  Regierung  richteten  ^),  wurde  diese  Frage  für 
die  ganze  Schweiz  verneint,  da  dieselbe  erst  neuerdings  durch  den 
Friedensschluss  von  Münster  und  Osnabrück  dauernd  vom  Reiche 
getrennt  worden  sei.  Dabei  wird  dann  allerdings  zu  gleicher  Zeit 
in  dem  nämlichen  Schreiben  auch  den  niederdeutschen  Städten  jedes 
Anrecht  an  Mitbenützung  des  Fondaco  abgesprochen  und  die  Be- 
hauptung aufgestellt,  dass  „nach  altem  Herkommen  und  dem  gelten- 
den Brauche  zufolge  nur  die  Bewohner  des  durch  die  Städte  Augs- 
burg, Strassburg,  Regensburg,  Nürnberg,  Frankfurt,  Ulm  und  Lindau 
umschlossenen  Distriktes  zur  Benützung  des  Fondaco  berechtigt  seien". 


»)  Bd.  1  Nr.  751.  -  ')  a.  a.  0.  S.  119.  -   ^)  nach  Bd.  I  Nr.  756:  Zacharias. 
*)  Bd.  I  Nr.  756—764  —  ^)  ebda.  Nr.  763,  764,  756;  cf.  Ennen  a.  a.  0.  S.  120. 


Geschichtliches.  149 

Ueber  den  weiteren  Verlauf  des  Falles  Mangolt  theilt  mir 
dann  Herr  Pfarrer  Elze  mit,  dass  am  1.  August  1650  vom  General- 
Kapitel  in  Venedig  der  Beschluss  gefasst  wurde,  Herrn  Caspar 
Mangolt  die  Privilegien  wie  früher  geniessen  zu  lassen,  doch  ohne 
Präjudiz  für  seine  Kinder,  welche  keineswegs  ihrem  Vater  gleich 
admittirt  werden  sollen.  In  einem  General-Kapitel  vom  26.  August 
1653  ersuchte  hierauf  Mangolt  schriftlich  und  mündlich,  seinen  Kindern, 
obwohl  in  Basel  geboren,  nicht  als  Schweizern,  sondern  als  Nach- 
kommen einer  alten  hochdeutschen  Familie  die  vollen  Rechte  des 
Fondaco  zuzuerkennen,  wie  es  auch  in  anderen  ähnlichen  Fällen 
geschehen  sei.     Dieselben  wurden  dann  zugelassen. 

Was  aber  die  Kölner  Streitsache  betrifft,  so  hatte  der  Doge 
das  Schreiben  des  Kölner  Rathes  vom  7.  Augast  1648  dem  Kollegium 
der  Cinque  Savii  zur  Begutachtung  übergeben  und  in  gleicher  Weise 
die  Visdomini  des  Fondaco  aufgefordert,  „über  das  wirkliche  oder 
vermeintliche  Vorrecht  der  Oberdeutschen  Bericht  zu  erstatten"  ^). 
Das  Gutachten  der  Visdomini  lautete  zu  Gunsten  der  Oberdeutschen  ^). 
Der  Kölner  Rath  aber  hatte  sich  inzwischen  an  andere  niederdeutsche 
Städte  um  Auskunft  gewendet.  Namentlich  der  Aachener  Rath 
bestätigte  in  seiner  Antwort  vom  24.  Mai  1650^),  dass  aus  der 
Stadt  Aachen  Mathias  Van-CöUn  1624,  Caspar  Ingelbrecht  1632, 
Paulus  Ramaecker  1645  und  Jodocus  Pelsser  1648  Kammern  im 
Fondaco  innegehabt  hätten.  So  berief  sich  denn  der  Kölner  Rath 
in  einem  neuen  Schreiben  vom  29.  September  1651  an  den  Dogen*) 
ausdrücklich  auf  das  Beispiel  der  Aachener,  um  gegen  das  ausschliess- 
liche Anrecht  der  Oberdeutschen  zu  protestiren  und  die  Berechtigung 
der  eigenen  Stadt  an  den  Fondaco  zu  erhärten.  Wie  schon  Ennen 
berichtet  hat,  ist  es  dann  zu  einem  förmlichen  „Prozess"  in  Venedig 
gekommen,  wobei  „das  Interesse  der  Stadt  Köln"  durch  den  Agenten 
Dr.  juris  Faustus  de  Nigris  vertreten  wurde  ^).  Es  gelang  dem- 
selben, sich  die  Abschrift  eines  (oder  wie  wir,  denen  es  ja  be- 
kannt ist,  sagen  dürfen)  des  Statuts  vom  31.  August  1475*^)  zu  ver- 
schaffen, in  welchem  allen  Einwohnern  des  gesammten  deutschen 
Reiches,  Ober-  wie  Niederdeutschlands,  das  Recht  zuerkannt  wird, 
die  Vortheile  des  Fondaco  zu  geniessen".  Gerade  unter  Berufung 
auf  jenen  Erlass  vom  31.  August  1475  hat  dann,  nachdem  der  Streit 
lange  Zeit  unerledigt  und  unentschieden  geblieben  —  beide  Theile 
boten,  wie  ersichtlich.  Alles  auf,  um  eine  für  sich  günstige  Ent- 
scheidung herbeizuführen '')  —  der  Senat  Venedigs  am  5.  Oktober 
1652  zu  Gunsten  der  Auffassung  Köln's  entschieden,  dass  sowohl  die 
Ober-  wie  Niederdeutschen  und  unter  den  letzteren  speziell  die 
Kölner   Zutritt    zum   Fondaco    und    das   Recht   auf  Antheil   an    den 


')  Ennen  a.  a.  0.  S.  120;  cf.  Bd.  I  Nr.  765.  —  ^)  Dasselbe  ist  leider  undatirt; 
8.  Bd.  I  Nr.  771.  -  ')  Bd.  I  Nr.  767.  -  ")  Ennen  a.  a.  0.  S.  135.  -  ')  cf.  Bd.  I 
Nr.  768,  769.  -  •"')  s.  Ennen  S.  126  und  Capitolare  p.  227  c  13.  —  ')  Bd.  I 
Nr.  770  ff. 


150  Geschichtliches. 


Kammern,  an  der  Tafel  und  am  Kapitel  besässen  und  besitzen  sollten 
Dieser  zunächst  an  die  Cinque  Savii  und  an  die  Visdomini  gerichtete 
Bescheid  wurde  unter  dem  gleichen  Datum  vom  Dogen  dem  Kölner 
Rath  mitgetheilt,  worauf  dieser  am  6.  November  mit  einem  Dank- 
schreiben erwiderte  ^). 

Allein  die  Oberdeutschen  im  Fondaco  gaben  sich  damit  nun 
ihrerseits  nicht  zufrieden  und  protestirten  gegen  diese  Entscheidung. 
Sie  wiesen  in  einer  Eingabe,  welche  zwischen  5.  Oktober  und 
16.  November  1652  fallen  muss,  namentlich  daraufhin^),  dass  Köln 
zu  den  Hansastädten  gehöre  und  dass,  was  der  einen  zugestanden 
worden,  den  anderen  nicht  werde  abgeschlagen  werden  können.  So 
werde  es  dahin  kommen,  dass,  um  für  die  , Fremden"  Platz  zu 
schaffen,  ihre  eigenen  Nachkommen  würden  ausgeschlossen  werden 
müssen,  ungeachtet  dessen,  dass  sie,  die  Oberdeutschen,  doch  so  oft 
freiwillig  der  Republik  Beihülfe  mit  Geld  und  Gut  geleistet  hätten. 

Daraufhin  beschloss  der  Senat  am  16.  November  1652,  seine 
jüngst  getroffene  Entscheidung  zwar  nicht  gänzlich  umzustossen,  aber 
etwas  zu  modifiziren.  „TJm  die  Nazione  Alemana,  die  stets  so  viel 
Ergebenheit  gegen  die  Republik  an  den  Tag  gelegt,  einigermassen 
zu  befriedigen"  ^),  sollten  Niederdeutsche  —  mit  Ausnahme  der 
Kölner  —  in  Zukunft  nicht  ohne  Weiteres  zum  Fondaco  zugelassen 
und  in  denselben  aufgenommen  werden;  sondern  es  sollte,  wenn  ein 
derartiges  Ansuchen  von  einem  Niederdeutschen  gestellt  würde,  die 
Nazione  Alemana,  d.  h.  prägnanter  also  die  oberdeutsche  Kaufmann- 
schaft des  Fondaco,  vorher  darüber  vor  dem  Senat  ihr  Gutachten 
abgeben,  und  dann  erst,  also  gewissermassen  ,von  Fall  zu  Fall", 
entschieden  werden.  — 

Nachdem  wir  so  den  Verlauf  des  Streites  dargelegt  haben,  mag 
es  gestattet  sein,  auf  die  Rechtsfrage  noch  etwas  näher  einzugehen. 
Eines  darf  jedenfalls  von  vorneherein  als  sicher  bezeichnet  werden : 
Ganz  unrichtig  und  falsch  ist  es,  wenn  der  Ulmer,  Nürnberger  und 
Regensburger  Rath  im  Schreiben  vom  März  1648  behauptet  hat*),  es 
seien  gar  niemals  Niederdeutsche  in  den  Fondaco  zugelassen  worden. 
Um  vom  alten  Gebäude  nicht  zu  reden,  wo  nach  dem  unanfechtbaren 
Augenzeugniss  Arnolds  von  Harff^)  noch  1497  Ober-  und  Nieder- 
deutsche in  gleicher  Weise  Kammern  im  Hause  inne  hatten:  auch  die 
Liste  der  Miether  vom  Jahre  1508  und  selbst  die  vom  Jahre  1646/47 
zeigt  Ober-  und  Niederdeutsche  im  Besitze  von  Kammern  und 
Gewölben^).  Wir  wissen  nicht,  ob  man  in  Ulm  und  Regensburg 
eingehender  über  die  ganze  Frage  verhandelt  hat;  jedenfalls  fehlt 
in  dem  berührten  Schreiben  jede  nähere  Begründung  der  aus- 
gesprochenen Ansicht.     Ernst  nahm  man  die  Frage,  Avenigstens  den 


4 


1)  Bd.  I  Nr.  772,  774;  775  und  Ennen  a.  a.  0.  S.  137.  -  ^)  ebda.  Nr.  773. 
—  ^)  ,Converiiente  si  riconosce  il  render  in  qualche  parte  consolata  la  natione 
Alemana^  Bd.  I  Nr.  776  S.  466.  —  ")  Bd.  I  Nr.  751.  -  *)  cf.  oben  S.  71.  - 
«)  Bd.  I  Nr.  653,  658,  748. 

¥ 


Geschichtliches.  151 

oben  erwähnten,  mit  hineinspielenden  Fall  Mangolt,  offenbar  in 
Nürnberg,  wo  verschiedene  Rathsherren  darüber  ihre  Gutachten 
abzugeben  hatten  und  dies  in  eingehender  Weise  thaten^).  Wir 
ersehen  daraus,  dass  es  eigentlich  ein  Privileg  vom  Jahre  1507  war, 
worauf  man  sich  von  oberdeutscher  Seite  berief,  um  das  alleinige 
Anrecht  an  den  Fondaco  zu  erweisen.  Das  war  nun  freilich  unglück- 
licherweise damals  in  Nürnberg  gar  nicht  zur  Hand,  und  mit  Recht 
warnte  daher  einer  der  Rathsherren  vor  einer  Uebereilung,  damit 
man  nicht  wie  in  einem  früheren  Falle  (betreffs  der  Stadt  Wesel) 
hinterdrein  zum  Eingeständniss  eines  Irrthums  sich  genöthigt  sehe  ^) : 
ein  Rath,  der  aber  schliesslich  ebensowenig  beachtet  wurde  als  die 
vorgebrachten  Bedenken,  warum  man  denn  jetzt  gerade  jenes  Privi- 
legium so  eng  „restringiren"  wolle  und  dass  man  doch  nachforschen 
müsse,  ob  nicht  früher  auch  Andere  zum  Fondaco  zugelassen  wor- 
den. So  bewegt  sich  denn  auch  das  Gutachten  der  vier  Städte  an 
den  Dogen  vom  September  1649  ^)  nur  in  allgemeinen  Ausdrücken. 
Wir  aber  kennen  das  Privileg  vom  Jahre  1507''^),  und  da  ist  nicht 
im  Geringsten  die  Rede  von  einem  Unterschied  zwischen 
Ober-  und  Niederdeutschen,  sondern  vielmehr  von  allen  Kauf- 
leuten deutscher  Nation  überhaupt.  Es  haben  auch  weder  die  Vis- 
<iomini  noch  die  oberdeutschen  Insassen  des  Fondaco  hernach  in 
ihren  Gutachten  und  Eingaben  irgend  darauf  Bezug  genommen. 

Was  aber  diese  selbst  nun  vorbringen,  kann  meines  Erachtens 
ebenfalls  in  keiner  Weise  als  stichhaltig  bezeichnet  werden.  Wenn 
die  Letzteren,  die  Oberdeutschen,  in  ihrer  Eingabe  gegen  die  Ent- 
scheidung der  Regierung  vom  5.  Oktober  1652  protestirend  bemerken^), 
dass  in  den  früheren  Verordnungen  aus  dem  15.  Jahrhundert  vom 
Jahre  1418  für  die  Laibacher  oder  vom  Jahre  1426  für  Savoyen 
oder  in  jener  vom  Jahre  1475  nicht  vom  Antheil  an  Kammer,  Tafel 
und  Kapitel  die  Rede  sei,  so  ist  das  sehr  erklärlich.  Denn  das 
verstand  sich  eben  damals  ganz  von  selbst.  Wer  zum 
Fondaco  von  der  Regierung  zugelassen  wurde,  trat  (abgesehen  von 
den  Krämern)  damit  zugleich  in  den  Genuss  aller  dieser  mit  dem 
Fondaco  verbundenen  Rechte.  Denn,  wie  es  ja  noch  1474  aus- 
drücklich von  Seite  der  Augsburger  betont  wurde:  es  bestand 
keinerlei  Unterschied  zwischen  den  deutschen  Kaufleuten; 
jeder,  wer  ein  gelernter  Kaufmann  war,  hatte  gleiche  Rechte  u.s.w.*^). 

Wenn  die  Oberdeutschen  und  die  Visdomini  sich  dann  weiter 
auf  das  Beispiel  der  Danziger  (1597)  und  der  Trientiner  (1618) 
berufen '') ,  denen  nur  das  Recht  der  Behandlung  ihrer  Waaren  im 
Fondaco  zugestanden  worden  sei,  nicht  aber  die  Theilnahme  an 
Kammern,  Tafel  und  Kapitel  im  Fondaco,  so  ist  das  wohl  richtig. 
Aber  es  muss  doch  bemerkt  werden,  dass  jene  ausdrücklich 
darum  gar  nicht  nachgesucht  —  die  Ersteren  vielmehr  nur  allgemein 


')  s.  Bd.  I  Nr.  756-764.  —  ')  ebda.  Nr.  759.  -  ')  ebda.  Nr.  763.  -  *)  ebda. 
Nr.  652.  -  **)  ebda.  Nr.  773.  —  «)  s.  oben  S.  86.  —  ')  Bd.  I  Nr.  771  u.  773.  - 


} 


152  Geschichtliches. 

um  Zulassung  zum  Fondaco,  die  Letzteren  um  Bestätigung  der 
früher  schon  erhaltenen  Vergünstigung,  , hinsichtlich  der  Waaren 
und  Personen,  wie  die  übrigen  Deutschen,  behandelt  zu  werden"  ^). 
Die  venetianische  Regierung  hat  dann,  weil  die  Oberdeutschen  in 
ihrem  Gutachten  mit  Bezug  auf  den  eben  erwähnten  Ausdruck  „Per- 
sonen" sogleich  vorsorglich  gegen  die  Ausdehnung  jener  Bewilligung 
auf  Kammern  etc.  protestirte,  einen  diesbezüglichen  Passus  hinzu- 
gefügt, ohne  jede  nähere  Begründung  und  ohne  einen  Gegensatz 
zwischen  Ober-  und  Niederdeutschen  auszusprechen.  Gegenüber  den 
Danzigern  konnte  die  Naz.  Alem.  ihren  Protest  damit  rechtfertigen, 
dass  dieselben  wohl  damals  erst  überhaupt  mit  Venedig  in  Handels- 
beziehungen treten  wollten;  den  Trientinern  gegenüber  mag  die 
Erinnerung  an  den  Streit  mit  Ziliberti  nachgewirkt  haben. 

Von  Seite  der  Visdomini  ist  dann  aber  gerade  auch  noch  das 
Beispiel  der  Kölner  gegen  die  Berechtigung  der  Niederdeutschen 
angeführt  worden,  indem  sie  behaupteten,  dass  die  ,Cinque  Savii 
sopra  la  mercanzia'  durch  eine  Entscheidung  vom  28.  Juli  1605 
(unter  Berufung  auf  eine  frühere  vom  31.  Januar  1605)  die  Kölner 
nicht  für  ächte  (naturali)  Deutsche  gehalten  und  deshalb  bestimmt 
hätten,  dass  ihre  Waaren  im  ,Datio  delP  Intrada'  und  nicht  im  Fondaco 
behandelt  werden  sollten^).  Hier  sind  wir  nun  in  der  Lage,  etwas 
schärfere  Kontrolle  zu  üben. 

Dass  die  Kölner  im  15.  Jahrhundert,  wie  alle  anderen  Deutschen, 
den  Fondaco  benützten,  haben  wir  früher  gesehen.  Desgleichen  aller- 
dings auch,  dass  sie  schon  zu  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  mit  den 
oberdeutschen  Städten  in  Streit  gerathen  waren ;  und  dieser  Gegensatz 
tritt  auch  später  noch  öfters  zu  Tage.  Am  Ende  des  15.  Jahrhunderts 
lesen  wir  von  Differenzen  zwischen  Kölnern  und  den  Oberdeutschen, 
welch'  letztere  einen  gewissen  Heinrich  Rummel  aus  seiner  Kammer 
im  Fondaco  zu  vertreiben  suchten,  so  dass  der  Kölner  Rath  am 
3.  Oktober  1497  sich  mit  der  Bitte  um  Schutz  an  den  Dogen  wandte^). — 


^)  Die  Bemerkung  Predelli's  zu  Milesio's  ganz  irriger  Notiz  (Thomas  S.  67) 
scheint  nach  dem  Wortlaut  der  mir  durch  Herrn  Dir.  Cecchetti  gütigst  in  Ab- 
schrift übersandten  Eingabe  der  Trientiner  (im  Venet.  Staatsarchiv  ,Cinque 
Savii  alla  Mercanzia,  busta  ,Fondego  dei  Tedeschi'  no.  70  parte  4')  nicht  ganz 
richtig.  Ich  entnehme  daraus,  dass  mehrere  in  Venedig  wohnende  Trientiner  Kauf- 
leute um  diese  Bestätigung  nachsuchten,  weil  in  Folge  eines  Irrthums  der  Kardinal 
von  Trient  bei  der  venetianischen  Regierung  Schritte  gethan  hatte,  dass  seine  Unter- 
thanen  ihre  Zahlungen  nicht  im  Fondaco  zu  entrichten  hätten.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  771. 
—  ^)  Ennen  a.  a.  0.  S.  127.  Pro  parte  fidelis  nobis  dilecti  civis  nostre  civitatis 
Coloniensis  Henri ci  Rummel  gravi  cum  querela  extitit  publicatum,  quod  licet 
ipse  Henricus  unacum  patre,  fratribus  et  parentibus  suis  dudum  et  ad  plures  annos 
fuerit  in  possessione  pacifica  ac  quieta  cujusdam  camere  cum  quadam  testudine 
ac  aliis  commodis  et  pertinentiis  ejusdem  in  domo  Alamanorum  infra  inclitam 
civitatem  Venetiarum  sitis,  ....  niehilominus  nonnulli  alii  ex  Alamania  alta 
etiam  Venetiis  negotia  sive  mercimonia  sua  exercentes  nullo  jure  ad  hanc  cameram 
suffulti,  quo  tarnen  spiritu  ducti  nesciatur,  eundem  Henricum  civem  nostrum 
hujusmodi  camere  cum  suis  testudiue  et  pertinentiis  nituntur  atque  nisi  sunt 
possessione  privare. 


Geschichtliches.  153 

Auch  im  neuen  Hause  finden  wir  unter  den  ersten  Miethern  Köl- 
ner :  den  Antonius  PafiFendorf,  einen  Gotthard  Michercheni  und  noch 
zwei  Andere  ohne  Familiennamen  ^).  Desgleichen  1562—1563,  wo  es 
wiederum  Reibereien  zwischen  den  Kölnern  und  Oberdeutschen  gegeben 
hat  2).  Als  damals  der  Kölner  Rath  die  bis  dahin  von  dem  Kölner 
Heinrich  Helman  im  Fondaco  innegehabte  Kammer  den  Brüdern  Wein- 
hold und  Johannes  Moer  (Moir,  Mohr?)  und  jhrer  Gesellschaft  zur  Be- 
nützung sammt  dem  Genuss  aller  Privilegien  überweisen  lassen  wollte» 
wurde  von  einigen  Insassen  des  Fondaco  (vermuthlich  oberdeutschen) 
dagegen  geltend  gemacht,  Helman  habe  seinen  Platz  bereits  früher 
,quibusdam  nepotibus  suis  ex  filio  Norimbergio  oriundis'  abgetreten. 
Das  ersehen  wir  aus  einem  Schreiben  des  Kölner  Rathes  an  die  vene- 
tianische  Regierung  vom  10.  August  1562  und  28.  Januar  1563, 
worin  zugleich  bemerkt  wird,  die  Gegner  der  Moer  hätten  ausser- 
dem noch  „Manches  nicht  zur  Sache  gehöriges"  vorgebracht,  wo- 
gegen eben  der  Kölner  Rath  protestirt,  indem  er  sich  zugleich 
nochmals  für  die  Brüder  Moer  verwendet. 

Was  aber  weiter  die  von  den  Visdomini  angeführte  Entschei- 
dung der  ,Cinque  Savii'  vom  28.  Juli  1605  betrifft:  was  besagt  die- 
selbe denn  eigentlich  ^) ?  Am  31.  Januar  war  entschieden  worden:  nur 
die  ,naturali'  Thodeschi  d.  h.  diejenigen,  welche  Antheil  am  Kapitel, 
an  den  Kammern  und  an  der  Tafel  des  Fondaco  haben,  und  ausser- 
dem diejenigen  Kaufleute,  welche  vom  Senat  damit  begnadet  würden» 
sollen  der  Vergünstigung  theilhaftig  sein,  dass  ihre  Waaren  im  Fondaco 
(statt  im  Zollamt  ,della  Intrada')  behandelt  würden,  d.  h.  dabei  alle 
Vorrechte  und  Vergünstigungen  geniessen,  welche  hiermit  verbunden 
waren ;  alle  Anderen  aber  sollen  ihre  Zahlungen  dem  Datio  d'intrada 
da  terra  entrichten  (d.  h.  ohne  die  Vergünstigungen  des  Fondaco 
geniessen  zu  können)  '*).  .  Nun  kommen  zwei  Brüder  Thomas  und 
Alexander  Holländer ,  geborene  Kölner ,  und  verlangen ,  dass  ihre 
Waaren  im  Fondaco  behandelt  und  sie  dabei  aller  Privilegien 
theilhaftig  werden  sollen,  welche  die  ,Nazione  Alemana'  geniesst. 
Dies  wird  ihnen  abgeschlagen.  Und  wie  motiviren  die  Cinque  Savii 
ihr  ablehnendes  Votum  vom  28.  Juli  1605?^)  ,non  vedendosi  il  detto 
comparente  haver  li  requisiti  (sopradetti) ,  non  essendo  neanche 
conosciuto  dalli  SSri.  Capi  sive  Cottimieri  di  esso  fontego'  —  weil 
die  Petenten  die  3  requisiti  nicht  besitzen  (wie  es  die  Entscheidung 
vom  31.  Januar  1605  verlangt)  und  sie  überhaupt  den  Cottimieri 
nicht  bekannt  seien. 

Steht  hier  nun  irgend  etwas  von  dem,  was  die  Visdomini 
darinnen  erblickten?  War  dies  eine  prinzipiell  gegen  die  Kölner  als 
Nicht-Deutsche  gerichtete  Entscheidung?  Keineswegs,  sondern  ledig- 
lich die  Abweisung  zweier  einzelner  Kölner,  welche  die  festgesetzten 
Bedingungen  nicht  besassen  —  vermuthlich,  nachdem  sie  gar  nicht  darum 


')  Bd.  I  Nr.  653.   —    ^)  Enn6n  a.  a.  0.  S.  128-131.  —    ')  Bd.  I  Nr.  721. 
")  ebda.  Nr.  719. 


154  Geschichtliches. 

nachgesucht  und  überhaupt  erst  kurz  vorher  nach.  Venedig  gekommen 
waren.  Es  ist  gewiss  sehr  charakteristisch,  dass  die  Oljerdeutschen 
in  ihrer  späteren  Eingabe  von  diesem  Argument  gar  keinen  Gebrauch 
machten,  weil  sie  wohl  selbst  fühlten,  dass  es  nicht  stichhaltig  sei. 
Und  was  noch  als  bedenklicher  bezeichnet  werden  muss,  ist  dies, 
dass  diese  Entscheidung  vom  31.  Januar  1605  durch  die  spätere  vom 
15.  September  1607  ^)  vollständig  aufgehoben  worden  ist,  und 
davon  sagen  die  Visdomini  keine  Silbe!  Es  begreift  sich  daher 
wohl,  dass  die  Regierung  auf  dieses  einseitige,  den  Thatbestand 
geradezu  verdunkelnde  und  entstellende  Gutachten  ihrer  Beamten 
bei  ihrer  endgültigen  Entscheidung  kein  Gewicht  legte,  demselben 
keine  Rücksicht  schenkte.  Im  direkten  Gegensatz  zu  den  Visdomini 
haben  überdies  auch  die  Oberdeutschen,  die  ,Nazione  Alemana',  selbst 
in  dem  General-Kapitel  vom  10,  September  1647  ausdrücklich  zu- 
gestanden^), dass  die  Kölner  das  Recht  der  Expedirung  ihrer 
Waaren  im  Fondaco  besässen,  was  die  Visdomini  den  Kölnern  ja 
gleichfalls  nicht  hatten  zuerkennen  wollen.  Die  Nazione  Alemana  aber 
hat  sich  gegen  den  Anspruch  der  Kölner  auf  die  3  requisiti  lediglich 
auf  ihre  —  Kapitularien  berufen,  „vermöge  deren  sich  befinde, 
dass  keiner  von  Köln  in  Niderdeutschland  ligent,  die  Freiheiten  des 
deutschen  Hauses  ausser  der  Spedition  geniessen  könne,  wie  andere  _^ 
Hochdeutsche".  Auch  das  ist  unrichtig.  Hätte  die  Nazione  ihre  jfll 
Kapitularien  genauer  angesehen,  so  würde  sie  nicht  blos  den  i 
entgegenstehenden  Beschluss  vom  15.  September  1607,  sondern  auch 
gefunden  haben,  dass  in  der  Liste  von  1508  gleichfalls  Kölner  als 
Miether  von  Kammern  aufgeführt  werden;  und  ebenso  wird  in  der 
von  1640  ein  Vertreter  des  Balthasar  Van-Cöllen  aus  Köln  als  im 
Fondaco  wohnend  bezeichnet^). 

So  liegt,  soweit  ich  auf  Grund  des  bis  jetzt  bekannten  Materials 
zu  urtheilen  vermag,  durchaus  keine,  irgend  näher  zu  bezeichnende, 
rechtlich  gültige  Entscheidung  der  venetianischen  Regierung  vor, 
welche  gegen  das  Anrecht  Kölns  und  der  Niederdeutschen  auf  den 
vollen  Genuss  des  Fondaco  mit  allen  Privilegien  hätte  geltend 
gemacht  werden  können  oder  geltend  gemacht  worden  wäre;  und 
meines  Erachtens  war  es  ganz  zutreffend,  dass  die  Regierung  zuletzt 
auf  ihren  Erlass  vom  Jahre  1475  zurückgrifi",  der  durch  keinen 
anderen  aufgehoben  war.  Es  ist  ja  auch  bezeichnend,  dass  der 
Rath  von  Augsburg  und  Nürnberg  (1648)  dieses  Recht  Kölns  ur- 
sprünglich anerkannte  und  wohl  erst  auf  Weisung  seiner  Kaufleute 
im  Fondaco  diese  Ansicht  änderte. 

Von  den  Oberdeutschen  im  Fondaco  also  ist,  wie  früher 
gesagt*),  diese  Scheidung  ausgegangen.  Was  konnte  denn  nun  aber 
diese  dazu  berechtigen,  einen  solchen  Gegensatz  aufzustellen?  In 
erster   Linie   wohl   das   numerische   Ueberge wicht,    in   welchem   sie 


1)  Bd.  I  Nr.  722.  —  -)  cf.  oben  S.  14ß.   —   ')  Bd.  I  Nr.  743.  —  ")  cf.  oben 
S.  143. 

jr 


Geschichtliches.  155 

sich  den  Niederdeutschen  gegenüber  im  Fondaco  stets  befanden. 
Vielleicht  hat  dazu  auch  beigetragen  die  Veränderung,  die  in  der 
Benützungsart  des  Fondaco  nach  dem  Brande  eintrat,  deren  wir 
früher  gedacht  ^).  Dadurch,  dass  Kammern  und  Gewölbe  im  neuen 
Hause  nun  von  Anfang  an  pro  Jahr  vermiethet  wurden,  fand  ja 
wohl  kein  so  häufiger  Wechsel  mehr  statt  als  früher  im  alten  Hause, 
wo  die  Mehrzahl  nur  vorübergehend  sich  aufhielt.  Mehr  und  mehr 
konnte  und  mochte  sich  deshalb  hier  ein  fester  Stamm  von  Benutzern 
bilden,  welcher  nach  den  allgemeinen  Verhältnissen  überwiegend  aus 
Oberdeutschen  bestand  und  mehr  und  mehr  den  ganzen  Fondaco 
besetzte.  Und  was  geschah  denn  überhaupt  mit  jenen  deutschen 
Kaufleuten,  die  da  etwa  neu  nach  Venedig  kamen  und  nicht  auf  ein 
Jahr  die  Miethe  zahlen,  überhaupt  nur  kürzer  verweilen  wollten? 
Im  Mittelalter  hatte  die  Regierung  jeden  Kaufmann  behufs 
besserer  (Jeberwachung  gezwungen,  im  Fondaco  abzusteigen,  und 
schon  deshalb  für  raschen  Wechsel  in  der  Benützung  der  Kammern 
im  Allgemeinen  Sorge  tragen  müssen^).  Das  scheint  in  der  neuen 
Zeit  seit  dem  Brande  auch  anders  geworden  zu  sein.  Vielleicht  hat 
man  gleich  bei  Einrichtung  des  neuen  Hauses  von  jenem  Zwang  ab- 
gesehen, vielleicht  erst  später.  Aus  einer  Verordnung  vom  Dezember 
1528,  die  im  Februar  1531  wiederholt  wurde  ^),  ist  mit  Sicherheit 
nur  zu  entnehmen,  dass  den  Deutschen  das  Wohnen  bei  Privatleuten 
in  Venedig  damals  noch  strenge  untersagt  war.  Hingegen  scheint  es 
mir  ungewiss,  ob  die  später  im  ,Capitolare  della  Nazione  Alemana' 
hinzugefügte  Ueberschrift  Recht  hat,  wonach  es  damals  schon  im  Be- 
lieben der  deutschen  Kaufleute  gestanden  hätte,  im  Fondaco  in  oder 
den  anderen  von  der  Regierung  bestimmten  Gasthäusern  S.  Zorzi, 
Leon  Bianco,  Peter  Pender  u.  s.  w.  abzusteigen.  Der  Ausdruck 
,li  altri  veramente  oltramontani  forestieri'  kann  sich  auch  nur  auf 
die  deutschen  Pilger  und  sonstigen  Besucher  der  Lagunenstadt  aus 
Deutschland  beziehen.  Hingegen  wird  man  allerdings  sagen  dürfen, 
worauf  Herr  Pfarrer  Elze  mich  aufmerksam  machte,  dass  1556  und 
1557  zur  Zeit,  als  dies  Kapitular  von  Lucas  Linder*)  zusammengestellt 
wurde,  schon  die  Auffassung  herrschend  war,  dass  es  im  freien  Be- 
lieben der  Deutschen  stehe,  ob  sie  im  Fondaco  wohnen  wollten  oder 
nicht.  —  Deutlicher  ist  im  Dezember  1570  in  einer  Verordnung  der 
Regierung  die  Rede  von  deutschen  Kaufleuten,  die  nicht  im  Fondaco 
wohnten '').  Herr  Pfarrer  Elze  theilt  mir  ferner  mit,  dass  im  Jahre 
1582  (im  zweiten  ,Capitolare  della  Naz.  Alem.')  ein  Kaufmann  Leon- 
hard  Hermann  erwähnt  wird,  der  „in  der  Contra  SS.  Apostoli  wohnte 
und   doch  Kaufmann   im  Fondaco   war".     Es    wurde    bereits   früher 


')  cf.  oben  S.  126.  —  "'')  cf.  oben  S.  13  u.  ff.  -  =>)  s.  Bd.  I  Nr.  698,  700.  - 
*)  8.  Vorwort  zu  Bd.  I  S.  XIV.  —  *)  Ven.  St.-A.  Capitolare  dell'  officio  del  fönt.  de. 
Tod.  f.  144  (cf.  Thomas  , Register"  f.  69) :  1570  Dec.  22  ,Tutti  et  cadauno  marcante 
(sie)  Alemano  nemine  excepto  et  sii  chi  esser  si  voglia  cosi  habitante  in 
fontico  come  fuori  .  .  .  .' 


i 


156  -Geschichtliches. 

gesagt^),  dass  später  sogar  der  eine  der  Consuln  immer  ausserhalb 
des  Fondaco  wohnte,  so  dass  hierin  gegenüber  der  älteren  Zeit  eine 
völlige  Wandlung  der  Verhältnisse  eingetreten  ist,  die  noch  genauerer 
Untersuchung  bedarf.  Vielleicht  war  auch  hiefür  das  Jahr  1578 
von  eingreifender  Bedeutung  ^). 

Man  kann  sich  nun  wohl  vorstellen,  wie  von  diesem  Rechte^ 
ausserhalb  des  Fondaco  wohnen  zu  dürfen,  die  Kaufleute  derjenigen 
Städte  besonders  Gebrauch  machten,  die  nicht  in  fortwährender 
ununterbrochener  Handelsverbindung  mit  Venedig  standen.  Und  dazu 
werden  ihrer  ganzen  Lage  nach,  sowie  auch  in  Folge  des  veränderten 
Ganges  des  Welthandels  eben  hauptsächlich  die  niederdeutschen  Städte 
gehört  haben.  Ihnen  gegenüber  beanspruchten  dann  eben  wohl  die 
beständig  in  Venedig  und  speziell  im  Fondaco  vertretenen  Ober- 
deutschen grössere  oder  ausschliessliche  Rechte  hinsichtlich  der  Be- 
nützung und  Verwaltung  des  Fondaco :  mehr  auf  Grund  der  allmählich 
gewordenen  Verhältnisse  als  einer  ursprünglichen  Berechtigung.  — 
Fragt  man  aber  nach  den  Gründen,  warum  die  Oberdeutschen  so  eifer- 
süchtig über  jede  Einmengung  „fremder  Nationen"  in  den  Mitgenuss 
der  Privilegien  des  Fondaco  wachten,  so  wird  man  in  erster  Linie 
an  die  Rivalität  in  geschäftlicher  Beziehung  überhaupt  zu  denken 
haben.  Ferner  wohl  auch  an  den  Gegensatz  zwischen  den  ober- 
deutschen Reichsstädten  und  der  Hansa,  der  ja  eigentlich  auch  offen 
von  den  ersteren  zugestanden  wurde  ^).  Verschärft  aber  wurde 
diese,  bei  den  Deutschen  ja  leider  nicht  seltene,  Zwiespältigkeit,^ 
wie  es  scheint,  noch  durch  ein  anderes  Moment. 

Denn    was    nun    weiter    die   Rechtsfrage   im   Fall   Spillieur 
anlangt,  so  stehen  sich  hier  zunächst  zwei  Aussagen  direkt   gegen- 
über.    Das  General-Kapitel  vom  10.  September  1647  besagte,  das&_y 
Abraham   Spillieur    seit   Anno    1644    das    deutsche   Haus    besessen^BB 
„da    er    doch    bisher    die    gebräuchlichen    requisiti    nit    gewiesen,     " 
noch    durch  Ballotation   von    dem  Kapitel   approbirt  worden".     Der 
Kölner  Rath  dagegen  in  seinem  Schreiben  vom  7.  August  1648  ver- 
sicherte,  dass  derselbe  aufgenommen  worden  sei  —  nachdem  vorher 
betreffs    seiner    ächten   deutschen  (ehelichen)  Herkunft  das  Nöthige 
beigebracht   worden,    und   unter   Zustimmung   des  General-Kapitels 
,praeviis    circa    legitimationem   personae    et   natalium   Teutonicorum 
debitis  necessariis  iisque  sufficientibus  requisitis  accedente   communi 
eoque  capitulari  concluso' '^). 


')  cf.  oben  S.  139.  —  ^)  Eine  Schilderung  der  verschiedenen  Arten  deut- 
scher Kaufleute  in  Venedig  um  hundert  Jahre  später  siehe  weiter  unten  S.  162; 
wie  weit  dieselbe  etwa  auch  für  diese  Zeit,  für  das  16.  Jahrhundert  zutrifft, 
muss  vorerst  dahingestellt  bleiben.  —  ^)  s.  Bd.  J  Nr.  763  u.  773 ;  cf.  Sartorius, 
Geschichte  des  hanseatischen  Bundes  Thl.  III  S.  527.  —  *)  Ennen  a.  a.  0.  S.  133; 
cf.  Bd.  I  Nr.  754.  Ich  habe  längere  Zeit  gehofft,  diesen  Punkt  in's  Reine  zu 
bringen.  Denn  nach  Ennen's  Worten,  S.  119,  müsste  man  annehmen,  dass  der  Be- 
schluss  des  General-Kapitels  vom  Jahre  1644  im  Kölner  Stadtarchiv  noch  vorhanden 
wäre.  Er  citirt  dafür  ,Copienbücher,  1688  (statt  1648?)  10.  April" ;  allein  Herr 
Stadtarchivar  Dr.  Höhlbaum  in  Köln  hat  die  Urkunde  bisher  nicht  finden  können. 


11 


Geschichtliches.  157 

Die  Visdomini  in  ihrem  mehrerwähnten  Gutachten  behaupteten 
ferner,  man  habe  den  Spillieur  bei  seiner  Aufnahme  in  den  Fondaco 
für  einen  ächten,  rechten  (Hoch-)Deutschen  gehalten  und  erst  später 
seine  wahre  Heimath  Köln  erfahren  (worauf  er  den  Fondaco  habe 
verlassen  müssen).  Das  aber,  scheint  mir,  ist  doch  ganz  unwahr- 
scheinlich. Möglich  immerhin,  dass  man  bei  seiner  Aufnahme,  wenn 
ich  mich  so  ausdrücken  darf,  den  Abraham  Spillieur  nicht  nach  seinem 
Tauf-  oder  Heimathschein  gefragt.  Aber  dass  der  Mann  an  die  drei 
Jahre  im  Fondaco  verweilt  habe  und  habe  verweilen  können,  ohne  dass 
man  ihm  den  durch  Sprache  und  Gesittung  sich  gewiss  unter- 
scheidenden Kölner  und  Niederdeutschen  angemerkt  habe,  halte  ich 
für  ganz  unglaublich.  Ebensowenig  kann  wohl  die  Partie  Ebenholz 
der  wahre  Grund  gewesen  sein,  dass  man  von  Seite  der  Nazione 
Alemana  nun  auf  einmal  in  so  energischer  schroffer  Weise  gegen 
ihn  auftrat  und  ihm  den  Stuhl  vor  die  Thüre  setzte.  Ich  habe  es 
daher  als  eine  sehr  ansprechende  Vermuthung  betrachtet, 
welche  Herr  Pfarrer  Elze  einmal  mündlich  und  schriftlich  mir 
gegenüber  geäussert  hat :  dass  dahinter  vielleicht  noch  andere,  tiefere 
Gründe  steckten  —  Gründe  religiöser,  konfessioneller  Art, 
zu  deren  Konstatirung,  wie  mir  scheint,  es  denn  auch  nicht  an 
einigem  Beweismaterial  fehlt. 

Aus  den  jüngsten  Publikationen  von  Th.  Elze  ^)  und  G.  M. 
Thomas^)  ist  ersichtlich,  wie  rasch  die  Reformationsbewegung 
Luthers  nach  Italien  und  speziell  nach  Venedig  drang.  „Im 
Juli  1520,"  schreibt  Elze ^),  „kamen  die  ersten  Schriften  Luther's  nach 
Venedig;  es  waren  nur  zehn  Exemplare,  die  sofort  verkauft  wurden, 
ehe  noch  hervorragende  hier  lebende  Deutsche  davon  erfuhren". 
Unter  dem  26.  August  1520  berichtet  alsdann  Marino  Sanuto^),  dass 
der  Stellvertreter  des  Patriarchen  von  Venedig  im  Rathe  der  Zehn 
die  Erlaubniss  erwirkte,  im  Hause  eines  deutschen  Buchhändlers 
Jordanus  (der  bei  San  Maurizio  wohnte)  Nachforschung  nach  den 
durch  päpstliche  Bulle  excommunicirten  Schriften  Luther's  halten 
und  dieselben  mit  Beschlag  belegen  zu  lassen.  Dies  geschah,  aber 
Sanuto  wusste  sich  doch  ein  Exemplar  zu  verschaffen  und  es  seiner 
Bibliothek  einzuverleiben.  Wollten  dann  wirklich,  wie  Elze  ausführt^), 
die  Buchhändler  aus  Furcht  keine  anderen  Exemplare  mehr  kommen 
lassen,  so  waren  es  die  deutschen  Kaufleute,  durch  welche  Luther's 
Schriften  nach  Venedig  gebracht  und  hier  verbreitet  wurden  ^).  Ein 
grosser  Theil,  ja  vielleicht  der  grössere  Theil  derselben  kam  aus 
jenen  Städten,  wo  Luther's  Lehre  am  ersten  Eingang  gefunden  hatte, 
aus  den  freien  Reichsstädten  Nürnberg,  Augsburg,  Ulm,  Strassburg, 
Xördlingen,  Memmingen  u.  s.  w.    So  kann  es  nicht  Wunder  nehmen, 

')  Geschichte  der  protestantischen  Bewegungen  und  der  deutschen  evange- 
lischen Gemeinde  in  Venedig,  Bielefeld  1883.  —  ^)  Martin  Luther  und  die  Re- 
formationsbewegung  in  Deutschland  vom  Jahre  1520  —  1532  in  Auszügen  aus 
Marino  Sanutos  Diarien.  Ansbach  1883.  —  ')  a.  a.  0.  S.  2.  —  ■*)  Thomas  S.  4. 
*j  Gesch.  S.  3  u.  45. 


158  Geschichtliches. 


dass  wir  bei  Sanuto  schon  zum  Jahre  1524  von  geheimen  Zusammen- 
künften  lutherisch  Gesinnter   im  Fondaco   lesen  ^),    auf  welche    der 
Gesandte  des  Papstes  und  der  Patriarch  aufmerksam  machen.    Die- 
selben fordern  zur  Vorsicht  auf,  man  solle  die  Bücher  Luther's  nicht 
verkaufen  lassen  u.  s.  w.    Unter  dem  14.  April  1525  bemerkt  Sanuto^)^ 
ein  Dominikanerprediger  in  Venedig   habe   die  deutschen  Kaufleute 
des  Fondaco   beschuldigt,   dass   sie   zur  Fastenzeit  Fleisch  gegessen 
hätten   —   was   gleichfalls    als   Zeichen   des   Lutheranismus   galt  — 
und  noch  einige  Male  erwähnt  dann  Sanuto  ^),  wie  Nachrichten  über 
den  Stand  und  Fortgang  der  Bewegung  Luther's  durch  Vermittlung 
der  deutschen  Kauf  leute,  durch  Briefe  an  diese  nach  Venedig  gelangten. 
Doch  hielten  die  Anhänger  der  Reformation  im  Fondaco  offenbar  sehr 
zurück  mit  ihren  Ansichten,  trugen  dieselben  nicht  offen  oder  prahlerisch 
zur  Schau  —   wir  hören  dann  nur  sehr  wenig  darüber,  wenn  anders 
nicht  weiteres  Material  noch   durch  genauere  Nachforschung  hiefür 
zu  Tage  gefördert  werden  wird.     Ob  man  die  Notiz  in  einem  Be- 
richt  des  Gesandten  Johann  Friedrich's  des  Aelteren  von   Sachsen, 
Minkwitz,  an  seinen  Herrn  vom  5.  Juni  1552:   ,Alhie  sind  sonderlich 
die  kaufleute  im  Teutschen  haus  gut  herzog  Moritzen  teils  und  er  hat 
alhier  seine  Verräter"  ^)  —  in  diesem  Zusammenhang  verwerthen  darf, 
will  ich  dahingestellt  sein  lassen  ^).  —  Im  Jahre  1555  unterstützten 
deutsche  Kaufleute  des  Fondaco   den  eingekerkerten  Anhänger  und 
später  ersten  Märtyrer  des  Evangeliums  Fra  Baldo  Lupetino  aus  Albona 
in  Istrien  durch  ihren  Agenten  Joh.  Baier  auf  geheimem  Wege  mit 
Geld  ^),  und  das  lenkte  die  Aufmerksamkeit  der  Regierung  respektive 
der  Inquisition  neuerdings  auf  diesen  Herd  des  Lutheranismus.    »Um 
dem  evangelischen  Wesen  und  Treiben  der  deutschen  Kaufleute  im 
Fondaco,  das  im  Prozesse  Lupetino's  offenbar  geworden  war,  entgegen 
zu  wirken,  ward  für  dieselben  in  der  dem  Deutschen  (Kauf-)  Hause 
nächstgelegenen  Kirche  S.  Bartolomeo  1556  ein  deutscher  Gottesdienst 
eingerichtet";   bemerkt  Elze '')  wohl  mit  Bezug  auf  einen  Brief  des 
Joh.  Aurifaber,  herzoglich  sächsischen  Hofpredigers  in  Weimar,  an 
den  König   von  Dänemark   aus  dem  Jahre  1556.     Allein,    wie  sich 
Aurifaber  eines  Irrthums  schuldig  gemacht  hat,   indem  er  schreibt, 
dass  die  deutschen  Kaufleute  eine  eigene  (!)  Kirche  bekommen  hätten^ 
wo  das  reine  Evangelium  deutsch  gepredigt  werde  und  die  Sakramente 
nach  Christi  Einsetzung  gereicht  werden  —  ebenso  ist  es  nicht  richtig, 
dass    erst    1556   in   S.  Bartolomeo    ein    deutscher    Gottesdienst   ein- 
gerichtet worden.    Denn  aus  einer  handschriftlich  überlieferten  Liste ^) 
deutscher  Prediger  in  S.  Bartolomeo  ist  zu  entnehmen,  dass  schon  vor  1556 


•I 


^)  Sanuto  bei  Thomas  S.  36 :  che  si  fa  conventicole  di  Todeschi  in  fontego, 
perhö  che  le  terre  franche  molte  e  con  Lutherio.  —  ^)  Thomas  S.  61.  — 
^)  ebda.  S.  148,  218.  —  '')  DrufFel,  Briefe  und  Akten  zur  Geschichte  des  16.  Jahrh. 
Bd.  II  S.  564  Nr.  1509.  —  *)  Wahrscheinlich  ist  sie  nach  der  mündlich  geäusserten 
Ansicht  des  Herrn  Prof.  von  Druffel  vielmehr  politisch  als  Beweis  der  anti- 
kaiserlichen Gesinnungen  der  Kaufleute  aufzufassen.  —  ")  Elze,  Gesch.  S.  21 
u.  45.  -   ')  ebda.  S.  21.  -  *)  cf.  später. 


Geschichtliches.  159 

dort  deutscher  Gottesdienst  stattfand.  Es  scheint  mir  daher,  nebenbei 
bemerkt,  auch  fraglich,  ob  erst  aus  dieser  Zeit  jene  kirchlichen 
Ceremonien  datiren,  welche  der  Vikar  von  S.  Bartolomeo  mit  seiner 
Geistlichkeit  alljährlich  an  den  Abenden  vor  Weihnachten,  vor  Neujahr 
und  Epiphanias  im  Fondaco  vornahm^).  Derselbe  begab  sich  da  nämlich 
in  Prozession  in  den  Fondaco,  zog  ^psalmodirend"  in  den  Wintersaal  und 
hielt  ihr  vor  einem  von  Tizian  (1555)  gemalten  Bilde  des  segnenden 
Erlösers  eine  „Funktion"  mit  einer  gelehrten  Anrede  an  die  deutschen 
Kaufherren  ab  und  ertheilte  denselben  den  Segen.  Die  Deutsche 
Nation  im  Fondaco  machte  sowohl  hierfür  dem  Vikar  und  seinem  Kapitel 
eine  jährliche  Verehrung  in  Geld,  als  auch  dem  deutschen  Fasten- 
prediger in  S.  Bartolomeo  ein  Jahresgeschenk  von  20  Dukaten  — 
eine  Sitte,  die  sich,  wie  Elze  hinzusetzt,  erhielt,  auch  als  schon 
längst  alle  Mitglieder  des  Fondaco  Protestanten  waren. 

Von  grossem  Interesse  und  speziell  für  unsere  Frage  von  be- 
sonderer Wichtigkeit  ist  aber,  was  der  geheime  Agent  der  prote- 
stantischen Fürsten  in  Venedig,  Johann  Baptist  Lenk  (Linke), 
unter  dem  19.  Oktober  1609  dem  Kurfürsten  Friedrich  IV.  von  der 
Pfalz  über  die  Religionsverhältnisse  in  Venedig  mittheilte.  Für 
uns  ist  speziell  der  Passus  von  Interesse,  wo  er  von  den  Deutschen 
in  Venedig  spricht.  Er  schreibt  wörtlich^):  , Zweckdienlich  (für 
die  Sache  des  Protestantismus)  wäre  es  gewesen,  wenn  die  im 
Deutschen  Hause  alhier  befindlichen  Deutschen  die  Erlaubniss, 
darin  predigen  zu  dürfen,  von  dem  Senate  verlangt  hätten. 
Aber  weil  der  eine  Theil  katholisch,  der  andere  lutherisch  und 
kalvinisch,  und  die  Lutherischen  und  Kalvinischen  unter 
sich  selbst  mehr  uneins  als  mit  anderen  sind,  ist's  bisher 
ersitzen  geblieben,  was  sonst  nicht  fehlgeschlagen,  und  den  Nieder- 
ländern eine  Anleitung  gegeben  haben  würde,  ebenfalls  ein  Fon- 
dego zu  errichten  und  von  der  Regierung  einen  Prediger  zu  be- 
gehren." 

Also  die  im  Fondaco  weilenden  evangelischen  Deutschen  spalten 
sich  in  Lutheraner  und  Reformirte  und  sind  unter  sich  uneiniger 
als  gegen  die  Katholischen!  Und  dies  wird  bestätigt  durch  einen 
Ausspruch  Sarpi's  vom  Jahre  1608  in  einer  Relation  des  Burggrafen 
Christoph  von  Dohna,  Gesandten  des  Fürsten  von  Anhalt  in  Venedig, 
vom  4.  August  und  durch  Dohna's  Bericht  selbst  ^).  Fragen  wir  aber, 
in  welchen  deutschen  Städten  wir  die  Lutheraner,  wo  die  Reformirten 
zu  suchen  haben,  so  wird  es  keiner  spezielleren  Nachweise  bedürfen. 


^)  cf.  Elze,  Gesch.  S.  23  und  , Ausland"  1870  S.  629;  Milesio  bei  Thomas 
S.  47,  55.  —  ')  Zeitschr.  für  Baiem  und  die  angrenzenden  Länder,  Jahrg.  2  Bd,  3 
(1817)  S.  355  aus  P.  Ph.Wolf  s  Geschichte  Maximilian's  1.  (Bd,  II  S.  97—102  Note). 
Ritter  (Briefe  u.  Akten  z.  Gesch.  des  30jährigen  Krieges  Bd.  II  S.  465)  scheint  die 
Autorschaft  dieses  Berichtes  einem  gleichzeitig  in  Venedig  weilenden  Agenten 
des  Herzogs  von  Neuburg,  Daniel  von  Hatten,  zuschreiben  zu  wollen.  —  ^)  Ritter, 
Briefe  etc.  II,  81 :  ,Poi  c'e  quel  fondaco  de  Todeschi.  Se  que'  mercanti  fossero- 
uniti,  che  gl'  impedirebbe  di  teuere  un  ministro  ?' 


160  Geschichtliches. 


^ 


dass  die  Lutherischen  aus  den  oberdeutschen  Reichsstädten  Augsburg, 
Nürnberg  u.  s.  w.  kamen.  Was  aber  die  Reformirten  betrifft,  so 
werden  wir  sie  allerdings  nicht  zunächst  in  den  niederdeutschen 
Städten,  nicht  in  dem  katholischen  Köln  suchen.  Aber  zu  unserer 
Ueberraschung  finden  wir,  dass  dem  doch  so  gewesen.  Wir  lesen 
nicht  blos,  dass  jener  Abraham  Spillieur  der  Sohn  oder  Enkel 
eines  der  reformirten  Kirche  angehörigen  Kölners  ') ,  sondern  damals 
selbst  sogar  der  Vorsteher  einer  reformirten  Gemeinde  unter 
den  deutschen  Kaufleuten  in  Venedig  war.  Schon  im  Jahre  1624 
nahmen  Deutsche,  vermuthlich  Kaufleute  vom  Niederrhein,  etwa  aus 
Köln  und  Aachen,  wie  Elze  bemerkt^),  Theil  an  dem  reformirten 
Gottesdienst,  welcher  im  Palast  des  niederländischen  Gesandten 
in  Venedig  gehalten  wurde.  Die  Generalstaaten  hatten  nämlich, 
einem  Rathe  Paolo  Sarpi's  folgend,  1622  ihren  ersten  ständigen 
Oesandten  dorthin  geschickt  und  demselben  zugleich  in  der  Person 
eines  Andreas  Colvius  einen  evangelischen  Gesandtschaftsprediger 
mitgegeben,  gegen  den  man  von  Seite  der  venetianischen  Regie- 
rung nicht  vorgehen  konnte.  Elze  nennt  als  des  Colvius  Nach- 
folger einen  gewissen  Volcker  Alberti,  der  von  1627 — 34  den  Posten 
eines  niederländischen  Gesandtschaftspredigers  bekleidete.  Sei  es, 
dass  derselbe  keinen  Nachfolger  erhielt,  oder  dass  der  Besuch  des 
evangelischen  Gottesdienstes  im  Palaste  der  Gesandtschaft  mit  zu 
grossen  Umständlichkeiten  verbunden  war:  genug,  die  Reformirten 
ergriffen  eine  günstige  Gelegenheit,  um  sich  selbst  einen  Prediger 
zu  bestellen  und  eine  Gemeinde  zu  organisiren.  Hören  wir  darüber 
Elze,  der  dies  zuerst  aus  Akten  des  Züricher  Staatsarchivs  kon- 
statirt  hat  ^).  „Im  Winter  1647 — 48  kam  ein  reformirter  Candidat 
der  Theologie,  Namens  Räbmann,  auf  seiner  Rückreise  aus  Candia, 
wo  er  Feldprediger  des  in  venetianischen  Diensten  stehenden  Grafen 
Ernst  Casimir  zu  Solms  gewesen  war,  nach  Venedig  und  hielt  hier 
während  eines  längeren  Aufenthaltes  einigen  reformirten  deutschen 
Kauf leuten  Gottesdienst  mit  deutscher  Predigt.  Dadurch  wurden  diese 
zu  dem  Entschluss  ermuthigt,  sich  ein  stetiges  ,Religions-Exercitium' 
einzurichten.  Sie  traten  zusammen,  wählten  aus  ihrer  Mitte  die  Herren 
Ambros  Sneider  und  Abraham  Spillieur  aus  Köln  zu  Gemeinde- 
vorstehern und  den  Candidaten  Räbmann  zu  ihrem  ersten  ordentlichen 
Pfarrer."  Räbmann  wurde  dann  mit  einem  Schreiben  vom  18.  April 
1648  nach  Zürich  geschickt,  um  sich  dort  ordiniren  zu  lassen,  von  wo 
er  aber  zum  gleichen  Zwecke  in  seine  Heimath  Bern  entsendet  wurde 


^)  Ennen,  Geschichte  der  Stadt  Köln  Bd.  V  S.  341 :  Nicolaus  Spillers 
erklärte  am  14.  März  1594:  „er  glaube  die  12  Artikel  des  christlichen  Glaubens, 
sei  nicht  papistisch,  auch  nicht  römisch-katholisch,  sei  auch  nicht  von  der 
Augsburgischen  Konfession ,  sondern  er  sei  von  der  reformirten  Kirche  und 
glaube,  was  die  Propheten  und  Apostel  gelehrt  hätten,  sei  nicht  von  den  Täufern, 
auch  nicht  Zwinglisch,  auch  nicht  vom  Hause  der  Liebe,  halte  von  Calvin  nichts, 
desgleichen  halte  er  auch  von  Luther  nichts*.  —  ^)  Geschichte  etc.  S.  38.  — 
^)  ebda.  S.  39. 


M 


I 


Geschichtliches.  161 

Diese  Ereignisse  fallen  also  gerade  in  die  Zeit,  wo  von 
Seite  der  Oberdeutschen  Spillieur's  Verweilen  im  Fondaco  beanstandet 
und  seine  Ausschliessung  gefordert  wurde.  Es  scheint  mir  schwer, 
hier  keinen  ursächlichen  Zusammenhang  finden  zu  sollen.  Elze 
freilich  meint,  das  Umgekehrte  habe  stattgefunden.  Er  sagt^): 
„Abraham  Spillieur  aus  Köln  kam  1644  in  den  Fondaco,  aus  dem  er 
aber  1647  als  unberechtigt  (weil  Kölner)  ausgeschlossen  wurde.  Die 
Austreibung  Spillieur's  aus  dem  Fondaco  (1647)  dürfte  zur  Begründung 
der  reformirten  Gemeinde  (1648)  mitgewirkt  haben."  Aber  erinnern 
wir  uns  aller  der  früher  geltend  gemachten  Momente,  welche  das 
Vorgehen  der  Oberdeutschen  oder  der  Naz.  Alem.  meines  Erachtens 
als  rechtlich  unbegründet  erscheinen  lassen;  erinnern  wir  uns  ferner 
der  charakteristischen  Aussprüche  Sarpi's  und  Lenk's  über  die 
Gegnerschaft  zwischen  Lutheranern  und  Reformirten  im  Fondaco, 
dann  muss  man  es  meiner  IJeberzeugung  nach  wenigstens  als  höchst 
wahrscheinlich  bezeichnen,  dass  religiöse  Differenzen  bei  dem 
Vorgehen  gegen  Spillieur  mitgewirkt  haben.  Dass  diese 
nicht  in  den  Schriftstücken  und  Verhandlungen  erwähnt  werden,  ist 
begreiflich,  da  öffentlich  von  den  evangelischen  Gesinnungen  so  vieler 
deutscher  Kauf  leute  im  Fondaco  überhaupt  nichts  verlauten  durfte  ^). 
Wenn  man  dagegen  noch  etwa  anführen  wollte,  dass  die  Gründung 
der  reformirten  Gemeinde  erst  1648,  die  Austreibung  des  Spillieur 
aber  schon  (im  Herbst)  1647  erfolgte,  so  muss  ich  bemerken,  dass  nach 
Elze  ^)  der  Graf  zu  Solms  bereits  im  April  und  Mai  des  Jahres  1647 
wegen  Regelung  der  Soldzahlung  in  Venedig  gewesen  sein  soll.  Es 
können  also  schon  damals  Verhandlungen  zwischen  den  reformirten 
deutschen  Kaufleuten  und  dem  Grafen  zu  Solms  gepflogen  worden 
sein.  Weiter  ist  zu  erwähnen,  dass  der  Nachfolger  des  im  August 
1649  nach  der  Schweiz  zurückberufenen  Räbmann,  der  schweizerische 
Prediger  Nicolaus  Zaff,  der  bis  1652  als  reformirter  Prediger  in 
Venedig  weilte,  einmal  am  9.  Juni  1651  an  den  Antistes  Joh.  Jak. 
Ulrich  in  Zürich  geradezu  schreibt,  die  evangelischen  deutschen 
Kauf  leute  Augsburger  Bekenntnisses,  die  in  grosser  Anzahl  im 
Fondaco  wohnten,  hätten  es  nicht  länger  geduldet,  dass  von  den 
Reformirten  Gottesdienst  im  Fondaco  gehalten  werde,  da  sich  die- 
selben inzwischen  selbst  ihren  Gottesdienst  mit  eigenem  Prediger  ein- 
gerichtet hätten^).  Es  ist  nicht  ganz  sicher,  wann  dies  letztere  zuerst 
stattgefunden.  Wenn  aber  die  Naz.  Alem.  bereits  1646  im  Besitze 
der  beiden  Kammern  im  Fondaco  erscheint^),  in  denen  später  der 
evangelische  Gottesdienst  gehalten  wurde,  dann  wird  man  wohl  den 
Beginn   der    evangelischen  Gemeinde    auch   etwa  in  diese  Zeit  ver- 

')  Geschichte  S.  39  Anm.  —  2)  ob  in  den  Worten  des  Kölner  Rathes 
in  einem  Schreiben  vom  10.  April  1648  an  den  von  Augsburg  „der  privat 
dabei  unterlaufender  Passionen  und  Affekten  zu  geschweigen"  (Bd.  I  Nr.  754 
S.  444)  eine  Andeutung  hierauf  zu  erblicken,  wage  ich  nicht  zu  entscheiden; 
doch  halte  ich  es  für  wahrscheinlich.  —  ^)  Geschichte  S.  39  Anm.  1.  —  *)  ebda. 
S.  42  Anm.  2.  —  »)  Bd.  I  Nr.  748  S.  439. 

11 


162  Geschichtliches. 


n 


legen  dürfen,  was  die  Spannung  nur  noch  erklärlicher  macht.  —  Der 
evangelische  Gottesdienst  ist  dann  bis  auf  den  heutigen  Tag  bestehen 
geblieben  und  von  einer  ununterbrochenen  Reihe  von  Predigern 
gehalten  worden,  während  die  reformirten  deutschen  Kaufleute  nach 
Elze  bis  gegen  Ende  des  17.  Jahrhunderts  bei  französischen  refor- 
mirten Predigern  und  Gemeindeältesten  ihre  Erbauung  gefunden  zu  Jl 
haben  scheinen  ^).  «■ 

Abraham  Spillieur  aber  kam  nach  der  Entscheidung  der 
venetianischen  Regierung  vom  5.  Oktober  1652  wieder  in  den  Fondaco, 
nahm  daselbst  am  7.  April  1653  wieder  an  einem  General-Kapitel 
Theil  und  lebte  noch  am  23.  September  1655. 

Faktisch  scheinen  freilich  die  Niederdeutschen  von  dieser  Zeit 
ab,  wie  überhaupt  den  Handel  mit  Venedig,  so  auch  den  Fondaco 
immer  weniger  frequentirt  zu  haben.  Die  Zersetzung  oder  Scheidung 
der  deutschen  Kaufmannschaft  in  Venedig  mag  aber  in  Folge  dieser 
Vorgänge  noch  weitere  Fortschritte  gemacht  haben.  In  einer  Ein- 
gabe der  ,Naz.  Alem.'  auf  einen  Erlass  des  Senats  vom  25.  Mai  1675 
betreffs  des  ,Dazio'  werden  folgende  Gruppen  von  deutschen  Kauf- 
leuten in  Venedig  unterschieden  ^) : 

1.  solche,  die  wirklich  im  Fondaco  wohnen  und  der  drei 
requisiti  ,tavola,  camera  et  capitolo'  fähig  sind; 

2.  solche,  die  in  Venedig  wohnen,  der  tavola  u.  s.  w.  fähig 
sind,  auch  Kammern  im  Fondaco  haben  und  am  Kapitel 
theilnehraen,  aber  nicht  im  Fondaco  wohnen; 

3.  solche,   die  in  Venedig  wohnen,    der  drei  requisiti  fähig 
sind,  aber  keine  Kammern  miethen  und  am  Kapitel  nicht 
theilnehmen  wollen,  um  zu  den  Lasten  des  Fondaco  nicht   ^ 
beisteuern  zu  müssen;  fll 

4.  solche,  die  als   „ächte  Deutsche"   der  drei  requisiti  fähig "^ 
wären,    aber   nur    durch  Vertreter    mit  Venedig   in   Ge- 
schäftsverbindung  stehen,    welch'  letztere    der   ,requisiti' 
nicht  theilhaftig  werden  können.    — 

Eine  ähnliche  Wandlung  gegen  früher  trat  dann  mit  der  Zeit 
noch  bezüglich  eines  anderen  Punktes  ein,  die  gleichfalls  noch 
der  näheren  Untersuchung  bedarf  und  daher  nur  kurz  hier  erwähnt 
werden  soll.  ■ 

1)  s.  Elze,  Gesch.  S.  43  u.  ff.  -  2)  Capitolare  della  Naz.  Alem.  3  fol.  143' ■■ 
,Sono  varie  sorti  di  Tedeschi,  cioe  altri  habitanti  in  questa  cittä  che  attual- 
mente  habitano  nel  fontico  et  sono  capaci  di  tavola,  camera  et  capitolo  nel 
medemo;  altri  sono  pur  habitanti  in  questa  cittä,  capaci  delli  tre  sudetti 
requisiti  e  che  tengono  camere  in  fontico  et  partecipano  del  capitolo,  ma  no 
habitano  attualmente  in  esso ;  altri  pure  habitano  in  questa  cittä,  sono  national; 
e  capaci  delle  tre  requisiti,  ma  non  vogliono  pi-ender  camera  in  fontico  ne  entran 
nel  capitolo  per  non  sottomettersi  a  gli  aggravii  con  la  natione.  Altri  finalmenti 
sono  veri  nationali,  capaci  delli  tre  requisiti,  ma  che  stando  alle  loro  ca* 
in  Germania  negotiano  col  mezo  de  loro  procuratori,  quali  non  sono  capaci  deU 
privileggi .  .  .' 


Geschichtliches.  163 

Wir  erinnern  uns^),  dass  früher  den  Venetianern  der 
direkte  Handelsverkehr  mit  Deutschland  aus  finanzpoliti- 
schen Gründen  untersagt  war  —  nur  einige  Artikel,  wie  Pferde, 
Waffen  und  Lebensmittel  durften  direkt  von  den  Venetianern  dorther 
geholt  werden.  Dieses  Verbot  bestand,  wie  es  scheint,  selbst  noch 
im  Jahre  1558^).  Aber  vielleicht  schon  damals  und  jedenfalls  später 
scheint  eine  andere  Praxis  Platz  gegriffen  zu  haben,  scheinen  die 
Venetianer  auch  andere  Waaren  direkt  aus  Deutschland  bezogen  und 
solche  direkt  dahin  spedirt  zu  haben.  Diese  Waaren  zahlten  aber 
nicht  bei  der  Behörde  des  Fondaco,  sondern  bei  derjenigen  der 
,Intrada  da  Terra'  die  vorgeschriebenen  Zölle.  Erst  im  Jahre  1671 
(und  1675)  wurde  nach  der  Behauptung  betbeiligter  venetianischer 
Kaufleute  von  der  Regierung  bestimmt,  dass  diese  mit  Deutschland 
in  Verbindung  stehenden  venetianischen  Kaufleute  ihre  Waaren 
gleichfalls  in  der  Dogana  des  Fondaco  verzollen  lassen  sollten^). 
Daraufhin  verlangte  die  Naz.  Alem.  im  Jahre  1717,  dass  diese 
Venetianer  auch  den  Cottimo  entrichten  soUten,  damit  sie  nicht  bloss 
die  Wohlthaten  des  Fondaco  genössen,  sondern  auch  zu  dessen 
Lasten  beitrügen*).  Aber  dagegen  sträubten  sich  diese  sehr  heftig, 
nicht  ohne  sich  zugleich  über  die  vielen  Privilegien  zu  beschweren, 
in  deren  Genuss  die  Naz.  Alem.  sich  befand^). 

Denn  zu  den  früher  erwähnten**)  waren  neue  hinzugekommen: 
sie  hatte  nun  20  "/o  Zollermässigung  für  ihre  Waaren  überhaupt  '^) 
und  eine  besondere  Vergünstigung  hinsichtlich  des  Ausfuhrzolles  ^), 
was  allerdings  eine  erkleckliche  Summe  ausmachte. 

Die  Naz.  Alem.  brachte  zur  Rechtfertigung  ihres  Verlangens 
vor,  dass  nicht  erst  seit  1671,  dass  vielmehr  schon  seit  dem 
Ende  des  15.  und  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  und  zwar  seit  zwei 
Erlassen  der  Regierung  vom  Jahre  1492  und  1508  alle  Waaren, 
welche  von  Deutschland,  von  welcher  Person,  auf  welchem  Wege 
und  auf  welche  Weise  immer  nach  Venedig  eingeführt  würden,  in 
den  Fondaco  behufs  Zahlung  der  Zölle  gebracht  werden  müssten. 
Sie  berief  sich  ferner  darauf,  dass  unter  den  ,Mercanti  di  Ferrarezze', 
den  „ Eisenkrämern ",  die  im  Jahre  1577  als  Genossen  Ziliberti's 
zur  Bezahlung  des  Cottimo  verurtheilt  wurden,  eben  auch  venetia- 
nische  Kaufleute  verstanden  gewesen  seien.  Ohne  genaue  Kenntniss 
der  einschlägigen  Dokumente  ist  es  nicht  thunlich,  in  diesem  Streite 
ein  Urtheil  zu  fällen.  Hier  nur  so  viel,  dass  der  Jahre  lang  dauernde 
Prozess,  der  sich  daran  knüpfte,  nicht  zu  Gunsten  der  Naz.  Alem. 
endigte.  Im  ,Collegio'  wurde,  wie  ich  durch  gütige  Vermittlung  des 
Herrn  Pfarrers  Elze  höre,  am  5.  September  1729  zu  Gunsten  der 
venetianischen  Kauf  leute  gegen  die  Naz.  Alem.  entschieden,  so  dass  die 


1)  8.  oben  S.  31.  —  ^)  Elze,  Der  Cottimo  bei  Thomas,  Milesio  S.  88.  — 
^)  ebda.  S.  87.  —  '')  ebda.  S.  76.  -  '')  ebda.  S.  86  u.  fF.  —  «)  cf.  oben  S.  141  u. 
142.  —  '')  s.  Milesio  S.  70  und  Elze  ebda.  S.  80  und  90.  —  ')  .pagano  Dazio 
per  Uscita  sul  piano  della  prima  stima  d'Intrata  senz'  aggionti'  Elze  ebda.  S.  90. 


154  Geschichtliches. 


n 


ersteren  am  29.  September  1729  auf  Rückgabe  des  inzwischen  erhobenen 
Cottimo  (im  Betrage  von  3000  Dukaten)  durch  die  Naz.  Alem.  bei 
den  Cinque  Savii  alla  Mercanzia  drangen.  Am  12.  März  1731  kam 
dann  zwischen  der  Naz.  Alem.  und  den  venetianischen  Kaufleuten 
ein  Vergleich  zu  Stande:  die  letzteren  verzichteten  auf  die  Rück- 
erstattung jener  Summe,  da  die  Naz.  Alem.  versprach,  in  Zukunft 
den  Cottimo  von  ihnen  nicht  mehr  zu  verlangen.  — 

Wir  heben  aus  den  von  Elze  hierüber  veröffentlichten  Schrift- 
stücken noch  einige  Notizen  hervor,  welche  namentlich  für  die 
Geschichte  des  Cottimo  von  Interesse  sind.  Da  lesen  wir  z.  B.  ^), 
dass  die  Einnahmen  aus  dem  Cottimo  damals,  zu  Anfang  des 
18.  Jahrhunderts,  in  zwei  Kassen  vertheilt  wurden:  in  die  eine, 
Cassetta  genannt,  kamen  die  Beiträge  der  „nicht  deutschen"  Kauf- 
leute, die  auch  gehalten  waren,  zur  nämlichen  Zeit,  wo  sie  die 
vorgeschriebenen  Zölle  zahlten,  sogleich  auch  den  Cottimo  zu  ent- 
richten. Die  „ächten"  Deutschen  hingegen  konnten,  wie  mit  den  ^ 
Zöllen,  so  auch  mit  dem  Cottimo  einen  Monat  warten;  die  Kasse,  ■■ 
wohin  ihr  Betrag  floss,  hiess  ,Cassa  grande'. 

Werthvoll  sind  ferner  die  Angaben  über  die  Höhe  der 
Einnahmen  aus  dem  Cottimo,  die  pro  Jahr  von  beiden  Seiten 
auf  ca.  2350  Dukaten  angegeben  werden,  was  bei  einem  Prozentsatz 
von  ^/e  ®/o  einem  Umsatz  von  280,000  Dukaten  entspricht,  der 
immerhin  noch  ziemlich  ansehnlich  genannt  werden  kann. 

Freilich,  die  Blüthezeit  des  Fondaco  war  dahin:  im  Jahre  1723 
betrug  die  Zahl  der  (vollberechtigten)  deutschen  Kaufleute  nur  35, 
während  im  Jahre  1717  bereits  92  venetianische  Kaufleute  mit 
Deutschland  in  Handelsverbindung  standen^).  Im  Jahre  1770  war  die 
Zahl  der  Mitglieder  der  Naz.  Alem.  auf  30,  im  Jahre  1800  auf 
12  herabgesunken  ^).  Der  Sturmwind  der  französischen  Revolution 
hat  dann  auch  diesem  Institute  des  Mittelalters  ein  Ende  gemacht^). 
Nachdem  im  Mai  1797  die  „Republik"  Venedig  ihr  Ende  gefunden 
hatte,  nahmen  am  18.  Januar  1798  nach  halbjährigem  Regiment  der 
Franzosen  die  0 esterreicher  Besitz  von  Venedig.  Durch  den  Frieden 
von  Pressburg  am  24.  Dezember  1805  trat  0 esterreich  Venetien  an 
das  neue  Königreich  Italien  ab  und  damit  war  die  Todesstunde  des 
Fondaco  gekommen:  denn  die  neue  Regierung  verlegte  die  Zoll- 
behörde in  das  Gebäude,  die  Deutsche  Nation  wurde  deshalb  Anfangs 
Juli  1806  aufgefordert,  das  Haus  zu  verlassen,  dessen  Privilegien 
wurden  zu  gleicher  Zeit  für  erloschen  erklärt  —  fast  genau  300 
Jahre  nach  Begründung  des  neuen  Gebäudes. 

Ueberblicken  wir  nochmals  diesen  Zeitraum  und  fragen  wir 
nach   der  Stellung,    welche    die    deutsche  Kaufmannschaft  innerhalb 


II 


')  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  93  und  94.   —    ^)  ebda.  S.  85  und  78.  — 
Elze  im  Ausland  S.  628.  —  ')  Elze,  Geschichte  etc.  S.  84-87. 


Geschichtliches.  165 

desselben  in  Venedig  und  im  Fondaco  eingenommen  hat,  so  werden 
wir  sagen  dürfen,  dass  im  Vergleich  zum  Mittelalter  diese  Stellung 
sich  3,llerdings  in  manchen  Punkten  zu  Gunsten  der  Deutschen  ver- 
ändert hat.  Kein  Zweifel,  dass  ihnen  vielfach  freiere  Bewegung  im 
neuen  Hause  eingeräumt  war,  dass  sie  befreit  waren  von  der 
strengen,  polizeilichen  Oberaufsicht  des  Mittelalters,  dass  sie  mehr 
wie  unsere  Landsleute  anderwärts,  z.  B.  im  Stahlhof  zu  London,  eine 
eigene  Gemeinde  unter  selbstgewählten  Vorstehern  bilden  konnten. 
Aber  freilich  zu  völliger  Selbstständigkeit  und  Unabhängigkeit  haben 
sie  sich  auch  in  diesem  Zeitraum  nicht  durchzuringen  vermocht  — 
von  dem  Mangel  jedes  politischen  Einflusses  gar  nicht  zu  reden, 
so  angesehen  auch  ihre  äussere  merkantile  Stellung  in  der  Lagunen- 
stadt geworden  war.  Denn  als  die  hervorragendsten  Träger  des 
Bank-  und  Börsengeschäftes,  als  ,principal  membro  delle  faccende 
de'  Banchi  e  della  Piazza',  werden  die  Deutschen  (Consuln)  einmal 
geradezu  1567  von  den  venetianischen  Behörden  bezeichnet  ^).  Ge- 
rade aus  jenen  Streitigkeiten  im  16.,  17.  und  18.  Jahrhundert  geht 
deutlich  hervor,  dass  unsere  Landsleute  selbst  bei  inneren  wich- 
tigeren Angelegenheiten,  wie  betreffs  des  Cottimo  und  der  Benützung 
der  Kammern,  in  letzter  Linie  dem  Urtheile  der  venetianischen 
Rathskollegien  nach  wie  vor  sich  fügen  mussten  ^).  Von  eigener 
Gerichtsbarkeit  nach  heimischem  Recht  ist  auch  in  dieser  Zeit  keine 
Rede;  es  war  mehr  nur  eine  disciplinäre  Polizeigewalt,  welche  von 
den  Cottiraieri  etc.  gegen  die  einzelnen  Glieder  der  Naz.  Alem.  durch 
zeitweise  Ausschliessung  von  Kapitel,  Tafel  und  Kammer  ausgeübt 
werden  konnte.  Es  war  also  doch  eigentlich,  wie  bereits  gesagt,  nur 
ein  bescheidenes  Mass  von  Selbstverwaltung,  welches  die  Regierung 
den  deutschen  Kaufleuten  im  neuen  Hause  zugestanden  hatte.  Kein 
Zweifel  aber  andererseits  auch,  wie  mir  scheint,  dass  gerade  dieses 
Moment,  diese  allezeit  bescheidenere  Stellung  —  im  Verein  allerdings 
mit  dem  allmählichen  Niedergang  der  venetianischen  Republik  —  die 
Ursache  davon  gewesen  ist,  dass  das  Institut  des  Fondaco  in  Venedig 
sich  länger  erhalten  konnte,  als  unsere  mittelalterlichen  Handels- 
colonien  oder  Faktoreien  in  Russland,  Dänemark,  den  Niederlanden, 
England  u.  s.  w. ,  und  dass  unsere  Landsleute  hier  in  Venedig  ver- 
schont blieben  von  all  den  Reibereien  und  Anfeindungen,  denen  sie 
in  jenen  Ländern  später  von  Seite  der  einheimischen,  aufstrebenden 
und  gegen  „die  Monopole  der  Fremden"  eifersüchtigen  Bevölkerung 
und  der  diese  nationalen  Regungen  benützenden  Landes-Regierung 
mehr  und  mehr  bis  zu  ihrer  definitiven  Verdrängung  ausgesetzt 
waren  ^). 

Die  nämlichen  Streitigkeiten  zeigen  aber  noch  eines:  sie  bestä- 
tigen, welches  Gewicht  man  immer  noch  auf  den  Handel  mit  Venedig 
in  jenen  deutschen  Städten  legte,  und  wie  zufrieden  man  im  Ganzen 


')  Milesio   S.  24.    -    ^)  cf.  Bd.  I  Nr.  703,  711,  738-741.   —   ')  s.  meine 
Schrift:  Die  Deutschen  als  Colonisatoren  in  der  Geschichte  (Hamburg  1885)  S.  36. 


166  Geschichtliches. 


mit  dem  Institut  des  Fondaco  war.  Von  dieser  Zufriedenheit  und  zu- 
gleich von  der  Dankbarkeit  der  Bewohner  des  Fondaco,  wie  von  ihrem 
guten  Einvernehmen  mit  der  venetianischen  Regierung  überhaupt 
zeugen  übrigens  ferner  ausser  den  vielfachen  Almosen,  welche  sie, 
wie  die  Panada,  an  die  Armen  Venedigs  spendeten  ^),  besonders  ihre 
freiwilligen  Anerbietungen  von  Geldsummen  zur  Unterstützung  der 
Regierung  im  17.  Jahrhundert,  wie  z.B.  im  Jahre  1646^),  oder  die 
Theilnahme  der  Bewohner  des  Fondaco  an  dem  Siege  von  Lepanto 
im  Jahre  1571,  der,  wie  Sansovino  berichtet,  gerade  hier  im  Fondaco 
zuerst  durch  Beleuchtung,  Feuerwerk  und  Musik  in  glänzender 
Weise  gefeiert  wurde  ^). 

Nicht  allein  bei  so  aussergewöhnlichen  Anlässen  war  übrigens 
der  Fondaco  die  Stätte  und  der  Mittelpunkt  allgemeiner  Lust  und 
Fröhlichkeit.  Alljährlich  ward  hier,  und  zwar  „in  den  Jahrhunderten 
vor  1600",  wie  Milesio  berichtet*),  in  dem  „ Wintersaal "  oder  der 
,Sala  della  Stua'  in  den  drei  Tagen  vor  Beginn  des  Karnevals  mit 
Erlaubniss  der  venetianischen  Behörden  auf  Kosten  der  Deutschen 
Nation  ein  grosses  öffentliches  Ballfest  gehalten,  zu  welchem  «von  allen 
Seiten  die  Masken  herbeiströmten,  um  sich  des  Vergnügens  eines 
drei  Tage  lang  dauernden,  ununterbrochenen  (?)  Balles  zu  erfreuen, 
mit  welchem  die  deutsche  Nation  jährlich  die  Gastfreundschaft  der 
Venetianer  vergalt." 

Andererseits  fanden  in  dem  nämlichen  Saal,  wie  bereits 
erwähnt^),  alljährlich  am  Weihnachtsabend,  am  Sylvesterabend  und 
am  Vorabend  vor  dem  Feste  der  „heiligen  drei  Könige"  jene  merk- 
würdigen kirchlichen  Feierlichkeiten  ernsten  Charakters  statt,  über 
welche  ausführlicher  Milesio  und  nach  ihm  Elze  berichtet  hat^).  — 
Ausführlich  beschreibt  Milesio  auch '')  das  Ceremoniell,  womit  die 
„Deutsche  Nation"  sich  am  Empfang  eines  in  Venedig  einziehenden 
neuen  kaiserlichen  Gesandten  des  Reiches  bei  der  Republik  betheiligte. 

Kurz  mag  endlich  noch  bemerkt  werden,  dass  die  Säule,  welche 
in    der  Mitte    des   „Sommer" -Saales   dessen  Decke  trug,    alljährlich 


1)  cf.  Milesio  S.  26  u.  27.  —  ^)  ebda.  u.  Bd.  I  Nr.  746.  —  ^)  Venezia  descritta 
(1663)  p.  415:  Belle  et  honorate  furono  le  dimostrationi  singolari  di  allegrezza, 
che  si  fecero  l'anno  1571  per  la  vittoria  che  si  hebbe  del  Turco.  Et  lasciando 
l'altre  cose  a  dietro  che  si  vedero  in  questa  materia,  due  furono  gli  apparecchi 
principali :  glorificandosi  tuttavia  in  cosi  fatte  feste  et  trionfi  la  sua  divina  bontä. 
II  primo  fu  de  i  Tedeschi,  i  quali  rallegrandosi  con  la  Signoria  della  vittoria, 
hebbero  licenza  di  poter  festeggiare,  fatte  che  fossero  prima  le  solennitä  spiri- 
tuali.  —  Essi  adunque  per  tre  sere  continue  acconciarono  il  fontico  di  razzi  et 
accomodarono  di  dentro  et  di  fuori  per  diversi  gradi  lumiere  dal  primo  corri- 
dore  fino  alla  sommitä  del  tetto,  che  rendevano  dalla  lunga  una  veduta  quasi  di 
un  cielo  stellato.  Da  pi'ima  sera  fino  alle  5  höre  di  notte  si  udi  continuo  suono 
di  tamburi,  di  pifFeri  et  di  trombe  squarciate,  et  sopra  i  pergoli  del  fontico  si 
fecero  diversi  et  rari  concerti  di  musica  con  spessi  tiri  d'artigliarie ,  di  modo 
che  il  luogo  rassembrava  la  casa  et  il  palazzo  della  gioconditä  et  dell'  allegrezza 
insieme.  Questo  fatto  incitö  il  popolo  a  far  il  medesimo  per  la  cittä.  — 
*)  Thomas  S.  25;  cf.  Elze,  Ausland  S.  629.  —  ^)  cf.  oben  S.  159.  -  ")  Milesio 
bei  Thomas  S.  55 ;  Elze  S.  629.  —   ')  S.  56  und  darnach  Elze  S.  636. 


Geschichtliches.  167 

am  1.  Mai  mit  frischem  Grün  und  Blumen  umwunden  wurde,  um 
nach  deutscher  Weise  den  Frühlingsanfang  zu  feiern  *), 

Dies  ist  zugleich  Alles,  was  wir  über  das  innere  Leben  der 
Deutschen  im  neuen  Fondaco,  ihre  Sitten  und  Gebräuche  vorerst 
mitzutheilen  in  der  Lage  sind.  Doch  mögen  die  noch  vorhandenen 
imd  noch  zu  durchforschenden  Archivalien  auch  hiefür  noch  manche 
schätzbare  Notiz  enthalten. 

Zum  Theil  verschmilzt  und  verwächst  die  Geschichte  des 
Fondaco  in  späterer  Zeit  mit  derjenigen  der  deutschen  evange- 
lischen Gemeinde,  die  ja,  wie  wir  gesehen,  aus  ihm  hervor- 
gegangen ist.  Daher  darf  hier  nochmals  ausdrücklich  auf  die  Dar- 
stellung der  Geschichte  dieser  Gemeinde  verwiesen  werden,  welche 
der  von  uns  so  oft  erwähnte  gegenwärtige  Pfarrer  derselben,  Theodor 
Elze,  vor  einiger  Zeit  veröffentlicht  hat. 

Aber  auch  bezüglich  der  Frage  nach  den  Benutzern  oder 
Bewohnern  des  Fondaco  ist,  was  die  spätere  Zeit  betrifft,  in  erster 
Linie  auf  diese  Schrift  zurückzugreifen :  denn  im  18.  Jahrhundert  war 
wohl  der  grösste  Theil  der  Insassen  protestantisch,  und  die  79  Kauf- 
herren, welche  vom  Jahre  1704  ab  die  evangelische  Kirchenordnung  der 
Gemeinde  unterschrieben  haben  und  von  Elze  namentlich  aufgeführt 
werden  2),  dürfen  wohl  als  der  Stamm  der,NazioneAlemana'  in  jener  Zeit 
betrachtet  werden,  und  viele  von  ihnen  werden  bei  Milesio  als  Consuln 
der  Naz.  Alem.  aufgeführt.  Leider  ist  es  auch  Elze  nicht  bei  allen 
geglückt,  ihre  Heimath  angeben  zu  können,  so  dass  schon  deshalb  eine 
genaue  Statistik  über  die  Betheiligung  der  einzelnen  Städte  am  Handel 
mit  Venedig  in  diesem  Zeitraum  noch  nicht  möglich  ist.  Und  noch 
viel  weniger,  was  die  vorhergehende  Zeit  von  1506  an,  das  16.  und 
17.  Jahrhundert;  betrifft.  Die  umfassendsten  Studien  und  Nach- 
forschungen in  den  Archiven  Venedigs  und  der  deutschen  Städte  sind 
hiezu  noch  nöthig.  Von  besonderer  Wichtigkeit  wäre  hiefür  die  Auf- 
findung verschiedener  offizieller  Verzeichnisse:  so  erstlich  mehrerer 
alphabetischer  Listen  über  die  Erhebung  des  Cottimo  von  1492 — 
1546—1577—1603—1679,  deren  in  jenem  Streite  vom  Jahre  1728' 
gedacht  wird^),  und  zweitens  der  Verzeichnisse  über  die  Miether  der 
Kammern  und  Gewölbe,  welche,  einer  Verfügung  des  Senates  zufolge, 
erst  vom  1.  September  1636  an  im  Bureau  der  Visdomini  geführt 
werden  sollten  *).    Uns  stehen  nur  vier  solcher  Verzeichnisse  zur  Ver- 


')  Milesio  S.  41 ;  Elze  S.  630.  -  ')  Geschichte  S.  62  ff.  —  ^)  Elze  bei  Thomas; 
Milesio  S.  93 :  ,Tutti  li  libri  che  saronno  qui  sotto  per  nominarsi,  tutti  abbracciano 
le  riscossioni  del  Cottimo  ...  Li  primi  cinque  libri,  scritti  in  carattere  Alemano, 
abbracciano  dal  1492  sino  al  1546  ...  Li  secondi  alfabettati  comprendono  il  corso 
degl'  anni  1547  sino  all'  anno  1577  ...  Li  terzi  corrono  dal  1580  sino  al  1G03.  Li 
quarti  abbracciano  dal  1604  sino  al  1679.  —  *)  Milesio  bei  Thomas  S.  31  (cf.  68)  — 
l'ufficio  di  detto  Magistrato  (dei  Visdomini),  nel  quäle  del  1636  primo  Settembre 
per  Public!  Decreti,  si  principiö  a  teuer  Libro  Maestro,  sive  Quaternio  e  Giomale 
per   gli    affitti    delle    Camere   e   per  li   Conti    del   Dazio    dei   Privileggiati. 


168  Geschichtliches. 

fügun^:  eines  vom  Jahre  1508,  die  ersten  Miether  im  neuen  Hause 
enthaltend^),  ein  zweites  vom  Jahre  1640^),  das  dritte  wahrscheinlich 
vom  Jahre  1646  (oder  1647)^)  und  ein  weiteres  vom  Jahre  1723*) 
(wozu  noch  ein  gelegentliches  ^)  Verzeichniss  deutscher  Kauf leute  in 
Venedig  von  1573  gerechnet  werden  mag). 

Sehen  wir  nun,  so  weit  es  möglich  ist,  wie  sich  die  Zahl  der 
Miether  auf  die  einzelnen  Städte  vertheilt,  und  versuchen  wir  auf 
Grund  anderer  Quellen,  wie  z.  B.  der  Liste  der  Consuln  der  Kauf- 
mannschaft im  Pondaco,  der  Grabschriften  in  Venedig  bestatteter 
Deutscher,  der  Liste  der  in  S.  Bartolomeo  beigesetzten  Deutschen 
u.  s.  w.,  überhaupt  zu  konstatiren,  welche  Städte  und  in  welcher 
Ausdehnung  sie  in  der  Zeit  nach  1506  noch  an  dem  Handel  mit 
Venedig  betheiligt  erscheinen ''). 

Beginnen  wir  wie  früher  mit  Regensburg.  In  der  Liste  von 
1508  finden  wir  bei  den  Magazinen  einmal  die  Stadtgemeinde  selbst 
als  Mietherin  eingetragen  und  daneben  einen  ßegensburger  als  Ab- 
nehmer, wie  es  scheint,  des  grössten  Gewölbes  (Nr.  21):  Zan  Musauer 
=  Johannes  Musauer  (oder  Mosauer)  —  derselbe,  der  nach  Milesio 
1505  und  1506,  also  gerade  zur  Zeit  des  Brandes,  Consul  der  deutschen 
Kaufleute  war.  Eine  Kammer  scheint  die  Stadt  anfangs  nicht  ge- 
miethet  zu  haben,  wohl  aber  Musauer.  Denn  er  ist  höchst  wahrschein- 
lich hinter  jenem  ,Zanin  Usana'  versteckt,  der  die  Kammer  Nr.  27 
und  vielleicht  auch  Nr.  26  im  2.  Stock  miethete'').  Denn  in  einem 
Dokument  vom  S.Mai  1510  wird  gesagt^),  Johannes  Musauer  habe 
ein  grosses  Gewölbe  und  1  ^2  Kammern  im  2.  Stock  gemiethet, 
deren  Benützung  ihm  und  seinen  Nachkommen  auf  seine  Bitten  für 
immer  zugestanden  wird,  da  er  seit  vielen  Jahren  in  Venedig  Ge- 
schäfte treibe  und  zu  den  ersten  Miethern  im  neuen  Hause  gehört 
habe.  —  Damit  stimmt  nun  nicht  recht  überein,  wenn  Gemeiner  in 
seiner  Regensburgischen  Chronik^)  zum  Jahre  1508  erzählt,  der 
Hausmeister  des  Fondaco  habe  „die  Regensburgischen  Kauf  leute  aus 
dem  Besitz  der  Vulten  zu  setzen  und  dieselbe  anderen  Kaufleuten 
einzuräumen  gesucht,  welches  Waarengewölbe  (volta)  gewiss  schon 
im  grauesten  Alterthum  ein  Besitzthum  der  Regensburgischen  Kauf- 
leute und  (wegen  des  früher^*')  erwähnten  Vorranges  von  Regens- 
burg im  Fondaco)  wahrscheinlich  auch  eines  der  bequemsten  und 
schönsten  Gewölbe  gewesen  sei.  Der  Rath  habe  sich  nachträglich 
beim  Dogen  und  beim  Senat  in  Venedig  darum  verwandt  und  ein 
Schreiben  dahin  geschickt,  das  ein  Kaufmann  Hans  Schönhofer  über- 
bracht habe,  der  in  seinen  eigenen  Angelegenheiten  den  Weg  hinein 
machte".     Aus    dem    von   Gemeiner    mitgetheilten  Schreiben   ist   zu 


1)  s.  Bd.  I  Nr.  653  u.  658.  -  ')  ebda.  Nr.  743.  -  ')  ebda.  Nr.  748.  - 
*)  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  709.  —  ®)  Ich  muss  hier  noch- 
mals ganz  besonders  betonen,  dass  diese  Zusammenstellung  keinen  Anspruch  auf 
Vollständigkeit  machen  will,  sondern  nur  ein  erster  derartiger  Versuch  sein 
und  zu  weiterer  Forschung  anregen  soll.  —  ')  Bd.  I  Nr.  653.  —  **)  ebda. 
Nr.  677.  —  *•)  Bd.  IV  S.  140  und  Anm.  287.  —  '")  cf.  oben  S.  47. 


\ 


Geschichtliches.  169 

entnehmen  (was  Gemeiner  nicht  angibt),  dass  eben  Joh.  Musauer 
diese  ,camera  sive  habitaculum',  welche  den  Namen  ,1a  balta  (=  volta?) 
de  San  Piro  (oder  Pjro)'  geführt  habe,  von  der  Stadt  zur  Benützung 
erhalten  hatte,  und  der  Regensburger  Rath  ersucht  eben  die  venetia- 
nische  Regierung,  den  Joh.  Musauer  im  Genüsse  dieser  ,camera'  zu 
belassen.  Dieses  Schreiben  ist  nun  aber  datirt  vom  4.  März  1508, 
während  die  neuen  Kammern  ja  bereits  im  Februar  1508  vergeben 
wurden  und  Musauer  bereits  im  Besitze  jener  Kammern  sich  befand. 
Auch  ist  von  derartigen  Namen  der  neuen  Kammern  oder  Gewölbe 
sonst  nichts  bekannt.  Das  ganze  Schreiben  passt  offenbar  viel  besser 
in  die  Zeit  vor  als  nach  dem  Brande,  in  welche  es  auch  Gemeiner 
verlegt,  da  er  —  freilich  irrthümlicherweise  —  sagt,  der  Brand  scheine 
sich  zwischen  1512  und  1518  begeben  zu  haben.  Ich  vermuthe 
daher,  dass  das  Datum  des  Schreibens  nicht  richtig  ist,  statt  1508 
vielleicht  1503  oder  1505  zu  lesen  ist. 

Was  aber  die  spätere  Zeit  betrifft,  so  meint  Gemeiner,  die 
Stadt  scheine  seit  dem  (von  ihm  also  in  die  Jahre  1512 — 1518  ver- 
legten) Brande  ihre  „Vulten",  wofür  sie  jährlich  einen  (sie!)  Dukaten 
Zins  bezahlt,  nicht  mehr  behauptet  zu  haben.  Wir  vermögen  in  der 
That  aus  der  unmittelbar  folgenden  Zeit  keinen  weiteren  Regens- 
burger hier  zu  nennen,  wofern  nicht  Thomas  Karg,  der  1586  und 
1587  Consul  war,  der  gleichnamigen  Regensburger  Familie  angehörte^). 
Aber  1648  gibt  doch  auch  der  Rath  dieser  Stadt  seine  Ansicht  in 
dem  Streit  über  das  Benützungsrecht  am  Fondaco  ab  —  ein  Beweis 
dafür,  dass  Regensburger  noch  immer  in  Venedig  und  im  Fondaco  ver- 
kehrt haben.  Aus  dem  18.  Jahrhundert  führt  dann  Elze  noch  fol- 
gende Regensburger  auf,  welche  die  evangelische  Kirchenordnung 
in  Venedig  unterzeichnet  haben: 

1721  Joh.  Christ.  Esterlin,  der  1716  in  das  „Verzeichnis  der  jungen 
Leute"   siVh  eingetragen  und  noch  1723  im  Fondaco  war^);  und 

1751  Gg.  Zach.  Hagen,    1786  im  Verzeichniss  der  jungen  Leute 
aufgeführt   und   9.  Februar  1768   im  58.  Jahre   in  Venedig   ge- 
storben ^).  — 

Unter  den  Städten,  die  1648  als  mit  Venedig  in  Handels- 
beziehung stehend  genannt  werden,  banden  sich  auch  Enns  und 
Steyr. 

In  der  That  wurden  Steyr  noch  1640  die  alten  Privilegien 
wegen  des  Handels  mit  venetianischen  Waaren  von  Kaiser  Ferdinand  II. 
bestätigt"*).  Aus  Steyr  stammte  die  später  nach  Nürnberg  über- 
gesiedelte und  wohl  von  dort  aus  mit  Venedig  Handel  treibende 
Familie  Gutbrod  •^).    Vielleicht  war  ebendorther  der  in  der  Liste  von 


')  cf.  Siebmacher's  Wappenbuch,  hrsg.  von  0.  T.  v.  Hefner  V,  2,  p.  27, 
—  2)  Elze  S.  63  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  86.  -  ^)  Elze  S.  64,  bestattet  auf 
der  Insel  S.  Cristoforo.  —  ^)  Pritz,  Beschreibung  und  Gesch.  der  Stadt  Steyr 
(1837)  S.  291.  -  ^)  cf.  unten  S.  192. 


170  Geschichtliches. 

1646/47  aufgeführte  Joachim  Endeil  oder  Hendel,  da  ein  Joachim 
Händl  1619 — 24  Bürgermeister  zu  Steyr  war^).  Ob  Sebald  Hendell 
(1557  und  1558  Consul)  und  Adam  Hendell  (1610—1611  Consul)  der- 
selben oder  einer  anderen,  in  Nürnberg  vorkommenden  Familie  an- 
gehören, weiss  ich  nicht ;  in  Steyr  selbst  stellte  jene  Familie  schon  im 
16.  Jahrhundert  Bürgermeister  ^).  —  Ferner  war  aus  Steyr  Georg 
Auracher,  geb.  5.  Okt.  1605,  gest.  10.  April  1628  zu  Venedig  und 
dort  bestattet  ^). 

Wie  Regensburg,  erscheint  auch  die  Stadt  Wien  1508  als 
Mietherin  eines  Gewölbes  und  einer  Kammer  im  neuen  Fondaco. 
,Wir  sehen  auch,"  sagt  J.  Falke  in  seinem  bereits  erwähnten  Auf- 
satz über  „Oberdeutschlands  Handelsbeziehungen  zu  Südeuropa  im 
Anfang  des  16.  Jahrhunderts"  •''),  „dass  Wien,  sobald  es  sich  von  den 
Belagerungen  und  der  Einnahme  erholte,  welche  es  durch  die  feind- 
selige Stellung  gegen  das  Haus  Habsburg,  besonders  gegen  den  Kaiser 
Friedrich,  sich  zugezogen  hatte,  und  unter  Max  I.  wieder  zu  neuer 
schöner  Blüthe  als  Residenz  erhoben  wurde,  auch  sogleich  durch 
den  Rath  und  die  Bürgerschaft  als  eine  erste  Bedingung  ihres  Wohl- 
standes begehrte,  dass  die  durch  Zollstätten  und  jede  Art  von  Er- 
pressung und  Gewaltthätigkeit  verlegte  und  niedergehaltene  Strasse 
von  Venedig  wieder  eröffnet  werde.  Kaiser  Friedrich  hatte  aus 
Politik  gegen  das  widerstrebende  Wien  mehreren  Nachbarstädten 
auf  Wiens  Unkosten  Freiheiten  und  Niederlagsrechte  ertheilt;  Mürz- 
zuschlag  und  Neustadt,  auf  solche  Privilegien  sich  stützend,  strebten 
auf's  Begehrlichste  darnach,  für  sich  Niederlags-  und  Stapelrechte  an 
der  Strasse  nach  Italien  zu  behaupten.  Auch  Max  I.  hatte  noch 
eine  gewisse  Vorliebe  für  Neustadt  .  .  .  Dennoch  aber,  trotz  der 
Ungunst  der  Kaiser  und  der  Verhältnisse,  war  die  Lage  Wiens  als 
Knotenpunkt  für  Italien,  Deutschland  und  die  östlichen  Donauländer 
von  der  Natur  zu  sehr  begünstigt,  als  dass  auf  die  Dauer  der  Handel 
der  Stadt  unterdrückt  und  seiner  natürlichen  Richtung  hätte  entrückt 
werden  können.  Die  Klagen  über  den  in  Wien  herrschenden  Luxus, 
die  Verordnungen  Maximilians  I.  gegen  denselben,  worin  er  vor  allem 
die  Perlen,  die  Gold-  und  Silberstoffe,  die  Kleider  von  Sammt  und 
Seide  mit  kostbaren  Stickereien  den  unteren  Ständen  verbot,  beweisen, 
in  welcher  Menge  damals  diese  Stoffe  aus  Italien  bezogen  wurden. 
Auch  finden  wir  in  Wien  seit  dem  Ende  des  15.  Jahrhunderts  die- 
selben kaufmännischen  Nachrichten  und  Zeitungen,  wie  in  Nürnberg 
und  Augsburg,  welche  ebensowohl  über  die  Zustände  Italiens  und 
den  Gang  des  venetianischen  Krieges,  wie  über  die  niederländischen 
Unruhen  Bericht  erstatten.  Wien,  durch  die  Verhältnisse  und  Ver- 
bindungen seines  Kaiserhauses  mit  Italien  und  den  Niederlanden 
zugleich  begünstigt,  trug  am  meisten  im  Laufe  des  16.  Jahrhunderts 
zu  der  Ausbildung  dieses  Zeitungswesens  bei,  stellte  auch  um  diese 


')  Pritz,   a.  a.  0.  S.  384.   —    ')   in   S.  Lio.    -    ^)   Zeitschrift   für  Kultur- 
geschichte 1859  S.  621. 


•  Geschichtliches.  171 

Zeit  eine  besondere  Botenverbindung  mit  Venedig  her,  obwohl  auch 
hier  wieder  begünstigte,  an  der  italienischen  Strasse  liegende 
steirische  Orte:  Neustadt,  Mürzzuschlag,  Brück,  Leoben  und  Pettau, 
die  alle  am  deutsch-italienischen  Handel  theilnahmen,  oft  genug  aus 
Eifersucht  hindernd  einwirkten.  Eine  vollständige  (?),  für  den  vene- 
tianischen  Handel  aufgerichtete  Zollordnung,  die  Hormayr  in  seiner 
Geschichte  der  Stadt  Wien  hat  abdrucken  lassen,  gibt  einen  weiteren 
Beleg  für  die  ununterbrochene  Wichtigkeit  des  Waarenzuges  von 
Venedig  auf  Wien,  deren  Hauptzollstätte  in  Wien  das  Mautneramt 
am  rothen  Thurm  war  .  .  .  Die  häufig  wiederkehrende  urkundliche 
Erwähnung  der  Zölle  der  östlichen  italienisch-deutschen  Strasse,  deren 
jährliche  Erträge  gegen  oft  sehr  bedeutende  Schuldsummen  verpfändet 
wurden,  geben  einen  weiteren  Beleg  für  die  Mächtigkeit  des  hier  statt- 
findenden Waarendurchzuges.  Solche  Zölle  waren  zu  Rottenmann^ 
Judenburg,  Neumark,  Gratz,  Leoben  und  an  vielen  kleineren  Orten." 
Namentlich  aufgeführt  werden  folgende  Wiener: 
1508    Gabriel    Traie    (=  Troy?)^);    vielleicht    war    auch    Georg 

Prasteter  (=  Prantstetter)  aus  Wien  2);   ferner  der 
1566  (30.  März  im  17.  Jahre)  in  Venedig  verstorbene  Vitus  (Veit) 

Lagkhner^),    Sohn    des  Patriziers  Franciscus  L.^); 
1567,  1573    und  1581    werden  genannt  die  Brüder  Andreas  und 
Sebastian  Haisler  ^) ;  derselben  Familie  gehörte  vielleicht  an  der 
1605  (3.  oder  8.  März  im  40.  Jahre)  in  Venedig  verstorbene  Carl 

Haisler  ^) ; 
1663  (13.  Nov.)  stirbt  ebendort  (24  J.  alt)  der  Wiener  Hermann 
RaidideP).  —  Ferner  stammte  aus  Wien  die  später  in  Venedig 
ansässige  (protestantische)  Familie  Pommer*"),  aus  welcher 
Joh.  Christ,  schon  1661  im  Fondaco,  1670—72  Consul,  1671  auch 

schwedischer  Consul '')  und 
Joh.  Jak.  „aus  Wien  gebürtig  %  1713—14  Consul,  1717  in  Venedig 

gestorben  ist  ^).     Ob  der 
1808  (13.  April,  70  J.  alt)  in  Venedig  gestorbene^)  Franz  Georg 
May  ein  Kaufmann  gewesen,  muss  dahin  gestellt  bleiben. 


')  cf.  Lazius,  Wienerische  Chronik  (Deutsche  Ausg.)  Buch  IV  S.  14  u.  33. 
—  ^)  Wiewohl  der  in  den  Jahren  1558,  1559  etc.  als  Bürgermeister  von  Wien 
(cf.  Lazius  a.  a.  0.  S.  52)  genannte  Georg  Prantstätter  nach  Ernst  von  Hart- 
mann-Franzenshuld (Archiv  f.  österr.  Gesch.  Bd.  49  S.  473)  erst  1508  geboren 
wurde.  Wahrscheinlich  ist  der  1508  in  der  Liste  der  Miether  aufgeführte  aus 
Salzburg  und  vielleicht  der  Vorfahr  des  Wiener  Pr.  —  ')  bestattet  in  S.  Bar- 
tolomeo.  —  *)  der  1557  Oberstadtcammerer  von  Wien  war;  cf.  Lazius  a.  a.  0. 
S.  65.  —  ")  Bd.  I  Nr.  709  u.  711;  Stockbauer,  Die  Kunstbestrebungen  am  bayer. 
Hofe  unter  Albert  V.  und  Wilhelm  V.  in  den  Quellenschriften  zur  Kunstgeschichte 
Bd.  VIII  S.  57 ;  cf.  Archiv  f.  österr.  Gesch.  Bd.  49  S.  492  und  Siebmacher  V, 
2  p.  14,  wo  ein  Seb.  Eyssler  1530  als  Bürgermeister  von  Wien  erwähnt  wird.  — 
«)  cf.  Elze,  Geschichte  S.  63  u.  ff.  —  ')  Elze  a.  a.  0.  S.  60  Anm.  6.  —  ")  Sieb- 
macher V,  1  S.  13;  bestattet  in  Memmingen?,  wo  seine  Wittwe  ihm  ein  Grab- 
mal setzte;  s.  Karrer,  Memminger  Kronik  (1805)  S.  131.  —  ')  bestattet  in 
S.  Fosca. 


172  Geschichtliches. 

Aus  Wiener-Neustadt   war   vielleicht  der  in  der  Liste  von 

1508  aufgeführte  räthselhafte  Christoph  Chelbit  (Chebe),  wenn  man 
dahinter    einen   Kelbel    suchen   darf,    deren    Einer,    Jacob   K., 
1483  Bürgermeister  in  Wiener-Neustadt  war  ^). 
Steiermark    stellt    diesmal    keinen     Namen  ^),     Kärnthen, 
speziell  Villach,  nur  wenige: 

1508  (aber  nicht  in  der  Liste  genannt)  verkehrte  ein  gewisser 
Codel  aus  Villach  in  Venedig  ^) ; 

1594  (7.  März,  49  J.  alt)  starb  in  Venedig  der  Villacher  Kaufmann 
Christoph  Hoffer*),  vermuthlich  identisch  mit  dem  1573  und 
1574  genannten,  der  1574,  1578,  1579  auch  Consul  war.  Ob 
der  1584,  1590,  1591  als  Consul  aufgeführte  Joh.  Hopffer  der- 
selben Familie  angehörte,  oder  der  schwäbischen,  von  Kauf- 
beuren  nach  Augsburg  eingewanderten  Familie  Hopffer,  ist 
zweifelhaft.     Sicher   stammte    dorther    die   angesehene   Familie 

Vidman  (Widmann)-Rezzonico,  deren  Stammvater  Johann,  bürger- 
licher Herkunft,  Faktor  (Greschäftsführer)  im  Fondaco  wurde 
und  hier  den  Grund  zu  dem  späteren  Reichthum  und  Glanz 
des  Geschlechtes  legte.  Wiederholt  ist  er  1601,  1613,  1618 
— 1619,  1623 — 1625  Consul  der  Deutschen  Nation  gewesen 
und,  wie  es  scheint,  dort  1634  gestorben^).  Seine  Söhne 
Johann  Paul  (von  Manchen  für  zwei  gehalten,  was  ich  nicht 
entscheiden  kann),  Martin,  Ludwig,  Berthold,  Christoph,  David 
blieben  dann,  scheint  es,  in  Venedig*')  und  erlangten  hier  1646 
für  die  der  Republik  im  Candianischen  Krieg  geleisteten  grossen 
Geldvorschüsse  das  adelige  Patriziat  und  den  Grafentitel,  nach- 
dem bereits  früher  die  Grafschaft  Paternion  (1639?)  und  Orten- 
burg  (1640)  in  Kärnthen  sammt  dem  österreichischen  Frei- 
herrntitel in  den  Besitz  der  Familie  gekommen  waren  ''). 

1653  (5.  Aug.)  starb  in  Venedig,  27  J.  alt,  ein  Leonhard  Ghigen 
aus  Villach  ^).  Ebendaher  stammte  die  nach  Nürnberg  über- 
gesiedelte Familie  Tiefferer,    aus  welcher 

1689  Hans  Tiefferer  nach  Venedig  in  die  „Schreibstube"  von 
Hans  Wolff  und  Emmerich  Auracher   aus   Nürnberg   gieng  ^). 

1695  starb  in  Venedig,  44  J.  alt,  der  Villacher  Kaufmann  Johann 
Georg  Regatsnig^'').  Ein  Matthias  Ferdinand  Regatsnig  wird 
noch  1723  im  Fondaco  genannt  ^^). 


1)  cf.  Gleich,  Gesch.  der  Stadt  Wiener-Neustadt  (1808)  S.  69.  —  ^)  wenn 
nicht  der  1678  8.  Aug.  in  S.  Bartolomeo  bestattete  ,Gotfredo  Adamo  Maichel' 
ein  Kaufmann  war.  —  ^)  cf.  Sanuto,  Diarii  VIT,  690.  —  ^)  best,  in  S.  Bartolomeo. 

—  ^)  bestattet  in  S.  Canciano;  s.  Grabschrift  Nr.  37;  cf.  Aelschker,  Geschichte 
Kärnthens  Bd.  III  S.  903  (aus  Ankershofen,  Handbuch  der  Gesch.  des  Herzogth. 
Kärnthens  Abth.  II  Bd.  II  Hft.  2  S.  85),  wo  aber  der  alte  Johann  Vidm.  noch 
1649  als  lebend  bezeichnet  wird.  —  ")  s.  Grabschrift  Nr.  36.  —  ')  s.  Kneschke, 
Neues  allgem.  deutsches  Adelslexikon  Bd.  9  (1870)  S.  564.  —  *)  bestattet  in  S.  Bar- 
tolomeo. —  *)  s.  Roth,  Gesch.  des  Nürnb.  Handels  II,  104;  Zeitschr.  für  Baiern 
Jahrg.  2  Bd.  3  (1817)  S.  357;   cf.  unten  S.  195.   —    '»)  bestattet  in  S.  Canciano. 

—  ")  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  85., 


Geschichtliches.  173 

Aus  St.  Paterniano  in  Kärnthen  war  nach  Elze  ^)  der  noch 
1723  im  Fondaco  weilende  Kaufmann  Jacob  Miller; 

aus  Klagen  fürt:  Franz  Christoph  Ambtmann  (mindestens 
1705 — 1710  in  Venedig^),  der  —  oder  dessen  Vorfahr  gleichen 
Namens  —  bereits  1659 — 1662  und  wiederum  1682 — 1688  Consul 
war.  — 

Aus  Krain,  dessen  Handel  mit  Venedig  am  Anfang  dieses 
Zeitraums  noch  ungeschwächt,  später  aber  sehr  vermindert  fort- 
dauerte^), speziell  aus  Laibach,  werden  genannt: 

1508  Johann  Stantener  und  Johann  Kleinhoffer;  vielleicht  war  eben- 
daher Wolfhard  Puller*):  sämmtliche  Miether  im  neuen  Hause. 
Mit  TJebergehung   von   Friaul,    das    damals    nicht    als   deutsch 
gelten  konnte,  da  es  venetianisch  geworden  war,  gelangen  wir  nach 
Tirol. 

Aus  Trient  werden  (unter  den  in  S.  Bartolomeo  Bestatteten) 
genannt : 

1586  (5.  Aug.,  40  J.  alt)  der  öfters  erwähnte^)  Domenico  Zilberti; 
1622  (25.  Dez.)  Alessio  de  Alessii; 
1649  (20.  Juni)  Christofalo  Baiardi; 
1654  (17.  Juni)  Giacomo  Briö. 

Aus  Innsbruck  war  Georg  Reiter,  1637  (29.  Okt.  im  65.  J.) 
gestorben^),  1620 — 22  und  1628 — 29  Consul;  ferner  stammte  von 
dort  nach  Cicogna's  Angaben  '^)  die  Familie  Ott,  aus  welcher  beson- 
ders David  Ott,  der  oft  erwähnte  Faktor  der  Fugger  in  Venedig  ^), 
wiederholt  1546—48, 1554 — 55, 1579  (in  welchem  Jahre  er  in  Venedig, 
72  J.  alt,  gestorben)  ^)  Consul  war,  wie  aucb  andere  dieser  Familie 
diese  Würde  öfter  bekleideten:  Hieronymus  Ott  1582—83,  1589, 1600, 
1626—27,  1643,  oder  Christoph  1586,  1594,  1605—06;  Octavius 
1630 — 32,  ein  anderer  David  1635 — 36.  In  der  Liste  von  1646 
erscheinen  Hieronymus  und  Christoph  Ott.  — 

In  regem  Verkehr  mit  Venedig  treffen  wir  in  dieser  Zeit 
Salzburg.  Unter  den  ersten  Miethern  von  1508  befinden  sich 
folgende  Salzburger: 

Stephan  Käser  (oder  Kaserer),  der  schon  früher^*')  erwähnt  ward; 
Sebastian  Tunkel  (Tonchel),   „einer  der  vornehmsten  Bürger  Salz- 

burg's"   (1514,  5.  Sept.  gestorben)  ^  i) ; 
Johann    Matschperger    (Mazzenperger)    (1511   Bürgermeister   von 
Salzburg;  gestorben  1514)^^);  ein  Erasmus  Mazzenperger  war 
1541—1545  Consul; 
Ruprecht  Lasser,  dem  berühmten  Geschlecht  der  Lasser  angehörig, 


')  Bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  —  '^)  s.  Elze,  Geschichte  S.  109—110.  — 
ä)  cf.  Dimitz,  Gesch.  Krains  II,  49,  290;  III,  224,  448.  —  ")  Ein  Geschlecht 
Püller  in  Laibach  verzeichnet  Dimitz  a.  a.  0.  IV,  88.  —  ')  cf.  oben  S.  137.  — 
®)  bestattet  in  S.  Bartolomeo ;  cf.  Grabschriften  und  Sterberegister.  —  '')  In- 
scrizioni  Veneziane  t.  VI  p.  359.  —  *)  cf.  Stockbauer,  Die  Kunstbestrebungen  etc. 
a.  a.  0.  Bd.  VIII  S.  25  u.  ff.  —  »)  bestattet  in  S.  Canciano.  —  '")  cf.  oben  S.  55. 
—  ")  cf.  Walz,  Grabdenkmäler  S.  157.  -   '')  ebda.  S.  156. 


174  Geschichtliches. 

wie  schon  aus  der  Zusammenstellung  mit  Matschp erger  hervor- 
geht, der  1526  für  sich  und  seine  Söhne  Wolfhard  und  Christoph 
ein  besonderes  Privileg  für  den  Verkehr  mit  Venedig  von  der 
venetianischen  Regierung  erhielt  ^). 

Als  unbestimmt,  ob  nicht  auch  Salzburger,  nenne  ich  aus  der 
Liste  von  1508: 

Sebastian  und  Wenzel  Wagner  ^) ; 

Georg  Prantstätter,  welche  Familie  Ende  des  15.  Jahrhunderts  in 

Salzburg  vorkommt  ^) ; 
Wolfhard  Puller  '^) ;  ein  Salzburger  war  ferner  wohl  Berthold  Wid- 
mann, 1580  ConsuP). 

In  der  Liste  von  1646/47  finden  wir  folgende  Salzburger: 
Wolfhard   Paurnfeind '')    und   den  mit  ihm   genannten  Emmerich 

Lugistan  =  Lugenstein  '); 
Johann   Stainhauser    aus    einer   bekannten   Salzburger   Familie*), 
welche  schon  1573  in  Georg  Birchil  einen  Vertreter  in  Venedig 
hatte  ^). 

Ob  der  1640  und  in  der  Liste  von  1646  genannte  Mathaeus 
Pirchell  mit  diesem  Letzteren  verwandt  und  auch  ein  Salzburger 
oder  anderswoher,  vermag  ich  nicht  zu  entscheiden.  Sicher  hingegen 
gehört  nach  Salzburg  noch 

Maximilian  Han  (Haan),    1639—41  Consul,    der    1647  (10.  Nov., 
45  J.  alt)  in  Venedig   starb  ^°)  und  in  S.  Bartolomeo  bestattet 
ward,  gleichwie  (sein  Bruder?) 
Andreas  Han,  gestorben  1653  (9,  Aug.,  45  J.  alt). 

Ob  der  in  der  Liste  von  1646  genannte  Alessandro  Fux  identisch 
ist  mit  dem  Salzburger  Alexander  Fux  oder  der  Nürnberger  Familie 
Fuchs  angehört,  ist  unbestimmte^). 

Ausser  den  oben  genannten  liegen  in  Venedig  noch  folgende 
Salzburger  Kaufleute  begraben: 

Ludwig  Alt^^),  Sohn  L.  Alfs  des  Jüngeren  e^),  gest.  18.  Januar 

1585,  19  J.  alt; 
Georg  Elsenhaimer^^),  gest.  1577,  18  J.  alt,  Sohn  Johanns  Eis.; 


^)  Rupr.  L.  war  bereits  1514  Bürgermeister  von  Salzburg;  cf.  Zillner,  Gesch. 
der  Stadt  Salzburg  I,  356  no.  4.  Ferner  s.  Walz  S.  179,  180 ;  Mittheilungen  der 
Gesellschaft  für  Salzburger  Landeskunde  XI,  S.  40  u.  ff.;  Prasch,  Epitaphia 
Augustana  I,  280.  —  ^)  cf.  Mittheilungen  XVI,  S.  448.  —  ^)  ebda.  XV,  S.  159 
(oder  Wiener?  cf.  oben  S.  171  Anm.  2).  —  ■»)  Ein  Wolfgang  Pulcher  wird  1513 
in  Salzburg  begraben;  cf.  Walz  S.  507  (oder  Laibacher?)  cf.  oben  S.  178.  — 
5)  cf.  Walz  S.  267;  gestorben  7.  Juni  1594.  -  «)  cf.  Zillner  I,  272,  317,  319;  Herr 
Geheimrath  von  ßauernfeind,  Director  der  hiesigen  Technischen  Hochschule, 
hatte  die  Güte,  den  Salzburger  Ursprung  seiner  Familie  zu  bestätigen.  —  ')  ebda. 
S.  273  —  ^)  ebda.  S.  273  u.  Walz  S.  213,  339,  524.  -  »)  Bd.  1  Nr.  709.  -  '")  nicht 
1648,  wie  Zillner  I,  329  angibt.  —  ^')  besonders  auch  deshalb,  weil  der  Salz- 
burger Fux  „des  inneren  Rathes  und  Handelsmann"  angeblich  schon  1632 
gestorben  ist,  was  freilich  Walz  S.  389  als  eine  Verwechslung  mit  1662  an- 
zweifelt. —  ^^)  in  S.  Giovanni  e  Paolo ;  über  den  1586  gest.  Vater  cf.  Walz, 
S.  266.    —    ^^)  in  S.  Sebastiano ;  cf.  Cicogna,  Inscrizioni  IV.  222. 


Geschichtliches.  X  7  5 

Thomas  Unterhölzer^),  gest.  26.  März  1568  im  43.  J.  und 
Isaak    Unterhölzer^),    Sohn   Georgs   Unterholzer,    gest.    15.    Dez. 

1572  im  21.  J.; 
Mathäus  Spangler,  gest.  23.  Aug.  1767  ^)  und 
Johannes  Spangler,   gest.  9.  Aug.  1783   im  68.  J.*),    wenn   beide 

wirklich  aus    dem  gleichnamigen  Geschlecht   in  Salzburg  **).  — 

Die  eben  genannte  Familie  Unterholzer  bietet  uns  den  Ueber- 
gang  zu  Baiern-München.  Denn  der  gleichfalls  in  Venedig  (19.  Nov. 
1564  im  21.  J.)  verstorbene*')  Sebastian  Unterholzer  war  der  Sohn 
des  gleichnamigen  Vaters,  welch'  letzterer  vor  seiner  Uebersiedelung 
nach  Nürnberg  Bürger  zu  München  war  ');  und  zwar  finde  ich^),  dass 
derselbe  noch  1550  und  1555  hier  in  München  gewesen  ist.  Von  hier 
aus  dürfte  er  also  schon  seine  geschäftlichen  Verbindungen  mit 
Venedig  unterhalten  haben,  wo  er  früher  1536  und  1538  im  Fon- 
daco  die  Würde  eines  Consuls  bekleidete. 

Dasselbe  Amt  hatte  inne  1533  und  1535  ein  anderer  Münchener, 
Achatius  Tegernseer  ^).  Ob  derselben  Familie  der  in  der  Liste  von 
1508  aufgeführte  Zan  Tegesser  angehörte,  wage  ich  nicht  zu  ent- 
scheiden. 

Vielleicht  war  auch  Hans  Maroldt,  der  1559  (und  1560?) 
Consul  war,  ein  Münchener,  da  ein  Stadt-Unterrichter  gleichen 
Namens  hier  1648  erwähnt  wird^*^).  —  Im  Uebrigen  gab  die  Kunst- 
liebe der  bayerischen  Herzoge  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  Anlass 
zu  fortdauernder  Verbindung  mit  Venedig.  Albrecht  V.  und  Wil- 
helm V.  Hessen  wiederholt  Kunstgegenstände  dort  einkaufen  und 
hatten  ihre  ständigen  Agenten  daselbst,  die  dann  durch  die  deutschen 
Kauf  leute  die  erworbenen  Gegenstände  heraussandten  ^^) ;  Maxi- 
milian I.  liess  1603,  1604  und  später  gewirkte  Tapeten  daselbst  in 
dem  hohen  Betrag  von  1981,  4215  und  1940  fl.  ankaufen  u.  s.  w.  ^^). 
—  Münchener  Leinwand  wird  ferner  besonders  unter  den  nach 
Venedig  eingeführten  Waaren  erwähnt  ^^). 

Desgleichen  solche  aus  Braun  au  ^'^).  Ferner  finden  wir  noch 
am  Handel  in  Venedig  unter  den  bayerischen  Städten  betheiligt 
Landshut ^^),  woher  vielleicht  Abraham  Gigler  (=  Ziegler?)  1563 
ConsuP*^);  Mittenwald,  das  noch  am  Anfang  des  18.  Jahrhunderts 
Durchgangsstation  der   „Venediger"   Güter  war  und  selbst  aktiv  an 


')  Cicogna  ebda.  221.  —  ^)  ebda. ;  über  die  Familie  s.  Zillner  1,  328  u.  333. 

—  ')  bestattet  in  der  Confratemitä  delle  Stigmate  di  Francesco.  —  *)  bestattet 
in  S.  Canciano.  —  *)  Zillner  I,  328.  —  *)  und  ebenfalls  in  S.  Sebastiane  bestattet ; 
cf.  Cicogna  IV,  221.  —  ')  cf.  Roth,  Gesch.  d.  Nürnb.  Handels  1,  387.  —  «)  im 
Oberbayer.  Archiv  XI,  273.  —  ")  cf.  über  ihn  Oberbayer.  Arch.  Vll,  105;  XI,  121; 
XXV,  291.  —  '")  Oberbayer.  Arch.  XXV,  3.36.  —  ^')  s.  Stockbauer  a.  a.  0. 
S.  25  u.  fF.  —  ")  8.  Freyberg,  Pragmatische  Gesch.  der  bayer.  Gesetzgebung  und 
Staatsverwaltung  seit  den  Zeiten  Maximilian's  1.  Bd.  II  (1836)  S.  .384  Anm.  — 
")  in  der  oben  (S.  124  n.  3)  erwähnten  ,TarifFa';  cf.  unten  S.  197.  —  ^*)  ebda.; 
cf.  Freyberg  a.  a.  0.  S.  391.  —   '•')  s.  Thomas,  Sanuto  etc.  p.  138  Nr.  236  (1528). 

—  '*)  cf.  Chroniken  der  deutschen  Städte,  Baierische  St.  S.  365. 


176  Geschichtliches. 


^ 


diesem  Handel  Theil  nahm^).  Sonst  erscheint  von  baierischen  Städten 
noch  Partenkirchen  durch  die  Familie  Melling^),  aus  welcher  ver- 
mutlich der  Consul  Lorenz  Jakob  Mehling  1740 — 47^)  und  Lands- 
berg durch  den  1616  erwähnten  Erhard  Erhardt^)  am  venetianischen 
Handel  betheiligt,  dessen  Brüder  oder  Verwandte  uns  den  Uebergang 
vermitteln  zu  Augsburg. 

Wie  innig  Augsburg  die  Verbindung  mit  Venedig  fortsetzte, 
geht  schon  daraus  hervor,  dass  im  Jahre  1555  die  „ Botenordnung " 
erneuert  wurde,  aus  welcher  Greiff  in  den  „Anmerkungen  zu  Lucas 
Rem's  Tagebuch"^)  folgende  Bestimmungen  mittheilt:  „Es  soll  alle 
Samstag  Abends  ein  Bot  zu  Augspurg  die  Brief  einsammeln  und 
damit  auf  sein,  und  den  nächst  darnach  folgenden  Samstag  bei 
guter  Tagszeit  die  Brief  zu  Venedig  überantwurtten.  Dessgleichen 
soll  auch  in  Venedig  ein  anderer  Bot,  aus  genanter  der  Augsburger 
Gesellschaft,  am  Freitag  zu  Nachtz  die  Brief  einsammeln  und  am 
anderen  Samstag  darnach  dieselben  bei  guter  Zeit  in  Augsburg  über- 
antwurtten, wie  dan  ain  Zeitlang  ist  beschehen  und  die  Post  ver- 
pracht  hat.  Und  sullen  die  Boten  am  Herkommen  vom  1.  Merz  an 
bis  auf  Michaelis  am  Freitag  zu  Abend  oder  am  längsten  am  Samstag 
bis  zu  8  Uhr  hier  sein,  dessgleichen  zu  Venedig  bis  Mittag  auch  da 
sein.  Hernach  von  Michaelis  an  bis  wieder  primo  Merz  sollen  sie 
die  Brief  Vormittag  hie  und  in  Venedig  auch  antwurtten  zu  20  Uhr." 
„Diese  Boten,"  fügt  Greiff  noch  hinzu,  „bildeten  eine  Zunft,  oder 
Gesellschaft  unter  sich  und  erhielten  ihre  Anstellung  und  Ordnung 
vom  Rathe  der  Stadt,  der  darüber  genaue  Aufsicht  führte"  ^). 


^)  s.  Baader,  Chronik  des  Marktes  Mittenwald  S.  90.  —  '^)  Deutinger,  Beiträge 
zur  Gesch.  .  .  .  des  Erzbisthums  München  und  Freising  VI,  501.  —  ^)  Elze  bei 
Thomas,  Milesio  p.  100 ;  Gesch.  S.  64  u.  82  verzeichnet  Elze  einen  Matth.  Meilin  aus 
Kempten  (1729—57).  —  ■*)  Bd.  I  Nr.  732.  -  *)  S.  77.  —  «)  cf.  hiezu  Bd.  I  Nr.  704. 
Wie  ich  nachträglich  sehe,  ist  diese  ,Venediger  Potenn-Ordnung'  von  1555  in  der 
Zeitschr.  des  hist.  Ver.  f.  Schwaben  1876  S.  303  u.  ff',  von  Kränzler  „Die  Augs- 
burger Botenanstalt"  veröff'entlicht  worden.  Ich  entnehme  dem  Aufsatz  noch 
Folgendes :  „Die  Boten,  welche  der  , Ordnung'  sich  unterwerfen  zu  wollen  erklärt 
haben,  sollen  aufgeschrieben  werden,  in  einer  durch  das  Loos  bestimmten  Reihen- 
folge, und  in  dieser  dann  reiten.  Sie  sollen  allein  berechtigt  sein,  Briefe  und 
Gelder  auf  der  Venediger  Strasse  zu  befördern  und  deswegen  für  300  fl.  Bürg- 
schaft stellen.  Die  Zahl  der  eingeschriebenen  Boten  war  anfänglich  8 ;  fünf 
Jahre  später  wurden  sie  auf  6  herabgesetzt.  Der  erste  Bote,  der  nach  der  Ord- 
nung abritt,  war  Hans  Schwarzenburger  (auch  in  Bd.  I  Nr.  704  genannt),  näm- 
lich am  , ultimo  Martzo'  1555.  Er  kam  wieder  am  20.  April ;  er  hatte  also  in 
Venedig  eine  Woche  gerastet.  Der  zweite  war  Jörg  Suitter,  ritt  weg  am  7.  April 
und  kam  wieder  am  26.  Der  dritte  war  Peter  Tuiringer,  ritt  weg  am  1.  Nov. 
und  kam  wieder  am  21.  Nov.;  am  26.  Dez.  1555,  und  kam  wieder  am  16.  Januar 
1556.  Wer  seinen  Ritt  nicht  in  der  vorgeschriebenen  Zeit  vollendete,  wurde 
bestraft.  Ritt  einer  ausser  der  Ordnung  nach  Venedig,  so  musste  er  auch  so 
wieder  herausreiten.  Ob  ausser  oder  in  der  Ordnung,  beim  Abgehen  sowohl 
als  beim  Ankommen  zahlte  jeder  Bote  in  die  Botenbüchse  8  Kreuzer.  Aus  dem 
so  Ersammelten  werden  in  Unglücksfällen  den  Boten  Unterstützungen  gewährt. 
Im  Laufe  der  Jahre  erfuhr  die  Ordnung  mannigfache  Veränderungen  und  Zu- 
sätze. Nach  Rathsbeschluss  vom  3.  März  1562  soll  kein  Venediger  Bote  mehr 
als  2  Pferde   mitnehmen   und   keinen   fremden  Boten    ,der  in    der  Ordnung  nit 


G  eschichtliches.  177 

Die  Liste  von  1508  weist  folgende  Augsburger  auf: 

Ulrich  Fugger; 

Wilhelm  und  Konrad  Rehlinger; 

Georg  Rem  (gestorben  1511,  11.  Januar  in  Venedig^); 

Andreas  Grander  ^); 

Georg  Höchstetter  ^); 

Anton  Welser  und  Konrad  Vöhlin; 

Andreas  Weiss*); 

Leonhard  Pimmel^); 

Wilhelm  Lindimer  (?  Lindiner);  noch  1515  im  Fondaco*^);  viel- 
leicht auch 

Wolfhard  Schwarz  (oder  Nürnberger?); 

Jakob  Dalazagna  =  Talmazinger  (?); 

Erasmus  Pariomet  =  Parmet  (?)  ^). 

Jedenfalls  sehen  wir  die  hervorragendsten  Geschlechter  hier 
vertreten,  die  zum  Theil  dann  auch  in  der  Liste  der  Consuln  wieder- 
kehren, während  im  Verzeichniss  von  1646/47  nur  folgende  wenige 
davon  aufgeführt  sind: 

Anton  Fugger; 

Georg  Honolt^); 

Anton  Pepfenhauser '') ; 

Emmerich  Weiss,  von  dem  es  aber  fraglich,  ob  er  derselben 
Familie  Weiss  angehört,  wie  jener  Andreas  Weiss; 

Johann  Baptist  Schorer^^),  der  Sohn  des  am  10.  April  1637  in 
Venedig  verstorbenen,  wohl  einem  Memminger  Geschlecht  ent- 
stammenden, 1629  von  Augsburg  nach  Venedig  geflüchteten 
Raymund  Schorer  ^  ^) ; 

Alexius  Egger,  der  Schwager  des  vorhergehenden^^); 


begriffen'  .  .  .  Nach  Beschluss  vom  27.  März  1582  sollen  7  Ordinariboten  sein. 
Kann  einer  nicht  reiten,  so  reitet  der  nächste  eingeschriebene.  ,Von  jedem  Unz 
der  Postbrief  soll  ihnen  6  Kreuzer  gegeben  werden,  und  sie  darneben  verbunden 
sein,  was  sie  sonst  ausserhalb  der  Postbrief  von  Waaren  oder  Anderem,  das 
man  nach  dem  Gewicht  zu  lohnen  pflegt,  mitnehmen,  sich  auch  mit  7  Kreuzer 
für  das  Pfund  genügen  zu  lassen'.  Die  zu  leistende  Bürgschaft  wird  auf  500  fl. 
erhöht.  Nach  Beschluss  vom  17.  April  1590  , sollen  die  Venediger  Ordinari  und 
extraordinari  Botten  nit  mer  als  mit  3  rossen  reuten';  am  S.Januar  1598  er- 
laubte der  Rath  mit  4  Rossen  zu  reiten.  Am  20.  April  1602  wird  die  Zahl  der 
Ordinariboten  auf  12  erhöht".  Weitere  Beschlüsse  nach  1602  hat  Kränzler  nicht 
gefunden.  —  ^)  bestattet  in  S.  Giovanni  e  Paolo.  —  ^)  „der  letst  seines  Namens 
in  Augspurg"  gest.  24.  Aug.  1531,  bestattet  zu  Öt.  Annen  in  Augsburg.  Prasch, 
Epitaphia  Augustana  (1624)  1,  279.  —  =*)  cf.  Bd.  1  Nr.  653  n.  21a.  _  *)  der 
„1496  von  Maximilian  I.  das  Wappen  mit  dem  Luxen  erhielt";  Stetten,  Gesch. 
der  adeligen  Geschlechter  in  Augsburg  S.  314.  —  ')  cf.  Stetten  S.  290.  — 
*)  s.  Thomas,  Register  etc.  S.  54.  —  ')  welche  Familie  im  17.  Jahrh.  in  Augs- 
burg vorkommt;  cf.  Stetten  S.  443.  -  **)  Stetten  S.  302.  -  »)  cf.  Stetten 
S.  444  und  Prasch  1,  295.  —  '")  cf.  Zapf,  Augsburgische  Bibliothek  (1795) 
Bd.  1  S.  424.  —  ")  ebda.  S.  246  u.  423.  —  '^)  cf.  Zapf  I,  245-247:  „eigentlich 
aus  Lindau  gebürtig,  ward  1626  nach  Venedig  in's  Eberz'sche  Haus  (Geschäft) 
geschickt,  heirathete  dort  eine  Tochter  Raymund  Schorer's,  gieng  aber  1643 
von  Venedig  hinweg  nach  Augsburg". 

12 


178 


Geschichtliches. 


Johannes  Amauser  (cf.  unten); 
Balthasar  Ertel  (Nürnberger?). 

Hingegen  finden  sich  unter  den  Consuln  nun  eine  ganze  ausser- 
ordentlich grosse  Menge  Augsburger: 
1509—12  Leonhard  Sulzer  i); 
1515 — 16  Johann  L  auginger  ^) ; 

1517   und    1539,    1540    Georg  Uttinger,    wohl   als  Vertreter   der 
Handelsgesellschaft  Endris  Rem  &  Cie.^); 

1524  Marcus  Ulstätt  und  aus  der  nämlichen  Familie: 

1556  und  1564  Sebastian  Ulstätt,  auf  dessen  Veranlassung  Lucas 

Linder  (gleichfalls  aus  Augsburg)    das  grosse  Capitolare  I   der 

Naz.  Alem.  zusammenstellte  *) ; 
1592—93  Karl  Ulstätt; 
1598  Johannes  Ulstätt; 
1602  David  Ulstätt,    der  1548  (oder   ein  früherer?)    vom  Dogen 

S.  Francesco    Donato    zum   Cavalier    von   S.  Marco  ^)   gemacht 

worden  ist; 
1626—27  Christoph  Ulstätt.     Ferner 

1525  Jakob  Welser  und  aus  derselben  (?)  Familie: 
1581  und  1582  Marcus  Welser; 
1527  Ludwig  und  1531  Raphael  Langenauer  ^) ; 
1528—29,  1530,  1532,  1537,  1538,  1549,  1550  Philipp  Walther'); 
1532,  1533,  1534,  1535  Anton  Menhardt»); 

1536  Gerhard  Hang"); 

1537  Pandulf  Her  wart; 
1546—47,  1551,  1553,  1556,  1560,  1563,  1567,  1572,  1575,  IS' 

Johannes  Amauser  (Amhauser^*'),  Anhauser); 

^)  cf.  Stetten  S.  316  u.  Augsburger  Hochzeitsbuch  hrsg.  von  F.  Warnecke 
(1886)  S.  13.  -  2)  ebda.  S.  183;  cf.  Hochzeitsbuch  S.  14-18.  —  ^)  Wenigstens 
schickt  Lucas  Rem  1536  u.  1538  seine  Söhne  zu  ihm  und  1543  ^übernahm  von 
ihm  (Jörg  Uttinger)  der  Diener  Rems  Hans  Hartlieb  Bücher  und  Cassa  in  Vene- 
dig";  cf.  GreifF,  Tagebuch  des  Lucas  Rem  S.  32,  64,  67,  72.  Wiederholt  wird 
Jörg  Uttinger  in  den  Lehrbüchern  über  das  „Zwifach  Buchhalten  etc."  eines 
Johann  Gottlieb  (1545/46)  oder  Wolfgang  Schweicker  Senior  von  Nürnberg  (1549) 
und  im  ,Libro  Mercantile'  des  Domenico  Manzoni  (1564)  aufgeführt  —  ein  Zeichen, 
wie  bekannt  er  in  Venedig  war;  cf.  Thomas.  Sanuto  p.  218  Nr.  349.  —  ■*)  cf.  Vor- 
wort zu  Bd.  I  S.  XIV.  -  ^)  Stetten  193,  Hochzeitsbuch  S.  51.  —  ")  cf.  Prasch  I, 
280  und  287;  cf.  Dimitz,  Gesch.  Krains  III,  227.  —  ')  Nach  Cod.  Cicogna 
3100  im  Museo  Civico  Correr  wird  1552  ein  Philipp  Walther  ,aus  Augsburg"  in 
Venedig  ermordet.  —  *)  cf.  Stetten  S.  442  und  Augsb.  Hochzeitsbuch  S.  41.  — 
9)  cf.  Stetten  S.  442  und  Augsb.  Hochzeitsbuch  S.  40.  —  '")  So  lautet  die  Form 
in  Cod.  Cic.  3100  des  Museo  Civico  Correr  (,Copia  der  Brief  etc.' ;  cf.  oben  Vorwort 
S.  XIV  und  später  die  Consuln-Liste),  sowie  bei  Stockbauer  a.  a.  0.  S.  57, 60,  woraus 
Milesio  , Amauser'  gemacht ;  trotzdem  scheint  fast  die  Form  Anhauser  die  richtige 
zu  sein,  die  sich  als  ,Anhuser'  in  einem  Schreiben  des  Strassburger  Rathes  vom 
Jahre  1568  an  die  damaligen  Cottimieri  (cf.  später  Urkunden  zum  „Anhang") 
und  als  Annhauser  in  dem  Vertrag  zwischen  Hans  Paulus  von  Hörwarth  und 
seinen  Creditoren  vom  3.  Januar  1576  (Zeitschr.  des  bist.  Ver.  f.  Schwaben  1882 
S.  151)  findet,  aus  welcher  zugleich  hervorgeht,  dass  Hanns  Annhauser  der  Factor 
Herwarths  in  Venedig  war,  wofern,  wie  ich  nicht  zweifle,  beide  Persönlichkeiten 
wirklich  identisch  sind. 


Geschichtliches.  179 

1551—52  Ulrich  Waiblinger  i) ; 

1553  Hieronymus  Gienger^)  (freilich  auch  ein  Ulmer  Geschlecht); 

1554  (und  1560?)  Karl  Rehlinger; 

1555  Sigmund  Ehen  (Ehern)  3); 

1557  Narciss  Lieber  (eigentlich  aus  Ulm)*); 

1560  Hieronymus  Rem^)  und 

1562  Abraham  Rem; 

1574  Johannes  Eisfogel''); 

1584—85,1590, 1591  (1595?)  Johannes,  1635—36  Georg,  1643—44 
Ludwig  und  1703—08  Erasmus  Hopffer^); 

1589,  1590  Daniel  Widholz»); 

1591  Marcus  Manlich^); 

1599,  1600,  1614  Lorenz  Craffter  (gestorben  1616  am  26.  Januar 
in  Venedig,  72  J.  alt)i«); 

1603—04  und  1612  Georg  Walther; 

1610—11,  1615—16  Robert  Amhauser  (Reformirt)  i'i) ; 

1612,  1615 — 16  Johann  von  Stetten; 

1614  und  1617  Christ.  Eisfogel  (?); 

1628—29,  1639—41  Emmerich  Wais  (=  Weiss?  Reform.)  ^i); 

1637—38  Peter  Linder  (?); 

1642  Joh.  Bapt.  Schorer  (Reform.)  ^  2); 

1645 — 46,  1649 — 1651  Anton  Pepfenhauser ; 

1651-53  Joh.  Jak.  Burkhard  (?)^^); 

1653—55  Daniel  Bachmayer  1^)  und  Paul  Pecchlen  (=Böckhlin?)  ^^)  ; 

1659 — 62  Joh.  Leonh.  Schorer; 

1670—72  Melchior  und 

1679 — 82  Johannes  Langenmantel  )Protest.) '^); 

1676  Gabriel  Mangolt  (?  cf.  später); 

1682—88  und  1703—1709  Philipp  Albrecht  Rad  (Protest.),  ge- 
storben 17.  Juli  1712,  78  J.  alt^^); 

1715—20  Daniel  Amman  (Protest.),  schon  1713  in  Venedig^«), 
auch  1723  im  Fondaco^»),  gestorben  1764 ^o); 

1720—22  Joh.  Gg.  Herm.  Lucker  (?); 


1)  Prasch  I,  189.  —  ')  Augsb.  Hochzeitsbuch  S.  36.  —  ')  Prasch  I,  151 
u.  Stetten  S.  194.  —  *)  Stetten  S.  264  u.  Hochzeitsbuch  S.  62.  —  ^)  Prasch  I,  152 
und  Hochzeitsbuch  S.  64.  -  ")  cf.  Prasch  IH,  90.  —  ')  Stetten  S.  291.  — 
**)  cf.  Prasch  II,  46.  —  ®)  bekannte  Augsb.  Familie;  cf.  Prasch  I,  49  u.  271; 
Hochzeitsbuch  S.  52.  —  ^")  bestattet  in  S.  Bartolomeo ;  cf.  Hochzeitsbuch  S.  44. 

—  >')  Elze,  Gesch.  S.  40.  -  '^)  ebda.  S.  60.  —  ")  wenigstens  bei  Prasch  I,  287  u. 
III,  57  n.  80  kommt  diese  Familie  vor.  —  '*)  cf.  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  86  Anm. 

-  '*)  Stetten  S.  443.  —  '")  cf.  Zapf.  Augb.  Bibliothek  I,  354  u.  Elze,  Gesch.  S.  56 ; 
ein  .lohann  David  Langenmantel  wird  auch  1677  als  Deputirter  der  nach  Italien 
handelnden  Augsburger  Kaufleute  bei  Erneuerung  des  Vertrages  wegen  der 
Rottfuhren  mit  Schongau  erwähnt.  Oberbayer.  Arch.  X,  107.  —  ")  cf.  Elze, 
Gesch.  S.  1)6 ;  Zapf  1,  376,  bestattet  als  Protestant  auf  dem  Lido.  —  ^^)  Elze, 
Gesch.  S.  111.  —  '^)  Elze  bei  Thomas,  Milesio  S.  85;  über  das  Geschlecht  s.  Stetten 
S.  319.  —  ^*')  bestattet  auf  dem  protest.  Kirchhof  S.  Cristoforo  della  Pace ;  Elze, 
Gesch.  S.  82. 


180  Geschichtliches. 


1722—31  Johann  Beck  (Protest.),  1715  Kaufherr^),  seit  1720  mit 
Schwestermüller  associirt^),  gest.  9.  März  1753,  70  J.  alt^); 

1731  —  35  Samuel  Rudolf  Kleinschmid  (Protest.),  1720  Kaufherr, 
noch  1754  in  Venedig^); 

1740 — 47  Joh.  Konr.  Schwestermüller  (Protest.),  schon  1716  in 
Venedig,  1720—42  mit  Joh.  Beck  associirt,  gest.  16.  Okt.  1751, 
60  J.  alt*); 

1747_53  Gottfr.  Friedr.  Amman  (Protest.),  1733  Kaufdiener  i), 
1745  Kaufherr,  noch  1750  in  Venedig^). 

Ausser    einzelnen    schon    Genannten    sind    ferner    in    Venedig 
folgende  Augsburger  bestattet*^): 

Georg  Rem,  gestorben  1511''); 

Johannes  Sitzinger,  gestorben  19.  April  1512^); 

Johann  Ulrich  Linck,  Patricier,  gestorben  26.  Febr.  1566  (?)^); 

Johann  Christel,  gestorben  31.  Okt.  15701"); 

Marcus  Hatitze,  Patricier,  gestorben  1578^); 

Johann  Singer,  Bote,  gestorben  1582^); 

Paul  von  Stetten,  Patricier,  gestorben  15.  Juli  1579^); 

Georg  Stenglin,  gestorben  22.  Juli  1591,  17  J.  alt^i); 

Raymund  Imhof,  Sohn  des  Hieronymus  Imhof  i'^),  Bürgermeister  i^), 
gest.  8.  Dez.  1591,  im  44.  J.  ^),  Gemahl  der  Regina  BimeP*); 

Johann  Herzel,  gestorben  7.  Sept.  1593,  60  J.  alt^); 

Tobias  Hopfer,  gestorben  19.  Dez.  1593,  24  J.  alt^^); 

Christoph  Christel,  gestorben  27.  Okt.  1636,  24  J.  alt  9)  (Sohn 
des  1573  genannten?)  i*^); 

Raymund  Schorer,  gestorben  1637  (10.  April,  cf.  oben)^''); 

Georg  Lottner,  gest.  22.  April  1658,  70  J.  alt  9)  (bei  Van-CöUn?); 

Hermann  Lucchner  (Luckner?),  gest.  28.  Dez.  1659,  24  J.  alt  ^) 
(bei  Pecchlin  (Böcklin?)  und  Sorer); 

Georg  Christoph  Mangolt,  gestorben  1663 1**); 

Johann  Christoph  Hochaicher  (bei  Hopfer  und  Bachmayer),  ge- 
storben 23.  Nov.  1678.  63  J.  alt^»); 

Jakob  Schneider,  gestorben  6.  Mai  1718,  38  J.  alt^»); 


n 


i 


^)  Elze,  Gesch.  S.  63  u.  112.  Diese  Angaben  bedeuten  immer,  in  welchem 
Jahre  der  Betreffende  die  Kirchenordnung  der  evangelischen  Gemeinde  in  Venedig 
als  'Kaufdiener  oder  als  Kaufherr  unterzeichnet  hat.  —  ^)  best,  auf  S.  Cristoforo ; 
cf.  Elze  S.  63,  83  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  -  *)  Elze  S.  63  u.  118  und 
bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  —  *)  bestattet  auf  S.  Cristoforo ;  cf.  Elze  S.  82  und 
112  fF.  und  bei  Thomas,  Milesio  S..  86  Anm.  —  ^)  Elze  S.  64  u.  117.  —  «)  Hiebei 
sind  auch  die  nicht  ausdrücklich  als  Kaufleute  Bezeichneten  aufgeführt.  — 
')  bestattet  in  S.  Giovanni  e  Paolo.  —  ®)  bestattet  in  S.  Francesco  della  Vigna. 

—  »)  bestattet  in  S.  Bartolomeo.  —  i«)  ebenso ;  cf.  Bd.  1  Nr.  707  und  Stetten 
S.  443.  —  ^')  ebenso;  cf.  Stetten  S.  302.  —  ^^)  ,des  Jüngeren",  der  sich  in 
Augsburg  niedergelassen  s.  Stetten  S.  176.  —   ")  1589  s.  Oberbayer.  Arch.  X,  93. 

—  '*)  cf.  Augsburger  Hochzeitsbuch  S.  77.  —  '*)  nicht  1543  oder  1544,  wie 
es  in  der  Abschrift  Cicogna's  (s.  Grabschrift  Nr.  25)  heisst;  bestattet  in  S.  Bar- 
tolomeo. —  '")  cf.  Bd.  I  Nr.  709.  -  '')  Zapf  I,  423.  -  '«)  bestattet  in 
S.  Bartolomeo;  cf.  Zapf  1,  354.  —  ^')  bestattet  in  S.  Bartolomeo.  —  '^")  bestattet 
als  Protestant  am  Lido. 


M 


Geschichtliches.  181 

Friedrich  Pfauz  (Prot.,  1736  Kaufdiener,  1753  Kaufherr),  gestorben 
13.  Nov.  1778,  im  64.  J.^)  und  seine  Gemahlin  Ernestine  Euphro- 
syne  Pfauz,  gest.  28.  Sept.  1780^);  ferner  ohne  Angabe  des 
Todesjahres : 

Johannes  Haider  ^) ; 

Marcus  Fugger  ^). 

Von    sonstigen    mit  Venedig   in  Handelsverbindung   stehenden 
oder  dort  selbst  verkehrenden  Augsburgern  seien  noch  erwähnt: 

Lucas  Sitzinger  1516*); 

Ambrosius  und  Johann  Höchstetter  vor  1530^); 

Melchior  Hainhofer  1563^); 

Christoph  Pleinger '') ,  Vertreter  von  Daniel  und  Georg  Hopfer, 
1573«); 

Sebastian  Pfaffenberger  (und  Georg  Federlein?)  1573^)  und  Ludwig 
Walther  (1569—1571)1«); 

Hans  Paul  von  Hörwarth  vor  1576,  in  welchem  Jahre  (3.  Januar) 
dieser  zu  Augsburg  seinen  Creditoren  u.  A,  „die  camer  numero  36 
im  teutschen  hauß  zu  Venedig  sambt  der  vahrnus  und  dem 
gewelb  daselbsten,  dergleichen  was  ime  Hanns  Annhauser,  sein 
factor,  und  andere  alda  noch  zu  thun  schuldig  seien,  frey 
bezahlungs weiß "   abtritt  ^  ^) ; 

Anton  und  Philipp  Revial  (Brüder)  160212); 

(Christoph  Georg  Mair  1605— 1608?)  i^); 

Joh.  Farckhet  1624  i*); 

Ludwig  Hopfer  als  Vertreter  von  Hieronymus  Marcus  Ulrich  Hogfer 

16401^); 

Marx  Huber  1642—164516);  ferner 

Sigmund  Mangolt,  Bruder  des  Gg.  Chr.  M.,  c.  1659— 66  i^); 

Hopfer  und  Bachmair,  schon  1679  associrt^«),  1705 — 14  i^),  der 

letztere  in  Verbindung  mit  Lucker  1719—1729  20); 
Joh.  Gg.  Herm.  Lucker  allein  1734—1741^1); 
Gust.  Ad.  Amman  1706  22); 


')  bestattet  auf  S.  Cristoforo  delle  Face;  cf.  Elze  S.  115,  64  u.  82.  —  '')  be- 
stattet in  S.  Bartolomeo.  —  ^)  bestattet  in  S.  Lio.  —  *)  s.  Ant.  Tucher's  Haushalt- 
buch in  der  ßibl.  des  literar.  Ver.  zu  Stuttgart  Bd.  134  S.  129.  -  »)  Bd.  I  Nr.  699; 
aus  der  bekannten  Familie ;  cf.  Hochzeitsbuch  S.  33.  —  *)  cf.  Stetten  S.  293. 
In  Cod.  Cicogna  3468  Mus.  Civ.  Corr.  findet  sich  ein  Schreiben  des  Augsburger 
Rathes  an  die  ,Frocuratores  super  rationibus  camerarum'  in  Venedig  über  eine 
Schuldforderung  des  M.  H.  gegen  einen  ,Leo  Hebreus  Veronensis'.  —  '')  s.  Bd.  I. 
Nr.  709  u.  Augsb.  Hochzeitsbuch  S.  77.  —  ^)  s.  Hochzeitsbuch  S.  74  u.  Frasch  I,  283. 
«)  s.  Bd.  I  Nr.  709.  —  '")  Bei  diesen  war  1569—71  Karl  Hörmann  aus  Augs- 
burg (aus  dem  Kaufbeuren'schen  Geschlecht)  in  Lehre;  cf.  L.  Brunner,  Aus  dem 
Bildungsgange  eines  Augsb.  Kaufmannssohnes  aus  dem  Schluss  des  16.  Jahrh. 
in  der  Zeitschr.  d.  histor.  Ver.  f.  Schwaben  1874  S.  144.  —  ")  5  Herwarthische 
Urkunden  mitgetheilt  von  Hans  Herwarth  von  Bittenfeld  in  der  Zeitschr.  d. 
histor.  Ver.  f.  Schwaben  1882  S.  151.  -  '^)  Bd.  I  Nr.  716;  cf.  Frasch  II,  1.  — 
")  Zapf  I,  351.  -  '*)  s.  Grabschrift  Nr.  5.  -  ")  Bd.  I  Nr  743.  -  '«)  Zapf  I,  314. 
—  '')  cf  oben  S.  178  u.  Zapf  I,  354.  -  "»)  s.  Grabschrift  Nr.  25.  —  ^*)  Elze,  Gesch. 
S.  109-111.  —  2°)  ebda.  S.  112-114.  -  ^0  ebda.  S.  114-116.  -  ")  ebda.  S.  108. 


182  Geschichtliches. 

Hans  Albr.  Dimpfel  1707—1721 1),  von  1722—1732  associirt  mit~ 
Hermann  aus  Meramingen  ^) ; 

Jak.  Gottl.  Winklei  1735 -1740  3);  diese  alle  wohl  Protestanten, 
wie  auch  die  folgenden: 

Hieronymus  Sulzer,  1719  Kaufdiener,  1722  Kaufherr^); 

Matth.  Langenmantel,  1721  Kaufdiener,  1733  Kaufherr,  noch  1736 
in  Venedig^); 

Joh.  Jak.  Habissreitinger,  1714  Kaufdiener,  1745  Kaufherr,  noch 
1751  in  Venedig*^); 

Paul  Moriz  Rachel  1726,  1745  und  1748^); 

Balthassar  von  Hösslin  1741,  1751  und  1773 »); 

Joh.  Jak.  Gutermann  1745  und  1768'^); 

Bened.  Adam  Liebert  ohne  Jahr^*^);  ferner 

Sam.  Dav.  Kleinschmid  1763  in  Venedig  ^^); 

Friedrich  Pfauz  jr.  1780—1795  in  Venedig i^). 

Endlich  in  neuester  Zeit  mehrere  Glieder  der  Familie 

Benz:  Christian,  1781  Kaufdiener,  1843  in  Venedig  gest.  ^^);  Lud- 
wig, 1794  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner  der  ev.  Organisations- 
akte;  Paul,  1790  Kaufdiener,  1831  in  Venedig  gest.  ^2);  ferner 

Sam.  Ludw.  Burry,  1762  Kaufdiener,  1818  in  Venedig  gest.^^); 

Gottl.  Christ.  Haid,  1757  Kaufdiener,  1815  in  Venedig  gest.^^). 

Christ.  Jak.  v.  Koepff,  1781  Kaufdiener,  1838  in  Venedig  gest.^^^). 

Nicht  minder  lebhaft  als  Augsburg  nahmen  die  übrigen 
schwäbischen  Städte  noch  immer  an  dem  Handel  nach  Venedig  Theil. 

Zum  Beleg,  dass  „die  von  Augsburg  westlich  gelegenen 
schwäbischen  Städte  auch  während  dieses  Zeitraums  fortfuhren,  einen 
von  Augsburg  unabhängigen,  durchaus  selbstständigen  Handel  auf 
Italien  (und,  wie  wir  hinzufügen  dürfen,  besonders  nach  Venedig) 
zu  führen",  verweist  Falke  ^*)  auf  eine  kaiserliche  Urkunde  vom 
Jahr  1522,  worin  „kraft  älterer  Verordnungen  bestimmt  wird,  dass 
der  neue  Weg,  welchen  die  Stadt  Kempten  durch  den  Kemptner 
Wald,  den  vorher  nur  Saumrosse  begehen  konnten,  jetzt  auch  für 
Fuhrwerke  erbaut  hatte,  von  jetzt  an  als  die  Hauptstrasse  des 
Handels  durch  Tirol  nach  Italien  dienen  und  niemand  mehr  den 
Nebenweg  von  Kempten  auf  Vils  zu  diesem  Zwecke  gebrauchen 
soUe". 

So  finden  wir  Kaufb euren  in  der  Liste  von  1646  vertreten 
durch : 

Kaspar  Mangolt,  der  später  nach  Basel  übersiedelte^^);  ferner  in 
der  Liste  der  Consuln  durch 


')  Elze,  Gesch.  S.  108-113;  cf.  Zapf  I,  299.  -   "")  Elze,  Gesch.  S.  113—114. 

—  3)  Zapf  I,  525.  —  ")  Elze  S.  63.  —  ')  ebda.  63  u.  115.  -  ')  ebda.  S.  64  u.  118. 

—  ')  Elze  S.  64  u.  117.  -  «)  ebda.  S.  64  u.  112.  -  «)  ebda.  S.  65.  -  ^o)  Elze 
S.  65.  -  1')  ebda.  S.  120.  -  '^}  ebda.  S.  123—125.  —  '^)  ebda.  S.  91  Anm.  - 
1*)  Zeitschrift  für  deutsche  Kulturgeschichte  1859  S.  616.  —  '*)  cf.  oben  S.  148 
und  Elze  S.  56. 


Geschichtliches.  183 

Matthias  Lauber  von  Laubenfeld  (Prot.,  geb.  27.  Jan.  1627)  1666 
—1669, 1673— 75;  1664  bereits  iniFondaco,  gest.  26.  Dez.  1710 1) 
und  dessen  Bruder  Joh.  Christoph  Lauber,  gest.  27.  Jan.  1711, 
70  J.  alt  ^).     Ausserdem  war  aus  Kaufbeuren  die  Familie 

Heinzelmann,  welche  an  der  Entwicklung  der  protestantischen 
Gemeinde  Venedigs  grossen  Antheil  genommen  hat  und  min- 
destens seit  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  in  Venedig  vertreten 
war,  zuerst  durch  Joh.  Gg.  H.,  1714  Kaufherr,  dann  durch 
Joh.  H.,  1715  Kaufdiener,  1753  u.  ff.  Consul,  1765  (23.  Mai) 
in  Venedig  gestorben,  und  dessen  Söhne  Joh.  Konr. ,  1750 
Kaufdiener,  1768  Kaufherr,  1810  gestorben;  Gg.  Dan.,  1768 
Kaufherr,  1816  gest.;  Sigm.  Christ.  1754,  1768;  Joh.  Gg.  Jak. 
1760,  1768;  Seb.  Wilh.  1773,  1768,  1816  gest. 3).  — 

Aus  Kempten  waren  die  Kaufleute: 
Felix  Fehr,   Prot.,   1706  Kaufherr,  1731-1735  Consul,  1768  in 

Venedig  gestorben^);  die  Firma  bestand  aber  weiter  und  hiess 

später    (von    1779    an    bis   wenigstens    1785)    Felix   Fehr    und 

Gwinner  (aus  Stuttgart)  ^) ; 
Joh.  Konr.  Seutter,  Prot.,  1717  Kaufherr«); 
Matthias  Mellin,  Prot.,  1729  Kaufherr,  1757  in  Venedig  gestorben'); 
Christ.  Ludw.  Brombeis,  Prot.,  1711  Kaufdiener,  1746  Kaufherr, 

1764  in  Venedig  gestorben'); 
Otto  Phil.  Zeller,  Prot.,  1728  Kaufdiener,  1754  Kaufherr,  1774 

in  Venedig  gestorben'); 
Matth.  Föhr,  Prot.,  1750  Kaufdiener,  1754  Kaufherr,  1757—1760 

Wendelin  Luc.  Dickh,' Prot.,  1721  Kaufdiener,  1769  Kaufherr^); 

Hieronymus  Hau,  Prot.,  1744  Kaufdiener,  seit  1754  wenigstens 
Kaufherr,  bis  1790  in  Venedig  ^^); 

Johann  Michael  Weitnauer,  Prot.,  1783  mit  Elhardt  associirt,  ge- 
storben 1802^1); 

Hieronymus  Elhardt,  Prot.,  1754  Kaufdiener,  gestorben  1800^^), 
vielleicht  Sohn  des  1776  verstorbenen  Gabriel  Elh.^^); 

Gg.  Jak.  Daumiller,  Prot.,  1793-95  in  Venedig  ^4); 

Jak.  Karrer,  Prot.,  1795  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner  der 
evangel.  Organisationsakte  ^*); 

Jak.  Zäberlein,  Prot.,  geb.  1764,  1769  Kaufdiener,  1810  Unter- 
zeichner der  ev.  Organisationsakte,  gest.  1820  in  Venedig  ^^).  — 


')  Elze  S.  56,  66,  bestattet  am  Lido.  —  ^)  bestattet  am  Lido.  —  ')  s.  Elze, 
Gesch.  S.  6.S— 65,  74  u.  fF.  —  ")  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  Elze  S.  63  u.  82; 
cf.  Ph.  J.  Karrer,  Beschreibung  von  Kempten  (1828)  S.  94.  —  *}  Elze  S.  121—123. 

—  ')  Elze  S.  63  u.  112;  cf.  Karrer,  S.  186.  -  «)  bestattet  auf  S.  Cristoforo 
s.  Elze  S.  64  u.  82.  -   ')  Elze  S.  64  u.  119;  Karrer  S.  81.  -   **)  ebda.  S.  65  u.  121. 

-  9)  ebda.  S.  65,  118  u.  125;  Karrer  S.  94.  —  ")  ebda.  S.  65  u.  123.  —  ")  ebda. 
S.  65.  —  ")  ebda.  S.  82.  -  ")  ebda.  S.  124-125.  —  '")  ebda.  S.  91.  —  '*)  ebda. 
S.  91  u.  92. 


184 


Geschichtliches. 


Aus  Memmingen   waren   wohl   imter   den   in   der  Liste 
1508  genannten  Kaufleuten: 

Leonhard  Miner  ^)  und 

Hieronymus  Hais  (=  Heuss?   cf.  unten); 
in  der  Liste  von  1646 : 

Georg  Zoller  (1660  in  Augsburg)  ^)  und 

Raymund  Schorer^). 

Unter  den  Consuln  waren  wohl  Memminger: 

1567  Anton  Schorer; 

1571  Leonhard  Hermann  (cf.  nachher); 

1637—1638  Georg  Zoller; 

1657—1659  Franz  Pilgram^); 

1735—40  Benedict  Hermann,  Prot.,  1710  Kaufdiener,  1722  asso- 
ciirt  mit  Dimpfel,  vom  Kaiser  später  geadelt,  gest.  in  Venedig 
1782^);   und   aus   derselben   (?)   Familie    Joh.   Mich.   Hermann 
1747-53  Consul. 
Bestattet  sind  in  Venedig  ferner  aus  Memmingen: 

Johann  Wilhelm  Hügel,  Prot.,  1716  Kaufdiener,  1736  Kaufherr, 
gest.  1768,  9.  August,  69  J.  alt  6); 

Joseph  Friedrich  Heuss,  Prot.  (geb.  14.  Dez.  1716),  1740  Kauf- 
diener, 1753  Kaufherr,  gest.  1770,  9.  Sept.');  1766  associirt 
mit  Schalkhauser,  1743 — 54  auch  mit  Jastram  (a.  Portsmouth); 

Michael  Bauer,  Prot.,  1783  s). 
Ferner  werden  erwähnt: 

Johann  Jakob  Mayr,  Prot.,  1757  Kaufherr,  gest.  1795  (Pin Venedig)^); 

Veit  Ludwig  Laminit,  Prot.,  1746  Kaufdiener,  1769  Kaufherr, 
1775—87  associirt  mit  Reck»); 

Joh.  Kleiber,  Prot.,  1769  Kaufherr i»); 

Joh.  Wolfgang  Schifflin,  Prot.,  1769  Kaufdiener,  wenigstens  1779 
Kaufherr  ^  ^) ; 

David  Kerler,  Prot.,  1793  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner  der 
Organisationsakte,  gestorben  1812  in  Venedig^').  — 

Ziemlich  zahlreich  ist  Ulm  vertreten. 

In  der  Liste  von  1508  erscheinen  folgende  Ulmer: 
Ludwig  Rottengetter,  wohl  aus  der  früher  ^^)  erwähnten  Familie; 
Johann  Rorer; 
Nikolaus  Gregk  ^^)  und  wahrscheinlich 


^)'cf.  Schorer,  Chronik  von  Memmingen  (1660)  S.  62.  —  ^)  cf.  Schorer 
Vorwort  und  Karrer,  Memminger  Kronik  S.  122 ;  cf.  Zapf  I,  248  u.  424 ;  nach 
Grabschrift  Nr.  12  hätte  es  bereits  seit  1524  ein  Familiengrab  in  S.  Bartolomeo 
gegeben.  —  ')  cf.  oben  bei  Augsburg  S.  177.  —  *)  nach  Elze  S.  56;  doch  gab 
es  auch  eine  Nürnberger  Familie  gleichen  Namens ;  cf.  Roth  1,  353  u.  II,  83.  — 
*)  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  82  u.  83;  cf.  Karrer,  Memminger  Kronik 
S.  105,  120,  227.  —  ^)  bestattet  auf  S.  Cristoforo;  cf.  Elze  S.  63,  82,  115-120.  — 
')  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  64  u.  82.  -  «)  Elze  S.  64.  —  »)  ebda. 
S.  65,  122-124.  -  '«)  ebda.  S.  65.  —  ")  ebda.  S.  65  u.l23.  -  '^)  ebda.  S.  91. 
—  '')  cf.  oben   S.  63.    —    ^^)    cf.   Kembeck ,   Zur  Gesch.  der  Familie   Greck   in 


Geschichtliches:  ,        185 

Georg  Besserer  fPexa); 

in  der  Liste  von  1646: 
Johann  Chechel  (=  Kechel,  Prot.^); 

in  der  Liste  der  Consuln: 
1551—1553  Albert  Schad^); 

1557  Narciss  Lieber,    der  später   nach  Augsburg   übersiedelte'); 
1558—1559,  1562,  1565  David  Adelhart,  der  am  12.  Juli  1570  in 

Venedig,  40  J.  alt,  gestorben  ist*); 
1571  Johann  Heinrich  Gienger  (oder  Augsburger?)-''); 
1633—1634  Jakob  Kechel; 

1642  Kaspar  Kechel  (schon  1622  in  Venedig)^); 
1695—1702  Johann  Georg  Kechel,  noch  1723  im  Fondaco'); 
1710 — 1712  Daniel  Friedrich  Weichmann  (Weickhmann?),  schon 

1706  in  Venedig,  noch  1723  im  Fondaco^); 
1715—1720  Georg  Matthias  König,  Prot.,  schon  1711  in  Venedig, 

1746  dort  gestorben  9);  1747—65  hiess  die  Firma:  G.M.  Königes 

Erben  i"). 

Bestattet  in  Venedig  sind  ferner  noch  folgende  Ulmer: 
Jodocus  (Jobst)  Schad,  Sohn  des  Daniel  Schad,  gest.  22.  März  1584 

(oder  1.  April  1585?)  im  20.  J.^i); 
Hieronymus  Kechel   und   seine  Gattin  Magdalena,  gest.   1622 1^); 
Georg  Weichmann,  gest.  23.  Juli  1660,  23  J.  alt^^). 

Ausserdem  führt  Elze  noch  folgende  Kaufleute   aus  Ulm  auf: 
Wolfg.  Gottl.  Schellenegger,  Prot.,  1715  Kaufherr,  auch  1716  in 

Venedig  ^^)] 
Joh.  Jak.  Merck,  Prot.,  1710  Kaufdiener,  1720  Kaufherr,  gestorben 

1723  nach  dem  22.  März^^); 
Jakob  Müller,  Prot.,  1708  Kaüfdiener,  1720  Kaufherr i*); 
Matth.  Lud.  Kiechel,  Prot.,  1736  Kaufdiener,  1745  Kaufherr i^); 
Joh.   Jak.   Firnkranz,    Prot.,    1745    Kaufdiener,    1757    Kaufherr, 

gestorben  1797  ^^).  — 

Wenn  in  der  Liste  von  1508  unter  ,Lunardo  da  Norlin'  nicht 
ein  Nürnberger  Leonhard  Nördlinger  zu  verstehen  ist,  wäre  auch 
Nördlingen  damals  in  Venedig  vertreten,  was  später  nur  sehr 
spärlich  der  Fall  gewesen  zu  sein  scheint  —  obwohl  es  an  der 
grossen  Handelsstrasse  Augsburg — Nürnberg  lag,  „auf  welcher  der 
levantische  Handel  von  Venedig  nach  dem  Norden  zog"  ^^).  Ich  finde 
eigentlich  nur   einen  Christoph   Spinabac  (?),  gest.  7.  Jan.  1574  im 


I 


den  Württembergischen  Vierteljahrsheften  1879  S.  56.  —  *)  s.  Elze  S.  56.  — 
2)  cf.  Dieterich,  Beschreibung  der  Stadt  Ulm  (1826)  S.  195.  —  ')  cf.  oben  S.  179. 
—  ")  bestattet  in  S.  Lio.  —  *)  cf.  Dieterich  S.  194.  —  ")  s.  Grabschrift  Nr.  33.  — 
')  cf.  Elze  S.  66  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  -  ')  s.  Elze  S.  109  und  bei 
Thomas  S.  85.  —  »)  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  82  u.  111.  -  '")  Elze 
S.  117—120.  -  ^')  bestattet  in  S.  Bartolomeo.  —  ^^)  s.  Elze  S.  63  u.  111.  ~ 
")  ebda.  S.  63  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  —  ")  Elze  S.  63.  —  '*)  ebda. 
S.  64.  —   '")  Beyschlag,  Gesch.  der  Stadt  Nördlingen  S.  36. 


186        ,  Geschichtliches. 

56.  J.  ^),   und  Johann  Gabriel  Doppelmayr,    Prot.,   1723  Kaufherr. 
1726  mit  Esterlin  associirt,  bei  Elze  2)  erwähnt; 
ebenso  einige  wenige  aus  Stuttgart: 
Johann    Georg   Stahl,    Prot,,    1717    Kaufdiener,    1722    Kaufherr, 

1753 — 1759  Consul,  in  oder  bei  Venedig  gestorben^); 
Job.  Christ.  Gwinner,    Prot.,    1769   Kaufdiener,    1775  wenigstens 
Kaufherr,  1779  —  85  associirt  mit  F.  Fehr*). 
Aus  Ludwigsburg  verzeichnet  Elze  ^) 
Joh.  Heb.  Dannenberger,  Prot.,  1753  Kaufdiener.  1760  Kaufherr, 
noch  1769  in  Venedig. 

Dass  auch  kleinere  Orte  noch  eifrig  am  Handel  mit  Venedig  theil- 
nahmen,  mag  das  Beispiel  von  Schwäbisch-Gmünd  beweisen,  das, 
wie  es  in  einer  alten  Beschreibung  ^)  heisst,  zwar  an  keinem  schifF- 
reichen  Wasser  gelegen,  keine  grosse  Landstrasse,  keinen  Kornbau, 
keinen  Weinwachs  besessen,  aber  sich  bestrebt  habe,  mit  Kauf- 
mannschaftsgewerben in  fremde  Länder  zu  handeln:  „sonderlich  mit 
Handwerken,  Segisschmidt,  Paternoster,  Augstein  (=  Bernstein), 
Christallen,  Bein  und  Holzwerk,  die  mehrertheils  in  Lisabona,  Italia, 
Venedig,  Maylandt,  Lyon  u.  s.  w.  verführt,  dagegen  andere  Wahr 
heraus  gebracht  werden". 

Genannt  werden  ein  Jakob  Hörn  und  ein  Lucas  Uschall,  welche 
dem  im  Jahre  1552  nach  Venedig  reisenden  Daniel  Ecklin  von  Aarau 
Empfehlungsbriefe  dahin  mitgaben,  wie  auch  ein  Dr.  Balthasar  Brunch 
an  einen  „dazumal  zu  Venedig  wohnhaften"  (aber  nicht  genannten) 
Kaufmann  von  Schwäbisch-Gmünd '').  Eben  daher  waren  vielleicht 
auch  die  in  der  Liste  von  1646  aufgeführten  Erben  des  Georg  Schmit 
und  Tobias  und  Georg  Schmit,  sowie  der  Consul  Matthaeus  Schmid 
1623—25  8).  _ 

Auch  Biberach  stand  noch  immer  in  Geschäftsverbindung  mit 
Venedig,    wie    folgende  Biberacher   beweisen,    welche   die  Kirchen- 
ordnung der  dortigen  evangelischen  Gemeinde  unterzeichneten: 
Emanuel  Ludwig  Gauy  1717  als  Kaufherr''); 
Joh.  Sigm.  Natter  1735  als  Kaufdiener,    1753  als  Kaufherr,  ge- 
storben 17731«).  u 
Desgleichen  Ravensburg,  woher  vielleicht                                    11 
Andreas  Aigler  1561   ConsuP^)   und   Gottfried  Eichler  1672— 73  ~*' 

Consul»  1); 
Joh.  Georg  Specht,  Prot.,  1706  Kaufherr,  gest.  1751  in  Venedig  1^); 
Hier.  Mich.  Schürnbrand,  Prot.,  1708  Kaufdiener,  1717  wenigstens 


')  bestattet  in  S.  Sebastiano.  —  ^)  Gesch.  S.  63  u.  113  und  bei  Thomas. 
Milesio  S.  86.  -  ")  bestattet  auf  S.  Cristoforo ,  Elze  S.  63  u.  82.  -  ')  Elze 
S.  65,  122,  123.  -  ■*)  Gesch.  S.  64  u.  121.  —  «)  J.  Frischlin's,  s.  Birlinger  in  den 
Württembergischen  Vierteljahrsheften  1880  S.  26.  —  ')  s.  Feyerabend,  Reyßbuch 
1584  fol.  399'.  -  «)  cf.  Bd.  I  Nr.  369.  —  ")  Elze  S.  63  u.  64.  —  '")  bestattet 
auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  64  u.  82.  —  ")  cf.  Eben,  Versuch  einer  Geschichte 
der  Stadt  Ravensburg  S.  521.  —  '')  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  63 
und  82. 


Geschichtliches.  187 

Kaufherr,  1735—1740  Consul,  gest.  7.  Juni  1750,  68  J.  alt,  in 
Venedig^).  — 

Aus  Leutkirch  war 
Job.  Jakob  Deller,   seit  1670   im  Fondaco  etablirt,    1673 — 1675, 

1688—1694  und  1695—1702  Consul,  22.  Dez.  1707,  63  J.  alt, 

in  Venedig  gestorben  ^),  und 
Johann  David  Weber,  Prot.,  1791  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner 

der  evang.  Organisationsakte,  gestorben  1847^).  — 

Isny    ist   namentlich   durch    die  (protest.)  Familie  Eberz  ver- 
treten,   die  freilich  auch  in  Lindau,   Memmingen  und  Augsburg  zu 
finden"*).     Als  Angehörige  dieser  Familie  erscheinen  in  Venedig: 
1573  Kaspar  Eberz  s); 

1640  und  1646  Georg  Eberz  der  Aeltere^); 

1646  Georg  Eberz  (der  Jüngere)  und  Daniel  Eberz '') ;  ein  gleich- 
namiger starb  18.  Nov.  1629,  55  J.  alt,  in  Venedig^);  ferner  in 
der  Liste  der  Consuln: 
Jakob   Eberz    1544 — 1545    und   1549 — 1551;    ein    gleichnamiger 

starb  3.  Dez.  1644,  18  J.  alt,  in  Venedig «); 
Johann  Hieronymus  Eberz  1664—1666  und  1669 — 1670; 
Georg  Christ.  Eberz  1675—79  (1683,  Aug.  noch  in  Venedig)  ^).     - 

Aus  Lindau  werden  aufgeführt: 
Müller,  Prot,  (um  1650)^0); 
Jakob  Bensperg,  Prot.,  in  Venedig  wenigstens  seit  1712,  1720 — 22 

Consul,  gest.  25.  Febr.  1739,  71  J.  alt^i); 
Joh.  Gg.  Bensperg,  Prot.,  1733'  Kaufdiener,  1739  Kaufherr,  noch 

1760  in  Venedig  12). 

Joh.  Heinr.  Enderlin,  Prot.,  1720  Kaufdiener,  1739  Kaufherr, 
6.  März  1752,  45  J.  alt,  in  Venedig  gestorben  i^); 

Andr.  Riesch,  Prot.,  1736  Kaufdiener,  1749  Kaufherr  i^); 

Erhard  Riesch,  Prot.,  1736  Kaufdiener,  1789 — 91  wenigstens  mit 
Wagner  associirt,  1794  allein,  seit  1801  Consul,  gest.  25.  Nov. 
1810  in  Venedig  15). 

David  Egg,  Prot.,  geb.  3.  Jan.  1743,  gest.  21.  Juni  1802  i«'); 
Jak.  Schweicker,  Prot.,  1780  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner  der 

evang.  Organisationsakte,  1839  in  Venedig  gestorben  i^); 
Joh.  Ludw.  Schweicker,  Prot.,  1793  Kaufdiener,  1810  Unterzeichner 

der  evang.  Organisationsakte,  1850  in  Venedig  gestorben  ^  ^) ; 


')  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  68,  82,  83.  —  ^)  Elze  S.  66; 
bestattet,  obwohl  Protestant,  in  S.  Bartolomeo.  —  ')  Elze  S.  90  u.  91.  —  '')  cf.  Zeit- 
schrift des  historischen  Vereins  von  Schwaben  XI,  26 ;  Stetten  S.  444,  Elze  S.  56 
und  Schorer  S.  25.  —  ■')  Bd.  I  Nr.  709.  —  ")  ebda.  Nr.  743.  -   ')  ebda.  Nr.  748. 

—  **)  bestattet  in  S.  Bartolomeo.  —  ')  s.  Sterberegister  von  S.  Bartolomeo.  — 
'")  Elze  S.  56.  —  ")  cf.  Elze  S.  110-115;  bestattet  auf  S.  Cristoforo.  -  '^)  Elze 
S.  64  u.  119.   —    1»)   bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  64.  —   ")  Elze  S.  64. 

—  '*)  Elze  S.  87  Anm.  3.  —  '")  bestattet  auf  S.  Cristoforo.  —   ")  Elze  S.  91. 


188  Geschichtliches. 

Joh.  Jak.  Siri,  1799  Kirchenältester,  mit  seinen  zwei  Söhnen 
Jak.  Gottfr.  (gest.  1832  in  Venedig)  und  Joh.  (gest.  1847  ebendort) : 
sämmtliche  1810  Unterzeichner  der  evang.  Organisationsakte  ^). 

Ausser  Betracht  lassen  wir  die  Schweiz,  die  zu  Beginn  dieses 
Zeitraumes  allerdings  noch  zu  Deutschland  gerechnet  wurde,  wie 
aus  einzelnen  Verfügungen  an  die  Visdomini  (z.  B.  von  1518  und 
1536)  hervorgeht^),  und  z.  B.  St.  GaUer  Leinwand^),  Freiburgische 
Tücher  ^)  noch  immer  unter  den  Einfuhrartikeln  begegnen.  Frei- 
lich steht  dahin,  wie  weit  die  Schweizer  selbst  aktiv  an  diesem 
Handel  mehr  betheiligt  waren  —  Namen  sind  uns  aus  dieser  Zeit 
nicht  bekannt  geworden.  Dass  sie  später  nicht  mehr  als  zu  Deutsch- 
land gehörig  betrachtet  wurde,  ist  bei  dem  Falle  Mangolt  1649 
ausführlicher  besprochen  worden. 

Wenden  wir  uns  den  Rhein  hinab    zu  Strassburg.     Dies  ist 
in  der  Liste  von  1508  vertreten  durch: 
Friedrich  Brechter  ^); 
Matthaeus  Ingolt^); 

Anselm  Johann^),  wozu  als  vierter  —  in  dem  Verzeichniss  der 
ersten  Miether  der  Gewölbe  vom  Jahre  1508  wird  das  mit  „Nr.  25" 
bezeichnete  ausdrücklich  „den  vier  Strassburgern"  zugewiesen'^) 
—  vielleicht  Chimento  in  Compagnie  mit  Ziegler  (?)  gehört 
oder  Stephan  Kappler.  | 

Als  Faktor  der  Ingolt  in  Venedig  wird  später  Hans  Albrecht  Arm- 
bruster genannt,  der  1568  Consul  und  vielleicht  noch  1589  in  Venedig 
war  ^).  Sonst  sind  aus  späterer  Zeit  keine  Namen  von  Strassburgern 
überliefert,  und  aus  gelegentlichen  Bemerkungen  in  der  Streitfrage 
des  Jahres  1649  scheint  hervorzugehen,  dass  die  Strassburger  damals 
kaum  mehr  in  sehr  regem  Verkehr  mit  Venedig  gestanden  '-*). 

Aus  Colmar  nennt  Elze  ^*^) 
Gg.  Frdr.  Faber,  Prot.,   1755  Kaufdiener,  1760  Kaufherr,   noch 
1775  in  Venedig. 

Etwas  regeren  Verkehr  mit  Venedig  unterhielt  vielleicht  noch 
Frankfurt,  auf  dessen  Anschluss  man  in  Nürnberg  1649,  wie  es 
scheint,  besonderes  Gewicht  legte. 

In  der  Liste  von  1508  dürften  aus  dieser  Stadt  sein: 
Johann  Brun  ^  ^) ; 
Nikolaus  Rayner  (?)  ^  ^) ; 

^)  Elze  S.  85  u.  91.  -  2)  Thomas,  Register  zum  Capitular  S.  33  u.  36.  - 
3)  cf.  ,Tariffa'  und  unten  S.  197.  —  ")  s.  Bd.  1  Nr.  676.  —  ^)  cf.  Code  historique 
et  diplomatique  de  la  ville  de  Strasbourg  (1843)  t.  I,  p.  II,  p.  282.  —  '^)  ibid. 
p.  283.  —  ')  s.  Bd.  I  Nr.  658.  —  ")  Zeitschrift  für  Baiern  Jahrg.  2  Bd.  3  (1817) 
S.  354.  Ein  Albr.  A.  mit  seinem  Sohn  Daniel  wird  nämlich  von  Samuel  Kiechel 
1589  erwähnt  („Reisen",  hrsg.  v.  Hassler  in  der  Bibl.  des  literar.  Ver.  Bd.  86 
S.  462).  —  ')  cf.Bd.  I  S.  448.  -  ")  Gesch.  S.  64  u.  79.  -  ")  wenigstens  eine 
Frankfurter  Familie  am  Ausgang  des  15.  Jahrb.;  cf.  Archiv  für  Frankfurtische 
Geschichte,  Neue  Folge,  III,  165.  —  ^')  cf.  Stetten  S.  443. 


I 


•4 


Geschichtliches .  189 

Johann  Soth  oder  Scoth,  d.  h.  wohl  Schott  (?),  auch  1506  schon 
genannt  ^). 

Aus  der  nämlichen  Familie  wären  dann  anzuführen: 
1573  Tobias  und  Abram  Sot,  deren  Vertreter  Christoph  Mercart^). 

Ferner  ist  zu  nennen: 
1640  Joh.  Phil,  und  Nikolaus  Fleischbein  (Prot.)  ^),  vertreten  durch 
Christ.  Rottenhofer  (aus  Nürnberg),  der  später  (1 649)  als  Schwieger- 
sohn des  Letzteren  erwähnt  wird^).    Die  nämlichen  werden  in 
der  Liste  von  1646  aufgeführt,    wo  ferner  aus  Frankfurt  Avohl 
Jakob  Stengel*). 
Unter  den  Consuln  wären  dann  Frankfurter  gewesen: 
Sebastian  Soth  1537,  1539; 
Martin  Abt  1595  s); 
Joh.  Phil.  Fleischbein  1630—1632; 
unter  den  in  Venedig  Bestatteten: 

ein  anderer  Johann  Fleischbein,  gest.  3.  Mai  1631,  26  J.  alt^); 
Phil.  Ludw.  Fleischbein  von  Cleeberg,  gest.  3.  Nov.  1674,  28  J.  alt ''); 
Justiuian  Buker,  Prot.,  gest.  19.  Dez.  1803,  41  J.  alt«). 

Ausserdem  wüsste  ich  hier  nur  noch  anzuführen,  was  Kriegk  ^) 
aus  einem  1558  geschlossenen  Geschäftsvertrag  zwischen  dem  Frank- 
furter Patrizier  Kraft  Stalburg  und  dem  Hagenauer  Patrizier  Jakob 
von  Botzheim  mittheilt.  Es  heisst  darin:  „Unsere  gemeinsame 
Kammer  im  Teutschen  Haus  zu  Venedig  sol  uf  dismal  also  beruhen 
und  in  Bedacht  sten,  ob  man  die  wieder  verkaufen  oder  fürbass 
behalten  wolle". 

Wie  nothwendig  aber  hier  überall  noch  genauere  Recherchen 
über  die  Betheiligung  der  einzelnen  Städte  sind,  zeigt  recht  deutlich 
das  Beispiel  Kölns,  über  dessen  fortdauernde  Beziehungen  zu  Venedig 
wir  dank  den  Nachforschungen  Ennen's  besser  unterrichtet  sind  als  wie 
über  irgend  eine  andere  Stadt.  Mit  Recht  hebt  derselbe  hervor,  dass 
der  Fondaco  im  16.  Jahrhundert  noch  immer  eine  grosse  Anziehungs- 
kraft für  die  Kölner  behalten.  In  der  Liste  von  1508  finden  wir: 
Gotthard  (Michercheni) ; 
Anton  Paffend  or p  ^''); 

einen  Peter  ^^)  und  einen  Hermann  ohne  weitere  Bezeichnung; 
,in  den  30er  Jahren  stand  Gottfried  Hittorf  mit  den  Venetianern 
in  lebhaftem  Handelsverkehr"  ^2); 


')  Bd.  1  Nr.  639,  642,  644;  über  die  Frankf.  Familie  Schott  s.  Mittheilungen 
für  Frankfurtische  Gesch.  IV,  171.  —  «)  Bd.  I  Nr.  709.  —  »)  Elze,  Gesch.  S.  56.  — 
*)  Bd.  1  Nr.  761  (wo  gesagt  wird,  er  habe  sich  lange  Zeit  im  Fondaco  auf- 
gehalten). —  •■*)  nach  Siebmacher's  Wappenbuch  V,  2  p.  12.  —  *)  bestattet  in 
S.  Bartolomeo.  —  ')  bestattet  in  S.  Canciano;  fränkisches  Geschlecht  cf.  Kneschke, 
Neues  allgemeines  deutsches  Adels-Lexikon  (1859  ff.)  Ill,  276.  —  ^)  bestattet  auf 
S.  Cristoforo.  —  ')  Deutsches  Bürgerthum  im  Mittelalter  S.  451.  —  '")  cf.  Arnold 
von  Harff's  Pilgerfahrt,  hrsg.  von  E.  v.  Groote,  S.  41.  —  ^')  den  Elze  freilich, 
aber  meines  Erachtens  ohne  Grund,  für  einen  Peter  Van-Cölln  (aus  Aachen)  hält, 
Gesch.  S.  41  Anm.  -   ^^)  Ennen  S.  117. 


190  Geschichtliches. 


m 


n 


1554  im  Januar  zogen  Vitus  Kleinhans  und  Matthias  Lederer  mit 
einer  Waarensendung  nach  Venedig; 

1561  finden  wir  in  Venedig  den  Kaspar  Westerburg  und  Lubbert 
Koch;  um  dieselbe  Zeit  trieben  Heinrich  Helman  und  sein  Sohn 
Carl  in  Venedig  kaufmännische  Geschäfte  ^) ;  die  von  ihnen  im 
Fondaco  benützte  Kammer  sollten  1562  die  schon  gegen  8  Jahre 
in  Venedig  Geschäfte  treibenden  Brüder  Weinhold  und  Johann 
Mohr  erhalten; 

1578  finden  wir  Sebastian  Ritz   als  Faktor   von  Andreas  Polster; 

1580  Heinrich  Sob; 

1581  Simon  de  König;  ^ 
1583  Kaspar  Rumpf  als  Vertreter  der  Firma  Kaspar  von  Wedig,    H 

Gisbert  von  Gir  und  Göddert  von  Wedig  in  Venedig;  ' 

1597    wird    Peter    Gabry    als    ein   in  Venedig   Handel   treibender 

Kölner  Kaufmann  angegeben. 

„Auch    im    17.  Jahrhundert    bestand    ein   nicht    unerheblicher 

Handelsverkehr  zwischen  Köln  und  Venedig.     Von  den  Kaufleuten, 

welche  von  Zeit  zu  Zeit  Waarensendungen  nach  Venedig  expedirten, 

werden  genannt:  Heinrich  und  Jakob  de  Grote,  Nikolaus  Spilleurs  ^),        i 

Peter  de  Berges,  Anton  Gierath,  Hermann  von  Wedig,  Jakob  Greuter,  jfl 

Hermann    Rheinfelden,    Philipp  Dore,    Johann    von   Bolandt,    Franz    " 

Brassart,  Anton  Tonet  und  Simon  Borel" ;  wozu  wir  noch  hinzufügen 

können: 

1605  die  Gebrüder  Holländer^); 

1607  Baptist  Bergis^); 

1608  Jakob  Hootschliger  ^). 
„In  Venedig  selbst  finden  wir,"   fährt  Ennen  fort,   „theilweise 

als  Eigenhändler,  theilweise  als  Faktoren: 
1627  Johannes  de  Colonia; 

Franz  Haltermann,  1627  in  Venedig  gestorben; 
David   und  Johann   Ulstatt,    die    1626   in  Venedig   für   Hermann 

Rheinfelden  Kristallgläser  kauften  und  dieselben  zu  Schiff  nach 

Amsterdam  schafften; 
Kaspar  Frickhausen,  der  in  Venedig  heirathete; 
Nikolaus,  Paulus  und  Nicasius  Vivien  1631; 
Johann  Baptist  Mora  1633; 

Paulus  Ramaecker  1643  (oder  aus  Aachen?  cf.  unten); 
Balthasar  Van-Cölln  1643,  in  welchem  Jahre  er  (oder  sein  Sohn?) 

am  16.  Januar  in  Venedig,  20  J,  alt,   gestorben'');    1640  wird 

als  sein  Vertreter  im  Fondaco  Gio.  Borgetti  genannt  ^) ; 
Kaspar  Van-Cölln  1644; 
Ferdinand  Van-Cölln  1646; 
Abraham  Van-Cölln  1649. 

Freilich  ist   bei   den   letzteren   nicht   sicher,   ob   sie  nicht  der 


')  cf.  oben  S.  153.  -  ^)  cf.  oben  S.  160  Anm.  1.  —  »)  Bd.  I  Nr.  721.  -  *)  ebda. 
Nr.  723.  —  *)  ebda.  Nr.  728.  —  ^)  bestattet  in  S.  Bartolomeo.  —  ^)  Bd.  I  Nr.  743. 


Geschichtliches.  191 

ursprünglich  Aachener  Patrizierfamilie  gleichen  Namens  angehören, 
von  welcher  ausserdem  in  der  Liste  von  1646  Johann  und  Peter 
Van-Cölln  aufgeführt  werden,  wie  unter  den  Consuln:  Franz  Van- 
Cölln  1541 — 1543  und  später  der  schon  genannte  Abraham  Van- 
Cölln  1655—57,  1662—64  und  1669—70,  Haupt  der  reformirten 
Gemeinde  ^). 

Ferner  darf  Abraham  Spillieur  hier  nicht  übergangen  werden, 
und  gegen  Ende  des  17.  Jahrhunderts  finden  wir  noch  einen  Franz 
Bourel  (Verwandten  des  oben  genannten  Simon  Borel?)  aus  Köln, 
der  23.  März  1699  im  73.  J.  in  Venedig  gestorben  ist  ^). 

Aus  der  Nachbarstadt  Aachen  sind  ausser  den  schon  genannten 
Gliedern  der  Familie  Van-Cölln  noch  anzuführen^): 

Peter  Cupp;    Daniel    Hagen;    Johann  Van-Cölln;    Gotthard    Gra- 

vingen  1607;  ferner^) 
Matthias  Van-Cölln  1624; 
Kaspar  Ingelbrecht  1632; 
Paulus  Ramaecker  1645  (cf.  oben); 
Jodocus  Pelser  1648. 

Von  den  übrigen  Städten  Nord-  oder  Niederdeutschlands  sind 
mir  nur  folgende  wenige  Nachrichten  über  Handelsverbindungen  mit 
Venedig  bekannt  geworden. 

Aus  Hamburg  werden  bei  Elze^)  als  Unterzeichner  der 
Kirchenordnung  der  evangelischen  Gemeinde  aufgeführt: 

Joh.  Koning  (Koninck),  1729  Kaufherr,  1736 — 44  mit  Stahl  associirt, 

gestorben  1746 6),  und  (sein  Sohn?)  Richard,  gest.  1777^); 
Konrad  Martens,  geb.  10.  Jan.  1704,  1732  Kaufdiener,  1743  Kauf- 
herr, gest.  1.  Jan.  1786,  dänischer  Consul  in  Venedig*); 
ferner  aus  Berlin: 
Sigmund    Streit,    Prot.,    1710    Kaufdiener,    1715 — 52    Kaufherr, 

gest.  1775  in  Venedig^),  und 
Friedr.  Ludw.  Streit,  Prot.,  1737  Kaufdiener,  1757  Kaufherr  bis 
wenigstens  1765  ^*'). 
Ob  Danzig  nach  jenem  Gesuch  von  1597  die  Beziehungen  zu 
Venedig  weiter  gepflogen  hat,  vermag  ich  nicht  anzugeben  ^^).     In 
eifrigeren    stand   wenigstens   am    Anfange   dieses    Zeitraumes    noch 
Breslau,  wie  schon  daraus  hervorgeht,    dass  im  Januar  1527  eine 
nach    Wien    an    König    Ferdinand    abgeordnete    Gesandtschaft    des 
Breslauer  Rathes  um  Aufhebung  des  Niederlagsrechtes  der  Wiener 
,für   die   Handlung   g3n   Venedig"    sich    verwenden   sollte  ^^).     Mit 
Namen  zu  nennen  wäre  hier  nochmals  jener 


')  cf.  Elze,  Gesch.  S.  41—43.  —  ^)  bestattet  in  Sa.  Marina.  ~  =>)  cf.  Bd.  I 
Nr.  724  u.  ff.  -  '')  ebda.  Nr.  767.  —  V^esch.  S._63  u.  Ö4.  --  «)  bestattet  auf 
S.  Cristoforo,  s.  Elze,  Gesch.  S.  03,  115,  116.  —  ')  best,  ebda.,  s.  Elze,  Gesch. 
S.  82.  -  «)  best.  ebda.  Elze  S.63-,  83.  -  »)  best.  ebda.  Elze  S.63,  71,  82.  —  ">)  Elze, 
Gesch.  S.  64,  79.  —  ")  cf.  oben  S.  143.  —  '^)  Klose's  Darstellung  der  inneren 
Verhältnisse  der  Stadt  Breslau  1458  —  1526  in  den  Script,  rer.  Silesiac.  t.  III 
p.  409  (cf.  411). 


192  Geschichtliches. 

Konrad  Sauermann,  dessen  Schuldforderung  (von  6300  Dukaten) 
,  Wolfgang  Wiener  Breslauscher  Bürger  in  Venedig   auszahlen 
sollte*  ^);  ferner  (ob  Kaufmann,  wird  nicht  gesagt) 
David  Forst,    der  Sohn    eines  Georg  Forst,   25.  Mai  1590,  24  J. 

alt,  in  Venedig  gestorben  und  bestattet^);  ferner 
Christ.   Wilh.   König,    Prot.,    geb.  10.    April   1699,    1716    Kauf- 
diener,   1746    Kaufherr,  gest.  18.  Okt.  1760  3). 
Aus  Zittau  in  dem  benachbarten  Sachsen  waren 
Joh.  Jak.  Hartig  (?),  in  der  Liste  von  1646  genannt^);  und 
Joh.  Phil.  Hering,   der  wenigstens  1707 — 18  in  Venedig  etablirt 
war  ^) ; 

aus  Lengenfeld  im  Voigtland  nennt  Elze  *^) 
Dan.  Frdr.  Wolff,  Prot.,  1742  Kaufdiener,  1753  Kaufherr,   noch 
1775  in  Venedig; 
aus  Gräfe nthal  in  Thüringen^) 
Frdr.  Sam.  Wenndrich,  Prot.,  1753  Kaufdiener,  vor  1755  Kauf- 
herr, gest.  21.  Nov.  1775.  — 

Wir  beschliessen  diesen  Rundgang  mit  Nürnberg,  das  auch 
jetzt  wieder  wie  in  früherer  Zeit  neben  Augsburg  am  meisten  am 
Handel  mit  Venedig  betheiligt  erscheint.  Ich  möchte  an  dieser 
Stelle  auf  die  Notiz  aus  dem  Jahre  1649**)  hinweisen,  dass  die 
deutschen  Kaufleute,  welche  „am  meisten  nach  Venedig  gehandelt, 
zum  Merkzeichen  vor  Alters  die  Venedische  arma  oder  insignia 
S.  Marci  (d.  h.  den  Löwen  des  heil.  Markus)  an  ihren  Häusern  in 
Stein  inalboriren"  Hessen  ^). 

In  der  Liste  von  1508  begegnen  wir  folgenden  Nürnbergern: 
Anton  Kolb  (auch  1515  im  Fondaco)^^); 
Leonhard  EysfogeP^); 
einem  Friedrich  ohnr  J-]amiliennamen ; 
Joh.  Imhof  nebst  Söhnen  ^  ^) ; 
Franz  und  Joh.  Baumgartner; 
Zacharias  Stahl  ^  ^) ; 
Jobst  Memminger  ^'*^); 
Wolfhard  Schwarz  {?)^^); 
Hieronymus  Foith  (?); 


*)  Klose  a.  a.  0.  p.  137.  —  ^)  in  S.  Giovanni  e  Paolo.  —  ^)  bestattet  at 
S.  Cristoforo,  Elze  S.  64.  —  *)  nach  Angabe  von  Herrn  Pfarrer  Elze.  —  ^)  Elze, 
Gesch.  S.  109-111;  cf.  S.  117  u.  119,  wo  zum  Jahre  1748  und  1757  ein  Christn. 
Aug.  und  ein  Gottfr.  Benj.  Hering  aus  Zittau  als  Kaufdiener  genannt  werden. 
«)  Gesch.  S.  64  u.  122.  —  ')  ebda.  S.  70  Anm.  2.  —  «)  Bd.  I  Nr.  761  S.  453.  - 
®)  In  Nürnberg  erinnere  ich  mich  selbst  dieses  Wahrzeichens  an  einem  Hause 
der  Adlerstrasse  und  am  Viatishaus;  cf.  Festing,  Ein  Gang  durch  Nürnberg  1882 
S.  19  u.  21.  —  ^*')  cf.  Thomas,  Register  etc.  S.  81  und  Lochner,  Die  Personen- 
namen in  Albr.  Dürer's  Briefen  aus  Venedig  (1870)  S.  33.  —  *^)  cf.  oben  S.  79. 
-  12)  cf.  Lochner  a.  a.  0.  S.  25  u.  ff.  -  '^)  cf.  Bd.  I  Nr.  645,  wo  er  als  ,civis 
Venetus'  bezeichnet  wird;  cf.  Siebmacher  V,  1  p.  16.  —  ^*)  cf.  Roth  I,  345. — 
")  ein  Wolflfgang  Schwarz  war  1504  Genannter;  cf.  Roth,  Verzeichniss  aller  Ge- 
nannten des  Grössern  Raths  (1802)  S.  53;  derselbe  wird  bei  Sanuto  IX,  257  erwähnt. 


Geschichtliches.  193 

Sebald  Reicht); 

ferner  in  der  Liste  von  1578: 
Leonhard  Hermann  (oder  Augsburger?); 

in  der  von  1646: 
Bartolomaeus  Viatis    (wohl   der   Sohn   des   1558   nach   Nürnberg 

übergesiedelten    Venetianers    gleichen    Namens)  ^)    und    Martin 

Peller,  als  deren  Vertreter  1640  Peter  Cresser  genannt  wird^); 
Lorenz,  Horatius  und  Wolfhard  Gutbrod,  der  letztere  gest.  27.  Nov. 

1649,  55  J.  alt-^); 
Balthassar  Ertel  (Oertel?)^); 
Christoph  Rottenhoffer,  1640  Vertreter  für  den  Frankfurter  Nicol. 

Fleischbein  *^) ; 
Christoph  Führer  '^) ; 
Wilhelm  Imhof; 
Joachim  Hendel  ^) ; 
Pandulf,  Jacob,  Joachim  und  Georg  Fin  (Fynn?)^),    der  letztere 

auch  1640  schon  im  Fondaco^*'); 
Johann  Gast,  gestorben  1649,  21.  Juli  in  Venedig  ^^). 

Eine  grosse  Anzahl  Nürnberger  ist  dann  auch  unter  den  Con- 
suln  zu  finden: 

1505  Franz  Hirschvogel; 

1506  Sebald  KneisseP^); 
1508—1512  Sebald  Grundlach  (?)^^); 


^)  wenn  unter  diesem,  wie  kaum  zu  bezweifeln,  der  ,Sinisbaldo  Rizzo, 
zu  verstehen,  der  unter  den  Miethern  der  neuen  Gewölbe  erscheint;  (Bd.  I 
Nr.  658) ;  cf.  Anton  Tucher's  Haushaltbuch ,  hrsg.  von  Loose  in  der  Bibliothek 
des  literar.  Vereins  Bd.  134  S.  58.  —  ")  ^der  1538  in  Venedig  geboren,  1550 
arm  und  gänzlich  mittellos  nach  Nürnberg  kam  und  hier  zuletzt  eine  wohl- 
habende Wittwe  heirathete,  die  seine  letzte  Dienstherrin  gewesen  war.  Durch 
Handel  mit  Semisch-Leder ,  Straussenfedem ,  Färbereien,  vorzüglich  mit  Lein- 
wand, schwang  er  sich  so  empor,  dass  er  gegen  Ende  des  Jahrhunderts  als 
einer  der  reichsten  Kaufleute  in  Deutschland  galt  und  ein  Vermögen  von  weit 
über  eine  Million  Gulden  hinterlassen  haben  soll.  Seinem  Schwiegersohne  Martin 
Peller  baute  er,  nachdem  er  für  sich  ein  stattliches  Haus  an  der  Barfüsser- 
(jetzt  Museums-)  Brücke  vollendet  hatte,  in  Nürnberg  am  Aegidienplatz  das 
berühmte  Peller'sche  Haus,  das  Muster  eines  glänzenden  Bürgerhauses  aus  dem 
16.  Jahrh.  und  zugleich  der  sprechende  Beweis  von  der  Herrschaft  des  italie- 
nischen Geschmackes  in  Oberdeutschland" ;  Falke  in  der  Zeitschr.  f.  deutsche 
Kulturgesch.  1859  S.  613.  Der  Hofraum  namentlich  erinnert  lebhaft  an  den 
Fondaco  in  Venedig.  Gestorben  ist  Bartholomäus  Viatis  —  übrigens  nur  ein 
Beispiel  für  manche  andere  nach  Deutschland  eingewanderte  Venetianer  — 
1624  in  Nürnberg;  cf.  Vulpius,  Kuriositäten  Bd.  V  S.  550.   -    ^)  Bd.  I  Nr.  748. 

—  *)  bestattet  in  S.  Bartolomeo ;  cf.  oben  S.  169.  Ein  1642  verstorbener  Lorenz 
G.  aus  Steyr  liegt  begraben  auf  dem  S.  Johannis-Kirchhof  in  Nürnberg;  s.  Gugel, 
Norischer  Christen  Freydhöfe  Gedächtniss  (1682)  Bd.  I  S.  35  und  Trechsel,  Er- 
neuertes Gedächtniss  des  Nümb.  Johannis-Kirchhofes  (1736)  S.  603.  —  ')  cf.  Roth 
1,  351.  —  *)  cf.  oben  S.  189;  cf.  Siebmacher,  V,  2  p.  9.  —  ')  cf.  Gugel  a.  a.  0. 
I,  12.  -  »)  cf.  Roth  I,  332.  —  »)  ebda.  II,  52  u.  Siebmacher,  Wappenbuch  V,  2, 
p.  14.  -  ^°)  Bd.  I  Nr.  743.  —  ")  bestattet  in  S.  Bartolomeo;  cf.  Gugel  1, 83  u.  II,  128. 

—  >2)  cf.  Roth  I,  339.  -  ")  Gundlach?  cf.  Roth  I,  327. 

13 


194 


Geschichtliches. 


1513—1516  Ulrich  Mayer  (?)  i),  1518  -  14  mit  Stephan  Rigler  (?)  2); 

1518—1519  Johann  von  Wimpfen  (?)3); 

1520—1522  Veit  Wittich  (?)^); 

1526,  1580,  1531  Johann  Futach  (Füterer?)^); 

1528-1529  Moritz  Fischer«); 

1548—1549  Stephan  Fenzel'); 

1556  Georg  Freidel  (Friedel?)  8); 

1556—1557  und  1561  Bernhard  Pflanzer  (Flänzer?) "); 

1557—1558  Sebald  Hendel; 

1564,  1568  Georg  Fenzel; 

1566,  1602  Bernhard  Noettel^«); 

1573,  1576—1577,  1588  Horatius  Fenzel; 

1587  Heinrich  Imhof; 

1588  Martin  Peller; 

1589  N.  NoettePi); 
1594  Michael  Imhof; 
1596—1597  Eberhard  Seutter  (?)^^)  und  Johann  Schopper  (?);  der 

letztere  auch  1607—1609,  1617: 
1605—1606,  1620—1622  Wolfhard  Gutbrod; 
1610—1611  Adam  Hendel; 
1633—1634  Joachim  Hendel; 
1645—1646,  1655—1657,  1662—1664,  1666—1669,  1672—1673 

Peter  Cresser,  Prot.,  1640  Vertreter  von  Viatis  und  Peller,  1684 

in  Venedig  gestorben  ^  ^) ; 
1647 — 1649  Joh.  Joach.  Hendel  und  Christ.  Rottenhofer,  der  letztere 

auch  1651—1653; 
1649—1651  Tobias  Martin  Peller,  Prot.i*); 
1657—1659  Franz  Pilgram  (?)^^)  und  Joh.  Wolfhard  Auracher^^), 

der  letztere  auch  1664—1666,  1679—1682; 
1669  Joh.  Christoph  Welsch  (?)i*'); 
1675—1679  Balthassar  Ertel  (?); 

1709—1712  Georg  Christ.  Brückner  i^),  noch  1723  im  Fondaco^«). 
Begraben  aber  liegen  in  Venedig  ausser  den  schon  genannten 
noch  folgende  Nürnberger: 

Sebastian  Unterholzer  der  jüngere,  gest.  1564^''); 

ein  Bartholomäus  (Barthelmess?),  gest.  14,  Sept.  1578,  16  J.  alt  2*^); 

Horatius  Fin  (?),  gest.  29.  Sept.  1591,  50  J.  alt  2"): 

Joachim  Imhoff,  gest.  3.  Juni  1595,  20  J.  alt^o); 


t 


1)  cf.  Roth  II,  256.  -  ')  Friedr.  R.  war  1498  Genannter;  cf.  Roth,  Ver- 
zeichniss  S.  49.  —  =*)  Roth  II,  262.  -  *)  ebda.  117.  —  ')  cf.  Ant.  Tucher's  Haus- 
haltbuch S.  177.  —  «)  cf.  Roth  II,  251.  —  ')  cf.  Gugel  I,  78.  —  «)  ebda.  172.  — 
«)  Flenzer  im  17.  Jahrh.  in  Nürnb.;  cf.  Roth  II,  251.  -  ^°)  cf.  Roth  I,  348.  — 
11)  Kiechel,  Reisen  a.  a.  0.  S.  463.  —  '^)  cf.  Roth  II,  100  u.  244;  aber  auch  in 
Augsburg,  Kempten  und  Lindau  kommen  Seutter  vor.  —  ^^)  cf.  Elze  S.  59.  — 
")  ebda.  S.  56.  -  '^)  cf.  Roth  I,  353 ;  II,  83  u.  Verzeichn.  aller  Genannten  S.  90 
u.  101  (zu  1569  u.  1593);  oder  aus  Memmingen?  Elze  S.  56.  —  ^''')  ein  Balth. 
W.  war  1625  Genannter;  cf.  Roth  S.  116.  —  '')  cf.  Roth  II,  41.  —  '')  Elze  bei 
Thomas,  Milesio,  S.  85.  —  ")  cf.  oben  S.  173.  -  ^'^)  bestattet  in  S.  Bartolomeo. 


Geschichtliches.  195 

Tobias  Fin,  gest.  7.  Juli   1616  im  24.  J.  i). 

Jonas  Miller,  gest.  5.  April  1659,  53  J.  alt  2); 

Karl  Friedrich  Volkamer  von  Kirchensittenbach ,  gest.  9.  März 
1707,  25  J.  alt^); 

Michael  Foliant,  gest.  2.  Juli  1739,  50  J.  alt^); 

Joh.  Andr.  Seitz,  gest.  1.  April  1759,  26  J.  alt 5); 

Joh.  Karl  Schweyer  (Sohn  des  Karl  Magnus  Schweyer),  Prot., 
geb.  1691,  schon  1720  in  Venedig  etablirt,  1723  im  Fondaco*^), 
gest.  4.  Sept.  1759'^),  und  seine  Gattin  Magdalena  geb.  Forster, 
gest.  30.  April  1771  ');  vielleicht  deren  Schwager: 

Martin  Pius  Forster,  gest.  22.  Okt.  1787  im  22.  J. '). 

Endlich    verzeichne    ich    noch    folgende,    anderwärts    als    mit 
Venedig  in  Handelsverbindung  stehend  erwähnte  Nürnberger: 

1506,  zur  Zeit,  als  Albrecht  Dürer  sich  in  Venedig  aufhielt  und 
von  ihm  in  seinen  Briefen  genannt  ^) :  Bernhard  Hirschvogel ; 
Kastell  Fugger  (mit  dem  Reh);  Sebastian  und  Franz  Imhof; 
Bernhard  Holzbeck;  Andreas  Künhofer; 

1507  Joh.  und  Ambrosius  Schütz  und  Georg  FröscheP); 

1507,  1516  und  1517  Georg  Spengler i«); 
1507  und  1512  Hans  Imhof's  Sohn^i); 
1509  Kaspar  Letscher^^);  wozu 

Anton  Tucher  selbst  noch  zu  zählen;  ferner 

Angelus  Säur,  der  zwischen  1530  und  1540  einen  lebhaften  Tuch- 
handel mit  Venedig  betrieb  ^^); 

1575  Paul  Tucher  1*); 

1607  Jakob  VaPS); 

1609  Jesaias  Clivan  (Cliver)!^); 

um  1650  Familie  Haid,  Prot.i^); 

1675  Joh.  Lor.  Schweyer ^^),  zu  dem  später  Karl  Magnus  Schweyer 
in  die  Lehre  kam,  der  selbst  wenigstens  1706  — 1714  als  Kauf- 
herr in  Venedig  erscheint  ^^)  und  der  Vater  des  oben  genannten 
Joh.  Karl  Schweyer  war; 

1689  Hanns  Wolff  und  Emmerich  Auracher,  bei  denen  Hans 
Tieffrer  aus  einer  Villacher  Familie  als  Kaufdiener  eintrat  ^^); 

1707—12  Joh.  Thom.  Rottenhoffer  ^i); 

1719  Joh.  Adam  Fleischer,  Prot.,  der  auch  1723  als  Compagnon 


')  bestattet  in  S.  Bartolomeo;  1613  Genannter;  cf.  Roth,  Verzeichn.  S.  110. 

—  ^)  cf.  oben  S.  173.  —  ')  bestattet  als  Protestant  am  Lido.  —  ^)  bestattet  in 
S.  Canciano.  —  *)  bestattet  auf  S.  Cristoforo ;  cf.  Sterberegister  von  S.  Barto- 
lomeo. —  ")  B.  Elze,  Gesch.  S.  80  Anm.  5  u.  113  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  86. 

—  ')  bestattet  auf  S.  Cristoforo.  —  ")  cf.  Quellenschriften  für  Kunstgeschichte 
Bd.  3  S.  3  ff.,  186  ff.  —  «)  Bd.  I  Nr.  643.  —  '«)  ebda.  Nr.  645;  cf.  Ant.  Tucher's 
Haushaltbuch  S.  43,  131,  154.  —  i')  Ant.  Tucher's  Haushaltbuch  S.  53  u.  96.  - 
^^)  ebda.  S.  69.  -  ")  Falke  in  d.  Zeitschr.  f.  d.  Kulturgesch.  1859  S.  11.  -  '')  cf.  Bd.  I 
Nr.  710.  -  1*)  ebda.  Nr.  723.  —  '")  ebda.  Nr.  729 ;  cf.  ,Addenda'  zu  Bd.  I.  —  '')  nach 
Elze,   Gesch.  S.  56.  -   '«)  Elze  S.  80  Anm.  5;  cf.  Roth  H,  99  (1684  Genannter). 

—  19)  Elze  S.  80,  109-111.  —  ^o)  cf.  Zeitschrift  für  Baiern  Bd.  3  Jahrg.  2  (1817) 
S.  357  und  Roth  II,  103,  104;  oben  S.  172.  —  "')  Elze  S.  108—111. 


196 


Geschichtliches, 


von   Zimmermann    genannt   wird,  mit   dem   er    wenigstens   bis 

1728   associirt  war^);    der   letzteren  Familie    gehörte  vielleicht 

der  1743 — 46  genannte  Joh.  Matth.  Zimmermann  an  ^). 

Endlich  sind  aus  einigen  Orten  der  Umgegend  von  Nürnberg 

noch  folgende  Kaufleute  als  mit  Venedig  in  Verbindung  stehend  zu 

erwähnen:  aus  Feucht: 

Joh.  Mich.  Wagner,   Prot.,   geb.  6.  Dez.  1685,  1722  in  Venedig 
etablirt,  auch  1723  im  Fondaco,  1747  oder  1753  stellvertreten- 
der Consul,  gestorben  30.  März  1767  in  Venedig^); 
Joh.  Sal.  Wagner  (?),  Prot.,  1719  Kaufherr^); 

aus  Wendelstein: 
Seb.  Schalckhauser,  Prot.,  geb.  11.  Okt.  1701,  1722  Kaufdiener, 
1735  Kaufherr,  1743—66  mit  Hügel,  bis  1754  auch  mit  Jastram 
associirt,  1762  (?)  Consul,  gest.  22.  Dez.  1774  in  Venedig^); 
Joh.  Konr.  Reck,  Prot.,  geb.  3.  März  1721,  1759  Kaufdiener,  176^ 
Kaufherr,  1775 — 87  mit  Lamminit  associirt,  gest.  11.  Dez.  1801 
in  Venedig^). 

Im  Anschluss  hieran  mögen  noch  genannt  werden: 
Konrad  Ster  aus  Windsheim,  1557 — 1558  Consul,  wahrscheinlich 
11.   Juli    1568    in   Venedig    gestorben''),    und    Sebastian   Ster, 
1573  in  Venedig  8). 

Bei  dieser  Uebersicht  ist  nicht  einmal  ganz  berücksichtigt  jenes 
Sterberegister  von  S.  Bartolomeo  und  das  Verzeichniss  der  jungen 
Kaufleute  oder  Lehrlinge,  „Diener  und  anderer  Recommandirten, 
welche  von  Anno  1705  an  in  die  evangelische  Gemeinde  auf-  und 
angenommen  wurden"^),  deren  Zahl  sich  von  1705  bis  1797  auf 
nicht  weniger  als  573  belief  —  allerdings  ein  sprechender  Beweis 
dafür,  dass  Venedig  selbst  im  vorigen  Jahrhundert  noch  „als  einer 
der  besten  Plätze  für  die  praktische  Ausbildung  junger  Kaufleute"  ^), 
als  Hochschule    des  Handels  galt.  — 

Was  ferner  die  Waaren  betrifft,  welche  den  Gegenstand  des 
deutsch-venetianischen  Handels  in  dieser  Zeit  bildeten,  so  geben  jene 
früher  erwähnten  Tarif-  und  Handelsbücher  uns  darüber  den  besten 
Aufschluss.    Sie  sind  im  Wesentlichen  dieselben,  wie  in  früherer  Zeit, 

Spezereien,  Baumwolle,  Seidenwaaren,  Glassachen  bildeten  noch 
immer  die  Hauptausfuhrartikel  der  Deutschen  aus  Venedig  ^^);  und 
wie    früher    brachten   diese    die    „Erzeugnisse   der   Natur   oder    de& 


1)  Elze,  Gesch.  S.  63,  114  und  bei  Thomas,  Milesio  S.  85.  -  '-)  Elze  S.  116, 
117.  _  3^  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  71,  82  und  bei  Thomas,  Milesio 
S.  85.  -  ^)  Elze,  Gesch.  S.  63.  —  ')  bestattet  auf  S.  Cristoforo,  s.  Elze  S.  71 
Anm.  2  und  S.  82,  83  Anm.  3.  —  '')  best,  ebda.,  s.  Elze  S.  65,  91  Anm.,  122-  124. 
—  ')  best,  in  S.  Bartolomeo.  —  *)  Bd.  1  Nr.  709;  gest.  1576  und  in  Augsburg 
begraben:  cf.  Prasch  11,  97.  —  ')  Elze  S.  108  u.  ff.  —  '")  Paolo  Paruta,  bist. 
Venetiana  lib.  XI  nennt  als  solche  ,speciarie,  gottoni  et  moltre  altre  merci'; 
cf.  Falke,  Oberdeutschlands  Handelsbeziehungen  zu  Südeuropa  im  Anfang  des 
16.  Jahrh.  in  der  Zeitsclirift  für  deutsche  Kulturgeschichte  1859  S.  610. 


Geschichtliches.  197 

Fleisses"  von  Deutschland^),  Eisen,  Stahl,  Gold,  Silber,  besonders 
aber  Leinwand,  Tücher,  Pelzwerk  und  allerlei  Kramsachen,  nach 
der  Lagunenstadt. 

So  werden  in  der  ,Tariffa'  von  1572  als  „hereinkommende 
Güter  im  Teutschen  Hauss"  aufgeführt^):  Tele  d.  i.  Leinwat 
(Leinwand)  und  zwar:  Ochsenbrucker  (aus  Osnabrück),  Praunawer 
(Braunau  in  Bayern),  St.  Galler,  Cosch witzer  (Konstanz),  Kemptner; 
Rupfen  (aus  Werg),  Zwilch  „geschmitzter.  Bayerischer,  Münchner", 
Pairischer  Peyeri  ^),  Piachen  oder  grob  Rupfen;  Merze  oder  Kramerey : 
Ambra  oder  Augstein,  Antimonio  (Spiessglas),  Zinober,  Quecksilber, 
Bruckischer  (Brügge?)  Atlas,  Thuch  aller  Sort,  Carise  aller  Sort 
(Kirsey,  gekörperte  Sarsche?),  Friseto  (Organsinseide),  Tepich  und 
Razi  (=  arazzi,  Tapeten),  Farben  aller  Sort,  Barchet,  Grana  (Ker- 
mesbeere)  und  Palver  davon,  Zera  (Wachs),  Federn  zu  Betten, 
Tafelmessing,  Messingdraht,  Leuchter,  Hültzewerk  (Holzarbeiten?), 
Blech,  Kupferdraht,  Zon  (Stangen),  Röt  damit  man  ferbt,  Yeriol 
(=  Vetriuola,  Mauerkraut  oder  Vitriol?),  Spongrün  (Grünspan), 
Zucker,  Spiga  (Aehren?  Lavendel?)  und  Terrarossa,  Risigal(lo)  (Rausch- 
gelb, Schwefelarsenik)  und  Arsintico  (Arsenik),  Zaffero  (Saffara? 
mineralische  Mixtur  zum  Blaufärben  des  Glases)  undBibergail,  Marche- 
seta  (Schwefelkies),  Lidre  Hosenfehl  (Lepre?  Hasenfelle),  Messer, 
Scheermesser,  Tischtücher,  Facoli  (Fazzoli,  Taschentücher),  Veladi, 
Baumwollne  Schleier,  Kölnisch  Gold  (Golddraht?),  Glunffen  (Glufen? 
Heftlein),  Börtlein,  Fingerhut,  Hefftlen,  Scheeren,  Augengläser, 
Spiegel,  Pfeifen,  Schellen,  Paternoster,  Elfenbein,  Federkiel,  Bürsten, 
Wetschgertaschen  (Hängetaschen,  Felleisen),  Zeloni,  Püxen,  Schlösser, 
Bertoeli  (=  Bandelle,  Thür-  oder  Fensterbeschläge),  Kupferne  und 
messingne  Kessel,  Arrabrustgarn  und  -fusti  (Stangen),  Goldschmied- 
tiegel. Ferner  Zinn  und  Blei;  Schön-  und  Fech(Pelz-)werk :  Conini 
oder  Kinla-Belg  (Kaninchenfelle),  Vari  oder  aller  sort  Fech,  Cebelini 
oder  Zobel,  Armelini  oder  weisse  Hermla,  Pulgari  (Bulgari)  oder 
gewerckte  Kalbsfel,  Grissi  zoe  grob  Loden-Tuch,  Martori  oder  Maeder 
(Marder),  Loue  zeruieri  oder  Luchsfei,  Weisse  und  rothe  Füchsfelle; 
Cuori  oder  Ochsen-,  Küh-  und  Kälberhäute;  Pani  oder  Tuch  und 
Dapecerey:  Santoni,  Poloni,  Friseti,  Sarsse  (=  sarze,  sargie,  grobes 
Wollen-Tuch),  Dopleti  und  Doploni  (Futterbarchent),  Cordeladi 
(Cordelats,  feiner  Wollenzeug),  Tapedi,  Tapecerey  aller  Sort,  Carise; 
Largado  oder  Larget;  Cremes;  Serwitz  (Zirbitzer,  eine  Drogue  aus 
der  Zirbelnuss);  Eisen;  Stahl;  Ciodi  oder  eiserne  Nägel,  Rame  oder 
Kupfer,  Verge  di  Rame  oder  Kupferzon  (Kupferstangen);  Englische 
Woll,  Lin  e  Stopa  zoe  Flachs  und  Werck  (Werg),  Safran. 

')  Ranke,  Zur  venez.  Gesch.  S.  29.  —  ^)  S.  25  u.  fF.  Aehnlich  im  früher  (oben 
S.  124)  erwähnten  Cod.  germ.  4032  der  hiesigen  Staatsbibliothek.  —  ')  In  Schmeller's 
Wörterbuch  (neue  Aufl.  von  Frommann)  1,  224  aus  Cgm.  4032  citirt,  aber  nicht 
erklärt;  eben  daher  und  aus  anderen  Hilfsmitteln,  wie  auch  Joh.  Ulmann's  brauch- 
barem Wörterbuch  für  Kauf  leute  (Wien  1879),  habe  ich  die  in  Klammem  beigesetzten 
Erklärungen  entnommen;  freilich  bleiben  noch  manche  Ausdrücke  unauffindbar 


l98 


jreschiciltliches. 


Als  Güter,  welche  „hinweg  und  hinaus  gesandt  werden 
vom  Teutschen  Hauss",  werden  aufgeführt ^) :  Piper  oder  Pfeffer; 
Specerei,  Troge:  Lang  und  kurz  Canel  (Zimmt),  Negel  (Nelken) 
und  Fusti,  Capelleti  von  Negel  (die  Köpfe  der  Nelken),  Muscatnus, 
Mazis  (Muskatblüthe) ,  Imber  (Ingwer),  Zucker,  Riobarbero  (Rha- 
barber), Irios  (Veilchenwurzel),  Myra;  Incenso  (Weihrauch),  Aloue; 
Endigo,  Alon  (Alaun)  oder  Lume  di  Rocha;  Schwebel,  Gallas  (Gall- 
äpfel). Seyden  aller  sort  (als  solche  werden  später  aufgeführt:  Rocha 
Dopia,  Rocha  Crespa  oder  Maremola,  Isoila,  Wallona,  Belladona  oder 
Wallona  Primati,  Belgrada,  Dechora,  Ricolica,  Salina  Fior  di  Morea, 
Roche  Capitoni  oder  Strusi,  Bolicia,  Castrauana,  Canneri,  Ardassa  oder 
Ardasina,  Mamadea  oder  Ablac,  Vicentiner,  Bassaner  feine,  Gewerckte, 
Veroner  Näh-  und  Stickseide,  Veroner  geferbte,  Vicentiner  Stib-,  Pello- 
und  Näh-,  Stesi  oder  Filetseide).  Ferner  feine  Tuch ;  Daffet  roh  und 
gefärbt;  Rochen  Leder,  Corduani  (Saffian),  Filadi  di  Goton.  Ferner 
Fruti  oder  Fastenspeiss :  Mandel,  Feigen,  Carobe  (Johannisbrod),  Wein- 
beer, Cibeben  (Rosinen),  Maroni  (Kastanien),  Capari  (Kappern),  Li- 
moni,  Uva  di  Candia  oder  Rosin- Weinbeer,  Pomi  (Granatäpfel), 
Olive,  Senavro,  Naranzi  (aranci.  Orangen),  Citroni;  Oglio  (Oel);  Seife. 
Ferner  Tuch-  und  Seidengewand:  Resteigno  d'oro,  goldene  und  silberne 
Thuch,  Sammet,  Damast,  Atlas,  Ormasin,  Zendeldort,  Stattzendel, 
Postzendel  (verschiedene  Arten),  Carisse,  Zambeloti,  Wollentuch; 
Goton  oder  Baumwoll,  Schreibpapier;  Comini  (Kümmel);  Malvasier 
und  Wein;  Merze  oder  Krämerey^);  auch  Gläser;  Gemacht  Werck 
von  Holz  oder  Messing;  Gesalzen  Fisch,  Hausen-Blattern  (Blasen), 
Fischbein  u.  dgl.;  Frucht  so  aus  Soria  und  Alexandria  kommen: 
Datoli,  Pesteygi  e  Pignoli  (Zirbelnüsse);  Formasi  oder  Käs.  — 

Dasselbe  wie  von  den  Waaren  gilt  von  den  Wegen,  auf  denen 
dieser  Handel  sich  von  Deutschland  nach  Venedig  bewegte.  Im 
Wesentlichen  blieben  auch  sie  die  nämlichen  —  abgesehen  von 
einzelnen,  durch  die  fortschreitende  Kultur  hervorgerufenen  Ver- 
besserungen, auf  die  hier  nicht  eingegangen  werden  kann.  Mehr 
und  mehr  kamen  nun  auch  hiefür  gedruckte  Hilfsmittel  auf:  Reise- 
beschreibungen von  Deutschland,  Italien,  worin  die  hauptsäch- 
lichsten Strassen  ausführlich  angegeben  wurden. 

In  der  Schrift  des  Guilhelmus  Gratarolus  ,De  regimine  iter 
agentium'  (von  1553)  ^)  finde  ich  folgenden  Weg  von  Basel  nach  Venedig 
verzeichnet:  Basel — Laufenberg — Schaffhausen — Constanz — Dednang 
— Isne — Kempten  —  Reitte(n) — Ferrerberg  —  Nazoret  —  Innsbruck — 
Stain(ach)  —  Brennerberg  —  And  (?)  —  Brixen  —  Botzen  —  Solotoren 


^)  S.  40  u.  fF.  —  ^)  Hier  werden  zum  Theil  dieselben  Waaren  aufgeführt,  die 
oben  als  deutsche  Einfuhrartikel  genannt  wurden,  weil  sich  manche  der  in  Venedig 
und  im  Fondaco  etablirten  deutschen  Geschäftshäuser  solche  aus  Deutschland 
kommen  Hessen  und  dann  selbst  weiter  expedirten,  da  jene  monopolistischen 
Tendenzen  der  Regierung  nicht  mehr  so  streng  wie  im  Mittelalter  aufrecht  er- 
halten werden  konnten.  —  ^)  Ausgabe  von  1591  in  der  ,Ars  peregrinandi'  fol.  175. 


Geschichtliches.  199 

(Salurn) — Trient — Burg  (Borgo)— Hospital — Cobel  (Kofi) — Bassan(o) 
Castel  Franc — Mestres' — Venedig;  dann  als  eine  andere  Route:  Basel 
— Liechstal^  Zoffingen — Lucern  — Uri  —  Gottardberg — Pellinsona  — 
Loners  (Lavis)  —  Ferres  (Varese)  —  Mailand  —  Cremona  —  Brescia  — 
Verona — Vicenza — Citadella — Castelfranco  etc. 

Neumaier  von  Ramssla  gibt  in  seiner  „Reise  durch  Welsch- 
land"  (1622)  zwei  „ordinari"  Wege  von  Deutschland  nach  Italien 
an^):  1)  von  Strassburg  durch  die  Schweiz;  2)  von  Augsburg  durch 
Tirol,  den  er  folgendermassen  näher  anführt:  von  Augsburg  über 
Landsberg  oder  Spötingen  (Stötting) — Romenkessel  und  Schöngaw — 
Kloster  Rotenbusch  (Rotenbuch) — Ambergau — Erthal  (Ettal) — Parten- 
kirch— Mittenwald — Seefeld — Zirl — Inspruck— Schönberg— Matterach 
(Matrey) — Steinach — Lueg — Brenner — Gossensäss — Sterzing — Peiser 
in  der  Aw — Brixen — Clausen  — Colmar(Collniann)—  Blumau — Botzen — 
BransoP) — Neumarck— Salurno— S.  Michael — Nevis  (Lavis) — Trient 
— Perschen  (Persine) — Lavego  (Levico) — II  Borgo — Spitaleto — Grigna 
— Clause  —  Carpeney  (Carpane) — Bassano — Castelfranco — Tervis  — 
zu  Wasser  nach  Venedig. 

Ebendenselben  Weg  in  umgekehrter  Reihenfolge  mit  einigen 
anderen  Zwischenstationen  finden  wir  in  Martin  Zeiller's  ,Itinerarium 
Germaniae'  zum  Jahre  1629^):  Venedig — Mestre — Treviso — Castel- 
franco —  Carpenedo  —  Cisimont  oder  Cismon  —  Kobel  —  Primolano  — 
Grino  —  Burgo — Levegno  —  Persien  — Trento — Naves — S.  Michel  — 
Salurn — Neumarckt — Franzuol—  Potzn — Startz  (Sterzing) — Clausen 
— Brixen  —  Beisser — Im  Sack  —  Mauls —  Stertzing —  Griess — Stainach 
— Mattern  (Matrey) — Inspruck — Cirle — Seefeld — Clausen — Scheidnitz 
(Scharnitz)  — Mittenwald — Partenkirchen  —  Kienberg  —  Ettal—  Ober- 
und  Unter- Ammern  —  Bayerisch  Soya  (Bayersoyen) — Rotenburg — - 
Schöngaw — Landsperg — Augsburg  —  Zussmarshausen  —  Günzburg — 
Ulm. 

Als  näheren  Weg  bezeichnet  ZeiUer  gleich  darauf  die  Route: 
Ulm  — ■  Memmingen  —  Grünenbach  (Grönenberg)  —  Kempten — Nessel- 
wang  —  Füssen  —  Nazaret  —  Yms  —  Landeck  —  Meran  —  Tramin  — 
Trient. 

Diese  Strasse  mögen  namentlich  die  Strassburger  gewählt 
haben,  wenn  sie  nicht  über  Basel  durch  die  Schweiz  zogen.  Als 
Stationen  auf  dem  Wege  Strassburg  —  Ulm  verzeichnet  Zeiller*): 
Oberkirch  —  Noppenau  —  Kniebiss  —  Freudenstatt  —  Schopf  loch  — 
Eyingen — Rotenburg — Derendingen — Reutlingen — Minsingen — Blau- 
beurn — Ulm. 

Zeiller  gibt  auch  sonst  über  die  Verbindungswege  zwischen 
den  Hauptplätzen  in  Deutschland  selbst  genaue  Auskunft  und  viele 
Details,  so  eben  über  die  Strecke  Strassburg — Basel  oder  Nürnberg — 


^)  S.  1  u.  ff.  —  2)  j)^g  Qj^g  -werden  alle  Wahren,  so  man  aus  Deutschland 
nach  Venedig,  und  von  Venedig  nach  Deutschland  schicket,  niedergelegt."  — 
^)  S.  340;  cf.  oben  S.  97.  —  *)  ebda.  S.  269. 


200  Geschichtliches. 

Augsburg,  Prag — Regensburg  und  Augsburg,  Ulm — Lindau,  Passau — 
Innsbruck  u.  s.  w.  Wir  wollen  nur  noch  zwei  oder  drei  Routen 
ausführlicher  verzeichnen,  welche  aus  0 esterreich  nach  Venedig 
führten. 

Von  Wien  führte  den  Reisenden  (z.B.  im  Jahre  1622)  der  Weg^) 
über  Gunderstorff — Draesskirchen— Salenau — Neustatt— Neukirchen — 
Glockenitz — Schaidwein — Sämring — Spital — Mürzzuschlag — Langen- 
wang — Kriegle — Kienberg — Mörtzhoffen — Kapffenberg  nach  Brück. 
Von  hier  aus  konnte  man  den  Weg  entweder  ^)  in  weiterer  Entfernung 
über  Berneck — Rötelstein — Fronleuten — Pekach  nach  Graetz  (Graz) 
fortsetzen  und  von  da  folgende  beschwerliche  Route  einschlagen: 
Muereck — Rackerspurg  (Radcony)  — Pettau — Veistritz — Gonnawitz — 
(Lindeck)  Hoheneck  —  Cilly  —  Sachsenfeld  —  über  die  Sann  —  Fraintz 
(Franz) — über  den  Trojanerberg — Glogowitz — Potpeth  (Podpetch)  — 
durch  den  Fluss  Feistritz  —  Dregeml — Laybach  —  Ober-Laybach — 
Kruscheza  —  Pirnbaumer  Wald  —  Haudisch  (Haidenschafft)  —  Görtz  — 
über  den  Isonzo  —  Lazeney  (Lucinico)  —  Gradisca — Oppoliano  (Popo- 
gliano) — Palma — Muscoli — Cervignano — auf  dem  Canal  in  den  Taglia- 
mento — Caorle — Porto  de  Piave — Venedig.  Oder^)  man  schlug  von 
Brück  aus  den  näheren  Weg  über  Leoben  —  Michael  —  Margareth — 
Knitelfeld  —  Judenburg  —  Feistritz  — Unzmarkt  —  Scheifling  —  Neu- 
markt— Friesach  —  St.  Veit  —  Klagenfurt  nach  Villach  ein.  Hier  ver- 
einigte sich  dieser  Weg  mit  jener  anderen,  wichtigen,  von  Norden 
kommenden  Strasse,  die^)  von  Salzburg  über  Hall — GoUing — Werflfen 
— Rastat— den  Tauern  —  Gweng  (Tweng)  —  Mautterdorff — S.  Michel 
— Katzberg — Reinbach  —  Gmünd — Spital — Paternion  nach  Villach  und 
von  da  über  Arnolstein — Terle — Klein  Tärvis — Mal  Borgetto  —  Ponte 
Fella — Ponte  Chiusa — Venzon  —  Gemona — Portogruar — Concordia — 
Caorle  nach  Venedig  führte. 

Diese  Route  Salzburg — Gemona — Venedig  scheint  in  jener  Zeit 
besonders  auch  von  den  Nürnbergern  benutzt  worden  zu  sein.  Wie 
jener  Paul  Tucher  (1575)  seine  Waaren  von  Antwerpen  über  Nürn- 
berg— Salzburg  nach  Venedig  schickt  ^),  so  finden  wir  auch  in  Meder's 
Handlungsbuch  mehrfach  diese  Strecke  erwähnt. 

Aehnlich  reiste  Samuel  Kiechel  im  Jahre  1586*^)  von  Wien  über 
denSemmering — Villach — Uhelesteinf  Arnoldstein?) — Pontabl — Venzon 

—  S.  Daniel— Valvison  (Valvasone) — a  la  Motta — a  la  Foschetta  nach 
Venedig.  Den  Rückweg  aber  nahm  er  im  Jahre  1587^)  überPadua — 
Margera — Meisters — Castelfranco — Carpones  —  Kobl— Bourgo— Trient 

—  Nöevis  (Lavis)  —  Neyenmarck  —  Bozen  —  zur  Clausen  —  zum  Sack 
(„ein  einige  herberg") — zum  Lueg  („auch  ein  einzechtige  herberg") — 
Inspruck  —  Sehfelld — Bartenkürch  — Amberga  (Ammergau)  —  Schon- 
gau— Landsperg — Augspurg — Zusmarshausen — Görzberg — Ulm. 


M  cf.  Zeiller  S.  300  u.  ff. ;  cf.  oben  S.  98.  -  ^)  ebda.  S.  327  u.  ff.  — 
8)  ebda.  S.  568.  —  ")  ebda.  S.  570;  cf.  oben  S.  99.  —  ^)  cf.  Bd.  I  Nr.  710.  — 
«)  Reisen,  Ausg.  von  Hassler  (Bibl.  d.  lit.  Ver.  Bd.  86)  S.  144  ff.  —  ")  ebda.  S.  463  ff. 


Geschichtliches.  201 

Hans  Greorg  Ernstinger  reiste  1593^)  von  Innsbruck  ebenfalls 
über  Wilthan  (Wilten)  —  Matray  —  Steinach  —  Lueg  —  Cottensass 
(Gossensass)  —  Sterzing  —  Peisser  —  Brichsen  —  Clausen  —  Colman  — 
Pluemau —  Botzen  —  Brontzol  —  Neumarckht  —  S.  Florian  —  Salurn  — 
S.  Michel  —  Nevis  —  Trient — Fersen — Levigo — Burgo— Gringo — Kofi 
— Primolano — Bassano — Cittadella — ßimine — Padua — Lucefusina  auf 
der  Brenta  nach  Venedig  und  von  dort  zurück^)  überMagera — Maestre 
— Terviso — Carnudo — Feltre — Gringo  nach  Trient  u.  s.  w. 

Von  Interesse  ist  Ernstinger's  im  Jahre  1595  unternommene 
Heise,  die  er  in  Linz  antrat  und  in  folgender  Weise  fortsetzte^): 
Ebersperg  (Ebelsberg) — Anfelden  —  Gschwent —  Kemeten — Crembsegg 
— Cr  embsmünster  —  Claus — Preysegg — D  urnbach  —  Windischgär  sten 

—  Spittäl  —  Piern  —  Lienzen  (Liezen)  —  Enss  —  Rottenman— Triebn — 
über  den  Tauern — S.Johann  — Zehhthoff — Muerbruggen  (Moederbruck) 

—  S.  Georgendorf —  Oberzeyring  —  Scheif ling  —  Huntsmarckht  (Unz- 
markt)'*)— Neumarkht — Tirnstain(Dürnstein)— Friessach— Melbling— 
St.  Veit — Tautzenberg — Ciagenfurt — Landtscron — Villach — Vodraun 
(Federaun)  —  Zärlstein  —  Törl  —  Klain  Ter  vis  —  Pontafel  —  Chiusa  — 
Venzon  (Peischldorf)  —  Clemona  —  S.  Daniel  —  Duride  (Turrida)  — 
Valvasona — S.  Vito  —  Porto  a  Cruara  —  zu  Wasser  nach  Venedig. 

Seltener  hören  wir  dagegen  von  der  Route  durch  das  Am- 
pezzo-Thal.  Und  doch  ist  es  gerade  diese,  welcher  bis  heute  zur 
Erinnerung  an  den  alten  Verkehr  geradezu  der  Name  der  ,Strada 
d'AUemagna'  geblieben  ist.  Noch  heute  liest  man  an  den  Meilen- 
steinen derselben  diesen  Namen,  der  lebhafter  als  Anderes  das 
Andenken  an  die  alte  Zeit,  die  Vorstellung  an  unsere  vordem  nach 
Venedig  ziehenden  Kaufleute  wachruft. 

Wer  einmal  in  solchen  Gedanken  diese  Strasse  hinabgezogen 
ist,  der  wird  dann  auch  sicher  seine  Schritte  zum  ,Fondaco  dei  Tedeschi' 
am  Rialto  lenken,  der  für  jeden  deutschen  Besucher  Venedigs  über- 
haupt eine  „Sehenswürdigkeit"  unter  den  vielen  Schätzen  der  Lagunen- 
stadt sein  sollte  —  als  eine  Stätte,  die  zwar,  wie  bereits  Eingangs 
erwähnt,  nicht,  wie  so  manche  andere  deutsche  Handelskolonie 
früherer  Zeit  im  Ausland,  von  gewaltigen  Kämpfen  und  glorreichen 
politischen  Siegen  unserer  Kaufleute  zu  erzählen  hat,  die  aber 
wahrlich  nicht  minder  glänzendes  Zeugniss  ablegt  von  deren  Unter- 
nehmungslust, deren  Rührigkeit  und  Tüchtigkeit,  die  hier  in  fried- 
licher Arbeit  Jahrhunderte  lang  goldene  Früchte  für  die  deutsche 
Heimath  gezeitigt  hat. 


')  Raisbuch,   hrsg.   von  Walther  in   der  Bibl.  des   literar.  Ver.   Bd.  135 
S.  31,  35  fF.  —  2)  ebda.  S.  63  ff.  -  ")  ebda.  S.  66.  —  ")  gehört  vor  ScheifUng. 


^o"^ 


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^oS 


n. 


Liste  der  Consuln 


der 


deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco 

1492-1753. 


1^0^ 


I 


A-ls  das  Wertlivollste  in  der  ganzen  mehrerwähnten  „Beschrei- 
bung des  Deutschen  Hauses  in  Venedig"  durch  G.  B.  Müesio  ^)  möchte 
ich  die  darin  mitgetheilte  Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kauf- 
mannschaft oder  der  „Deutschen  Nation"  im  Fondaco  von  1492  an 
bezeichnen,  da  sie  mit  ein  Hülfsmittel  ist,  festzustellen,  welche  deutsche 
Familien  von  dieser  Zeit  an  noch  persönlich  am  Handel  mit  Venedig 
Theil  nahmen.  Freilich  muss  ich  sogleich  hinzufügen,  dass  dieselbe 
weder  vollständig  noch  korrekt  ist.  Für  die  spätere  Zeit  von  1647  an 
hat  dies  schon  Th.  Elze  nachgewiesen,  indem  er  aus  den  Original- 
protokoUen  authentische  Verbesserungen  und  Zusätze  ( —  1753)  zu 
Milesio's  Liste  hinzufügen  konnte '"*).  Und  was  die  frühere  Zeit  be- 
trifft, so  bin  ich  in  der  Lage,  wenigstens  für  mehrere  Jahre  die 
Ungenauigkeit  Milesio's  festzustellen.  In  einer  Handschrift  der  Samm- 
lung Cicogna's  im  Museo  Civico  Correr  zu  Venedig  Nr.  3100  befindet 
sich  ^)  (in  Abschriften)  eine  Anzahl  von  Briefen  der  deutschen  Con- 
suln von  1548 — 1560,  welche  zum  grössten  Theil  datirt  und  mit 
den  Unterschriften  der  Consuln  versehen  sind.  Die  Liste,  die  sich' 
hieraus  ergibt,  stimmt  nun  keineswegs  mit  der  bei  Milesio. 

Ich  dachte  zuerst  daran,  nur  diese  Verbesserungen  hier  mit- 
zutheilen.  Aber  die  Erwägung,  wie  wichtig  und  von  allgemeinerem 
Interesse  doch  diese  Liste  ist,  und  die  Hoffnung,  die  von  Milesio 
gar  sehr  verunstalteten  und  verstümmelten  Namen  der  Consuln 
wenigstens  theilweise  in  besserer  deutscher  Form  geben,  bei  Vielen 
auch  den  Heimathsort  hinzufügen  zu  können,  haben  mich  zu  einem 
Wiederabdruck  der  ganzen  Liste  samt  den  Verbesserungen  und  Zu- 
sätzen Elze's  bewogen.  Freilich  bei  vielen  Namen  blieb  alle  Mühe, 
die  richtige  Form  und  die  Heimath  zu  ermitteln,  umsonst;  mögen 
Andere,  Kundigere  hier  mit  ihren  Forschungen  einsetzen. 

Nach  Milesio's  Angabe  wurden  die'  ersten  Consuln,  deren  es 
zwei  waren,  wie  früher  erwähnt  worden  ist'^),  1492  (am  2.  April  oder 
am  2.  Februar)  eingesetzt,  und  ihre  Amtsdauer  währte  zuerst  6  Monate 
—  und  zwar  wie  aus  den  unten  mitgetheilten  Angaben  zu  den  Jahren 


')  Veröffentlicht  von  G.  M.  Thomas  in  den  Abhandlgn.  d.  k.  bayer.  Akad, 
d.  Wiss.  I.  Kl.  Bd.  XVI,  Abth.  II  (1881);  cf.  Vorwort  zu  Bd.  I  §.  VII.  —  ')  ebda. 
S.  98—100.  —  ')  cf.  Vorwort  zu  Bd.  I  S.  XIV.  -   *')  cf.  oben  S.  89. 


206      Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1492 — 1753. 

1557  —  1560  hervorzugehen  scheint,  von  Ende  April  bis  Ende  Oktober. 
Doch  lässt  sich  ein  sicherer  Schluss  daraus  nicht  ziehen,  da  manchmal 
auch  eine  Stellvertretung  eintreten  konnte.  Jedenfalls  war  Wieder- 
wahl gestattet,  da  dieselben  Namen  öfters  hintereinander  begegnen. 
Ursprünglich  hiessen  diese  beiden  von  der  deutschen  Kaufmannschaft 
selbst  gewählten  Vorsteher  von  jener  gemeinsamen  Abgabe  (Cottimo), 
von  welcher  früher^)  die  Rede  gewesen  ist,  ,Cottimieri';  und  so 
unterschreiben  sie  sich  auch  in  den  vorhin  erwähnten  Briefen  als 
,Cottimieri'  oder  ,Cottemieri'  oder  ,Cottomieri  della  Nation  Alemana' 
oder  ,theitscher  Nacion'.  An  einer  anderen  Stelle  ^)  heisst  es  einmal : 
,Die  15  Decembris  1539  aldidi  (=  uditi)  m.  Zorzi  Uthiner  (Uttinger) 
insieme  con  altri  marcadanti  Alemani,  deputati  al  cothimo'.  Selbst 
1605  findet  sich  noch^)  der  Ausdruck  ,signori  capi  sive  cottimieri 
di  fontego',  obwohl  damals  der  venetianische  Senat  bereits  seit  __ 
längerer  Zeit  —  nach  Milesio^)  seit  dem  13.  Juli  1587,  nach  Elze  al 
seit  dem  23.  August  1578  ^)  —  die  Bezeichnung  ,consoli'  anwen-  ^ 
dete.  Dass  wahrscheinlich  1578  über  die  Greschäftstheilung  der 
beiden  Consuln  eine  Verfügung  getroffen  wurde,  ist  früher  bereits 
erwähnt  worden*^);  1604  wurde  in  einem  Generalkapitel  beschlossen, 
dass  das  Amt  derselben  künftig  zwei  Jahre  dauern  sollte  ^).  —  Sonst 
gibt  Milesio  keine  weitere  Notizen  über  diese  Vorsteher,  deren  Liste 
lautet,  wie  folgt. 


')  cf.  oben  S.  89.  -  ^)  In  Cod.  Cic.  2795  (Mus.  Civ.  Corr.)  -  dem  vo 
Thomas  theilweise  veröffentlichten  Capitolare  dei  Visdomini  —  f.  82'.  —  ')  s.  Bd. 
Nr.  721.  -  '')  Thomas  S.  66.  —  ')  cf.  oben  S.  90.  —  «)  cf.  oben  S.  139.  - 
')  Milesio  S.  67. 


%0l 


1492.  Guido  (Veit)  Imhof  (Nürnberg) ')  und  Jakob  Keyfferer  (?). 

1493.  Jakob  Keyfferer  (?)  und  Sebastian  Imbof  (Nürnb.). 

1494.  Stephan  Keyfferer  (?)  und  Jeremias  Imhof  (Nürnb.). 

1495.  Stephan  Keyfferer  und  Guido  (Veit?)  Imhof  (Nürnb.). 

1496.  Stephan  Keyfferer  und  Johann  Toller  (Vöhlin  aus  Augsburg?). 

1497.  Dieselben. 

1498.  Stephan  Keyfferer  und  Franz  Imhof  (Nürnb.). 

1499.  Stephan  Keyfferer  und  Peter  Imhof  (Nürnb.). 

1500.  Johann  Heller  (Frankfurt)  und  Stephan  Käser  (Salzburg). 

1501.  Marcus  Mülich  (Augsb.?)  und  Stephan  Käser  (Salzb.). 

1502.  Johann  Stibig  (Laibach?)  und  Robert  Lasser  (?  Salzburg,   bei  Mi- 

lesio:  Leser). 

1503.  Dieselben. 

1504.  Dieselben. 

1505.  Johann  Musauer  (Regensburg)  und  Franz  Hirschvogel  (Nürnb.). 

1506.  Johann  Musauer  (Regensb.)  und  Sebald  Kneissel  (Nürnb.). 

1507.  Dieselben. 

1508.  Sebald  Grundlach  (Gundlach?  Nürnb.)  und  Leonhard  Sulzer  (Augs- 

burg, bei  Milesio:  Sultar). 

1509.  Dieselben. 

1510.  Dieselben. 

1511.  Dieselben. 

1512.  Dieselben. 

1513.  Ulrich  Mayer  (Nürnb.?)  und  Stephan  Rigler  (Nürnb.?). 

1514.  Dieselben. 

1515.  Johann  Lauginger  (Augsb.)  und  Ulrich  Mayer. 

1516.  Dieselben. 

1517.  Johann  Scheilner  (?)  und  Georg  Uttinger  (Augsb.). 

1518  (27.   Mai).     Johann    von  Wimpfen    (Nürnb.?)  und   Blasius    Moser 
(Salzb.?). 

1519.  Dieselben. 

1520.  Konrad  Weiss  (Augsb.?)  und  Veit  Wittich  (Köln?  Nürnb.?). 

1521.  Dieselben. 

1522.  Dieselben. 

1523.  Pandulf  Schneyker  (?)  und  Christoph  Moser  (?). 

1524.  Pandulf  Schneyker  und  Marcus  Ulstett  (Augsb,), 

1525.  Pandulf  Schneyker  und  Jakob  Welser  (Augsb.). 


1)  Da  die  Namen  bereits  früher  bei  den  betreffenden  Städten  angeführt  wurden,  ist  es 
wohl  nicht  nöthig,  hier  nochmals  die  Belege  für  die  Heimathsorte  anzugeben,  wiewohl  ich 
gleich  hier  bei  dem  ersten  Consul  nachtragen  muss,  dass  nach  Koth's  Verzeichniss  aller  Ge- 
nannten des  Grossem  Raths  in  Nürnberg  (1802)  S.  49  der  Vorname  richtiger  Veit  lautet. 


208     Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1492 — 1753. 


1526. 
1527. 
1528. 
1529. 
1530. 
1531. 
1532. 
1533. 
1534. 
1535. 
1536. 

1536 


1537. 
1538. 

1539. 
1540. 
1541. 

1542. 
1543. 
1544. 
1545. 
1546. 
1547. 
1548. 


1549, 

1549. 
1550. 
1551, 

1551. 
1552. 
1553, 


1553. 
1554. 
1555. 
1556, 

1556, 


Pandulf  Schneyker  und  Johann  Futach  (Füterer?  Nürnb.). 

Ludwig  Langenauer  (Augsb.)  und  Friedrich  Zankenried  (?). 

Philipp  Walther  (Augsb.)  und  Moritz  Fischer  (Nürnb.). 

Dieselben. 

Johann  Futach  (Füterer?   Nürnb.)  und  Philipp  Walther  (Augsb.). 

Johann  Füterer  (Nürnb.)  und  Eaphael  Langenauer  (Augsb.). 

Anton  Menhardt  (Augsb.)  und  Philipp  Walther  (Augsb.). 

Anton  Menhardt  (Augsb.)  und  Achatius  Tegernseer  (München). 

Anton  Menhardt  (Augsb.)  und  Hadrian  Huber  (?). 

Anton  Menhardt  (Augsb.)  und  Achatius  Tegernseer  (München). 

Sebastian  Unterhölzer  (München  -  Nürnberg)  und  Gerhard  Haug 
(Augsb.). 

m.  V.  =  1537,  21.  Februar,  werden  als  Cottimieri  genannt  Sebastian 
Soth  (Schott  aus  Frankfurt?)  und  Philipp  Walther  in  Cod.  Cicogna 
3100  des  Museo  Civico  Correr  zu  Venedig  im  Register  „Zue  den 
geschrifften  im  Canzelo  und  Ledlen",  Rubrik:  ,Obligatione,  accordi, 
scritti  et  procure'.     Milesio  nennt  zum  Jahre: 

Pandulf  Herwart  (Augsb.)  und  Philipp  Walther  (Augsb.). 

Philipp  Walther  (Augsb.)  und  Sebastian  Unterholzer  (München- 
Nürnb.). 

Georg  üttinger  (Augsb.)  und  Sebastian  Soth  (Schott?  Frankf. ?). 

Georg  Üttinger  (Augsb.)  und  Johann  Heder  (?  Nürnb.). 

Franciscus  Van-Cölln  (Aachen)  und  Erasmus  Matschperger  (Salz- 
burg). 

Dieselben. 

Dieselben. 

Jakob  Eberz  (Isny)  und  Erasmus  Matschperger  (Salzb.). 

Dieselben. 

Johann  Amhauser  (Augsb.)   und  David  Ott  (Innsbruck- Augsb.?). 

Dieselben. 

und  David  Ott.  Beide  unterschreiben 
1548  ,per  la  Comon  Nation  Alemana'; 
Cod.   Cic.   3100   Copia    der    brieff  etc. 


Stephan  Fenzel  (Nürnb.?) 
noch  am  15.  November 
s.  Ven.  Mus.  Civ.  Corr. 
fol.  19;  fol.  20. 

6.  August,  unterschreibt  Stephan  Fenzel,   während  bei  Milesio  ge- 
nannt sind  zum  Jahre: 

Jakob  Eberz  (Isny)  und  Philipp  Walther  (Augsb.). 
Dieselben. 

7.  März.   Johann  Anhauser  (Augsb.)  und  Jakob  Eberz  (Isny);  (Cod. 
Cic.  3100  fol.  20');  bei  Milesio: 

Albert  Schad  (Ulm)  und  Ulrich  Waiblinger  (Augsb.). 

Dieselben. 

18.  April.    Hieronymus  Gienger  (Augsb.)  und  Albert  Schad  (Ulm) 

, Cottimieri    della   nation    Allemana    et   per  nome   di  essa'  (Cod. 

Cic.  3100  fol.  24) ;  bei  Milesio : 
Joh.  Amhauser  (Augsb.)  und  Hieronymus  Pinfer  (?  Ginger?). 
Karl  Rehlinger  (Augsb.)  und  David  Ott  (Innsbr.  ?). 
Sigmund  Ehen  (Augsb.)  und  David  Ott. 
6.  März.    Georg  Freidel  (Nürnb.)  und  Sebastian  Ulstatt    (Augsb.) 

,Cottimieri'  (Cod.  Cic.  3100  fol.  31  und  33). 
6.  April.     Bernhard  Pflanzer  (Flänzer  aus  Nürnb.?)  und  Sebastian 

Ulstatt  (Augsb.).    (Cod.  Cic.  3100  fol.  26.) 


1 


Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufraannschaft  im  Fondaco  1492 — 1753.     209 

1556,   28.  Juli.    Bernhard  Pflanzer   und  Joh.  Amhauser  (Augsb.).     (Cod. 
Cic.  3100  fol.  36.) 

1556,  19.  Okt.    und    10.  u.  12.  Dez.     Bernhard  Pflanzer   und    Sebastian 

ülstatt.  (Cod.  Cic.  3100  fol.  36'-40'.)  Diese  auch  bei  Milesio 
genannt  zum  Jahre  1556. 

1557,  14.,  30.,   31.  März   und   8.  Mai.     Bernhard    Pflanzer    und    Martin 

Fogler  (Nürnb.?).     (Cod.  Cic.  3100  fol.  42—45.) 
1557,   14.  und  21.  Mai,  3.,  23.  Juni,  8.,  18.  Juli  etc.  bis  30.  Okt.    Sebald 
Hendell  (Nürnb.)    und  Narciss  Lieber  (Ulm- Augsb.).     (Cod.    Cic. 
3100  fol.  45'— 57'.)     Diese  auch  bei  Milesio  zum  Jahre  1557. 

1557,  10.  Nov.  -  1558,  23.  April.  Sebald  Hendell  und  Konrad  Star  (Winds- 

heim).    (Cod.  Cic.  3100  fol.  58' -64.) 

1558,  6.  Juni  —  28.  Okt.    Konrad  Ster  (Windsheim)  und  David  Adelhardt 

(Ulm).     (Cod.  Cic.  3100  fol.  64'— 69.) 

1558,  10.  Nov.  - 1559,  20.  Mai.     David   Adelhardt   (Ulm)    und   Kaspar 

Renff  (?).     (Cod.  Cic.  3100  fol.  70-76.) 

1559,  2.  Juni— 10.  Nov.    Hans  Maroldt  (München?)  und  Kaspar  Renff  (?). 

(Cod.  Cic.  3100  fol.  77-81.)     Milesio  nennt  statt  dessen: 

1558.  Joh.  Amhauser  und  Sebald  Hendell. 

1559.  Joh.  Amhauser  und  David  Adelhardt. 

1560,  12.  Jan.  — 23.  Mai.     Hans  Amhauser   und   Hans  Maroldt.     (Cod. 

Cic.  3100  fol.  81'— 82'.) 
1560,    13.  Juni  — 17.  Sept.  Hans  Amhauser  und  Hieronymus  Rem  (Augsb.). 
(Cod.  Cic.  3100  fol.  83'— 86'.)     Milesio  nennt  zum  Jahre: 

1560.  Karl  Rehlinger  (Augsb.)  und  Joh.  Maroldt  (München?). 

1561.  Bernhai-d  Pflanzer  und  Andreas  Aigler  (Ravensburg?). 

1562.  David  Adelhardt  (Ulm)  und  Abraham  Rem  (Augsb.). 

1563.  Joh.  Amhauser  und  Abraham  Gigler  (Ziegler  aus  Landshut?) 

1564.  Sebastian  Ulstatt  (Augsb.)  und  Georg  Penzel  (Nürnb.). 

1565.  Sebastian  Sessal  (?)  und  David  Adelhai-dt  (Ulm). 

1566.  Kaspar  Renff  (?  Rempff  bei  Milesio)  und  Bernhard  Noettel  (Nürnb.). 

1567.  Joh.  Amhauser  und  Ant.  Schorer  (Memmingen).     Beide  wenigstens 

bis  1568,  2.  April.  Cf.  Schreiben  des  Strassburger  Rathes  an 
dieselben  (Vened.  Mus.  Civ.  Corr.  Cod.  Cic.  3468  Original)  im 
Anhang. 

1568.  Joh.  Albrecht  Armbruster  (Strassb.)  und  Georg  Fenzel. 

1569.  Kaspar  Renff  und  Peter  Hateberg  (?). 

1570.  Kaspar  Renff  und  Peter  Ozenpener  (?). 

1571.  Leouhard  Hermann  (Memmingen?)  und  Joh.  Heinrich  Gienger(ülm?). 

1572.  Joh.  Amhauser  und  Christoph  Neahoöer  (?). 

1573.  Kaspar  Renff  und  Horaz  Fenzel  (Nürnb.). 

1574.  Joh.  Eisfogel  (Augsb.)   und  Christoph  Hoffer  (Villach,   bei  Milesio 

Hopfer). 

1575.  Joh.  Amhauser  und  Daniel  Folmar  (?  später  Volmar). 

1576.  Kaspar  Renff  und  Horaz  Fenzel. 

1577.  Dieselben. 

1578.  Joh.  Amhauser  und  Christoph  Hoffer  (Villach). 

1579.  David  Ott  (Innsbruck- Augsb.)  und  Christoph  Hoffer. 

1580.  Kaspar  Renff  und  Berthold  Wideman  (Salzb.?^ Villach?). 

1581.  Kaspar  Renff  und  Marcus  Welser  (Augsb.). 

1582.  Marcus  Welser  und  Hieronymus  Ott  (Innsbr.- Augsb.  ?). 

1583.  Hieronymus  Ott  und  Daniel  Volmar  (?). 

U 


210     Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1492 — 1753^ 


1584.  Joh.   Hopfer   (Augsb.   oder   Hoffer   a.  Villach?)   und   Jakob   Oper- 

mann (?). 

1585.  Dieselben. 

1586.  Christoph  Ott  (Innsbr.- Augsb.?)  und  Thomas  Kargh  (Regensb. ?)► 

1587.  Heinrich  Imhof  (Nürnb.)  und  Thomas  Kargh. 

1588.  Horaz  Fenzel  (Nürnb.)  und  Martin  Peller  (Nürnb.). 

1589.  Hieronymus  Ott  und  Daniel  Widholz  (Augsb.). 

1590.  Joh.  Hopfer  und  Daniel  Widholz. 

1591.  Joh.  Hopfer  und  Marcus  Manlich  (Augsb.). 

1592.  Daniel  Volmar  (?)  und  Karl  Ulstatt  (Augsb.). 

1593.  Dieselben. 

1594.  Christoph  Ott  und  Michael  Imhof  (Nürnb.). 

1595.  Joh.  Huper  (Hopfer?)  und  Martin  Abt  (Frankfurt?). 

1596.  Eberhard  Seutter  (Nürnb.  ?  Kempten  ?)  und  Joh.  Schopper  (Nürnb.  ?) 

1597.  Dieselben. 

1598.  Christoph  Heibig  (?)  und  Joh.  Ulstatt  (Augsb.). 

1599.  Matthäus  Ainech  (Heineke?)  und  Lorenz  Craffter  (Augsb.). 

1600.  Hieronymus  Ott  und  Lorenz  Craffter. 

1601.  Marcus  Manlich  (Augsb.)  und  Joh.  Yidman  (Villach). 

1602.  David  Ulstatt  (Augsb.)  und  Bernhard  Noettel  (Nürnb.). 
1603 — 1604^).   Jonas  Gangmeister  (?)  und  Georg  Walther  (Augsb.?). 
1605—1606.    Christoph  Ott  und  Wolfhard  Gutbrod  (Steyr-Nürnb.). 
1607—1609.   Joh.  Schopper  (Nürnb.?)  und  Elias  Hupper  (?). 
1610 — 1611.   Robert  Amhauser  (Augsb.)  und  Adam  Hendel  (Nürnb.). 

1612.  Georg  Walter  (Augsb.?)  und  Joh.  von  Stetten  (Augsb.). 

1613.  Joh.  Vidman  (Villach)  und  Joh.  Heinhauser  (?). 

1614.  Lorenz  Craffter  (Augsb.)  und  Christoph  Eisfogel  (Augsb.?). 
1615 — 1616.   Robert  Amhauser  (Augsb.)   und  Joh.  von  Stetten  (Augsb.).. 
1617.   Joh.  Schopper  (Nürnb.?)  und  Christoph  Eisfogel  (Augsb.?). 
1618-1619.   Joh.  Vidman  und  Friedrich  Bergh  (?). 

1620—1622.   Wolfhard  Gutbrod  (Nürnb.)  und  Georg  Reiter  (Innsbr.). 

1623—1625.    Joh.  Vidman  und  Matthäus  Schmid  (Schwäbisch-Gmünd?). 

1626—1627.   Hieronymus  Ott  und  Christoph  Ulstatt  (Augsb.). 

1628—1629.   Georg  Reiter  (Innsbr.)  und  Emmerich  Wais  (Weiss?  Augsb.  ?). 

1630—1632.   Octavius  Ott  und  Joh.  Philipp  Fleischbein  (Frankfurt  a.  M.).. 

1633—1634.   Jakob  Kechel  (Ulm)  und  Joachim  Hendel  (Nürnb.). 

1635—1636.   David  Ott  und  Georg  Hopfer  (Augsb.). 

1637—1638.   Peter  Linder  (Augsb.?)  und  Georg  Zoller  (Memmingen). 

1639 — 1641.   Emmerich  Weiss  und  Maximilian  Han  (Salzb.). 

1642.    Kaspar  Kechel  (Ulm)  und  Joh.  Baptist  Schorer  (Augsb.). 

1643 — 1644.   Hieronymus  Ott  und  Ludwig  Hopfer  (Augsb.). 

1645 — 1646.   Anton  Pepfenhauser  (Augsb.)  und  Peter  Cresser  (Nürnb.). 

1647,    vor  15.  Aug. —  1649,   19.  Juni.   Joh.  Joachim  Hendel  (Nürnb.)  undi 

Christ.  Rottenhoffer  (Nürnb.)  ^). 
1649,    9.  Juni  — 1651,    24.  Januar.    Anton   Pepfenhauser    (Augsb.)    und 

Tobias  Martin  Peller  (Nürnb.). 
1651,   24.  Jan.  — 1653,  26.  Aug.     Christ.  Rottenhoffer  (Nürnb.)  und  Joh.. 

Jakob  Burkhard  (Augsb.?). 


1)  Von  hier  ab  betrag,  wie  oben  erwähnt,  nach  Milesio  (bei  Thomas  S.  62)  die  Amts- 
daner  eigentlich  zwei  Jahre. 

2)  Diese  und  die  folgenden  von  Elze  in  den  ,  Verbesserungen  ..."  festgestellt  bei 
Thomas,  Milesio  S.  98. 


Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1492—1753.     211 

1653,    16.  Aug.  — 1655,  23.  Sept.     Daniel  Bachmayer  (Augsb.)  und  Paul 

Pecchlin  (Böcklin?   Augsb.). 
1655,    23.  Sept.  — 1657,  22.  Aug.     Peter  Cresser  (Nürnb.)  und  Abraham 

Van-Cölln  (Aachen). 
1657,   22.  Aug.  — 1659,  21.  Dez.    Franz  Pilgram  (Memmingen?  Nürnb.?) 

und  Joh.  Wolfhard  Aur acher  (Nürnb.). 
1659,    21.  Dez.  — 1662,   17.  Jan.     Franz  Christ.  Ambtmann   (Klagenfurt) 

und  Joh.  Leonhard  Schorer  (Augsb.). 
1662,    17.  Jan.  — 1664,   22.  Jan.     Peter   Cresser   (Nürnb.)   und  Abraham 

Van-Cölln  (Aachen). 
1664,   22.  Jan.— 1666,  20.  Sept.     Joh.  Wolfhard  Auracher  (Nürnb.)  und 

Joh.  Hieronymus  Eberz  (Isny). 
1666,    20.  Sept.  — 1669,  26.  Febr.     Peter  Cresser  (Nürnb.)  und  Matthias 

Lauber  (Kaufbeuren). 

1669,  26.  Febr.— 1670,  15.  Dez.    Abraham  Van-Cölln  (Aachen)  und  Joh. 

Hieronymus  Eberz  (Isny),  an  dessen  Statt,    da  er  verreist,  1669, 
14.  Aug.:  Joh.  Christ.  Welsch  (Nürnb.?). 

1670,  15.  Dez.— 1672,    22.   Dez.     Joh.    Christoph   Pommer  (Wien)    und 

Melchior  Langenmantel  (Augsb.). 

1672,  22.  Dez.  — 1673,   2.  Aug.     Peter   Cresser   (Nürnb.)   und   Gottfried 

Eichler  (Ravensburg?). 

1673,  2.  Aug. — 1675,  4.  Dez.     Matthias  Lauber  (Kaufbeuren)  und  Joh. 

Jakob  Deller  (Leutkirch). 
1675,   4.  Dez.— 1679,  18.  Okt.    Balthasar  Ertel  (Nürnb.?  Augsb.?)   und 

Georg  Christoph  Eberz  (Isny) ,    an  dessen  Stelle ,   da   er   verreist, 

1676,  8.  Juli:  Gabriel  Mangolt  (Augsb.?). 
1^379,    18.  Okt.— 1682,  13.  Mai.     Joh.  Wolfhard  Auracher  (Nürnb.)   und 

Joh.  Langenmantel  (Augsb.). 
1682,  13.  Mai — 1688,  zwischen  1.  und  15.  Mai.    Franz  Christoph  Ambt- 
mann (Klagenfurt)  und  Phil.  Albert  Rad  (Augsb.). 
1688—1694.   Joh.  Jakob  Deller  (Leutkirch)  allein  0. 
1695—1702.   Joh.  Georg  Kechel  (Ulm)  und  Joh.  Jakob  Deller. 
1703—1708.   Phil.  Albert  Rad  (Augsb.)  und  Erasmus  Hopffer  (Augsb.). 
1709.     Georg    Christoph    Brückner    (Nürnberg)    und    Phil.    Albert    Rad 

(Augsb.). 
1710 — 1712.    Gg.  Christ.  Brückner  und  Daniel  Friedr.  Weichmann  (Ulm). 
1713—1714.   Joh.  Jakob  Pommer  (Wien)  und  Joh.  Martin  Streng  (?). 
1715 — 1720,  4.  April.    Georg  Matthias  König  ^)  (Ulm)  und  Daniel  Amman 

(Augsb.). 
1720,   24.  April— 1722,   15.  Sept.    Joh.   Georg  Herm.  Lucker  (Lindau, 

Augsb.?)  und  Jakob  Bensperg  (Lindau).  ^ 

\1TI,   15.  Sept.— 1731,  1.  Mai.     Joh.  Pommer  (Venedig)  und  Joh.  Beck 

(Augsb.). 
1731,   1.  Mai -1785,  8.  Sept.    Felix  Fehr  (Kempten)  und  Rudolf  Klein- 

schmid  (Augsb.). 
1735,   8.  Sept.  — 1740,    18.  Mai.     Benedict   Hermann   (Memmingen)    und 

Michael  Schürnbrand  (Ravensburg). 
1740,   18.  Mai  -  1747,   17.  Mai.     Joh.  Konrad  Schwestermüller  (Augsb.) 

und  Lorenz  Jakob  Mehling  (Partenkirchen?). 


J)  Nach  Milesio  S.  71,  aus  dem  auch  die  folgenden  Namen  —  1716. 
*)  Die  folgenden  wieder  nach  Elze. 


212     Liste  der  Consuln  der  deutschen  Kaufmannschaft  im  Fondaco  1492 — 1753. 


1747,  17.  Mai— 1753,  31.  Juli.  Gottfried  Ferdinand  (Friedrich ?)  Amman 
(Augsb.)  und  Joh.  Mich.  Hermann  (Memmingen),  an  dessen  Stelle 
später,  z.  B.  1753,  30.  April,  erscheint:  Joh.  Mich.  Wagner 
(Feucht  bei  Nürnb.). 

1753,  31.  Juli  —  ?  Johann  Heinzelmann  (Kaufbeuren)  und  Johann  Georg 
Stahl  (Stuttgart)  '), 


1)  Hiemit  schliesst  die  Reihe  bei  Elze  in  den  „Verbesserungen  etc.";  in  seiner  „Gesch. 
der  Protest.  Bewegungen  etc."  erwähnt  er  freilich  (S.  83  Anm.  2),  dass  Stahl  —  1759,  dann 
Seb.  Schalckhauser  (von  Wendelstein  bei  Nürnb.)  1762  —  ?,  und  (S.  87  Anm.  3)  Erhard  Eiesch 
(V.  Lindau)  seit  1801  Consuln  der  Deutschen  Nation  in  Venedig  gewesen. 


I 


m 


m. 


Grabschriften 


Deutsclien  in  Venedig. 


^^ 


n 


Der  Sammlung  von  Grabschriften  in  Venedig  verstorbener  und 
bestatteter  Deutscher,  die  ich  dem  Nachlasse  Cicogna's  entnehmen 
konnte^),  möchte  ich  folgendes  Wenige  vorausschicken. 

Emmanuele  Antonio  Cicogna  entstammte  einer  kretischen,  nach 
dem  Falle  von  Candia  nach  Venedig  übergesiedelten,  Familie  und 
wurde  hier  im  Jahre  1789  geboren.  Zu  Udine  erzogen,  erhielt  er 
später  einen  Sekretärsposten  beim  Appellationsgericht  in  Venedig,  lebte 
aber  vor  Allem  bis  zu  seinem  im  Jahre  1868  erfolgten  Tod  seinen 
Büchern  und  historischen  vaterländischen  Studien.  Als  Hauptfrucht  der 
letzteren  sind  neben  seinem  ,Saggio  di  bibliografia  Veneziana'  (1847) 
die  ,Inscrizioni  Veneziane'  zu  bezeichnen,  deren  erster  Band  1824 
erschien,  denen  noch  5  weitere  (der  letzte  sechste  in  2  Abtheilungen) 
folgten  bis  zum  Jahre  1853.  Aus  welchem  Grunde  die  Fortsetzung 
des  Werkes  unterblieb,  ist  mir  nicht  bekannt:  auch  so  darf  es  als 
eines  der  inhaltreichsten  und  werthvoUsten  Werke  zur  Geschichte  der 
Stadt  bezeichnet  werden.  Vorgearbeitet  und  vorbereitet  hatte  Cicogna 
Alles  zur  Weiterführung,  indem  er  in  sauber  geschriebenen  Heften  die 
Inschriften  jeder  Kirche  mit  fortlaufenden  Nummern  zusammengestellt 
und  bei  den  umfangreicheren  die  Anmerkungen  in  einem  besonderen 
Hefte  beigefüg  hat.  Diese  Hefte  ,Fascicoli'  in  einzelnen , Schede'  (Cahiers) 
befinden  sich  heute  in  der  reichen  ca.  5000  Nummern  zählenden 
Handschriftensammlung,  die  Cicogna  sammt  seiner  grossen  Bibliothek 
von  ca.  40,000  Bänden  dem  Museo  Civico  Correr  in  Venedig  ver- 
macht hat''*).  Freilich  nicht  als  abgeschlossen,  nicht  als  druckreif 
kann  diese  Fortsetzung  bezeichnet  werden,  denn  noch  fehlt  Manches, 
was  er  beim  Drucke  hinzugefügt  hätte,  wie  aus  den  bereits  ver- 
öffentlichten Bänden  zu  entnehmen  ist.  lieber  die  von  ihm  befolgte 
Methode,  die  auch  für  die  nachfolgenden  Grabschriften  Geltung  hat, 
äussert  er  sich  im  Vorwort  zum  ersten  Band  seines  Werkes^)  fol- 
gendermassen : 

Der  Eintheilung  der  Inschriften  nach  Klassen  oder  nach  Materien 
(Stand  und  Verhältnisse  der  Personen)  oder  nach  Epochen  (chrono- 
logisch) oder  nach  dem  Alphabet  der  Familien,  wie  sie  von  Anderen 

*)  cf.  Vorwort  zu  Bd.  I  S.  XV.  —  ^)  Ich  entnehme  diese  Angaben  wie  das 
Vorhergehende  dem  Nekrolog  auf  Cicogna  von  A.  Sagredo  im  Archivio  Storico 
ItaUano  Ser.  3»  t.  VII  (1868)  p.  208  ff.  —  '»)  S.  25. 


216 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


gewählt  worden  sei,  habe  er  die  nach  den  Kirchen  und  den  öffent- 
lichen und  privaten  0 ertlichkeiten  vorgezogen  —  allerdings  nur  mit 
Rücksicht  auf  die  Subscribenten  im  Interesse  einer  grösseren  Mannig- 
faltigkeit und  Abwechslung.  „Jeder  Kirche  schicke  ich  in  aller 
Kürze  deren  Geschichte  voraus,  mich  auf  das  beschränkend,  was  aus 
den  Inschriften  über  Rechte,  Privilegien  und  Schmuck  der  Kirche 
u.  s.  w.  erhellt,  und  auf  das,  was  die  Zeit  ihrer  Erbauung  und  ihrer 
verschiedenen  Restaurirungen  betrifft,  welch'  letztere  wichtig  sind,  um 
die  Ursache  des  Verlustes  vieler  Steine  zu  erfahren.  Ich  trete  alsdann 
in  die  Kirche  ein  und,  meist  mit  der  rechten  Seitenwand  beginnend^ 
hernach  auf  die  linke  übergehend  und  mit  dem  Fussboden  schliessend  ^)y 
führe  ich  mit  fortlaufender  Nummer  die  Steine  auf,  die  ich  finde^ 
wobei  ich  die  Zahl  der  Zeilen  (durch  senkrechte  Striche)  und  alle  Ab- 
kürzungen des  Originals  wiedergebe  .  .  .  Hierauf  verzeichne  ich  kurz 
den  Platz,  wo  jede  Inschrift  sich  befindet.  Daran  schliessen  sich  jene 
Inschriften,  die  ich  nicht  selbst  gesehen,  deren  Kenntniss  ich  viel- 
mehr aus  anderen  Werken  geschöpft,  welche  selbst  auch,  sowie  deren 
Verfasser  (nebst  den  Varianten,  wie  noch  hinzuzufügen  ist)  genau 
angegeben  sind.  An's  Ende  setze  ich  die  Inschriften,  die  ich  ausser- 
halb der  Kirche  in  der  Nähe  anderswo,  an  privaten  oder  öffentlichen 
Plätzen,  befinden  oder  befanden;  dann  folgt  noch  ein  alphabetisches 
Namensverzeichniss  über  die  Inschriften  jeder  Kirche  und  endlich 
ein  erklärendes  Verzeichniss  der  vorkommenden  Abkürzungen."  Des 
weiteren  verbreitet  sich  Cicogna  noch  über  die  Anmerkungen,  die 
er  jeder  Inschrift  beizufügen  sich  bemühte  und  die  eine  Fülle  werth- 
vollster  historischer  Notizen  aller  Art  enthalten,  manchmal  sogar 
das  Mass  des  Nothwendigen  nicht  unbedenklich  überschreiten^). 

Er  entschuldigt  sich  dabei  noch,  dass  er  manche  Inschriften 
ohne  Erläuterung  habe  lassen  müssen;  und  wenn  wir  nun  näher 
zusehen,  so  finden  wir  das  meist  bei  den  Grabschriften  der  Deutschen 
unterlassen.  Dies  ist  aber  für  den  Venetianer  um  so  mehr  zu  ent- 
schuldigen, als  wir  selbst  leider  nicht  immer  in  der  Lage  sind,  hier 
zum  Ersätze  dafür  einzuspringen  ^). 

Es  fehlt  demnach  bei  den  Inschriften,  die  ich  unten  mittheile, 
wenn  man  sie  mit  diesen  Bemerkungen  vergleicht,  namentlich  die 
Einleitung  über  die  Kirche  selbst,  sowie  die  Uebersicht  über  die  Ab- 
kürzungen und  das  alphabetische  Namensverzeichniss,  Dafür  habe  ich 
selbst  eine  Liste  der  häufigeren  und  wichtigeren  Abkürzungen  und  ein 


^)  .cominciando  per  lo  piü  suUe  pareti  a  diritta,  indi  seguendo  a  sinistra, 
e  poi  sul  pavimento  scorrendo  .  .  .  .'  —  ^)  Dies  hat  auch  ganz  richtig  Gius. 
Tassini  erkannt,  der  im  Archivio  Veneto  Bd.  11,  12  u.  17  in  sehr  verständiger 
Weise  angefangen  hat,  die  Vorarbeiten  Cicogna's  mit  einigen  Kürzungen  heraus- 
zugeben —  eine  sehr  erspriessliche  Arbeit,  die  meines  Erachtens  fortgesetzt  zu 
■werden  verdiente.  —  ^)  Die  verbesserten  deutschen  Namen  und  sonstige  erläu- 
ternde Bemerkungen  habe  ich  in  Klammern  denen  Cicogna's  hinzugefügt.  Voran- 
geht jeder  Inschrift  der  Fundort,  d.  h.  die  Nummer  des  ,Fascicolo'  und  der 
jScheda'  Cicogna's,  sowie  des  Eintrages  bei  der  betreffenden  Kirche. 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  217 

chronologisches  Verzeichniss  der  Inschriften  hinzugefügt.  Im  Uebrigen 
habe  ich  Cicogna's  Original  getreulich  wiedergegeben,  wobei  nur 
noch  ein  Punkt  zu  erwähnen  ist.  In  den  gedruckt  vorliegenden 
Bänden  hat  Cicogna  bei  allen  Inschriften  durchgängig  grosse  Buch- 
staben angewendet;  dies  ist  bei  den  anderen,  handschriftlichen  aber 
nicht  der  Fall.  Ob  er  beim  Abdruck  dasselbe  Verfahren  beobachtet 
hätte,  weiss  ich  nicht.  Da  er  darüber  auch,  soviel  ich  sehe,  keine 
Andeutungen  hinterlassen  hat,  blieb  nichts  übrig,  als  sich  genau  an 
die  Vorlage  zu  halten,  wo  grosse  Buchstaben  nur  am  Anfang  u.  s.  w. 
gewählt  sind.  Der  Gleichheit  halber  habe  ich  die  wenigen  deutschen 
Grrabschriften,  die  sich  in  den  veröffentlichten  6  resp.  7  Bänden  der 
Inscrizioni  fanden  und  die  ich  der  Vollständigkeit  zu  liebe  hier 
nochmals  wiederzugeben  für  gut  hielt,  in  derselben  Weise,  d.  h.  nicht 
mit  durchgängig  grossen  Buchstaben  abdrucken  lassen,  was  übrigens 
der  Uebersichtlichkeit  sicher  zu  Statten  kommt,  und  habe  dabei 
auch  das  von  Cicogna  angewendete  v  in  u  umgeändert. 

Eine  weitere  Inschrift  habe  ich  selbst  zufällig  einmal  in  der 
Kirche  S.  Maria  ai  Frari  (beim  Staatsarchiv)  gefunden;  und  endlich 
verdanke  ich  der  Freundlichkeit  des  Herrn  Pfarrers  Dr.  Elze  die 
Kenntniss  einer  Inschrift  aus  S.  Croce  bei  Serravalle  auf  der  Strasse 
nach  dem  Cadore,  welche  diese  Sammlung  beschliesst. 

Mit  Ausnahme  von  2 — 3  Nummern  sind  es  also  Grabschriften 
auf  Deutsche  (nicht  bloss  Kaufleute),  die  in  Venedig  gestorben  und 
bestattet  sind.  Ueber  den  Werth  dieser  Inschriften  ist  es  wohl 
nicht  nöthig,  viel  hinzuzufügen :  Jeder  wird  leicht  erkennen,  dass  sie 
für  die  deutsche  Familiengeschichte  von  hohem  Interesse  und  nicht 
geringer  Bedeutung  sind. 


ut 


n 


Abkürzungen. 


A.D. 
A.  0. 
A.  R. 
A.  R. 
A.  S. 
D.  = 
D.D. 
D.D. 
D.M. 
D.O. 
D.O. 
D.  T. 
D.  V. 
F.  = 
F.F. 
F.I. 
H.  F. 
H.M. 
H.  M. 
H.M. 
H.M. 
I.  F. 
L.  B. 
M.  D. 
M.  F. 
M.  H. 
M.  P. 
M.  P. 
O.E. 
O.E. 
P.  = 
P.C. 
P.  F. 
P.  F. 
P.P. 
Q.  = 
R.  E. 


0.  M.  =  AI  Domino  Ottimo  Massimo  (?). 
R.  =  Anno  Originis  Redemptoris  i). 
N.  =  Anno  Redemptoris  Nostri. 

S.  =  Anno  Reparatae  Salutis  (cf.  Cicogna  Inscr.  Venez.  1. 1 
R.  =  Anno  Salutis  Reparatae. 
Dominus  .  Domino  .  Dedicat. 
=  Dedicaverunt. 

D.  =  Donum  Dedit.  Dedicavit  (?). 
=  Domino  Magistro. 
M.  =  Deo  Optimo  Maximo. 
M.  S.  =  Deo  Optimo  Maximo  Sacrum. 
0.  M.  =  Deo  Trino  Optimo  Maximo  i). 
et  T.  S.  =  Deo  Vni  (oder  Vno)  et  Trino  Sacrum '). 
Filius  .  Fecit. 
=  Fieri  Fecit .  Fratres. 

—  Fieri  Jussit. 
=  Hoc  Fecit  (Fecerunt). 
F.  C.  =  Hoc  Monumentum  Fieri  Curavit. 
F.  C.  C.  =  Hoc  Monumentum  Fieri  Curaverunt. 
P.  =  Hoc  Monumentum  Posuit. 
P.  C.  =  Hoc  Monumentum  Poni  Curavit  (Curaverunt). 

=  Jussit  Fieri. 
=  Liber  Baro. 
=  Magnifici  Domini. 
C.  =  Monumentum  Fieri  Curavit. 
=  Monumentum  Hoc. 
=  Monumentum  Posuit  (Posuerunt). 
P.  =  Monumentum  Posuerunt. 
B.  Q.  r-  Ossa  Ejus  Beate  Quiescant2). 
B.  Q.  C.  =  Ossa  Ejus  Beate  Quiescant? 
Posuit .  Parenti .  Patrj. 
=  Poni  Curavit  (Curaverunt). 
=  Poni  Fecit  oder  Positum  Fuit. 
M.  =  Poni  Fecit  (Positum  Fuit)  Monumenttun. 

—  Posuerunt. 
Quondam. 
=  Romanae  Ecclesiae. 


1)  So  nach  Herrn  Pfarrer  Dr.  Elze  in  Venedig  aufzulösen. 

2)  So  aufzulösen  nach  Prof.  G.  M.  Thomas,  dessen  ich  hier  nicht  ohne  Wehmuth  gedenke. 
Denn  während  des  Druckes  dieser  Arbeit,  welche  eine  Ergänzung  zu  seinen,  von  uns  so  oft 
citirten,  Publikationen  sein  soll,  ist  derselbe  aus  dem  Leben  geschieden.    0.  E.  B.  Q. ! 


112 


R.  S.  H.  —  Reparatae  Salutis  Hominum  (?) 

T.  P.  H.  M.  S.  =  Testamente  Patris  Hoc  Monumentum  Statuere. 

T.  S.  =  Trinitati  Sacrum  i). 

T.  S.  E.  L.  =  Trinitati  Sacrum  Et  ?  i). 

V.  F.  =  Vivens  Fecit. 

V.  M.  =  Virgine  Maria. 

XPO  =  Christo, 
co.'evang.  (alt.)  =  comu  evangelü  (oder  como  dell'  evangelio)  „auf  der  rechten  Seite  des 

Altars"  (alt.  =  in  alto,  oben). 
c.  epist.  —  como  dell'  epistola  „auf  der  linken  Seite  des  Altars". 


Arr.  =  Arrigoni2),  eine  Abschrift  der  von  M.  Luciani  (cf.  unten)  gesammelten  Inschriften  in 
S.  Giovanni  e  Paolo,  im  Besitze  des  Grafen  Orosio  Arrigoni  befindlich  (Manuscript). 

Berg.  —  Bergantini,  Gius.  Giacinto  Maria,  Sammlung  der  Inschriften  in  Sa.  Maria  de' 
Servi.    (Mss.) 

Col.  =  Coleti,  Gian  Domenico  (t  1798),  Sammlung  der  venetianischen  Inschriften.    (Mss.) 

Gurti  —  Curti,  Rocco  (t  c.  1770),  ,Inscrizioni  sacre  e  profane  .  .  .  di  Venezia.'    (Mss.) 

Grad.  =  Gradenigo,  4  Bände  Grabschriften  ,appartenente  alla  libreria  de'  nobili  Gradenigo 
della  contrada  di  Sa.  Giustina'  (aus  der  Mitte  des  18.  Jahrh.  ?).    Mss. 

Luc.  =  Luciani,  Marcantonio,  Sammlung  der  Inschriften  in  S.  Giovanni  e  Paolo  aus  dem 
Jahre  1521  (nur  in  handschriftlichen  Kopien  erhalten,  wovon  eine  bei  dem  Senator 
Pietro  Gradenigo  unter  den  4  Bänden  Grabschriften  Grad,  cf  vorhin). 

Martinelli  ^  Martinelli,  Domenico,  11  ritratto  overo  le  cose  piü  notabili  di  Venezia  (1.  Aus- 
gabe von  1684  cf.  unten  Grabschrift  Nr.  3 ;  neue  Ausg.  1705). 

Mosch.  —  Moscliini,  Giannantonio,  Guida  per  la  cittä  di  Venezia  1819. 

Palfero  ~  Palferus,  Johannes  Georgius  (ein  Deutscher),  Memorabilia  Venetiarum  monu- 
menta  ....  vor  1635.    (Mss.    „Erste  allgemeine  Sammlung  für  Venedig".) 

Scradero  =  Scradero  oder  Scradeo ,  Lorenzo ,  Monumentorum  ptaliae  . .  .  libri  4.  Helm- 
stadt 1592. 

Svayer  =  Sammlung  von  ,Inscrizioni  sepolcrali  Veneziane',  welche  .apparteneva  alla  libreria 
di  Amadeo  Svayer'  (t  1791).    Mss. 

Zucch.  =  Zucchini,  Tomm.  Arcangelo,  Nuova  cronaca  Veneta  .  . .  1785. 

Nicht  erwähnt  finde  ich  bei  Cicogna  die  beiden  folgenden  Namen:  Antonelli  und 
Corrier  (s.  unten  Grabschrift  Nr.  84). 


J)  So  nach  Herrn  PfaiTer  Dr.  Elze  in  Venedig  aufzulösen. 

2)  Die  folgenden  Abkürzungen  und  Erklärungen  sind  theils  den  handschriftlichen  Be- 
merkungen Cicogna's  in  den  ,Fascicoli',  theils  seinem  Vorwort  zu  Bd.  I  der  Inscrizioni 
pag.  11—18  entnommen. 


i 


\i 


^p 


n 


Cicogna.    Scheda  498  fasc.  5.    Chiesa  de'  SS.  Apostoli  n.  53. 
D.  0.  M.  I  Sepulchrum  Joannis  Pauli  Jager  |  pauperum  praesidentis 
ac   ecclesiae  procuratoris  |  et  pro  posteris  suis  |  Obyt  die  ascensionis  Do 
mini  |  anno  Domini  \  MDCCXII. 

In  mezzo  di  seguito  linea  capp.  Comaro.    (Jäger  aus?) 


2. 

Cic.  498  fasc.  6.    SS,  Apostoli  n'»74. 

Mors  certa  incertum  mortis  genus.    Constantino  ab  Amin  Marchiacö 

nobili  Germano  natione  gente  virtutibus  eruditione   clarissimo   viro.   ho- 

mini    ad   omnem   summam  laudem   nato  nisi  eum  e  medio  gloriae  curri- 

culo  immatura  mors  summo  cum  suorum  ac  bonorum   omnium  luctu  ac 

moerore  eripuisset  Obiit   anno  S.  MDLXXIX.  idibus  martii   aetatis   suae 

anno  duodevicesimo. 

Palfero.  Palf.  ommette :  certa,  ma  suU'  autoritä  del  Gradenigo,  benchö  posteriore, 
ve  la  posi  io.    Coleti  copiö  male :  duodecimo.    (v.  Arnim.) 


3. 

Cic.  498  fasc.  5.  SS.  Apostoli  n.  76. 

D.  0.  M.  S.  1  Quem  vides  sarcophagum  viator  cineres  servat  nobilis 

aeque   ac  strenui   adolescentis   Joannis  Von  der  Deiken  Saxonis  dioecesis 

Bremensis  qui  dum  Latio  omni  illustrato  Venetias  ut  patrios  lares  repe- 

teret    advenisset   felix   inopine   morbo   oppressus   annum  agens  secundum 

supra  vigesimum  decessit  .  cuius  piis  manibus  frater  Henricus  pie  paren- 

tans   boc   fieri   monumentum  curavit  .  Obiit  anno  salutis  MDXCIl  pridie 

Kai.  novemb. 

Martinelli.  Martinelli  (ediz.  1684)  h  il  primo  a  riferirla ;  altro  dice :  si  ritrovano 
in  questa  chiesa  le  ceneri  di  un  nobile  di  Sassonia  con  la  seg(uente) 
mem(oria).  (Vermuthlich  aus  dem  niedersächsischen  Geschlecht  Von  der 
Decken,  über  welches  s.  Schmersalü  im  „Hamburgischen  Magazin"  1752 
Bd.  9  S.  619  ff.) 


4. 

Cic.  498  fasc.  5.    SS.  Apostoli  n.  78. 

Dum   adhuc   ordirer   succidit   me  Joannem   Gullielmum   de  GoUen 

Friburgensem   Briscoium   dominum   in  Kischeimb  Ftbalme  Bach  etc.   die 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  221 

IX.  martii  MDCLXXVI  quem  peregrinantem  in  terris  ut  portum  caeli 
invenirem  in  aquis  statuit  voluntas  Dei.  Disce  ex  me  terrae  viator  ubique 
vivere  ut  peregrinus  caeli  .  quod  gratae  memoriae  monumentum  dilecto 
patrui  suo  poni  curavit  illustriss.  dominus  Gervasius  Gullielmus  a  GoUen 
sacrae  Cesareae  regiaeque  maiestatis  actualis  aulico  et  appellationum  con- 
siliarius  intimusque  secretarius  .  anno  Domini  MDCLXXVI  .  die  XV.  Oc- 
tobris  .  Amico  operis  executore  Francisco  Matthia  Kircboffer  de  Kirchoffen 
Veronensi  protonotario  apostolico  et  canonico  Boemiae. 

Martinelli.  ,E  all'  incontro  dell'  altra'  dice  Martinelli.  Curti  legge  ,Ethalme' 
per  :  Fthalme.  (Das  Erstere  vielleicht  richtig  und  mit  Bach  zu  vereinigen; 
Kircheimb  wohl  =  Kirchheim.  Yon  Gollen  seit  170G  österr.  Freiherren; 
cf.  Kneschke,  Neues  allgem.  deutsch.  Adels-Lexikon  1859  ff.  HI,  276.) 


Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  4. 

D.  T.  0.  M.  I  Altare  hoc  erectum  fuit  süpt  |  frat.^^  SS.  Rosarii  nat. 
Ger.*®  nee  |  non  elee.^^  pio.m  Ger.™  hab.™  hie  Ven.i^  |  incip.  |  D.  Joe. 
Nellebach  C.«  |  D.  Joe.  Parcet  V.  ]  D.  Josa  Maier  S.  |  sind.  |  D.  Crist." 
Gaff  et  TOhe.mo  Koch  |  MDCXXIIII. 

Deipa  V.  M.  1  ad  finem  produt.  |  D.  Baltasa.°  Wideman  C."  |  D. 
Wolegi.o  Fiebig  V.  |  D.  Casp.»  Faul.  S.  |  sind.  |  D.  Leon.d«  Six.  et  Casp.° 
Krenchle  [  MDCXXV. 

Sul  muro  c.  evang.  alt.  dell'  Annunciata  in  capella.  Era  la  capella  e  l'altare 
della  Nazione  Germana.  (Cf.  die  folgende  Nummer  über  die  Abkürzungen 
C.  =  gastaldo,  V.  =  vicario,  S.  =  scrivano,  Sind.  =  sindicis.  Die  zuletzt 
genannten  Namen  finden  sich  zum  Theil  in  etwas  anderer  Gestalt  in  einem 
Dokument  vom  18.  Oktober  1629  in  der  .Mariegola  dei  Pistori'  (Mus.  Civ. 
Corr.  IV  n.  5  fol.  99')  und  zwar  in  dieser  Reihenfolge  :  Baldisera  Vidiman, 
Gasparo  Fai,  Giacomo  Sander,  Zuanne  Cleber,  Bolfo  Fiebigh,  Adamo  Sarf, 
Gasparo  Tungher,  Marco  Freigher.  Es  waren  also  Bäcker ;  ob  deren  Zunft 
den  Altar  gestiftet  oder  eine  andere  Vereinigung  Deutscher  in  Venedig  über- 
haupt, vermag  ich  nicht  zu  entscheiden ;  cf.  oben  S.  135.  Von  den  zuerst  Ge- 
nannten ist  Joh.  Farcet  =  Farckhet  ein  Augsburger  Kaufmann  (cf.  Langen- 
mantel ,  Historie  des  Regiments  . .  Augspurg  1725  Register  der  Herren 
Kauff  leuthe),  ebenso  vielleicht  Wilhelm  Koch ;  Christoph  Gaff  ein  deutscher 
Wirth  des  ,Aquila  nera'  in  Venedig;  cf.  Sterberegister  von  S.  Bartolomeo 
unten  zu  1609,  Okt.  5,  1622,  1638,  Aug.  7.) 


6. 

Cic.  199  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  5. 

In   tempo    fu    gastaldo    Gasparo   Krenckle  |  Giovanne   Kon   vicario 
Gulielnio  Kock  scrivano  |  Michiel  Teffinger  et  Giovane  Vnsel  sindici  |  1610. 

In  detta  capella  su  quadro.  E  il  quadro  collanascita  della  Madonna  c.  evangelü. 
(cf.  oben  S.  134.) 

7. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  9. 
Sepoltura  |  de'  bastazi  |  di  Fontico. 

Del  sec.  XVIII  allorchfe  si  rifece  il  pavimento.  Gradini  capp.  S.  Nicolö.  La 
antica  inscrizione  diceva:  Sepulture  (V)  de  bastasi  in  fontico  di  Todeschi 
anno  dorn.  MDCXXV.    (Grabstätte  der  Träger  des  Fond.) 


222 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


8. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  14. 
Monumentum  |  domus  |  Teutonicae. 

Del  sec.  XVIII  allorche  si  rifece  il  ]pavimento.  Verso  i  gradini  alt.  S.  Fran- 
cisco Xaverio  e  tutti  santi.  (Die  Gruft  der  Deutschen  Nation;  cf.  oben 
S.  135  und  unten  Nr.  27.) 

9. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  20. 
Successoribus  |  Hertz  |  . 

Del  sec.  XVin  etc.  wie  bei  8.    AI  pilastro. 

10. 

Cic.  499  fasc.  2.   S.  Bartolammeo  n.  31. 
Elisabeth  Man  |  1753. 

Capp.  maggiore;  di  flanca  c.  evang. 


11. 


Cic.  499  fasc.  2.   S.  Bartolammeoln.  44. 

Anno  MDLXXIX  |  XV.  die  iulii  obiit  |  nobilis  et  magnifi  |  cus  do- 
minus Pauluti  I  US  a  Stetten  patriti  |  us  Augustanus  .  1  Beati  qui  in  Do- 
mino I  moriuntur. 


Gradenigo.  Per  error  Coleti  16  per  15.  ZuccM  non  ha  l'epoca  principiando 
con:  magnificus.  Curti  dice:  dominus  Paulus  An.  Steten;  Svayer:  Pau 
lutius  a  Stetten. 


12. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  49. 
Quod  I  Justo  Sorer  et   success.  |  P.  F.  M. 


anno  MDXXHII  XVEI 
iulii  I  ubi  maiorum  plerique  |  in  quo  |  Emanuel  et  Gottofridus  |  fratres 
amantissimi  |  Alexius  pronepos  et  frater  ]  fratrib.  uxori  sibi  |  et  successorib. 
1  P.C.  I  anno  MDCL  |  die  XIX  mensis  augusti. 

Gradenigo.    Svayer  male:  Soror.    Curti  dice:  1700  invece  di  1650.   (Schorer 
aus  Memmingen-Augsburg.) 


4 


13. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  52. 

Joannes  Cristei  ]  Augustanus  |  mercator  integer  |  hoc  sepul.  |  iacet 
obiit  pridie  cal.  |  Novemb.  MDLXX. 

Gradenigo.    (Statt  Cristei  jedenfalls  zu  lesen  Cristei ;  cf.  oben  S.  180.) 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venediff. 


223 


14. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  53. 

Marcus  Hantze  |  Danielis  F.  |  patricius  Augustanus  |  hie  situs  est 
Gloria  |  soli  Deo  |  anno  MDLXXVIII. 

Gradenigo.  Nel  mss.  Svayer  dopo  ,Danielis  F'  si  legge :  Joannis  patricius  ec. 


15. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  54. 

Bartholomaeus  Nurimbergensis  |  cuius  pater  alter  |  Bartholomaeus 
Nur  I  imberg.  erat  mer  |  cator  ille  tarn  |  integerrimus  |  heu  mors  iu- 
venem  |  indolis  nob.  |  XVI  annos  at  |  tingentem  rapuit  |  MDLXXVIII 
XTTTT  sept.  |  hocq.  pia  mater  fi  |  eri  curavit. 

Gradenigo.    Svayer  per  errore  nel  secondo  luogo  dice  ,Nur  |  bimer'  e  ,non' 
invece  di:nob.,  cloe  nobilissime  o  nobilis.    (Barthelmess  ?) 


16. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  55. 

D.  V.  et  T.  S.  1  Siste  viator  pedem  Joachimi  Imhoff  |  Joan.  F.  patricii 
Norimberg.  corp.  hac  |  urna  clauditur  cui  in  N.  iun.  R. S. H.  |  A.MDXCV. 
pmatura  mor  :  erep  :  iu  |  veni  gne  avitae  familiae  suae  vir  |  tutum 
aemul  :  cum  vix  .  A  .  XX  .  Juliana  |  Geuder  mater  nato  filio  dulciss.  I.  F. 
soror  I  isq.  moestiss  .  germano  desiderio  |  luct.  sui  pub.  test.  H.  M.  F.  C.  C.  [ 
Mors  tua  Christe  mihi  vita  est  |  victoria  regnum: 
Labe  mea  morior  sanguine  viso  tuo. 

Gradenigo.  In  Zucchini:  I  per  T  cioe  Trino  e  cosi  copiö  Coleti.  Zucchini: 
Inchoff;  Svayer:  Inhoff,  e  Gradenigo:  Imhoff;  e  cosi  va  bene  essendo 
cognome  noto  anche  per  Jac.  Wilhel.  Imhoff  che  diede  alla  luce  varie 
opere.  Nel  mss.  si  legge :  con,  ma  forse  errore  per  cor.  cioe  corpus,  gne 
cioe  genere.  Coleti  1  ommise  e  Zucchini  fece  gnae;  Svayer  dice:  avita 
per  avitae;  Curti:  egre  invece  di  gne;  a  vitar  invece  di  avitae.  Svayer: 
Gerderi  e  Grad.  Geuderi,  Zucchini  Geuder.  Svayer  dice:  I.  F.,  ma  Gra- 
denigo e  Zucchini  F  solo;  Curti:  corp. 


Cic.  499  fasc.  2. 


17. 

S.  Bartolammeo  n,  56. 


Christo  .  Hopfer  civi  |  Vilacho  optima  in  |  dolis  .  obiit  aetatis  |  suae 
anno  XXXXVIII  |  men.  IUI  |  sibi  suisq.  heredi  |  bus  anno  Domini  [ 
MDXCin  men  |  marzo  |  die  VI. 

Gradenigo.  jHopfer'  Graden.,  Svayer:  Hofer.  Svayer  III  invece  di  Dil; 
Svayer  MDXCIIII ;  Curti  49  e  3  e  1594.  (Hoffer  oder  Hofer  aus  Villach, 
gestorben  7.  März  1594  nach  dem  Sterberegister  von  S.  Bartolomeo.) 


18. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  57. 

Johannes  Herzel  sem  ....  mercator  Augustanus  obiit  in  XPO  aetatis 
suae    anno  LX,  in   cuius   memoriam   moestiss.  eius  filius  Joannes  Herzel 


224 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


hoc    posuit    monumentum   sibi   suisq.   anno   Dm   MDXCIII   mensis   septT 
die  VII. 

Gradenigo.   Sem  .  .  .  cosi  nei  due  mss.,  Col.  1'  ommise.    ,Senior'  dice  Curti. 
(Dies  jedenfalls  richtig.) 


19. 


Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  58. 


Georgias  Stenglinus  Augustanus  obiit  in  XPO  aetatis  suae  annorum 
XVII  .  in  cuius  memoriam  optimus  eius  parens  hoc  erexit  monumentum 
ann.  Domini  MDXCI  .  mensis  iulii  die  XXII.  |  Resurget  frater  tuus  .  lo :  XI. 


Gradenigo.    Curti  ann.  18. 


20. 


Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  59. 


ßaymundus  Imhoff  Hier.  F.  Augustanae  Vind.  reip.  consul  patri 
cius  .  Vix  .  A  .  XLIII .  M  .  VI .  D  .  XVII .  A .  Chr .  MDXCI .  dec .  VIII .  Regina 
Pimlina  uxor  marito  incomparabili  moest.  P.  C.  |  Expecto  donec  veniat 
immutatio  mea. 

Gradenigo.  ,Consui'  il  mss.  Grad,  e  Svayer ;  Col.  disse :  consü.  Coleti:  Priulina. 
Curti :  oonsul  patritius.  (Gest.  3.  Nov.  1591  cf.  Sterberegister  v.  S.  Bartolomeo ; 
vermählt  mit  Reg.  Bimel  7.  Okt.  1578;  cf  Augsb.  Hochzeitsbuch,  hrsg.  v. 
F.  Warnecke  S.  77.) 


Hl 

itri-  Am 


21. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  60. 

Sepultura  illustriss  .D.D.  Joan  .  Georg .  Vngua .  L .  Baro  ,  in  Sonnech . 
Germani  et  ipsius  haeredum  obiit  anno  MDLXXXIII  .  XIX  .  maii. 

Grad.  Liberi  Baronis  cioe ;  Curti  dice :  Vngnad.  Bar.  (Job.  Gg.  v.  Ungnad 
von  Sonneck,  Sohn  des  berühmteren  Haus  Ungnad;  cf  Dresser,  Ungna- 
disohe  Chronik  ri»n2]  S.  107;  nach  dem  Sterberegister  von  S.  Bartolomeo 
gest.  am  28.  Mai.) 

22. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  63. 

Abrahamus  Behm  patricius  Augustanus  qui  vixit  et  in  Christo  obiit 
die  XXm.  M.  octob. 

Grad.    Coleti  ,pie'  per  :  qui.    (Rem?  cf.  oben  S.  179,  209.) 


23. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  64. 

Siste  viator  perlege: 

Corpus  terra  tuum  est  charis  lego  nomen  amicis. 
Solve  preces  aniraae  quisquis  amicus  ades. 
Joan.  Vdalrico   Georgius  Henichius   frater   moestiss.  sibi   et   haere- 
dibus  P.  C.  obiit  anno  MDCXII.  die  XI.  mensis  augusti. 

Grad.    ,Tuum'  lo  dice  Curti,  gli  altri :  tutum  o  :  tegit.    Dopo  ,ades'  trovo  in 
Grad.    ,Parcati  pientiss.  mii'  che  no  so  cM  si  attribuisca;   ma  gli  altri 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  225 

lo  omettono;  dopo  ,ades'  Curti  dice  :  parenti  pientiss.  filii  Joann.  Udalrico 
e  Georgias  Henricus  (forse  Henicliius).  —  Dann  noch  eine  Randbemerkung : 
Scradero  (o  Scradeo)  p.  30(5  del  suo  libro  monumentonim  Italiae  an.  1592 
riferisce  quest'  inscrizione  cosi : ,  JoannesUldaricus  Linckius  patric.  augustan. 
anno  domini  MDLXVI  Februarii  die  XXV  pie  hie  obiit.  Clausit  Joannes 
Uldricus  Linckius  annos  undenos  bis  agens  hie  sua  fata  pie  Augustae 
civis  ter  quingentesimus  annus.  Ille  fuit  Christi  sextus  et  undecimus'. 
E  credo  che  questa  inscrizione  riferita  dallo  Scradero  fosse  in  luogo  de 
quella  che  ho  riportata  io,  essendo  naturale  che  sia  stata  rifatta  nel  1612 
quando  anche  il  fratello  volle  esser  colä  sepelito ;  e  questo  fe  il  caso  che 
presto  fede  allo  Scradero,  benche  nel  riferire  le  inscrizioni  sia  alquanto 
inesatto  (vedi  anche  il  Foscarini  Lett.  Ital.  p.  18ö).    (Linck  a.  Augsburg.) 


24. 

Cic.  499  fasc.  2.   S.  Bartolammeo  n.  65. 
Rarus   gemmar.  cognitor   hoc   lapide   premitur   Conradus   Bau  Au- 
gustanensis  mercator.     Andreas  Bau  de  Norimberga  e  vita  decessit  anno 
MDXXIX  die  IV.  maii.     Fratres  lugubres  posuere  MDXXX  IL  iunii. 

Grad.  Inperfetto  il  mss.  Grad,  in  questa  inscrizione,  ho  seguito  Moschini 
e  Coleti;  dopo  l'anno  MDXXIX  ,Bais'  dice  Curti.  Curti  dice:  1,523  8.  Aug 
(Baier?  oder  Weiss?) 

25. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  66. 

Tobias   Hopfer   civis   Augustanus    optimae   indolis    qui   obiit   anno 

salutis  MDXXXXIIII  Erasmus  Hopfer  et   Mathias   Bachmayer    restaura- 

runt  anno  salutis  MDCLXXVIIII. 

Grad.  Curti:  1543.  (Nach  dem  Sterberegister  v.  S.  Bartol.  starb  ein  gleich- 
namiger Hopfer  am  29.  Dez.  1593.) 

26. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  67. 

Joannes  Haider  hoc  sub  lapide  quiescit  cui  videre  solem  dedit  Au- 

gusta  Vindelicorum   diem   ultimum   urbs   Veneta.     Vix  .  satis   nam    bene 

nee    male   cuiquam  .  si   vivitur   vivit   filii f.  nunc  ....   bis  .... 

certo    incertus    est dibus  .  unum   hoc   mihi  hodie  praesta  crastino 

quod  tibi  optatiss  .  sperabis. 

Grad.  E  tal  quäle  in  Grad.,  ne  fe  possibile  intendere  di  piü.  Coleti  dice: 
cuiquam  filii  moestiss.  F.  unum  ec,  e  sfogge  cosi  ogni  difficoltä.  Curti: 
quiesco  primum  qui  videre  solem  degit  augusta  —  tutti  errori  e  cosi 
tutto  segue:  .  .  .  urbs  Veneta  vix  sat :  nam  bene  :  male  cuiquam  si  vivit: 
vix  :  vivitur  filii  e  .  .  nimium  I  nunc  ibis  certo  incertus  et  redibus  unum 
hoc  mihi  hodie  praesta  crastino  quod  tibi  mutatis  sperabis. 

27. 

Cic.  499  fasc.  2.   S.  Bartolammeo  n.  68. 
Monumentum    hoc   domus  Theutonicae   municipes   mortalitatis   me« 
mores  in  hospita  Venetiarum  urbe  suis  posuerunt  certum  post  fata  hospi- 
tium  A.  0.  R.  MDCXLIX.     Exornaverunt  A.  MDCLXXXI. 

Grad.  Oggi  in  luogo  di  questo  abbiamo  veduta  Tindicazione  al  n.  11  (cf.  oben 
Nr.  W).  Era  dietro  l'altare  della  Madonna  de'  7  dolori  su  d'un  monumento 
nel  cui  mezzo  vedesi  scolpita  fra  fogliami  in  bronzo  la  dicta  inscrizione ; 
fe  riportata  anche  daZuccliini.  (Die  der  deutschen  Nation  gehörige  Gruft 
cf.  oben  S.  135). 

15 


226 


Grahschriften  von  Deutschen  in  Venedi». 


28. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  ii.  70. 

Joseph  Miller  Jacobi   filius   merc.  sibi   et   suis   vivens   posuit  anno 
Domini  MDCXXVII. 


Grad.    ,Milles'  dice  Curti. 


29. 


Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  76. 

Georgias  Reiter  merc.  Oenipontanus  vir  pietate  et  prudentia  clarus 
qui  diu  Venetiis  degit  Omnibus  gratus  cunctis  beneficus  adeo  ut  ad  pias 
causas  ex  facultatibus  validis  per  se  partis  ultra  scuta  decem  milia  ero- 
gaverit  .  tandem  corporali  morbo  oppressus  mente  semper  libera  dedit 
Doiparae  laudes  vivendo  coelebs  e  vita  evolavit  anno  MDCXXXVIII 
lU  Kai.  Novembris  in  humanis  fuit  annis  .... 

Q-rad.  Era  all'  alt.  deir  addolorata.  E  anche  in  Zucchini  con  poca  differenza. 
Coleti  fece  X  con  Zucchini  per  III  e  mise  poi :  annis  LXI  di  suo  Capriccio 
e  ommise :  tandem  cori)orali  morbo  oppressus.  , Vivendo  celebs  abüt  et  ad 
vitam  evolavit  anno  Domini'  Curti,  e:  annis  LXIY.  (Nach  dem  Sterbe- 
register von  S.  Bartolom.  gest.  am  29.  Okt.  ica7.) 


30. 

Cic.  499  fasc.  2.   S.  Bartolammeo  n.  79. 

Ingenuo  iuveni  Jodoco  Schad  natione  Germano  patricio  Vlmensi 
praematura  morte  abrepto  aetatis  suae  annum  agenti  XIX  cum  mensibus 
VI.  diebus  IX.  anno  Christi  Salvatoris  supra  millesimum  quingentesimum 
octuagesimo  quarto  die  XXII  Martii.  Filio  desideratiss.  parentes  moestiss. 
Daniel  reip.  Vlmensis  duumvir  cum  coniuge  Regina  amoris  ergo  FF. 


Grad.    Era  all'  alt.  di  s.  Mattia  appostolo.    (Im  Sterberegister  von  S. 
tolomeo  unter  dem  1.  Apiil  1585  verzeichnet.) 


31. 


Bar 


Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  84. 

D.  0.  M,    Conrado  Stoer   Conr.  F.  mercatori 
honestiss.  parentibus   oriundo  Sebastianus   ep.  de 
MDC  .  .  .  quinto  idus  .  .  .  vixit  ann  .... 


celeberr.   Winshemiae 
se  benemer.  obiit  anno 


Grad.  CoLeti  empi  i  vacuo  MDCXV;  idus  octobris  ann.  LIIII.  Quell'  ,ep'  e 
un  errore  certamente.  Curti  dice :  fi-atri,  e  aggiunge :  l'ann.  15K.S  quinto 
idus  iulii  cum  vixisset  annos  XLII.  (Ster  aus  Windslieim;  cf.  oben  S.  196.) 


32. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartola  mneo  n.  91. 

Dum  pars  illa  mei  melier  coelestia  carpit 
Gaudia  subiecta  clauditur  altera  humo. 

Reddita  utraque  mihi  spondam  redivivus  in  ipsis 
Perfruar  aeterna  prosperitate  Bei. 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  227 

Nobili  atque  modesto  adoles.  |  Vito  Lagkhner  |  Franciscus  pater 
patritius  senatoi-q.  |  Viennes  filio  cariss.  modestiss.  |  FF.  vixit  ann.  XVI,  | 
■mens.  X.  dies  XVI  |  obiit  ann.  M.Ü.L.X.V.I  |  die  XXX.  mens.  mar. 

Curti.    .Mausoleum  in  atrio  januae  ecclesiae'  dice  Curti  (cf.  oben  S.  171). 


33. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  08. 

Ma^°.  dno  Chechel  merc.  Ger",  et  Magd^.  ]  uxori  eius  filius  Casparus 
sibiq.  ac  successor.  sepulcrum  hoc  perpetue  FF  an.  1622. 

Curti.    ,Forse  dominico'  Curti.    (Kectel  a.  Ulm;  cf.  oben  S.  185.) 

34. 

Cic.  499  fasc.  2.    S.  Bartolammeo  n.  103. 

Thobias  Fin  Q.  Joannis  Norimbergensis  hie  cineres  in  empyreo 
-animam  P.  C.  sie  et  postei-um  suorum.  Obijt  anno  salutis  M.D.CXVI.  die 
VII.  Julii  aetatis  vero  XXIIII. 

Curti.    (cf.  oben  S.  195.) 


Cic.  499  fasc.  4.    S.  Beuedetto  n.  15. 

D.  0.  M.  I  Carolus .  Colloredus  .  comes  |  ordinis  .  Teutoniei  |  eques  .  et 
magnus  .  eommendatarius  .  in  .  Austria  |  e  .  secretiori  .  eonsilio  .  Caesaris  . 
legatus  .  in  eins  .  exercitu  |  propra  .  agminis  .  pedestris  .  tribunus  |  Italico  . 
in  hello  .  et  .  adversus  .  Borussorum  .  regem  |  strenue .  versatus  |  legatione  . 
ad  .  Russos  .  ac  .  Britannos  \  prudentissime  .  functus  ]  A.  MDCCLXXXVI. 
"VII.  cal.  nov.  |  annos  .  natus  .  LXIX.  j    mortalia  .  hie  .  omnia  .  deposuit  | 

Pavimento  in  mezzo  la  chiesa.  (C.  Borrom.  CoUor.,  geb.  31.  Juli  1718,  des 
Deutsch-Ordens  Land-Comthur  der  Bailei  Oesterreich,  Oberst  e.  Infanterie- 
Regiments;  cf.  des  heil.  Rom.  Reichs  (ieneal.  u.  Schemat.  Calender  auf 
1788  S.  35). 

36. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  6. 

Divo  Maximo  epis.  ]  Jo.  Paulus  Martinus  Ludovicus  |  Bertoldus 
"Christophorus  et  Davit  |  Vidmani  fratres  |  familiae  requie  hie  constituta  | 
patriis  votis  obvii  ]  DD  |  MDCXXXIX. 

Cappella  S.  Mas.simo  sul  rauro  cor.  evang.  (Die  Söhne  des  in  Nx\  37  genann- 
ten Joh.  Vidman  aus  Villach;  cf.  oben  S.  172.) 


37. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  7. 

Joanni   Vidimano  |  filii  |  paternae  benefieentiae  |  memores  |  sacelio 
■extructo  |  P.  P.  obiit  MDCXXXIV. 

Capp.  S.  Massimo  sul  muro  cor.  epist,-  (cf.  Nr.  3ö.) 


228 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


38. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  17. 

Joanni  Spangler  mex'cat".  Alemano  1  qui  magis  mercatus  i  pietate- 
et  religione  quam  comercio  |  maesti  nep^^.  M,  H.  posuere  nee  non  po- 
steris  |  obyt  V.  idus  augusti  MDCCLXXXIII  |  etatis  suae  LXVIII. 

Pavim.  altar.  cuor  di  Gesü  al  confession.     (Aus  SalzbixrgV  cf.  oben  S.  175.) 


39. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  30. 
Sepulchrum  familiae  |  Chenigshaven  !  1752, 
A'  gradini  alt.  S.  Anton. 


40. 

Cic.  499  läse.  8.    S.  Canciano  n.  54. 

David  Otti  Nobili  Alemano  viro  optimo  mercatori  fiäeliss.  Baduaria. 
uxor  moestiss.  sibi  posterisque  tumulum  hunc  fieri  curavit.  Obiit  anno 
aetatis  suae  LXXII.  salutis  humanae  vero  MDLXXIX. 

Palfero.  Coleti  malamente :  Danieli  pro  David,  Ott  pro  Otti.  A  Davit  Otto 
Anton  Francesco  Doni  intitnla  (poco  dopo  il  I56n)  ,Nova  opinion  del  Doni 
sopra  le  imprese  amorose  e  militari  ec'  V.  Attavanta  del  Doni  p.  l+, 
Firenze  1857,  publicata  per  cura  del  Cav.  Lazari.  (Ott  aus  Innsbruck- 
Augsb. ;  cf.  oben  S.  173.) 


Cic.  499  fasc.  8. 


41. 

S.  Canciano  n.  80. 


D.  0.  M.  I  Conrado  Filgerio  patri  optimo  nee  non  ]  integerrimae  matrfc 
Elisabeth  posterisq.  |  ut  sibi  |  Matthaeus  filius  statuit  monuraeutum  1  III.. 
idus  octob.  M.D.C.XXV. 

Gradenigo. 

42. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  82. 

Ossa  I  Philippi   Ludovici   Flaisbain  |  a   Cleeberg. 
obiit  die  IH.  novembris  1  MDCLXXIIII. 


aetat,   XXVIIl 


Gradenigo.    (Fleischbein  von  Cleeberg,  fränkische  Familie  in  Frankfurt  &M- 
cf.  Kneschke,  Adels-Lexikon  III,  276  und  oben  S.  189.) 


43. 

Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  84. 

Jo.  Georgius  Regatsinig  |  mercator  Villachensis  |  amicorum  delicium; 
egenorum  solatium  |  hie  situs  est.  1  Vir  sane  pius  ubiq.  muniticus  |  vereq.. 
Germanus  aevo  dignus    ]  oceumbit  |  anno  sal.  MDCXCV.  aetat.  XLIV. 

Gradenigo.    (Regatsnig  a.  Yillach ;  cf.  oben  S.  172.) 


ri 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  229 

M 

Cic.  499  fasc.  8.   S.  Canciano  n.  88. 

Amantes  filii  amato  |  patri  Michaeli  Archperger  1  sibi  posterisq. 
■suis  1  posuere  requiem  |  anno  MDCLXXXI. 

Grad  Svayer:  Aichperger.  Curti  ha  Tanno  1739  invece  di  1681.  Graden, 
nella  copia  fatta  dal  Curti  ha  MDDXXXIX  (?)  ma  rorigiuale:  MDCLXXXI. 

45. 
Cic.  499  fasc.  8.    S.  Canciano  n.  89. 
Basti  :  Roder  |  et  sui  here.  et  succ.  l'ano  1  MDCLXVII. 
Grad.    Col.  1666. 

46. 
Cic.  499  fasc.  8.   S.  Canciano  n.  91. 

Michael  Foliant  a  Norimbergh.  |  Sanctae  matris  ß.  E.  ]  filius  |  obiit 
VI.  non.  iulii  ]  anno  MDCCXXXIX  aetat.  suae.  L. 
Grad.    Svayer:  Foliant. 

47. 

Cic.  500  fasc.  2.  Chiesa  de'  SS.  Ermagora  e  Fortunato  detta  S.  Marcuola  n.  38. 

Joa.  Adulph.  Hasse  |  praeclaro  harmoniae  magistro  |  natoMDCXCIX] 
■defuncto  MDCCLXXXIIII  |  nomine  gratae  posteritatis  |  D.  D.  D.  1  Fran- 
<}iscus  Sal.  Kandier  |  MDCCCXX. 

Sul  pavimento  in  mezzo  .  .  (Nach  dem  authentischen  Zeugniss  Kandler's  in 
seinen  ,Cenni  storico-critici  intorno  alla  vita  ed  alle  opere  del  cel.  com- 
positore  di  musica  Gio.  Ad.  Hasse  detto  il  Sassone  (Venedig  1820)  ist 
Hasse  (geb.  1699  in  Bergedorf  bei  Hamburg)  gest.  am  16.  Dez.  1783.) 

48. 

Cic.  500  fasc.  6.   S.  Feiice  n.  25. 

Hanc  domum  ultimam  |  cunctis  Balthassar  Vidmamis  |  vir  optimus 
•sibi  I  suisque  eredibus  adhuc  |  vivens  praeparavit  |  anno  salutis  | 
MDCXXXIV.  kal.  may.  |  Anüent .  co  .  Laurentio  |  Ambrosio  patre  et  filiis  | 
Oirardi  instauratam  |  anno  salutis  MDCCXXXXII. 

In  mezzo  a  dritta  sotto  le  panche.    (co.  =  condam?) 

49. 

Cic.  500  iasc.  7.   S.  Fosca  n.  34. 

Hie  iacet  |  illmus  D:  Caietanus  L:  B:  de  Widmann  D.  in  ]  Raper- 
schuang  consil:  S:™i  Elect.  Bavariae  et  |  eiusdem  in  Anglia  ablegatus 
aetatis  XXXXI  |  obyt  XEI  Xbm  MDCCXIII. 

In  mezzo.  (Frdr.  Caj.  v.  Widnmann  auf  Rapperszell,  Kurbayer.  Regierungs- 
rath  in  Araberg;  cf.  Knesclike,  Adels-Lexikon  IX,  565.) 


230 


l^aDscnmtenvon  ™e^  enedig. 


50. 

Cic.  501  fasc.  7.    S.  Giacomo  dall'  Orio  n.  11. 

D.  0.  M.  I  Francisco  .  Georgio  .  May  |  Vindebonensi  t  religione  .  pie- 
tate  .  probitate  |  spectatissimo  |  Franciscus  .  Xaverius  .  ac  .  Petrus  .  Leo- 
poldus  I  F.  F.  de  Victorinis  |  avunculo  .  beneficentissimo  |  moerentes  |  mo- 
numentum  .  hoc  .  P.  C.  |  obiit  idib.  apr.  an.  MDCCCVIII  |  aetatis .  suae .  LXX.. 

Di  faccia  altare  S.  Sebastiano.  (cf.  oben  S.  171.) 


51. 

Cic.  501  fasc.  11.   S.  Giov.  Crisostomo  n.  34. 

Huius   templi   procurator  Joannes  Stainauser  Germanus  sibi  suisq^ 
piissime  M.  P.  an.  Domini  MDXXI.  XXVI.  ian. 
Palfero.    (Aus  Salzburg?  cf.  oben  S.  174.) 


52. 

Cic.  502  fasc.  1.    Chiesa  de'  SS.  Giovanni  e  Paolo,  detta  S.  Zanipolo  e  Cap- 
pella d5  Madonna  della  Pace. 

Sepultura  de  i  ligado  [  ri  de  fontico  1  MCCCCLXXII. 

Pavimento  gradini  capp.  S.  Alvise.  Vera  innanzi  altra  inscrizione  che  fii 
cassata  e  forse  era  questa  che  trovo  nel  mss. :  ,ligatores  de  fontico 
Theotonicorum  posuerunt  pro  se  MCCCCLXXII'  e  fu  per  awentura  cam- 
biata  traducendola  in  italiano  a  maggior  intelligenza.  (Gruft  der  deut-,j 
sehen  Ballenbinder  des  Fond. ;  cf.  oben  S.  20.) 


53. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  120. 

Genere   e   virtutis  nominibus  |  excellenti   iuveni  Ludovico  Alt  [  de- 

Salisburga  Germano  qui  |  die  XVITI.  ianuarii  anno  autem  |  a  Christo  natö 

M.D.L.XXXV.  I  aetatis  suae  XIX.  pie  ex  hac  vita  |  excessit  Ludovicus  Alt 

pro  I  tempore  iunior  dictus  pater  |  eius  superstes  moestus  civis  ]  predictae- 

civitatis  filio  unico  |  dilecto  |  =  In  .'  Christo  .  omnes  .  vivificabuntur. 

Capella  de'  Morti  a  Croce  in  mezzo.  La  lapide  dice :  e,  Palferi  scrisse :  et. 
(Die  Inschrift  ist  jetzt  noch  sichtbar ,  hat  lauter  grosse  Buchstaben  und 
nach :  delicto  noch :  F.  F. ;  cf.  oben  S.  174.) 


54. 


Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  166. 


Vratis- 
morb» 
officiü 


D.  0.  M.  S.  1  Egregio  iuveni  Danieli  Forst  Germano  1  apud 
laviä  Silesiae  nato  que  |  in  cursu  virtutis  ad  optima  tendentem 
oppressit  filio  unice  charo  j  Georgig  Forst  parens  moestissim9  qui 
istud  poti9  ab  illo  sibi  olim  |  pollicebatur  cü  lachrimis  posuit.  | 

I  Scio  quod  redemptor  me9  vivit  | 
pro  se  et  suis  heredib^  M.P.C.  |  Obiit  pie  an.  salu.  MDXC.  maii  XXIX.  [ 
aetatis  suae  XXIIII. 

Capella  maggiore  un  poco  in  fianco.    Palferi  male :  Forest. 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  231 

55. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  173. 

Sepultura  .  di  .  ligador  ]  de  .  fontego  .  di  .  Todeschi  ]  adi  .  primo  . 
marzo.   1428, 

Gradini  deir  altare,  capella  Trinitä.    (Aelteres  Begräbniss?  cf.  oben  Nr.  52.) 

56. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  180. 

Annae  Huobergerin  uxori  dilectiss.  qua  cum  |  vixit  unanimiter 
annos  III  .  menses  IX  .  dies  IX  .  |  ac  etiam  Joanni  Jacobo  filiolo  men- 
sium  IUI  .  I  et  dier.  X.  immatura  heu  morte  matrem  sequuto  |  Georgius 
Federlein  mercator  Germanus  |  coniunx  et  pater  moestiss  .  doloris  sui  | 
testimonium   et   sibi  et  posteris  suis  |  sarcophagum  posuit  |  anno  salutis 

M.DLXVII. 

Capella  Trinitä  in  mezzo.  Lo  scultore  fece:  flUiolo,  suui,  suuis.  Palf.  erro 
nel  cognome  dicendo :  Huobergeim  e  Federich.  (cf.  Bd.  I  Nr.  709  u.  oben 
S.  181.) 

57. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  211. 
Joanis  et  Margaritae  Peringer  |  ac  posteror.  |  1683.  27.  ianiiarii. 
Navata  di  faccia  l'Organo. 

58. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  229. 

D.  0.  M.  I  Joanni  Trentini  patri  |  Angelae  Bugie  matri  |  Bartholo- 
raaeus  filius  ]  sibi  suisque  P. 

Pavimento  nel  antico  capitolo  allato  alla  Sagrestia.  (Eine  zum  Theil  jetzt 
hier  in  München  lebende,  wohl  aus  Trient  stammende  Familie.) 

59. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  321. 

MCCCCV  adi  XXII  marzo  1  obiit  Petrus  dictus  Haler  de  Norum- 
bergo  1  requiescat  in  |  pace. 

Dal  mss.  Luciani  e  Gradenigo;  era  in  S.  Orsola.  Arrigoni:  Norimbergo. 
(Haller;  cf.  oben  S.  76.) 

60. 
Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  338. 

Anno  dni  MCCCCXXXVI.  die  vero  |  XVII  mensis  Septembris  obiit 
honorabilis  ]  vir  Georgius  Bauliaw^  civis  |  et  mercator  de  Wratislavia  | 
cuius  I  corpus  hie  requiescit.     Orate  pro  eo. 

Mss.  Lnciani  e  Gradenigo;  era  in  chiostro.    (cf.  oben  S.  72.) 


232 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venediar. 


61. 
Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  389. 
Hic   iacet   honorabilis   vir   Christophorus   Cisenhuter  |  mercator   de 
Kurembergo  qui  obiit   anno  Domini   ]  MCCCCXVI;   mensis    augusti  XXI. 
cuius  anima  requiescat  in  pace  .  amen. 

Luc.  e  Grad.;  era  in  chiostro.    (Zu  lesen  wohl  Eisenliuter;  cf.  oben  S.  7(i.) 


62. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  403. 

MCCCXCVI.  adi  primo   septemb.  |  Hic  iacet  nobilis  vir  dns  Coran- 

rado  Incuria  de  Norimbergo  cuius  |  anima  |  requiescat  in  pace. 

Luc.  6  Grad. ;  era  in  chiestro.  Goleti  credette  bene  di  cangiare  e  dire:  Con- 
radus  de  Incuria.  ,Conradus  in  Curia'  Svayer.  —  Auf  einem  nachträglicli  ein- 
gehefteten Zettel  femer:  ,Nella  Mariegola  di  S.  Cattarina  dei  sacchi  che 
ho  .  .  .  sec.  XIV  vi  e  fra  casuali  lett.  E. :  S.  Eigo  Incuria  Norimbergo 
nob.  in  fontegho ;  e  circa  1390,  codice  mio  278() ;  e  alla  lettera  N. :  S.  ßigo 
Incuria  todescho  in  fontego.'    (Koni.  Imhof ;  cf.  oben  S.  75.) 


63. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  431. 

Pasche   coniug.   cariss.   immatura   morte    extincte   Nicolaus  Franc- 

fordie  maritus  mestiss.  suis  et  sibi  V.  F.  an.  MCCCCLXXXI. 

Luc.  e  Grad. ;  era  in  S.  Orsola.  Ait.  :  Francfordia.  La  Eubrica  del  mss.  dice: 
Francfordia  sive  Fontana;  e  quindi  vedere  se  in  Tedesco  Francfordia 
vuol  dir  Fontana  o  se  e  passato  in  un  Fontana  questa  sepultura.  —  Spätere 
Notiz :  e  Francfordia  stampatore  in  Venezia.  Vedi  la  mia  Mariegola  dei 
stampatori.    (Nicolaus  aus  Frankfurt,  der  bekannte  Buchdrucker.) 


64. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  449. 
Conradus  Gruober  de  Eatisbona  et  Joannes  de  Vlma  pro  se  et  suis 


heredibus  posuerunt. 

Luc.  e  Grad. ;  era  in  S.  Orsola. 


, Gruber'  Coleti  e  Svayer. 


65. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  462. 
D.    M.    Stephano   Landolti   Ratisponen.    integerr.   tabelioni    summo 
Helisabeth.  coniunx  cariss.  amanter  posuit.  MCCCCLXXI.  adi  XXV.  martii. 
Luc.  e  Grad.;  era  in  S.  Orsola.    Arrigoni:  D.  I. M. 


66. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  489. 
MCCCCLVII  adi  XXIII  de  mazo  .  Questa  6  la  sepultura  de  maistro 
Martin  pistor  de  Weillehorn  e  tutti  sui  heredi. 

Luc.  e  Grad. ;  era  nel  Cap.  grande.  Coleti  lesse :  Weillerhoin.  (Wohl  Weilheim.) 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  233 

67. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  539. 

Georgias  Ren  Germanus  Augustensis  ....  pacifice  a  labore  quiescit 
anno  salutis  MDXI.  die  XI.  ianuarii  aetate  XXXVIII. 

Luc.  e  Grad. ;  era  in  S.  Orsola.  Arr. :  Vindel.  in  vece  dei  punti.  ,Augustanus' 
costitui  Coleti.  Svayer  ,Vinder  pose  nei  punti.  ,Rem'  Scradero  (dies  rich- 
tig; cf.  oben  S.  177). 

68. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  546. 
Sepultura  D.  Joannis  Rocfas  de  Francforth  et  suis  MCCCLXXVIII. 

Luc.  e  Grad. ;  era  nel  Chiostro.  Ait.  1478  (dies  richtig ;  cf.  oben  S.  68  über 
Joh.  Rauchfass). 

69. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  562. 

Anno  Domini  MCCCCL  .  VIII.    die   mensis   iunii   obiit  D.  Joannes 
Speringer  civis  Ratisponensis  cuius  anima  requiescat  in  pace. 

Luc.  e  Grad. ;  era  nel  Chiostro. 

70. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  594. 

Anno   Diu.  MCCCCLVIIII.   die  V.  maii.  obiit    honorabilis  vir   dn"s. 
Fridericus  Timchel  de  Salispurg.  cuius   anima   requiescat  in  pace.   amen. 

Luc.  e  Grad. ;  era  nel  Chiostro.  Arr.  1469 ;  Arr.  Tunchelde  (dies  richtig : 
Tunkl  a.  Salzb.;  cf.  oben  S.  56  u.  173). 

71. 

Cic.  502  fasc.  1.    SS.  Giovanni  e  Paolo  n.  598. 
Sepultura  heredum  de  domino  Petro  Vendelin  de  sancta  Fuscha. 
Luc.  e  Grad. ;  era  in  S.  Orsola.    (Buchdrucker  Wendelin  y) 


72. 

Cic.  502  fasc.  1.  SS.  Giovanni  e  Paolo.  Beilagenheft,  wo  zuletzt  ein  .Elenco 
delle  Sepulture  o  senza  inscrizioni  o  colle  inscrizioni  logorate  in  modo 
da  non  potersi  leggere  che  esistevano  sia  nella  chiesa  sia  nei  cimiteri 
e  chiostn  od  altri  luoghi  della  chiesa  di  S.  Giov.  e  Paolo,  tratte  dal 
Mss.  del  P.  M.  Luciani  e  dal  Mss.  Gradenigo,  poste  per  ordine  alfabetico.' 
Darunter : 


Erchel  — 


v'  fe  la  sepultura  d.  Andreae  Erchel  in  terra  jacens  est  in  claustro  immediate 
iuxta  gradus  porte  in  claustri  {»ic)  que  est  apud  sanctam  Mariam  de  Pace 
alterq.  vero  dm  Martini  Martini  Erchel .  senza  epitafflo  nel  Chiostro. 


234 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


Cic.  502  fasc.  1. 
Helier-Plun. 


73. 


SS.  Giovanni  e  Paolo.    Beilagenheft  (cf.  Nr.  72). 


Ewi  sepoltura  d.  Georgii  Plun  (Blum;  cf.  oben  S.  68)  de  Francforth  et  d. 
Gasparis  Heller  (Heller,  gest.  1502 ;  cf.  oben  S.  68)  de  Francfordia  con  due 
epitaffl,  ma  questi  non  sono  riportati  dal  Luc. 


74. 

Cic.  502  fasc.  10.    Chiesa  di  S.  Leone  detta  Lio  n.  3. 

D.  0.  M.  S.  I  Hie  Situs  est  nobilis  et  |  iuvenis  vir  Georgias  Aura- 
cherus  |  S.  Caesai'eae  maiestatis  minister  natus  |  Styriae  in  Austria  supe- 
riori  V.  Octobris  |  anno  M.DC.V.  denatus  Venetiis  |  X.  aprilis  anno 
MDCXXVIII.  etatis  suae  XXIIi: 

Sopra  la  porta  laterale  che  segne  (quella  a  dritto  intemo).  Dopo  ,Venetiis' 
non  si  legge  altro  colpa  la  bussola  (wegen  der  Thürbekleidung).  Ma  da' 
mss.  abbiamo  il  rimanente.  (cf.  oben  S.  170.) 


75. 

Cic.  502  fasc.  10.    S.  Lio  n.  23. 

Hic   iacet  David   Nadelhart    mercator   Germanus    civitatis 
aetatis  suae  annorum  XXXX  obiit  XII,  mens,  iulii  MDLXX, 
Palfero.    (Adelhart;  cf.  oben  S.  185.) 


Vlmae 


76. 

Cic.  502  fasc.  10.    S.  Lio  n.  31. 
D.  0.  M.  Marco  Fuchero  patr.  Augustano. 
Palfero.    (Fugger.) 

77,. 

Cic.  503  fasc.  13.  S.  Maurizio  n.  9. 
D.  0.  M.  I  Hic  .  quiescuht  |  Stephani  .  B.  de  Lottinger  1  Lotharingl  | 
augg.  Austr.  Caesarum  |  Genuae  .  Mediolani  .  Venetiis  |  consulis  .  quae- 
storis  .  consultoris  |  cineres  |  e.  D.  Gemini ani  .  aede  ]  Ludovicae  .  de .  Colle  | 
sororis  .  F.  cura  |  translati  I  an.  MDCCCVII  \  oblt.  an.  MDCCCIV  ]  Augg. 
et  .  civibus  |  aeque  .  carus. 

Pavimento  alla  porta  dirimpetto  di  fianco  l'altare  di  N.  D. 


78. 

Cic.  505  fasc.  12.    S.  Eustachio  detta  S.  Stae  n.  25. 

D.  0,  M.  Joanni  Milier  Alemano  civi  Roterpurgensi  summae  fidei 
ac  probitatis  viro  Justina  uxor  moestiss.  Andreas  et  fratres  filii  pientiss. 
ex  T.  P.  H.  M.  S.  Vixit  annis  LXX.  obiit  X.  id.  Martii  MDLXXIII. 

Palfero.    T.  P.  H.  M.  S.  =  ,testamento  patris  hoc  monumentum  statuere'  o 
simile.    (Miller  aus  Rottenburg  oder  Rothenburg?) 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  235 

79. 

Cic.  1592  fasc.  6.    S.  Francesco  della  Vigna  n.  184. 

Ossa  M.  D.  Vincentii  Saler  cum  uxore   carissima  |  Obiit   anno  Do- 
mini MDCXIV.  aetatis  suae  1  LXXXII. 

Gradenigo,  Palfero.    (Sailer?) 


80. 

Cic.  1592  fasc.  6.    S.  Francesco  della  Yigna  n.  220. 

Vuolfango  Lindeman  Germano  in  humanis  indole  decora  immaturo 
funere  rapto  fratres  Ingubres  pientissimi  posuere  anno  MDIX.  kal.  Fe- 
bniarii.  Sed  et  vos  vita  fugaci  fruentes  parati  venite  ad  nuptias.  Regent 
in  aeternum. 

Gradenigo,  Palfero.  Grad. :  Lindemar  e  Palfero :  Vindemann  sembra  se  non 
che  e  ambigua  in  quest'  ultimo  la  prima  lettera;  le  parole  ,sed  et  vos 
ec'  e  ,regent  ec'  sono  trasposte  nel  mss.  Grad,  e  Palfero;  saranno  allu- 
sive  allo  stemma  od  altro  che  sarä  stato  sculto  nella  sepoltura.  Dopo 
, decora'  Curti  pone  :  poUenti ,  dopo  ,fruentes'  pone  :  memores  e  ,venire 
non:  venite,  ,regnat'  non  ,regent'.  Grad.  ,MD.  IX  Kai.'  non:  MDIX.  Grad.: 
Lindemar,  indole  decora  polenti,  sedet  nos  vita  fugavi  fruentes  memores 
parati  vivere  ad  nuptia  (con  errori).    (Aus  Augsburg?) 


81. 

Cic.  1592  fasc.  G.    S.  Francesco  della  Vigna  n.  234. 

Joannes  Sitzinger   de  Augusta   mihi   posterisq.   posito   paterna  pie- 
täte  contegor  hoc  tumulo  |  MDXII  die  XIX  aprilis. 

Graden. ,  Palfero.    Palfero  lascia  fuori :  paterna  pietate.    ,Setzinger'  Curti. 
(cf.  oben  S.  180.) 

82. 
Cic.  1592  fasc.  10.  Confratemita  delle  Stigmate  di  S.  Francesco,  in  campo,  n.  4. 

D.  0.  M.  I  Mattio  Spangler  |  requiescat  in  pace  ]  amen  |  obiit  li  23 
Xb^  I  anno  Domini  \  MDCCLXVII. 

Attomo  i  capitelli  di  tre  colonne  in  mezzo  la  chiesetta  (?).   Sul  pavimento  a 
sinistra.    (Aus  Salzburg?  cf.  oben  S.  175.) 


83. 

Cic.  1593  fasc.  8.    S.  Stefano  protomartire  n.  43. 

Sepoltura  |  della   fraternita  |  de   pistori   maestri  e  |  lavoranti    Ger- 
manici  |  in  tempo  de  ser  ]  Zuanne  de  Lovin  |  gastaldo  e  compagni  ]  MDXI. 

Pavimento  alt(are)  concezion  dopo  l'organo.  Femer  in  fasc.  9  die  Bemerkung: 
Anche  questa  (inscrizione)  e  modema.  —  (Etwas  ausführlicher  berichtet 
über  diese  Inschrift  Gradenigo  in  den  ,Iscrizioni  sepolcrali  ed  altre 
nelle  chiese  di  Venezia'  t.  II  n.  21:  Altare  di  S.  Caterina.  Nel  piano  della 
Chiesa  davanti  al  detto  Altare  vi  h  l'Arca  de  Pistori  Tedeschi  con  la 
seguente  Iscrizione  volgare  (folgt  dieselbe  wie  oben).  (Grabstätte  der 
deutschen  Bäcker-Meister  und  -Gesellen ;  cf.  später  im  Anhang  S.  272.) 


236 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


84. 


Cic.  1593  fasc.  8.    S.  Stefano  protomartire  n.  74. 


In  tempo  de  M.  Zuan  Peco  |  gastaldo  F.  I.  |  MCCCCLXXIIII. 

Alt.  S.  Michaele  Arcang.  Ferner  in  fasc.  9:  Nota  in  Gradenigo  dice  sepol- 
tura  de'  Calegheri  Todeschi  vedi  n.  207  (cf.  folgende  Nr.).  F.  F.  dice 
Antonelli  Manoscritto;  E.  I.  Corrier.  (Gruft  der  deutschen  Schuhmacher- 
Meister  (?);  cf.  spätei  im  Anhang;  statt  1474  vermuthlich  zu  lesen  1483.) 


85. 

Cic.  1503  fasc.  8.    S.  Stefano  protomartire  n.  207. 

MCCCCXXXVI   adi  XIII  de   luio  .  sepoltura    de  Tedeschi   lavoranti 
calegheri. 

Gradenigo.  —  Femer  in  fasc.  9 :  vedi  n.  74  (oben  Nr.  84;  Grabstätte  der  deut- 
schen Schuhmacher-Gesellen). 


86. 

Cic.  509  fasc.  6.  Isole.  Lido.  Inscrizioni  nel  cimiterio  degl'  Inglesi,  Ale- 
manni  ec.  n.  5. 

Sub  hoc  marmore  conditur  |  illustrissimus  et  excellentissimus  do- 
minus I  dn.  Ferdinandus  |  L.  B.  a  Decenfeld  |  ser.  Yen.  reip.  conductus  1 
ser.  electori  Palatino  a  consiliis  intimis  |  et  eiusdem  consil.  bellici  praeses  I 
natus  est  31  decembris  anno  MDCXXIX  |  denatus  25  aprilis  anno  MDCCX  ' 
hie  suam  expectat  Anastasin  |  prout  pius  prudens  fortis  et  constans  |  et 
immortalitate  dignus  eheu  |  saxum  hoc  erigi  curabunt  ex  fratribus  nepotes. 

Sul  prato  lungo  la  Cavana  (term.  techn.  Schifferplatz)  alla  chiesa  di  s.  Nicolö. 
(Grabstätte  des  blinden  Frhrn.  Ferd.  v.  Degenfeld,  ältesten  Sohnes  des 
bekannten  venetian. ,  1653  gestorb. ,  Generals  Christoph  v.  Deg. ;  cf.  A. 
Graf  Thürheim,  Chr.  M.  v.  Degenfeld  und  dessen  Söhne  (Wien  1881),  wo 
auch  (S.  101)  dieselbe  Insclu:ift  mit  folgenden  Varianten :  dn.  fehlt;  Degen- 
feld et;  electoris;  ej.  regiminis  praes. ;  est  fehlt,  ebenso  zweimal  anno; 
heic  statt  hie;  quondam  st.  prout;  et  und  eheu  fehlen;  curarunt.) 


87. 


Cic.  509  fasc.  6.    Isole.  Lido  n.  9. 


I 


Sta  viator  |  hie  iacet  |  illustrissimus  dominus  Matthias  Lauber  | 
S.  Caes.  mai.  a  consiliis  in  mereibus  dirigendis  |  nationiq.  Grermanicae 
quae  degit  |  hie  Venetiis  suo  tempore  fuit  ]  eonsul  meritissimus  |  natus 
Kaufbeira  27.  ianuarii  MDCXXVII  \  et  denatus  |  MDCCX  26.  Decembris 
die  Sti.  Stephani  |  Venetiis  |  animae  requiem  preeare  et  lucem  1  perpetuam. 


Vicina  (von  n. 


(cf.  oben  S.  183.) 


88. 

Cic.  509  fasc.  C.    Isole.  Lido  n.  11. 

D.  0.  M.  I  et  ae.  m.  maxime  generosi  ]  Caroli  Friderici  Volcamer  | 
Akirghensittenbaeh  |  qui  1  ex  antiqua  et  splendidissima  |  patritiorum  No- 
rimbergensium   stirpe  |  ortus  |  virtute   insignis  probitate    singulari  |  eru- 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  237 

ditione  clarus  exstitit  |  post  varia  itinera  ]  virtutis  causa  cum  fratre  huo 
usque  per  acta  1  tandem  Venetiis  veram  patriam  petiit  et  invenit  |  an» 
MDCCVII.  IX  mart.  Vixit  annos  XXV.  D.  X.  ]  frater  et  soror  bene- 
merenti  non  sine  lacr.  ]  H.  F. 

Vicina  (von  n.  87).    (Volkamer  von  Kirchensittenbach ;  cf.  oben  S.  195.) 


89. 

Cie.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo.  Inscrizioni  nell'  antico  Cimiterio  della 
Nazion  Tedescha  n.  1.    (cf.  Anm.  zu  Nr.  112.) 

Georgius  Zacharias  Hagen  |  Ratisbonensis  |  Venetiis  rebus  humanis 
ereptus  |  A.  R.  S.  MDCCLXVIII.  V.  iduum  febr.  |  vixit  A.  LVII.  M.  III. 
D.  I  I  soror  ac  fratres  |  dilectissimo  fratri  posuerunt  — 


loh.   XI.    XXV.    lesus   dicit  .  ego    sum    resurrectio  j  et    vita  .  qui 
credit  in  me  etiam  si  |  mortuus  fuerit  vivet. 

Era  sul  suolo  nel  cimiterio.    (cf.  oben  S.  169.) 


90. 

Cic.  159i  fasc.  2.    Isole.    S.  Cristoforo  n.  2. 
D.  0.  M.  S.  I  Anna   Catharina  Hav  1  Hieronymi   pictor.   et   Senator. 
Campodunens.  |  filia  |  nata  A.  R.  S.  MDCCXXII.  die  XXI.  ianuar.  |  pie  de- 
cessit  1  Venet.  MDCCLXVII.  die  XXII.  Octobr.  ]  0.  E.  B.  Q.  C. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (Hau  aus  Kempten;  cf.  oben  S.  183.) 


91. 
Cic.  1594  fasc.  2.  Isole.  S.  Cristoforo  n.  3. 
D.  0.  M.  I  Job.  Guilielm.  Hügel  |  Memmingensis  ]  vir  eximiae  pie- 
tatis  et  religionis  1  mortalitatem  exuit  Venetiis  |  aetatis  suae  annorum 
LXIX  anno  Domini  MDCCLXVIII  |  D.  IX.  august.  |  Patruo  optimo  bene- 
merenti  1  Vitus  Ludovicus  Laminit.  |  ex  sorore  nepos  haeres  \  grati  animi 
raonumentum  |  pos. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  Nr.  184.) 


92. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  4. 
Josephus  Fridericus  Heuss  ]  Memmingensis  1  natus  die  XIV.  mensis  de- 
cembris  |  annoMDCCXVI  |  obiit  die  IX.  mensis  septembris  1  annoMDCCLXX. 
Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  184.) 


93. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  5. 
Magdalenae .  Forsterae  |  Jo .  Caroli .  Svaieri  |  Norimbergensis  [  uxori  . 
integerrimae  ]  studio  .  rei  .  familiaris  |  caritate  .  in  .  pauperes  1  morum  . 


238  GraDscnmten  von  T^ufschen  in  Venedig. 

suavitate  ]  spectatissimae  filii  .  moerentes  |  matri  .  dulcissimae  |  pietatis  . 
caussa  |  monumentum  .  poss  |  vixit.  A.  LXXVIII.  M.  XI.  D.  XXV  |  obiit 
A.  MDCCLXXI.  prid.  Kai.  mal  |  —  In  te  Domine  speravi. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  195  und  unten  Nr.  97.) 

94. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  6. 
Martino  .  Pio  .  Porstero  |  Norimbergensi  |  optimae  .  indolis  .  adoles- 
centi  I  qui .  morbo  .  gravissimo  |  immature  .  sublatus  .  est  |  Carolus  .  Forste- 
rus  I  filio  .  dilectissimo  |  cum  .  lacrymis  |  M.  P.  |  Vixit  A.  XXI.  M.  X.  D.  X.  ] 
obiit  XI.  cal.  nov.  MDCCLXXXVII. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  195). 

95. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  7. 

Amadeo  .  Svaiero  .  Veneto  |  Jo  .  Caroli  .  Norimbergensis  filio  ]  mo- 

rum  .  honestate  .  praestanti  |  litterarum  .  studio  .  ac  bibliotheca  |  locupleti  | 

sibi  .  amicisque  .  instructa  |  eruditionis  .  laudem  .  adepto  |  Qui  .  vixj.  A. 

LXV .  D .  XVI .  mor .  MDCCXCI .  die  XXVIII .  dec  |  fratres  moerentes  {  M.  P. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).  (Der  Utterarisch  bekannte  Amadeo  Svayer  =  Amadeus  Schweyer, 
Sohn  Joh.  Karls  Schw.  (Nr.  97);  geb.  in  Venedig  12.  Dez.  1727  nach  Elze, 
Gesch.  etc.  S.  8ö  Anm.  5.) 

96. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  8. 

D.  0.  M.  I  Pratri  optimo  |  Johanni  Michaeli  Svayer  |  nato  Venetiis 
D.  XII.  mart.  [  MDCCXXV  |  denato  D.  XXX.  septembr.  |  MDCCCV  ] 
bocce  bonae  memoriae  et  amoris  |  monumentum  posuit  |  eius  frater. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).  (Ebenfalls  Sohn  Joh.  K.  Schw.  (Nr.  97) ;  cf.  Elze,  Gesch.  S.  80.) 

97. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  9. 
D.  0.  M.  I  Jo.  Carolo  Svaier  |  Caroli  .  magni  .  filio  ]  Norimbergensi' 
singulari  .  pietate  .  probitate  |  commerciorum  .  prudentia  |  praedito  |  moe- 
rentes .  filii  .  parenti  .  optimo  |  M.  P.  |  Vixit  annos  LXVIII.  |  menses  .  V 
dies  XXVII  |  obiit  prid  .  non  .  sept  |  aerae  Christ  .  an  .  MDCCLIX.  — 

Opus  iustitiae  |  pax. 
Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  195  und  Nr.  93.)| 

98. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  10. 

Christoph  .  Guilielm  .  de  Roenig  |  nat  .  Breslav  .  Siles  .  D  .  X  .  april . 

MDCXCIX  I  denat  .  Venet .  D  .  XVIII  .  octobr  .  j  MDCCLX  |  H.  M.F.C. 

Beat  .  defunct  |  sobrin  .  et  cons  .  |  Christoph  .  Ludovic  .  Brombe  .  .  . 

Ivi  (cf.  Nr.  89).  (Koenig  a.  Breslau  und  Brombeis  a.  Kempten ;  cf.  oben  S.  192 
und  183. 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


239 


99. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  11. 

A.  I  D.  0.  M.  I  Qui  giace  \  Giustiniano  Buker  |  cittadino  .  nativo .  di 
Francfort  .  sul  .  Meno  1  visse  |  anni  .  XLI  |  probo  .  cittadino  .  inercatanto . 
onorato  ]  amoroso  .  marito  |  mori  |  l'anno  .  MDCCCIII  .  il  giorno  .  XIX 
decembre  |  Cecilia  .  moglie  .  amante  |  afflitta  |  eresse  |  questo  monumento 
alla  .  di  .  lui  .  memoria  .  ed  .  al  .  suo  .  dolore  . 


Ivi  (cf.  Nr.  89). 


100. 


Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  12. 

D.  0.  M.  I  Marito  .  ac  ,  patri  optimo  |  Joanni  .  Conrado  .  de  .  Reck  1 
nato  .  Wendelstein  .  D  .  III  .  mart  .  1  MDCCXXI .  |  denato  .  Venet  .  D.XI, 
decembr.  ]  MDCCCI  .  |  vidua .  ac .  liberi .  moestissimi  ]  grati .  animi  |  hocce  . 
gratitudinis  .  pietatisque  |  monumentum  .  posuerunt  . 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  196.) 


101. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n,  13. 

D.  0.  M.  S.  i  Memoriae  .  Friderici  .  Pfauz  |  Augustan  i  Vixit  .  A 
LXIII  .  M  .  II  .  D  .  V  .  I  pie  decessit  A  .  R  .  S  .  MDCCLXXVIH  .  idibus 
novembr.  |  vidua  filii  filiaeque  |H.M.P.C.10.E.B.Q.| 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  181.) 


102. 

Cic.  1594  fasc.  2,    Isole.  S.  Cristoforo  n.  14. 

D.  0.  M.  S.  I  Ad  .  latus  .  mariti  .  optimi  |  hie  .  quiescunt  .  ossa  |  Er- 
nestinae  .  Euphrosinae  I  Pfauz  |  August  .  ex  .  stirpe  .  Gullmann  |  pie  obiit. 
A  .  R  .  S  .  MDCCLXXX  .  IV  .  cal  .  octobr  |  Vixit  .  A  .  LI  .  M  .  VIII  .  D .  | 
VII  I  matri  dulcissimae  1  moerentes  titulum  posuere  |  filii  filiaeque  | 


Joh  ,  XI .  XXIV  .  I  credimus  quod  sit  resurrectura  |  in  resurrectione 
Ultimi  diei. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  181.) 


103. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole,  S.  Cristoforo  n.l5. 

Regina  .  Catharina  .  Reck  |  nat .  D  .  XV.novemb.  MDCCLXVI  |  mor- 
tales  .  exuvias  |  deposuit  |  D  .  IV  .  aprilis  .  MDCCXC  ]  digna  .  fuit  .  intel- 
lectus  .  maturitate  |  et  morum  .  venustate  I  coelitum  .  consortio  |  hoc  .  pie- 
tatis  .  monumentum  |  posuere  |  parentes  afflictissimi. 

Ivi   (cf.  Nr.  89).     (Verwandt    wohl    mit   J.   C.  v.   Reck   aus  Wendelstein; 
cf.  Nr.  100.) 


240 


rrabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


104. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  16. 

D.  0.  M.  S.  I  Johanna  .  Regina  .  Lamminit  |  nata  .  Heinzelmann  |  pie 
tatena  .  et  .  animum  |  in  .  divina  .  voluntate  .  acquiescentem  ]  in  .  morbo  [ 
quo  .  ad  .  obitum  per  .  III  .  fere  .  annos  I  afflictabatur  |  ferendo  .  egregie  | 
declaravit  ]  obiit  .  Venet  .  A  .  S  .  R  .  MDCCLXXII  |  D  .  XXIX  .  Februar  | 
Vixit  .  A  .  XXIV  .  D  .  XVIII  ]  coniugi  dilectissimae  |  maritus  maestiss  | 
Vitus  Ludovicus  Lamminit  |  pos.  | 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (Laminit  aus  Memmingen;  cf.  oben  S.  184.) 


105. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole,  S.  Cristoforo  n.  17. 

D.O.M.  S.  I  Sebastiano  .  Schalkhauser  |  nato  .  Vendelsteini  Noricor.  | 
A  .  R  .  S  .  MDCCI  .  D  .  XI.  octobr  |  denato  Venetiis  1  MDCCLXXIIII  .  D  . 
XXII.  decembr  |  Johannes  .  Conradus  .  Reck  1  ex  .  sorore  .  nepos  |  memo- 
rem  .  beneficiorum  .  animum  |  testaturum  |M.P.|O.E.B.Q.C.| 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  196.) 


106. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  18. 

David  Egg  j  vir  bonus  mercator  ingeniosus  |  civis  singulari  in  pa- 
triam  |  pietate  ornatus  1  natus  est  Lindavii  |  III .  non .  ian .  MDCCXXXXI1I| 
Venetiae  |  adolescentulum  |  humaniter  excipiunt  |  iuvenem  fovent  |  virum  | 
honoribus  bonisque  adauctum  |  in  patriam  dimittunt  |  aetate  provectiorera  | 
Venetorum  amicorum  desiderium  |  ad  oras  pelagi  Adriatici  |  reducit  | 
Venit  videt  amplexatur  suos  |  sed  eheu  |  mors  praematura  et  inopinata  | 
eripit  eum  amplexui  suorum  |  et  hie  tumulus  condit  ossa  sacra  |  obiit 
XL  caL  iul.  MDCCCII.  |  T  .  S  .  E  .  L  . 

Ivi  (cf.  Nr.  89). 


107. 


Cic,  1594  fasc.  2,    Isole,  S,  Cristoforo  n.  19. 


D.  0.  M.  I  Felicita  de  Reck  |  filia  et  soror  optima  |  nat.  Venet.  die 
IV.  mensis  Febr.  |  MDCCLXXXII  |  obiit  die  XXVI  mensis  septembr  | 
MDCCLXXXVII  I  hoc  bonae  memoriae  et  pietatis  monumentum  |  mater 
ac  fratres  i  moerentes  dicarunt. 


Ivi  (cf.  Nr. 


(cf.  Nr.  100.) 


108. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  20. 

Siste  pedem  hospes  !  hie  terrarum  angulus  |  sepulturae  dicatus  |  quo 
moUiter   reeubent   ossa  |  Germanorum  |  pietatis   autem  quod  cernis  simu- 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  241 

lacrum  |  ad  .  rei  memoriam  |  aere  nationis  Germanicae  erectum  |  A.E.N. 
MDCCXIX  I  Georgio  Matthia  Koenigio  ]  et  Daniele  Ammano  |  consu'ibus. 
Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  135  und  unten  S.  248.) 

109. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  21. 

D.  0.  M.  I  Hic  iacent  cineres  |  ill.  Conradi  Martens  |  civis  Hambur- 
gensis  |  S.  M.  Eegis  Danorum  |  apud  |  sereniss.  Venetam  remp.  |  consulis 
generalis  .  |  de  mercatura  per  annos  L.  |  in  hac  urbe  opt.  meriti  |  natus 
A  .  MDCCIV  I  die  X  ian.  obiit  A  .  MDCCLXXXV  ]  die  XVI.  aug.  \  una 
cum  I  Maria  Doran  |  optima  coniuge  .  nata  Lond  .  |  A  .  MDCCXIX.  die 
rV.  mart.  |  pie  denata  A  .  MDCCLXXXVI  |  die  I.  ian.  |  in  .  grati  .  animi 
erga  parentes  ]  memoriam  |  monumentum  hoc  |  filii  moerentes  posuere  | 
simulq.  sibi  ipsum  destinavere  |  suaeq.  familiae  | 

Nee  minus  |  Mariae  Elis.  Konig  |  Guil.  Conradi  Martens  |  dilectis- 
simae  uxoris  |  nata  A  .  MDCCXLVIII  |  die  XX  april.  |  et  decessa  A  . 
MDCCLXXXV  I  die  XXVIII  nov. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  oben  S.  191.) 

110. 

Cic.  1594  fasc.  2.  Isole.  S.  Cristoforo  n.  22. 
Johann  .  Michael  .  Wagner  ]  Feuchto  .  Noricus  .  [  ex  .  hac  .  vita  . 
ad  .  beationem  .  |  translatus  .  est  .  |  Venet  .  A  .  S  .  R  .  MDCCLXVII .  D  . 
XXX.  mart.  1  vixit  .  A  .  LXXXI  .  M  .  III  .  D  .  XIII  .  |  patri  .  et  .  socero  . 
optimo  .  1  hoc  .  luctus  .  et  .  pietatis.  |  monumentum.  |  filii . filia . ac . gener  . 
moerentes  .  posuere  .  

Joh.  V.  XXIX.  Qui  .  bona  .  fecerunt .  |  in  .  resurrectionem  .  |  vitae  . 

provenient. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (Wagner  aus  Feucht  bei  Nürnberg;  cf.  oben  S.  196.) 

111. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  23. 
D.O.M.S.  I  Hieron".  Wagner  |  nat  .  Venet .  |  A.  S  .  R  .  MDCCXXV. 
IV  .  iduum  .  mart  .  1  denat  .  MDCCLXXVII  .  XIV  .  calend  .  octobr  |  ma- 
rito  .  ac  .  patri  .  optimo  |  hocce  .  bonae  .  memoriae  .  pietatisque  |  monu- 
mentum I  moerentes  .  dicarunt  |  vidua  .  et  .  X  .  liberi  | 


Credo  .  resurrectionem  .  carnis  ]  et .  vitam  .  aeternam  .  amen  . 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  Elze,  Gesch.  S.  64;  Gemahl  der  in  Nr.  112  genannten 
M.  S.  Heinzelmann.) 

112. 

Cic.  1594  fasc.  2.    Isole.  S.  Cristoforo  n.  24. 
D.  0.  M.  I  Hic  iacet  |  Maria   Sibilla   Wagner  |  nata   Heinzelmann  | 
quae  |  origine   Germana  |  nativitate   Veneta  |  moribus   praeclara  familiae 

16 


242 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


decus  1  annis  LX  mens.  VI  vixit  |  Venetiisq.  die  XXI.  ap.  MDCCLXXXIX 
obiit  I  cui  I  matri  optimae  benemeritae  |  lugentes  liberi  |  hocce  bonae  me- 
moriae  et  pietatis  |  M.  P.  P. 

Ivi  (cf.  Nr.  89).    (cf.  Elze  S.  74  und  Nr.  111.) 


Zu  diesem  Fascikel  2  gehört  dann  ein  eigener  Fascikel  Noten ,  dem  folgendes  Blatt  von 
Cicogna's  Hand  vorn  eingeheftet  ist: 

,Cimitero  della  Nazione  Alemana.' 

Con  decreto  11  Febbrajo  1719  erasi  assignato  luogo  separato  alla  Nazione  Alemanna 
per  dar  sepoltura  a'suoi  morti  fuori  del  viso  romano  CattoUco.  La  stessa  Nazione  de'  Tedesclii 
implorö  nel  1759  che  nel  luogo  stesso  potessero  esser  anche  sepolti  i  flgli  di  questi,  fossero 
fanciulli  od  adulti,  brama  che  dal  Senato  fu  soddisfatta  con  decreto  di  quell'  anno  il  di 
21  Aprile. 

Vedi  nel  codice  2983  num  7.  consulto  circa  il  diritto  della  Naziou  AUemana  di  far 
sepellire  qualunque  defunto  senza  differenza  d'etä. 

Die  Noten  selbst  lauten  folgendennassen: 
ad  1.  2.  3.  4.  (oben  Nr.  89—92).   Queste  quattro  lapidi,  ch'erano  nel  cimeterio  degli  Accatolici 

in  S.  Cristoforo,  le  vidi  e  copiai  nella  bottega  del  tagliapietra  Parrocco  al  Malcantore. 

Ve  n'eran  di  piü,   ma  furon  tutte  segate  e  poste  ad  altri  usi.    Ognuna  era  in  marmo 

bianco  con  fregio  e  dintomo  e  ognuna  con  istemma  gentUizzio. 
ad  1.  (89).    Nella  prima  lo  stemma  era  segato  via. 

ad  2.  (90).    Aveva  per  istemma  un  braccio  armato  con  una  spada  in  mano  coUa  punta  all  insu, 
ad  3.  (91).    stemma  cera  gru  (Kranich). 

ad  4.  (92).    stemma  un  capretto  rampante  (ein  aufrecht  stehendes  Böckchen), 
queste  5.  6.  7.  8.  9.  e  seguenti  (93  u.  ff.)  le  vidi  nell'  orto  del  coltissimo  e  amatissimo  delle 

patrie  cose  e  antichitä  S.  David  Weber  a  S.  Eufemia,  ov'  ha  la  fabbrica  di  Cremor  di 

Tartaro  (gereinigter  Weinstein)  e  colori,  ed  erano  in  S.  Cristoforo,  raccolte  da  lui  onde 

non  vadano  disperse. 

Quella  di  Amadeo  Svajer  (95)  la  donö  al  Seminario  (patriarcale)  —  quelle  altre  le 

fa  ora  (l'aprile  1820)  segare  e  porle  sul  muro  intomo. 
ad  7.  (95).    e  in  fine  va  cosi.  MDCCXCI.  Michel  et  Benedictus  fratres  ....  moerentes  monu- 

mentum.  Autore  e  il  cav.  Morelli. 
ad  8.  (96).    II  fratello  era  Benedetto  Svajer. 
ad  9.  (97).    di  questo  e  autore  Tab.  dalle  Laste  come  rilevasi  alla  p.  58  delle  sue  lettere  in 

quella  scritta  al  Viviani  in  data  2  genn.  1760  (vedi  ediz.  Keccadinisiano).  Ma  vi  ö  quäl  che 

differenza :  ecco  come  sembra  ch'egli  l'habbia  dettato.  D.  0.  M.  |  Joanni  Carolo  Svayer  I 

Norimbergensi  I  singulari  pietate  flde  I  commerciorum  prudentia  predita  moerentes  fllii 

parenti  optimo  |    vixit  annos  .  .  .  M  .  .  .  D  .  .  .  obiit  c  .  .  . 
ad  20.  (108).  Questa  dovrebbe  esser  la  prima,  ma  la  vidi  solo  oggi  22  giugno  1820  e  la  piede- 

stallo  sopra  cui  era  un  framento  di  simulacro  della  Pietä. 
ad  21.  22.  23.  24.  (109—112).    Queste  4  lapidi  le  vidi  e  copiai  oggi  12  febb.  1823.    Elle  sono 

a  pian  terreno  della   casa  in  S.  Canciano  abitata  dalli  Signori  Celini  e  sono  di  ragion 

del  Sig.  Martens.    Vi  son  scolpiti  stemmi  con  altri  omati  marmo  di  Carrara. 


™ 


113. 

Cicogna.    Inscrizioni  Veneziane  tom.  I  pag.  80.    Sa.  Maria  de'  Servi  n.  161. 

M^CCCCXXIII  .  Die  XI  Augusti  .  1  obiit .  Augustinus  .  Valteri  .  As- 

purgensis  1  textor  .  de  confinio  Sei  .  Salvatoris  .  Eius  |  anima  .  requiescat  . 

in  pace. 

Agostino  Valter  da  Ausburgo  e  il  piü  antico  ch'io  trovi  nelle  veneziane  in- 
scrizioni indicato  come  festere  e  tessitore  di  panni  di  seta  .  .  .  Non  e 
difficile  che  da  lui  discenda  la  famiglia  Valter  che  qui  abita  tuttavia, 
della  quäle  abbiamo  avuto  un  pievano  a  s.  Leonardo  .  .  .  Questa  (inscri- 
zione)  e  in  Palf.  e  Berg. 


Cic.  Inscr.  Venez.  1. 1  p.  249. 
Bernhardus   Sixt  .  Germanus 
vens  paravit  |  an.  MDCXXX. 
Sixt.    Dal  Moschini. 


114. 

La  Croce  n.  36. 

hunc  sibi  et .  heredib. 


I  tumulum  I  vi- 


► 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  243 

115. 

Cic.  Inscr.  Venez.  1. 1  p.  265.    S.  Gregorio  n.  18. 

D.  0.  M.  Joannes  Sacher  Germ.'^^  orig.^  patria  Venetus  hie  cor- 
poris cineres  commisit  amicor.  preces  pro  iii  expectäs .  Obiit  anno  MDCCIII . 
die  pmä  Februarii  aetatis  suae  ano  LXXI. 

Sacher.    Dal  Gradeuigo« 

116. 

Cic.  Inscr.  Venez.  1. 1  p.  335.    Sa,  Marina  n.  7. 

Hie  requiescunt  |  ossa  Francisci  Bourel  |  Coloniae  Agrippinae  nobili 
familia  nati  |  qui  hac  in  urbe  |  plenam  innocentiae  et  liberalitatis  merca- 
turam  |  diu  fecit  |  Eius  heredes  ]  Gabriel  et  Franciscus  Joseph  |  hoc  aman- 
tissimo  patruo  |  sibiq.  ac  posteris  suis  1  monumentum  posuere  |  Obiit  |  anno 
MDCIC  I  decimo  kalendas  Aprilis  ]  aetatis  vero  suae  \  anno  LXXIII. 

Ho  veduta  e  confrontata  io  stesso  suUa  pietra  questa  inscrizione  gittata  sul 
suolo.  Corregio  quindi  il  mss.  Gradenigo  e  Svayer  che  dicono  ,Bonver 
6  il  mss.  Coleti  che  ha:  Bonwel.  II  Necrologio  concorda  coli'  epigrafe,  se 
non  che  nel  2i  marzo  segua  la  morte  non  nel  23  che  dalla  pietra  si  deduce. 
(cf.  oben  S.  191.) 

117. 

Cic.  Inscr,  Venez.  t.  IV  p,  221.    S.  Sebastiane  n.  47. 

Parca  mihi  teretem  cessat  devolvere  fusum  . 
Quis  locus  in  terris?    Protinus  astra  petam  . 
Candenti  mihi  hie  tumulus  servabit  marmore  structus 
Ossa  sed  insignis  fama  superstes  erit. 


Christophoro  Spinabac  nob.  Nerlingensi  integerrimo  viro  patriq. 
opt.  Fusca  uxor  et  filii  moestiss.  sibi  et  post.  p.  Vixit  an.  LVI.  Obiit 
VII.  Id.  Januarii  anno  Dom.  MDLXXIIII. 

Era  nel  chiostro  sul  pavimento.  La  traggo  dal  Palfero  e  dal  Gradenigo. 
Uno  de'  mss.  Gradenigo  e  il  Sajanello  lessero  ,Spinabec'  anziehe  .Spina- 
bac'. Palfero  ommette  ,viro'.  Era  un  ricco  e  reputato  negoziante  in 
Venezia  (a.  Nördlingen;  cf.  oben  S.  185). 

118. 

Cic.  Inscr.  Venez.  t.  IV  p.  221,    S.  Sebastiano  n.  48. 

I.  Corint.  XV  Sicut  in  Adam  omnes  moriuntur  ita  per  Christum 
omnes  vivificabuntur.    Philipp.  I  Mihi  vita  Christus  est  et  mors  lucrum. 


Pietate  singulari  morum  suavitate  et  rarissimis  virtutibus  ornatus 
iuvenis  Isaac  Vnterholzer  praeclari  viri  Georgii  civis  Salispurgensis  piae 
memoriae  fil.  In  Christo  obdormivit  an  .  sal  .  MDLXXII  .  die  XV  .  mens . 
Decembris  .  aetat .  suae  XXI. 

Anche  questa  (cf.  Nr.  117)  stava  di  seguito  nel  Chiostro.  Si  ha  nei  manu- 
scritti.  H  Palfero  ommette  le  citazioni  I  Corint.  XV  e  l'altra  Philipp  I.; 
dice  ,et  morum'  e  jVnterholtzer'.  üna  delle  copie  Gradenigo  ha  ,Septemb.' 
invece  di  Decembns.  Famiglia  questa  pure  di  negozianti.  (cf.  oben  S.  175.) 


244 


■Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig. 


119. 


Cic.  Inscr.  Venez,  t.  IV  p.  221.    S.  Sebastiano  n.  i9, 

Psal  XXVI.  I  Credo  videre  bona  Domini  |  in  terra 
Job.  XIIII.  I  Tu  qui  solus  potes  facere  |  mundum  de  immundo 
semine  operi  |  manuum  tuarum  porriges  |  dexteram. 


viventium  | 
conceptum 


Thomas  Vnterholzer  Alemanus  civis  Salispurg  .  et  mercator  vir  sin- 
gulari  virtute  et  prudentia  praeditus  atq.  supra  quam  dici  potest  pientiss. 
anno  aetatis  suae  XLIII.  committens  seipsum  Deo  ad  meliorem  vitam 
transivit  die  XXVI.  Martii  an.  MDLXVIII. 

Sul  suolo  nel  chiostro.  Di  essa  non  potei  copiare  che  i  soli  motti  della  s. 
Scrittura;  il  rimanente  era  spezzato  e  perduto.  üna  delle  copie  Gradenigo 
legge  ,prudentia  et  virtute',  e  ,Allemanus'  e  ,XXVI  mensis  Martü' .  Pal- 
fero  ommette  le  citazioni  ,Psal.  XXVI'  e  l'altra  ,Job.  XIIII',  ommette 
.XLÜI'  e  ,die'.    (cf.  oben  S.  175.) 


120. 
Cic.  Inscr.  Venez.  t.  IV  p.  222.    S.  Sebastiano  n.  50. 

Job.  XIX  I  Scio  quod  Kedemptor  meus  vivit  et  in  novissimo  die  de 
terra  surrecturus  sum  et  rursum  circumdabor  pelle  mea  et  videbo  Deum 
quem  visurus  sum  ego  ipse  et  oculi  mei   conspecturi   sunt  et   non   alius. 


Sebastianus  Vnterholzer  Seb.  civis  Norimberg.  f.    anno    aetat.  suae 
XXI  pie  obiit  die  XIX.  Novembr.  anno  MDLXIIII. 

Di~seguito  (cf.  Nr.  119)  sul  pavimento.  La  traggo  da'  soliti  manoscritti.  II 
Palfero  lasciö  fuori  ,Job.  XIX'.  Dice  ,rursus',  e  ,sunt  non  alius' ;  ommise 
,Seb.'  e  disse  ,fecit'  invece  di  f.  cioe  ,filius'  e  ,anno  Dei'.  Uno  de'  mss. 
Gradenigo  ,Redentor'  .  .  .  e  poi  ,in  came  mea  videbo'.    (cf.  oben  S.  175.) 


121. 

Cic.  Inscr.  Venez.  t.  IV  p.  222.    S.  Sebastiano  n.  51. 

Oportet  corruptibile  induere  incorruptionem  et  mortale  hoc  induere 
immortalitatem  .  Paulus  ad  Corinthios  cap.  XV.  j 


Georgio  Elsenhaimer  Germano  Jo  .  civis  Salispurg  .  f.  iuveni  rara 
indole  ac  vitae  supra  aetatem  integerrimo  fratres  eius  moestiss.  H.  M.  P. 
Vixit  annos  XVII.  mens.  VII  Obiit  MDLXXVII. 

Sul  suolo  an  che  questa  colle  precedenti  (cf.  Nr.  117—120)  in  chiostro.  Palfero 
ommette  ,hoc',  e  la  citazione  , Paulus'  ec,  dice  ,vita'  e  chiude:  ,Moestis- 
simi  monumentum  hoc  viventes  posuerunt  anno  Domini  1577  vixit  annos 
17  mens.  7.'  üna  copia  Gradenigo  dice  ,Enselhaimer',  altra  dice  .Elsen- 
haimer'. II  metodo  che  mostrano  queste  cinque  lapidi  di  preporre  de' 
motti  tratti  dalle  sacre  pagine  il  vedremo  in  varie  lapidi  di  acattolici,  le 
quali  giä  erano  nel  cimitero  dell'  Isola  di  s.  Cristoforo  (cf.  Nr.  89—112). 
(cf.  oben  Nr.  174.) 


Grabschriften  von  Deutschen  in  Venedig.  245 


122. 

Venedig.    S.  Maria  dei  Frari  nach  eigenem  Augenschein, 

D.  0.  M.  I  Jo  .  Bernardo  Jegher  |  Mognntise  Patritio  |  Morum  inte- 
gritate  |  rei  militaris  Scientia  et  Virtute  1  Praeclarissimo  |  Venetarum  Le- 
gionum  Duci  |  Filia  eius  moestissima  |  Posuit  |  Et  Sibi  Suisque  Heredibus  | 
Paravit  |  Obyt  XV  Marty  MDCCXXXVEI  1  ^tatis  LXXXVH. 

Darunter  noch  das  Wappen,    Linkes  Seitenschiff  nach  den  Stufen   neben 
dem  Chor. 


123. 

An'der  Dorfkirche  von  Sa.  Croce  bei  Serravalle  (Strasse  nach  dem  Cadore)  nach 
gefälliger  Mittheilung  des  Herrn  Pfarrers  Dr.  Th.  Elze. 

Paulus  Imhoff  patritius  |  Norimbergi  .  Quod  estis  |  fui  .  et  quod  sum 
eritis  I  Migravi  die  VII  men  |  sis  Julii  MCCCCLXXVIII. 


\^^ 


Ich  lasse  die  Inschriften  nun  noch  in  chronologischer  Ordnung  folgen ,  wobei  ich  die 
Nummer  der  obigen  Reihe  in  Klammem  beisetze  und  solche  mit  doppelter  Jahreszahl  wieder- 
holt verzeichne. 


1396  Imhof,  Konrad  (62). 

1405  Haller,  Peter  (59). 

1416  Eisenhuter,  Christ.  (61). 

1423  Walther.  Aug.  (113). 

1428  Ligadori  (55). 

1436  Calegheri  lavoranti  (85). 

1436  Bauliaw,  Georg  (60). 

1450  Speringer,  Joh.  (69). 

1457  Martin  (66). 

1459  Tunkel,  Friedr.  (70). 

1471  Landolt,  Steph.  (65). 

1472  Ligatores  (52). 

1474  (1483?)  Calegheri  (84). 
1478  Rauchfass,  Joh.  (68). 
1478  Imhoff,  Paul  (123). 
1481  Pascha,  Gem.  d.  Nicolaus  a.  Frank- 
furt (63). 
1509  Lindeman,  Wolfg.  (80). 
1511  Pistori  maestri  e  lavoranti  (83). 

1511  Rem,  Gg.  (67). 

1512  Sitzinger,  Joh.  (81). 
1521  Stainhauser,  Joh.  (51). 
1524  S(ch)orer,  Justus  (12). 
1529—30  Baier  (?  Weiss)  (24). 
1544  (?1593)  Hopfer,  Tob.  (25). 
1564  Unterholzer,  Seb.  (120). 
1566  (?)  Linck  Joh.  Ulr.  (23). 
1566  Laghkner,  Veit  (32). 

.  1567  Huobergerin,  Anna  (56). 
1568  Unterholzer,  Thom.  (119). 
1570  Adelhart,  Dav.  (7.5). 
1570  Cristel,  Joh.  (13). 

1572  Unterholzer,  Isaac  (118). 

1573  Miller,  Joh.  (78). 

1574  Spinabac,  Christoph  (117). 

1577  Elsenhaimer,  Gg.  (121). 

1578  Hantze,  Marc.  (14). 

1578  Barthelmess  (15). 

1579  Arnim,  Const.  v.  (2). 
1579  Ott,  Dav.  (40). 

1579  Stetten,  Paul.  v.  (11). 

1583  üngnad,  Joh.  Gg.  v.  (21). 

1584  (1585)  Schad,  Jobst  (30). 

1585  Alt,  Ludw.  (53). 
1590  Forst,  Dan.  (54). 

.  1591  Stenglin,  Gg.  (19). 
.  1591  ImhoflF,  Raymund  (20). 

1592  Von  der  Deiken  (Decken),  Joh.  (3). 

1593  Herzel  Joh.  (18). 

a.  1593  (?)  Hopfer,  Tob.  (25). 
.  1593  (1594)  Hoffer,  Christn.  (17). 
.  1595  Imhoff,  Joach.  (16). 

1610  Altarbild  in  S.  Bartolomeo  (6). 

1612  Linck,  Joh.  Ulr.  (23). 

1614  Saler  (Sailer?),  Vinc.  (79). 
.  1615  (?)  Stoer,  Konr.  (31). 

1616  Fin,  Tob.  (34). 

1622  Kechel  (33). 
.  1624—25  Altar  in  S.  Bartolomeo  (5). 
.  (1625)  Bastazi  (7). 
.  1625  Filgerius,  Konr.  (41). 

1627  Miller,  Jos.  (28). 

1628  Auracher,  Gg.  (74). 
1630  Sixt,  Bernh.  (114). 

.  1634  Vidman,  Balth.  (48). 
.  1634  Vidman,  Joh.  (37). 
.  1638  (1637)  Reiter,  Gg.  (29). 

1639  Vidman  (36). 

1649  Gruft  der  Nazione  Alemana  in  S. 
Bartolomeo  (27). 


89. 

90. 

91. 

92. 

93. 

94. 

95. 

96. 

97. 

98. 

99. 
100. 
101. 
102. 
103. 
104. 
105. 

106. 
107. 
108. 
109. 
110. 
111. 
112. 
113. 
114. 
115. 
116. 
117. 
118. 


1650  S(ch)orer  (12). 

1667  Roder  (45). 

1674  Fleischbein  v.  Cleeberg,  Phil.  Lud- 
wig (42). 

1676  Von  Collen,  Joh.  Wilh.  (4). 

1679  Hopfer,  Tob.  (25). 

1681  Gruft  der  Nazione  Alemana  in  S. 
Bartolomeo  (27). 

1681  Archperger,  Mich.  (44). 

1683  Peringer,  Joh.  u.  Marg.  (57). 

1695  Regatsnig,  Joh.  Gg.  (43). 

1699  Bourel,  Frz.  (116). 

1703  Sacher,  Joh.  (115). 

1707  Volkamer,  Karl  Friedr.  (88). 

1710  Degenfeld,  Ferd.  v.  (86). 

1710  Lauber,  Matthias  (87). 

1712  Jäger,  Joh.  Paul  (1). 

1713  Widmann^  Cajetan  (49). 
1719  Protest.  Friedhof  (108). 

1738  Jäger,  Joh.  Bernh.  (122). 

1739  Foliant,  Mich.  (46). 
1742  Widmann,  Balthass.  (48). 

1752  Chenigshaven  (39). 

1753  Man,  Elisab.  (10). 

1759  Svayer,  Joh.  Karl  (97). 

1760  Koenig,  Christoph  Wilh.  (98). 
1767  Wagner,  Joh.  Mich.  (lio). 
1767  Hau,  Anna  Kath.  (90). 

1767  Spangler,  Matthaeus  (82). 

1768  Hagen,  Gg.  Zach.  (89). 
1768  Hügel,  Joh.  Wilh.  (91). 

1770  Heuss,  Joh.  Frdr.  (92). 

1771  Forster,  Magdalena  (93). 

1772  Lamminit,  Johanna  (104). 
1774  Schalkhauser,  Seb.  (105). 

1777  Wagner,  Hieron.  (111). 

1778  Pfauz,  Frdr.  (101). 
1780  Pfauz,  Emestine  (102). 
1783  Spangler,  Joh.  (38). 

1785—86  Martens,  Konr.  mit  Gemahlin 
(109). 

1786  Colloredo,  Karl  (35). 

1787  Forster,  Mart.  Pius  (94). 
1787  Reck,  Felicitas  von  (107). 

1789  Wagner,  Maria  Sib.  (112). 

1790  Reck,  Regina  Kathar.  (103). 

1791  Svayer,  Amadeus  (95). 

1801  Reck,  Joh.  Konr.  v.  (100). 

1802  Egg,  Dav.  (106). 

1803  Buker,  Justin.  (99). 
1805  Svayer,  Joh.  Mich.  (96). 

1807  Lottinger,  Steph.  (77). 

1808  May,  Frz.  Gg.  (50). 
1820  Hasse,  Joh.  Adolf  (47). 


Ohne  Jahi'eszahl: 

119.  Behm,  Abr.  (22). 

120.  Erchel,  Andr.  (72). 

121.  Fugger,  Marc.  (76). 

122.  Gniber,  Konr.  (64). 

123.  Haider,  Joh.  (26). 

124.  Heller,  Kasp.  (73). 

125.  Hertz  (9). 

126.  Johannes  (64). 

127.  Plun  (Plum),  Gg.  (73). 

128.  Trentini,  Joh.  (58). 

129.  Vendelin,  Peter  (71). 

130.  Monumentum  domus  Teutonicae  (8). 


hki 


Beilage  I. 

Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo   zu  Venedig  bestatteten 
Deutschen  von  1580—1765. 

Nicht  ohne  anfängliches  Widerstreben  und  nur  gegen  die  Ver- 
sicherung, dass  es  mir  lediglich  um  die  Kenntniss  der  deutschen 
Namen  zu  handelsgeschichtlichen  und  statistischen  Zwecken  zu  thun 
sei,  wurde  mir  von  dem  ,Parocco'  der  Kirche  San  Salvatore  während 
der  allerletzten  Tage  meines  letzten  Aufenthaltes  in  Venedig  die  Er- 
laubniss  ertheilt  —  dann  aber  auch  zu  jeder  beliebigen  Tageszeit  — 
die  Sterberegister  der  Kirche  S.  Bartolomeo  durchzugehen,  die  in  der 
Sakristei  der  erstgenannten  Kirche  aufbewahrt  werden  und  auf  deren 
Wichtigkeit  mich  Herr  Pfarrer  Dr.  Elze  aufmerksam  zu  machen  die 
Güte  hatte.  Diese  ,libri  de'  morti',  mit  dem  Jahre  1580  beginnend,  sind 
schmale  (ca.  10  cm  breite)  Bände  in  Papier  in  klein  Folio  und  ver- 
zeichnen ausser  dem  Todestag  und  dem  Namen  noch  das  Alter  der  ver- 
storbenen Person,  die  Dauer  der  Krankheit  und  Anfangs  meist  diese 
selbst  oder  die  Todesursache,  sowie  den  behandelnden  Arzt  oder  die 
behandelnden  Aerzte.  Bei  den  Deutschen  wird  ziemlich  regelmässig  vom 
Jahre  1653  oder  Bd.  II  an  (der  bis  1765  reicht)  auch  angegeben,  wer 
die  Leiche  bestatten  Hess.  Alles  dies  habe  ich,  wenn  auch  mit  einigen 
Abkürzungen,  wiedergeben  zu  sollen  geglaubt.  Leider  sind  die  deut- 
schen Namen  oft  wieder  so  verderbt  und  verunstaltet,  dass  man  den 
wirklichen  kaum  ahnen  kann.  Möglich  daher  auch,  dass  einer  oder 
der  andere  gar  keinen  Deutschen  bezeichnet ;  ich  habe  aber  lieber  einen 
mehr  als  zu  wenig  aufnehmen  wollen.  Die  Wichtigkeit  dieses  Ver- 
zeichnisses wird  man,  hoffe  ich,  gleichwohl  nicht  verkennen,  und  es 
ist  nur  zu  bedauern,  dass  ähnliche  Sterberegister  nicht  auch  aus 
der  früheren  Zeit  sich  erhalten  haben.  Mehr  als  die  beiden  ersten 
Bände  durchzugehen,  erlaubte  die  Zeit  nicht;  doch  dürften  die 
folgenden  Bände  wohl   auch   nur  wenige  Deutsche   mehr   enthalten. 

S.  Bartolomeo  war  jedenfalls  die  Kirche,  in  welcher  die  meisten 
der  in  Venedig  verstorbenen  Deutschen  —  und  zwar  nicht  blos  Kauf- 
leute —  bestattet  wurden^).  Erst  im  Jahre  1649  2)  (25.  Nov.)  wurde 
aber  von  der  „Deutschen  Nation"  zu  diesem  Zwecke  in  der  Kirche 
eine  eigene  Gruft   erworben,    in  welcher   dann  Männer  und  Frauen, 


')  cf.  oben  S.  135.  -  ^  ebda. ;  cf.  Milesio  S.  69,  Elze  S.  52. 


248     Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765. 


Katholiken  und  —  Protestanten  ihre  letzte  Ruhestätte  fanden.  Aller- 
dings offiziell  durfte  es  keine  Protestanten  geben  ^)  und  der  katholische 
Geistliche  nahm  die  Beisetzung  vor.  Erst  mit  dem  Ende  des  17.  Jahr- 
hunderts kam  es,  wie  Elze  aktenmässig  berichtet,  darüber  zu  Reibereien 
und  Streitigkeiten^).  Am  12.  Oktober  1684  sollte  ein  angesehener 
evangelischer  Kaufmann  Peter  Cresser  (aus  Nürnberg)  in  S.  Bartolomeo 
beigesetzt  werden,  aber  „das  von  unbekannter  Seite  aufgehetzte  Volk 
widersetzte  sich  dem  und  verlangte,  dass  die  Leiche  nach  dem  Lido 
gebracht  werden  sollte",  wo  nach  Elze  alle  protestantischen  Deutschen 
und  Fremde,  die  nicht  Mitglieder  der  „Deutschen  Nation"  waren,  be- 
stattet wurden.  Sein  Name  fehlt  in  der  That  in  der  nachfolgenden 
Liste,  während  der  einer  am  13.  November  1689  verstorbenen  Ballen- 
binderswittwe  Baldauf  sich  darin  vorfindet,  welche,  obwohl  Lutheranerin, 
in  Folge  schriftlicher  und  ausdrücklicher  Erlaubniss  der  Sanitätsbehörde 
in  der  Gruft  der  Deutschen  Nation  zu  S.  Bartolomeo  beerdigt  wurde  ^). 
Aehnliche  Anstände  gab  es  bei  der  Beerdigung  des  am  22.  Dezem- 
ber 1707  verstorbenen  Kaufmannes  Johann  Jakob  Deller  aus  Leutkirch, 
die  „auf  besonderen  Befehl  der  Avvogadori  di  Comun  hin"  *)  ebenfalls 
in  der  Nationalgruft  zu  S.  Bartolomeo  erfolgte.  Dann  scheint  allerdings 
auch  das  Einschreiten  der  venetianischen  Behörden  (wofern  deren  Unter- 
stützung wirklich  angerufen  worden !)  nichts  gefruchtet  zu  haben.  Wie 
1707  ein  Ballenbinder  des  Fondaco  wegen  „verdächtiger  Religion"  auf 
dem  Lido  bestattet  wurde,  so  geschah  es  auch  in  dem  Zeitraum 
von  1710  — 1718  mit  einigen  anderen  hervorragenden  protestantischen 
Kaufleuten  des  Fondaco,  bis  endlich  die  Protestanten  durch  ein  Dekret 
des  Senats  vom  11.  Februar  1719  die  Erlaubniss  erhielten,  einen 
eigenen  Friedhof  einzurichten.  Am  4.  März  desselben  Jahres  wurde 
dann  zu  diesem  Zweck  „vom  Kloster  der  Augustiner-Eremiten  auf 
der  Insel  S.  Cristoforo  della  Pace  ein  Stück  Grund  gekauft  und  am 
11.  März  der  Kauf  und  die  Anlegung  des  Friedhofes  an  diesem  Orte 
von  der  Sanitätsbehörde  im  Auftrage  des  Senats  endgültig  bestätigt. 
Am  8.  August  ward  als  erster  auf  diesem  Friedhofe  der  verstorbene 
Ausgeber  ^)  im  Fondaco ,  Joh.  Heinrich  Calenbach  aus  Westhausen 
bei  Hildburghausen,  beerdigt"  ^),  der  auch  im  Sterberegister  von  .S  Bar- 
tolomeo verzeichnet  ist,  wie  auch  darnach  noch  andere  Protestanten 
neben  den  in  S.  Bartolomeo  bestatteten  Katholiken. 


1)  cf.  Elze  S.  52  u.  fF.   —   ^)  S.  59.   —    ^)  Elze  S.  59.  -  ")  Elze  S.  66.  — 
")  .spenditore'  wohl  besser  „Wirthschafter".  —  ®)  Elze  S.  67  und  68. 


m 


Catastico  di  S.  Bartolamio  in  S.  Salvadore.  Libro  de'  Morti  vol.  1 1580 — 1653, 

1  f.  6.  1582,  Okt.  23  ^).    Christophoro  Todescho,  pistor  gia  et  hora  mer- 

cadante,  morto  in  la  osteria  del  s(igno)r  Zorzi. 
f.  6.    1582,  Okt.  24.     M.  Zuane  Singher,   corier  d'Augusta,   d'anni  80 

amalato  dalla  giozza  ^)  gia  giorni  5. 
f.  7.  1582,  Nov.  26.     M.  Lionardo  Todescho ,  portiner  del  fontigho  di 

Todeschi,  di  anni  38  incircha,  malato  gia  giorni  10  da  febre. 
f.  8.  1583;  Mai  28.    M.  Zan  Zorzi  üniotto  gentilhuomo  Alamanno,  di 

anni  20 ,    malato  gia  giorni  dieci ,   da  vavole  ^)  et  febre ,   visita(to) 

per  li  ecc(ellent)i  el  sig'^-  Zuanni  Aliä  (Allan?)  franzese,    el  sig^-  Don 

Zelini  el  Negroni  et  el  sapio  (?).  (üngnad  cf.  oben  S.224  Nr.  21.) 
5  f.  8'.    1583,  Okt.  6.     Morse  il  sig^-  Jacomo  de   behcze  (?)  Alemano   di 

anni  24  in  circa,  amalato  di  febre  gia  giorni  35. 
f.  11.  1585,  April  1.   Morse  il  mag(nifi)co  m.  Justo  Scate  (?)  Allemano 

di  anni  20,  amalato  gioi'ni  quatordici  di  petecchie  *)  et  mazuccho'^), 

visitato  d'ecc(ellen)te  Maripello.  (Schad  a.  Ulm  cf.  oben  s.  226  Nr.  so.) 
f.  11'.  1585,  Aug.  30.     Morse  Otto  (ütto?)  Wolfardo  Thedesco  di  anni 

trenta,  e  stato  amalato  giorni  13  di  febbre  continua  nel  osteria  di 

S.  Giorgio. 
f.  12.    1585,  Sept.  17.     Morse   m.  Franc(esc)o  Allemano   nella   osteria 

di  S.  Giorgio  di  febbra  continua,   e  stato  amalato   un  mese  di  eta 

anni  vinti. 
f.  15.  1586,  Aug.  5.     Morse  m.  Domenico  Gilberto,  mercante  Trentino, 

di    anni  46    e   stato    amalato   un   mese   di   febbre    continua.  (Zilberti 

cf.  oben  S.  173.) 
10  f.  15'.  1587,  März  14.   Morse  Maria  et  Madalena,  figlia  di  m.  Leonardo 

Todesco  al  Aquila  (Leonhard  Egger  cf.  unten  S.  284)   di    giorni  quattro    di 

mal  nascente  ^). 
f.  18'.    1588,   Mai   25.     M.  Pangratin  Todescho  de  anni    50,    oste    de 

l'ostaria  del  S.  Zorzi,   amalato   di  febre  circa   giorni  15.  (Pancratius 

Hochgesang  cf.  unten  S.  28  t.) 


1)  Im  Original  wird  das  Datum  meist  in  dieser  Form  vorgetragen :  Adi  2i  Ottobrio 
1582  etc. ,  wobei  Januar  =  Gennaro  oder  Zener ,  Februar  =  Febbrajo ,  März  =  Marzo,  April  = 
Aprile,  Mai  =  Mazo  oder  Maggio,  Juni  =  Zugno  oder  Giugno,  .Juli  =  Luio  oder  Zuglio,  August 
=  Agosto,  September  =  Settembre  oder  Settembrio,  Oktober  =  Ottobrio,  November  —  Novembre, 
Dezember  =  Decembre.  Der  besseren  Uebersicht  wegen  habe  ich  die  obige  kürzere  Form  gewählt. 

2)  Schlagfluss. 

3)  =  vajuole,  Blattern. 
*)  Scharlach? 

5)  ,mal  mazzuco  termine  de'  maniscalchi  (Hufschmiede)  ,Letargia,  malattia  del  cavallo 
e  del  l)ue'  Boerio ;  sonst  finde  ich  nirgends  eine  Erklärung  dieser  Krankheit,  welche  also  eine 
Art  „Starrkrampf-'  zu  sein  scheint. 

6)  ,nascenza  morbosa,  piceolo  enflato  (Geschwulst),  ciccione  (Blutgeschwür)  0  simile, 
che  venga  di  per  sfe  in  alcuna  parte  del  corpo'  Boerio. 


250      Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765. 

f.  19'.    1589,  Juli  14.     Mori  m.  Mattio   EflFenbergher   di    anni  30  To- 

desco  di  morte  subitana. 
f.  20.  1589,  Sept.  2.     Morse  Zuanne  Eberbai  (?)  Todesco,  mercante  di 

fontego,  de  anni  44,  ammalato  gia  giorni  22  di  febre.  (Eberz?) 
f.  21'.  1590,  Mai  29.    Morse  Domicelo  Fiei-stier  Thodesco  d'anni  vinti, 

ammalato  da  febre  gia  dieci  giorni. 
15  f.  22'.    1591,  April  5.     Morse  Christofolo  Eberslauter  (?)  di   anni  23, 

amalato  gia  giorni  15  da  febre  et  affano  nel  cor. 
f.  23.    1591,   Mai    26.     Morse    Marchio    Piria   Todescho    di    anni    28, 

amalado  gia  giorni  22  da  febre  petechie. 
f.  23.  1591,  Mai  28.     Morse  m.  Lunardo  sta  (?)  Todescbo  di   anni  30 

incircha,  amalato  gia  giorni  15  da  febre  mal  di  macucbo. 
f.  24.   1591,   Sept.  25.     Morse   Giorgio  Todescho,    amalado   za   giorni 

10  da  febre,  di  anni  50. 
f.  24.  1591,  Sept.  29.    Morse  signor  Oratio  Fes  Todescho,  mercante  de 

fontego  de  anni  50,  amalato  de  mal  de  piera  gia  gorni  15 ;  et  vene 

tre   congi-egation   S.  Silvestro ,   S^-  Maria  Mater  Domini ,   S.  Anzoli 

per  li  preti.    (Fens?  Fin  aus  Nürnberg?  cf.  oben  S.  194.) 
20  f.  24.    1591,   Nov.  3.     Morse   il   signor   Rimondo   Incuria,   merchante 

Allemano,   de  anni  44,    amalato  gia  giorni  10  da  febre  et  mal  di 

pietra;   et   vene   li  4   congregation   S.  Silvestro,   S*^-   Maria  Mater 

domini ,  S*°-  Anzolo ,  S^^-  Maria  Formosa.  (imhoff  a.  Augsb.  cf.  oben  s.  224 

Nr.  20.) 

f.  25.    1592,  Jan.  16.     Morse  Stefano,   fio   del  signor  Giacomo    Cheler 

Allemano,  di  anno  7,  amalato  di  febre  et  spasemo  ^)  gia  giorni  10. 
(Keller  oder  Heller?) 

25.  1592,  Jan.  19.  Morse  m.  Giacomo  de  Bendit  (?)  Alemano 
di  anni  23,  amalado  da  febre  sta  giorni  10. 

26.  1592,  Mai  15.  M.  Jacomo  Cheler,  Allemanno  marcante,  di  anni 
39,  amalado  gia  giorni  13  da  febre  et  pettechie. 

28.  1593,  Sept.  7.  Morse  il  s»"-  Zuanne  Ercel  Todecho  (sie)  di  anni 
60  incircha,  amalato  da  febre  continua  gia  giorni  12.  (Herzel  a. 
Augsb.  cf.  oben  S.  223  Nr.  18.) 

28'.  1593,  Dez.  29.  Morse  il  s.  Tobia  Hopfer,  marcante  di  fontego 
di  Todeschi,  di  anni  24,  amalato  di  febre  gia  giorni  12.  (Hopfer 
a.  Augsb.  cf.  oben  S.  225  Nr.  25.) 

29.  1594,   März   7.     Morse    il    mag(nifi)co    sig^-  Cristoffero   Hoffer, 

mercante  del  fondego  di  anni  50,  di  febre  et  punta  ^)  in  giorni  10. 

(Hoffer  a.  Villach  cf.  oben  S.  223  Nr.  l*^.) 

31.  1594,    Nov.  8   (?  corr.).    Dholfram   (Pholfram?),    mercante  Ted., 

d'anni  56;  giorni  20  ^).  (Wolfram?) 

31.    1595 ,   Febr.  8.     Bartolo ,    fio    di    M.  Francescho    de   Ambroso 

Zucher,  de  anni  3,  amalato  da  febro  anni  2. 

34.    1595,  Nov.  17.     Zuanne  Garbo  Alemano   de   anni  26;   zorni  4. 

38.    1596,  Juli  17.     Si  negorno  il  signor  Zorzi  Todescho  di  etta  di 

anni  19  incirca  et  il  Sig.  Zorzi  Alemano  di  etta  di  anni  20. 
f.  37,  1596,  Dec.  28.    Paulina,  fia  del  s.  Zua(n)  Checher  Allemano,  di 

anni  8.   (Kechel  a.  Ulm  cf.  oben  S.  185.) 
f.  37.    1597,  Jan.  2.     Cristofolo,   fio   del  s.  Zuan  Chechel  Alemano   di 

anni  1  '/2 ;  giorni  10. 


f. 
f. 
f. 

25    f. 

f. 

f. 

f. 

f. 
30    f. 


1)  =  spasima,  Reissen,  Krampf. 

2)  Seitenstechen. 

3)  Von  hier  ab  wird  die  Krankheit  nicht  mehr  regelmässig  und  die  Dauer  derselben 
ohne  den  Zusatz  ,amalato'  angegeben. 


i 


Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765.     251 

f.  40'.  1598,  Sept.  16.     Giorgio  Hubner  anni  36 ;  giorni  11. 

f,  41.  1598,  Nov.  20.    Giovanni  Fridericbo,   fio  dil  s.  Zuanne  Checbel 

anni  9 :  giorni  14. 
35  f.  42.  1599,  März  17.     Piero,  fio  del  q(uondam)  M.  (?)  Bagoci  Trentin 

anni  30. 
f.  42.  1599,  März  17.     Gasparo  di  m.  Zorzi  Fizer,  ligador  di  fontego 

mesi  6.  ' 

f.  43.    1599,    Juli  9.     Si  ha  :negato  Antonio  Koeg  (Toeg?)  Todescho 

anni  13. 
f.  43'.    1599,  Sept.  25.     Zorzi  Todescho,   canever   dil  fönt,    anni   28 

giorni  25. 
f.  44'.    1599,  Nov.  28.     Maria,    fia    di   m.   Zuanne  Todescho,    anni  2 

giorni  30. 
40  f.  44'.  1599,  Dec.  25.     S"^-  Zuanne  Todescho  anni  27;  subito  morto. 
f.  45'.    1600,   Febr.  25.     S^-  Zuanne   di    Alberti    Alemano    anni    23 

giorni  15. 
f.  47'.  1601,  Jan,  26,    Francescho  Teodorico  a  Burch  anni  26;  un  mese 
f.  48'.  1601,  Mai  19.     Vittoria,  fia  di  M.  Zuanne  Gregen,  zorni  13. 
f.  48'.  1601,    Aug.  11.     Madna-  Orsa,   relitta   del   q(uondam)    s.   Zorzi 

Chricher,  d'anni  75. 
45  f.  50.    1602,   März   25.     Giov.   Adamo    Chretoler   Todescho    anni    26 

giorni   15.  (Chrestoler=  Christeller V) 
f.  50.  1602,  Aug.  19.     Ellena,  fia  di  m.  Zuanne  Tiphinburger  (Tiphin 

lauter?)  nascente, 
f.  50'.  1602,  Sept.  8.    Magno,  fio  di  m.  Zuanne  Tiphinburger  (Tiphin 

lauter?),  anni  2^/2;  giorni  10. 
f.  53'.  1603,  Mai  30.     Lodovico  Stengher  anni  28;    giorni  4;  visitato 

dal  medico  Parisano. 
f.  55'.  1603,  Dec.  19.   Felipo  Kini  (Trini?  Prini?),  merchante  Todescho, 

anni  80;  mesi  2. 
50  f.  56.    1604,    Febr.   17.     Zuane    di    Minichausen    Alemano    anni    20; 

giorni   20.   (Münchhausen  ?) 
f.  56'.    1604,   Sept.  16.     Adamo   Obman   Alemano    anni  30;   vis.   dal 

Santorio. 
f.  58'.  1605,  März  3  (8?).    Carlo  Haisler  mercante  di  fontego  anni  40; 

anni  2.  Vennero  3  Congregation.  (a.  Wien ;  cf.  oben  S.  i7i.) 
f.  58'.    1605,   Mai    8.     Margarita,    fia    di    s.  Cristofolo  Gaf  Todescho, 

anni  2 ;  mese  1. 
f.  61.  1605,  Sept.  25.    Zorzi  Paur  Tedesco  anni  35;  giorni  5;  Santorio. 
55  f.  64'.    1607,  Mai  28.     Matio  Uster  Alemano  anni  41 ;  3  settimane. 
f.  64'.  1607,  Juni  18.  David  Gais  Todescho,  fio  de  Giacomo  (?),  anni  25; 

mesi  10. 
f.  66.  1608,  Jan.  23.     Maria,  figlia  di  Zorzi  Todescho,  di  mese  15. 
f.  66.   1608,  April  8.     Zuane  e  Giacomo,  fio  de  m.  Adamo  Todescho; 

giorni  18. 
f.  68'.  1608,  Dec.  10.     Agustin  Todescho  anni  25;  giorni  12. 
60  f.  70.    1609,  Okt.  5.     Anna   et  Catterina,   figlia   di   Cristof.  Gaf,   oste 

all'  Aquila  negra,  di  mese  2. 
f.  71.   1610,  März  13.    Barbara,  moglie  del  s.  Giovanni  Aider  (Haider?), 

oste  al  Leon  biancho,  anni  46 ;  mesi  5, 
f.  72.  1610,  Juli  15.     Antonio  Reder,  conduttier  Todesco,  di  anni  38 ; 
caduto  giii  d'un  alta  finestra. 


252     Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765. 


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65   f. 

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f. 

f. 
f. 

70    f. 

f. 
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f. 

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75    f. 

f. 

f. 

f. 

f. 

80    f. 

f. 

f. 

f. 
f. 
85  f. 
f. 
f. 


f. 
90  f. 
f. 
f. 
f. 
f. 


73'.  1610,  Sept.  25.  Chilianno  Haehr  Todesco  pellegrino  a.  ^)  cino- 
vanta  (?). 

79.  1612,  Dec.  12.     Bortolamio  Caiger  Todesco  a.  20. 
82'.    1614,   März  9.     Bolf.  Stainder  (?),    ligador  de  fontego,    a.  72; 
casGado  de  una  scala. 
88'.  1615,  Okt.  27.     Zuanne  Caf  Todesco  a.  36;  g.  12. 

89.  1616,  Jan.  26.  S""-  Lorenzo  Crafter,  mercante  in  fontego  della 
nation  Germanica,  a.  72 ;  tre  mesi ;  visitato  da  Marinelli  e  Ragoza. 
(a.  Augsb. ;  cf.  oben  S.  179.) 

90.  1616;  März  7.  Maria,  moglie  di  missier  Christoffolo  Sacher  To- 
deseha,  a.  45. 

90'.  1616,  März  28.  Mad^-  Barbara,  moglie  di  m.  Adamo  Axel, 
a.30  incirca;  amal.  anm4;  visit.  da  Zuanne  Stocbemaier.  (Stockmaier?) 

90'.  1616,  April  28.  Hieri  sera  intorno  22  höre  fü  ammazzato  et 
mori    subito   Christoforo   Prukner   a.  36,    corriero    di   Soia  ^)    della 

92.    1616,  Juli  7.   Tobias  Fien  a.  25;  g.  8;  Belessario  Galdaldino ^). 

(Pin  oder  Fynn  a.  Nürnb. ;  cf.  oben  S.  227  Nr.  34.) 
92.    1616,  Juli  30.     Francesco  Härder  (?)  a.  26;  g.  8;   Marinelli  et 

Benzon. 
96.    1618,  Jan,  4.     Giorgio  Vuolffegan  di  Esinberg  (Winberg?)  Ale- 

mano  a.  27. 

97'.  1618,  April  13.     Zan  Carlo  Rix  (?)  a.  25 ;  a.  6. 

100'.  1619,  Jan.  3.     Sara,  fia  de  m.  Lodovico  Todesco,  nasente. 

106.  1620,  Sept.  27.    Vrbano  da  Viena  a.  50 ;  g.  10. 

107'.  1621,  Mai  23.    Filippo  Frizesof  (?),  bastaso  de  fontegho,  a.  46; 

g.  3 ;  Sforza. 

108.  1621,  Juli  24.     Sebastian  Sven  (?)  Alemano  a.  74;  g.  8. 

109.  1621,  Okt.  17.     Giovanni  Erbole  Alemano  a.  19;  g.  18. 

110.  1622,  April  2.     Zorzi  Arting  a.  42;  g.  50. 

111.  1622,  Aug.  14.  Donna  Caritä,  moglie  de  m.  Zuanne  Bergman 
Alemano,  a.  48 ;  g.  9;  Benzon. 

112'.  1622,  Nov.  1.  D.  Maria,  moglie  de  m.  Cristoforo  Gaff,  oste 
all'  Aquila  negra,  a.  50 ;  g.  28. 

113'.  1622,  Dez.  25.     Alessio  de  Alessii  da  Trento  a.  75 ;  g.  27. 
114.  1623,  Febr.  10.     Zuanne  da  Broda  Trentino  a.  40 ;  g.  12. 
120'.  1624,  Aug.  12.     Francesco  Griaga  (?)  Trentin  a.  40 ;  g.  8. 
125.  1626,  Aug.  14.     Sebastiano  Weitershaim  Alemano  a.  24. 
126'.  1627,  März  16.     Mattio  Piler  Todesco  in  fontego  a.  60;  g.  8; 
Benzon. 

126'.  1627,  März  29.  Andrea  Maffatti  Tedesco,  figliolo  del  q(uondam) 
Zuanne;  mesi  6. 

127.  1627,  Juli  5.  Helia  Hupper  a.  52  ;  a.  2.  (i607-i609  Consui;  cf.  oben  S.  210.) 
130'.  1629,  April  18.     Giacomo  Zell  Thodesco  a.  20. 
131.  1629,  Mai  8.     Fedricho  Ebrzi  (?)  a.  32.  (Eberz?) 
133'.  1629,  Sept.  10.     Andrea  Stercin  Todescho  a.  18 ;  g.  15. 
136.   1629,  Nov.  18.     Daniel  Eberz  a.  55;  g.  8.    (a.  Isny;  cf.  oben  S.  187.) 
136.  1629,  Nov.  27.  Bulfardo  Guetprott  a.  55 ;  g.  6.  (Gutbrod  a.  Steyr ;  cf.  oben 

S.  193.) 


1)  Behufs  Eaumersparniss  kürze  ich  von  hier  ab:  a.  =  anni;  g.  =  giorni;  m.  =  mesi, 

2)  Baiersoien  bei  Schongau. 

3)  An  dieser  letzten  Stelle  wird  —  aber  nicht  regelmässig  —  der  behandelnde  Arzt  mit 
oder  ohne  Zusatz  wie  ,medico'  oder  ,visitato  da'  aufgeführt. 


Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765.     253 

95  f.  136'.  1629,  Dez.  24.     Zuanne  Strubel  a.  24 ;  mesi  4. 
f.  156'.  1631,  April  3.     Dominio  Trentin  a.  20. 
f.  157.    1631,   Mai   3.     Zuane  Flaispan  Todescho  a.  26;    g.  5;    di   un 

bubone  SOtto  sequestrato.    (Fleischbein  a.  Frankf. ;  cf.  oben  S.  189.) 
f.  160'.  1631,  Juli  27.     Vldrigo  Paimagen  (?)  Tod.  a.  50;  g.  5. 
f.  165.  1634,  Nov.  19.     Mag»-  sig^-  Michiel  Tach,    mercante  Alemano, 

a.  42 ;  g.  31 ;  Santorio,  Benzon  et  Artigio. 
100  f.  166.  1635,  Aug.  29.     Lunardo  Comiperler  a.  14;  g.  8. 

f.  167.  1636,  Juni  24.     Maria,  figlia  del  Christian  Ott  Tod.,  mesi  10. 
f.  167'.  1636,  Okt.  27.     Christofolo  Chistel  Todesco  a.  24;  medico  To- 

deSCO.   (Christel  a.  Augsb. ;  cf.  oben  S.  180.) 
f.  170.   1637,  Okt.  25.    Pietro  Zuanne  Vancholen   a.  19;    a.  1;  Artigio 

Alemano.    (Van-Cölln  a.  Aachen;  cf.  oben  S.  191.) 
f.  170.    1637,  Okt.  29.     Giorgio    Raiter    (a.  Innsbr. ;  cf.  oben  S.  173.)    a.  64; 

g.  7 ;  Artigio. 
105  f.  171'.    1638,  Aug.  29.     Christofolo  Gaff  oste  a.  65;  mese  1;  Artigio. 
f.  172'.  1639,  Febr.  10.   Vielmo,  figlio  dil  s.  X.  Gio.  Juster  Tod.,  a.  7. 
f.  175.    1640,   Sept.  15.     Zaccaria   Schueccart   (Schueuart?)  Todescho, 

lavorator  da  bocali,  a.  22 ;  Artigio. 
f.  175'.    1640,  Okt.  30.     Christofolo  Pacher  Tod.  a.  23 ;   g.  5 ;  Artigio. 
f.  177.  1641,  März  30.    Maria,  fia  di  m.  Zuanne  Pagogher  (?)  Ted.,  a.  3. 
110  f,  177'.  1641,  Mai  20.     Zuanne,  fio  di  m.  Zuanne  Pagogher,  a.  2. 
f.  177'.    1641,   Juni  6.     Anna  Maria,   figliola   di  m.  Lunardo   Hibler 

(Aibler?)  Ted.  pittor,  di  mesi  2. 
f.  179.    1642,    Mai   6.     Mag^o-    s^-    Enrico    Mandroche    (?)    Alemano 

a.  21 ;  g.  15  ;  m.  Artighio. 
f.  179'.  1643,  Jan.  16.    Baldiss^-  Van  Collen  a.  20;  g.  30;  m.  Artighio 

e   Bota.   (a.  Köln ;  cf.  oben  S.  190.) 
f.  182'.    1644,  Dez.  3.    Giacomo  Ebrez  a.  18;  g.  8;  m.  Artighio.  (Eberz 

a.  Isny;  cf.  oben  S.  187.) 
115  f.  184.    1645,  Sept.  1.     Zuanne  Maier  dai  remessi  ^)  d'anni  45;  g.  20; 

m.  Artighio. 
f.  185.  1646,  März  20.     Tobia  dai  remessi  Tod.  a.  26 ;  a.  1. 
f.  186'.    1646 ,  Sept.  8.      Giacomo    Giovanni ,    figliolo    del    s.    Michiel 

Miller,  subito  nato. 
f.  188'.  1647,  Nov.  10,   Massimilian  Haan  q(uondam)  Lunardo  (a.  Saizb.; 

cf.  oben  s.  174.)  a.  45;  g.  40;  visitato  dal  medico  Valenzi  Hebreo. 
f.  191.    1648,  Okt.  21.     Giorgi  Gierol.  Coles  Alamano  a.  24. 
120  f.  192'.  1649,  Juni  20.     Christofolo  Baiardi  Trentino  a.  38;  g.  14;  m. 

Hebreo  Balenz. 
f.  192'.    1649,   Juli  21.     Gio.  Gast  Todesco   d'anni   60    incirca;   g.  8; 

visitato  dalli  medici  Molinetto  et  Trivellin.   (a.  Nürnb.  cf.  oben  S.  193.) 
f.  196'.    1651,   Sept.  1.     Nicolo   Buster   d'anni   80   circa,   amalato   da 

vecchiagia  mesi  3  circa,  visitato  dal  medico  Hebreo  detto  Chebeghe ; 

et  lui  Buster  per  esser  venuto  a  Venetia  giovine,  non  si  sä  di  che 

paese   preciso   egli    si  sii ;   ma   vien   detto   che   sii  Bavaro ;   sta   in 

Venetia  da  anni  72  in  qua. 
f.  197.    1651,  Sept.  19.     Dominico  Coler  Todesco   sartor  d'anni  30  in- 
circa,  amalato   da   febre   maligna  g.  15   circa,  visitato   dal  medico 

Hebreo  detto  Chebeghe. 


1)  laorar  de  remesso  =  impiallaceiare,  mit  Holzibelegcn,  oder  —  intarsiare,  mit  Holz 
einlegen ;  cf.  Boerio. 


254     Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580—1765. 


Vol.  II  1653—1765. 


f.  1.    1653,  Aug.  5.     Lunardo   Ghigen,   fio   di    D.  Gierol.  Todesco   da 

Villaco,   d'anni  27  circa,   amalato  da  febre  giorni  15,  visitato  dall' 

medico  Brani. 
125  f.  1.   1653,  Aug.  9.    Andrea  Han,  mercante  di  Salzsburgo  (cf.  oben  S.  174), 

d'anni  45  incirca,  amalato  da  febre  maligna  e  petecchie  giorni  15. 

Visitato  dal  Medico  Otto  Alemano. 
f.  3.  1654,  Juni  17.    Francesco,  fio  di  Giacomo  Briö  da  Trento,  d'anni 

20  circa,  hieri  sera  alle  höre  23  circa  fu  assalito  da  un  suo  inimico, 

che  lo  trucidö  con  undeci  ferite,  e  mori  subito. 
f.  9.    1657,    Jan.    4.      Cattarina,    q(uondam)    Zuatone    Auser   (Hauser?) 

Todesco,  d'anni  85  circa,  amalata  da  vecchiagia  e  caduta  la  seconda 

volta  di  percossia  giä  mesi  disdotto.     Visitata  dalli   medici  Molina 

e  Cabibi  Hebreo.     La  fa  sepelir  D.  Lorenzo  Onzelt,  suo  germano  e 

credono  comissario.  , 

f.  12'.    1658,   April  22.    Giorgio  Lottner  d'Augusta    d'anni   70   circa, 

infermo   giä    mese   4   d'apoplesia   e   cattaro   senza    medico.     Lo    fa 

sepelir  il  S^-  Vancolen  (a.  Aachen)  di  fontico. 
f.  12'.  1658,  Mai  14.   Lion,  figliolo  di  M.  Marcello  Maltingner,  di  mesi 

18  circa,  amalato  da  spasemo  giorni  8  circa.     Visitato  dal  medico 

Folis.     Lo  fa  sepelir  il  d.  suo  padre. 
130  f.  13.  1658,  Aug.  31.     Lorenzo  Onzelt  calegher  d'anni  68,  amalato  da 

una   caduta    con    febre   continua    mesi   uno.     Visitato    dal    medico 

Molina.     Lo  fa  sepelir  Pietro  Onzelt,  dicono  suo  nepote. 
f.  13.  1658,  Okt.  9.    Dominico  Cester  Todesco  d'anni  60  circa,  amalato 

da  febre  continua  senza  medico  mesi  tre.     Lo    fa  sepelir  la  scola^) 

amore  Dei. 
f.  15.    1659,  April  5.     II  s^^-  Giona  Miller   di  Nolimbergo  (sie)   d'anüi 

53  circa  e  ricade  la  seconda  volta  giä  giorni  sei :  lo  visitö  il  medico 

Moresini.     Lo  fä  sepelir  il  s'^-  Baidissera  Ertel  per  esser  giovene  di 

sua  Camera  in  fontego. 
f.  16.  1659,  Sept.  10.    Zorzi  Pauer  Todesco  di  anni  24  incirca,  giersera 

e  venuto  da  Roma  ä  höre  24  et  a  tre  höre  e  morto  per  il  sangue 

che  li  e  uscito  da  naso.     Lo  fanno  sepelir  li  suoi  compagni. 
f.  16.  1659,  Sept.  17.    Michiel  Cibech,  Todesco  da  Baviera,  di  anni  24, 

amalato  da  febre  continua  giorni  otto  in  circa,  visitata  dal  medico 

Molina.    Lo  fä  sepelir  il  s^'-  Zuanne  Rostt  Todesco,  suo  compatrioto. 
135  f.  16'.    1659,  Okt.  3.     Maddalena  Milarin  Todesca   di  anni  30  incirca, 

amalata    da   febre    e   cataro    mesi   3    incirca ,    visitata   dal   medico 

Romano.     La  fä  sepelir  sua  madre. 
f.  16'.    1659,  Dez.  28.     Ermann  Lucchner  d'Augusta   d'anni  24  circa, 

amalato   da   febre    maligna  giorni  10  incirca,   visitata   dal   medico 

Trivelino.     Lo  fä  sepelire  D.  Giacomo  Paflfler,   comesso   de  Signori 

Pecchlin  (Böckhiin  ?  cf.  oben  s.  179.)  et  Sorer. 


1)  Die  Bruderschaft  der  Bäcker?  oder  Schuhmaoher?  oder? 


Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580  —  1765.     255 

f.  18.   1660,  Juli  23.    Giorgio  Waichman  d'Olmo  (Weickmann;  cf.  oben  S.  iss) 

d'anni    23    cii'ca,    amalato    da    febre    continua    giorni    otto    circa; 

medico  Vallencino.     Lo  fa  sepelir  la  Nation  Alemana. 
f.  18'.    1660,    Okt.    20.     Cbristoforo    Martini    Alemano,    portinaro    di 

fontego   de  Todeschi,  d'anni  28  circa,   amalato    da  febre    continua 

giorni  15  circa;  medico  Trevelin.     Lo  fä  sepelir  la  Natione. 
f.  22'.  1662,  Juni  16.   Zuanne,  fio  di  Mattio  Echelpac;  g.  2;  suo  padre^). 
uo  f.  24.    1668,  Mai  27.     Anna,  consorte  di  M.  Zorzi  Hens,   a.  50;   g.  8 ; 

Medico  Ebreo;  suo  consorte. 
f.  25'.    1663,  Nov.  8.     Giorgio  Christoforo   Mangolt  a.  42;   g.  20;   m. 

Trivillin;  Sigismondo  Mangolt  suo  fratello.  (a.Augsb. ;  cf.  oben  S.  i8o  u.  I8i.) 
f.  25'.    1663,  Nov.  13.     Armano  Raididel   da  Vienna  a.  24;  g.  15;  m. 

Mussato ;  s^-  Dominico  Zannini. 
f.  27'.  1664,  Sept.  8.    Zuanne,  fio  di  m.  Zuanne  Hilleprant,  a.  23;  g.  7  ; 

Dolfin  e  Monsü  francese;  suo  padre. 
f.  28.    1664,   Okt.  13.     Zuanne  Trane  (?)  Todescho  a.  25;   g.  8;   Ber- 

nardo  Gherin,  suo  cognato  all'  Aquila  Nera. 
145  f.  28.    1664,  Okt.  22.    Gio.  Leonardo  Sorer,  mercante  Alemano  (Schorer 

a.  Augsb. ;  cf.  oben  s.  179)  a.  35 ;  g.  18 ;  Florio  e  Liarca ;  Mattio  Lauber 

(a.  Kauf  beuren;  cf.  oben  S.  183)    SUO   COmpagnO  nel  negotio. 
f.  29.    1665,   April   26.     Gio.  Batt(ist)a,   f.  d.  ßJrtolo   Gnuff   m.  10; 

m.  1 ;  sua  madre. 
f.  29'.    1665,   Mai  17.     Zorzi   Aiz   Todesco    a.  55;   un    mese;    medico 

todesco  Aldimarsi;  Zuanne  Puceni  Todesco  suo  camerata.   (Hais?) 
f.  31.    1666,  April  20.    Gio.  Christoforo  Ginuag  Allemano  a.  21;  g.  8; 

Trivilin  e  Blanchenbach ;  Mattia  Lauber  di  fontico. 
f.  31'.  1666,  Aug.  2.   Anna,  fia  di  m.  Michiel  Arson  Tod.,  a.  12 ;  g.  14; 

Blanchinbach ;  suo  padre. 
150  f.  33'.    1667,   Okt.  10.     Lorenzo   Heipech  Tod.,    camerier   all'   Aquila 

negra,  a.  36;  Mussato;  fa  sepelir  D°  Bernardo  Gering,  patron  dell' 

ostaria  sudetta. 
f.  35.  1668,  Sept.  3.    Christi ano  Naiderich  (Naidovich?),  cuogo  in  fontico 

de  Tod.,  a.  22;  mesi  3;  Blanchinbach;  la  Natione  stessa. 
f.  36.    1669,   Febr.  13.     S.  Pandolfo  e  Sebastiane  Fesch  a.  54;   g.  24; 

Blanckenbach;  Gio.  Giac.  Tegelar  suo  paesano. 
f.  87.    1669,  Juni  6.    Gio.  Fedrigo  Videnmarcher  di  Aisnoch  (Eisenach?) 

d'anni  22  incirca,    amalato    da  febre   maligna   et   flusso    giorni  34 

incirca.  •  Visitato  dal  ecc(ellentissi)mo  Moreo.     Per  esser  eretico  et 

morto  impenitente  si  manda  alli  lochi  ordinarii  ^). 
f.  38'.    1670,   Febr.  15.     Adamo  Recher,    a.  36 ,   di  Boemia,   heri  sera 

cade  in  aqua  et  si  anegö;  li  suoi  Patroni. 
155  f.  41.    1671,   Aug.  12.     Giov,  Hilebrant,   ligador   di   fontego,    a.  68 

g.  4 ;  Musitelli ;  sua  consorte. 
f.  41.    1671,  Okt.  9.     Feiice  conte  di  Lodron  e  castel  Romano  a.  37 

Sig.  Mai'chese  Capra  suo  nepote. 
f.  41'.    1672,   April  26.     Henrico   Lodovico    Luz   Tod.    a.  28;    g.  21 

Otton ;  Bern.  Gerin  (?)  oste  all'  Aquila  Nera. 
f.  41'.    1672,   Mai  22.     Giacomo  Snaider,    canever   di   fontico,    a.  24 

g.  10;  Musitelli;  la  nation  Alemana. 


1)  Ich  lasse  von  hier  ab  die  Worte  ,amalato'  (visitato  dal)  .medico',  ,lo  fa  sepelir'  wieder  weg. 

2)  auf  den  Lido ;  cf.  oben  S.  248. 


256     Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765. 


f.  41'.    1672,  Aug.  7.    Michiel,  figliolo  di  M.  Iseppo  Belin,  bastago  in 

fönt.  d.  Tod.;  a.  5 ;  m.  5;  Musitelli;  suo  padre. 
160  f.  42.  1672,  Okt.  21.    Gäo.  Corado  Alemano  a.  30 ;  g.  8 ;  Locatello ;  la 

Nation  per  caritä. 
f.  42'.    1673,  Jan.  16.     Daniel  Guntertuendorf  a.  22 ;   g.  2;    Otton;    si 

sepelisce  per  l'amor  di  Dio. 
f.  47'.  1676,  Aug.  26.    Anna  Maria,  figlia  del  S.  Mattio  Lauber,  a.  7; 

g.  18;  Ben;  suo  padre. 
f.  50'.    1677,   Sept.  22.    Vitto   Ernesto  Vieh  (Wich?)  a.   21;   g.  9;   Za- 

netti  et  Florio;  S.  Cristoffolo  Eberz. 
f.  52'.    1678,  Aug.  8.     Gotfredo  Adamo  Maichel  di   Gratz  a.  45;  g.  8; 

Ben;  Pietro  Cortelli  suo  patrone. 
165  f.  53'.    1678 ,   Nov.  23.     Gio.   Cristoffalo   Hochaicher   d'Agusta    a.  63 ; 

g.  26;   Gilberto;  SS.  Offer  et  Pacmagier.   (magier  =  mayer ;  Hopfer  u.  Bach- 

mayer  a.  Augsb. ;  cf.  oben  S.  181.) 

f.  60.    1681,  Aug.  9.     Giacomo  Cheldeman,   bastaso  in  fontico,   a.  60; 

m.  4 ;  Ben ;  la  scola  de  bastasi  senza  capitolo. 
f.  61'.  1682,  März  2.    Ulderico  Hiselfelder  a.  25;  g.  15;  Ben;  Filippo 

Rad  (a.  Augsb. ;  cf.  oben  S.  179)  SUO  corrispondente. 
f.  64.  1683,  Juli  18.     Giovanni  fio  di  d«  Giovanni  Thechel  Tod. ;  a.  3; 

m.  1 ;  m.  Vetto  Pferchert  (?). 
f.  64.    1683,   Aug.   28.     Gio.   Giorgio    Pagier    (Payer?)    a.   24;    g.  14; 

Alberti ;    S.   Giorgio    Christofolo   Hebertz    (Eberz ;  cf.  oben  s.  ist)    suo 

padrone. 
170  f.  64'.    1683,   Nov.  30.     Maria,    fia    di  Bastian  Egrettamagier   m.  6 

suo  padre  senza  cap. 
f.  65'.  1684,  März  3.    Margarita  Roser  vedoa  a.  83 ;  g.  8;  Gio.  Bohem 

Mattio  Lauber  con  capitolo. 
f.  69.  1684,  Sept.  4.     Lodovico,  fio  di  m.  Bastian  Egertmagier,  g.  20 

suo  padre  senza  capitolo. 
f.  70.    1686,   März  7.     Paulo  Chercil,   a.  26;  g.  9;    Stafetta;  la   scola 

de  calegheri  Todeschi  senza  capitolo. 
f.  72',    1687,   März  6.     Leonardo  Ruepprecht  a.  21;   g.  9;  Alberico   e 

Ben;  Mattio  Lauber  mercante  di  fontico  de  Tod. 
175  f.  75'.  1687,  Sept.  17.   Pietro  da  Piera  della  Pieve  di  Condino,  diocese 

di  Trento,  a.  34;  g.  12;  Bonamin;  suo  germano  con  capitolo. 
f.  81'.  1689,  Okt.  15.    Daniel  Balth(asar?)  Todesco  a.  40;  sua  consorte 

senza  capitolo. 
f.  82'.    1689,   Nov.   13.     Margarita,    consorte    del    s.  Daniel    Baldauf 

(cf.  oben  s.  248.) ,  a.  40;  g.  18;  Ben;  M.  Adamo  Porer  ligador  di  fönt, 
f.  84'.  1690,  Sept.  23.    Zuanne,  fio  di  Michiel  Miler  soldato  Tod. ;  m.  3 

(si  sepelisce)  per  l'amor  di  Dio. 
f.  88'.    1693,   Febr.  6.     Andrea  Maria,  consorte  di  s.  Martin  Parisent, 

hoste  all'  Aquila  nera  a.  37;  m.  3;  Bohem  Todescho;  suo  consorte. 
180  f.  88'.  1693,  März  5.    Gio.  Alberto,  fio  di  Fil.  Giac.  Mizel  Tod.,  g.  12; 

suo  padre  senza  capitolo. 
f.  89.    1693 ,  Aug.  1.     Michaele  Masser  Tod.  a.  60 ;   g.  2 ;    suo   nipote 

senza  capitolo. 
f.  89.  1693,  April  16.   Adamo,  fio  di  m.  Bastian  Egertmagier,  a.  6 ;  suo 

padre  senza  capitolo. 
f.  89'.  1693,   Sept.  20.     Giacomo  Grassei,   mercante  di  fontico,  d'anni 

63 ;  m.  2 ;  Bohem ;  la  sua  Natione  con  capitolo. 


Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580—1765.     257 

f.  92.   1694,  Dez.  29.    Giov.  Giacomo  Sigman,  spendidor  di  fönt.,  a.  77; 

la  nation  Alemana  con  capitolo. 
185  f.  95'.    1696,   Nov.  2.     Eegina,   figlia   di   Henrico  Vagman  (Wagmann?) 

pittor,  a.  1;  m.  6;  suo  padre  senza  capitolo. 
f.  97.    1697,    Okt.  1.     Zorzi  Caufmegir  (Kaufmeyer?)  di  nation  Alemana 

a.  50,   portinaio   di  fonticho  di  Tod. ;    g.  8 ;  morto  nel  sodetto  fon- 

tico;  Ben.     Lo  fanno  sepelir  i  suoi  patroni  con  capitolo. 
f.  97'.  1697.  Okt.  15.    Maria  Ponte  Todescha  a.  62;  m.  1;  Franceschi; 

suo  figlio  con  capitolo. 
f.  99.  1698,  Nov.  18.    Antonio  Maria,  fio  del  s.  Gio.  Carlo  Herzhauser, 

q.  Vito  Giovanni ;  m.  2 ;  suo  padre  con  capitolo. 
f.  99'.  1699,  Febr.  2.    Zuanne,  fio  di  Filippo  Mizel,  ligador  in  fönt.  d. 

Tod.,  subito  nato;  suo  padre  senza  capitolo. 
190  f.  99.'    1699,  Febr.  2.     Maria,  fia   di  Filippo  Mizel,   subito  nata;  suo 

padre  senza  capitolo. 
f.  100    1699 ,    Juni  13.     Cattarina  Elisabetta   Cleme   Todescba   a.  18 ; 

m.  1;  Musitelli;  sua  sorella  senza  capitolo. 
f.  100'.    1699,  Dez.  19.    Elena  Lucia,   fia  di  s.  Gio.  Carlo  Herzhauser, 

a.  8;  suo  padre  senza  capitolo. 
f,  104.    1701 ,   Sept.  1.     Elena,    fia    di  s.  Gio.  Carlo  Herzhauser,  m.  9 ; 

suo  padre  senza  capitolo. 
f.  105',    1702,  Nov.  14.     Cattarina,   fia  di   Simon  Giovanelli,  speditor 

di  fönt,  di  Tod.;  m.  8;  suo  padre  senza  capitolo. 
195  f.  106'.    1703,   März   6.     Paulina,   relicta    del    q(uonda)m    Domenico 

Easchir  (?) ,  a.  42 ;  m.  3 ;  D.  Gio.  Batt*-  Ceriol  suo  commissario  con 

capitolo. 
f.  113.    1705,   Mai  24.     David  Feher  Todesco,   ligador   in   fontico  de 

Todeschi,  d'anni  30,  ammalato  da  febre  maligna  gia  giorni  5,  visi- 

tato   dal   medico  Been   e   per   quanto  si   puö   sapere   e   di  religion 

sospitta;  fanno  sepellir  li  suoi  parenti  al  Lido. 
f.  115.    1706,   April  30.     Meneghina    del   q(uondam)   Maffio   Flutardi 

(Hutardi?),  relita  del  q(uondam)  Michiel  Hartong,  d'anni  80;  m.  4; 

Giovanni  Miller  commissario  con  capitolo. 
f.  115'.    1706,  Aug.  6.     Daniel,   fio  di   altro  Daniel  Snor,  m.  8;   g.6\ 

suo  padre  (con)  prete  e  zagho  ^). 
f.  119'.    1707,  Dez.  22.    II  S^-  Giov.  Giac.  Deler  d'anni  63,  uno   de 

colleggiati  della  nation  Allemana   del  fontico  de  Todeschi  privileg- 

giata,    ammalato   da  febre   e  mal  d'orina  giorni  12;   visitato  dall' 

ecc™^-  medici  Alberti  et  Arteman  (Hartmann?);  fanno  sepellir  li  sig"- 

COnSOli    della  Nation    sudetta    con    capitolo.    (Deller  a.  Leutkirch ;  cf.  oben 

(S.  248.) 

200  f.  125.  1709,  Sept.  16.  Tomaso  Laider  callegher  a.  46;  g.  10;  Freschi, 
Lo  farä  sepellir  la  scola  dell'  Anontiata  de  Todeschi  in  San  SamueP) 
(con)  prete  e  zago. 

f.  128.  1710,  Okt.  28.  Gio.  Zorzi,  fio  di  s.  Iseppo  Fessel  Todesco, 
g.  15;  suo  padre  con  prete  e  zago. 

f.  128.  1710,  Dez.  26.  II  s^-  Mattia  Lauber  de  Laubenfeld,  conseglier 
di  comercio  di  S(ua)  M(aest)a  Ce(sare)a,  d'anni  84,  uno  de  collegiati 
della  Natione  Alemana  del  fontico  de  Todeschi  privileggiato ,  am- 
malato  da   febre   e   mal   d'orina   giorni   20   incirca;    visitato    dall' 

J)  =  chierico  cf.  Boerio. 

2)  Die  Bruderschaft  der  deutschen  Schuhmacher;  cf.  später  im  Anhang. 

.        K  17 


258     Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765. 


ec(.mo.  Medice  Behm;  fä  sepellix*  il  S'^-  Gio.  Christofolo  Lauber,  uno 
fratello,  della  Natione  sudetta  al  Lido.   (cf.  oben  s.  i83). 

f.  128'.  1711,  Jan.  27.  S^-  Giov.  Christofolo  Lauber  d'anni  70;  amma- 
lato  g.  4  dalla  percossia;  fanno  sepellir  sua  consorte  e  nipote  al  Lido. 

f.  134.  171-^,  Juli  17.  Filippo  Alberto  Kad  (a.  Augsb.;  cf.  oben  s.  179) 
a.  78 ,  mercante  in  fontico  de  Tod. ,  ammal.  da  febre  e  rottura  ^) 
g.  4 ;  med.  Giov.  Behm ;  fa  sepellir  il  s"^-  Giac(om)o  Benspergh  al 
Lido. 
205  f.  139.  1714,  April  20.  Giustina,  fia  di  m.  Gioachin  Frac,  bastazo  di 
Font.,  g.  18;  suo  padre  (con)  prete  e  zago. 

f.  139'.  1714,  Mai  31.  Gio.  Gasparo  Hosler  (corrigirt)  Todescho,  giovane 
del  s'^-  Gio.  Sola,   a.  22 ;  g.  10 ;  Fehx ;  s.  Gio.  Sola  con  capitolo. 

f.  148'.  1717,  Juni  27.  Elisabetta,  cons(orte)  di  Stefano  Smit  (Schmit?), 
bastaso  di  fönt,  de  Tod.,  a.  23;  g.  5;  Fez  (?);  suo  marito  (con)  prete 
e  zago. 

f.  151.  1718,  Mai  6.  II  S"^-  Giacomo  Sneider  d'Augusta  (Schneider?) 
d'anni  38 ;  ammalato  da  febbre  et  infiammatione  ^)  g.  56 ;  vis.  d. 
Bem  et  Lodovici;  fa  sepellir  il  Sig.  Giacomo  Benspergh  al  Lido. 

f.  152'.  1718,  Dez.  31.  Bartolo  Pelizari,  sottocogo  del  fontego  de  Tod. 
a.  36;  colica  con  estinuatione  m.  3;  vis.  dal  Fehx;  fa  sepellir  il 
sigr.  console  della  Natione  Alemanna  con  capitolo. 
210  f.  154.  1719,  Aug.  8.  Gio.  Henrico  Colmbach  (Caienbach  s.  oben  s.  248)  di 
Coburgo  di  religion  sospetta  d'anni  34  incirca;  ammalato  di  febre 
maligna  gia  giorni  14  incirca;  visitato  dall'  ecc*^-  Fez;  fa  sepellir 
il  console  ä  S.  Cristofolo  de  la  Face  nel  luoco  destinato. 

f.  159.  1721,  März  3.  Matteo,  fio  di  m.  Gabriel  Paxmid,  ligador  di 
fönt.;  g.  14;  fa  sepelir  suo  padre  (con)  prete  e  zago. 

f.  166.  1725,  Jan.  12.  E  capitato  alla  riva  del  fontigo  de  Tod.  il 
cadavere  di  S.  E.  il  S.  Co.  Federigo  Luigi  Eevenston  (?  Reventiov?), 
Camerier  di  S.  M.  Reale  di  Danimarca,  d'eta  anni  25 ;  ammalato  da 
variole  g.  17 ;  morto  in  Padova ,  medico  ßoella  di  detta  cittä. ;  quäl 
cadavere  il  capitato  qui  con  un  barchiello  in  una  cassa  impegolata 
e  lastrata  di  ferro ') ,  e  detto  cadavero  fu  posto  in  deposito  in 
fontigo  de  Tod.  d'ordine  del  mag(istra)to  ecc(ellentissi)mo  della  sanitä 
per  dover  esser  spedito  in  Danimarca  sua  patria. 

f.  174.  1730,  Jan.  28.  Pasqua  Elexempamber  (?)  a.  50;  g.  11;  Bene- 
detti;  suo  marito  con  capitolo. 

f.  197.  1738,  April  5.  Antonio  Elesampamber  (?),  fio  d.  s.  Erolamo, 
a.  21;  Fontana;  suo  padre  con  capitolo. 
815  f.  200.  1739 ,  Febr.  25.  Illnio-  s'^-  Giacomo  Benspergher  (Benspergh  a. 
Lindau;  cf.  oben  S.  187),  mercante  di  fontico  de  Tod.;  Luteran  d'anni  71 
incirca,  amalato  da  una  ernia  "*)  intestinale  g.  4 ;  M.  Paison ;  mori 
all'  höre  24;  si  sepelisce  a  S*o-  Cristofolo. 

f.  203.  1740,  Jan.  16.  Antonio  ßizer  a.  70 ;  S.  Pietro  Santorini ;  sua 
figlia  con  capitolo. 

f.  22^7'.  1746,  Sept.  5.  Giovanni  Conich  a.  47;  m.  5;  m.  Steffani;  si 
sepelisce  nel  luogo  solito  de  protestanti.   (König?) 

f.  231'.  1747;  Nov.  17.     Domenico  Valt  a.  44;  amore  Dei. 


1)  Bruch. 

2)  Entzündung. 

3)  ..in  einer  verpichten,  mit  Blech  beschlagenen  Kiste" 
i)  Bruch. 


Verzeichniss  der  in  S.  Bartolomeo  zu  Venedig  best.  Deutschen  1580 — 1765.     25P 

f.  234'.  1748,  Nov.  23.     Paula  Frizele  a.  72;  m.  1;  amore  Dei. 
220  f.  235.  1749,  Juni  16.     Agata  Miller  a.  68. 

f.  236.    1749,  Nov.  8.    Maddalena  q.  Mattio  Echelpach  rel(itta?)  del 

q.  Zuanne  Ries  a.  88;  con  capitolo. 
f.  237'.  1750,  Jan.  8.     Giro!,  e  Giorgio  Elesempamer  a.  68;  suo  figlio 

con  capitolo. 
f.  238,    1750,  Juni  7.     Michiel  Arnbrand  (Schümbrand  a.  Ravensburg;  cf.  oben 

S.  187)    a.  68;   g.  4;  Francesco  Hisperger;  nel  luogo  solito  de  prote- 

stanti. 
f.  243.    1751,    Okt.   16.      Gio.    Corrado    Westermiller    (Schwestermüller  a. 

Augsburg;  cf.  oben  s.  180)  a.  60;  Paitton ;  nel  luogo  solito  de  protestanti. 
225  f.  244.    1752,   März   6.     Zuanne    Enrico    Lencberlin   (Enderiin  a.  Lindau; 

cf.  oben  s.  187)    a.  45 ;  nel  luogo  solito  de  protestanti. 
f.  248.    1753,   März  9.     Zuanne  Beccber  (Beck  a.  Aagsburg;  cf.  oben  S.  i80) 

a.  70;  Francesco  Bonajuti;  nel  luogo  solito  de  protestanti. 
f.  254'.  1756,  Mai  19.    Cristofolo  di  Giorgio  Hail  m.  9 ;  senza  capitolo. 
f.  260'.    1758,   Nov.   1.     Cecilia    q(uondam)    Girolamo    Elesempanber, 

a.  50;  con  capitolo. 
f.  261'.    1759,    April    1.      Gio.    Andrea   Seitz   Tedesco    di    Norimberg 

a.  26 ;  Scarmolin ;  nel  luogo  solito  de  protestanti. 
230  f.  262'.    1759,  Juli  29.     E  arrivato  alle  ore  20  dalla  Follina^  in  una 

cassa   il   cadavere   del   q(uondam)  Gio.  Giorgio   q(uondam)  Filippo 

Sthal  a.  64;  nel  luogo  solito  de  protestanti.    (Stahl  a.  Stuttgart;  cf.  oben 

S.  186). 

f.  273.    1763,  Nov.  11.    Giovanni  di  Giorgio  Enrico  Hail  a.  5;  g.  10; 

Nomicö;  nel  luogo  solito  de  protestanti  in  S.  Cristofalo. 
f.  274'.  1764,  Nov.  19.    Giorgio  q(uondam)  Girol.  Elesempamber;  a.  57 

(visitato)  dair  Oglio  (?);  con  capitolo. 

1)  (Comune  nel  Veneto,  provinc.  di  Treviso'. 


i^6o 


n 


Beilage  II. 

Verzeichniss  deutscher  Fastenprediger  in  Venedig. 

„S.  Bartholomaei  Kirche,  allda  in  der  Fasten,  wie  Henznerus 
schreibet,  Teutsch  geprediget  wird"  berichtet  Martin  Zeiller  in  seiner 
„Raiß- Beschreibung  durch's  Welschland"  ^).  Eine  Liste  solcher 
deutscher,  meist  aus  Deutschland  stammender,  Fastenprediger  in 
S.  Bartolomeo  findet  sich,  worauf  mich  Herr  Comm.  N.  Barozzi 
aufmerksam  zu  machen  die  Güte  hatte,  in  einer  Handschrift  der 
Sammlung  Gradenigo  (Nr.  25)  des  Museo  Civico  Correr  in  Venedig, 
die  den  Titel  führt :  ,Raccolta  di  alcuni  predicatori  ed  oratori  che 
decorarono  gli  pulpiti  della  cittä  di  Venezia'.  Die  Liste  beginnt  auf 
dem  ersten  Blatt  mit  dem  Jahre  1711  und  geht  mit  Unterbrechungen 
bis  1776;  auf  dem  folgenden  Blatt  werden  noch  mehrere  Namen 
aus  dem  15.,  17.  und  18.  Jahrhundert,  wie  es  scheint,  nachgetragen. 
Ich  lasse  jedoch  die  Ordnung,  wie  sie  die  Handschrift  aufweist. 

^)  Itinerarium  Italiae  1640  cap.  3  f.  65.  Die  citirte  Stelle  steht  in  Pauli 
Hentzneri  Itinerarium  Germaniae,  Galliae,  Angliae,  Italiae  (1617)  zum  Jahre 
1599  pag.  228. 


lei 


Predicatori  in  tempo  di  Quadragesima  S.  Bartolomeo, 

1711.  D.  Gio(vanni)  Franc(esc)o  Erel  di  Baviera. 

1712.  R(everen)do  D.  Giovanni  Erel  di  Baviera. 

1713.  D.  Giovanni  Franc(esc)o  Erel  sudetto. 

1718  (sie).  P.  Fran(cesc)o  a  Puero  ')  Jesui  Tedesco  in  questo  e  nell'  anno 
seguente  dell'  Ordine  Jerolimino  (sie). 

1715.  P.  Fedele  .  .  Professore  della  Provincia  di  Siria  ^). 

1716.  P.  Eligio  Liberse  per  li  Tedeschi. 

1717.  D.  Z(an)  Francesco  Antonio  Erti  (?)  Bavarese. 

1721.  — 

1722.  — 

1723.  P.  Cornelio  Flores,  Riformato,  per  la  Nazione  Alemana. 

1724.  P.  Cornelio  Froller,  Riformato,  per  i  Tedeschi. 

1725.  P.  Cornelio  Herer,  Riformato,  per  i  Tedeschi. 

1726.  P.  Fortunato,  Capuccino,  per  la  Nazione  Alemana. 

1727.  — 

1728.  — 

1729.  P.  Giuseppe  Lovina,  Gesuita. 

1742.  P.  Gio(vanni)  Antonio  Kraus  per  li  TodescM,  Riformato. 

1743.  P.  Gio(vanni)  Antonio  da  Bolzan  per  li  Todeschi,  Riformato. 

1750.  Per  li  Todeschi  P.  Concordio  da  Piciardi,  Riformato. 

1751.  Per  li  Todeschi  P.  Concordio  da  Milan,  Riformato. 

1752.  P.  Concordio  da  Milan  per  li  Todeschi. 

1753.  P.  Concordio  da  Milan  o  da  Tiliano,  Riformato. 

1754.  R.  P.  Eligio  d'Annania  ^)  Cappuccino  della  Provincia  della  Stiria. 

1755.  P.  Adefonso  da  Monaco  per  la  Nazione  Tedesca. 

1756.  P.  Adefonso  sudetto  da  Baviera,  Cappuccino. 

1757.  R.  P.  Franc(esc)o  Reggio,  Cappuccino  della  Provincia  di  Baviera. 

1758.  P.  Franc(esc)o  Regii  da  Rieda  *)  nella  Baviera,  Capuccino. 

1759.  P.  Sisenando  (sie)  da  Landshutz  ^),  Capuccino,  Tedesco. 

1760.  R.  F.  Primus  Buel,  Capuccino,  Tedesco. 

1761.  R.  F.  Primo  da  Bologna,  Capuccino,  per  la  Nazione  Tedesca. 

1762.  R.  F.  Primo  da  Bologna,  sudetto. 

1763.  P.  Emiliano  da  Badia,  Teologo  Capuccino. 

1764.  P.  Emiliano  sudetto. 


1)  cf.  unten  S.  262,  wo  derselbe  gleichfalls  zu  1718  und  1719,  aber  als  P.  Franc,  a  Pueco 
aufgeführt  ist. 

2)  Zu  lesen  ,Stiria'  wie  später? 
ä)  Anagni? 

♦)  Ried. 

6)  Landshut. 


262 


Verzeichniss  deutscher  Fastenprediger  in  Venedig. 


1765.  E.  P.  Engardo  da  Marano  ^),  Capuccino. 

1766.  E.  P.  Engardo  da  Marano,  Capuccino  sudetto. 

1767.  E.  P.  Massimino  Eiformato. 

1768.  E.  P.  Massimino  Tedesco  Min(orita)  Eif(ormato). 

1769.  P.  Massimino  sudetto. 

1770.  E.  P.  Alberto  Sprene  Minor(ita),  Eiformato. 

1771.  II  M.  E.  P.  Alberto  Todesco,  Eiformato. 

1773.  II  E.  P.  Teodoro  Prov(encia)le  da  Brixinone  ^)  nel  Tirol,  Capuccino. 

1774.  II  Edo.  P.  Teodoro  Todesco  da  Brissinone,  Eiformato. 

1775.  II  E<io-  P.  Teodoro  da  Bressanon,  Eiformato  Tedesco. 

1776.  II  Jldo.   p.  Alberto    da   Eppanio  ^)    Minor(ita)    Eiformato    per    li 

Todeschi. 


Dann  auf  dem  folgenden  Blatt: 

1446.  F.  Teodoro  di  Alemagna,  Lettore  Eremitano. 

1447.  F.  Teodoro  sudetto  predicö  il  primo  Gennaro  ed  anco  la  Quaresima. 
1452.     F.  Arigo  dal   Brabante,  Lettore  Agostiniano,   la  Quaresima  agli 

Alemani. 
1454.     F.  Jodoco  di  Alemagna  la  Quaresima,  Agostiniano  Lettore. 
1695.     P.  Didaco  da  S.  Iseppo,  Gen.  Carmelitano  per  li  Tedescbi. 

1699.  P.  Placito  Interingler  Benedittino. 

1700.  P.  Placido  Interinger  per  la  Nazione  Alemana. 
1706.     P.  Franc(esc)o  Majer  da  Passavia,  Gesuita  per  li  Alemani. 

1718.  P.  Franc(esc)o  a  Pueco^)  Chesu  Todesco,  eremita  di  S.  Gerolamo. 

per  la  nascione  (sie)  Alemana. 

1719.  P.  Franc(esc)o  a  Puecö  Clesü  (sie)  Todesco  per  la  Nazione. 


1)  Meran? 

2)  Brixen.J 

3)  Eppan  in  Tirol? 
*)  cf.  oben  S.  261. 


Ui 


Anhang: 

Zur  Geschichte  deutscher  Gewerbe- 
treibender in  Venedig. 


l 


I 


^ 


(b^ 


JJie  welthistorische  Bedeutung  Venedigs  als  politische  und  als 
Handels-Grossmacht,  sowie  die  Grundlage  dieser  Weltstellung  sind  zu 
bekannt,  als  dass  man  darüber  viele  Worte  verlieren  dürfte,  ohne 
befürchten  zu  müssen,  oft  Gehörtes  oder  Gelesenes  zu  wiederholen. 
Auch  die  Bedeutung  Venedigs  als  „Kulturstaat"  haben  Andere  zu 
würdigen  nicht  unterlassen,  so  insbesondere  G.  M.  Thomas  in  seiner 
Festrede^):  „Die  Stellung  Venedigs  in  der  Weltgeschichte".  Kurz 
und  bündig  weist  er  hin  auf  den  Einfluss,  den  diese  Handelsstadt, 
die  Petrarca  als  „emporium  orbis",  Bessarion  als  „alterum  Byzantium" 
bezeichnet^),  in  der  Geschichte  des  Völkerverkehrs,  des  Völkerrechts 
und  der  Handelsgesetzgebung,  im  Seewesen,  in  der  Finanzwirthschaft, 
im  Geld-  und  Münzwesen,  in  der  Frage  über  Ansässigmachung  und 
Aufnahme  in  die  Bürgerrolle,  über  Gewerbeschutz  und  Gewerbefreiheit, 
ferner  auf  die  Wissenschaft  im  Allgemeinen,  auf  Länder-  und  Völker- 
kunde insbesondere,  auf  die  Geschichte  der  Literatur,  auf  das  Archiv- 
wesen, die  Statistik  (wie  wir  mit  J.  Burckhardt^)  hinzufügen  wollen), 
die  Geschichtschreibung,  auf  Kunst  und  Kunstgewerbe  lange  Zeit 
hindurch  ausgeübt  hat.  Ein  anderer  Einfluss  kommt  dabei  weniger 
zum  Ausdruck,  der  aber  vielleicht  nicht  minder  bedeutsam  ist  und 
hier  etwas  mehr  betont  werden  mag  —  ein  Einfluss  auch  kultur- 
geschichtlicher Art,  das  Wort  nur  noch  in  einem  etwas  engeren, 
spezielleren  Sinne  gefasst :  ich  meine  den  Einfluss,  den  die  Lagunen- 
stadt auf  die  Gestaltung  des  Lebens  anderer  Völker  ausgeübt,  die 
Rolle,  die  Venedig  in  der  Geschichte  der  Sitte  gespielt  hat. 

Um  es  mit  einem  Worte  auszudrücken:  Venedig  ist  für  das 
Mittelalter  und  lange  Zeit  darüber  hinaus,  vielleicht  bis  zum  Ende 
des  vorigen  Jahrhunderts,  das  „Paris"  der  neueren  Zeit  in  gutem 
und  freilich  auch  in  —  schlimmem  Sinne  gewesen  —  ein  Vergleich, 
der  so  nahe  liegt,  dass  man  sich  nicht  wundern  darf,  ihn  auch  ander- 
wärts von  Anderen  ausgesprochen  zu  finden. 

„Venedig" ,  sagt  z.  B.  Falke  in  ähnlichem  Sinne  in  seiner 
Geschichte    des    deutschen  Handels'*),    „war   für   Wien   damals,    im 

^)  zur  Vorfeier  des  allerhöchsten  Geburts-  imd  Namensfestes  K.  Ludwig  II. 
in  der  k.  bayer.  Akad.  der  Wiss.  am  25.  Juli  1864.  —  ^)  Thomas  a.  a.  0.  S.  16. 
—  ä)  Die  Kultur  der  Renaissance  in  Italien  (1.  Aufl.)  S.  69.  —  *)  Bd.  II  (1860)  S.  33. 


266 


Anhang. 


15.  Jahrhundert  ganz  besonders,  die  Stadt  der  Moden,  die  Quelle 
des  Luxus,  woher  die  Reichen  und  Vornehmen  nicht  nur  die  Seiden- 
und  Sammt-,  die  Gold-  und  Silberstoffe  bezogen,  sondern  auch  das 
Geschmeide."  Und  wenn  er  zum  Beweise  hiefür  eine  Urkunde  vom 
Jahre  1490  anführt,  durch  welche  einem  Wiener  Kaufmann  von 
Kaiser  Friedrich  III.  verschiedene  Mauten  u.  s.  w.  im  Betrage  von 
1500  Gulden  überwiesen  werden,  die  der  Kaiser  für  ein  in  Venedig 
bestelltes  und  erkauftes  Halsband  von  Gold  „mit  Diamanten,  Balesen 
und  Perlen"  schuldete  —  so  können  wir  auf  eine  nicht  minder  charak- 
teristische Notiz  in  den  Protokollbüchern  des  venetianischen  Senates 
hinweisen,  aus  welcher  hervorgeht^),  dass  der  nämliche  Friedrich  für 
die  burgundische  Braut  seines  Sohnes  Maximilian  im  Jahre  1477 
Seiden-  und  Sammtstoffe  in  Venedig  ankaufen  Hess.  Aber  auch 
bereits  im  Jahre  1303  erhält  die  „Königin  von  Deutschland",  wohl 
Elisabeth,  die  Gemahlin  Kaiser  Albrechts  L,  Geschmeide  aus  Vene- 
dig^), und  dergleichen  mag  noch  unzählige  Male  vorgekommen  sein. 
Es  schiene  mir  eine  dankenswerthe ,  aber  freilich  auch  mühsame 
und  nicht  eben  leichte  Arbeit,  dieses  Thema  noch  weiter  zu  ver- 
folgen und  den  Einfluss  Venedigs  besonders  auf  unsere  süddeutschen 
Reichsstädte  nach  dieser  Seite  hin  einmal  näher  zu  untersuchen. 

Venedig  war  aber  auch  —  und  zwar  in  späterer  Zeit  nach  dem 
Mittelalter  trotz  seines  politischen  Niederganges  vielleicht  noch  mehr, 
wie  früher  —  ähnlich  eben  wie  das  moderne  Paris,  die  Stadt  der  Ver- 
gnügungen, wohin  man  reiste,  um  sich  zu  unterhalten,  sich  zu 
belustigen,  sich  zu  amüsiren. 

Wenn  dies  im  Mittelalter  weniger  der  Fall  war,  so  rührt  dies 
nur  daher,  weil  man  damals  überhaupt  weniger  reiste.  Ausser 
den  politischen  und  militärischen  Reisen  und  Zügen  der  Fürsten 
und  Gesandten  und  neben  den  Reisen  der  Kaufleute  und  Studenten 
kannte  das  Mittelalter  eigentlich  nur  noch  eine  Art  von  Reisen: 
die  zu  religiösen  Zwecken,  insbesondere  die  Pilgerreisen  nach  dem 
Orient,  nach  dem  heiligen  Land.  Reisen  im  heutigen  Sinne,  des 
Vergnügens  halber,  um  neue  Länder  und  Gegenden  zu  sehen,  kannte 
man  damals  nicht  oder  nur  höchst  selten  ^).  Gerade  für  jene  Pilger- 
reisen nun  aber  spielte  Venedig  eine  ausserordentlich  wichtige  Rolle. 
Denn  von  hier  aus  pflegte  man  die  Reise  nach  dem  Orient  anzu- 
treten, hier  schiffte  man  sich  zumeist  ein,  hieher  kehrte  man  nach 
glücklich  zurückgelegter  Fahrt  zurück,  und  kaum  einer  unter  all'  den 
Palästinafahrern,  welche  bei  Röhricht  und  Meissner  '^)  aufgezählt  sind, 
dürfte    sich   finden,    der   nicht   wenigstens    einmal   die  Lagunenstadt 


')  s.  unten  Nr.  65.  —  ^)  s.  unten  Nr.  1.  —  ^)  Selbst  des  „böhmischen  Herrn 
Leo  von  Rozmital  (Schwagers  des  Böhmenkönigs  Georg  Podiebrad)  Ritter-,  Hof- 
und  Pilgerreise  durch  die  Abendlande  1465 — 67"  (hrsg.  von  Schmeller  in  der  Bibl. 
des  liter.  Ver.  Bd.  VI),  wo  „die  Schaustellungen  des  erlöschenden  Ritterthums 
und  die  Genüsse  eines  von  Hauptstadt  zu  Hauptstadt  wechselnden  Hoflebens" 
mit  besonderer  Vorliebe  geschildert  werden,  wurde  unter  einem  anderen  Titel 
unternommen.  —  *•)  Pilgerreisen  nach  dem  heiligen  Lande  (Berlin  1880). 


Anhang.  267 

berührt  und  dort  einige  Tage  verweilt  hätte,  um  alle  die  Schätze 
anzustaunen,  welche  dem  bewundernden  Auge  des  Fremden  sich 
hier  in  dieser  merkwürdigen  Stadt  darboten. 

In  der  That  sind  denn  auch  Alle  des  Lobes  voll  über  die  Stadt, 
ihre  Lage,  ihre  Pracht,  ihren  Glanz,  ihre  Sehenswürdigkeiten,  ihre 
Verfassung.  „Venedig  erschien  zu  Ende  des  XV.  Jahrhunderts  wie 
das  Schmuckkästchen  der  damaligen  Welt"  ^),  es  war  das  „Wunder 
jener  Zeit"  ^).  Statt  vieler  möge  nur  des  einen  Felix  Fabri  Lobspruch 
auf  Venedig  hier  mitgetheilt  werden:  Er  rühmt  es  geradezu  als  die 
schönste  und  kostbarste  Stadt,  die  er  in  der  ganzen  Christenheit, 
wie  ausserhalb  derselben  gesehen,  und  als  das  Wunderbarste  und 
Merkwürdigste  auf  der  Welt  überhaupt  ^).  Und  gleich  vielen  Anderen 
bekennt  er  seine  Unfähigkeit,  die  Stadt  nach  Gebühr  ganz  und  voll 
preisen  zu  können*),  führt  dann  aber  doch  die  einzelnen  Punkte 
an,  welche  nach  seiner  Meinung  den  Ruhmeskranz  Venedigs  aus- 
machen. Er  zählt  deren  dreizehn  auf,  obwohl  es  deren  noch  viele 
andere  gäbe: 

1.  die  wunderbare  Lage,  Gründung   und  Erbauung   der  Stadt, 

2.  die  Menge  der  Bevölkerung, 

3.  das   geordnete,    stetige    Regiment    in  Verbindung    mit    den 
Charaktereigenschaften  der  Venetianer, 

4.  die  grosse  Ausdehnung  der  Herrschaft, 

5.  die  Menge  der  Kirchen  und  gottesdienstlichen  Gebäude, 

6.  die  grosse  Anzahl  der  Reliquien, 

7.  die  Kostbarkeit  der  Kirchenschätze, 

8.  den  Ueberfluss  an  Lebensmitteln, 

9.  die  Bewegung  des  Handels, 
10.  die  pompösen  Festlichkeiten, 

IL  die  Weisheit  der  Staatsmänner  und  Leiter  der  Regierung, 

12.  den  Besuch  fremder  Fürsten    und    die  zahlreichen   Ordens- 
kapitel, 

13.  die   grossen  Privilegien   und  Vergünstigungen,   welche  ver- 
schiedene Päpste  der  Stadt  und  ihren  Bewohnern  verliehen. 


')  Burckhardt  a.  a,  0.  S.  62.  —  ^)  Gregorovius,  Geschichte  der  Stadt  Rom  im 
Mittelalter  (2.  Aufl.)  Bd.  VII  S.  693.  —  ^)  Evagatorium,  hrsg.  von  Hassler  in  der 
Bibl.  des  liter.  Ver.  Bd.  IV  S.  398 :  Venetiana  urtis  est  vetustior  et  pretiosior  cunctis 
civitatibus  quas  ego  vidi,  tam  in  Christianitate  quam  extra,  nee  vidi  quid- 
quam  mirabiUus  hac  urbe,  nihil  curiosius  perspexi,  et  in  nuUo  loco  diutius  niansi 
hospes.  —  ^)  Quis  hanc  clarissimam  et  florentissimam  urbem,  cujus  immensa  fama 
et  gloria  per  se  toti  notissima  exstat  orbi,  describet  ad  plenum?  Aehnlich 
z.  B.  Pietro  Casola  in  seinem  ,Viaggio  a  Gerusalemme'  (Ausgabe  von  1865,  p.  6, 
citirt  von  Molmenti,  La  storia  di  Venezia  nella  vita  privata  p.  166):  —  non  e 
possibile  dire  nö  scrivere  pienamente  la  belleza,  la  magnificentia,  ne  la  riccheza 
della  citta  de  Venezia;  und  ein  Jahrhundert  später  Paul  Henzner  (1599)  in  seinem 
.Itinerarium  Germaniae,  Galliae,  Angliae,  Italiae'  (Ausgabe  von  1617,  p.  217): 
,Venetiae  urbs  .  .  .  nostro  aevo  omnium  celeberrima  opulentissimaque,  cujus 
tanta  magnificentia  ac  dignitas,  ut  etiam  illi  qui  hanc  perlustrarunt,  admirari 
eam  potius  quam  dignis  laudum  eloquiia  celebrare  queant.' 


268 


Anhang. 


Fabri  scliliesst  dann  das  Lob  Venedigs  mit  folgender  poetischer 
Verherrlicliung,  die  „einer  seiner  Landsleiite"  ^)  gedichtet  habe: 


Dum  niare  Delphinos,  dum  coeli  clara  tenebunt 
Sidera,  dum  gratos  tellus  dabit  humida  fruges, 
Dum  genus  humanum  sua  deget  saecula  terris, 
Splendor  erit  toto  Venetum  celeberrimus  aevo. 


Dieselben  Verse  ^)  finden  sich  auch  in  jener  berühmten  Hand 
Schrift  Hartmann  Schedel's  ^)  der  hiesigen  Staatsbibliothek,  dem  ,liber 
antiquitatum',  in  welcher  Schedel  Notizen  aller  Art  über  die  von  ihm 
besuchten  Städte  Deutschlands  und  Italiens,  Inschriften  u.  s.  w.  zu- 
sammengestellt hat.  Fol.  198  bringt  auch  er  einen  längeren  Passus 
, Landes  inclitae  urbis  Venetiarum',  den  er  damit  beginnt,  dass  er 
die  Lagunenstadt  Rom  an  die  Seite  stellt,  der  „ehemaligen  Herrin 
der  Welt" ,  mit  der  jene  an  Ruhm  und  Grösse  der  Herrschaft  und 
glorreicher  Thaten  wetteifern  könne. 

Rom  war  in  der  That  vielleicht  die  einzige  Stadt,  welche  in 
Bezug  auf  den  Fremdenverkehr  mit  der  Lagunenstadt  sich  messen 
konnte,  und  dies  allerdings  erst,  seitdem  es  mit  dem  Beginne  des 
15.  Jahrhunderts  nach  der  Rückkehr  der  Päpste  aus  der  avignonesi- 
schen  Gefangenschaft  wieder  der  Mittelpunkt  der  Papstherrschaft 
geworden  war  und  unter  deren  Einfluss  aus  Schutt  und  Trümmern 
heraus  allmählich  zu  neuem  Glanz  erstand,  insbesondere  aber  dann 
mit  dem  Wiedererwachen  des  Alterthums,  wie  früher,  die  „klassische 
Stadt  der  Welt"  ^)  wurde. 

Aber  wir  werden  nicht  fehl  gehen,  wenn  wir  den  Eindruck, 
den  die  Siebenhügelstadt  mit  ihren  noch  halb  verfallenen  Plätzen 
und  Ruinen  auf  den  Fremden  machte,  mehr  als  den  grossartiger 
Erhabenheit  bezeichnen,  die  man,  wie  ja  selbst  noch  heutigen  Tages, 
in  Scheu  und  Ehrfurcht  betrat.  „Rom  war  und  ist  noch  das  archi- 
tektonische Theater  der  Weltgeschichte  selbst,  und  die  monumentale 
Stadt  des  Abendlandes  voll  feierlicher  Majestät"  °). 

Anders  die  Lagunenstadt.  Hier  pulsirte  frisches  fröhliches  Leben, 
hier  konnte  man  sich  ganz  und  voll  der  Lust,  dem  Genüsse  hingeben, 
wie  dies  ja  auch  das  Volk  selbst  that,  das  die  herrschende  Adels- 
aristokratie mehr  und  mehr  von  der  Theilnahme  an  den  öffentlichen 
Angelegenheiten  wegzudrängen  und  auszuschliessen  verstanden  hatte. 
Sehr  treffend  hat  Lübke^)  auf  den  ursächlichen  Zusammenhang  des 
„ lieber wiegens  des  materiellen  Genusslebens"  in  Venedig  mit  jener 
Thatsache,  mit  der  politischen  Bedeutungslosigkeit  der  unteren  Klassen, 
aufmerksam  gemacht,  wie  andererseits  auch  kein  Zweifel  darüber  be- 
stehen kann,  dass    das  Festhalten   an   diesem  Grundsatz   „Panem   et 


n 


^)  ,quidam  ex  nostris  carmine  in  eorum  laudem  futuram  cecinit  dicens'.  — 
^)  Andere  Lobsprüche  auf  Venedig  von  verschiedenen  Autoren  in  gebundener  und 
ungebundener  Rede  s.  in  Nicolai  Reusneri  Leodini  Silesii  de  Italia  (1595)  lib.  11 
p.  28  u.  ff.  -  3)  Cod.  lat.  716.  -  ')  Gregorovius  a.  a.  0.  Bd.  VIII  S.  112.  — 
^)  Gregorovius  Bd.  VII  S.  693.  —  ^)  Geschichte  der  italien.  Malerei  Bd.  I  S.  510. 


Anhang,  269 

Circenses  für  das  Volk"  den  Todeskeim  der  Republik  in  sich  trug. 
Lange  Zeit  aber  noch  hat  gerade  dieser  äussere,  theilweise  aus  jenem 
Genussleben  resultirende ,  Glanz  den  Ruhm  det  Republik  und  der 
Stadt  nach  Aussen  hin  aufrecht  erhalten.  Noch  im  16.  Jahrhundert, 
auch  nach  der  Entdeckung  Amerika's  „trat  die  Weltstellung  der  Stadt 
glänzend  und  grossartig  vor  Augen"  ^);  noch  lange  Zeit  und,  wie  schon 
erwähnt,  in  späterer  Zeit  erst  recht  war  Venedig  ,sede  principalis- 
sima  del  piacere'  ^),  das  ,paradisus  delitiarum'  ^). 

Was  Wunder,  dass  eine  solche  Stadt  nun  auch  viele  Leute  von 
auswärts  anlockte ,  die  dort  ihren  Lebensunterhalt  in  irgend  einer 
Weise  zu  finden  bestrebt  waren?  Deutschland  aber  stellte  dazu  ein 
besonders  zalilreiches  Kontingent.  Neben  den  Kaufleuten  im  Fondaco 
und  den  deutschen  Bediensteten  desselben  erscheinen  deutsche 
Gewerbetreibende  aller  Art ^),  insbesondere  Bäcker  und  Schuh- 
macher, wie  wir  deren  ja  bereits  unter  den  „Grabschriften  von 
Deutschen"  und  ebenso  in  der  Liste  der  in  S.  Bartolomeo  bestatteten 
Deutschen  Mehrere  erwähnt  gefunden  haben. 

Was  zunächst  die  Bäcker  betrifft,  so  ist  es  eine  alte  Ueber- 
lieferung,  dass  schon  im  10.  Jahrhundert  deutsche  Bäcker  in  Venedig 
sich  angesiedelt  hätten.  Und  zwar  wird  erzählt^),  dass  die  vene- 
tianische  Regierung  34  Oefen  für  sie  auf  der  Insel  S.  Elena  bei 
Venedig  habe  bauen  lassen,  wo  sie  ehedem  meist  den  Zwieback 
(,il  biscotto')  für  die  Seemannschaft  zu  backen  hatten.  Worauf  sich 
diese  Ueberlieferung  stützt,  vermag  ich  nicht  anzugeben.  Dann  soll 
sich  —  und  dies  ist  glaubwürdiger  —  um  die  Mitte  des  12.  Jahr- 
hunderts eine  Anzahl  von  Graubündnern  in  Venedig  als  Zuckerbäcker 
niedergelassen  haben,  welche  mehr  und  mehr  Landsleute  nach  sich 
gezogen  und  mittelst  bedeutender  Summen  das  Recht  erkauft  hätten, 
ihre  Waaren  feilbieten  zu  dürfen  *^).  Aus  einem  Dokument  des  Jahres 
1402  (Dez.  20) ')  erfahren  wir,  dass  die  in  Venedig  weilenden  deutschen 
Bäcker  „schon  seit  langer  Zeit"  eine  Bruderschaft  errichtet  hatten, 
welche  sich  in  der  Kirche  S.  Filippo  e  Giacomo  versammelte.  Daselbst 
besassen  sie  einen  eigenen  Altar,  an  welchem  Messen  gelesen  wurden 
und  Gottesdienst  gehalten  wurde,  wie  das  bei  solchen  Bruderschaften 
der  Brauch   war^).     Da   einige  „Uebelgesinnte"  gegen   die   Statuten 


I 


')  Ranke,  Zur  venezianischen  Geschichte  S.  30.  —  ^)  ,Ritratto  della  vita 
civile  dei  Veneziani  nel  1565'  Lettera  d'incerto  autore  a  Camillo  Paleotto  citirt  bei 
Molmenti  a.  a.  0.  p.  173.  —  ^)  Hentzneri  Itinerarium  .  .  .  (1617)  p.  218;  cf.  Reusner, 
Italiae  lib.  II  p.  28.  —  ")  cf.  Lebret,  Geschichte  von  Italien  Thl.  IX  (Halle  1787) 
S.  548.  —  •')  8.  Zeitschr.  für  Baiem  Bd.  3  Jahrg.  2  (1817)  S.  347.  —  ")  Sprecher, 
Gesch.  der  RepuVjlik  der  drei  Bünde  im  18.  Jahrh.  Bd.  II  S.  148.  —  ')  s.  unten 
Nr.  47.  —  **)  cf.  Venezia  e  le  sue  lagune  vol.  I  p.  1  pag.  181 :  ,ogni  arte  aveva 
11  suo  luogo  di  ritrovo,  sotto  la  protezione  di  un  Santo,  in  onore  del  quäle  si 
celebravano  solenni  sacre  funzioni.  I  luoghi  di  ritrovo,  quäle  maggiore  e  piü 
splendido,  quäle  minore,  si  chiamavano  scuole  ...  Le  corporazioni  o  fraglie 
delle  arti,  se  non  erano  rieche  e  non  avevano  scuola  propria,  si  adunavano  in 
una  chiesa,  dove  possedevano  un  altare  e  lo  mantenevano.    Le  principali  avevano 


270 


Anliang. 


und  Regeln  der  Bruderschaft  sich  aufzulehnen  gewagt,  erbitten  sich 
die  Vorsteher  der  Bruderschaft  vom  Rathe  der  Zehn  die  Erlauhniss, 
gegen  solche  Ruhest^er  einschreiten  zu  dürfen. 

Genauer  wird  dann  20  Jahre  später  diese  Bruderschaft  als  die 
der  deutschen  Bäcker-Gesellen  bezeichnet  und  dieselbe  vom  Rathe  der 
Zehn  am  23.  Juli  1422  gewissermassen  von  Neuem  bestätigt^).  Die 
Bäcker-Meister  Venedigs  hatten  nämlich  kurz  zuvor  das  Ansuchen 
gestellt  und  durchgesetzt,  dass  die  drei  damals  bestehenden  Bruder- 
schaften der  Bäckermeister,  der  lombardischen  und  der  deutschen 
Bäckergesellen  zu  einer  einzigen  vereinigt  oder  richtiger  die  der 
Bäckergesellen  aufgehoben  würden  ^).  Mit  Erfolg  widersetzten  sich  die 
deutschen  Bäckergesellen  diesem  Beschluss,  traten  für  ihre  eigene 
Bruderschaft  ein,  welche  lediglich  fromme  religiöse  Zwecke  verfolge, 
und  erhielten  unter  dieser  Voraussetzung  und  mit  der  Bedingung, 
dass  in  ihre  Matrikel  nichts  aufgenommen  werde,  was  das  Gewerbe 
selbst  betreffe,  dass  sie  vielmehr  hierin  den  Vorständen  der  Innung  der 
Bäckermeister  Gehorsam  leisten  würden,  die  Erlauhniss,  nach  wie  vor 
in  der  Kirche  S.  Filippo  e  Giacomo  ihre  Bruderschaft  zu  versammeln. 

Gerade  diese  Separat-Bruderschaft  der  Bäckergesellen  spielte 
dann  über  100  Jahre  später  eine  wichtige  Rolle  **).  Auch  hier,  wie 
unter  den  übrigen  in  Venedig  sich  aufhaltenden  Deutschen^),  hatte 
nämlich  die  lutherische  Lehre  Eingang  und  begeisterte  Anhänger  ge- 
funden. Bereits  im  Dezember  1527  sah  sich  die  Innung  der  Bäcker- 
meister zu  Beschwerden  und  Massnahmen  gegen  die  deutschen  Bäcker- 
gesellen veranlasst  ^),  da  diese  ihren  Verpflichtungen  nicht  nachkom- 
men, ihre  Arbeit  nicht  verrichten  wollten,  sich  überdies  unterstanden 
hätten,  ein  Kapitel  zu  berufen  und  die  Meister  vor  dasselbe  zu 
laden,  sowie  sogar  mit  Auswanderung  zu  drohen  —  also,  modern 
ausgedrückt,  eine  Art  Strike  in  Scene  gesetzt  hatten,  welchem  ver- 
muthlich  damals  schon  religiöse  Motive  zu  Grunde  lagen. 

Solche  führten  dann  ausgesprochenermassen  16  Jahre  später 
zur  Aufhebung  der  Bruderschaft  der  deutschen  Bäckergesellen.  Offen 
rühmten  sich  dieselben,  wie  aus  einem  interessanten  Aktenstück  vom 
19.  September  1543^)  zu  entnehmen,  der  Erfolge  von  Luther's  Lehre 
in  Deutschland  und  versuchten,  wie  es  scheint,  mit  Gewalt,  durch 
Unbotmässigkeit ,  Einstellung  der  Arbeit  und  Thätlichkeiten ,  die 
Meister  zur  Annahme  der  „ketzerischen"  Lehre  zu  zwingen.  Diese 
aber,  vertreten  durch  den  Vorsteher  der  Zunft  und  einen  besonderen 


l'una  e  l'altro';  cf.  Sagredo,  A.,  Sülle  consorterie  delle  arti  edificative  in 
Venezia  (Venedig  1857)  S.  54  u.  ff.  Die  gerade  für  die  folgende  Darstellung 
wichtigen  Fragen  der  Stellung  der  religiösen  Bruderschaft  zur  Zunft  oder  Innung 
bedürften  aber  noch  genauerer  Untersuchung;  cf.  Schanz,  G.,  Zur  Gesch.  der 
deutschen  Gesellenverbände  (1877)  S.  69  ff.  und  Neuburg,  C,  Zunftgerichtsbar- 
keit und  Zunftverfassung  vom  13, — 16.  Jahrh.  1880,  —  ')  s,  unten  Nr.  56.  — 
^)  s.  Nr,  55.  —  ')  Ob  sie  da  noch  in  S.  Filippo  e  Giacomo  ihren  Sitz  hatte, 
wird  nicht  erwähnt;  s,  Nr.  77.  —  *)  cf.  oben  S.  157  u.  ff.  —  ^)  s.  unten  Nr.  75, 
—  «)  s.  Nr.  77. 


Anhang.  271 

Ansschuss,  beschlossen  daraufhin,  die  Bruderschaft  der  Bäckergesellen 
aufzuheben,  die  Haupträdelsführer  zu  bestrafen  und  vom  Bäckergewerbe 
in  Venedig  auszuschliessen.     Als  Schuldige  wurden  bezeichnet: 

Paul  Faistele  Pixmoester  (?),  in  Arbeit  zu  S.  Apostolo^); 

Johannes  Vechst  zu  S.  Raphael  und 

Anton  Stonz,  dessen  Gefährte  zu  S.  Trovaso; 

Vincenz  in  der  Calle  longa; 

Jakob   Nirombergher   (Nürnberger   oder   aus  Nürnberg?)    in   der 
Calle  longa; 

Michael  Steirer  zu  Sa.  Maria  Zobenigo; 

Leonhard  Lanz  in  der  Frezzaria; 

Heinrich  Vozle  in  der  Calle  longa; 

Georg  Cusmoer  zu  S.  Pantaleon; 

Christoph  Cuoco  ,ai  do  Ponti'; 

Johannes  Stegman  (?)  in  ,Rio  Terrao'; 

Johannes  Stete  in  ,Rio  Marin'; 

Six  zu  S.  Cassan; 

Balthassar  in  ,Ruga  Gaiuffa  (Giuffa)' ; 

Marcus  in  der  Calle  longa ;  dazu  ein  Schuhmacher  Jakob,  der  das 
Amt  eines  Predigers  bei  ihnen  versah. 
Die  übrigen  Bäckergesellen  sollten  gehalten  sein,  sich  in  die  Innung 
der  Bäckermeister  aufnehmen  zu  lassen,  so  dass  es,  auch  zu  reli- 
giösen Zwecken,  künftig  nur  eine  einzige  Genossenschaft  geben  solle. 
Die  ,Provveditori  alle  Biave',  denen  das  Bäckereiwesen  unterstellt 
war,  genehmigten  diese  Beschlüsse,  empfahlen  jedoch  die  Schuldigen 
der  Gnade  der  Zunft  ^). 

Ueber  100  Jahre,  heisst  es  dann  in  einem*anderen  Dokument^), 
blieb  es  bei  dem,  was  hier  festgesetzt  war.  Im  Jahre  1660  finden 
wir  dann  aber  doch  wieder  eine  Genossenschaft  deutscher  Bäcker- 
gesellen mit  einem  Vorsteher  (Gastaldo),  und  zwar  reklamirte  oder 
vertheidigte  dieselbe  damals  das  Eigenthumsrecht  an  das  Bäcker- 
Spital  zu  S.  Samuele,  wie  es  scheint,  gegenüber  von  Ansprüchen, 
die  von  italienischer  Seite  darauf  erhoben  wurden^).  Wie  es  näm- 
lich in  dem  eben  erwähnten^),  von  den  italienischen  (lombardischen) 
Bäckergesellen  im  Jahre  1685  verfassten,  Schriftstück  heisst,  waren 
sowohl  die  deutschen  Bäckermeister,  die  früher  die  Mehrzahl  ge- 
bildet, mit  der  Zeit  weniger  geworden,  als  auch  hatte  sich  die  Zahl 
der  deutschen  Bäckergesellen  verringert,  während  die  der  italieni- 
schen Meister  und  der  (lombardischen)  Gesellen  bedeutend  gestiegen 
war.  Und  sie  blieben,  führen  eben  die  letzteren  aus,  nicht  wie  die 
Deutschen,  die  meist  wieder  in  ihre  Heimath  zurückgekehrt  seien, 
nur  kurze  Zeit  in  Venedig,  sondern  nähmen  hier  mit  ihren  Familien 
ständig  ihren  Wohnsitz.  Wohl  möglich,  dass  sie  eben  deshalb  nun 
auch   die  Deutschen   aus   dem   Besitze    des   Spitales   zu   verdrängen 


^j  Ueber   die  Oertlichkeiten  s.  Tassini,  G.,   Curiositä  Veneziane  (3*  ediz. 

1882).  —  ^)  8.  unten  Nr.  78.  -  =")  s.  Nr.  86.  -  ")  s.  Nr.  84. 


272 


Anli; 


ang. 


suchten  —  ähnlich  wie  1568  die  deutschen  Schuhmacher  in  Venedig 
ihr  Spital  gegen  italienische  Ansprüche  zu  vertheidigen  hatten  ^). 
Ist  Tassini's  Notiz  ^) ,  dass  dieses  Spital  der  deutschen  Bäcker  zu 
S.  Samuele  bereits  1433  gegründet  worden,  richtig,  dann  konnten 
sich  die  Deutschen  1660  allerdings  mit  gutem  Grund  auf  die  Ver- 
gangenheit berufen;  aber,  wie  es  scheint,  ohne  Erfolg. 

Nach  Tassini  ^)  hätte  dann  auch  in  der  Kirche  S.  Stefano  unter 
dem  Titel  der  „Geburt  der  Jungfrau  Maria"  eine  Bruderschaft 
deutscher  Bäcker(meister  ?)  bestanden.  Doch  gibt  er  darüber  leider 
nichts  Näheres  und  insbesondere  nicht  an,  wann  dieselbe  etwa  er- 
richtet worden.  Soviel  ist  sicher,  dass,  wie  wir  aus  einer  Inschrift 
wissen^),  im  Jahre  1511  in  dieser  Kirche  S.  Stefano  eine  gemein- 
same Grabstätte  für  die  deutschen  Bäckermeister  und  Bäcker- 
gesellen erworben  wurde,  als  ,Zuanne  de  Lovin'  Zunftvorsteher  war. 
Nach  S.  Stefano  wurde  allerdings  auch  im  Jahre  1529  (am  31.  Jan.) 
die  Zunft  der  Bäckermeister  verlegt '^),  nachdem  dieselbe  vorher 
mehrfach  mit  ihrem  Versammlungslokal  gewechselt.  1423  und  1426 
wird  als  solches  die  Kirche  S.  Salvatore  genannt  ^) ,  1426  aus- 
nahmsweise (?)  S.  Bartolomeo  *^),  1462  (oder  1468)  S.  Filippo  e  Gia- 
como^),  1491  und  1527  S.  Giovanni  e  Paolo  ^);  später  endlich 
(1591)  S.  Samuele^).  —  Worauf  sich  eine  andere  von  Cecchetti  jüngst  ^°) 
mitgetheilte  Inschrift  an  einem  Hause  neben  der  Kirche  S.  Apol- 
linare  (Aponal  im  Dialekt)  vom  2.  März  1508  aus  der  Zeit  des 
nämlichen,  eben  genannten  Zunftvorstehers  bezieht,  ist  nicht  er- 
sichtlich.    Sie  lautet: 

NEL  TEMPO  .  DE  •  SER  •  ZVANE  •  DE  •  LOVIN- 

PISTOß  •  A  •  S  •  APONAL  •  —  GASTALDO  • 

E  COMPAGNI  •  M  •  D  •  VIII  •  ADI  •  11- 

DE  •  MARZO  • 

Vielleicht  bestand  hier  ein  zweites  Spital  für  die  deutschen 
Bäcker,  oder  ein  gesondertes  für  die  Bäckermeister. 


^)  cf.  unten  und  Nr.  82.  —  ^)  ,Edifici  di  Venezia  distrutti  o  volti  ad  uso 
diverso  .  .  .'  (1885)  p.  45.  —  ^)  s.  oben  S.  235  Nr.  83.  —  *)  Ven.  Mariegola  dei 
Pistori  im  Mus.  Civ.  Corr.  f.  37'  (im  Staats-Archiv  f.  46') :  1528  (m.  V.  =  1529) 
ultimo  Zener.  ,Clie  la  Scuola  de  nostri  pistori,  che  al  präsente  se  congrega  e  se 
aduna  in  Zuan  e  Polo,  questa  sia  trasferida  in  S.  Stefano  logo  nostro  .  .  .'  — 
^)  ibid.  f.  22  (resp.  27) :  1423,  17.  Maji.  ,Cum  scbola  seu  universitas  confra- 
trum  schole  Sancte  Marie  pistorum  de  Venetiis  egeret  aliquo  loco  seu  hospitio, 
in  quo  habiliter  diebus  congruis  et  debitis  possit  pro  commoditate  sua  se  redu- 
cere  et  congregare  confratres  suos  in  unum  remedio  animarum  suarum  juxta 
ritum  aliarum  scbolarum  et  se  reduxisset  ad  ecclesiam  Salvatoris  videlicet  ad 
quoddam  hospitium  infrascriptum  ipsius  ecclesie .  .  .'  —  ^)  ibid.  f.  13:  , Parte 
presa  in  pien  capitolo  in  la  chiesia  de  san  Bartolomio,  non  possendose  redur 
in  luogo  de  san  Salvador  al  luogo  deputado  di  pistori  per  certa  cason  .  .  .' 
—  ')  ibid.  f.  16  (20).  -  ®)  ibid.  f.  20:  1491,  29.  Mazo  ,Congredado  el  capi- 
tolo al  luogo  suo  deputado  a  San  Zan  e  Polio'  und  unten  Nr.  75.  —  ®)  ibid. 
f.  78  (89)  1591,  13.  Oct.  —   ^°)  im  Archivio  Veneto  t.  29  p.  302. 


Anhang.  273 

Nichts  Näheres  ist  auch  bekannt  über  das  Stärkeverhältniss 
der  deutschen  Bäckermeister,  die  ja  in  früherer  Zeit  die  Mehrzahl 
in  der  Innung  gebildet  haben  sollen,  zu  den  übrigen  nichtdeutschen. 
Nur  aus  dem  Jahre  1471  ist  ein  Verzeichniss  der  Bäckerläden  der 
beiden  Stadtviertel  ,Rialto'  und  ,S.  Marco'  erhalten  ^),  aus  welchem 
zu  entnehmen,  dass  damals  von  22  Läden  in  jenem  mindestens  6, 
von  17  in  diesem  Stadtviertel  8  in  deutschen  Händen  waren.  Im 
Viertel  ,Rialto'  werden  genannt: 

Ugolinus  aus  Ulm,  der  im  Bezirk  S.  Cancian  seinen  Laden  hatte; 

Konrad  aus  Konstanz  zu  S.  Cassan; 

Peter  aus  Augsburg  zu  S.  Simeon  (,in  Rio  Marin'); 

Justus  Spiera  (?)  zu  S.  Pantaleon; 

Ugolinus  aus  Bayern  zu  S.  Rafael; 

Georg  aus  Ulm  zu  S.  Barnaba. 

Die  im  Viertel  von  S.  Marco  genannten  sind: 

Peter  aus  Ulm  zu  S.  Domenico; 

Demetrius  aus  Agram  zu  S.  Zaccaria; 

Heinrich  aus  Nürnberg  zu  S.  Zan  del  Tempio; 

Zan  de  Lovin  ^)  zu  S.  Antonin; 

Hermann  aus  Nürnberg  zu  S.  Maria  Formosa  ,in  Calle  longa'; 

Johann  aus  Brunneck  zu  S.  Salvador  ,in  Cofanaria' ^) ; 

Paul  aus  Augsburg  zu  S.  Lucca; 

Georg  aus  Augsburg  zu  S.  Moise; 
wobei   aber   nicht   ausgeschlossen  ist,    ob  nicht  noch    einige  andere 
der  dort  aufgeführten  Bäckermeister  Deutsche  waren,  wie  z.  B.: 

Zan   de  Maganza  (Johannes  aus  Mainz?)    zu  S.  Marcuola  ,in  Rio 

Terra')  im  Rialto-Viertel), 

Das  waren  also  Privatbäckermeister,  über  die  ganze  Stadt 
vertheilt,  die  aber  unter  der  Oberaufsicht  der  venetianischen  Be- 
hörden, speziell  der  ,Provveditori  alle  biave'  standen^). 

Davon  zu  scheiden  ist  das  offizielle  Backhaus  der  Regierung,  das 
„Deutsche  Beckenhaus "  in  der  Nähe  des  Arsenals,  über  dessen  Ent- 
stehung mir  gleichfalls  nichts  bekannt  geworden  ist.  Ich  finde  nur  ^), 
dass  nach  Sanuto  1473  zu  S.  Martin  „an  der  Riva  des  Canals"  32  neue 
Oefen  für  die  Herstellung  der  ,Biscotti'  um  8000  Dukaten  errichtet 
wurden.  Später,  im  16.  und  17.  Jahrhundert,  thun  deutsche  Reisende 
dieses  Backhauses  gelegentlich  Erwähnung.  So  Samuel  Kiechel  (Ende 
1586),  der  folgendes  darüber  schreibt**):  „Am  heimgöhn  (vom  Arsenal) 
nach  der  herrlaerg  wurden  wür  in  der  herrn  (von  Venedig)  bachaus 


')  cf.  Cecchetti  a.  a.  0.  p.  299-300.  —  ^)  Wohl  identisch  mit  dem  vorhin 
genannten  jgastaldo'  von  1508  u.  1511  und  daher  wohl  ein  Deutscher.  —  ')  ,cofFoneria 
(cofaneria)  deve  significar  un  luogo  a  S.  Marco,  dove  si  costruivano  o  vendevano 
0  portavano  cofani,  speci  di  cassette  o  di  ceste  coperte  un  po'  arrotondate'.  Brief- 
liche Mittheilung  des  Herrn  Dir.  Cecchetti.  —  *)  cf.  Cecchetti,  La  vita  dei 
Veneziani  nel  1300,  im  Archivio  Veneto  t.  29  p.  294  u.  ff.  —  •')  Gallicciolli, 
Delle  Memorie  Venete  antiche  p.  I  §  319.  —  ')  , Reisen*  (Bibl.  des  liter.  Ver, 
Bd.  86)  S.  158. 

18 


274  Anhang. 

gefiiert,  in  wölchem  bei  48  öfen  und  manigmal  80,  mehr  und  wehniger, 
personen  dorinnen  schaffen,  wölches  durchaus  teütsche  böckhen  sein, 
und  würt  kein  ander  brot  do  gebachen  dan  pöscoten,  wölches  harrt 
und  2mal  ingelegt  würt,  ein  groser  vorrath  von  brot  und  ganze 
häufen  mehl  gleich  als  düe  kreidenberg  do  gesehen  werden,  und 
kompt  solches  brot  alles  uf  ihre,  der  herrschaft  schif  und  gallea, 
düe  marinari,  sclaven  und  andere,  wölche  doruf  sein,  domitt  zu 
speisen." 

Aehnlich  Martin  Zeiller  in  seiner  ^Raiß-Beschreibung  durch's 
Welschland"  ^):  „Ferners  ist  auch  das  Teütsche  Beckenhauß  nahend 
dem  Arsenal  zu  sehen,  darinn  44  Backöfen  seyn,  wie  Pflaumerus 
schreibet,  vnd  vns  der  Meister  darüber  berichtet  hat;  wiewol 
Megiserus  von  fünff'tzig  Meldung  thut.  Besagter  Meister  war  von 
Saltzburg,  vnd  hatte,  neben  genügsamen  Essen  vnnd  Trincken, 
monatlich  viertzig  Venedische  Pfund,  eins  zu  zwantzig  Schilling, 
vnd  ein  Schilling  für  zwölff  Pfenning,  in  gemeiner  Zahlung,  gerechnet. 
Wird  von  lauter  Teutschen  Beckenknechten  versehen,  deren  jeder 
Brods  genug,  vnd  täglichen  achtzehen  Schilling  oder  Soldi,  vnnd 
also  schier  ein  Pfund  Gelts  hat.  Sie  haben  Handmühlen  das  Meel 
auszubeutein,  welches  von  Treviso  dahin  gebracht  vnnd  darauß  eine 
sehr  grosse  Summa  Biscott  gebachen  wird."    — 

Schliesslich  verzeichne  ich  noch  einige  sonst  gelegentlich  er- 
wähnte deutsche  Bäcker  in  Venedig: 

1425  Claus  Walther  aus  Augsburg,  „Peckenknecht"  ^); 

1443,  Juli  5,  Bernardus  und  Ugolinus,  Gesellen  bei  einem  Bäcker 

Michael,  den  sie  ermordet^); 
1450,  Okt.  23,  Martin  aus  Ulm,  Bäcker  zu  S.  RaphaeH); 
1455,  Febr.  28,  Johannes  Gomborus  zu  S.  Giovanni  Crisostomo  ^) ; 
1457  Martin,  Bäckermeister  aus  Weilheim  (?),  bestattet  in  S.  Gio- 
vanni e  Paolo  ^); 
1490,  Juni  18,   Johannes  de  Erb,  Bäckergeselle,    mit  einem  ,Ja- 
cobus  Bertoldus  a  biscotis'  des  Todschlages  beschuldigt  an  einem 
deutschen  Bäcker(-Meister?)  Jakob  zu  S.  Feiice '^); 
1629,  Okt.  18,  Balthassar  Vidiman  (Wideman),  Kaspar  Fai  (Faul), 
Jakob    Sander,    Johann    Cleber,    Wolf   Fiebigh,    jAdam    Sarf, 
Kaspar  Trungher,  Marcus  Freigher  ^).  — 

Neben  den  deutschen  Bäckern  verdienen  in  erster  Linie  genannt 
zu  werden  die  deutschen  Schuhmacher. 

Dass  ihre  Zahl  in  Venedig  keine  geringe  gewesen,  beweist  schon 
der  Umstand,  dass  auch  sie  und  vielleicht  noch  früher  als  die  Bäcker 
in  einer  Genossenschaft  oder  Innung  vereinigt  erscheinen.  Wenigstens 


^)  Jtinerarium  Italiae'  (1640)  f.  66.  —  ^)  s.  unten  Nr.  57.  -  ^)  Venedig, 
Staats- Archiv.  Quarantia  Criminale.  Parti  vol.  4  fol.  7'.  —  *)  ebendaselbst  fol.  12. 
—  ")  s.  unten  Nr.  63.  —  *)  s.  oben  S.  232  Nr.  66.  —  ^)  Ven.  St.-A.  Quar.  Crim. 
Parti  vol.  6  f.  32'.  —  ^)  Ven.  Museo  Civico  Correr.  Mariegoia  dei  Pistori  f.  99'; 
cf.  oben  S.  135  Anm.  3  und  S.  221  Nr.  5. 


Anhang.  275 

l)erufen  sich  diese  in  der  oben  erwähnten  Eingabe  vom  Jahre  1402^) 
eben  auf  das  Beispiel  der  ,schola  cerdonum  Theutonicorum',  die  in 
der  Kirche  S.  Stefano  sich  versammle.  In  der  That  lesen  wir  in 
einem  späteren  Dokument  vom  10.  Okt.  1483  ^),  dass  der  Rath  der 
Zehn  am  15.  Juli  1383  den  deutschen  Schuhmachern  die  Errichtung 
einer  ,societas'  (Bruderschaft)  erlaubt  habe,  die  als  Patronin  die 
,Virgo  Maria  Annunciata'  erwählte.  Und  aus  dem  nämlichen  Jahre 
1383  ist  uns  dann  im  Original  der  Vertrag  erhalten,  den  im  Namen 
aller  in  Venedig  wohnenden  deutschen  Schuhmacher  Konrad  aus 
Böhmen  im  Bezirk  S.  ApoUinare,  Heinrich  von  Nürnberg  zu  S.  Pa- 
terniano,  Friedrich  aus  Bayern  zu  S.  Silvestro,  Peter  aus  Böhmen, 
Georg  aus  Ulm  zu  S.  Paterniano,  Nikolaus  aus  Freiburg  zu  S.  Cassan 
mit  dem  Kapitel  von  S.  Stefano  über  die  Erwerbung  einer  Gruft 
und  eines  Altars  in  dieser  Kirche  für  ihre  Zunftgenossen  und  über 
die  Abhaltung  von  Messen  gegen  Entrichtung  einer  bestimmten 
Summe  am  25.  November  1383  abschlössen^).  100  Jahre  später 
(am  10.  Okt.  1483)  wurde  dieser  Vertrag  erneuert  und  modificirt '^), 
nachdem  durch  eine  Verletzung  desselben  von  Seite  des  Klosters 
ein  längerer  Streit  zwischen  diesem  und  den  Schuhmachern  aus- 
gebrochen war.  Genau  und  ausführlich  werden  hier  die  einzelnen 
Punkte  —  Kapelle  mit  Altar,  Gruft  und  Begräbnissplatz,  Messen 
und  Gottesdienst  für  die  verstorbenen  Zunftgenossen,  Geldentschädi- 
gung von  Seite  der  letzteren  —  erörtert,  worüber  man  sich  ver- 
ständigte. 

Als  Vertreter  der  deutschen  Schuhmacher  werden  hier  genannt 
ausser  dem  Anwalt  der  Zunft,  dem  Doktor  der  Medizin  Cosmus  aus 
Böhmen  (Boyemus?),  Meister  Johann  Frank  (oder  Frey?  Franchus) 
aus  Nürnberg  zu  S.  Moise,  Meister  Franz  Roner  aus  Heilbronn  (Al- 
brun?) zu  S.  Apostoli  als  Stellvertreter  für  Meister  Johann  Peter  aus 
Feldkirch  zu  S.  Angelo,  Meister  Stenzel  aus  Sambor  in  Russland 
(d.  h.  Galizien,  ausdrücklich  als  Deutscher  bezeichnet)  zu  S.  Martino, 
Meister  Johannes  aus  Weissenburg  zu  S.  Cassan,  Meister^ Jakob 
Fogaizlingen  (?)  zu  S.  Pantaleone  als  Stellvertreter  für  Meister  Johann 
Heremberth  (?)  zu  S.  Maria  Formosa  °). 

Nur  dies  mag  noch  aus  jenen  Verträgen  und  zwar  aus  dem 
älteren  von  1383  erwähnt  werden,  dass  der  Altar,  welcher  der  Zunft 
gehörte,  früher  der  hl.  Ursula,  später  dem  hl.  Nicolaus  von  Tolentiuo 
geweiht  war. 

Dem  entsprechend  finden  wir  unter  den  Grabschriften  aus 
S.  Stefano  auch  zwei,  die  sich  auf  die  deutschen  Schuhmacher  be- 
ziehen •*):    die   eine   aus   dem  Jahre  1436   besagt,   dass  am  13.  Juli 


^)  s.  unten  Nr.  47.  —  ^)  s.  unten  Nr.  66.  —  ')  Es  ist  wohl  nicht  nöthig, 
die  Bestimmungen  des  Vertrages  hier  im  Einzelnen  wiederzugeben,  da  er  unten 
im  Wortlaut  folgt;  s.  Nr.  42.  —  ■*)  s.  Nr.  66.  —  ')  Sowohl  diese,  wie  die  vor- 
herigen Namen  zeigen,  dass  Lebret's  Angabe  (Gesch.  v.  Italien  Thl.  IX  S.  548), 
das  Schusterhandwerk  sei  beinahe  ganz  den  Graubünduern  überlassen  worden, 
nicht  zutrifft.  -  «)  cf.  oben  S.  236  Nr.  84  u.  85. 


276  Anhang. 


n 


dieses  Jahres  eine  Grabstätte  für  die  deutschen  Schiihmachergesellen 
errichtet  worden,  die  andere  scheint  sich  auf  die  deutschen  Schuh- 
macher(-Meister  ?)  zu  beziehen  und  würde  mit  den  Angaben  in  der 
Urkunde  vom  Jahre  1483  übereinstimmen,  wenn  man  die  Zahl  1474 
als  verschrieben  für  1483  ansehen  dürfte  ^). 

Ausserdem  aber  besass  die  Genossenschaft  ein  Spital  bei 
S.  Samuele ,  von  dem  Tassini  ^)  behauptet,  dass  es  im  14.  Jahr- 
hundert gestiftet,  1482  erweitert  und  1659  restaurirt  worden  sei. 
Das  letztere  ist  sicher  richtig;  denn  ich  selbst  habe  an  einem 
Hause  Nr.  3127  und  3128  der  heute  sogenannten  ,Calle  Crosera'' 
(zwischen  S.  Stefano  und  S.  Samuele),  das  durch  einen  Schuh  als 
Abzeichen  und  ein  Kapital  mit  Maria  Verkündigung  sich  als  das 
Spital  der  Schuhmacher  kennzeichnet,  folgende  noch  gut  erhaltene 
Inschrift  gefunden: 

D.  0.  M. 

FU  RESTAURATO  IL  PRESENTE  HOSPITALE 

DE  CALEGHERI  TODESCHI  SOTTO 

IL  GOVERNO  DI  MISTRO  ZVANE  MESTICH 

GASTALDO  ET  SOPRAINTENDENTE  DELLA 

FABRICHA  CON  LASSISTENZA  DI  MISTRO 

CHRISTOFFOLLO   MENSORI  SOPRASTANTE 

ALLA  MEDESIMA 

CON  CONSENTIMENTO  DEL   CAPITOLO   GENERAL 

ADI  PRIMO  OTTOBRE  MDCL Villi. 

Dass  der  Besitz  des  Spitales  in  den  60er  Jahren  des  16.  Jahr- 
hunderts für  die  deutschen  Schuhmacher  durch  die  italienischen 
gefährdet  war,  habe  ich  bereits  erwähnt  ^).  Wir  erfahren  dies  aus 
einer  interessanten  Urkunde  vom  2.  April  1568*),  in  welcher  die 
Schuhmacher  Strassburgs,  vertreten  durch  den  Bürgermeister 
Johannes  Hammerer  und  die  Rathsherren  Johannes  Braun  und 
Christoph  Kolleffel  aus  der  Zunft  der  Schuhmacher,  sich  energisch 
für  dieses  Spital  ihrer  deutschen  Genossen  in  Venedig  verwenden 
und  die  damaligen  Cottimieri  der  deutschen  Kaufmannschaft  im 
Fondaco,  Johann  Amhauser  und  Anton  Schorer,  zu  ihren  Bevoll- 
mächtigten ernennen,  Alles  zu  thun,  um  den  deutschen  Genossen  in 
Venedig  jenes  Spital  zu  erhalten.  Dass  diese  Bemühungen  von 
Erfolg  begleitet  waren,  zeigt  eben  die  Restaurationsinschrift  von 
1659.  Ein  paar  weitere  Notizen  aus  den  Jahren  1593  und  1685^), 
dieses   Spital   betreffend,    beziehen    sich   auf,    wie    es    scheint,    un- 


^)  Ven.  St.-A.  Catastico  del  Convento  di  S.  Stefano,  Process  Nr.  431  finden  sicH 
femer  die  beiden  folgenden  Notizen :  ,1590  Ricevute  del  Sagrestano  di  S.  Stefano 
a  calegheri  Todeschi  di  soldi  contati  a  conto  di  un  livello  di  ducati  54  annui 
che  pagano  alla  sagrestia;  1599  Dimanda  de  padri  per  el  detto  libello  alli 
calegheri.  Difesa  de  medesimi  non  esser  tenuti'.  Leider  wird  nicht  angegeben, 
wofür  dieser  Pachtzins  zu  entrichten  war.  —  ^)  Edificii  di  Venezia  .  .  .  p.  44.  — • 
3)  cf.  oben  S.  272.  —  ")  s.  unten  Nr.  82.  —  *)  s.  Nr.  83  und  85. 


Anhang.  277 

erlaubte  Benützung  desselben  durch  deutsche  Kaufleute.  —  Endlich 
wiederum  noch  einige  Namen  von  deutschen  Schuhmachern  zu  den 
bereits  genannten: 

1359,  Januar  11,  Martinus  calegarius  zu  S.  Apostoli^); 

1403,  Okt.  23,  Meister  FrizeP); 

1408,  März  15,  Petrus  sutor  zu  S.  Sofia  3); 

1440,  Aug.  3,  Anzelinus  calegarius'^); 

1459,  April  28,  Marinus  aus  Laibach  bei  S.  ApoUinare  ^) ; 

1484,  Okt.  4,  Johannes  Her,  quondam  Pasqualis  de  Vana'^); 

1657,  Jan.  4,  Lorenz  Onzelt,  der  am  31.  August  1658  in  Venedig 
starb  und  von  seinem  Nefi'en  Peter  Onzelt  in  S.  Bartolomeo 
bestattet  ward '') ; 

1686,  März  7,  Paul  Chercil,  von  der  Bruderschaft  (schola)  der 
deutschen  Schuhmacher  in  S.  Bartolomeo  beigesetzt^);  des- 
gleichen 

1709,  Sept.  16,  Thomas  Laider^).  ~ 

Zahlreich  scheinen  aus  Deutschland  auch  Wollarbeiter  nach 
Venedig  gekommen  zu  sein.  Denn  von  dem  (1566  gegründeten?) 
Spital  derselben  auf  dem  sogenannten  ,Campo  Businello'  oder  ,della 
Lana'  (wo  heutigen  Tages  die  Kirche  Gesü  e  Maria)  spricht  Tassini  ^°). 
Er  berichtet,  dass  in  jenem  Jahre  (1566)  ein  gewisser  ,Voltier  de 
Voltier,  gastaldo  di  Thodeschi  dell'  Alemagna  Alta,  et  della  scuola 
de  m^-  S*^-  Maria  di  Carmeni'  (d.  h.  wohl  ein  gewisser  Walther)  zu 
Protokoll  gegeben  habe,  die  Genossenschaft  (die  sich  also  in  der  Kirche 
Maria  dei  Carmini  versammelt  zu  haben  scheint)  besitze  bei  S.  Croce 
an  einem  Platz,  genannt  ,el  businello',  einige  kleine  Häuser  und  ein 
Lokal  mit  drei  Kammern,  welche  „wir  Deutschen  mit  unseren  Fa- 
milien bewohnen".  Auch  die  ,Cronaca  Veneta  sacra  e  profana'  ge- 
denkt nach  Tassini  dieses  Spitales  der  deutschen  Weber,  welches 
dieselben  an  dem  bezeichneten  Platze  von  den  ,Procuratori  sopra  gli 
Ospitali'  gemiethet  hatten.  Am  Eingang  des  ,Sottoportico  Secondo 
della  Lana'  ist  nach  Tassini  noch  heute  das  Abzeichen  der  deutschen 
Weber  und  unterhalb  desselben  eine  Sigle  A  T  sichtbar,  die  er 
wohl  richtig  mit  ,Arte  Tessitori'  auflöst  ^^). 


^)  Ven.  St.-A.  Signori  di  Notte  al  Criminal.  Processi  vol.  3  f.  59.  — 
2)  cf.  unten  Nr.  48.  —  ')  s.  Nr.  50.  -  ")  Ven.  St.-A.  Cons.  dei  10  Misti  vol.  12 
fol.  6G.  —  ")  Ven.  St.-A.  Giudici  di  Petizion  Estraordinario  Nodari  Nr.  25.  — 
*)  wohl  auch  ein  Deutscher ;  erwähnt  im  Testament  des  deutschen  Buchdruckers 
Johann  Herborth  aus  Seligenstadt  (cf.  Archivio  Veneto  tom.  29  p.  412).  — 
')  s.  oben  S.  254.  -  »)  s.  oben  S.  256.  -  »)  s.  oben  S.  257.  —  ^°)  Curiosita 
Veneziane  (3^  ediz.  1882)  p.  324.  —  '')  In  einer  Handschrift  des  Museo  Civico 
Correr  (Cod.  Cicogna  3249  fasc.  19)  betitelt  , Ospitali  e  case  date  da  abitare 
per  carita'  circa  1560  (diese  Zahl  von  Cicogna  beigesetzt)  findet  sich  fol.  29' 
bei  S.  Croce  folgende  Bemerkung:  ,Hospedal  di  Todeschi  di  Alemagna  alta, 
govemato  da  uno  Anderlin  (=  Enderlin)  et  uno  Zorzi,  tesser  da  panni,  et 
maestro  Anzolo  de  Francesco,  tesser  da  panni,  habitano  in  dicto  luogho  —  Corte 
di  San  Marco  con  alcune  case  lequal  sono  date  per  amor  de  Dio  per  la  ditta 
«cuola  de  S,  Marco  a  poveri  d'essa'. 


278  Anhang. 

Folgt  hieraus,  dass  die  deutschen  Wollarheiter  meist  im  Be- 
zirk S.  Croce  wohnten,  so  wird  man  nicht  fehlgehen,  wenn  man 
jene  Deutschen,  welche,  fast  100  an  der  Zahl,  im  Januar  1407  eben- 
dort  einen  grossen  Auflauf  machten,    auch  für  Wollarbeiter  hält^). 

In  einem  Aktenstück  des  Rathes  der  Zehn  vom  8.  Januar  1410^), 
das  vielleicht  von  dem  nämlichen  Tumult  und  Aufruhr  der  Wollen- 
weber gegen  ihre  Meister  handelt,  werden  folgende  Deutsche  er- 
wähnt: Symon  Scrunitor,  Anechinus  Claichen  Daxia  (von  Hessen?), 
Petrus  de  Salistot  (Seligenstadt?)  de  Alamanea  alta,  Conradus  Fisser 
(Fischer?),  Artraannus  de  Franchfort  de  Alamanea  alta,  Gerardus 
de  Cologna  nepos  magistri  Juliani,  Cul  (?)  Daxia,  Erardus  sive 
G-erardus  de  Vilacho  sive  Frixach  (Friesach?). 

In  einem  anderen  Aktenstück  des  Rathes  der  Zehn  vom  7.  Juni 
1447^)  wird  deutscher  Barchentarbeiter  (fustanearii)  gedacht,  die 
auch  eine  Genossenschaft  gebildet  und  demnach  in  grösserer  An- 
zahl längere  Zeit  in  Venedig  scheinen  vertreten  gewesen  zu  sein. 
Ob  deren  Genossenschaft  identisch  ist  mit  jener  der  Wollarbeiter,, 
vermag  ich  jedoch  nicht  anzugeben. 

Für  einen  deutschen  Seidenweber  hält  Cicogna  den  am  11.  Au- 
gust 1423  gestorbenen,  in  S.  Maria  de'  Servi  bestatteten  Augustin 
Walter  aus  Augsburg,  der  freilich  in  der  Grabschrift  nur  einfach 
als  ,textor'  Weber  bezeichnet  ist'^).  — 

Daneben  kommen  nun  aber  noch  eine  Menge  anderer  deutscher 
Gewerbetreibender  in  Venedig  vor,  die  vielleicht  allerdings  nur 
vereinzelt  vorübergehend  sich  dort  aufhielten,  vielleicht  aber  auch 
in  grösserer  Zahl  daselbst  vertreten  und  ähnlich  corporativ  ver- 
bunden waren.     So  werden  z.  B.  erwähnt: 

1335  und  1336  zwei  deutsche  Seifensieder  Konrad  und  Berthold  ^); 
1369,  Juni  19,  ein  deutscher  Schmied  Gerardus  bei  S.  Moise''); 
1403,  Okt.  23,   zwei  deutsche  Töpfer  Christoph  und   sein  Bruder 

Konrad  ^) ; 
1415,  Juni  28  und  29,  ein  deutscher  Schachtelmacher  (Drechsler? 

bussolarius)  Georg  aus  Laibach  ^); 
1459,  April  30,  ein  deutscher  Goldschmied  (aurifex)  Meister  Rigus 

aus  Köln  bei  S.  Cassan  ^); 
1501,  März  8,  deutsche  Paternostermacher  Georg,  Sohn  Martins, 
mit  Sohn  Johann  und  JustuS;  Sohn  eines  gleichnamigen  Vaters, 
die   auf  20  Jahre  ein   Privileg   für   die   alleinige   Verfertigung 
von  Paternoster  erbaten  und  erhielten  ^°).  — 


^)  s.  unten  Nr.  49.  —  ^)  s.  Nr.  51.  —  ^)  s.  unten  Nr.  62;  die  italienischen 
Barchentarbeiter  trennten  sich  damals  von  den  deutschen,  weil  sie  sich  nicht 
vertragen  konnten,  und  erlangten  die  Erlaubniss,  eine  Zunft  oder  Genossenschaft 
(congregacio)  für  sich  zu  bilden.  —  •*)  s.  oben  S.  242  Nr.  113.  —  ^)  s.  unten  Nr.  7 
und  9.  —  ')  Ven.  St.-A.  Sign.  d.  notte  al  Crim.  Proc.  vol.  4  fol.  96'.  —  ^)  s.  unten 
Nr.  48.  —  ^)  s.  Nr.  53.  —  »)  Ven.  St.-A.  Giud.  d.  Petiz.  Estraord.  Nodari  Nr.  25. 
—  ^°)  s.  unten  Nr.  73. 


Anhang.  279 

Andere  Deutsche  kamen  nach  Venedig,  um  theils  im  Dienste 
der  Republik,  theils  in  Privatstellungen  ihren  Unterhalt  zu 
finden.  So  wird  von  dem  Dogen  Francesco  Foscari  und  seinem  Sohne 
Jacopo  berichtet  ^),  dass  sie  sich  ,  mit  Vorliebe  deutsche  Diener  ge- 
halten zu  haben  scheinen ,  wie  denn  ausser  den  im  Prozesse  gegen 
Jacopo  Foscari  genannten  Kaspar  und  Peter  auch  noch  ein  dritter 
deutscher  Diener,  Namens  Johannes,  in  den  Kriminalakten  zum 
13.  Nov.  1450  vorkomme"  ^).  Andere  Diener  von  Privatleuten  werden 
z.  B.  1360,  Juni  9  (Leonhard);  1369,  März  2  (Nikolaus  aus  Wien, 
Konrad  und  Konrad  aus  Köln);  1392,  Juli  20  (Johannes);  1432, 
Aug.  30  (Heinrich  aus  Wien)  genannt^). 

Dahin  gehören  ferner  Andere,  welche  als  Boten  oder  als  Ballen- 
führer von  Venedig  nach  Flandern,  Deutschland  u,  s.  w.  erscheinen: 
so  1341,  Juli  14  ein  Petrachinus  aus  Böhmen  (Ballenführer)*); 
1344,  Dez.  30  ein  Konrad  (Bote)^);  1346  ein  Marcus  aus  Wien 
(Bote)^);  1358  ein  Petrus  aus  Wien,  Christoph,  Jakob  Piloto  aus 
Venzone  (Ballenführer) ''). 

Im  öffentlichen  Dienste  der  Republik  treffen  wir  Deutsche  ver- 
einzelt bei  einzelnen  Behörden  ^),  wozu  auch  z.  B.  deutsche  Sensale 
oder  andere  Bedienstete  im  Fondaco  zu  rechnen  sind  ^) ,  besonders 
zahlreich  aber  als  Söldner  oder  als  Söldnerführer.  Namentlich  in 
älterer  Zeit,  im  14.  Jahrhundert,  werden  deren  viele  in  den  Proto- 
kollen des  Senats  aufgeführt,  insbesondere  wenn  sie  aus  irgend  einem 
Grunde  Urlaub  zur  Rückkehr  in  die  Heimath  verlangten.  So  z.  B.  ^^): 
1338,  Juni  29,  ein  Corradus^^); 

1346,  Dez.  31,  Johannes  Bistoch  de  Hengellem  (Ingelheim?),  Reiter- 
führer in  Treviso^^),  und  sein  Verwandter  Henricus  de  Garlem- 
both  als  Stellvertreter  ^^)  ; 

1347,  Mai  24,  Petrus  de  Hes,  Reitersmann  in  Treviso  ,de  banderia' 
(Schwadron?)  Bistochi  ^*) ; 

1348,  Aug.  18,  Guarnerius  de  Gostrop,  Reiterführer  in  Treviso; 
sein  Stellvertreter  Helf  de  Vremestisp  ^  ^) ; 

1350,  März  23,  Conradus  de  Säulen,  Reiterführer  in  Treviso  ^*^); 


*)  cf.  R.  Senger,  Historisch-kritische  Studien  (1874)  S.  92  und  oben  Bd.  I 
Nr.  411  Anm.  1.  —  ^)  In  den  ,Parti'  der  ,Quarantia  Criminale'  (Ven.  St.-A.)  vol.  4 
f.  11  habe  ich  bereits  zum  12.  Okt.  1450  folgenden  Eintrag  gefunden:  ,Ut  haberi 
possit  veritas  istius  fractionis  carceris  mulierum,  Johannes  Theotonicus  domicelus 
Serenissimi  domini  ducis,  Nicolaus  Furlanus  .  .  .  retineatur'.  —  *)  s.  unten  Nr.  26, 
32,  43,  58.  —  ")  s.  Bd.  I  Nr.  101.  —  *)  s.  unten  Nr.  17.  —  ")  s.  Nr.  19.  — 
'')  s.  Bd.  I  Nr.  176—177.  —  «)  so  1343,  Juni  2  einen  Georgius  Theutonicus 
custos  capitum  sexteriorum  (Ven.  St.-A.  Grazie  vol.  9  f.  93').  —  ®)  cf.  Bd.  I 
Nr.  45,  64,  65,  185,  186,  190,  546;  Predelli,  Regesti  dei  Commemoriali  lib.  III 
Nr.  404,  VI,  28.  —  ^")  Den  grössten  Theil  der  folgenden  Namen  hat  Cecchetti 
im  Archivio  Veneto  tom.  29  p.  31  n.  4  mitgetheilt,  andere  habe  ich  selbst  ge- 
funden; ich  glaube  sie  hier  alle  aufführen  zu  sollen,  da  man  der  Namens- 
forschung gerade  in  neuerer  Zeit  erhöhte  Aufmerksamkeit  zuwendet.  —  ' ')  Ven. 
St.-A.  Grazie  vol.  7  f.  81'.  —  ^^)  »contestabile  equestre'.  —  '^)  Ven.  St.-A.  Senate 
Misti  t.  23  f.  67.  —  '")  ebda.  t.  24  f.  15.  -  ")  ebda.  t.  24  f.  94;  Cecchetti  liest 
Holf  de  Vremestrop.  —  ")  Ven.  St.-A.  Senate  Misti  t.  26  f.  9. 


280  Anhang. 


1350,  Sept.  4,  Albertus  Suzii,  Reitersmann  in  Treviso^);  Okt.  4 
Rom  de  Auspurch  desgleichen^);  Okt.  21  Henricus  de  Hetueg 
desgleichen  ^) ; 

1351,  Jan.  14,  Pangracius,  Reiterführer  in  Treviso^);  Sept.  29 
Johannes  de  Chruch,  Reitersmann  in  Treviso  ^'') ;  Dez.  17.  Gual- 
terius  Operger,  früher  Soldat  in  Capodistria ") ; 

1352,  Jan.  21,  Ensedisio  de  Smisfort  (?)  ^) ;  Mai  3  Anes  de  Gon- 
dolio  ^) ; 

1353,  Febr.  9,   Johannes  de  Sprichich,  Neffe  oder  Enkel  (nipote)^^     t. 
des  Henricus  de  Gorstorph  (Gostrop  ?  cf.  oben)  ^) ;  ^^H^l 

1361,  Jan.  28  und  Okt.  12,  Vilichinus  de  Raderoden  i«);  ^"^ 

1370,  Mai  1,  Hermanus  de  Zürich,  ,stipendiarius  in  bastita  (Bollwerk) 
inferiori  contra  Tergestum  (Triest)' '  ^);  Mai  19  Fuschinus,  Reiter- 
führer in  Treviso^^);  Sept.  10  Henricus  de  Monacho,  ,sub  ban- 
deria  Jacobi  a  Schanellis'  in  Treviso^^); 
1373,  Okt.  30,  Rabotus,  Reiterführer  in  Treviso^^); 
1377,  Okt.  6,  Vigilasius  de  Salzburg,  ,caporalis  equestris'  in  Tre- 

viso  ^^); 
1389,  Sept.  19,   Roboth  de  Engestorp,  Reiterführer  in  Treviso^*^). 
Andere  mögen  auf  der  venetianischen  Flotte  gedient  haben  ^''); 
mit  Vorliebe  scheint  man,  wie  anderwärts  ^^),  deutsche  Geschütz- 
meister und  Bombardiere  in  Venedig  in  Dienste  genommen 
zu  haben,  so  1453^^); 

1484,  Febr.  25,  wird  ein  Meister  Petrus  aus  Rotenburg  (,de  Rutim- 
burgo  in  re  bombardaria  et  fortificatione  fortiliciorum  praestan- 
tissimus')  nach  Crema  geschickt  ^^); 
1496,  Mai  4,  wird  ein  Maistro  Federico  da  Cologna  (Cöln?),  Bom- 
bardier, mit  7  Dukaten  Besoldung  monatlich  angeworbene^); 
1504  ein  Meister  Marcus  Seiler  mit  10  Dukaten  monatlich  e^); 


1)  Ven.  St.-A.  Senato  Misti  t.  26  f.  44'.  —  ^)  ebda.  f.  47'  (?).  —  =*)  ebda. 
f.  46'.  —  ')  ebda.  f.  49'.  -  ^)  ebda.  f.  67'.  —  ")  ebda.  f.  76.  -  ')  ebda, 
f.  79'.  -  ^)  ebda.  f.  95.  —  »)  ebda.  f.  106'.  -  i")  ebda.  t.  29  f.  43  u.  30 
f.  28;  bei  einigen  in  den  dazwischen  liegenden  Jahren  erwähnten  Deutschen 
hat  Cecchetti  den  Charakter  nicht  angegeben,  weshalb  ich  sie  nur  hier  auf- 
führe. Es  sind:  1352,  Febr.  18,  Simonino  Paycher  (Misti  t.  26  f.  107');  1354, 
Mai  6  und  1355,  Mai  18,  Simonio  Dupacher  oder  De  Upachier,  aus  Burgund, 
vielleicht  identisch  mit  dem  vorhergehenden  (Misti  t.  27  f.  1  u.  9');  1359,  Sept.  29, 
Corrao  de  Aspich  (Misti  t.  29  f.  27);  1361,  Juni  28,  Rinaldo  de  Motrenberg 
(Misti  t.  30  f.  6') ;  1364,  Sept.  12  u.  1366,  Sept.  13,  Corrado  de  Husbach  (Misti 
t  31  f.  77  ü.  32  f.  14);  1365,  Juli  1,  Pietro  de  Valecli  (Misti  t.  31  f.  102');  1370, 
März  2  u.  1371,  Okt.  19,  Arnoldo  de  Stromburg  und  Peroto  de  Valat  (identisch 
mit  dem  vorigen?)  (Misti  t.  33  f.  95'  u.  138');  1370,  Okt.  20,  Federico  de  Auers- 
burg  (Misti  t.  33  f.  84');  1371,  März  11,  Themale  di  Metheiich  u.  Leopoldo  de 
Staym  (Misti  t.  33  f.  96').  -  '')  Ven.  St.-A.  Senato  Misti  t.  33  f.  53.  —  '^)  ebda, 
f.  56',  _  13)  ebda.  f.  74.  —  ")  ebda.  t.  34  f.  69'.  —  '^)  ebda.  t.  36  f.  42.  - 
'«)  ebda.  t.  41  f.  35';  s.  unten  Nr.  44.  —  ^')  1360,  Nov.  30  wird  z.  B.  ein  Mat- 
thaeus  aus  Laibach  ,marinarius,  qui  utitur  in  galeis'  erwähnt;  s.  unten  Nr.  25. 
^^)  cf.  Decker,  Gesch.  des  Geschützwesens  in  Europa  (1822)  S.  45.  —  ^^)  Ven. 
St.-A.  Senato  Terra  vol.  3  f.  65'.  -  2°)  ebda.  vol.  9  f.  59.  —  'i)  ebda.  vol.  12 
f.  139'.  —  22)  ebda.  vol.  15  f.  29'. 


Anhang.  281 

1507,  Juni  4,  ein  Meister  Johann  aus  Augsburg^); 
ferner  jener  Meister  Hieronymus,  der  „seit  langer  Zeit  in  venetiani- 
schen  Diensten"  1544  in  Cattaro  an  die  Spitze  einer  Geschützschule 
gestellt  wurde,  den  Crove  und  Cavalcaselle  mit  dem  gleichnamigen 
Erbauer  des  Fondaco  irrthümlicherweise  identifizirt  haben  ^). 
Wieder    Andere  fanden   bei    den  Befestigungsarbeiten  (?)    am 
Lido   oder   in  Malamocco  Beschäftigung  (1356  und  1375)^).      Früh 
schon  und  früher  vielleicht  als  anderwärts  bediente  sich  die  Republik 
auch  deutscher  Bergleute  zu  militärischen  Zwecken'^).    Ein  inter- 
essanter Beleg  hiefür  ist  der  Vertrag  vom  16.  Januar  1364,  den  ein  Ab- 
gesandter des  Dogen  Lorenzo  Celsi  mit  vier  Grubenarbeitern  (Meistern) 
in  Kuttenberg  in  Böhmen  abschloss,  welche  mit  einem  Schmied  oder 
Zimmermann  und  zwanzig  Gesellen  gegen  eine  monatliche  Löhnung 
von  400  Goldgulden  und  freie  Kost  für  die  Dauer  der  Arbeiten  sich 
bereit  erklärten,   im  Dienste  der  Republik   auf  der  damals   rebelli- 
schen Insel  Kandia  Minirarbeiten  u.  s.  w.  vorzunehmen  •'').  —  Andere 
deutsche  Bergleute  kamen,  um  in  den  Bergwerken  von  Friaul,  be- 
sonders in  den  neuentdeckten  Quecksilbererzlagen  von  Tolmein  und 
Idria,  auf  eigene  Rechnung  ihr  Glück  zu  suchen,  und  erhielten  von 
der  auch  hier  den  Deutschen  entgegenkommenden  Regierung  auf  ihren 
Wunsch  mancherlei  Vergünstigungen  (z.  B.   1493  und  1494)'^), 

Eines  ähnlichen  Wohlwollens  hatten  sich  wieder  andere  Deutsche 
zu  erfreuen,  die  ihre  speziellen  Kenntnisse  im  Interesse  der  Republik 
verwerthen  wollten,  wie  dies  z.  B.  in  der  für  Venedig  wichtigen  Er- 
richtung von  M  ü  h  1  e  n  öfters  geschehen  zu  sein  scheint.  Denn  wenn 
G.  M.  Thomas  hierüber  einige  Dokumente  aus  dem  Jahre  1494  für 
einen  Hans  Felber  aus  Ulm  veröffentlicht  hat,  der  sich  erbot  Wind- 
mühlen zu  errichten  ''),  so  findet  sich  Aehnliches  auch  schon  viel  früher, 
indem  bereits  im  Jahre  1323  einem  deutschen  Ingenieur  (ingenerius) 
gleichfalls  mit  Namen  Johannes,  vom  Grossen  Rath  die  Erlaubniss 
ertheilt  wird,  gegen  Entgelt  einen  ähnlichen  Versuch  mit  Ausführung 
seiner  Erfindung,    einer  besonderen  Art  von  Mühlen,    anzustellen^). 

Gar  manche  von  diesen  nach  Venedig  gekommenen  Deutschen 
beschlossen  dann  nach  längerem  Aufenthalt  und  längerer,  oft  20-  bis 
30jähriger  Dienstzeit,  für  immer  in  der  Lagunenstadt  zu  bleiben, 
und  erlangten  da  auch  das  Bürgerrecht,  wurden  entweder 
Bürger  ,de  intus'  oder  ,de  intus  et  extra',  worüber  Le  Bret  fol- 
gende Erläuterung  gibt^).     „Jener   wurde  nur  zu  einigen  geringen 


I 


')  s.  unten  Nr.  74.  —  ^)  s.  unten  Nr.  76,  79,  80  und  oben  S.  113-115.  — 
^)  s.  unten  Nr.  22  u.  41.  —  *)  s.  Fischer,  Gesch.  des  teutschen  Handels  (1797) 
Thl.  II  S.  523  über  die  Berufung  deutscher  Bergleute  nach  England  (1452), 
Schottland  und  Frankreich.  —  ")  s.  unten  Nr.  29  und  Romanin,  Storia  documentata 
di  Venezia  t.  III  (1855)  p.  220.  —  «)  s.  unten  Nr.  70-72;  cf,  Yen.  St.-A.  Senato 
Misti  vol.  57  f.  148,  164,  203,  242  und  Senato  Terra  vol.  6  f.  91'.  -  ')  Zur 
Quellenkunde  des  venetianischen  Handels  und  Verkehres  in  den  Abhandlgn.  der 
bayer.  Akad.  d.  Wiss.  I.  Kl.  Bd.  XV  Abth.  I  S.  217.  --  »)  s.  unten  Dok.  Nr.  4 
u.  5.  —   ®)   In  seiner  „Staatsgeschichte  der  Republik  Venedig"  Thl.  I  S.  610  ff. 


282  Anhang. 

inneren  Diensten  der  Stadt  fähig,  durfte  einige  Künste  und  Hand 
werke  ausüben  und  wurde  mit  einem  geringen  Maasse  von  Abgaben 
belegt.  Ein  Fremder  hingegen,  der  Bürger  ,de  intus  et  extra'  wurde, 
erhielt  nicht  nur  die  inneren  bürgerlichen  Rechte,  sondern  wie  die 
Eingeborenen  die  Freiheit  der  venetianischen  Schifffahrt  und  das 
Recht,  an  allen  Orten,  wo  die  venetianische  Handlung  durch  Ver- 
träge gewisse  Rechte  und  Vortheile  erlangt  .  .  .  der  Handlung  zu 
obliegen.  Das  allgemeine  privilegirte  Bürgerrecht  (also  ,de  intus 
et  extra')  genossen  (nach  der  Schliessung  des  Grossen  Rathes)  alle 
Fremde,  welche  in  Venedig  wohnten  und  25  Jahre  dem  Fürsten 
(Dogen)  den  Tribut  bezahlt  hatten."  1313  verordnete  der  Senat ^), 
dass  die  in  Venedig  geborenen  Kinder  von  fremden  Nichtbürgern 
Bürger  ,de  intus'  sein  sollten,  wenn  sie  12  Jahre  beständig  in  Venedig 
gewohnt  hätten;  blieben  sie  weitere  6  Jahre,  sollten  sie  zugleich 
Bürger  ,de  extra'  sein.  Nach  der  Pest  von  1348  gestattete  man  das 
Bürgerrecht  allen  Fremden,  welche  mit  ihren  Familien  nach  Venedig 
kämen,  sich  allda  zwei  Jahre  aufhielten  und  die  bürgerlichen  Bürden 
mit  trügen.  Im  Jahre  1382  wurde  die  Zeit  des  Aufenthaltes  in 
Venedig  auf  8  Jahre  festgesetzt,  um  Bürger  ,de  intus'  zu  werden, 
15  aber  wurden  zum  Bürgerrechte  ,de  extra'  erfordert.  So  wurden 
systematisch  Fremde  herangelockt  und  herangezogen:  „mit  Anfang 
des  15.  Jahrhunderts  hatten  die  Fremden  bereits  das  Fette  des 
Landes  in  Händen"  ^),  und  da  sie,  wie  es  heisst,  im  Unglück  den 
Staat  eilends  wieder  verliessen,  machte  man  die  Erlangung  des 
Bürgerrechtes  schwerer  und  unterstellte  sie  einer  Prüfung  durch 
die  obersten  venetianischen  Behörden.  1407  aber  ertheilte  man  das 
innere  Bürgerrecht  wieder  ohne  Bedenken  solchen  Fremden,  welche 
in  Venedig  eine  geborene  Venetianerin  heiratheten  und  sich  daselbst 
mit  ihrer  Familie  niederliessen.  Am  Anfang  des  16.  Jahrhunderts, 
als  „die  Handlung  merklich  abzunehmen  schien,  setzte  man,  um  den 
Fremden  zu  schmeicheln,  für  das  innere  Bürgerrecht  8,  für  das 
äussere  16  Jahre  des  Aufenthaltes  in  Venedig  fest". 

Früh  schon  werden  derartige  Bürgerverleihungen  an  Deutsche, 
insbesondere  in  den  ,Libri  Commemoriali'  erwähnt,  die  ich  hier  ver- 
zeichnen will,  ohne  Angabe,  ob  sie  das  Bürgerrecht  de  intus  oder 
auch  de  extra  erhielten: 

1321,  Januar  15,  ein  Guarnerius  (Werner); 

1324,  Juli  24,  Philipp  von  Passau; 

1330,  Mai  24,  Franziscus  dei  Letelli  aus  Trient; 

1332,  April  19  und  21,  ein  Friedrich  (merciaio,  Krämer); 

1335,  Okt.  26,  Nikolaus  Reich,  genannt  Todeschinus,  Sohn  eines 
Albertus ; 

1340,  Nov.  29,  Heinrich  Splecher,  Sohn  des  Odoricus^); 

1361,  Nov.  2,  Konrad  und  sein  Bruder  Jakob  Dal  Pe*); 


^)  cf.  Lebret  a.  a.  0.  —  ^)  Lebret  ebda.  S.  6n.  —  ^)  Diese   sämmtlich  in 
lib.  III  der  Commem.  n.  30,  60, 193,  308,  432,  433,  518.  —  *)  Commem.  lib.  TI  n.  274: 


Anhang.  283 

1368,  Mai  24,  Bernhard,  Sohn  Michaels,  ,panchogolo'  (=  fornaio 

Bäcker?)!); 
1368,  Juni  2,  Donatus  Brazadellis  ,quondam  Amici'  aus  Trient; 

1370,  Mai  19,  Bartholomaeus ,  Sohn  Bertholds,  dal  Piede  (?)  aus 
Bruneck ; 

1371,  Mai  28,  ein  Bäcker  Johannes; 

1374,  Mai  29,  Jordanus,  Sohn  des  Odoricus,  aus  Bozen !); 

1382,  Sept.  13,  Nikolaus  Stulpo,  Sohn  Friederichs  ^); 

1384,  Okt.  27,  Johannes  Dorus,  Sohn  Rudolphs  aus  Basel  ^); 

1386,  Sept.  14,  Heinrich  Spiera  (aus  Speyer?)*); 

1392,  Juli  20,  ein  Johannes^); 

1439,  Mai  10,  Heinrich  Bemp,  Sohn  des  Nicolaus,  aus  Hebern  (?)  ^)  etc. 

Unter  den  persönlichen  Vorzügen  der  Venetianer  hebt  Felix 
Fabri  besonders  ihre  ausserordentliche  Massigkeit  im  Essen  und 
Trinken  rühmend  hervor,  indem  er  hinzusetzt,  dass  die  Schenken 
eigentlich  nur  für  die  Deutschen,  Waadtländer,  Sklaven  und  Andere 
bestimmt  seien  ^).  Es  mag  das  zwar  übertrieben  erscheinen,  aber 
wir  wissen  in  der  That,  dass  es  den  Venetianern  im  Allgemeinen 
durch  Gesetz  verboten  war,  in  den  Osterien  oder  Schenken  Wein 
zu  trinken^).  Damit  hängt  es  dann  wohl  auch  zusammen,  dass 
die  Wirthschaften  vielfach  von  Ausländern  geführt  wurden.  Im 
Jahre  1454  wurde  sogar  offiziell  festgestellt,  dass  die  „Tabernen" 
und  „Osterien"  Venedigs  zum  grösseren  Theil  (ehemaligen?)  deut- 
schen Dienstleuten  und  solchen  aus  Ferrara  und  Florenz  überlassen 
seien  ^).  Wiederholt  begegnen  wir  denn  auch  solchen  deutschen 
Schenkwirthen ,  die  daneben  gerne  als  Dolmetscher  vor  Gericht 
u.  s.  w.  verwendet  wurden  !®),  Mehrfach  wurde  freilich  der  Wein- 
ausschank von  Deutschen,  besonders  im  Bezirk  von  S.  Moise, 
ohne  Erlaubniss  der  Regierung  betrieben !!).  Ebenso  befanden  sich 
die  grösseren  Gasthäuser  oder  Herbergen  vielfach  in  deutschen 
Händen,    wie  dies  eben  der  Besuch  Venedigs  durch  Deutsche,  be- 


')  Dieser,  wie  die  folgenden  vier  in  Commem.  lib.  VII  n.  429,  432,  571,  629, 
745.  —  2)  Yen.  St.-A.  Senate  Misti  vol.  37  f.  108'.  -  «)  ebda.  vol.  39  f.  17 ;  die 
beiden  letzteren  finden  sich  nicht  in  den  Commemoriali,  wo  von  da  an  derartige 
Einträge,  wie  es  scheint,  wegblieben.  —  *)  s.  unten  Dok.  Nr.  43.  —  ^)  s.  unten 
Nr.  46.  —  ")  8.  unten  Nr.  59.  —  '')  Evagatorium  lib.  III  in  der  Bibl.  des  liter.  Ver. 
Bd.  IV  S.  407 :  In  cibo  et  potu,  ut  prudentes  decet,  ultra  quam  credi  potest,  sunt 
temperati,  ne  per  ingurgitationem  et  ebrietatem  mercandi  usus  impediatur  aut 
Status  politiae  turbetur.  Tabernas  non  habent,  nisi  quas  pro  Teutonicis  et  Sclavis 
et  Vadienis  et  scortis  sustinent  ...  —  ®)  s.  Cecchetti  im  Arch.  Veneto  t.  30 
p.  297.  —  ^)  Ven.  St.-A.  Notatori  di  Collegio  vol.  17  f.  14' :  Cum,  sicut  exposuit 
circumspectus  secretarius  noster  Ludovicus  Beaziano,  taberne  et  hostarie  Venet, 
pro  majori  parte  concesse  fuerint  fachinis  Theotonicis,  Ferariensibus  et  Floren- 
tinis.  —  '")  So  werden  erwähnt  1343,  März  ein  Nicolaus  ad  minus  (de  minuto) 
s.  unten  Nr.  15;  1359,  Mai  31,  1360,  Jan.  16,  1362,  Mai  19  ein  Johannes  de 
minus,  s.  unten  Nr.  24,  27,  28  (cf.  Cecchetti  a.  a.  0.  p.  307  Anm.  6) ;  1414  ein 
Armanus  de  Alemanea,  olim  hospes  ad  cabaletum  (das  heutige  ,Cavaletto')  Ven. 
St.-A.  Grazie  vol.  20  f.  95'.   —    ^*)  s.  unten  Nr.  6. 


284  Anhang. 


m 


sonders  durch  die  Palästinafahrer,  wünschenswerth  machte.  Gerade 
den  Berichten  der  letzteren  verdanken  wir  die  Kenntniss  einer  An- 
zahl solcher  deutscher  Gasthäuser  und  ihrer  Besitzer.  „Ritter  und 
Kaufleute",  heisst  es  bei  Röhricht  und  Meissner  darüber^),  „logirten 
im  Spiegel,  im  Weissen  Löwen,  im  Schwarzen  Adler,  gewöhnlich  aber 
im  Deutschen  Hause,  das  sonst  St.  Georg,  zur  Flöten  oder  Pollten, 
auch  zur  Trinität  genannt  wird.  Hier  in  diesem  Hause,  als  dessen 
Wirthe  Peter  Ugelheimer  aus  Frankfurt  (der  1488  gestorben  ist, 
wie  wir  hinzufügen  können^),  Meister  Johannes,  später  Nicolaus 
Frigg  und  Pancratius  Hochgesang  (gestorben  25.  Mai  1588,  50  Jahre 
alt  ^),  genannt  werden,  waren  (wenigstens  zur  Zeit  Felix  Fabri's,  wie 
hinzuzusetzen  ist)  Wirth,  Wirthin,  Knechte  und  Mägde  deutschen 
Ursprungs ;  kein  fremdes  Wort  wurde  in  dieser  Herberge  ,  die  bei 
S.  Bartolomeo  lag*),  gesprochen,  und,  wie  (von  Fabri)  erzählt  wird, 
selbst  der  vierbeinige  Wächter  des  Hauses,  ein  stämmiger  Hund, 
schnüffelte  nichtdeutsche  Reisende ,  Bettler  und  Hunde  sehr  bald 
heraus  und  hielt  sie  alle  von  der  Schwelle  zurück."  Bemerken  wir 
hiezu  noch  ergänzend,  dass  als  Wirth  des  „Weissen  Löwen"  (der 
gleichfalls  „auff  S.  Bartholomeus  Platz  gelegen  war"  ^)  1610  (März) 
ein  Johann  Aider  (Haider?)  genannt  wird^),  und  als  Wirthe  des 
„Schwarzen  Adlers"  in  späterer  Zeit  folgende  Deutsche  erscheinen: 
1587,  März,  Leonhard  Egger'');  ferner  seit  1605,  Mai  oder  1609, 
Okt.— 1638,  Aug.  29,  wo  er,  65  Jahre  alt,  stirbt:  Christoph  Gaflf^); 
dann  1664,  Okt.  — 1672,  April,  Bernhard  Gering^);  endlich  1693, 
Febr.,  Martin  Parisent  ^'^). 

Besonders  beliebt  und  besucht  von  Deutschen  scheint  am  Aus- 
gang des  15.  und  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  das  Gasthaus  des 
Peter  Pender  gewesen  zu  sein,  das  zugleich  mit  dem  „Weissen 
Löwen"  und  „St.  Georg"  auch  1528  und  1531  noch  ausdrücklich 
von  der  Regierung  als  Absteigequartier  für  die  nicht  im  Fondaco 
wohnenden  Deutschen  bezeichnet  oder  bestimmt  wird^^).  Hier  bei 
Peter  Pender,  der  bereits  1487,  Dez.  16  als  Zeuge  in  Venedig  er- 
scheint^^), und  dessen  Gasthaus  ebenfalls  bei  S.  Bartolomeo  lag  ^^), 
logirte  1497  Herzog  Bogislaus  von  Pommern^*);  hier  stieg  1499 
der  Gesandte  Kaiser  Maximilians  ^^),  1500  und  1503  der  ungarische 
Gesandte  ab^^);  hier  wohnte  1506  Albrecht  Dürer  ^'');  und  wieder- 
holt wird   der   Mann   in   den  Tagebüchern   des   Marino  Sanuto   ge- 


^)  Deutsche  Pilgerreisen  nach  dem  Heiligen  Lande  (1880)  S.  11;  cf.  oben 
S.  13  u.  155.  —  ')  cf.  oben  S.  69.  —  ^)  cf.  oben  S.  249.  —  *)  cf.  Marino  Sanuto, 
Diarii  (Ausg.  der  Deputazione  Veneta)  tom.  III  p.  1433.  —  ^)  Feyerabend,  Reissbuch 
1584  f.  32';  cf.  Sanuto,  Diarii  III  p.  1539.  -  «)  s.  oben  S.  251.  —  ^)  s.  oben 
S.  249  und  Röhricht,  Pilgerreisen  S.  11  Anm.  7.  —  «)  s.  oben  S.  251-253.  - 
9)  s.  oben  S.  255.  -  '")  s.  oben  S.  256.  -  '')  s.  oben  S.  155  und  Bd.  I  Nr.  698 
und  700.  —  '2)  s.  Bd.  I  Nr.  577.  -  '^)  s.  Sanuto,  Diarii  III,  630:  1500  adi 
14  Avosto.  Vene  Piero  Pender,  tien  caxa  in  questa  terra  a  San  Bartolomeo, 
per  alozar  Todeschi.  —  ^■')  s.  Röhricht  S.  11  Anm.  6.  —  ^^)  Sanuto  II,  1216.  — 
^')  ebda.  III,  587;  IV,  766.  —  ^')  s.  Lochner,  Die  Personennamen  in  Albrecht 
Dürer's   Briefen   aus  Venedig   (1870)   S.  49.     Damit  widerlegt   sich   Thausiag's 


Anhang.  285 

nannt,  bald  als  Wirth,  bald  als  Vertreter  der  Deutschen  und  als 
ihre  und  der  Regierung  Vertrauensperson,  der  mehr  als  einmal  den 
gegenseitigen  Verkehr  vermittelt  ^). 

Nicht  minder  treö'en  wir  ausserhalb  Venedigs  in  den  um- 
liegenden Städten  deutsche  Wirthe,  die  wohl  mit  Rücksicht  auf  die 
zahlreichen  nach  Venedig  ziehenden  deutschen  Landsleute  an  solchen 
Durchgangsstationen  sich  niedergelassen  hatten:  z.  B.  in  Treviso,  wo 
schon  in  den  40er  Jahren  des  14.  Jahrhunderts  ein  Johannes  und 
in  den  60er  Jahren  ein  Sebastian  Rem  aus  Augsburg  zu  finden  ^) ;  in 
Mestre,  wo  vor  1437  ein  Johannes  de  Cologna^);  in  Padua,  wo  1442 
Stephan  (aus  Köln?)  als  ,hospes  ad  varotas'  (zum  Eichhörnchen?)^) 
genannt  wird. 

Endlich  ist  noch  eines  Gewerbes  zu  gedenken,  welches  Deutsche 
in  der  Lagunenstadt  betrieben  —  und  zwar  ohne  Rücksicht  auf 
deutsche  oder  italienische  Kunden!  —  das  der  —  Langfinger!  Die 
Akten  der  venetianischen  Polizeibehörde  ,Signori  di  Notte  al  Criminal' 
enthalten  eine  ganz  erkleckliche  Anzahl  von  Verurtheilungen  und 
Bestrafungen  deutscher  Diebe,  die  aus  allen  Gegenden  Deutschlands 
nach  Venedig  kamen,  um  auf  diese  Weise  in  der  Weltstadt  ihren 
Unterhalt  zu  finden,  ja,  was  interessant  genug  ist,  zu  förmlichen 
Gesellschaften  sich  vereinigten,  um  das  Geschäft  mit  besserem  Erfolge 
zu  betreiben  und  den  Gewinn  hinterher  zu  theilen^). 

Wenn  ich  im  Anschluss  hieran  der  Juden  gedenke,  so  geschieht 
es  theils  wegen  der  verachteten,  fast  ehrlosen  Stellung,  die  sie  be- 
sonders im  ausgehenden  Mittelalter  in  Deutschland  einnahmen*^),  und 
die  sie  wohl  vielfach  mit  zur  Auswanderung  nach  dem  gastlicheren 
Italien  und  Venedig  einlud  —  theils  weil  sie  auch  hier  mehr  durch 
gewerbsmässiges  Ausleihen  von  Geld,  als  durch  wirklichen  Handel 
ihre  Existenzmittel  zu  beschaffen  pflegten.  Es  wird  behauptet,  dass 
gerade  deutsche  Juden  zuerst  in  grösserer  Zahl  und  zwar  bereits 
seit  der  Mitte  des  12.  oder  sicher  doch  im  13.  Jahrhundert  nach 
Venedig  zum  ständigen  Aufenthalt  gekommen  seien  ''').    Freilich  war 


ganz  irrige  Vermuthung  in  den  Quellenschriften  für  Kunstgeschichte  Bd.  III 
S.  195  Anm.  31.  —  ^)  Diarii  II.  440,  688,  735;  VII,  622.  -  ^)  s.  unten 
Nr.  34  u.  flF.  -  «)  Yen.  St.-A.  Grazie  vol.  23—24  f.  206  (cf.  Kiechel,  Reisen 
a.  a.  0.  Bd.  86  S.  152).  —  *)  varoter  —  vaiaio,  Kürschner,  von  vajo,  varo;  s.  unten 
Nr.  60  (cf.  Fabri  Evag.  a.  a.  0.  Bd.  IV  S.  390).  —  ^)  Ich  theile  unten  aus  den 
wenigen  Bänden,  die  ich  hiefür  durchgehen  konnte  (s.  Vorwort  zu  Bd.  I  S.  XII) 
eine  Anzahl  Verhöre  und  Verurtheilungen  solcher  ergriffener  deutscher  Diebe 
mit,  die  auch  wegen  der  Notizen  über  die  angewandten  Torturen  und  die 
Strafmaasse  von  Interesse  sind.  —  ")  cf.  Stobbe,  Die  Juden  in  Deutschland 
während  des  Mittelalters  (1866)  S.  174,  193.  -  ')  cf.  GalliccioUi,  Delle  Memoria 
Venete  antiche  (1795)  lib.  I  §  872—990  (tom.  IT  p.  278—326),  der  aus  einem 
Manuscript  von  Pietro  Vanzi  eine  Menge  urkundlicher  Notizen  zur  Geschichte 
der  Juden  in  Venedig  niitgetheilt  hat;  femer  s.  G.  Wolf,  Aktenstücke  zur 
Gesch.  der  .luden  bei  Steinschneider,  Hebräische  Bibliographie,  Bd.  I  S.  16  u.  ff.; 
Lebret,  Gesch.  von  Italien  Th.  IX  S.  558  u.  ff. ;  Graetz,  Gesch.  der  Juden  2.  Aufl. 
Bd.  IX  (1877)  S.  42  u.  ff. ;   und  (Lattes  in  dem  Werk :)  Venezia  e  le  sue  lagune 


286  Anhang. 


^ 


auch  hier  dann  ihr  Geschick  ein  sehr  wechselndes,  das  an  dieser  Stelle 
nicht  bis  in  alle  Einzelheiten  verfolgt  werden  kann.  Wenn  sie  im  Jahre 
1366  aus  dem  nahen  Mestre  nach  Venedig  berufen  wurden,  um  Leih- 
banken zu  errichten  im  Interesse  der  Armen,  so  beweist  dies,  dass  sie 
vorher  sich  vorzugsweise  dort  aufgehalten  haben,  oder  schon  einmal 
dorthin  verwiesen  worden  waren.  Dann  wurde  ihnen  im  Jahre  1373  (oder 
1375)  der  Aufenthalt  in  Venedig  auf  fünf  Jahre  förmlich  gestattet  und 
■diese  Bewilligung  öfters  und  auf  länger  gegen  Erlegung  einer  jähr- 
lichen Summe  von  4000  Dukaten  wiederholt;  1386  ihnen  sogar  auch 
eine  Begräbnissstelle  am  Lido  eingeräumt,  bis  dann  im  Jahre  1394 
(Aug.  27)  ihreVerbannung  aus  Venedig  beschlossen  wurde.  D.h.  es  wurde 
ihnen  wieder  Mestre  als  Wohnsitz  angewiesen  und  nur  ein  14tägiger 
Aufenthalt  in  Venedig  verstattet  und  zugleich  während  desselben  das 
Tragen  eines  gelben  ovalen  Fleckes  auf  der  Brust  vorgeschrieben  — 
Bestimmungen,  die,  weil  wiederholt  umgangen,  wiederholt  erneuert 
wurden,  z.  B.  1409  mit  dem  weiteren  Verbot,  Synagogen  (Gottes- 
dienst) in  den  gemietheten  Häusern  zu  halten  ^).  1443  verbot  man 
ihnen  auch  das  Unterrichtgeben  im  „Spielen,  in  Künsten,  in  Wissen- 
schaften und  Sprachen,  im  Tanze,  in  der  Musik  und  im  Singen". 
Hingegen  wurde  ihnen  1463  die  Niederlassung  in  allen  Städten  der 
Republik  und  1508  auch  wieder  das  Wohnen  in  Venedig  auf  5  Jahre 
erlaubt,  1516  endlich  ihnen  ein  eigenes  Quartier,  der  „Ghetto",  zu- 
gewiesen. Nach  neuerlichen  Verbannungen  und  Zurückberufungen 
gaben  sie  sich  1534  eine  festere  Organisation,  bildeten  eine  Gemein- 
schaft, Universitä,  welche  aus  drei  Abtheilungen  bestand :  deutschen 
Juden,  morgenländischen  oder  Levantiner,  abendländischen  oder 
Ponentiner  Juden.  Schon  hieraus  erhellt,  wie  zahlreich  stets  die 
deutschen  darunter  müssen  vertreten  gewesen  sein. 

Was  speziell  noch  ihr  Verhältniss  zum  Fondaco  betrifft,  so 
scheint  aus  einem  Dokument  vom  26.  Juni  1329  ^)  hervorzugehen, 
dass  sie  damals,  wie  andere  deutsche  Kaufleute,  in  demselben  ver- 
kehren mussten.  In  späterer  Zeit  war  das  jedenfalls  anders.  Wir 
lesen  ^),  dass  im  Jahre  1665  die  ,Avvogadori  di  Commun'  den 
Juden  den  Zugang  zum  Fondaco  gestatteten,  die  deutschen  Kaufleute 
desselben,  die  ,Nazione  Alemana'  aber  hiegegen,  weil  gegen  das  alte 
Herkommen,  protestirte  und  es  auch  erwirkte,  dass  am  24.  März  1668 


(1847)  tom.  I  p.  II  Append.  pag.  103  u.  fi.  Hieraus  die  oben  folgenden  Angaben. 
—  ^)  Dieser  Beschluss  steht  auch  im  Capitolare  dei  Visdomini  del  Fontego  dei 
Todeschi  (Ausgabe  von  G.  M.  Thomas  1874)  S.  137  cap.  244  mit  der  die  spätere 
Zeit  verrathenden  Ueberschrift  ,Ebrei  non  faciano  sinagogi  fuori  del  ghetto'. 
Dass  man  übrigens,  wie  so  oft,  auch  hier  in  Venedig  von  einzelnen  Bestim- 
mungen ausnahmsweise  dispensirte,  zeigt  Dokument  Nr.  68  unten  vom  4.  Mai 
1491,  worin  auf  den  Wunsch  des  Kaisers  Maximilian  einem  jüdischen  Diener 
desselben,  Samuel,  das  Tragen  des  Abzeichens  erlassen  wurde.  Im  Uebrigen 
werden  in  unserem  Urkundenanhang  nur  wenige  deutsche  Juden  in  Venedig  er- 
wähnt: 1390,  März  2,  ein  Robertus  aus  Nürnberg  (Nr.  31),  1421  ein  Rüben  und 
Ysaak  aus  Deutschland  (Nr.  54),  1467,  Juni  8,  ein  Haym  Rappe  in  Mestre 
<Nr.  64).  -   2)  s.  Bd.  I  Nr.  82.  —  ')  Milesio  bei  Thomas  S.  52,  53. 


Anhang.  287 

der  Senat  allen  Juden  den  Zugang  zum  Fondaco  verbot  und  sie 
bei  etwaigen  Geschäften  an  die  Vermittlung  der  Christen  verwies. 
Eine  Ausnahme  wurde  nur  hinsichtlich  der  jüdischen  Aerzte  gemacht. 
Stets  ja  hatten  sich  die  Juden  in  dieser  Kunst  besonders  aus- 
gezeichnet; die  jüdischen  Aerzte  waren  auch  in  Venedig  1395  von 
der.  Verbannung  ausgenommen  worden  ^),  und  selbst  zum  Fondaco 
hatten  die  Consuln  der  Nazione  Alemana  ausnahmsweise  z.  B.  im 
August  1648  dem  jüdischen  Doktor  David  Valenzin  mit  Rücksicht 
auf  sein  Wissen  und  seine  Tüchtigkeit  den  ungehinderten  Zugang 
und  den  freien  Verkehr  im  Fondaco  ausdrücklich  gestattet  ^). 

In  der  That  wird  der  nämliche  Doktor  Valenzin  oder  Valenzi 
(Valenz)  nebst  einem  anderen  Chebeghe  (Cabibi)  unter  den  behan- 
delnden Aerzten  einige  Male  (so  zum  Jahre  1647,  Nov.  10;  1649, 
Juni  20;  1651,  Sept.  1;  1657,  Jan.  4;  1663,  Mai  27)  im  Sterbe- 
register von  S.  Bartolomeo  aufgeführt  ^).  Daneben  dann  auch  meh- 
rere andere  deutsche  Aerzte:  so  ein  Johann  Stockmaier  (1616, 
März  28)*),  ein  ,Artigio'  (1634,  Nov.  19;  1637,  1638,  1640,  1642— 
1645)5),  ein  Otto  oder  Otton  (1653,  Aug.  9;  1672,  April  26;  1673, 
Jan.  16,  wohl  derselbe)^),  ein  ,Aldimarsi'  (1665,  Mai  17)'^),  und 
wohl  auch  ein  Blankenbach  (1666,  April  20,  Aug.  2;  1668,  1669)') 
und  ein  ungenannter  (1636,  Okt.  27)  ^). 

Diese  eben  erwähnte  Klasse  von  deutschen  Gewerbetreibenden 
in  Venedig  —  wenn  dieser  Ausdruck  erlaubt  ist  —  mag  uns  den 
Uebergang  bilden  zu  einer  anderen  Gruppe,  welche  ihrer  kultur- 
geschichtlichen Bedeutung  nach  an  erster  Stelle  hätte  genannt  werden 
sollen:  den  deutschen  Buchdruckern,  die  „in  der  blühenden  Welt- 
handelsstadt, vom  Geiste  des  Humanismus  und  der  Renaissance  erfüllt, 
herrliche  Werke  schufen"  ^).  Venedig  war  nach  dem  Urtheil  eines 
kompetenten  Forschers  auf  diesem  Gebiete  ^°)  als  der  unbestrittene 
„Mittelpunkt  des  Buchhandels  in  Italien  von  vorneherein  die  vor- 
nehmlichste  Kolonie  des  deutschen  Buchdruckers,  als  solche  Lyon 
noch  überragend".  Und  in  der  That:  welch'  eine  stattliche  Reihe 
deutscher  Buchdrucker  ist  nur  in  den  Jahren  1469  bis  1530  in  den 
Annalen  von  Panzer  verzeichnet!    Zuerst 

1469  jener  Johannes  von  Speyer,    der  die  neue  Erfindung  über- 
haupt nach  Venedig  verpflanzte  ^  ^) ;  dann 

1470  sein  Bruder  Wendelin  aus  Speyer; 

1470  Christoph  Waldarfer  aus  Regensburg; 

1471  Johann   von  Köln   und   Johannes   Manthen   de    Gherretzem 
(Gerresheim  bei  Düsseldorf?)  (1473); 


^)  Gallicciolli  a.  a.  0.  §  900  S.  289.  -  ^)  Milesio  bei  Thomas  S.  52,  53.  — 
3)  s.  oben  S.  253—255.  -  *)  s.  oben  S.  252.  —  *)  ebda.  S.  253.  —  ^)  ebda. 
S.  254-256.  —  ^)  ebda.  S.  255.  -  »)  ebda.  S.  253.  —  ")  Hase,  Die  Koberger. 
2.  Aufl.  S.  293.  —  i**)  Hase  a.  a.  0.  -  '')  cf.  Falkenstein,  Geschichte  der 
Buchdruckerkunst  (1840)  S.  212  u.  fl".;  R.  Fulin,  Documenti  per  servire  alla  storia 
della  tipografia  Veneziana  im  Archivio  Veneto  t.  23  p.  84  u.  flP.  Im  Folgenden 
verzeichne  ich  nur  aus  Panzer  das  Jahr  des  ersten  Druckes. 


288  ''  Anhang. 

1471  Adam  (de  Ambergau?),  Franz  Renner  aus  Heilbronn  und 
Nicolaus  aus  Frankfurt^),   ,quondam  domini  Arigini'^); 

1472  Leonhard  Aurl  (Corrector?); 

1473  Albert  von  Stendal; 

1474  Adam  von  Rottweil; 

1476  Johann  de  Hallis  oder  Leoviller; 

1476  Bernhard  Maler  oder  Pictor  aus  Augsburg,  Peter  Löslein 
(1483)  aus  Langenzenn  und  Erhard  Ratdolt  (1478)  aus  Augs- 
burg ; 

1477  Theodoricus  de  Reynsburch  (Regensburg?)  und  Raynaldus 
de  Novimagio^); 

1478  Leonhard  Wild,    ,quondam    ser  Girardi'   aus  Regensburg  ^) ; 

1479  Georg  Walch; 

1480  Johann  Lucilius  Santritter  aus  Heilbronn '^);  j^^^J 

1481  Johann  ,dictus  Magnus'  Herbort  aus  Seligenstadt^);  ^H^l 

1482  Johannes  de  Rheno  (?);  ^^P™l 

1482  Hermann  Lichtenstein  aus  Köln*^); 

1483  Johann  aus  Nördlingen;  i 

1484  Konrad  Stachel  aus  Blaubeuren  in  Verbindung  mit  Andreas  j 
Corvus,  ,burciensis  de  Corona'  (aus  Kronstadt  in  Siebenbürgen)  \ 
und  Martinas,  ,burciensis  de  Czeidino'  (Szegedin?) ''); 

1487  Johann  Emmerich  ,de  Udenhem'  oder  aas  Speyer  (1494); 
vor  1487,  Dez.,  Peter  Ugelheimer  aus  Frankfurt^); 

1496  Johann  Hammann  aus  Landau,  genannt  Hertzog^); 

1497  Caspar  aus  Köln  (?)  ^^)  und  Peter  Lichtenstein  aus  Köln^^); 
1502  Johann    Rymann    ,de    Oringaw'    (?)    und    Johann    Michiel, 

,budorensis'  aus  Portz  bei  Köln^^); 

1515  Wolf  gang  Maegerli  aus  Salzburg  und  Jakob  aus  Strass- 
bürg  (?)"); 

1516  Johann  Oswald  aus  Augsburg; 
1519  Johann  Phiroben  und  Johann  Divineur; 
1527  Cornelius  Adelkind  (?). 

Hiezu  mögen  noch  folgende  deutsche,  mit  Venedig  in  direkter" 
Verbindung    stehende    oder    dort    selbst    verweilende    Buchhändler 


^)  Der  seiner  1481  in  Venedig  verstorbenen  Gattin  Pascha,  sowie  sich  selbst 
in  der  Kirche  S.  Giovanni  e  Paolo  eine  Grabstätte  errichtete;  cf.  oben  S.  232 
Nr.  63.  —  ')  Fulin  a.  a.  0.  p.  100  Nr.  2  (1478 ,  März  14).  —  ')  Da  derselbe 
1484  (cf.  Panzer)  ausdrücklich  als  Teoteutonicus  bezeichnet  wird,  ist  hier 
unter  ,Novimagio'  wohl  Speyer  gemeint.  —  *)  cf.  Fulin  a.  a.  0.  p.  135  Nr.  87 
(1498,  Nov.  14).  —  ^)  gestorben  1484,  Okt.  8;  über  sein  am  4.  Okt.  1485  ver- 
fasstes  Testament  cf.  Cecchetti  im  Archivio  Veneto  tom.  29  p.  410.  —  ")  gestorben 
vor  3.  Sept.  1494;  cf.  Fulin  a.  a.  0.  p.  115  Nr.  31.  -  ^)  cf.  Fulin  a.  a.  0.  p.  136 
Nr.  90.  —  ^)  cf.  Motta  a.  a.  0.,  oben  S.  69 ;  Cecchetti  a.  a.  0.  hält  ihn  freilich 
nur  für  einen  Buchhändler.  —  ^)  Fulin  a.  a.  0.  p.  119  Nr.  40;  bei  Panzer  zum 
Jahre  1501  aufgeführt.  —  i")  Fulin  p.  128  Nr.  m  (April  18);  cf.  p.  149  Nr.  125 
(ad  a.  1502),  Sept.  29,  wofern  wirklich  Köln  gemeint  ist.  —  ")  cf.  Fulin  p.  181 
Nr.  195  (ad  a.  1515),  Jan.  14.  -  ^^)  Fulin  p.  147  Nr.  119  (Febr.  17).  -  ^^)  ,Giacomo 
di  Argentina'  Fulin  p.  183  Nr.  198  (Juli  25). 


Anhang.  289 

aus    dem  Ende    des   15.  und  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  erwähnt 
werden : 

1484  Peter  aus  Venzone  ^) ,  Kaspar    aus  Cilli  (?)  ^) ,    Peter  TJgel- 
heimer    aus    Frankfurt,    Ludwig    Linder,    Sohn    Konrads,    aus 
Augsburg ; 
1496  Stephan  Roemer  und  Kaspar  Grosch^); 

1500  Anton  Kolb  aus  Nürnberg^),  der  hier  als  Herausgeber  des 
grossen  Planes  von  Venedig  des  Jacopo  de'  Barbari  wohl  noch- 
mals genannt  werden  darf; 

1501  Anton  Koberger  und  sein  Vetter  Hans^); 
1501  Sebastian  Hyber  aus  Krakau*^); 

1513  Leonhard  Alantsee  aus  Wien*"). 

Die  eben  genannten  Männer  versetzen  uns  in  jene  Zeit,  wo 
ein  Albrecht  Dürer  in  Venedig  weilte ,  dessen  Name  uns  zugleich 
jene  Männer  in  Erinnerung  bringt,  die  —  um  nur  einige  wenige  zu 
nennen  —  wie  ein  Augustin  Hirsvogel  (1534)  ^)  oder  der  Maler 
Michael  Herr  (vor  1620)^),  des  Goldschmieds  Christoph  Ritter 
Sohn  Paul  Hieronymus  (gestorben  1679  in  Venedig)^),  der  Musiker 
Hans  Leo  Hasler  (1584)  ^*'),  sich  des  Studiums  halber  für  kürzer 
oder  länger  nach  der  berühmten  Lagunenstadt  begaben,  um  sich  dort 
in  ihrer  Kunst  oder  in  ihrem  Handwerk  auszubilden  und  zu  vervoll- 
kommnen, die  daher  an  dieser  Stelle  der  Vollständigkeit  wegen 
nicht  unerwähnt  bleiben  dürfen. 

Vergessen  wir  endlich  auch  nicht,  dass  seit  dem  Jahre  1256 
die  Deutsch-Ordens-Ritter  hier  in  Venedig  in  der  Kirche  S.  Trinitä 
ein  Ordenshaus  besassen,  welches  von  1291 — 1309  sogar  das  Haupt- 
haus des  ganzen  Ordens  war  und  bis  1595  im  Besitze  des  Ordens 
blieb  ^^).  Und  gedenken  wir  endlich  in  diesem  Zusammenhange  noch- 
mals des  Fondaco  dei  Tedeschi  mit  all  den  vielen  Deutschen,  die  er 
in  sich  und  um  sich  versammelte:  dann  müssen  wir  wahrlich  staunen, 
wie  überaus  zahlreich  die  Spuren  ehemaligen  deutschen  Lebens  sind, 
die  uns  —  theils  dem  Auge  des  Forschers  in  den  Bibliotheken  und 
Archiven   verborgen,    theils    dem    freien   Blick    des   Beschauers   an 


^)  ,mercator  librorum',  genannt  im  Testament  Johann  Herborts  aus  Seligen- 
stadt;  cf.  Arch.  Ven.  t.  29  p.  411.  —  ^)  ,de  Zelacho  mercator  librorum  de  confinio 
S.  Patemiani',  wo  die  Buchdrucker  vor  Aldus  Manutius  ihre  Werkstätten  und 
die  Buchhändler  ihre  Verkaufsstellen  hatten;  Cecchetti  a.  a.  0.  —  ^)  Fulin 
p.  119  Nr.  40.  -  ")  Fulin  p.  142  Nr.  105  (Oct.  30);  Sanuto,  Diarii  t.  III  p.  1006: 
,1.500  adi  30  Ottobre  per  la  Signoria  fu  fato  una  termination  che,  avendo  An- 
tonio Colb,  merchadante  Todesco,  fato  con  gran  spexa  far  stampar  Veniexia, 
quäl  si  vende  ducati  3  l'una,  che  possi  trarle  di  questa  citä  et  portarle  senza 
pagar  dacio';  cf.  oben  S.  192.  —  *)  Hase  S.  292,  294  u.  flf.  -  ')  bei  Panzer. 
—  ')  s.  C.  Friedrich,  Augustin  Hirsvogel  als  Töpfer  (1885)  S.  6Q  und  Johann 
Neudörfer's  Nachrichten  von  Künstlern  und  Werkleuten  (hrsg.  von  Lochner  in 
den  Quellenschriften  für  Kunstgeschichte  Bd.  X  S.  152  —  154).  —  *)  Neudörfer 
a.  a.  0.  S.  202.  —  »)  ebda.  S.  204.  —  '")  ebda.  S.  216.  —  '')  s.  Tassini,  Edifici 
di  Venezia  ...  S.  71;  Flamin.  Cornelius,  Ecclesiae  Venetae  (1749)  Decas  VII 
tom.  V  pag.  1  u.  ff.;  Job.  Voigt,  Geschichte  Preussens  .  .  .  (1830)  Bd.  IV  S.  70 
u.  ff.,  251  u.  ff.;  cf.  unten  Nr.  31. 

19 


290 


Anhang. 


Ort  und  Stelle  noch  heute  sichtbar  —  auf  Schritt  und  Tritt  in 
Venedig  entgegentreten.  Ihnen  nachzugehen,  gewährt  meiner  Empfin- 
dung nach  einen  eigenen  Reiz.  Denn  einerseits  werfen  sie  mannigfach 
neues  Licht  auf  das  Leben  unseres  Volkes  in  früherer  Zeit,  anderer- 
seits rücken  sie  die  wunderbare  einzigartige  Lagunenstadt  uns  näher, 
die  so  durch  unendlich  viele  Fäden  mit  unserer  Geschichte  und 
unserer  Vergangenheit  verknüpft  erscheint. 


^ 


fi 


Dokumente  zum  Anhang. 


1303,  Nov.  1.  Der  Doge  mit  seinem  Kleinen  Rath  beantragt,  dass  der 
Gesandte  der  Königin  von  Deutsehland  Edelsteine  für  dieselbe 
zollfrei  ausführen  dürfe. 

1303   kalendis  Novembris.     Volumus    esse   inter   40    pro    faciendo 

gratiam  domine  regine  Alemanie  ^),  quod  absolvatur  ejus  nuntius  a  datio 

quarundam   zoiarum   que  portabantur  ei;    quod  datium  est  librarum  19 

vel  circa. 

Ven.  St.-A.  Graz.  2)  2  f.  50'  =  1  f.  58. 


1304,  Jan.  18.  Aehnlieh  (wie  Nr.  1)  für  den  Neffen  des  Kaisers  be- 
treffs zollfreien  Transportes  von  Wein  nach  Padua. 

1303  (m.  V.)  die  decimo  octavo  Januarii.    Pro  facienda  gratia  nepoti 

illustris  regis  Alemanie  ^)  de  amforis  duabus  vini  portandis  Paduam  sine 

datio  pro  suo  usu. 

Ven.  St.-A.  Graz.  2  f.  52'  =  l  f.  61. 

3. 

1319,  März  15.  Auf  Verwendung  Friedrichs  des  Schönen  wird  eine 
Partie  Fische  (Härjnge?),  welche  von  einem  gen.  Wiener  für 
deutsehe  Studenten  nach  Bologna  geschickt,  aber  unterwegs  auf- 
gehalten worden  war,  vom  Grossen  Rath  wieder  freigegeben. 

1319  die  15  Marcii.  Cum  quidam  dominus  Henricus  Sandoli  de 
Viena  mitteret  per  quemdam  suum  nuncium  certam  quantitatem  piscium 
vocatorum  atengi  *)  in  duabus  botis  ^)    ad   partes  Bononie  causa  donandi 


1)  Elisabeth,  Albrecht's  I.  Gemahlin. 

2)  Ueber  die  Abkürzungen  u.  s.  w.  sehe  man  das  Vorwort  zu  Bd.  I. 

3)  Wohl  Johann  Parricida  von  Schwaben. 

*)  Undeutlirli ,  oder  acengi  (V) ,  über  welche  Fischart  ich  ebensowenig  etwas  finden 
kann.  Nahe  liegt  die  Konjektur:  arengi  (Häringe),  die  bekanntlich  schon  damals  auch  einen 
Handelsgegenstand  bildeten. 

5)  bctta,  Tonne. 


292  1319—1334. 

quibusdam  Teutonicis  studentibus  Bononie,  et  capitaneus  riperie  Marchie') 
invenerit  dictum  piscem  et  miserit  Venecias  ad  officiales  de  contrabanis, 
qui  habent  eas  pro  perditis :  capta  fuit  pars  ad  preces  domini  regis  Federici 
de  Alemania,  quod  fiat  gratia  de  dicta  pisce,  quod  totum  restitui  debeat^ 
et  sunt  officiales  de  hoc  contenti  inquirendo  bene ,  quod  aliud  non  esset 
in  botis,  quam  pisces,  et  est  etiam  captum  per  40. 

Yen.  St.-A.  Magg.  Cons.  (Aw.  di  Com.)  Nept.  f.  76'. 


4-5. 

1323,  Jan.  27  und  29.    Der  Grosse  Rath  bewilligt  einem  gen.  Deutsehen 
eine  bestimmte  Summe  für  die  probeweise  Errichtung  von  Mühlen.. 

1322  (m.  V.)  die  27  Januarii.  Cum  quidam  Teuthonicus  ingenerius 
offerat  et  promittat  facere  fieri  molendina  multum  artificiose  in  hac  terra,, 
et  dicat  quod  multa  fieri  poterunt,  que  macinabunt  ad  sufficientiam  terre, 
et  cum  eo  rationatum  sit  et  appareat  satis  verisimile  quod  dicit  secundum 
dictum  nostrorum  qui  locuti  sunt  cum  eo ;  et  ut  videri  possit  certituda 
facti,  offerat  se  facere  probationem :  capta  fuit  pars,  quod  possit  expendi 
usque  ad  libras  octo  grossorum  pro  experientia  antedicta,  que  dentur  in 
manibus  dominorum  Leonardi  Aymo  et  Philippi  Bellegno,  qui  faciant  fieri 
dictam  probationem. 

1322  (m.  V.)  die  29  Januarii.  Cum  captum  fuerit  in  isto  majori  con- 
silio  die  27  mensis  presentis,  quod  quidam  magister  Joannes  Teuthonicus, 
inzenerius  molendinorum,  debeat  facere  unum  molendinum  et  commissum 
sit  nobilibus  viris  dominis  Leonardo  Aymo  et  Philippe  Belligno,  quod 
possint  expendere  usque  ad  libras  octo  grossorum  pro  experientia  dictorum 
molendinorum  et  in  dicta  parte  non  fiat  mentio  de  provisione  dicti  ma- 
gistri  Joannis,  si  fecerit  dicta  molendina:  capta  fuit  pars,  quod  addatur 
dicte  parti,  quod  dominus  dux,  consiliarii  et  capita  de  quadraginta  et 
predicti  domini  Leonardus  et  Philippus  Belligno  habeant  plenam  liber- 
tatem  et  bayliam  ^)  de  providendo  dicto  magistro  Joanni,  si  dictum  opus 
erit  bonum  et  utile  pro  communi,  secundum  quod  justum  fuerit  et  eis 
videbitur  vel  majori  parti  eorum ;  et  quod  factum  et  provisum  fuerit  per 
eos  vel  majorem  partem  eorum  sit  firmum,  sicut  factum  esset  per  istud 
consilium  et  firmatum. 

Durchstrichen.  Yen.  St.-A,  Magg.  Cons.  Fronesis  f.  103'. 


1334,  Juni  5  (und    Nov.  24).    Straferlass  für  eine  wegen  verbotenen: 
Weinverkaufs  verurtheilte  gen.  Deutsehe. 

1334  die  5  Junii.  Quod  fiat  gracia  Malgarite  (sie)  Theotonice,  con- 
demnate  per  justiciarios  veteres  in  libris  30  soldis  12^|2  .  .  .  .  pro  eo  quod 
dicunt  ipsam  vendidisse  vinum  ad  furatula(m).  Et  officiales  dicunt  quod 
majus  impedimentum   habent   de    furatulis   que    fiunt    in   Sancto   Moyse^ 

1)  d.  i.  der  ,Marca  Trivigiana'  (Treviso). 

2)  =  ,potestas,  auctoritas'  Ducange. 


1334-1336.  293 

•quam  in  aliquo  alio  loco.  Sed  habito  respectu  ad  ejus  paupertatem, 
sunt  content!,  corigendo  ipsam  in  aliquo,  quod  dominatio  faciat,  sicut 
placet. 

Capta  in  majori  consilio  die  24  Novembris  1334. 

Ven.  St.-A.  Graz.  5  f.  49';  f.  54  ebenso  für  einen  ,Henricus  Theotonicus 
Sancti  Moysi'  1331  die  12  Sept. ;  capta  1331  (m.  V.)  10.  Febr. ;  desgleichen  Graz.  6 
f.  27  1335  (die  21  Julii?)  für  einen  ,Otto  Teutonicus',  aber  ohne  , Capta'. 


1335,    Mäpz   24.      Antrag    auf  Zurückgabe    confiscirten   Holzes    an 
einen  gen.  deutsehen  Seifensieder. 

1335  die  24  Marcii  tercie  indicionis.  Quod  fiat  gratia  Conrado 
Theotonico  de  contrata  Sancti  Hermacore,  fideli  nostro  laboratori  saponis, 
cui  accepta  fuerunt  circa  6  plaustra  lignorum  domesticorum  per  famulos 
justicie  veteris,  que  habebat  in  domo  propria  babitacionis  sue:  quod  in- 
specta  conditione  facti  dicta  ligna  restituantur  sibi.  Et  justiciarii  veteres 
dicunt,  quod  in  capitulari  eorum  inter  cetera  continetur,  quod  illi  qui 
faciunt  saponem  non  possunt  habere  nee  comburere  alias  lignas  quam  de 
Ystria  et  ab  Ystria  ultra,  facientes  illa  ibi  emi  et  inde  conduci,  et  quod 
dictum  consilium  est  bonum,  et  bonum  est  quod  observetur ;  nichilominus 
dominatio  faciat,  sicut  placet. 

Ohne  Capta. 

Ven.  St.-A.  Graz.  5  f.  67'. 

8. 

1335,  Okt.  28.    Strafeplass  (beantragt)  für  einen  wegen  unerlaubter 
Gesehäftsvepmittlung  vepuptheilten  gen.  Deutschen. 

1335  die  28  Octubris.  Quod  fiat  gratia  Siboto  Teutonico,  qui  nescit 
linguam  Latinam,  quod  propter  ejus  conditionem  et  considerata  qualitate 
negocii  absolvatur  libere  a  pena  librarum  100,  quam  sibi  petunt  capita 
sexteriorum,  pro  eo  quod  unus  custos  ipsorum  retulit  eis  inposuisse  sibi 
penam  ordinatam,  quod  permitteret  se  circari  ^)  existendo  in  hostaria  An- 
tonii  Sabadino;  quam  impositionem  pene  non  intellexit  in  lingua  nostra, 
nee  etiam  arma  habebat,  cum  sit  antiquus  et  forensis  et  homo  bone  con- 
dicionis;  cum  capita  sexteriorum  respondeant,  quod  de  facilli  potuit  in- 
currere  ipsam  penam  propter  ejus  condicionem,  et  quod  contenti  sunt, 
quod  fiat  sibi  dicta  gratia. 

Ohne  Capta. 

Ven.  St.-A.  Graz.  6  f.  38. 

9. 

1336,  Januap  30.     Gleichen  Inhalts  wie  Nr.  7. 

1335  (m.  V.)  die  penultimo  Januarii.  Quod  (similis)  gratia  fiat  Ber- 
toldo  Teothonico,  condempnato  per  justiciarios  veteres  in  soldis  40  par- 
vorum  pro  valore  lignorum  sibi  in  domo  inventorum,  que  de  Istria  non 

1   =  cercari?  (sich  in  Dienst  nehmen  lassen?) 


294 


1336-1340. 


erant  nee  comburrere  potest  secundum  ordinem;  et  justiciarii  veteres 
dicunt,  quod  non  potest  dicta  ligna  in  domo  tenere,  quia  facit  saponem, 
et  secundum  ordinem  ipsum  condempnarunt;  et  quod  dominatio  faciat, 
sicut  placet. 

Ohne  Capta. 

Yen.  St.-A.  Graz.  7  f.  lO'. 

10. 

1338,  Juni  7  (und  1339,  März  15).   Rückgabe  beschlagnahmter  Waaren 
an  einen  aus  Rom  zurückkehrenden  Deutschen. 

1338  die  7  Junii.  Quod  fiat  gratia  Paulo  Teotonico  pauperi  pere- 
grino,  qui  nuper  de  Roma  revertebatur  ad  propria,  quod  sibi  libere  resti- 
tuantur  certa  seta  et  flores  cinamonum  ^)  sibi  accepti  per  scaraguaytas  ^). 
Et  (officiales  de)  catavere  dicunt,  quod  ipsi  libenter  restituissent  predicta, 
sed  non  possunt,  quia  valent  ultra  libras  decem,  et  quod  non  solvunt  ali- 
quod  datium,  et  quod  credunt  ....  quod  dicta  gratia  sibi  fiat. 

Capta  in  40  15  Marcii  1339. 

Yen.  St.-A.  Graz.  7  f.  88. 


11. 


4 


1340,  April  24  (Mai  ^6  u.  9).    Straferlass  für  einen  wegen  Einführung 
von  Silber-  und  Goldgeräthe  verurtheilten  gen.  deutschen  Juden. 

1340  die  24  Aprilis.  Cum  Samisso  Judeus  Teutbonicus,  qui  nuper, 
ut  dicit,  venit  de  Alemania  Venecias  causa  eundi  ad  partes  Jerusalem, 
et  dum  in  septimana  sancta  esset  in  canali  Sancti  Marci  super  quadani 
navi  pro  eundo  ad  partes  Cipri  et  inde  peregrinatum ,  supervenerunt  fa- 
muli  officii  de  catavere  et  acceperunt  ei  quatuor  centuras  *)  argenti ,  sex 
coclearia  ■*)  ai-genti,  sex  cyatos  argenti,  unam  buchetam  ^)  auri,  sex  para- 
xides  ^)  argenti ,  duos  nappos  argenti,  unum  buchaletum  argenti,  et  qua- 
tuor cutellos  furnitos  de  argento,  que  omnia  postea  recomparavit  ab  ipsis 
officialibus  pro  octuaginta  duchatis  auri;  de  quibus  gratiam  et  miseri- 
cordiam  petit,  quod  restituantur  eidem,  sicut  peregrino,  qui  ibat  ad  dictas 
partes  Jerusalem.  Et  (cum)  dicti  officiales  dicant  quod  predicte  res  argenti 
fuerunt  invente  absconse  in  quadam  valice  et  quod  portabantur  contra 
ordines;  et  conpatiendo  deliberaverunt  ei  ad  incantum  pro  libris  8  gros- 
sorum,  et  valebant  16  vel  circa;  et  quod  jam  denarii  sunt  divisi  et  positi 
in  comune  per  ser  Johannem  Maurocenum,  qui  die  sequenti  exivit  de 
officio,  qui  tunc  erat  camarlengus,  et  quod  Judei  non  sunt  peregrini: 
considerata  condicione  facti  vadit  pars,  quod  dicti  denarii  accepti  per 
dictos  officiales,  ut  est  dictum,  restituantur  dicto  Samisso  Judeo. 

Am  Ranck  Capta  in  40,  6  Maji. 

Capta  in  majori  consilio  1340,  9  Maji  indictione  4  ^), 


Yen.  St.-A.  Graz.  8  f.  56i 


1)  Zimmt. 

2)  „Scharwächter". 

3)  =  cintura,  Gürtel. 

4)  =  cochlearia,  Löffel. 

5)  =  bocchetta,  Schliesse  (?) 

6)  =  parascides  i.  e.  catinos,  Napf,  Schüssel. 

7)  Muss  8  heissen. 


1342.  295 


12—13. 


1342,  Juli  6  und  13.  Verhandlung  im  Senat  über  die  von  einem 
gen.  Deutsehen  in  Serravalle  eingelegte  Berufung  gegen  seine 
Veruptheilung  in   einer  Streitsache  mit  einem  Wirth  in  Treviso. 

1342  die  6  Julii.  Ser  Petrus  Arimondo,  ser  Mapheus  Bembo,  ser 
Andreas  Mauroceno,  officiales  appellacionis  Tarvisii. 

Visa  et  diligenter  examinata  hac  questione  vertenti  inter  Nicolaum 
Ragatinum  Theotonicum,  habitatorem  Serravalis,  ex  una  parte  agentem, 
et  Joannem  hosterium,  habitatorem  Tarvisii,  se  ex  altera  defendentem,  et 
Omnibus  et  singulis  scripturis,  juribus  et  instrumentis  ab  utraque  parte 
in  judicio  productis  et  super  hiis  omnibus  cum  salariatis  nostris  habita 
deliberatione  solempni ,  videtur  dictis  officialibus  ex  eo  presertim .  quod 
dictus  Nicolaus  id  quod  petebat  se  obtulit  probaturum  et  nichil  probavit, 
et  quia  non  probante  dicto  Nicoiao  de  ipsius  voluntate  delatum  fuit 
juramentum  supradicto  Joanni,  qui  sacramento  firmavit  se  nichil  debere 
dicto  Nicoiao:  quod  male  fuerit  appellatum  et  bene  judicatum  per  domi- 
num Petrum  de  Labertinis,  vicarium  viri  nobilis  ser  Petri  de  Canali,  olim 
potestatem  et  capitaneum  Tarvisii,  et  quod  ipse  Nicolaus  condampnetur 
in  expensis  legittime  taxatis,  sicut  debet  de  jure. 

21,  18. 

(Antrag  des:)  Ser  Jacobelus  Bragadino  caput  40,  consentiente  sibi  ser 
Johanne  Gradonico  capite  de  40.  Capta,  quod  sapientes  deputati  super 
appellationibus  Tarvisii  examinent  testes,  quos  producere  voluit  Nicolaus 
Teotonicus  in  facto  appellacionis,  interposite  per  eum  ad  nos  a  sententia 
lata  contra  eum  et  in  favorem  Joannis  Teutonici  per  ser  Petrum  de  Ca- 
nali, tunc  potestatehi  Tarvisii,  et  dicta  eorum  potestati  faciant  in  scriptis 
et  dicant  quicquid  velint  et  postmodum  venietur  huc  et  fiet,  sicut  videbitur. 
-22  (21),  de  non  1,  non  sinceri  7  (8):  Dass  dieser  Autrag  bei  zweimaliger  Ab- 
stimmung angenommen  zeigt  die  neue  Verhandlung  vom 

1342  die  13  Julii.  Ser  Petrus  Arimondo,  ser  Mapheus  Bembo,  ser 
Andreas  Mauroc(eno),  officiales  appellationis  Tarv(isii). 

Visa  et  diligenter  examinata  etc.  fast  wörtlich  gleich  mit  dem  vorhergehen- 
den Dokument. 

53,  de  non  2,  non  sine.  20. 

Yen.  St.  A.  Sen.  Misti  20  f.  67  u.  G9. 


14. 

1342,   Okt.  27.    Rückgabe  aufgehaltenen  Geldes  an   einen  jungen  in 
Padua  studirenden  gen.  Deutschen. 

1342  die  27  Octubris.  Quod  fiat  gratia  Rodulfo  Teuthonico  Scolari 
in  Padua,  quod  pezias  tres  argenti,  quas  sibi  fecerat  aportare  pro  ex- 
pensis faciendis  in  studio,  impeditas  per  officiales  argenti,  dum  de  hie 
Paduam  portarentur,  restituantur  eidem,  cum  dicti  officiales  dicant,  quod 
famulus  dicti  Scolaris  pure  et   simpliciter  portabat,   ordinem   ignorando. 

Ohne  Capta. 

Yen.  St.-A.  Graz.  9  f.  6.5. 


296 


1343-1346. 


15. 

1343,  Mäpz  15.    Strafnaehlass  (beantragt)   für  einen  gen.  deutsehen 
Gastwirth  in  Venedig. 

1343  15  Marcii.  Quod  fiat  gratia  Nicoiao  Teuthonico,  hospiti  ad 
minus  super  plateam  Sancti  Marci,  condempnato  per  officiales  de  cata- 
vere  in  soldis  16  grossorum  propter  salem  grossum  maris  de  Sardinia 
circa  staria  quatuor,  ut  dicunt,  sibi  inventum  in  domo  sua  per  eoi*um 
famulos,  quem  non  presentavit  salinariis  maris,  ut  est  ordo  sub  pena 
Unius  grossi  pro  omni  denario  valoris  dicti  salis.  Quem  salem  habuit  a 
quibusdam  marinariis  forensibus,  qui,  ut  dicit,  descenderant  in  suo  hospicio 
et,  non  babentes  unde  solverent,  dictum  salem  sibi  taliter  dimiserunt 
et  aliquas  alias  etiam  suas  res.  Et  cum  officiales  dicant  ipsum  Nicolaum 
esse  purum  et  pauperem  bominem,  intuitu  pietatis  de  dicta  condemp- 
nacione  solvere  debeat  soldos  100  et  a  reliquo  misericorditer  absolvatur. 

Olme  Capta. 

Yen.  St.-A.  Graz.  9  f.  82. 

16. 

1344,  Sept.  27  und  28.    Bewilligung  einer  Summe  von  250  Dukaten 
für  Geschenke  an  die  Schwester  des  Königs  von  Sicilien. 

1344  die  28  (?)  Septembris.  Quod  pro  honore  nostri  dominii  possit 
provideri  in  donis  isti  domine  sorori  domini  regis  Sicilie  ^),  que  vadit  ad 
maritum  in  Alamaniam,  in  ducatis  250  auri  in  rebus  que  domino,  con- 
siliariis  et  capitibus  de  40  videbuntur  convenire,  cum  talia  possint  respon- 
dere  utiliter  et  honorifice,  tam  ex  parte  Sicilie  quam  Alamanie,  quo  vadit. 

Die  27  Sept.  capta  in  40,  die  eodem  capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  10  f.  60. 


17. 
1344,  Dez.  30.    Straferlass  (beantragt)  für  einen  gen.  deutschen  Boten. 

1344  die  penultimo  Decembris.  Quod  fiat  gratia  Conrado  Teutho- 
nico, cursori  ad  viagium  Flandrie,  condempnato  per  officiales  Rivoalti  in 
libras  30  sol(idos)  2,  quia  contra  formam  capitularis  ipsorum  officialium 
ipse  de  brachiis  14  panni  sibi  aportati  de  partibus  Flandrie  in  ballis 
mercatorum  dedit,  consensit  et  vendidit  uno  suo  amico,  qui  eum  roga- 
verat  prout  dicit:  considerata  condicione  facti  a  dicta  condempnatione 
totaliter  absolvatur. 

Ohne  Capta. 

Ven.  St.-A.  Graz.  10  f.  75'. 

18. 

1346,  März  3.    Der  Senat  besehliesst,  dem  (Burg-)Grafen  von  Nürn- 
berg   mittheilen    zu    lassen,    dass    er   unbesorgt   nach  Venedig 


1)  Elisabeth,  die  Tochter  Friedrich 's  und  Schwester  Peter's  von  Arragonien-Sicilien 
und  seit  1328  Gemahlin  Stephan 's,  des  zweiten  Sohnes  Ludwig 's  des  Bayern;  cf.  Lebret,  Gesch. 
Von  Italien  Thl.  IV  S.  71. 


1346—1356.  297 

kommen  und  in's  heilige  Land  fahren  könne,  obgleich  ep  einmal 
ippthümlieh  venetianische  Waapen  aufgehalten  hatte. 

1346  die  tercio  Marcii.  Capta.  Cum  ambaxatores  nostri,  qui  va- 
dunt  ad  dominum  ducem  Austrie'),  scripserint  nobis  quod  comes  de  Norim- 
bergo  ^)  louutus  eis  fuerat,  quod  intendebat  venire  Venecias  et  ire  ad 
sepulcrum,  set  dubitet  quia  quondam  tempore  intromitti  fecit  certas  bailas 
nostroi'um  fidelium  credendo  quod  essent  aliorum,  quas  postmodum  scivit 
quod  erant  nostrorum  et  fecit  eas  restitui,  sicut  inventum  est  modo  per 
nostros  provisores,  qui  examinaverunt  factum:  vadit  pars  quod  dictus 
comes  libere  et  securo  possit  huc  venire  et  de  hinc  transire  ad  sepulcrum, 
cum  et  nostri  ambaxatores  predicti  dicant  quod  receperunt  ab  eo  magnum 
honorem. 

Yen.  St.-A.  Sen.  Misti  23  f.  48. 

19. 

1346,  Mäpz  31  (und  Appil  11).    Stpafeplass   füp  einen  gen.  deutsehen 
Boten. 

1846.  Capitanei  postarum.  Quod  fiat  gratia  Marco  de  Vienna, 
qui  aportavit  litteras  ambax(iatorum?)  et  in  sua  reversione  cum  litteris 
nostris .  quas  portabat  nostris  amba\(iatoribus) ,  acepte  fuerunt  sibi  per 
custodes  capitaneorum  postarum  libr(ae)  17  de  seta  sine  buleta,  quas 
dicti  capitanei  dicunt  esse  ammissas;  et  quia  de  hoc  nullum  dacium  ve- 
niebat  et  est  pauper  homo,  intuytu  pietatis  ei  libere  restituantur. 

Capta   in   40  ultimo  Marci;    1346   die  11  Aprilis    capta   in    majori 

consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  11  f.  67. 

20. 

1350,    Aug.  27.    Bestpafung  eines   gen.   Deutsehen  [aus   Melk  wegen 
Diebstahls. 

1350  die  27  Augusti.    Angelus  Theothonicus  de  Meles  ')  {sie)  ductus 

in  Camera  tormenti  coram  dominis  de  nocte,  interrogatus  de  furtis  et  malis 

comissis  per  ipsum  Veneciis,  nichil  voluit  confiteri;  et  quia  erat  multum 

suspectus   de   furto,   fuit  positus  ad  tormentum  sive  lapidem,   ubi  stetit 

per  bonam  horam.     Tandem  petiit  deponi,  dicens  velle  dicere  veritatem; 

et  depositus  dixit  et  fuit  confessus,   quod   sunt   forte  sex  dies  quod  ipse 

applicuit  Venecias  e(t)    continue  hospitabatur   in   hospitio  Maroni  Sancti 

Marci 

Yen.  St.-A.  Signori  di  Notte  al  Criminal.  Processi  vol.  2  fol.  13. 


21. 

1356,  Juni  30  und  Sept.  11.    Bestpafung  eines  gen.  Salzbupgeps  wegen 
Diebstahls. 


1)  Leopold  V 

2)  Johann;  cf.  Müllner,  Annalen  der  Stadt  Nürnberg  Bd.  I  bis  1350  (Nümb.  1836). 
3  Melk? 


298  1356. 


n 


1356  indictione  10  die  Veneris  ultimo  mensis  Junii,  Otto  Teo- 
tonicus,  qui  fuit  de  Salceporgh,  vagabundus,  ductus  coram  dominis  de 
nocte  ad  cameram  tormenti  et,  ante  quam  exponeretur  tormento,  fuit 
interrogatus  ut  diceret  veritatem  de  furtis  et  malis  per  ipsum  Veneciis 
comissis  et  in  districtu.  Et  quoniam  nesciebat  linguam  latinam,  fuit  in- 
terrogatus per  interpretem  id  est  per  Blasium  de  Cividali,  custodem  ad 
officium  de  nocte  in  sexterio  Sancti  Marci,  dato  eidem  interpreti  sacra- 
mento  de  veritate  dicenda.  Qui  Otto  Teotonicus  dixit  nulum  furtum  neque 
malum  fecisse.  Et  cum  non  diceret  veritatem  foretque  suspectus  de 
furto  facto  ser  Francisco  Contar(eno)  Ei90,  campsori  in  platea  Sancti 
Marci,  fuit  expoliatus  et  ligatus  ad  cordam  tormenti  absque  lapide  et 
tiratus  superius  et  nolendo  aliquid  dicere  fuit  sibi  data  una  saccuta  ')  et 
tunc  peciit  deponi,  asserens  velle  dicere  veritatem.  Et  tunc  depositus  de 
tormento  non  dixit  aliquid  quod  videretur  consonum  veritati  et  propterea 
fuit  iterato  tiratus  superius.  Qui  statim  peciit  se  deponi,  quia  volebat 
confiteri  veritatem;  et  tunc  depositus  de  tormento  nicbil  dixit.  Et  cum 
nichil  velet  dicere  foretque  nimia  suspicio  contra  ipsum,  fuit  mandato 
dominorum  predictorum  remotus  ab  ipso  tormento  et  statim  positus  sup- 
pinus  super  teracium  ^)  cum  renibus  superius  et  ibi  cum  lardone  ^)  accenso 
fuit  pergotatus  *) ;  et  dum  pergotaretur  isto  modo ,  statim  peciit  remo- 
veri  ab  inde,  asserens  quod  volebat  dicere  veritatem.  Et  tunc  remotus 
ab  ipso  tormento  dixit  et  fuit  confessus,  quod  bodie  in  bora  prandii 
ipsa  iverat  ad  quamdam  tabulam  cujusdam  campsoris  in  platea  Sancti 
Marci,  cujus  nomen  ygnorat,  ostendendo  velle  cambire  monetas  pro  uno 
ducato  et  tunc  numerante  campsore  monetas  quas  ipse  ei  dederat,  ipse 
cum  animo  comittendi  furtum,  posuit  manum  in  quodam  ordegno^)  ligni 
quem  nescit  an  sit  platena  ")  vel  nombratoria  '^),  et  inde  furtive  accepit 
tres  ducatos  auri 

11.  Sept.    Strafmass:  Verlust  des  linken  Auges. 

Ven.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  3  f.  13. 


22. 
1356,  —  (Juli  26).    Erwähnung  deutscher  Arbeiter  am  Lido. 

1356,  9  indictione.  Quod  fiat  gratia  Nechino  ')  de  Cologna,  capiti 
Theotonicorum ,  qui  laborant  ad  litus,  condempnato  per  potestatem  Pu- 
pille in  libr.  25  parvorum  quia  vendebat  vinum 

Capta  in  40  26  Julii. 

______     Ven.  St.-A.  Graz.  13  f.  85'. 

1)  =  saccata,  sacchata  eine  Torturart,  der  „Expansion"  oder  „Elevation"  entsprechend, 
über  welche  vergl.  Wächter,  C.  G. ,  Beiträge  zur  deutschen  Geschichte,  insbesondere  Gesch. 
des  deutschen  Strafrechtes  (Tübingen  1845)  S.  102. 

2)  =  terazzo,  jener  eigenthümliche  venetianische  Fussboden  aus  Marmorstückchen  und 
Cement;  cf.  Boerio. 

^)  „Speck" ;  cf.  Boerio. 

i)  percotar  =  pillottare ,  eigentlich  (wie  mir  mein  Freund  Dr.  Buzzati  in  Venedig  er- 
klärt) „den  Braten  mit  brennendem  Speck  begiessen" ;  cf.  Boerio. 

5)  in  senso  di  vase,  scodella'  (Napf),  Mittheilung  des  Herrn  Dir.  Cecchetti. 

6)  lieber  diesen  Ausdruck  habe  ich  nichts  finden  können. 

7)  Wohl  statt  Henichino. 


1358—1359.  299 


23. 


1358,    März   2,   9  und  Juni  27.    Bestrafung    gen.   Deutscher  wegen 
Diebstahls. 

1358  mense  Marcii  die  secundo  intrante.  Magister  Nicolaus  dimi- 
cator  '),  qui  fuit  de  Alemanea  et  nunc  habitator  Clugie,  suspectus  de  ali- 
quibus  frixaturis  ")  acceptis  done  Benevenute  merQarie  S.  Juliani  gesteht 
erst  nach  mehrmaligen  Folterversuchen  die  9  mensis  Marcü,  quod  die  primo 
mensis  presentis,  dum  foret  simul  cum  Nicbele  Teotonicho  de  Marborgi, 
hora  circa  tercias  ipse  ivit  simul  cum  ipso  ad  stacionem  unius  femine, 
que  vendit  frixaturas  in  mer^aria,  quas  idem  Nicbele  volebat  emere.  Et 
dum  forent  ad  stacionem  ipsius  mer^arie,  fecit  ostendi  frixaturas  et, 
ostensis  multis  ex  ipsis,  ipse  furtive  et  animo  et  proposito  furtum  comit- 
tendi  accepit  unam  frixaturam  de  duobus  brachiis  albam,  quam  frixa- 
turam  postea  dicta  die,  quia  ipsa  magistra  a  frixaturis  cognovit  ipsum, 
restituit  sibi  ipsam  frixaturam  .... 

Nota  quod  1358  mense  Junii  die  27  intrante  per  judices  de  proprio 
predictus  fuit  sententiatus  idem  magister  Nicolaus  dimicator  ad  frustan- 
dum  ^)  et  bullandum  *)  et  d(ominus)  Bertucius  Bocassio  protulit  sententiam. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  3  f.  59. 


24. 
1359,  Mai  31,  Juni  26  und  Juli  5.    Verurtheilung  deutscher  Diebe. 

1359  indictione  12  die  ultimo  Maji.  Georgius  Theotonicus  de  Boemia 
suspectus  de  furto  .  .  .  quia  ignorabat  linguam  latinam,  fuit  interrogatus 
per  Johannem  Todescum,  hospitem  de  minus,  interpretem  .  .  .  tiratus  su- 
perius  et  fuit  sibi  data  una  sacbata  ....  fuit  confessus,  quod  ipse  simul 
cum  aliquibus  suis  sociis  .  .  ,  recessit  de  Alemania  et  omnes  venerunt 
Venecias  ad  festum  ascensionis  et  babuerunt  simul  tractatum  et  pactum 
omnes  simul  per  omnem  modum  quem  ipsi  possent  furari  in  Veneciis  et 
incidere  bursas  et  in  ecclesia  Sancti  Marci  et  omne  et  totum  quod  ipsi 
possent  furari  dividere  inter  se  et  unusquisque  accipere  partem  suam  et 
in  suum  usum  converti 

Participes  furti:  Mices  qui  dicitur  Nicolaus  de  Polä  (?),  Nicolaus 
et  Paulus  de  Driga  (?) ,  Johannes  de  01eme9  ^)  et  Petrus  de  Jerme  (?), 
omnes  de  Boemia. 

Post  hec  ....  die  26  Juni  coram  inclito  domino  duce  Georgius  Theo- 
tonicus predictus  .  .  .  cum  ibi  essent  duo  capita  centurarum  argenti,  duo 
annuli  et  una  vera  ®)  auri,  una  corda  de  paternostris  et  modicum  sete  de 
Grana,  dictus  für  vidit  et  recognovit  esse  illas  res  quas  furtive  subripuit. 


')  „Fechtmeister?"  Vermuthung  des  Herrn  Dir.  Cecchetti. 

2)  =  fregiatura  .guamimento,  fomitura  d'abiti'  Tommaseo. 

8)  =  flagellare  Ducange. 

*)  ,ferro  candenti  reos  innrere'  Ducange. 

*>)  Olmütz. 

'')  =  virga,  Stange ;  cf.  Ducange. 


300  1359—1360. 

Et   ibi   statim   per   ser  Nicolaum   et   ser  Johannem  de  Polin  extimatores 
comunis  extimate  fuerunt  dicte  res  duc.  17. 

Mense  Julii   die   5   per  judices   de   proprio   fuit   sententiatus  fidem 
Georgias  ad  suspendendum  per  gulam,  ita  quod  moriatur. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  3  f.  66'. 


25. 

1360,  Nov.  30.    Verhandlung  über  die  Ermordung  eines  gen.  Deutsehen 
durch  einen  anderen  Deutsehen. 

1360  die  ultimo  Novembris.  Processus  et  inquisicio  (facta)  de  man- 
dato  Serenissimi  domini,  domini  Jobannis  Delpbino,  dei  gratia  incliti 
Veneciarum  ducis,  de  morte  et  super  facto  mortis  Nicolai  Teutonici  Sancti 
Petri,  de  cujus  morte  inculpatus  est  Mateus  de  Lubiana,  marinarius 
Sancti  Samuelis. 

Nicolaus  Todescus  laborat  ad  manganum  ^)  Sancti  Leonis  et  moratur 
in  contrata  Sancti  Petri  a  cä  Copo,  juratus  dicere  veritatem,  qui  conque- 
rendo  coram  domino  Bertucio  Cornario  domino  de  nocte  dixit,  quod  beri 
bora  tercia  campane  vel  circa  cum  esset  in  contrata  Sancti  Samuelis  et 
descendebat  de  curte  dacba  Maureceno,  ubi  moratur  quedam  venderigula^), 
quidam  nomine  Matbeus  Teotonicus  qui  utitur  in  galeis,  qui  moratur 
in  dicta  contrata  Sancti  Samuelis,  ibi  prope  sine  aliqua  causa  et  sine 
aliquibus  verbis  cum  uno  cultello  magno  ....  percussit  et  vulneravit  eum 
super  capite  a  latere  sinistro,  uno  ictu  de  talio^)  cum  effuxione  sanguinis. 
Die  Nachbarn  aber  zeugen  gegen  ihn ,  dass  er  die  Frau  (Maria)  des  Matheus  mit  ,0  putana 
Maria  bastarda'  den  Mann  mit  ,becbo',  geschimpft  habe  u.  s.  w.  Da  er  am  21.  Januar 
an  der  "Wunde  stirbt,  wird  Matheus  am  23.  Sept.    ,libere   absolutus'. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  3.  f.  86'. 


26. 

(1360,  Juni  9  und)  1362,  Mai  6.   Verhandlung  über  die  Ermordung  eines 
gen.  Deutsehen. 

1360  indictione  13  die  nono  Junii.  Processus  .  .  .  super  facto 
mortis  Leonardi  Theotonici  percussi  et  vulnerati  uno  ictu  de  punta  *)  in 
corpore  in  latere  dextero,  stricto  et  profundo  cum  plaga  et  sanguine,  de 
cujus  morte  inculpatur  Martinus  de  Sorto,  qui  utebatur  cum  barcbis 
de  Padua. 

Leonardus  Tbeotonicus  vagabundus,  olim  familiaris  ser  Laurentii 
Superantio  Sancti  Samuelis,  dixit  quod,  dum  ipse  Leonardus  dicta  die  (in 
vigilia  s.  Antonii  de  Padua)    fecisset   forum  ^)  de   quadam   barcha   causa 


1)  ,macchina,  sotto  cui  si  lustrano  le  tele'  Boerio. 

2)  venderigola  =  revendicola,  rivenditrice,  Trödlerin,  Krämerin;  ct.  Boerio. 

3)  =  taglio,  Messerschneide. 

*)  =  puncta,  acumen,  pointe  Duc. 
.mercatum,  precium'  Duc. 


1360-1364.  301 

eundi  Paduam  cum  certis  aliis  Teotonicis  et  hora  media  noctis  dicti 
diei  ivisset  Rivoaltum,  ubi  manent  barche  Pad(uane?),  dicens:  ubi  sunt 
isti  barcaroli  qui  debent  portare  me  Paduam?  unus  barcharolus  .  .  .  dixit 
ei:  nos  sumus  hie.  Et  statim  dictus  Leonardus  dixit  ei:  leva  nos;  et 
barcharolus  respondit:  non  volumus,  quia  vos  promisistis  nobis  solidos  8 
parvorum  pro  quolibet,  et  non  vultis  nunc  dare  nisi  6 ;  et  etiam  patronus 
barche  non  est  hie  .... 

1362   die  6  Maji  fuit  sententiatus  dictus  Martinus    ad   perdendum 
manum  dexteram  et  oculum  sinistrum. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  4  f.  13'. 


27. 
1362,  Mai  19  und  Juli  13.    Bestrafung  eines  deutsehen  Diebes. 

1362  die  19  Maji.     De  Rodulfo  füre. 

Rodulfus  Teotonicus  de  Orimbergo  ^)  .  .  .  .  fuit  interrogatus  per 
Johannem  hospitem  a  minori  interpretem,  fuit  confessus,  quod  ipse  alias 
fuit  familliaris  ser  Gratiani  hospitis  Sancti  Marci  .... 

Die  13  Julii  sententiatus  ad  frustandum  et  bullandum. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  4  f.  18'. 


28. 

(1360,  Januar  16  und)  1362,  Okt.  22.     Desgleichen  (wie  Nr.  27). 

1359  (m.  V.)  die  16  mensis  Januarii.  Nicholaus  Teotonicus  depren- 
sus  .  .  .  cum  pluribus  rebus  acceptis  furtive  de  quadam  domo  Sancte  Marie 
Jubanice,  cum  interpretaretur  verba  ipsius  Johannes  hospes  de  minus 
Sancti  Marci. 

1362   mense   Octobris   die   22    sententiatus    ad    suspendendum    per 

gulam,  ita  quod  moriatur. 

Yen.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  4  f.  25. 


29. 

1364,  Januar  16.  Vertrag  des  Abgesandten  des  Dogen  mit  böhmischen 
Bergleuten  in  Kuttenberg  über  deren  Eintritt  in  venetianische 
Dienste  auf  der  Insel  Kreta. 

Pactum  cum  minatoribus. 

In  nomine  domini  amen.  Millesimo  trecentesimo  sexagesimo  quaito 
die  sexto  decimo  mensis  Januarii  in  montibus  Chuttinis  ^)  districtus  et 
regionis  Boemiae.     Ibique  providi  viri  magister  Joannes  dictus  Scaffer  ^), 

1)  Wohl  zu  lesen  ,Norimbergo'. 

2)  Kuttenberg ;  cf.  Stemberg,  umrisse  einer  Gesch.  der  böhmischen  Bergwerke  (181,6) 
Bd.  1  Abth.  1  S.  46  u.  ff. 

3)  Schaffer  V 


302  1364. 

Conradus  Valli,  Hermanus  Syralb  et  Henricus  Syralb  pactum  firmaverunt 
cum  domino  Laurentio  de  Bicquis,  nuntio  illustris  domini,  domini  Lau- 
rentii  Celsi,  dei  gratia  Venetiarum  ducis,  cum  modis  et  conditionibus 
infrascriptis ,  videlicet:  Quod  praedicti  quatuor  magistri  superius  nomi- 
nati  promittunt  et  sie  juraverunt  venire  et  ire  cum  uno  magistro  fabro 
et  viginti  aliis  laboratoribus  instructis  in  arte  et  laborerio  subfossiouum 
et  cavarum  ad  servitium  praedicti  domini  duci  et  communis  Venetiarum 
ad  partes  insulae  Cretae,  et  ibi  fideliter  et  quantum  melius  sciverint  et 
poterint  laborabunt  et  facient  subfossiones ,  cavas  et  alia  aedificia ,  in 
quibus  erunt  instructi  et  sicut  fuerit  impositum  eis  per  dominum  ducem 
praedictum  vel  ejus  nuntios ,  ad  honorem  ipsius  domini  ducis  et  com- 
munis Venetiarum,  et  quod  stabunt  et  erunt  ad  servitium  praedictum 
pro  illo  tempore  quod  placebit  domino  duci  praedicto. 

Et  ex  adverso  praedictus  dominus  Laurentius,  nuntius  praedicti  ducis 
domini,  promittit  nomine  et  vice  praedicti  domini  ducis  et  communis 
Venetiarum  praedictis  quatuor  magistris,  quod  habebunt  et  recipient  a 
domino  duce  et  commune  Venetiarum  praedictis  pro  suo  soldo  et  labore 
et  praedictorum  fabri  et  viginti  laboratorum  florenos  auri  quadringentos 
in  mense  quolibet,  et  quod  incipient  lucrari  praedictum  soldum  a  die,  quo 
se  praesentaverint  Venetiis  cum  omnibus  laboratoribus  coram  domino 
duce  Venetiarum  praedicto,  et  quod  ibunt  cum  navigiis  domini  ducis 
praedicti  et  sie  redibunt.  Verum  postquam  fuerint  in  loco,  ubi  fieri  de- 
beat  aliqua  cava  vel  aliud  opus,  per  ipsos,  et  inceperint  laborare,  debent 
habere  expensas  oris  a  domino  duce  et  commune  Venetiarum  quousque 
compleverint  opus  quod  inceperint,  et  de  alio  tempore  debent  esse  in  pro- 
priis  expensis,  habentibus  ipsis  tamen  in  casibus  praedictis  soldum  prae- 
dictum, quod  recipere  debeant  de  mense  in  mensem.  Et  si  contingeret 
quod  per  opera  sua  dominus  dux  praedictus  aquireret  civitates  vel  castra 
in  insula  supradicta,  totum  id  quod  praedicti  magistri  lucrati  fuerint 
cum  sociis  suis  de  bonis  mobilibus  inimicorum  domini  ducis  praedicti 
sit  suum;  remanente  tamen  in  libertate  domini  ducis  praedicti  providendi 
eis  et  faciendi  gratiam,  sicut  esset  justum,  eorum  fide,  meritis  et  labo- 
ribus  consideratis.  Etiam  si,  postquam  fuerint  Venetiis  vel  antequam  in- 
cipiant  laborare,  insula  praedicta  haberetur  et  rediret  ad  obedientiam 
domini  ducis  praedicti,  remaneat  libertati  ipsius  domini  ducis  providendi 
eis ,  sicut  sibi  videbitur.  Debent  quoque  magistri  praedicti  cum  sociis 
suis,  postquam  fuerint  Venetiis  recipere  pagam  unius  mensis,  defalcando  ^) 
primo  florenos  centum  quinquaginta ,  quos  habuerunt  et  receperunt  in 
montibus  Chuttis  a  supradicto  nuntio  domini  ducis  Venetiarum  praedicti. 
Caeterum  praedicti  quatuor  magistri  debent  esse  fidejussores  et  quilibet 
ipsorum  in  solidum  domino  duci  et  communi  Venetiarum  praedictis  pro 
Omnibus  suis  sociis  de  observando  praedicta  sub  illa  poena  et  punitione 
quae  videbitur  condigna  ipsis  non  observantibus  vel  delinquentibus  in 
aliquo  contra  praedicta  et  honorem  domini  ducis  Venetiarum ;  et  de  hoc, 
videlicet  quod  fideliter  laborabunt  et  facient  id  quod  erit  honoris  domini 
ducis  et  communis  Venetiarum  praedictorum  et  observabunt  praedicta, 
praedicti  quatuor  magistri  corporaliter  juraverunt  cum  sociis  suis.  Item 
si  tempore  quo  erunt  ad  servitium  domini  ducis  praedicti  aliquis  ipsorum 
vel  laboratorum  deficeret,  videlicet  postquam  fuerint  praesentati  coram 
domino    duce   praedicto ,    debent  tanto  minus  percipere  de  soldo ,    quanto 


1)  .deducere,  subtrahere'  Ducange. 


1364—1365.  303 

esset  justum  pro  tempore  quo  aliquis  deficeret.  Insuper  si  dominus  dux 
praedictus  aquiret  aliquam  civitatem  vel  castrum  per  cavas  praedictorum 
et  praedicti  cum  sociis  suis  caperent  aliquos  inimicos,  quod  praedjcti  ini- 
mici  sie  capti  per  ipsos  sint  eorum  carcerati,  hoc  addito  quod,  si  ex  captis 
sie  per  ipsos  dominus  dux  aut  ejus  nuntius  voluerit  aliquem,  quod 
tunc  teneantur  dare  illum  vel  illos  qui  requisiti  forent  per  ipsum  do- 
minum ducem  vel  ejus  nuntium,  percipientibus  istis  magistris  cum  sociis 
pro  restauro  illorum  inimicorum,  quos  sie  darent,  id  (quod)  esset  justum. 
In  quorum  quidem  omnium  fidem  et  evidentiam  pleniorem  praedicta 
celebrata,  confirmata  et  jurata  fuerunt  in  praesentia  egregiorum  virorum 
dominorum  Proeopii,  filii  et  vieegerentis  domini  Enderlini,  urberarii  ^)  in 
montibus  Chuttnis,  et  Harmani  dicti  patris,  magistri  curiae,  praesentibus 
dominis  Petro  pat(re?),  nunc  seabino,  et  magistro  Ludovico,  rectore  scolarum, 
et  aliis  et  me  Wenceslao  Wazingz.  ^)  qui  de  voluntate  partium  praedicta 
scripsi  etiamque  roboravi;  et  sigillum  domini  Harmani,  magistri  curiae, 
praesentibus  est  appensum  in  testimonium  omnium  praemissorum.  Cum 
autem  sigillum  supraseripti  Harmani  magistri  curie,  de  quo  superius  fit 
mentio,  deficeret,  ut  in  hoc  suppleretur,  appensum  fuit  sigillum  domini 
Proeopii  supradicti. 

Commemoriali  lib.  7  fol.  137'  (Wiener  Copie);  cf.  Piedelli  Regesti  lib.  VII  n.  125. 


30. 
1365,  März  14,  21  und  Aug.  25.    Verurtheilung  eines  deutsehen  Diebes. 

1365  die  14  Marcii.  Henrieus  de  Colonia  Theotonieus  vagabun- 
dus  .  .  .  fuit  confessus,  quod  modo  sunt  dies  15,  quod  ipse  venit  Vene- 
cias  et  mansit  in  una  taberna  prope  Kivoaltum  et  hodie  hora  vespertina 
ipse,  ubi  stant  domini  officiales  missetarie,  et  ibi,  quia  erant  multe  gentes 
ad  stangatam  ^),  posuit  manum  in  searsella  ^)  unius  hominis  ...  et  de  ipsa 
accepit  denarios  in  monetis  quot  potuit  .  .  , 

Die  vigesimo  primo  Marcii.  Henrieus  .  .  .  sponte  confessus  est, 
quod  modo  sunt  dies  15  vel  circa  quod,  dum  ipse  foret  in  Veneciis  simul 
cum  Johane  et  Chozio  Theotonicis  ejus  sociis  et  habuissent  simul  pactum, 
quod  si  aliquid  possent  furari  conjunetim  vel  separatim,  comunicare 
simul,  quadam  die  hora  vespertina  ipsi  tres  iverunt  in  Rivoaltum,  ubi 
venduntur  sindones,  et  intrarunt  stationem  unius  femine,  que  vendit 
sindones  causa  furandi  .... 

1365  mense  Augusti  die  25  sententiatus  ad  perdendum  ambos  oculos. 

Ven.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  4  f.  54';  f.  63  1365  (m.  V.)  Febr.  13  Verhör 
eines  ,Renoldu8  de  Viena' ,  1366  April  29  Strafmass :  beide  Augen  und  die  linke 
Hand;  f.  63'  an  derti  gleichen  Tage  gegen  ,Martel  Theotonieus,  interrogatus 
per  Michaelem  de  Boemia  interi)retem' :  linkes  Auge  und  linke  Hand;  f.  77  1366 
(m.  V.)  Jan.  15  gegen  ,Thomas  Theotonieus'  und  ,Conradus  de  Francho',  April  9: 
beide  Augen;  f.  77'  1366  (m.  V.)  Jan.  20  gegen  ,Fredericus  de  Austria',  März: 
linkes  Auge  und  linke  Hand. 


1)  Zu  lesen  ,urburarii'  oder  ,urborarii' ;  cf.  Sternberg  a.  a.  0.  H,  71  u.  ff.    (Duc.  ,urba- 
rius,  exactionis  urbora  nuncupatae  collator'). 

^)  corrigirt;  Herr  Gymn.-Prof.  Rottraanner  dahier  vermuthet  .Wazinger'. 
3)  =  stanghetta,  Riegel,  Gritter  V 
♦)  Geldbeutel. 


304  1365. 


31. 


1365,  Sept.  2  und  15.  Verhör  und  Geständniss  eines  gen.  Deutsch- 
Ordensbruders  und  früheren  Priors  des  Klosters  S.  Trinitä  in 
Venedig  über  einen  von  ihm  am  Kloster  verübten  Diebstahl. 

Confessio  fratris  Joannis  Eoliger  Theutonici,  qui  derobavit  mona- 
sterio  de  Trinitate. 

In  nomine  domini  amen.  Anno  ejusdem  nativitatis  millesimo  tre 
centesimo  sexagesimo  quinto  indictione  tertia  Arimini  tempore  domini 
Ui'bani  papae  quinti  die  secundo  mensis  Septembris.  Constitutus  frater 
Joannes  Roliger  ordinis  Alamanorum,  olim  gubernator  ecclesiae  de  Tri- 
nitate de  Venetiis  coram  venerabile  viro,  domino  Jacobo  de  .  .,  reverendi 
in  Christo  patris  et  domini  domini  Angeli,  dei  et  apostolicae  sedis  gratia 
episcopi  Arimini,  vicario  generali,  eidem  delato  sacramento  per  dictum 
dominum  vicarium  de  veritate  dicenda  super  iis  de  quibus  idem  dominus 
vicarius  ipsum  interrogabit.  Qui  frater  Joannes  suo  sacramento  ad  inter- 
rogata  respondendo  sponte  et  ex  certa  scientia  dixit  et  confessus  fuit, 
quod  ipse  frater  Joannes  pignori  posuit  penes  quemdam  Bartholomaeum 
faeneratorem  in  Castro  seu  burgo  de  Mestre  territorii  Tervisini  duo  para- 
menta  praesbyteri  ad  missam  celebrandam  deputata  et  unum  librum  pro 
duodecim  ducatis  pro  solvendo  cuidam  famulo  pro  mercede  sua  ex  eo, 
quia  serviverat  monasterio  sanctae  Trinitatis  de  Venetiis.  Et  iterum  pig- 
nori posuit  unum  calicem  paenes  eundem  faeneratorem  pro  octo  ducatis. 
Item  vendidit  circa  nonaginta  staria  frumenti  pro  pretio  sexaginta  duca- 
torum,  de  quibus  solvit  sexaginta  libras  parvorum  pro  expensis  factis  et 
necessariis  pro  dicto  monasterio.  Quae  res  et  bona  omnia  supradicta 
erant  et  pertinebant  ad  dictum  monasterium  et  de  dicto  monasterio  ipse 
frater  Joannes  accepit.  Similiter  etiam  dixit  se  accepisse  argentum  super- 
positum  brachio  sancti  Matthiae  Apostoli.  Verumtamen  dixit,  quod  dictum 
brachium  non  est  0  semibracbium ,  videlicet  a  junctura  manus  supra 
usque  quasi  ad  nodum  brachii;  quod  argentum  conflavit  et  minutatim 
incisit.  Et  iterum  de  dicto  monasterio  accepit  duas  cuppas  ^)  argenteas  dicti 
monasterii.  Iterum  de  dicto  monasterio  accepit  viginti  tres  bullas  au- 
reas;  quod  argentum,  cuppas  et  bullas  aureas  secum  exportavit  et  Ra- 
vennae  pignori  posuit  dictas  cuppas  pro  octo  ducatis  paenes  quemdam 
Vitalem^)  Ebreum  faeneratorem^;  et  ibidem  emit  duos  equos,  quos  secum 
Ariminum  conduxit,  et  postea  ibidem  Arimini  dictum  argentum  et  dictas 
bullas  aureas  vendidit,  videlicet  dictas  bullas  pro  pretio  viginti  sex  duca- 
torum  et  dictum  argentum  pro  pretio  viginti  duorum  ducatorum,  excepto 
aliquantulo  de  dicto  argento  et  exceptis  duabus  de  dictis  bullis  et  uno 
sigillo  argenteo,  quod,  quem  et  quas  habet  paenes  se,  et  ibidem  emit  unum 
equum.  Et  dixit  quod  paenes  Contium  hospitatorem  suum  deposuit  tri- 
ginta  quatuor  ducatos,  de  quibus  dixit  se  rehabuisse  viginti  Bononinos  *) ; 
et  etiam  idem  hospitator  expendidit  de  praedictis  denariis  pro  expensis 
dicti  fratris  Joannis  et  suorum  equorum.  Item  dixit  se  accepisse  de  dicto 
monasterio  unam  crucetam  ^)  parvam,  in  qua  sunt  reclusae  aliquae  parvae 


1)  fehlt  nisi? 

2)  Kelch,  Schale. 

3)  =  Lob? 

*)  Bologneser  Münze. 

5)  =  crocetta,  kleines  Kreuz. 


13Ö5.  305 

reliquiae,  quam  secum  Arimimim  portavit.  Interrogatus  si  alii  Theutonici, 
qui  secum  de  Venetiis  usque  Ariminum  venerunt,  dederunt  eidem  auxi- 
lium,  consilium  et  favorem  in  praedictis  et  pariter  etiam  de  pi-aedictis 
fuerunt  culpabiles,  dixit  quod  non,  quoniam  ipse  solus  praedicta  fecit  et 
culpabilis  fuit  et  est;  et  praedicti  Theutonici  praedicta  sciverunt  per 
dictum  fratrem  Joannem  fore  perpetrata,  cum  fuerunt  Arimini,  et  quod 
unus  ex  dictis  Theutonicis  fuit  famulus  praedicti  fratris  Johannis  forte 
per  duos  menses,  alium  vero  cognoverat  solum  per  aliquos  paucos  dies, 
ante  cum  modo  noviter  de  civitate  Venetiarum  recesserit. 

Acta  fuerunt  omnia  et  singula  suprascripta  Arimini  in  domibus 
episcopatus  Arimini  in  simalto  (?)  dictarum  domorum  prope  scalas  lapideas 
cortilis  dictarum  domorum  praesentibus  testibus  ad  praedicta  vocatis  et 
rogatis  venerabile  viro  domino  Petro  de  Arzune,  canonico  Ariminensi, 
Viviano  domini  Franciscbini  judice  de  Raubotinis,  Guidone  magistri  Tha- 
rini,  Nicoiao  Zicbini  cali  (?)  ')  et  aliis  pluribus  de  Arimino. 

Signi  notarii  locus.  Ego  Masius,  filius  quondam  Henrici  notarii  de 
Arimino,  imperiali  auctoritate  notarius  et  judex  Ordinarius  et  nunc  nota- 
rius  et  officialis  praefati  domini  vicarii  et  ejus  curiae  episcopalis,  bis 
Omnibus  presens  fui  et  rogatus  scripsi  meoque  solito  signo  signavi. 

Dicta  die  constitutus  in  judicio  Henricus  et  Amsi  Theutonici  coram 
sapiente  viro,  domino  Bartholomaeo  de  Pistorio,  magnifici  domini  domini 
Galeoti  de  Malatestis  in  civitate  Arimini  vicario  generali,  et  eisdem  et 
cuilibet  ipsorum  delato  sacramento  per  dictum  dominum  vicarium  de 
veritate  dicenda  super  bis  de  quibus  dictus  dominus  vicarius  eos  inter- 
rogabit. 

Qui  Henricus  respondendo  ad  interrogata  per  dictum  dominum  vi' 
carium  dixit  et  sponte  confessus  fuit  ex  certa  scientia,  quod  cognovit 
supradictum  fratrem  Joannem  in  civitate  Venetiarum  per  aliquos  dies, 
antequam  ipse  modo  noviter  cum  praedicto  fratre  Joanne  discessit  de 
Venetiis;  et  etiam  per  duos  dies  steterat  in  monasterio  Trinitatis  de  Ve- 
netiis cum  dicto  fratre  Joanne,  et  secum  venit  in  barcha,  cum  discessit 
de  Venetiis,  una  cum  supradicto  Amsi  et  cum  duabus  meretricibus  Theu- 
tonicis, et  dictus  frater  Joannes  pignori  posuit  duas  cuppas  argenteas  in 
civitate  Ravennae  pro  octo  ducatis  paenes  quendam  faeneratorem  Hebreum; 
et  ibidem  emit  dictus  frater  Joannes  duos  equos,  et  omnes  praedicti  vene- 
runt Ariminum,  et  ibidem  idem  frater  Joannes  tradidit  eidem  Henrico 
certam  quantitatem  argenti  deorati  et  quamplures  bullas  aiireas,  quod 
argentum  et  bullas  venderet;  et  sie  fecit,  quia  dictum  argentum  vendidit 
pro  viginti  duobus  ducatis  et  dictas  bullas  pro  viginti  sex  ducatis.  De 
quibus  denariis  dictus  frater  Joannes  emi  fecit  in  civitate  Arimini  unum 
equum  pro  quatuordecim  ducatis.  Residuum  vero  dictorum  denariorum, 
videlicet  triginta  quatuor  ducatos  dedit  et  deposuit,  cum  ipse  fuit  captus 
ista  de  causa  mandato  dicti  domini  vicarii,  paenes  Contium  hospitatorem 
in  dicta  civitate  Arimini,  in  cujus  hospitio  etiam  dicti  tres  equi  et  etiam 
ad  praesens  dicti  triginta  quatuor  ducati  sunt  paenes  dictum  Contium. 
Et  quod  nunquara  scivit  praedicta  furta  et  derobationes  fuisse  commissas 
per  dictum  fratrem  Joannem,  nisi  postquam  ipse  fuit  in  civitate  Ari- 
mini; et  quod  de  praedictis  in  aliquo  non  fuit  culpabilis;  et  quod  si 
dictus  frater  Joannes  ipsum  in  aliquo  de  praedictis  inculparet,  mentiretur 


1)  Undeutlich,  calzV 

20 


306  1365-1369. 

tamquam  malus  homo;  et  aliud  dixit  se  nescire  de  interrogationibus  per 
dictum  dominum  vicarium. 

Amsi  Theutonicus  suo  sacramento  respondendo  ad  interrogata  per 
dictum  dominum  vicarium  dixit  sponte  et  ex  certa  scientia,  quod  ipse  fuit 
famulus  supradicti  fratris  Joannis  per  duos  menses  vel  circa  in  civitate 
Venetiarum  et  quod  numquam  scivit,  quod  dictus  frater  Joannes  aliquid 
acciperet  de  bonis  dicti  monasterii  sanctae  Trinitatis;  quoniam  quicquid 
fecit  dictus  frater  Joannes  de  praedictis  rebus  per  ipsum  subtractis  et 
ablatis  de  dicto  monasterio,  sine  con scientia,  scientia  et  praesentia  dicti 
Amsi  fecit;  et  aliud  de  interrogationibus  per  dictum  dominum  vicarium 
dixit  se  nescire,  nisi  prout  supra  dixit  et  confessus  fuit  dictus  Henricus. 

Signi  notarii  locus  bic  cadit.  Et  ego  Masius  quondam  Henrici  no- 
tarii  de  Arimino,  imperiali  auctoritate  notarius  et  judex  Ordinarius  et  nunc 
notarius  et  officialis  supradicti  domini  vicarii,  praedictis  Omnibus  interfui 
et  ea  rogatus  scripsi  meoque  solito  signo  signavi. 

Millesimo  trecentesimo  sexagesimo  quinto  indictione  tertia  die  decimo 
quinto  mensis  Septembris  frater  Joannes  Eoliger  Theotonicus  ordinis  sanctae 
Mariae  Jerosolimitanae,  alias  prior  ecclesiae  sanctae  Trinitatis  de  Venetiis, 
constitutus  personaliter  coram  venerabile  (sie),  viro  domino  fratre  Leu- 
poldo  de  Chyrpercb,  provinciali  totius  Lombardiae,  in  camera  tormenti 
dominorum  de  nocte  ligatus  et  positus  sub  tortura  cum  duobus  lapidibus 
ad  pedes  de  mandato  dicti  provincialis,  interrogatus  ab  eo  quid  fecerat 
et  quid  sciebat  de  illo  frustro  brachii  beati  Jacobi  (sie)  apostoli,  quod  de- 
ficit et  videtur  abscisum  a  frustro  sive  a  parte  illa  quae  remansit  in  mona- 
sterio praedicto,  dixit  et  confessus  fuit  quod  verum  est,  quod  de  anno 
praesenti  in  vigilia  sancte  Margaritae  hora  primi  somni  de  nocte  dictus 
frater  Joannes  instigatus  spiritu  maligno  ivit  ad  sacrestiam  dicti  loci  et 
inde  accepit  brachium  beati  Matthiae  et  portavit  ipsum  ad  cameram  suam 
in  dicto  loco  et  apperuit  unam  bussolam  '),  quae  erat  argento  constructa 
circa  dictum  brachium,  et  inde  accepit  brachium  et  cum  una  sega  dictum 
brachium  segavit  in  duas  partes,  quarum  unam  partem,  scilicet  pars  a 
latere  cubiti,  reposuit  in  argento  per  illam  bussolam,  unde  acceperat,  et 
alteram  partem,  scilicet  a  latere  manus,  ligavit  in  uno  panno  setae  et 
ipsum  die  sequenti  tradidit  cuidam  famulo  provincialis,  qui  tunc  erat  in 
domo,  ut  ipsum  ferret  in  Alemaniam,  et  pro  parte  sua  traderet  cuidam 
comiti  Alberto  de  Outemgh'^),  cui  famulo  dedit  unum  equum,  qui  consti- 
terat  sibi  ducatos  decem  et  unum  ducatum  pro  expensis  famuli  praedicti. 
Interrogatus  quomodo  vocatur  ille  famulus,  dicit  quod  vocatus  Is  de 
Sofloth.  Interrogatus  si  sciebat  aliquid  de  hoc  quod  sibi  dederat,  dixit 
quod  non,  nisi  quod  bene  dixerat  sibi,  quod  erat  una  reliquia;  nee  ipse 
famulus  jam  sciebat,  qualis  i'eliquia  esset. 

Commemor.  lib.  7  (Wiener  Copie)  f.  248' ;  cf.  Predelli  Regesti  vol.  Vn  n.  230. 


32. 

1369,  März   2.    Verhandlung    gegen    gen.    deutsehe    Bedienstete    in 
Venedig. 


1)  =  cista?  cf.  ,bussulus'  Duc. 

2)  Oettingen?  da  Pi-edelli  im  Original  ,Outeingh'  liest. 


1369-1370.  307 

1369  inensis  Marcii  die  secundo.  Capta.  Quod  pro  habenda  veri- 
tate  istius  quereile  deposite  per  Masium  de  Ubriachis  contra  et  adversus 
Nicolaum  de  Vienna,  famulum  Bandini  Parisii,  Coradum  de  Cologna,  fa- 
muluni  Gerardi  Betinö,  et  Coradum  Teotonicum,  famulum  Francisci  Con- 
tareno,  inculpat(os)  intravisse  domum  ipsius  Masii  de  nocte  per  fenestram 
malo  modo,  fiat  collegium  secundum  quod  per  majorem  ipsorum  habeant 
libertatem  tormentandi  et  examinandi  predictos.  Et  cum  eo  quod  postea 
habebitur,  venietur  huc  et  fiet  sicut  videbitur. 

Ven.  St.-A.  Quar.  Crim.  Parti  2  f.  72'. 


33. 

1369,  Juni  19  und  Juli  6.    Verurtheilung  eines  gen.  Deutsehen  wegen 
Todtsehlages. 

1369  mense  Junii  die  19.  Processus  ....  super  facto  mortis  Coradi 
Theotonici,  qui  morabatur  in  curia  nova,  de  cujus  morte  inculpatur 
Rodulfus  in  lingua  Theotonica  et  Lant  ^)  in  lingua  latina  (sie)  ^).  Da  der 
Verwundete  gestorben,  legen  Zeugschaft  ab :  Nicolaus  Teotonicus  Sancti  Moysis  in 
cuiia  nova,  Gerardus  Theotonicus  faber  S.  Moysis  in  curia  nova. 

Mense  Julii   die  6  sententiatus   ad  suspendendum  per  guUam,   ita 

quod  moriatur. 

Ven.  St.-A.  Sig.  di  Notte  al  Crim.  Proc.  4  f.  96'. 


34. 

1370,  Mai  15.  Der  Augsburger  Rath  empfiehlt  der  venetianisehen 
Regierung  den  gen.  Bevollmächtigten  des  Sebastian  Rem  behufs 
Erhebung  der  Hinterlassenschaft  von  dessen  Gattin  in  Treviso. 

Eecommendatitie  ^)  ad  ducem  Venetiarum  Sebastianum  Remum  con- 
cernentes  ratione  hereditatis  in  Tarvis(io). 

Potenti  et  magnifico  ac  excellentissimo  domino,  domino  Venetie 
duci,  nostro  domino  gracioso,  magistri  seu  gubernatores  consules  tota- 
que  civium  universitas  civitatis  Augustensis  ad  quevis  beneplacita  para- 
tam  voluntatem  cum  effectu.  Notificavit  nobis  Sebastianus  Rem,  servitor 
ac  fidelis  vir  et  amicus  noster  specialis,  quod  domina  Thomazia,  uxor 
sua,  in  Tarvis(io)  heu  ex  hac  luce  migravit,  quare  in  propria  persona 
ad  vestram  presenciam  venire  se  disposuit,  sed  pronunc  legittime  impe- 
ditus  misit  ad  celsitudinem  vestram  Ulricum  dictum  Winckler  avun- 
culum  suum,  ut  nomine  suo  petat  bona  uxoris  sue.  Quare  supplicamus 
excellencie  vestre,  ut  predictum  Ulricum  Winckler  latorem  presencium 
graciose  promovere  dignemini,  ut  sibi  assignentur  bona,  que  ex  morte 
domine  Thomasie  prenominato  Sebastian©  Rem,  servitori  vestro,  de  jure 
cedere  debent  intuitu  serviciorum  saorum ,  que  de  multis  annis  vobis 
et  universitati  vestre  fideliter  exhibuit.     Et  quod  nostra  universitas  tarn 


1)  Oder  Laut,  was  nicht  zu  unterscheiden. 

2)  Umgekehrt  heisst  es  später :  ,Rodulfus  Theotonicus  S.  Moysis  in  curia  nova  sive 
Lant  in  sua  lingua' ;  vermuthlich  hiess  der  Mann  Rudolph  Lant  (oder  Laut).  , 

3)  Recom.  —  Tarvis.  von  späterer  Hand. 


308 


1370. 


divitum  quam  pauperum   pro   vestre  benignitatis  benevolencia   conabitur 
perpetuo  deservire. 

Datum  Auguste  18  (sie)  kallen.  Junii  mensis  1370  ^).   A  magistratu 
Augustano  concessae  et  expeditae  18.  kal.  Jun.  1370. 

Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  pag.  92. 


35. 
1370,  Mai  15.    Aehnlleh  (ef.  Nr.  34)  an  den  Podestä  von  Trevlso. 


In  simili  ^)  ad  superiorem  in  Tarvis(io). 

Nobili  ac  potenti  viro  domino,  domino  civitatis  Tarvisii  bonora- 
bili  potestati,  consules  seu  gubernatores  universitatis  civitatis  Augustensis 
se  promptes  ad  servicia  cum  effectu  voluntatis.  Ad  vestram  presenciam 
venit  Johannes  dictus  Eeme,  concivis  noster,  lator  presencium,  certus 
nunccius  ac  legittimus  procurator  Sebastiani  patrui  sui,  civis  Augustensis, 
mariti  quondam  domine  Tbomasie  bostene  (?)  ^)  Tarvis(ii?),  ad  petendum 
et  requirendum  res  et  bona  ipsius  Sebastiani  existencia  et  que  exstabant 
penes  dictam  dominam  Thomaziam,  ejus  uxorem,  et  que  visa  fuerint 
esse  et  extare  penes  eam  tempore  mortis  ipsius  domine  Tbomasie  et 
ante.  Quare  legalitati  vestre  supplicamus,  ut  eundem  Jobannem  dictum 
Beme,  procuratorem  prefati  Sebastiani,  graciose  promovere  dignemini,  ut 
ad  possessionem  bonorum  dicte  Tbomasie  ponatur  et  justicia  de  pleno 
sibi  fiat  de  inpedientibus  ipsum,  parati  semper  vobis  in  similibus  com- 
placere. 

1370  Augustae  18  kal.  Junii  ■*). 

Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  pag.  92. 


36. 
1370,  Dez.  9.    Aehnlieh  (ef.  Nr.  35)  an  den  Dogen  Andrea  Contarini. 

In  simili  reiteratae  ad  ducem  Venetiarum. 

Nobili  ac  potenti  domino,  domino  Andree  Condarini  (sie),  duci 
Venecie,  domino  nostro  gracioso,  consules  et  gubernatores  civitatis  Au- 
gustensis servicia  sua  parata.  Nobilitati  vestre  tenore  presencium  decla- 
ramus,  quod  Jobannes  dictus  Rem,  concivis  noster,  coram  sapientibus 
viris,  judicibus  Tarvis(ii),  petivit  res  et  bona,  que  extabant  penes  dominam 
Tbomasiam  bostenam  Tarvis(ii),  quondam  uxorem  Bestiani  (sie)  dicti  Eeme, 
patrui  sui;  cujus  Sebastiani  prefatus  Johannes  Rem  legitimus  procurator 
constitutus  gravatur  ex  dilacione  et  prolongacione  juris  tum  propter  graves 
expensas  tum  eciam  negligendo  alia  facta  sua.  Quare  supplicamus  lega- 
litati vestre,  ut  litteras  vestras  gratiosas  destinare  velitis  domino  civitatis 
Tarvis(ii)  bonorabili  potestati,  quatenus  judicibus  suis  injungat,  ut  Johanni 
dicto  Rem ,  concivi  nostro  prenominato,  fiat  justicia  de  piano  secundum 
libros  et  statuta  civitatis  Tarvis(ii),  dilacionibus  et  prolongacionibus  ob- 
missis,  parati  semper  vobis  et  vestris  in  similibus  et  majoribus  complacere. 

Datum  Auguste  quinto  ydus  Decembris  anno  septuagesimo. 
Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  p.  93. 

1)  =  Idibus  Madii !    Die  Zahl  wie  das  Folgende  übrigens  wieder  von  späterer  Hand. 

-)  In  simili  —  Tarv.  von  anderer  Hand. 

3)  Zu  lesen  hosteiie  (von  hosterius  gebüdet),  Gastwirthin? 

*)  1370  etc.  von  anderer  Hand. 


I 


1371-1372.  309 


37. 


1371  oder  1372  (Mai  26?).  Der  Augsbupger  Rath  ersucht  die  vene- 
tianisehe  Regierung,  die  Hinterlassenschaft  des  Seb.  Rem  5füp 
dessen  Wittwe  und  den  zu  erwartenden  Erben  aufzuheben 
(cf.  Nr.  38). 

A')  magistratu  Augustano  reiteratae  recommendatitiae  ad  ducem 
Venetiarum  nomine  Sebastian!  ßemi  puncto  haereditatis. 

Nobi(li)  ac  potenti  etc.  consules,  jurati  etc.  Nobilitati  vestre  tenore 
presencium  declaramus,  quod  domina  Lucia,  relicta  Sebastian!  Eem,  qui 
quondam  consueverat  morari  bospes  in  civitate  Tarvis(ii)  (et)  de  bac  luce 
nuper  migravit,  concivis  vestra,  est  in  spe  propinqua  gener ande  prolis  et 
vicina  partui.  Quare  supplicamus  serenitati  vestre,  ut  res  et  bona  prefati 
Kernen ,  que  sub  vestra  dicione  sunt  posita,  sub  vestra  tutela  reserventur, 
donec  prenominata  a  partu  liberetur,  quia  ipsa  una  cum  prole  generanda 
marito  suo  predicto  in  rebus  et  bonis  jure  successit.  Et  si  interim  aliquis 
amicorum  prenominati  Kernen  peteret  illa  bona ,  illum  vel  illos  non  ad- 
mittatis  intuitu  serviciorum  nostrorum  et  juris,  parati  vobis  et  vestris 
in  similibus  et  majoribus  complacere.     Dat.  etc. 

Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  p.  94. 


38. 

1372,  Mai  26  (?)  ^).  Der  Podestä  von  Treviso  an  den  Augsburger 
Rath:  in  der  Erbschaftsangelegenheit  des  Seb.  Rem  (ef.  Nr.  37) 
sei  es  nöthig,  dass  der  Vormund  des  Kindes  persönlich  in  Tre- 
viso erseheine. 

Nobilibus  et  sapientibus  viris,  dominis  consulibus  civitatis  Augu- 
stensis,  Johannes  Gradonico,  civitatis  Tarvis(ii)  potestas,  salutem  et  dilectionis 
affectum.  Literas  vestre  nobilitatis  die  Mercurii ')  26  die  Maji  instantis 
recepimus  super  facto  hereditatis  bonorum  quondam  Sebastian!  dicti  Rem, 
olim  habitantis  Tarvisii.  Quarum  intellecto  tenore  sie  duximus  respon- 
dendum,  quod  orta  prole  domine  in  vestris  literis  nominate  studeat  tutor 
puer!  vel  puelle  cum  literis  vestre  nobilitatis  coram  nobis  comparere  legi- 
time, offerentes  nos  paratos  sibi  facere  expeditum  juris  et  justicie  com- 
plementum.    Datum  Tarvisii  26  Maji  ^). 

Preterea  ad  vestri  informacionem  significamus  vobis,  quod  [oportet] 
secundum  jura  et  ordines  civitatis  nostre  tutor  conficere  debeat  inven- 
tarium  de  bonis  et  hereditate  defuncte  persone  et  cum  inventario  per 
se  vel  procuratorem  legitimum  ad  hec  specialiter  constitutum  debeat 
comparere  et  cum  instrumento  tutele  nee  non  cum  literis  vestri  regiminis 
recommendantibus  de  bona  fama  notariorum  qui  confecerint.  Interea 
parati  ad  quelibet  vobis  grata, 
Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  p.  99. 

';  A  —  haered.  von  anderer  Hand. 

2)  Nachdem  im  Schreiben  selbst  dieses  Datum  als  Ausstellungszeit  eines  Schreibens 
des  Augsburger  Rathes  (vielleicht  von  Nr.  37)  vorkommt ,  muss  das  vorliegende  später 
datirt  sein. 

3)  Diese  Angabe  verweist  auf  das  Jahr  1372. 


310  1372-1373. 


39. 


n 


1872.  Der  Augsburger  Rath  theilt  dem  Podestä  von  Treviso  mit, 
dass  über  die  Hinterlassenschaft  des  Seb.  Rem  (ef.  Nr.  38)  ein 
Vergleich  erzielt  worden. 

Litterae  ^)  ab  urbe  Augustana  ad  superiorem  in  Tarvis(io),  nego- 
tium Sebastiani  Remi   puncto   baereditatis   esse   amicabiliter  compositum. 

Nobili    ac   potenti   domino ,    domino   civitatis  Tarvis(ii) ,   honorabili 

potestati,  consules  jurati  civitatis  Aug(ustensis)  servicia  sua  fidelia.    Nobi- 

litati  vestre  tenore  presencium  notificamus,  quod  coram  nobis  in  consilio 

nostro  comparuerunt   tutores    et    consangwinei  proximi  Sebastiani  pueri, 

quem  domina  Lucia  relicta  Sebastiani  dicti  Eem,   qui  quondam  morabatur 

in  Tarvisio,  concivis  nostra  ^),  genuit  post  mortem  patris,  de  quo  eciam  ante 

nobilitati  vestre  scripsimus  ex  una  parte,  et  Jobannes  Rem,  concivis  noster 

dilectus,  ex  alia  parte  ^).    Tutores  vero  et  mater  et  consangwinei  proximi 

predicti   pueri  dicebant,   quod  idem  puer  patri  suo  Sebastiano  Rem  bone 

recordationis  succedere  debet  in  bonis  et  bereditate  patris  sui  in  Tarvis(io) 

et   alibi   sitis.     Prenominatus    autem  Rem   asseruit  se  esse  in  possessione 

bonorum   predictorum.     Ambas   igitur   partes  cum  consensu  et  voluntate 

utriusque  partis  concordavimus  et  ad  pacificara   concordiam  duximus  tali 

condicione,  quod  prefatus  Jobannes  Rem  puero  prefato  a*)  suis  tutoinbus 

alia  bona   hie   nobiscum   sita   et   cum   boc  paratam   pecuniam   in  recom- 

pensam   bonorum   in  Tarvisio   sitorum   dare  et  assignare  debet,   quod  et 

fecit.     Quare  supplicamus  nobilitati  vestre,    ut  prenominatum  Jobannem 

Rem    ad   possessionem   liberam   predictorum   bonorum  in  Tarvisio  et  sub 

dicione  vestra  sitorum  admittatis  et  ipsum  promoveatis,  ut  babeat  liberam 

facultatem   vendendi  seu  disponendi   de   predictis   bonis,   secundum   quod 

visum  fuerit  sue  utilitati  congruere,  et  quod  ipse  et  beredes  sui  deinceps 

pacifica   gaudeant   possessione ;  in  hoc  nobis  specialem   gratiam   vestram, 

de  qua  semper  presumpnimus,  ostendentes,  parati  vobis  et  vestris  in  simi- 

libus  complacere. 

Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  p.  56. 

40. 

1373,  Dez.  19.  Die  Behörden  von  Treviso  ersuchen  den  Augsburger 
Rath  um  Zeugenvernehmung  in  einer  Streitsache  zwischen  einem 
gen.  Bürger  von  Treviso  und  Johannes  Rem  (cf.  Nr.  39), 

Nobilibus  et  sapientibus  dominis,  dominis  honor(abilibus)  consu- 
libus  juratis  civitatis  Augustensis,  amicis  carissimis,  judices  ^)  in  Tarvis(io) 
ad  civitatem  Augustanam  in  causa  Sebastiani  Remi. 

Amici  carissimi.  Cum  agitetur  questio  coram  nobis  inter  Jacobum 
de  Partanon®),  babitator  Tarvisii ,  seu  ejus  procuratorem  ex  parte  una 
agentem,  et  Jobannem  Rem  de  Augusta  seu  procuratorem  suum  ex 
parte  altera  se  defendentem;  in  qua  questione  et  causa  producta  sunt 
coram  nobis  capitula  pro  parte  dicti  Jobannis;  que  quidem  capitula  asse- 


1)  Literae  —  compos.  von  anderer  Hand. 

2)  vestra  ?  cf.  S.  309  Nr.  37. 

3)  Diese  Schreiben  sind  nicht  bekannt. 
*)  Zu  lesen:  et? 

5)  Judices  —  Remi  von  anderer  Hand. 

6)  Pordenone. 


1373-1383.  311 

ritur  probare  velle  per  procuratorem  Joli(annis)  de  Rem  per  testes  vestre 

jurisdictioni   subpositos.     Quacirca   amiciciam  vestram  presentium  tenore 

rogamus,  quatinus  testes,  quos  idem  Johannes  seu  ejus  procurator  coram 

vobis  duxerit  nominandos,  citari  facere  placeat  et  velitis  ipsosque  exami- 

nari  super  capitulis  et  inteiTOgacionibus,  quas  vobis  mittimus  presentibus 

interclusas,  prius  eisdem  de  veritate  dicendo  prestito  juramento,  ipsorumque 

attestationes  et  dicta  simul  cum  dictis  capitulis  et  interrogacionibus  nobis 

interclusas  vestris  litteris  remittentes,   parati  etc.     Insuper  vos  rogamus, 

quatenus    vobis    placeat    interrogaciones    presentibus   interclusas   secretas 

teuere   et  neutri  ipsorum   partium   pandere,   quia  Tervisii  talem    consue- 

tudinem  observamus. 

Pataleon  Garbo  Tarvis(ii)  potestas.    Ibi  datum  die  decimonono  De- 

cembris  undecima  indictione. 

Augsb.  St.-A.  Brfb.  la  p.  95. 

41. 

1375.    Erwähnung  deutscher  Arbeiter  in  Malamoeeo. 

1375    13   indictionis.     Cum,   sicut   exponit   Peti'us  de  Locbo  Theo- 

tonicus,  existente  ipso  pro  capite  Theotonicorum,  qui  laborant  in  Matha- 

mauco   comuni   et   non   habende   tunc   aliquid   ad  laborandum,    acceperit 

unam  tabernam  in  Pelestrina  a  quodam,   qui  tenebat  illam,  et  ipsam  ta- 

bernam    tenuerit   quinque   mensibus;   quam  accepit  cum  conditione  quod 

de  toto  vino  quod  venderet  deberet  solvere   dacium;   et   transactis   dictis 

quinque   mensibus   officiales  Mathamauci   miserunt   pro  ipso  Petro,    quia 

volebant   facere   laborari   et   Theotonici   sine   ipso   non   poterant  poni   in 

ordine  .  .  . 

Yen.  St.-A.  Graz.  17  f.  59. 

42. 

1383,  Nov.  25.  Vertrag  zwischen  den  deutsehen  Schuhmachern  und 
dem  Kloster  S.  Stefano  in  Venedig  über  Erwerbung  einer  Gruft, 
eines  Altars  u.  s.  w.  für  die  ersteren  in  der  genannten  Kirche. 

In  Christi  nomine  amen.  Anno  nativitatis  ejusdem  millesimo  tre- 
centesimo  octuagesimo  tercio  indictione  sexta  die  vigesimo  quinto  mensis 
Novembris  Venetiis  in  contrata  Sancti  Vitalis  in  domo  habitationis  Bar- 
tholamei  Benedicto  speciarii ')  (?),  presentibus  providis  viris  Bertuccio  a 
Türe,  filio  quondam  Francisci,  habitatore  Venetiarum  in  contrata  Sancti 
Samuelis,  Benevenuto  dicto  Turlo,  custode  dominorum  de  nocte,  et  Petro 
a  Türe,  filio  quondam  ser  (?)  Nicole  de  contrata  Sancti  Vitalis,  testibus 
rogatis  et  ad  infrasscripta  specialiter  convocatis;  ibique  nobilis  vir  do- 
minus Franciscus  Venerio  quondam  domini  Belleti,  habitator  Venetiarum 
in  contrata  Sancti  Samuelis,  procurator  monasterii  fratrum  capituli  et 
conventus  sancti  Stephani  de  Venetiis  ordinis  fratrum  heremitarum  sancti 
Augustini,  habens  ab  ipsis  fratribus  capitulo  et  conventu  ad  infrascripta 
omnia  celebranda  sufficiens  mandatum  —  px*out  patet  quodam  publico  pro- 
curationis  seu  commissionis  instrumento,  facto  scripto  et  publicato  ac  se- 
cundum  mores  et  consuetudines  civitatis  Venetiarum  complecto  et  roborato 

1)  Orig.  sparü. 


312 


1383. 


manu  Nicolai  de  Ferantibus,  ecclesie  sancti  Vitalis  presbiteri  et  Vene- 
tiarum  notarii,  in  millesimo  trecentesimo  octuagesimo  tercio  mensis  Julii 
die  7  indictione  sexta  Rivoalti,  a  me  notario  infrascripto  viso  et  lecto  — 
procuratorio  nomine  dictorum  monasterii  fratrum  capituli  et  conventus 
sancti  Stephani  predicti  ac  virtute  dicte  procurationis  et  comissionis 
sponte  libere  et  ex  certa  scientia  dedit  tradidit  et  concessit  Conrado  de 
Boemia  de  contrata  Sancti  Apolinaris,  Henrico  de  Norimbergo  de  contrata 
Sancti  Paterniani,  Frederico  de  Bavaria  de  contrata  Sancti  Silvestri,  Petro 
de  Boemia,  Georgio  (de)  Ulmo  de  contrata  Sancti  Paterniani  et  Nicoiao  de 
Frayburch  de  contrata  Sancti  Cassiani,  omnibus  cerdonibus  et  de  socie- 
tate  ac  congregatione  cerdonum  Theotoni corum,  habitantium  civitatis  Vene- 
tiarum,  ibidem  presentibus  et  pro  se  ac  vice  et  nomine  aliorum  cerdonum 
dicte  congregationis  presentium  et  qui  de  futuro  in  congregatione  et  socie- 
tate  erunt  stipulantibus  et  recipientibus,  quoddam  pecium  terreni  seu 
territori  vacuum,  situm  et  positum  penes  portam  sive  hostium  conventus 
dictorum  fratrum  et  monasterii  sancti  Stephani,  videlicet  prope  archas 
et  sepolturas  sonatorum  cum  plenisima  vii'tute  auctoritate  et  potestate 
possendi  construere  ac  construi  et  hedifficari  facere  in  ipso  terreno  seu 
territorio  unam  archam  seu  sepulturam ,  in  qua  possint  et  valeant  poni 
et  sepelliri  omnia  et  singula  funera  omnium  cerdonum  Teothonicorum 
et  personarum,  qui  ad  presens  sunt  et  in  futurum  erunt  dicte  societatis 
et  congregationis.  De  quo  quidem  terreno  seu  de  dicta  archa  et  sepul- 
tura  super  ipso  terreno  construenda,  idem  dominus  Franciscus  Venerio 
procuratorio  nomine  predicto  et  virtute  commissionis  predicte  promissit 
litem  non  movere  vel  inferre  nee  moventi  vel  inferenti  consentire,  sed 
ipsum  terrenum  et  archam  supra  ipso  hedifficandam  deffendere  guarren- 
tare  et  disbrigare^)  a  quibuslibet  personis  ipsum  terrenum  seu  sepulturam 
impedire  volentibus. 

Item  ipse  dominus  Franciscus  procuratorio  nomine  predicto  et  vir- 
tute dicte  commissionis  tradidit,  designavit  et  concessit  ipsis  cerdonibus 
suprascriptis,  pro  se  ac  vice  et  nomine  omnium  cerdonum  et  personarum 
qui  et  que  sunt  et  in  futurum  erunt  dicte  societatis  et  congregationis 
stipulantibus  et  recipientibus,  unum  altare  situm  et  possitum  in  ecclesia 
Sancti  Stephani  predicti,  quod  ad  presens  vocatur  altare  sanote  ürsule  ') ; 
ita  et  taliter  quod  ipsi  cerdones  et  ceteri  de  dicta  societate  et  congre- 
gatione possint  absque  contradictione  aliqua  fratrum  dicti  monasterii  et 
alterius  cujuscunque  persone  facere  et  fieri  facere  ad  ipsum  altare  unam 
pallam  seu  anconam  beate  virginis  Marie  cum  hornatione  aliorum  sanc- 
torum. 

Item  ^)  idem  dominus  Franciscus  procuratorio  nomine  quo  supra 
fecit  dare  atque  designari  facere  per  fratres  dicti  monasterii  et  ecclesie 
Unum  locum  habilem,  ubi  ipsi  et  alii  de  dicta  societate  et  congregatione 
erigerunt  per  medium  dictum  altare  sine  contradictione  aliqua  unam  co- 
lonam  lapideam  et  marmoream,  super  qua  stare  debeant  tres  cerei  seu 
candelloti,  qui  debent  ardere  ad  missam  omnibus  diebus  dominicis  et  in 
aliis  festivitatibus  principalibus. 

Item  ipse  dominus  Franciscus  procuratorio  nomine  quo  supra  ac 
virtute  dicte  comissionis  seu  procurationis  dedit  tradidit  et  concessit  ipis 


n 


hoc' 


1)  .molestia  et  lite  liberare'  Ducange. 

2)  Von  späterer  Hand  ausgestrichen  und  darüber  geschrieben :  sancti  Nicolai  de  Tolentino. 

3)  übergeschrieben  ,ua'  und  dem  entsprechend  weiter  unten  bei  , principalibus'  ,catum 
vacatum  hoc  „ungiltig". 


1383.  313 

cerdonibus  suprascriptis ,  pro  se  ac  vice  et  nomine  omnium  cerdonum  et 
personarum  dicte  societatis  et  congregationis  stipulantibus  et  recipientibus, 
unum  banchum  situm  et  positum  in  dicta  ecclesia  sancti  Stepbani  penes 
altare  sancti  Marci  ')>  in  l^io  bancho  ipsi  et  alii  de  dicta  societate  et  con- 
gregatione  possint  et  valeant  absque  contradictione  aliqua  ponere  et  te- 
nere  doplerios  ^)  cereos  et  candellas  portandos  et  portandas  ante  et  post 
quando  aliquis  de  dicta  societate  et  congregatione  decesserit,  pro  sui  de- 
votione. 

Item  ipse  idem  dominus  Pranciscus  procuratorio  nomine  predicto 
ac  virtute  et  potestate  dicte  procurationis  et  comissionis  promisit  et 
cum  suprascriptis  cerdonibus,  ut  supra  stipulantibus  et  recipientibus, 
convenit,  quod  fratres  monasterii  capituli  et  conventus  sancti  Stepbani 
predicti  tam  presentes  quam  futuri  celebrabunt  semper  omni  anno  pro 
animabus  defunctorum  et  vivencium  salute  dicte  societatis  et  congrega- 
tionis ad  dictum  altare,  quod  ad  presens  vocatur  altare  sancte  ürsule  '), 
super  quo  est  construenda  dicta  pala  de  novo  fienda,  missas  quinqua- 
ginta,  dicendas  et  cellebrandas  hoc  modo  videlicet:  quinque  in  cantu, 
unam  in  festo  sancte  Marie  de  mense  Augusti,  unam  in  festo  sancte  Marie 
de  mense  Septembris,  unam  in  festo  omnium  sanctorum  *),  unam  in  festo 
sancte  Mai'ie  a  scolis  de  mense  Februarii,  et  aliam  in  festo  sancte  Marie 
de  mense  Marcii  —  hoc  tamen  apposito  quod  illi  de  dicta  congregatione 
notificent  domino  priori  seu  ejus  locum  tenenti  una  die  ante  illam  diem 
qua  debet  celebrari  missa  dicenda  in  cantu  ut  supraque  celebranda  —  alias 
vero  missas  quadragintaquinque  qualibet  die  dominica  ^). 

Et  hec  omnia  et  singula  suprascripta  idem  dominus  Franciscus 
fecit  promisit  et  convenit,  quia  e  converso  suprascripti  cerdones  superius 
nominati,  asserentes  se  ad  hec  celebrandum  habere  plenam  libertatem 
auctoritatem  et  arbitrium  ab  omnibus  et  singulis  in  dicta  sua  societate 
et  congregatione  constitutis,  promiserunt  dare  et  solvere  semper  omni 
anno  in  festo  sancte  Marie  de  mense  Augusti ")  libras  sexdecim  pai'vorum  ''). 

Et  hec  omnia  et  singula  suprascripta  promiserunt  ipse  partes  sibi 
ad  invicem  vicissim  solemnibus  stipulationibus  hinc  inde  intervenientibus, 
videlicet  prefactus  dominus  Franciscus  procuratorio  nomine  dictorum  fra- 
trum  suprascriptorum  dictis  cerdonibus  superius  nominatis,  pro  se  et  aliis 
de  dicta  societate  et  congi-egatione  presentibus  et  futuris  stipulantibus  et 
recipientibus,  et  ipsi  cerdones  prenominati  pro  se  et  vice  et  nomine 
aliorum  de  dicta  societate  presentium  et  futurorum  ipsi  domino  Fran- 
cisco, stipulanti  et  recipienti  vice  et  nomine  dicti  monasterii  fratrum  capi- 
tuli ecclesie  et  conventus  sancti  Stepbani  prelibati,  suprascripta  omnia 
et  singula  in  presenti  instrumento  apposita  et  contenta  attendere  obser- 
vare  et  adimplere  ac  non  contrafacere  dicere  opponere  vel  venire  per  se 
vel  alium  seu  alios  aliqua  ratione  vel  causa  de  jure  consuetudine  vel  de 
facto  sub  pena  librarum  quinquaginta  parvorum  Venetorum  tociens  per 
partem  observantem  aufferenda  a  parte  contrafacente  quotiens  in  singulis 
capitulis   et  clausulis  in  presenti  contractu  contentis  fuerit  contrafactum 


1)  Von  späterer  Hand  corrigirt  in :  dicti  sancti  Nicolai. 

2)  Fackeln. 

3)  8.  Urs.  ausgestrichen. 

*)  Ausgestrichen  und  von  späterer  Hand  darüber  geschrieben :  in  die  omnium  defunctorum. 
5)  Darüber  geschrieben  ,Junü' ;  hieher  gehören  wohl  die  am  Ende  des  Dokuments  bei- 
gefügten Worte:  ,unam  de  mortuis  prima  die  hine  post  festum  sancte  Anne'. 
*)  von  späterer  Hand  corr. :  in  die  defunctorum. 
1)  zwischen  sexd.  u.  parvorum  von  späterer  Hand  eingefügt  XXUI. 


314  1383-1389. 


n 


cum  reffectione  omnmin  et  singulorum  damnorum  expensarum  et  Interesse 

litis  et  cetera.     Et  predicta  pena  semel  et  pluries  soluta  vel  non  ac  gra- 

tioxe  remissa  vel  non,  rata  tarnen  maneant  omnia  et  singula  in  presenti 

instrumento  sita  posita  et  adjecta.    Pro  quibus  omnibus  et  singulis  atten- 

dendis   observandis    et   firmiter  adimplendis  dicte  partes,   videlicet  dictus 

dominus  Franciscus  procuratorio  nomine  predicto  obligavit  omnia  dictorum 

fratrum   monasterii   capituli   et  conventus  bona  mobilia  et  inmobilia  pre- 

sentia  et  futura,   et  dicti  cerdones  superius  nominati  obligaverunt  omnia 

sua  dicte  societatis  bona  mobilia  et  immobilia  tam  habita  quam  habenda. 

De   quibus   omnibus   suprascriptis   ipse   ambe   partes  nominibus  predictis 

quibus  supra  rogaverunt  me  Odoricutn  notarium  infrascriptum,  ut  auten- 

ticum  conficerem  instrumentum,  totiens  in  formam  publicam  redigendum 

quotiens  ab  ipsis  partibus  et  altera  ipsarum  fuero  requisitus. 

EGo  Odoricus  de  Eobabelis  quondam  domini  Jobannis,  notarius  pu- 

blicus  ac  imperiali  auctoritate  notarius,  biis  omnibus  interfui  ac  rogatus 

scribere  scripsi  et  in  banc  formam  publicam  redegi  signumque  meum  con- 

suetum  apposui. 

Yen.  Mus.  Civ.  Corr.  Cod.  Cic.  3249  Nr.  22  Original. 


43. 

1385  —  (und  1386  (?)  September  14).   Ein  Deutseher,  der  seit  22  Jahren 
in  venetianisehen  Diensten,  erhält  das  venetianisehe  Bürgerrecht. 

1885.  Cum,  sicut  exponit  Henricus  Spiera,  qui  fuit  de  Allemania,  sunt 
anni  22  et  ultra  quod  stetit  et  babitavit  Venetiis,  navigando  cum  navibus 
et  galeis  Veneciarum  ....  supplicetur  humiliter,  quod  dignetur  domi- 
nium ipsum  recipere  in  civem  Veneciarum  de  intus  et  extra  .  .  . 

Capta  in  40  (ohne  Datum,  vorher:  15  Novembris);  1396  ^)  14  Septembris 

capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  17  f.  211'. 

44. 

1389,  September  19.    Belohnung  eines  deutsehen  Söldnerführers. 

1389  die  19  Septembris.  Capta.  Cum  Robotb  de  Engestorp  Tbeo- 
tonicus,  fidelis  noster,  qui  longissimo  tempore  stetit  ad  servitium  nostrum 
et  fuit  comestabilis  in  Tervisio  annis  triginta  vel  circa,  exponat  quod  est 
factus  senex,  ymo  decrepitus  et  pauperimus  in  tantum  ut  se  reduxerit  ad 
hospitale  Tervisii,  ubi  jam  pluribus  annis  stetit,  sicut  potuit,  sed  cum 
magno  incomodo  et  sinistro;  et  propterea  humiliter  supplicet  dominio,  qua- 
tenus  dignetur  providere  sibi  de  aliquo  emolumento,  cum  quo  possit 
sustentare  reliquum  vite  sue:  vadit  pars  considerata  fidelitate  et  optimo 
portamento  suo,  habito  temporibus  retroactis,  quod  habeat  in  Trevisio 
unam  pagam  pedestrem  mortuam  de  vi  vis  ^),  non  augendo  numerum  stipen- 
diariorum,  cum  potestas  Tervisii  consulat,  quod  provideatur  sibi  de  aliquo 
ad  sustentationem  vite  sibi  restantis. 
Yen.  St.-A.  Sen.  Misti  41  f.  33'. 

1)  Wohl  verschrieben  statt  1386. 

2)  ,paga  morta'  significava  un  soldato  inscritto  nei  ruoli,  ma  non  presente  nell'  armata, 
,paga  Viva'  soldato  inscritto  e  presente:  schriftliche  Mittheilung  des  Herrn  Dir.  Cecchetti. 


1390—1402.  315 


45. 


1390,  März  12.  Das  Collegio  entscheidet,  dass  alle  die  Juden  betref- 
fenden Angelegenheiten  von  den  .Supraconsules'  zu  erledigen  seien 
und  diese  berechtigt  sein  sollen,  Verkäufe  behufs  Befriedigung 
jüdischer  Gläubiger  vorzunehmen. 

1390  die  duodecimo  Marcii  tercia  decima  indicione. 

Cum  nobiles  viri  supraconsules  venirent  coram  domino  duce  et  con- 
siliariis,  dicentes  quod  quidam  Robertus  de  Norimbergo  Judeus,  qui  habere 
debebat  a  commissaria  quondam  Jobannis  Rizo  libras  circa  duodecim  gros- 
sorum  pro  denariis  mutuatis  ad  usuram,  petebat  a  dictis  supraconsulibus, 
quatenus  sibi  placeret  vendere  tantum  de  possessionibus  dicte  cominissarie 
quam  sufficeret  ad  solutionem  fiendam  dicto  Judeo  de  dictis  suis  denariis, 
cum  de  bonis  mobilibus  nichil  inveniri  posset;  et  cum  aliqua  dubitatio 
verteretur  inter  dictos  supraconsules,  utrum  eisdem  supraconsulibus  spec- 
taret  vendere  dictas  possessiones  pro  dicta  solutione  fienda  dicto  Judeo 
an  officio  judicum  proprii,  audito  capitulari  supraconsulum ,  quod  dicit 
quod  facta  Judeorum  sint  commissa  supraconsulibus  etc.:  per  dictum 
ducem  et  consiliarios  consulte  dictum  fuit  et  terminatum,  quod  supra- 
consules possint  vendere  possessiones  et  proprietates  cujuscunque  persone 
pro  solucione  fienda  Judeis  prestantibus  ad  usuram ,  et  quod  ad  aliud 
officium  non  spectabat  vendere  possessiones  pro  factis  dictorum  Judeorum. 

Yen.  St.-A.  Not.  d.  Coli.  9  f.  78. 

46. 

(1392,  Juli  20.)  Gewährung  des  venetianisehen  Bürgerrechtes  an 
einen  gen.  Deutschen. 

Cum,  sicut  exposuit  Johannes  Theotonicus,  sunt  40  anni  quod  con- 
tinue  stetit  et  habitavit  Veneciis  cum  pluribus  nobilibus,  navigando  cum 
Ulis  in  navibus  et  galeis  ad  multas  partes,  sed  propter  paupertatem  non 
potuit  teuere  familiam  nisi  a  tribus  annis  citra;  et  quia  alias  facta  fuit 
quedam  pars,  quod  forenses  facientes  se  scribi  ad  officium  provisorum 
comunis  statim  essent  cives  Venetos  (sie)  de  intus,  et,  si  habitassent  Veneciis 
quinque  annis,  possent  expediri  pro  civibus  Veneciarum  de  intus  et  extra, 
quam  partem  dictus  Johannes  ignoravit;  et  propterea  humiliter  pecierit, 
quod  non  obstante  ingnorancia  sua  de  gratia  constituatur  civis  Venetus 
de  intus  et  extra:  consideratis^predictis  fiat  sibi  gratia,  prout  petit;  et  sie 
consulunt  provisores  comunis. 

1392  20  Julii  capta  in  majori  consilio. 

Ven.  St.-A.  Graz.  18  f.  36. 

47. 

1402,  Dezember  20.  Der  Rath  der  Zehn  gestattet  den  Vorständen  der 
Bäckerinnung  in  Venedig,  gegen  Widerspenstige  in  der  Bruder- 
schaft zu  S.  Filippo  e  Giacomo  einschreiten  zu  dürfen  (cf.  Nr.  56)  '). 


J)  B.  oben  S.  269,  270. 


316  1402-1403. 

1402  die  20  Decembris  indictione  11.  Capta.  Cum  fuerit  dominio 
nostro  humiliter  supplicatum  pro  parte  subditorum  fidelium  nostrorum 
officialium  scole  pistorum  Theutonicorum ,  commorantium  in  civitate 
nostra  Venec(iarum),  quod,  cum  jam  diu  per  ipsos  pistores  Theutonicos  sit 
creata  quedam  scola,  que  congregatur  in  ecclesia  beatorum  apostolorum 
Philippi  et  Jacobi,  in  qua  habent  altare  proprium  dicte  scole,  ubi  ob 
devocionis  fervorem  quam  plures  solemnitates  missarum  et  aliorum  divi- 
noi'um  officiorum  sepissime  cellebrantur;  ac  etiam  si  contingit  aliquos 
pauperes  mori  non  habentes  unde  valeant  sepelliri,  de  elemosinis  dicte 
scole  per  ejus  officiales  multipliciter  errogantur  ^) ;  et  quandoque  accidat 
quod  de  dictis  Theutonicis  ipsius  scole  reperiantur  aliqui,  qui  non  ha- 
bentes fervorem  caritatis  nee  aliis  compatientes  nituntur  regulas  et  sta- 
tuta dicte  scole  infringere,  nolentes  ipsas  aliqualiter  observare,  ex  quorum 
protervitate  pia  opera  cessant  et  de  mente  illorum  qui  sunt  bene  dispositi 
excidunt  et  reducerentur  in  nicbilum,  nisi  apponeretur  remedium  salutare: 
dignaremur  de  gratia  speciali  concedere  officialibus  dicte  scole,  qui  sunt 
ad  presens  et  qui  per  futura  tempora  erunt,  quod  tales  sie  reprobos  et 
malignos  et  tanto  pio  operi  adversantes  possint  amonere  et  compellere 
ad  observandum  ordines  et  statuta  sue  scole  predicte  et,  nisi  fuerint  obe- 
dientes  ad  observantiam  premissorum,  possint  dicti  officiales  illos  expel- 
lere  totalitär  de  dicta  scola,  ita  et  taliter  quod  neque  beneficiis  neque 
aliis  emolumentis  dicte  scole  possint  ullatenus  gaudere  —  nam  similiter  ex- 
titit,  ut  asserunt,  per  dominacionem  nostram  alias  scole  cerdonum  Theu- 
tonicorum, que  in  ecclesia  sancti  Stefani  congregatur,  benignius  elargitum  — : 
vadit  pars  considerata  devotione  predictorum,  qui  ob  dei  reverenciam  pro 
piis  operibus  antedictis  hoc  requirunt,  fiat  sibi  gratia,  sicut  petunt.  Et 
fuit  capta  per  4  consiliarios,  duo  capita  de  10  et  per  duas  partes  et  ultra 

totius  consilii  de  10. 

Yen.  St.-A.  Cons.  10  Misti  8  f.  81'. 


348. 


iltra  M 

J 


1403,  Okt.  23.  Entscheidung  der  ,Giudiei  del  Petizion*  in  einer  Streit- 
sache zwischen  einem  gen.  Venetianer  und  einem  gen.  deutschen 
Töpfer  zu  Gunsten  des  ersteren. 

1403  die  23  mensis  Octobris.  Super  questione  vertente  inter  Ven- 
turinum  Becino  de  confinio  Sancte  Sophie  sive  nobilem  virum  ser  Michaelem 
Truno  advocatorem,  per  omnes  curias  ascriptum,  pro  eo  in  curia  Ordinate 
ex  una  parte  petentem,  et  Conradum  Theotonicum  scutellarium,  fratrem 
et  magis  propinquum  quondum  Cristofori  Theotonici  scutellarii  olim  fratris 
sui,  ex  altera  respondentem,  supradictus  ser  Venturinus  petebat  eidem 
Conrado,  olim  fratri  et  magis  propinquo  dicti  quondam  Cristofori,  in  bonis 
ipsius  Cristofori  ducatos  56  et  grossos  sexdecim  ad  aurum  pro  resto  rerum 
et  mercantiarum  sibi  Cristoforo  datarum  de  sua  appotheca,  et  petebat 
expensas  hujus  cause.  Ex  adverso  autem  dictus  Conradus  nomine  quo 
supra  dicebat  verum  esse,  quod  tempore,  quo  vivebat  frater  suus  Cristo- 
forus,  habuit  et  recepit  ab  ipso  ser  Venturino  de  plumbo  et  rebus  suis; 
sed  quantum  restat  habere,  dicit  nescire  et  etiam  quod  de  bonis  fratris 
sui  nichil  habet.    Sed  omnia  bona  fratris  sui  ablata  fuerunt  ante  mortem 


1)  „mit  Geld  unterstützt  werden". 


1403—1408.  317 

et  post  mortem  fratris  sui  per  magistrum  Fricel  Theotonicum  cerdonem, 
et  quod  domini  judices  super  inde  faciant,  quod  justum  sibi  fieri  videatur. 
Unde  prefati  domini  judices  petitionum,  videlicet  Johannes  Caucho,  Fran- 
ciscus  Foschari  et  Nicolaus  Lauredano  visis,  auditis  et  diligenter  intelectis 
petitionibus,  responsionibus,  juribus  et  allegationibus  partium  premissarum 
et  testificationibus  super  inde  in  curia  productis  et  publicatis,  et  omnibus 
que  dicte  partes  dicere,  producere  et  allegare  voluerunt;  et  consideratis 
Omnibus  que  merito  super  inde  considerari  debuerunt;  super  hoc  habito 
consilio  diligenti,  primo  dato  sacramento  dicto  ser  Venturino  Becino  et 
eo  jurante  verum  esse  et  habere  debere,  ut  supra  petebat:  omnes  tres 
concordes  per  sententiam  laudum  et  arbitrium ,  per  justiciam  et  eorum 
officium  sententiando  posuerunt  in  debitum  prefatum  Conradum  Theoto- 
nicum, olim  fratrem  et  magis  propinquum  dicti  quondam  Cristofori  Theo- 
tonici  scutellarii,  mortui  intestati  ut  asseritur,  eidem  ser  Venturino  Be- 
cino in  quantum  sunt  dicti  ducati  quinquaginta  sex  et  grossi  sexdecim  pro 
resto  occaxione  predicta,  dantes  etc.  in  bonis  dicti  quondam  ser  Cristo- 
fori Theotonici  scutellarii'  ubicumque  poterunt  reperiri. 

Yen.  St.-A.  Giud.  d.  Pet.  Sent.  a  giiist.  Busta  685  fasc.  12  fol.  3'. 


49. 

1407,  Januar  26.  Massregeln  des  Rathes  der  Zehn  zur  Bestrafungr 
von  Deutschen,  welche  an  einem  Tumult  sich  betheiligt  hatten. 

1406  (m.  V.)  die  26  Januarii  indictione  15.  Capita  consilii  de  10. 
Capta.  Quia  ista  congregatio  et  pugna  Teutonicorum,  facta  in  Sancta  Cruce, 
numero  centum  vel  circa,  posset  inducere  malam  inconvenientiam,  et  bonum 
est  punire  delinquentes  ac  obviare  talibus  presumptionibus :  vadit  pars, 
quod  examinetur  et  retineatur  dona  Maria  Goldioso,  in  domo  cujus  habi- 
tant  de  istis  Teutonicis  qui  fecerunt  dictam  adhunantiam,  et  similiter 
omnes  alii  qui  videbuntur  principales  dictis  capitibus  de  10  vel  majori 
parti.  Et  exnunc  pro  sciendo  veritatem  fiat  colegium  secundum  usum, 
ut,  si  opportunum  fuerit,  presto  possint  capi  et  tormentai'i  omnes  illi  qui 
videbuntur  dicto  collegio  culpabiles  vel  majori  parti.  Et  postea  venietur 
secundum  usum  ad  istud  consilium  et  fiet  sicut  videbitur. 

Omnes  de  parte.     Pro  collegio  suprascriptorum  Teutonicorum. 

Ser  Donatus  Michael  consiliarius,   ser  Petrus  Gauro  cap(ut)  de  10. 

Ser    Franciscus    Cornario    condam    domini    ducis    inquisitor.     Ser  .  .  ad- 

vocator  communis. 

Yen.  St.-A.  Cons.  10  Misti  8  f.  133'. 

50. 

1408 ,  März  15.  Entscheidung  der  Giudici  del  Petizion  in  einer  Streit- 
sache zwischen  einem  gen.  deutschen  Schuhmacher  und  einem 
gen.  Sensal  des  Fondaco  zu  Gunsten  des  ersteren. 

Die  15  mensis  Marcii  1408.  Super  questione  vertente  inter  ser 
Petrum  sutorem  Sancte  Sophie  ex  una  parte  petentem  et  ser  Franciscum 
Bronicardo  mesetam  in  fonticuTeotonicorum  ex  altera  absentem  supradictus 


318  1408—1412. 


n 


ser  Petrus  eidem  ser  Francisco  prebuit  ducatos  septuagintasex  pro  resto 
ducatorum  centumoctogintaseptem  et  pro  resto  rationis;  et  petebat  ex- 
pensas  factas  in  presenti  causa.  Ad  que  quidem  pro  dicto  ser  Francisco 
nullus  comparuit  contradicere:  unde  prefati  domini  judices  peticionum, 
videlicet  domini  Bertucius  Pisani,  Petrus  Trivisano  et  Sanctus  Venerio, 
visa  et  audita  peticione  dicti  ser  Petri  sutoris,  et  consultatis  omnibus 
que  merito  superinde  consultari  debuerunt;  superque  eis  omnibus  habito 
consilio  diligenti,  cumque  ipsis  partibus  esset  terminus  stabilitus  pro  die 
et  hora  presentibus;  et  ipse  Franciscus  fuerit  in  curia  stridatus,  ut  moris 
est,  et  per  se  vel  alium  minime  comparuit,  primo  dato  sacramento  ipsi 
ser  Petro  sutori,  et  ipso  jurante  verum  esse  et  habere  deberi  ut  supra 
petit:  omnes  tres  concordes  per  sententiam  laudum  et  arbitrium,  per  justi- 
ciam  et  suum  officium  sententiando  possuerunt  in  debitum  dictum  ser 
Franciscum  Bronicardo  mesetam  eidem  ser  Petro  sutori  in  quantum  sunt 
predicti  ducati  septuagintasex  auri  occassione  premissa,  condenantes  ipsum 
ser  Franciscum  in  expensis  in  hac  causa  factis,  dantes  terminum  etc.  sub 
pena  carceris,  sua  absencia  in  aliquo  non  obstante. 
Am  Rand:  Non  publicata. 

Yen.  St.-A.  Giud.  d.  Pet.  Sent.  a  giust.  Busta  685  fasc.  16  f.  30'. 


51. 

1410,  Januar  8.    Bestrafung  deutscher  Wollarbeiter  wegen  AuCru! 
gegen  ihre  Meister  durch  den  Rath  der  Zehn. 

1409  (m.  V.)  die  8  Januarii.     Advocatores  comunis. 

Capta.  Quod  propter  adunantiam,  insultus  et  offensas  ac  vulne- 
rationes  factas  in  civitate  Venetiarum  in  novitate  facta  per  laboratores 
artis  lane  contra  magistros  texarios  per  Symonem  Scrunitorem,  Anechinum 
Claichen  Daxia  ^)  et  Petrum  de  Salistot  ^)  de  Alamanea  alta,  qui  fuerunt 
principaliores  adunatores  vulneratores  et  insultatores  in  dicto  facto,  pro- 
cedatur  per  ea  que  dicta  et  lecta  fuerunt  contra  eos  et  quemlibet  eorum 
trium,  ad  punitionem  ipsorum  et  terrorem  aliorum  ....  Später  ebenso  ver- 
urtheilt  Conradus  Fisser^),  Artmannus  de  Franckfort  de  Alamanea  alta,  Ge- 
rardus  de  Cologna  nepos  magistri  Juliani,  Cul  Daxia ^),  Erardus  sive  Ge- 
rardus  de  Vilacbo  sive  Frixach. 

Ven.  St.-A.  Cons.  10  Misti  9  f.  39'  u.  ff. 


52. 

1412  —  (Juli  20  und  31).  Straf erlass  für  einen  gen.  Deutschen  in 
Padua,  der  fälschlich  der  Hehlerei  an  einem  von  seinem  Verwand- 
ten verübten  Diebstahl  beschuldigt  worden. 

1412  indictione   quinta.     Cum,  sicut   exposuit  Baldus  Theotonicus, 
habitator  Padue,   ipse   ex  eo,   quia   quidam  Jacobus  Malcorpo,  cognatus 


II 


1)  =  d'Assia,  von  Hessen? 

2)  Seligenstadt  in  Hessen  V 

3)  Fischer? 


1412—1421.  319 

uxoris  ipsius  Baldi,  apportavit  in  domuin  suam  quadam  nocte  staria  duo 
fabe  et  certas  alias  res,  quas  ipse  Jacobus  furatus  fuerat,  per  potestatem 
nostrum  Padue  condemnatus  fuerit,  quod  deberet  frustari  ter  circum  circa 
palatium  Padue,  et  propter  suam  innocentiam,  quia  credebat  res  illas  esse 
dicti  Jacobi  cognati  uxoris  sue  et  non  quod  eas  furatus  fuisset,  suppliciter 
impetraverit  gratiam  nostram:  captum  fuit,  quod  dictus  Baldus  serviat 
duobus  mensibus  suis  expensis,  ubi  et  sicut  deliberabit  potestas  noster 
Padue,  et  a  dicta  condemnatione  libere  absolvatur.  Et  sie  consulit  po- 
testas noster  Padue  attenta  ejus  paupertate. 

20  Julii  capta  in  consilio  de  40,  ultimo  Julii  capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  20  f.  73. 

53. 

1415  —  (Juni  28  und  29).  Einem  gen.  deutsehen  Sehaehtelmacher 
(Drechsler?)  aus  Laibaeh  wird  der  Verkauf  seiner  Holzwaaren 
auf  der  Rialtobrüeke  nur  an  Feiertagen  erlaubt. 

1415  indictione  octava.  Intellecta  devota  supplicatione  Georgii  de 
Lubiana  busolarii,  fidelis  nostri  de  contrata  Sancti  Silvestri,  fiat  et  con- 
cedatur  eidem,  quod  de  diebus  festivis  tantum  possit  super  ponte  nostro 
Rivoalti  vendere  seu  vendi  facere  de  laboreriis  ligneis,  que  ipse  constituit 
in  sua  appotecha,  sicut  alii  magistri  de  arte  predicta  vendunt,  cum  offi- 
ciales  salis  et  Rivoalti  asserant  similes  gratias  aliis  factas  fuisse  et  quod 
usque  parvum  tempus  pons  ipse  ita  impedietur,  quod  vix  per  eum  po- 
terit  pertransiri. 

28  Junii  capta  in  40;  29  Junii  capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  20  f.  111', 

54. 

1421  —  (Dezember  17  und  22).  Straferlass  für  einen  gen.  deutsehen 
Juden,  der  verurtheilt  worden,  weil  er  einem  anderen  nach  dem 
Leben  gestellt. 

1421  indictione  15.  Cum,  sicut  nobis  exponi  fecit,  Rüben  quondam 
Ysach  de  Alemanea  Judeus  isto  mense  Junii  elapsi  inculpatus  fuerit  una 
cum  Vita  ^)  de-  Sicilia  Judeo ,  injuriatus  fuisse  cum  magistro  Andree  phi- 
sico ,  volens  offendere  dictum  magistrum  Andream  in  personam  eo  quia 
se  fecerat  Christianum  et  proinde  propter  placitare  advocatorum  nostri 
comunis  condemnatus  fuerit  in  consilio  de  40  ad  solvendum  libras  1500. , . . 
fiat  sibi  gratia  considerata  paupertate  sua,  quod  solvat  libras  800  se- 
cundum  consuetudinem  officii  advocatorum  comunis  et  a  residuo  condem- 
nationis  absolvatur. 

17  Decembris  capta  in  40;   22  Decembris  capta  in  majori  consilio. 


Yen.  St.-A.  Graz.  21  f.  57'. 


1)  Lob  ? 


I 


320  1422. 


55. 


n 


1422,  Mai  13.  Der  Rath  der  Zehn  genehmigt  das  Gesuch  der  Bäeker- 
meistep  Venedigs,  dass  die  drei  bisher  vorhandenen  Bruder- 
schaften zu  einer  einzigen  vereinigt  würden. 

Modo  de  redrizzar  ^)  la  scuola. 

1422  13  Mazo.     Presa  nel  consegio  di  dieci. 

Che  secondo  la  supplication,  portä  alla  nostra  signoria  per  parte 
di  tutti  i  pistori  della  nostra  cittade  de  Veniesia,  e  li  sia  concesso,  che 
dell'  arte  soa  de  la  pistoria,  della  quäle  i  dise,  che  l'e  al  presente  tre 
fraternitade  over  scuole,  zoe  una  di  essi  pistori,  una  de  soi  lavoranti 
Lombardi  et  una  de  lavoranti  Todeschi,  se  fazza  e  se  direga  in  una  sola 
scuola  over  fraternitade,  in  la  quäl  sia  et  esser  possa  i  pistori  e  lavora- 
dori  soi  de  zascaduna  condition  et  generation;  et  sia  revocade  et  anni- 
chilade  le  scuole  dei  ditti  lavoranti  fin  da  mö ;  siando  obligadi  il  gastaldo 
e  compagni  della  scuola  dei  ditti  pistori  i  quali  e  et  sarä  per  li  tempi 
de  ricevere  et  acceptar  in  la  ditta  scuola  tutti  quelli  lavorenti  dei  pistori, 
i  quali  vorrä  intrar  in  quella.   E  cosi  conseia  i  nostri  provededori  dalle  biave. 

Ven.  St,-A.  Mariegola  dei  Pistori  f.  12  u.  Mus.  Civ.  Corr.  f.  10'. 


I 


56. 

1422,  Juli  23.  Der  Rath  der  Zehn  gestattet  den  deutschen  Bäcker- 
gesellen ihre  lediglich  zu  religiösem  Zwecke  gestiftete  Bruder- 
schaft hei  S.  Filippo  e  Giacomo  beizubehalten  (cf.  Nr.  55  und  47). 

Parte  presa  in  conseio  de  10  de  far  una  fraterna  1422  a  23  Lugio. 

Cumciosia  che  per  la  information  che  avemo  habudi  per  la  suppli- 
cation porta  a  questo  conseio  [che]  sia  stä  preso  a  13  de  Mazo  novamente 
passado,  che  dei  pistori  e  lavorenti  soi,  si  Lombardi,  como  Todeschi,  debbia 
esser  ä  una  sola  fraterna  overo  scuola  in  Venesia;  e  per  questo  i  lavo- 
ranti Todeschi  dei  ditti  pistori  sia  comparsi  avanti  i  cavi  de  questo 
conseio,  lamentandosi  et  digando,  che  zä,  anni  20  over  circa  elli  ottenne 
da  questo  conseio,  che  i  podesse  correzer  et  ammovir  alguni  pravi  et 
maligni  dei  ditti  Todeschi  da  una  fraternitade  over  scuola  fatta  per  lor 
avanti  sotto  vocabolo  et  titolo  de  Santa  Maria  in  la  giesia  dei  beadi 
appostoli  Felippo  e  Giacomo,  in  la  quäl  elli  ha  1'  altar  proprio  della  ditta 
scuola,  et  ottenne  etiam  de  poder  privar  quei  Todeschi,  in  caso  che  elli 
non  volesse  esser  corretti;  et  elli  abbia  supplicado  et  supplichi  i  Todeschi 
della  ditta  scuola,  che  —  cumciosia  che  in  la  sua  matricola  non  se  faccia 
mention  alguna  de  1'  arte  della  pistoria,  ma  solamente  se  fä  mention  de 
cose,  che  spetta  all'  anime  soe  —  nui  se  degnemo  conciederli,  che  la  sua 
ditta  scuola  overo  fraternitade  romagna  et  sia  ferma,  como  la  §  stada 
fin  ä  mö  —  et  questo  solamente  per  le  elemosine  e  devotion  soe  —  et  i 
detti  cavi  abbia  vedudo  et  esaminada  la  matricola  della  detta  scuola,  in  la 
quäl  non  i  ha  trovado,  che  se  contegni  cos'  alguna,  che  aspetti  a  pistoria, 


1)  Wohl  =  indirizarre,  richten,  wenden. 


1422-1425.  321 

ma  solamente  a  salude  delle  anime,  per  la  quäl  cosa  elli  conseia,  che  la 
ditta  fratex'nitade  de'  i  Todeschi  romagna  ferma  cum  i  modi  e  condition 
soi  validi  et  usadi,  si  ampuö')  che  la  ditta  scuola  per  nissun  muodo  se 
impazzi  de  opera  de  pistoria  overo  che  aspetti  a  pistoria;  e  l'anderä 
parte,  che  sia  concesso  ai  ditti  Todeschi ,  famei  dei  pistori ,  como  conseia 
i  ditti  cavi.  Veramente  sia  tegnudi  e  debbia  i  ditti  Todeschi  esser  a 
commandamento  et  obbedientia  del  gastaldo  et  offitiali  della  scuola  dei 
pistori,  i  quali  sarä  per  i  tempi,  in  i  fatti  che  spetta  all'  arte  della  pi 
storia,  sotto  pena  de  soldi  cento  a  zascadun  che  contrafesse  et  ciasche 
duna  fiada;  et  similmente  sotto  pena  de  lire  cento  de  pizoli  per  zasca 
duno  de  lor  in  suo  beni  proprii  non  osi  far  notar  in  la  ditta  soa  matri 
cola  algun  capitolo  ne  far  algun  altra  cosa  che  spetti  all'  arte  della  pi 
storia.  Le  quäl  pene  debbia  scoder  i  nostri  provedadori  dalle  blave,  a 
i  quali  queste  et  le  altre  defferentie  dei  ditti  pistori  et  famei  soi  sia 
commesse  ad  aldir  et  eseguir  como  a  quelli  parerä;  habbiando  i  ditti 
provedadori  parte  delle  ditte  pene  como  delle  altre  del  so  offitio.  Ma  se 
i  ditti  Todeschi  vorrä,  intrare  in  la  scuola  over  fraternitade  de  i  suo 
maistri,  possa  questo  far,  et  i  ditti  soi  maistri  sia  tegnudi  quelli  acceptar, 
purche  i  sia  homeni  de  bona  condition,  como  fö  preso  e  contiense  in  la 
parte  predita  presa  adi  13  de  Mazo  passado. 

Ven.  St.-A.  Mar.  d.  Pist.  f.  12'  u.  Mus.  Civ.  Corr.  f.  10'. 


57. 

1425,  Febr.  21.  Der  Augsburger  Rath  an  Ulrich  Artzt  und  Hans  Her- 
wart in  Venedig:  sie  mögen  sieh  für  die  Freilassung  eines  dort 
eingekerkerten  gen.  Augsburger  Bäckergesellen  verwenden. 

Ulrich  Arzat.    Hansen  Herworten. 

Den  ersamen  bussunder  lieben  Ulrichen  Arzat,  unßm  paumeister,  und 
Hansen  Herworten,  auch  unßm  mitburger  von  Augspurg,  ratgeben  der 
stat  zu  Augspurg  unser  freuntschaft  und  alles  gut  zuvor.  Ersamen  lieben 
getreuen.  Uns  band  wissen  getan  etlich  unser  lieb  mitburger,  wie  das 
ain  ir  freund  genannt  Claus  Walther,  ein  peckenkneht,  gevangen  sei  als 
in  der  prysan^)  ze  Venedy.  Hierumbe  von  betwegen  der  unßn  so  begern 
wir  von  euer  freuntschaft  und  bitten  eu,  des  ir  wollend  erfarn,  in  wel- 
licher  maß  oder  wie  desselben  Glasen  Walthers  vancknuß  gestallt  oder  an 
ir  selbst  sei,  also  ob  darumbe  zimlichen  seie  ze  bitten;  das  ir  denne  die 
herschafft  daselbst  oder  wa  des  notdurft  sei  bitten  wollend  von  unßr 
dienste  wegen,  demselben  Glasen  Walther  als  darinne  gnade  zu  beweisen, 
domit  er  unser  geniesse  oder  ledig  werden  möhte  der  gevanknfiß.  Wa 
wir  das  umb  die  herschaft  und  die  iren  beschulden  unde  verdienen  mögen, 
wollen  wir  auch  willig  sein,  wa  sich  das  gebüret. 

Geben  an  Mittwochen  vor  dem  Weißen  Suntag. 


1)  =  ampö  •=  ancora;  cf.  Boerio. 

2)  -  prigione,  Gefängniss. 


Augsb.  St.-A.  Brfb.  2  f.  221'. 


21 


322  1432--1442. 


58. 


n 


1432  —  (August  30  und  31).  Gewährung  des  venetianisehen  Bürger- 
reehts  an  einen  gen.  Wiener. 

1432  indictione  decima.  Intellecta  devota  supplicatione  Henrici 
Odorici  de  Viena,  qui,  sicut  exposuit,  jam  annis  viginti  stetit  et  habitavit 
in  hac  civitate  nostra  Venetiarum  in  domo  notabilium  civium  et  nobilium 
nostrorum  et  aliquando  in  domo  sua  propria,  auditaque  responsione  vi- 
rorum  nobilium  provisorum  nostri  comunis  fiat  eidem  gratia,  quod  sit 
civis  de  intus  tan  tum  civitatis  nostre  Venetiarum,  faciendo  de  libris  200 
de  imprestitis,  sicut  consulunt  provisores  predicti. 

30  Augusti  capta  in  40. 

31  Augusti  capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  22  f.  34. 

59. 
1439  —  (April  18  und  Mai  10).    Desgleichen  (wie  Nr.  58). 

1439  indictione  2.  Intellecta  devota  supplicatione  prudentis  viri 
Henrici  Bemp  0  Nicolai  de  civitate  Hebem  ^)  partium  Alemanee,  qui  jam 
annis  quindecim  et  ultra  babitavit  Venetiis  et  est  dispositus  hie  vivere 
et  mori,  fiat  gratia,  quod  sit  civis  de  intus  tantum,  sicut  bumiliter  sup- 
plicavit,  et  sie  consulunt  provisores  comunis. 

18  Aprilis  capta  in  40. 

10  Maji  capta  in  majori  consilio. 

Yen.  St.-A.  Graz.  23—24.  f.  231. 

60. 

1442,  Oetober  5.  Der  Nürnberger  Rath  an  den  Podestä  von  Padua: 
der  Kaufmann  Hermann  Sehlüsselfelder,  gegen  den  die  Frau  eines 
deutsehen  Gastwirthes  ;in  Padua  einen  Proeess  angestrengt,  sei 
augenblicklich  nicht  in  Nürnberg  anwesend. 

Magnifico  ac  generoso  domino  Vittori,  potestati  Padue. 

Magnifice  ac  generöse  domine,  potestas  benedigne.  Obsequiosa  com- 
placendi  voluntate  premissa.  Sicuti  nobis  ob  causam  Margarethe  uxoris 
Steffani  de  Colonia,  bospitis  ad  varot(as?)  in  Padua  ^),  et  Armanni  cujusdam 
mercatoris,  qui,  nt  asseritur,  legitimus  quondam  Elisabeth,  dicte  Marga- 
reth  amite,  fuisse  dicitur  ^),  etiam  nobiscum  commorantis,  vestra  scripsit 
et  rogavit  magnificencia ,  literas  itaque  ejusdem  magnificencie  vestre  ho- 
norifice  recepimus  saneque  intelleximus  ac  nostram  propterea  dilegentem 
fecimus  inquisicionem.  Et  percunttati,  quod  quidem  dictus  Hermanus 
Slusselfelder  noster  concivis,  qui  dictam  Elisabeth  in  uxorem  habuit  legi- 
timam   et   quem   eciam   predicta   causa   fertur  concernere  ^) ,   verum  quia 


I 


1)  undeutlich. 

2)  Derselbe  wird  in  den  .Grazie'  vol.  2.5  f.  llo'  zum  Jahre  1444  erwähnt  als  ,pauperimus 
subditus  noster  Stefanus  de  Colonia,  olim  hospes  ad  varotas  in  Padua'  (varotas  hängt  wohl 
zusammen  mit  varo,  graues  Eichhörnchen). 

^  Es  fehlt  wohl  maritus. 
*)  Lücke. 


1442-1447.  323 

idem  Hermannus  propter  certa  sua  negocia  absens  est  ad  presens,  unde 
postquam  idem  redierit,  volumus  ab  ipso  de  causa  predicta  ulteriorem 
facere  inquisicionem,  et  secundum  quod  causam  in  eo  inveniemus,  magni- 
ficencie  vestre  requisiti  significare  curabimus. 

Dat.  feria  sexta  post  Francisci  anno  etc.  42.  Proconsules  et  con- 
sules  etc. 

Nümb.  Kr.-A.  Brfb.  15  f.  320'. 

61. 

1444  —  (Februar  8  und  September  21).  Einem  gen.  Geistliehen  von 
Treviso  wird  erlaubt,  den  letzten  Willen  eines  im  Jahre  1427 
verstorbenen  gen.  Deutsehen  nachträglich  ratifieiren  zu  lassen. 

1444  indictione  8.  Attenta  devota  supplicatione  presbiteri  Alexandri 
^e  Tervisio,  beneficiati  ecclesie  sancti  Mauri  de  Koveredo  districtus  Ter- 
visii,  per  quam  nobis  exposuit,  de  1427  in  villa  de  Kippaprandecini  ^) 
quendam  Fredei*icum  Theutbonicum  in  ejus  morte  suo  ultimo  testamento 
in  presentia  multorum  testium  dixisse  et  mentem  suam  declarasse  et 
testando  legasse  uxori  ejus  duas  equas  et  unam  caretam  et  certa  alia  sua 
bona  mobilia  et  in  aliis  suis  bonis  mobilibus  et  immobilibus  suum  be- 
redem  instituisse  Matheum  ejus  filium  etatis  annorum  trium  vel  circa, 
hac  conditione  quod  dicto  Matbeo  moriente  in  pupillari  etate  vel  quando- 
cunque  sine  filiis  dicta  bona  pervenire  deberent  in  dictam  ejus  uxorem 
ipsa  viduante  in  casta  mente,  et  post  ejus  mortem  dicta  bona  sive  una 
possessio  de  Rippaprandencini  pervenire  deberent  ad  ipsam  ecclesiam. 
Qae  quidem  ultima  voluntas  numquam  fuit  per  notarium  publicata  nee 
redacta  in  publicam  formam,  propter  quod,  cum  lapsus  sit  terminus, 
supplicavei-it  sibi  subveniri;  et  audita  superinde  responsione  viri  nobilis 
Victoris  Barbaro,  olim  potestatis  et  capitanei  Tervisii;  fiat  eidem  pres- 
bitero  Alexandro  gratia,  quod  dictum  testamentum  sive  dicta  voluntas  non 
obstante  lapsu  temporis  possit  relevari  in  publicam  formam  aliquibus  in 
contrarium  non  obstantibus,  ut  jus  suum  consequi  valeat,  sicut  humiliter 
supplicavit;  et  sie  consuluit  idem  potestas  et  capitaneus  Tervisii. 

Die  8  Februarii  capta  in  40. 

21  Septembris  capta  in  majori  consilio. 

Ven.  St.-A.  Graz.  25  f.  126, 

62. 

1447,  Juni  7.  Der  Rath  der  Zehn  genehmigt  das  Gesuch  der  italie- 
nischen Barchentweber  um  Errichtung  einer  eigenen  Genossenschaft, 
nachdem  sie  von  den  Deutschen  sich  getrennt. 

1447,  7  Junii.  Ser  Franciscus  Georgio,  ser  Jobannes  Maripiero: 
■capita. 

Cum  fustanearii  Italici,  qui  se  congregabant  cum  Tbeotonicis,  se 
diviserint  ab  illis  propter  disparitatem  morum  et  impetraverint  a  collegio 
dominorum  provisorum  comunis  et  justiciariorum  veterum  capitula  sua 
separata,    sed   ipsi   non  possint  se  congregare  sine  licentia  hujus  consilii: 


1)  Wohl  das  bei  Raffelsberger ,  Lexikon  aller  Österreich.  Staaten  (Wien  1847)  Bd.  IV 
S.  2038  aufgeführte  Cziva  del  Prandesin  im  Distrikt  Treviso. 


324  1447-1467. 


n 


vadit  pars    quod   dictis   fustaneariis  Italicis   concedatur,    quod   possint  se- 
redncere  de  per  se,   sicut  poterant,    quando  erant  uniti  cum  Theotonicis,- 
et  facere  snam  congregationem  cum  ordinibus  et  capitulis,  que  sibi  data 
sunt  a  provisoribus  et  justiciariis  veteribus. 
De  parte  13,  de  non  0,  non  sine.  0. 

Yen.  St.-A.  Cons.  10  Misti  13  f.  73. 

63. 

1455,  Februar  28.  Zeugenaussage  eines  deutsehen  Bäckers  in  einem 
Proeess  zwischen  einem  Deutschen  und  einem  Diener  der  Avvo- 
gadori  di  Comun. 

1454  (m.  V.)  die  28  Februarii.  Ser  Johannes  Gomborus,  Theotonicus 
pistor  de  contrata  Sancti  Johannis  Grisostomi,  testis  productus  et  exami- 
natus  ad  instantiam  ser  Andree  Bernardi  Theotonici,  sie  testificando  dixit: 
Quod  de  die  preeise  non  reeordatur,  sed  fuit  de  mense  Januarii  preteriti 
1454  quod  ipse  testis  ivit  una  cum  ser  Andrea  Bernardi  Theotonico  ad 
officium  dominorum  advocatorum,  et  ibi  invenerunt  ser  Franciscum  fa- 
mulum  dictorum  dominorum  advocatorum  et  ipse  testis  dixit  prefato  ser 
Francisco  multa  et  multa  inter  cetera,  quod  velet  dare  aliquid  pro  docte 
cujusdam  filie  ejus  doctive,  quam  acceperat  dictus  Andreas  in  uxorem. 
ipso  ser  Francisco  nesciente  .  .  . 

Yen.  St.-A.  Giud.  d.  Pet.  Estraord.  Nod.  Nr.  22  f.  9. 


64. 

1467,  Juni  8.  Der  Nürnberger  Rath  verwendet  sich  bei  der  venetia- 
nischen  Regierung  für  einen  gen.  Juden  aus  Nürnberg  behufs 
Erlangung  des  Heirathsgutes  von  dessen  Frau  (aus  ihrer  ersten  Ehe). 

Illustrissimo  principi  et  domino,  domino  Cristoforo  Moro,  duci  Vene- 
ciarum, domino  nostro  gracioso,  spectabilibusque  magnificis  ac  prepoten- 
tibus  ejus  consiliariis,  dominis  nostris,  observandissime  venerandis. 

Illustrissime  princeps  et  domine,  domine  graciose,  spectabilesque 
magnifici  et  prepotentes  domini  majores  nostri  precipui  humili  recommen- 
dacione  premissa  cum  promptissima  obsequendi  vo^untate.  Noveritis  quod 
pridem  coram  nobis  constitutus  Eabbi  Veifs  ^)  Hebreus,  nostre  Nurem- 
bergensis  civitatis  inquilinus,  exposuit,  quod  Eacbil  Hebrea  in  presen- 
ciarum  sua  conthoralis,  quondam  Rabbi  Jacob  Hebrei  dicti  ^)  Reinschs 
Kebrei,  in  Krembsir  civitate  marchionatus  Moravie  domicilium  foventis,. 
generi  (?)  ^)  dum  in  humanis  egebat  conjunx,  nonnullam  peccuniarum 
summam,  videlicet  ducatos  centum,  ad  eam  ex  donacione  propter  nupcias 
sibi  per  jam  fatum  quondam  Rabi  Jacob  primum  ejus  maritum  facta  et 
elargita  pleno  jure  spectantem  et  pertinentem ,  apud  Rabi  Haym  Rappe 
Hebreum  in  Maysters  vestris  principatui  et  dominio  subjectis  sub  fidei- 
commissio  seu  manu  fideli  ad  octo  annorum  curriculum  ultra  depositos 
habuerit  unacum  lucro  et  commodo  exinde  reportato  et  acquisito,   prout 


1)  Wie  mir  Herr  Dr.  M.  Grünbaum  hier  mittheilt,  =  Yeibsch  (was  selbst  =  Phöbus); 
cf.  Wolf.  Joh.  Chr.,  Bibliotheca  Hebraea  (1715)  I,  33;  Zunz,  Gesammelte  Schriften  (1876)  II,  34. 
Haym  später  =  Hayum. 

2)  Undeutlich. 


1467-1483.  325 

habeat  de  presenti :  nos  humiliter  precibus  exortando,  ut  nostras  ad  dictam 
peccuniam  adipiscendam  et  extorquendam  ad  vestras  graciam  et  magni- 
ficentiam  pi'omotoriales  daremus  epistolas.  Unde  precibus  ejusdem  Hebrei 
incole  nostri  acquiescere  spopondimus.  Quare  vestram  illustrissimam  spec- 
tabilemque  magnificenciam  supplici  precamur  oramine,  huic  rei  apud 
memoratum  Rabi  Haym  Rappe  Hebreum  in  Maysters  percunctantem  (?)  ^), 
vestro  imperio  subjectum,  operam  dare  efficacem  adjutricisque  manus  suf- 
fragium,  ut  prefata  Rachil  Hebrea  dictam  peccuniarum  ducatorum  centum 
summam  consequi  valeat  ipsam  inbursando  et  in  usus  suos  convertendo, 
prout  magnificenciam  vestram  in  hiis  et  ceteris  quibusvis  justitie  zela- 
tores  agnoscimus  esse  precipuum ;  per  hec  etiam  nos  ad  vestra  obligabitis 
vota  procul  dubio  reciproce  promerenda. 

Dat.  octava  mensis  Junii  anno  domini  1467. 

Proconsules  et  consules  imperialis  civitatis  Nur(imbergensis). 

Nümb.  Kr.-A.  Brfb.  32  f.  132. 
65. 

1477,  Mai  4.  Der  Senat  verfügt,  dass  die  von  Kaiser  Friedrich  für 
die  Braut  seines  Sohnes  Maximilian  (Maria  von  Bupgund)  in 
Venedig  anzukaufenden  Seidenstoffe  keinen  Zoll  zu  zahlen  haben« 

1477  die  quarto  Maji.     Consiliarii. 

Cum  Serenissimus  dominus  imperator  missurus  sit  Maximianum  (sie) 
filium  suum  imperatorium  ad  desponsandum  novam  nuptam  suam,  filiam 
condam  illustrissimi  domini  ducis  Burgundie,  et  pro  honoranda  hujus- 
modi  profectione  sua  providerit,  ut  in  hac  civitate  emantur  infrascripti  ^) 
pani  sericei,  veluti  et  cendadi,  sitque  omni  respectu  complacendum  im- 
peratorie  majestati  et  filio  ejus:  vadit  pars,  quod  dicte  res,  qua  solvunt 
tantum  unum  pro  100  de  misetaria  et  totidem  pro  exitu,  possint  extrahi 
hinc  et  conduci  per  omnem  ditionem  nostram  libere  et  sine  ulla  solu- 
tione  dacii. 

De  parte  132,  de  non  2,  non  sine.  1. 

Yen.  St.-A.  Sen.  TeiTa  7  f.  16T. 

66. 

1483,  Oetober  10.  Neuer  Vertrag  zwischen  dem  Kloster  S.  Stefano 
und  den  deutschen  Schuhmachern  in  Venedig  wegen  Ueberlassung 
einer  Gruft,  eines  Altars  u.  s.  w.  (cf.  Nr.  42). 

In  Christi  nomine  amen.  Anno  nativitatis  ejusdem  millesimo  qua- 
dringentesimo  octuagesimo  tertio  indictione  prima  die  decimo  mensis  Oc- 
tobris  Venetiis  in  contrata  Sancti  Angeli  in  sacrario  ecclesie  sancti  Ste- 
phani,  ubi  infrascripta  omnia  et  singula  in  presenti  instrumento  contenta 
acta  sunt  presentibus  venerabile  domino  presbytero  Nicoiao  quondam  ser 
Joliannis  Veneti,  habitantis  in  contrata  Sancti  Moysi,  et  magistro  Marco 
fabro  lignario  quondam  ser  Johannis  de  contrata  Sancti  Proculi  et  Mel- 
■chiore  del  Zante  quondam  ser  Lodovici  fabri  lignarii  in  confinio  Sancte 
Marine,  testibus   idoneis  rogatis   et  ad  infrascripta  specialiter  convocatis. 


1)  Man  erwartet  einen  Ausdruck  für  „verweilen" 

2)  Die  aber  leider  nicht  aufgezählt  werden. 


326 


1483. 


Cum  ipsi  summo  et  optimo  deo  nihil  gratius  sit  generique  hominum 
JTicundius ,  quam  ipsum  toto  et  animi  et  corporis  habitu  deum  excollere 
et  proximum  ut  se  ipsum  amare  et  unanimis  omnibus  in  rebus  bonestis 
mortales  omnes  deo  placentes  se  devovere  muthuis  ultro  citroque  bene- 
fitiis  super are  contendentes :  iccirco  venerandi  in  Christo  patres  magister 
Paulus  Venetus,  sacre  theologie  professor  monasterii  et  ordinis  Heremi- 
tanorum,  sancti  Augustini  capituli  et  conventus  sancti  Stephani  Vene- 
tiarum  prior,  et  magister  Jacobus  Nanus  Venetus  sacre  theologie  pro- 
fessor, et  magister  Ambroxius  Laudensis  sacre  theologie  profe&sor,  et 
magister  Stephanus  Venetus  sacre  theologie  professor,  et  magister  Pas- 
qualis  Venetus  sacre  theologie  professor,  et  magister  Secundus  Contarenus 
Venetus  sacre  theologie  professor,  frater  Alexander  Papiensis  bachalarius, 
frater  Augustinus  Perusinus  bachalarius,  frater  Sabba  Venetus  lector, 
frater  Leonardus  de  Humelia,  frater  Maurus  Venetus  biblicus,  frater  Jo- 
hannes Teutonic.us  lector,  frater  Franciscus  Venetus,  frater  Bartholomeus 
Venetus,  frater  Jacobus  de  Feraria,  frater  Johannes  de  Sancto  Flore  ^),  frater 
Bartholomeus  Papiensis,  frater  Johannes  Mediolanensis,  frater  Hieronymus 
de  Carmignola,  frater  Franciscus  Venetus,  frater  Perutius  Mediolanensis, 
frater  Petrus  Venetus,  frater  Egidius  Venetus,  frater  Hieronymus  Venetus, 
frater  Nicolaus  Venetus,  frater  Laurentius  Venetus  et  frater  Johannes 
Teutonicus,  ceterique  omnes  ejusdem  ordinis  capituli  et  conventus  fratres 
omnibus  viritim  et  nominatim  ter  jam  pulsata  campanella,  ut  moris  est 
convocandi  dicti  capituli,  nominatis  et  convocatis  de  voluntate  et  con- 
sensu  magnifici  et  generosi  viri  domini  Michaelis  de  Lege,  nobilis  patricii 
Veneti,  dicti  capituli  et  conventus  procuratoris,  ut  ipsi  fratres  asseruerunt, 
ex  una  parte  et  presertim  dicti  capituli  et  conventus  sancti  Stephani  vice 
et  nomine  —  ex  alia  vero  parte,  idest  nomine  et  vice  cerdonum  Alemani- 
corum  societatis  et  congregationis  Annunciate  Verginis  Marie,  nobilis  et 
egregius  vir  sapiens  dominus  Cosmus  Boyemus  (?)  -),  Brixianus  artium  doctor 
ac  studiorum  humanitatis  professor  quondam  utriusque  medicine  doctoris 
excellentissimi  domini  Johannis  de  contrata  Sancti  Jeminiani  Veneti,  dicte 
societatis  procurator  et  syndicus,  et  magister  Johannes  Franchus  de  Nurim- 
bergo  Alemanicus  de  contrata  Sancti  Moysi  et  magister  Franciscus  Roner 
de  Albrun  ^),  Alemanicus  de  contrata  Sanctorum  Apostolorum ,  substitu- 
tus  a  magistro  Johanne  Petri  Felchircho'*)  Alemanico  de  contrata  Sancti 
Angeli  in  aliis  occupato  ut  dieitur,  et  magister  Stencel  de  Russia  de 
Sambur  ^),  Alemanicus  de  contrata  Sancti  Martini,  et  magister  Johannes  de 
Vaizamburgo")  Alemanicus  de  contrata  Sancti  Cassiani,  et  magister  Jacobus 
Fogaizlingen  Alemanicus  de  contrata  Sancti  Panthaleonis ,  substitutus  a 
magistro  [a]  Johanne  Herembertho  nunc  absente  de  contrata  Sancti  Marie 
Formose ,  omnes  ut  asseruerunt  a  me  infrascripto  notario  (instrumento  ') 
constare  lectum  est  manu  ser  Paxini  de  Gentarolis  notarii  die  et  mille- 
simo  in  eo  contentis)  ellecti  de  societate  et  congregatione  predicta  Annun- 
ciate Verginis  Mai-ie  pro  se  ac  vice  et  nomine  sociorum  et  presentium  et 
futurorum  et  quarumcumque  personarum  dicte  sue  societatis  et  congre- 
gationis stipulantes  et  recipientes  post  longam  multorum  annorum  inter 


1)  Welches  der  zahlreichen  S.  Fior  in  Italien  gemeint  ist,  lässt  sich  nicht  sagen. 

2)  a.  Böhmen  ? 

3)  Wohl  Heilbronn. 
i)  Feldkirch. 

5)  Sambor  in  Oesterreichisch-Galizien, 

6)  Weissenburg. 

''}  Fehlt  ut  vcr  instrum. 


s^y 


1483.  W^ 


X 


dictas  partes  controversiam,  pi-opterea  quod  magister  Jacobus  Mantuanus, 
frater  dicti  capituli  et  conventus,  ante  altare  sociorum  dicte  societatis 
sepulturam  magistri  Augustini  Cremensis  medici,  que  ut  dicitur  fuit  inter 
dictas  partes  causa  totius  discordie  et  dissidii,  fieri  mandaverat  contra 
eorumdem  sociorum  voluntatem  et  contra  instrumentum  inter  dictas  partes 
rogatum  anno  domini  1383  indictione  sexta  die  25*»  mensis  Novembris 
manu  Odorici  de  Robobellis  notarii  scriptum  et  a  me  infrascripto  notario 
visum  et  lectum ;  quod  etiam  dictum  instrumentum  viciatum  et  violatum 
videbatur,  quod  in  loco  sexdecim  librarum  delenita  ea  dictione  sexdecim 
erant  suprapositi  caractelles  ^)  aricbmetici  videlicet  24  contra  foi-mam 
instrumentorum  in  grave  damnum  dictae  societatis.  Cui  quidem  societati 
excelsum  consilium  10  Venetiarum  concesserat  dictam  societatem  cohire 
posse  jam  anno  domini  1383  die  15  mensis  Julii  capta  parte  -)  in 
eodem  consilio  10  et  progressa  et  a  me  infrascripto  notario  visa  et  lecta, 
ut  dicta  societas  tale  instrumentum  conficere  et  rogare  posset:  tandem 
cohortationibus  opera  cura  studio  et  singulari  ac  maxima  diligentia 
suprascripti  domini  Cosmi,  pacem  et  concordium  ac  transactionem  inter 
dictas  partes  procurantis,  ultro  citroque  dicte  partes  unanimes  facte  ac 
sibi  invicem  veniani  petentes  in  hanc  unam  sententiam  concordium 
pactum  et  transactionem,  omni  odio  dolore  malo  remotis,  omnes  devenere, 
videlicet:  quod  fratres  dicti  capituli  et  conventus  nomine  proprio  ac  suc- 
cessorum  suorura  agentes  dant,  tradunt  et  concedunt  sociis  dicte  societatis 
Annunciatae  pro  se  ac  successoribus  suis  stipulantibus  et  recipientibus : 
primum  ipsam  jam  ab  dicta  societate  fabricatam  capellam  cum  suo  et 
consueto  jam  centum  annis  elapsis  altari  Annunciatae  Virginis  Mariae  cum 
spatio  et  fundo  soli  circumcirca  latitudinis  tredecim  pedum,  quantum 
tenent  columne  ipsius  capelle,  longitudinis  vero  a  pariete  qui  est  post 
ipsum  altare  usque  ad  gradum  magnarum  columnarum  ecclesie  sancti 
Stephani ,  que  quidem  longitudo  est  vigintitrium  pedum  jam  facta  men- 
sura  coram  me  notario  infrascripto.  Qui  quidem  fundus  soli  deinceps  sit 
et  esse  debeat  liber  et  expeditus  ipsius  societatis  et  congregationis  Annun- 
ciate  predicte,  in  quo  presides  dicte  societatis  sepelire  possint  mandare 
quoscumque  voluerint  tamquam  in  suo  proprio  et  sociorum  suorum  et 
personar.um  quarumcumque  dicte  societatis  cimiterio,  ita  ut  nee  ipsi  fratres 
dicti  capituli  et  conventus  nee  alii  eorum  nomine  amplius  ipsum  impe- 
dire  aut  alio  quovis  modo  vel  via  perturbare  ^). 

Item  dicti  fratres  nomine  quo  supra  dant  tradunt  et  concedunt  sociis 
dicte  societatis  nomine  quo  supra  stipulantes  et  recipientes  tantum  terre 
et  fundi  soli  ab  utraque  dicti  altaris  parte  quantum  occupant  et  capiunt 
duo  sedilia  seu  banchalia,  jam  usui  dicte  societatis  dicata,  extra  capellam 
dicti  altaris  apud  parietem,  qui  est  post  ipsum  altare;  in  quibus  sedilibus 
possint  gubernari  et  reservari  cerei  et  candelle  et  reliqua,  que  sunt  usui 
dicti  altaris,  et  super  quibus  ab  utraque  parte  dicti  altaris  extra  capellam 
sedere  possint  sacerdotes,  quando  in  cantu  alte  misse  celebrantur. 

Item  dicti  fratres  nomine  quo  supra  sociis  dicte  societatis  dicto 
nomine  stipulantes  et  recipientes  dant  tradunt  et  concedunt  ipsam  sepul- 
turam, que  fuit  causa  totius  desidii  inter  dictas  partes  in  ipso  supra- 
scripto  fundo  ante  altare  invitis  sotiis   dicte   societatis   fundatam,   ita  ut 


1)  statt  carratteri,  Schriftzeichen ;  cf.  oben  S.  313  n.  7, 

2)  Hdschi-.  partem. 

3)  Fehlt  possint. 


328  1483. 


m 


ea.  deinceps  sepultura  sit  et  esse  debeat  sociorum  dicte  societatis  libera 
et  expedita,  in  qua  quoscumque  voluerint  deinceps  sepeliri  ipsi  presides 
dicte  societatis  mandare  possint. 

Item  ipsi  fratres  nomine  quo  supra  sotiis  dicte  societatis  dicto  no- 
mine stipulantes  et  recipientes  dant  tradunt  et  concedunt  archam  seu 
monumentum  quod  jam  centum  annis  elapsis,  ut  suprascripto  instrumento 
Odorici  ^)  de  Robobellis  manu  scripto  patet,  constructum  et  edificatum  est 
inter  duas  portas  ipsius  monasterii  sancti  Stephani,  in  quo  possint  et  va- 
leant  tamquam  in  proprio  monumento  ipsius  dicte  societatis  poni  et  sepe- 
liri omnia  et  singula  corpora  mortuorum  omnium  sociorum  et  personarum 
dicte  societatis  Annunciatae  Virginis  Mariae,  quemadmodum  consueverunt 
a  principio  quo  dicta  archa  seu  monumentum  constructum  est  ab  sociis 
dicte  societatis  in  hoc  usque  presens  tempus. 

Item  ipsi  fratres  dicto  nomine  ipsis  sotiis  dicte  societatis  dicto  no- 
mine stipulantibus  et  recipientibus  dant  tradunt  et  concedunt,  ut  dicti 
sotii,  quando  ex  liac  vita  in  domino  migrare  contingerit,  in  cimiterio  sacro 
ecclesiae  dicti  capituli  et  conventus  sepelliri  possint,  cum  hoc  quod  ipsi 
fratres  cum  honesto  eorundem  fratrum  numero  ire  et  procedere  teneantur 
ad  omnes  dicte  societatis  mortuos  sepelliendos,  comitando  eos  ad  sepul- 
turam  ecclesiasticam  et  psalmos  ac  mortuorum  officium  pro  tradictione 
christiana  cantando,  ut  bonorum  est  mos  sacerdotum,  eosdemque  mor- 
tuos in  dicto  suo  cimiterio  sancto  sepelire  teneantur  et  debeant.  Et  si 
quis  ex  dicta  societate  sepeliri  voluerit  in  monumentis  dictae  societatis, 
eodem  modo  pro  traditione  christiana  fratres  dicti  eosdem  dicte  societatis 
socios  et  quascumque  alias  personas  ex  dicta  societate  sepelire  teneantur 
Omnibus  suis  ipsorum  fratrum  impensis  tam  fodiendarum  fossarum  ip- 
sorum  mortuorum  in  dicto  suo  cimiterio  sancto  quam  etiam  aperiendarum 
sepulturarum  seu  monumentorum  lapideorum  dicte  societatis  et  congre- 
gationis  tam  in  ecclesia  ante  supradictum  suum  altare  quam  in  archa  seu 
sepultura  et  monumento  supradicto  ipsius  societatis,  quod  est  inter  duas 
portas  conventus  et  monasterii  dictorum  fratrum  sancti  Stephani;  cum 
hoc  quod,  si  lapides  supradictorum  monumentorum  frangerentur  aperiendo 
et  claudendo,  ipsi  fratres  omnibus  suis  impensis  eosdem  lapides  reficere 
et  instaurare  teneantur. 

Item  quod  dicti  fratres  proprio  ac  successorum  suorum  nomine  ac 
vice  agentes  teneantur  et  debeant  a  presenti  tempore  usque  in  perpetuum 
singulis  diebus  Lune  celebrare  missam  unam,  scilicet  primam  legendo 
tantum,  non  in  cantu,  ita  ut  sint  per  totum  annum  quinquaginta  et  due 
misse  celebrate  nominatim  et  expresse  pro  animabus  defunctorum  et  vi- 
ventium  salute  sociorum  dicte  societatis  et  congregationis ;  et  preter  has 
quinquaginta  duas  predictas  missas  etiam  teneantur  et  debeant  ipsi  fratres 
celebrare  octo  alias  missas  in  cantu  et  altas  ut  dicitur,  hoc  modo  vide- 
licet:  unam  in  die  nativitatis  virginis  Marie,  aliam  in  die  solemnitatis 
annunciationis,  aliam  in  die  solemnitatis  purificationis,  aliam  in  die  solem- 
nitatis ascensionis  ejusdem  virginis  Mariae,  aliam  vero  die  solemnitatis 
visitationis  Helisabeth,  aliam  in  die  commemorationis  omnium  mortuo- 
rum, aliam  prima  dominica  post  festum  sancti  Nicolai  et  ultimam  istarum 
octo  prima  die  Lune  post  festum  sancti  Jacobi  de  mense  Julii  pro  ani- 
versario  omnium  sociorum  predicte  societatis,  ita  ut  in  summa  sint  pre- 
dicte  messe  celebrate  tam  legendo  quam  in  cantu  sexaginta;  cum  hoc  quod 


1)  Hdschr.  dorici. 


1483.  329 

sacerdos,  qui  celebrabit  singulis  diebus  Lune,  peracta  jam  missa  cum  suo 
clerico  teneatur  et  debet  revolutus  ad  monumentum,  quod  est  ante  altare 
noviter  concessum,  seu  progressus  ad  anticum  monumentum  dicte  socie- 
tatis'inter  duas  portas  ut  supra  situm  dicere  officium  mortuorum,  scilicet 
de  profundis  cum  reliquis  orationibus  pro  mortuis  et  aspergere  dictum 
sepulci'um  cum  aqua  sancta  ut  moris  est;  cum  hoc  tamen  quod,  si  con- 
tingeret  quod  una  supradictarum  octo  missarum,  qua  in  cantu  ut  dicitur 
celebrande  sunt,  sie  exigentibus  temporibus  in  die  Lune*),  tunc  et  in  eo  casu 
dicti  fratres  die  sequenti  immediate  illam  que  die  Lune  celebranda  erat 
missam  celebrare  teneantur  et  debeant  —  ita  ut  in  summa  supradicte  misse 
sint  et  esse  debeant  sexaginta  numero,  celebrate  in  perpetuum  singulis  annis. 

Item  quod  fratres  dicti  capituli  et  conventus  proprio  ac  successorum 
suorum  nomine  agentes  teneantur  et  debeant  sequenti  die  Lune,  quo  con- 
tigerit  aliquem  vel  aliquam  ex  sociis  dicte  societatis  et  congregationis  ex 
hac  vita  discedere  vel  quando  placuerit  gastaldo  dicte  societatis,  celebrare 
in  cantu  unam  aliam  missam  et  officium  mortuorum  pro  salute  anime 
illius  sotii  et  persone  deffunctae  dicte  societatis  et  congregationis.  Et 
hoc  preter  supradictas  sexaginta  missas,  quotienscumque  contigerit  ali- 
quam personam  dicte  societatis  ex  hac  vita  discedere. 

Pro  quibus  Omnibus  sicut  supra  attendendis  observandis  et  adimplen- 
dis  ab  dictis  dicto  nomine  fratribus  suprascriptus  dominus  Cosmus,  pacis  con- 
cordii  ac  transactionis  hujus  inter  dictas  partes  auctor  studiosissimus,  intelli- 
gens  a  fratribus  dicti  conventus,  quod,  dum  viveret  magister  Augustinus 
Cremensis  medicus,  in  extremis  vite  sue  periculo  devotione  motus  mandaverit 
decem  ducatos  dari  magistro  Jacobo  Mantuano  ejusdem  ordinis  fratri  tunc 
confessori  suo,  ut  in  ecclesia  sancti  Stephani  sepeliretur,  et  nolens  dictum 
capitulum  seu  fratrum  sancti  Stephani  conventum  ullo  fabi'icande  et  con- 
struende  alterius  sepulture  damno  affici  et  etiam  volens  magistrum  Augusti- 
num  olim  familiärem  suum  benemei'itum  devotionis  sue  compotem  reddere, 
ut  etiam  adimpleret  quod  sue  societati  et  congregationi  Anunciate  Verginis 
Marie  impetraverat  ab  reverendissimo  in  Christo  domino  domino  Johanne 
de  Aragonia,  miseratione  divin a  tituli  sancti  Adriani  sacro  sancte  Romane 
ecclesie  presbitero  cardinali  ad  quecumque  loca  divertebat  apostolice  sedis 
de  latere  legato  —  ut  privilegio  anno  incarnationis  dominicäe  millesimo 
quadringentesimo  octuagesimo  quinto  kalendas  Augusti  Venetiis  dato 
a  me  infrascripto  notario  viso  et  lecto^)  —  silicet^)  ut  in  eadem  ecclesia 
sancti  Stephani  ante  suum  altare  Annunciatae  Virginis  sepulturam  usui 
dicte  societatis  dicandam  construi  ac  fieri  mandare  posset:  sponte  et  ex 
propria  animi  sui  scientia  pro  se  ac  proprio  nomine  agens  supradictis 
fratribus  perpetuo  ac  successorum  suorum  nomine  stipulantibus  et  reci- 
pientibus  promisit  et  sua  liberalitate  se  obligavit  propriis  impensis  unam 
aliam  in  eadem  ecclesia,  ubi  fratres  voluerint,  usui  dicti  magistri  Augu- 
stini dicatam  sepulturam  suis  lapidibus  et  monumentis  ornatam  fieri  man- 
dare loco  illius,  in  qua  ante  dictum  altare  invitis  sociis  dicte  societatis 
idem  magister  Augustinus  sepultus  erat. 

Item  prenominati  socii  una  omnes  pro  se  ac  successoribus  suis  dicte 
societatis  et  congregationis  sue  agentes  suprascriptis  fratribus  proprio  ac 
successorum  suorum  nomine  stipulantibus  et  recipientibus  promiserunt 
dare  et  solvere  singulis  annis  numerata  pecunia  libras  vigintiquatuor  par- 


1)  Fehlt:  nicht  gefeiert  werden  könnte  oder  dergleichen. 

2)  Fehlt:  apparet  oder  patet. 

3)  Noch  abhängig  von  ,quod-impetraverat'. 


330  1483. 

vorum  die  commemorationis  omnium  defunctorum  post  celebratum  offi- 
cium ;  cum  hoc  ')  quod  ipsi  fratres  teneantur  cum  charitate  in  prandio 
suscipere  sotios  exponentes  et  numerantes  dictas  vigintiquattuor  libras. 

Item  predicti  sotii  perpetuo  ac  successorum  suorum  dicte  societatis 
nomine  agentes  suprascriptis  fratribus  dicto  nomine  stipulantibus  et  reci- 
pientibus  promisionem  ^)  dare  pro  singulis  mortuis  dicte  societatis  sue 
sepeliendis  in  cimiterio  sancto  conventus  dictorum  fratrum  soldos  triginta 
duos  parvorum  pro  impensis  fodiendarum  fossarum  ipsorum  mortuorum 
sepeliendorum ,  et  libras  duas  candelarum  cerearum  pro  celebrando  dic- 
torum mortuorum  officio.  Preter  quos  quidem  triginta  duos  soldos  et 
libras  duas  candelarum  suprascriptas  ipsi  fratres  vel  alii  eorum  nomine 
pro  singulis  mortuis  ut  supra  nihil  aliud  petere  possunt  ab  sotiis  dicte 
societatis  et  congregationis  vel  ab  aliis  dictorum  mortuorum  suorum  exe- 
quias  et  sepulturam  procurantibus  —  cum  hoc  quod,  si  aliqua  persona  ex 
dicta  societate  et  congregatione  devotionis  motu  in  aliquo  ex  supradictis 
monumentis  lapideis  seu  ante  dictum  altare  in  ecclesia  seu  inter  duas 
portas  monasterii  dictorum  fratrum  constructis  sepeliri  voluerit,  teneantur 
sotii  dicte  societatis  et  congregationis  hujuscemodi  exequias  et  sepulturas 
procurantes  dare  libras  tres  et  soldos  sexdecim  parvorum  ipsi  sacristae 
vel  priori  vel  aliis  dicti  conventus  et  capituli  fratribus  tarn  (pro)  impensa 
aperiendorum  hujuscemodi  monumentorum  et  sepulturarum  quam  pro  cele- 
brando mortuorum  officio  ibidem  sepeliendorum,  quotiescumque  per  hujus- 
cemodi ^)  et  dictas  sepulturas  seu  monumenta  lapidea  aperiri  contigerit; 
quando  quidem,  ut  supra  dictum,  ipsi  fratres  reficiendorum  eorumdem 
monumentorum  suis  et  propriis  impensis  periculo  subjacent,  si  aperiendo 
et  claudendo  frangerentur. 

Que  quidem  omnia  et  singula  suprascripta  et  in  presenti  instru- 
mento  contenta  singula  singulis  congrue  referendo  singule  partes  supra- 
scripte  proprio  ac  successorum  suorum  nomine  agentes  partibus  stipulan- 
tibus et  recipientibus  dictis  nominibus  sibi  invicem  et  vicissim  promise- 
runt  servare  attendere  adimplere  ac  desbrigare  a  quibuscumque  personis 
servanda  attendenda  adimplenda  deffendenda  et  desbriganda  impedire 
volentibus,  solemnibus  utrinque  stipulationibus  intervenientibus,  ac  non 
contrafacere  dicere  opponere  venire  aut  non  excipere  per  se  vel  per  alium 
aliqua  ratione  via  causa  consuetudine  de  jure  vel  de  facto  vi  dolove 
malo  sub  obligatione  et  pena  librarum  quinquaginta  parvorum  totiens 
per  partem  observantem  auflferenda  et  exigenda  a  pai'te  contrafaciente 
aut  veniente  quotiens  in  singulis  capitulis  et  clausulis  in  presenti  instru- 
mento  contentis  fuerit  contraf actum  cum  reffectione  omnium  et  singulorum 
damnorum  expensarum  et  Interesse  litis  et  extra.  Et  predicta  pena  semel 
aut  pluries  soluta  vel  non  ac  gratis  remissa  vel  non,  rata  tamen  ac  in 
suo  robore  firma  sint  et  maneant  omnia  et  singula  in  presenti  instru- 
mento  contenta.  Pro  quibus  Omnibus  et  singulis  firmius  validius  ac 
studiosius  observandis  attendendis  et  omnino  adimplendis  dicte  partes 
dictis  nominibus  solemniter  obligaverunt  omnia  sua  mobilia  et  immobilia 
presentia  et  futura  bona,  rogantes .  me  Bernardum  notarium  infra- 
scriptum,  ut  de  his  autenticum  conficere(m)  instrumentum,  totiens  in  for 
mam  publicam  reddigendum  quotiens  ab  ipsis  partibus  aut  ipsarum  altera 
requisitum  fuero. 


1)  Hdschr.  quod. 

2)  Wohl  zu  lesen:  promiserunt. 

'■i)  Fehlt:  Bestattungen  oder  ähnliches. 


1483—1491.  331 

Ego  Bernardus  ser  Paxini  de  Cavaneis,  pnblicus  imperiali  auctori- 
tate  notarius,  premissa  rogatus  scripsi  et  ex  autentico  prothocollo  meo 
fideliter  exemplavi. 

Aufschrift:  Convenientia  scole  cerdonum  cum  conventu  seu  monasterio 
sancti  Stephan!  de  Venetiis. 

Ven.  St.-A.  Mani  Morte.  Convento  di  S.  Stefano  Nr.  31.  Processo  Nr.  431.  Calegheri 
Todeschi  per  l'Altar  dell'  Annonciata  f.  22. 


67. 

1489,  Nov.  20.  Der  Nürnberger  Rath  unterstützt  bei  der  venetianl- 
sehen  Regierung  die  Ansprüche  eines  gen.  Nürnbergers  auf  Ent- 
schädigung und  Auszahlung  rücltständigen  Soldes. 

Domino  Augustino  Barbarico,  duci  Veneciarum. 

Illustris  et  magnifice  princeps,  domine  gratiose,  spectabiles  et  pre- 
potentes  domini  et  fautores  nostri  precipui.  Obsequiosa  promptitudine 
famulandi  premissa.  Civis  noster  Hermannus  Newman  ad  nos  detulit,  quod 
illustris  dominacio  et  spectabilitates  vestre  eidem  Hermanno  oecasione  quorun- 
dam  pro  eisdem  deservitorum  stipendiorum  aliarumque  certarum  rerum 
suarum  sibi  per  vestrarum  d(ominacionum)  et  spe(ctabilitatum)  subditos 
ablatarum  ad  restitucionem  existant  merito  obligate,  de  quibus  Omnibus 
certam  notam  in  scriptis  vestrarum  d(ominacionum)  et  spe(ctabilitatum)  ca- 
pitaneo  ante  Vigorol ')  tradiderit;  quorum  quidem  restancium  sibi  debitorum 
post  humiles  et  amicabiles  requisiciones  ipse  nullam  solucionem  consequi 
hactenus  potuerit.  Quare  nos  prece  sedula  ipse  civis  noster  pulsavit,  ut 
ad  illus(trissimam)  d(ominacionem)  et  spe(ctabilitates)  vestras  pro  illo 
intercederemus.  Cum  autem,  illustris  princeps  et  spectabiles  domini,  sti- 
pendia  deservita  digne  solucionis  meritum  et  rerum  ablacio  restitucionem 
exposcant,  igitur  humili  atque  supplici  rogatu  petimus,  quod  ill(ustris- 
sima)  d(ominacio)  et  spe(ctabilitates)  vestre  graciose  et  favorabiliter  curent, 
quatenus  prefatus  civis  noster  pro  suo  stipendio  satisfactionem  et  rerum 
suarum  ut  premittitur  ablatarum  restitucionem  debitam  sine  ulteriori  di- 
lacione  accipiat.  In  quo  illustrissima  dominacio  et  spectabilitates  vestre 
facient  rem  honoribus  suis  equam,  justicie  dignam  et  nobis  pergratam, 
pro  eisdem  illustrissimae  dominacioni  et  spectabilitatibus  vestris  humiliter 
deserviendam  et  jugiter  remerendam. 

Datum  die  Veneris  20  mensis  Novembris  1489. 

Nürnb.  Kr.-A.  Brfb.  41  f.  80'. 
68. 

1491,  Mai  4.  Auf  den  Wunsch  des  Königs  Maximilian  enthebt  der 
Rath  der  Zehn  einen  gen.  jüdischen  Diener  desselben  der  Verpflich- 
tung, das  den  Juden  vorgeschriebene  Abzeichen  anzulegen,  und 
gestattet  ihm  sowohl  in  Venedig  wie  ausserhalb  das  Tragen  von 
Waffen,  da  er  für  den  König  verschiedene  Einkäufe  zu  machen. 


1)  Wo  dieser  Ort  gelegen,  habe  ich  nicht  finden  können. 


332  1491. 


n 


1491  die  4  Maji.  Ser  Dominicus  Marino,  ser  Franciscus  Basadona, 
ser  Franciscus  Mocenigo,     Capita. 

Maxima  cum  instantia  Serenissimus  dominus  imperator  et  Serenis- 
simus dominus  rex  Maximilianus  per  litteras  et  oratores  suos,  qui  de  pro- 
ximo  ad  presentiam  nostram  venerunt,  rogari  et  peti  fecerunt,  quod  Sa- 
raueli  de  Marele  (?)  Hebreo,  fidelissimo  servitori  suo,  in  gratificationem 
suarum  majestatum  concedamus:  quod  in  Venetiis  et  terris  et  locis  nostris 
non  cogatur  portare  .  0  .  Signum  statutum  Hebreis  ^),  et  quod  possit  por- 
tare  tam  in  Venetiis  quam  in  terris  et  locis  nostris  arma  cum  duobus 
famulis;  et  hoc  quoniam  ipse  Samuel  venit  Venetias  cum  pecuniis  et  redit 
ad  suas  majestates  cum  panis  aureis  et  siriciis  et  aliis  rebus  pro  usu 
suarum  majestatum  et  similiter  vadit  ad  alia  loca  et,  si  portaret  .  0  .  , 
subjaeeret  manifesto  periculo  mortis  et  depredationis  cum  damno  suarum 
majestatum;  et  sit  multis  respectibus  rationibus  et  causis  satisfaciendum 
imperial]  et  regali  majestati:  propterea  vadit  pars,  quod  auctoritate  hujus 
consilii  eidem  Samueli  concedatur  in  gratam  satisfactionem  majestatum 
predictarum,  quod  possit  sine  aliqua  molestia  turbatione  et  impedimento 
ire  et  conversari  tam  in  Venetiis  quam  aliis  terris  et  locis  nostris  absque 
quam  portet  .  0  .  signum  datum  Hebreis.  Insuper  concedatur  eidem  Sa- 
mueli. quod  possit  in  Venetiis  et  aliis  terris  et  locis  nostris  portare  arma 
per  transitum  et  de  loco  ad  locum  cum  duobus  famulis  apud  se.  Et 
duret  presens  concessio  ad  beneplacitum  bujus  consilii. 

De  parte  11,  de  non  5,  non  sine.  1. 

Ven.  St.-A.  Cons.  10  Misti  25  f.  W. 

69. 

1491,  Juni  8.  Der  Rath  der  Zehn  veruptheilt  einen  gen.  Deutsehen 
aus  Käpnthen  wegen  Falschmünzerei  zum  Tod  und  verfügt  Frei- 
lassung des  mit  jenem  verhafteten  (in  Nr.  68  genannten)  Juden. 

1491  die  8  Juni.  Advocatores  comunis.  Si  videtur  vobis  per  ea 
que  dicta  et  lecta  sunt,  quod  procedatur  contra  Georgium  Theotonicum 
de  Carinthia  monetarium,  confessum  fecisse  et  jecisse  in  formam  Septem 
Trunos  ^)  ad  similitudinem  cunei  nostri  in  Carinthia ,  ut  est  dictum :  de 
procedendo  15,  de  non  0,  non  sine.  0. 

Serenissimus  dominus  dux;  ser  Marinus  de  Garzonibus,  ser  Con- 
stantinus  de  Priolis,  ser  Jacobus  de  Musto,  ser  Hieronymus  Vendramino, 
ser  Aloisius  Bragadino :  consiliarii;  ser  Joannes  Donato,  ser  Benedictus  de 
cha  de  Pexaro,  ser  Andreas  Gabriel:  capita;  advocatores  comunis:  Quod 
iste  Georgius  Theotonicus  suprascriptus  die  Veneris  proximi  post  nonam 
conducatur  in  medio  duarum  columnarum ,  ubi  sibi  Caput  a  spatulis  ^) 
amputetur,  sie  quod  moriatur,  et  corpus  suum  ibidem  comburatur,  sie  ^ 
quod  in  cineres  revertatur:  de  parte  15,  non  sine.  0.  jfll 

Die  dicto.  «^ 

Advocatores:  Quod  Samuel  Hebreus  retentus  pro  casu  Georgii  Theo- 

toniei   monetarii   relaxetur   quantum   pro  nunc:    de  parte  14,    de  non  1, 

non  sine.  0. 

Ven.  St.-A.  Cons.  10  Misti  25  f.  21. 

1)  cf.  oben  S.  286. 

2)  Unter  dem  Dogen  Nicolö  Tron  1472  geprägte  Münze  (Lira);  cf.  Galliociolli,  Memorie 
Venete  lib.  I  §  512  und  605. 

3)  Vorderbug. 


1493.  333 


70. 


1493,  Sept.  25.  Der  Rath  der  Zehn  gewährt  gen.  deutsehen  Berg- 
leuten verschiedene  Vergünstigungen  für  den  Grubenbetrieb  in 
Friaul. 

1493  die  25  Septembris.     Capita. 

Ut  prudentes  viri  Henricus  Darf  et  Albertus  Agar  et  Cazunder  ^) 
et  alii ,  qui  invenerunt  et  fodi  faciunt  mineram  argenti  vivi  ^)  in  patria 
nostra  Forojulii  sub  Castro  Tulmini  ^),  sentiant  aliquam  utilitatem  et  fructum 
ex  ipsa  minera  et  propterea  habeant  causam  perseverandi  et  fodi  faciendi 
mineram  ipsam,  et  consequenter  dominium  nostrum  habeat  et  percipiat 
utilitatem  ad  se  spectantem:  propterea  vadit  pars,  quod  auctoritate  hujus 
consilii  concedatur,  quod  predicti  omnes  non  teneantur  ad  solutionem 
alicujus  datii  et  alterius  angarie  in  terris  et  locis  nostris  pro  argento  vivo 
et  aliis  metalis,  que  conducerent  a  loco  dicte  minere  Venetias. 

Non  teneantur  quoque  nee  obligati  sint  solvere  in  civitate  Vene- 
tiarum  aliquod  datium  vel  aliam  gravedinem  tarn  in  fontico^)  quam  extra 
fonticum  pro  introitu  hinc  ad  annos  5  continuos,  solvendo  tamen  decimam 
nostro  dominio  juxta  formam  ordinum  super  hoc  captorum  in  hoc  con- 
silio  decem;  declarando  quod  teneantur  ducere  Venetias  totum  argentum 
vivum  et  omnia  alia  metalla  que  per  eos  invenirentur  in  dictis  mineris 
et  non  alibi  modo  aliquo. 

Sunt  etiam  exempti  omnes  predicti  ab  omni  datio  et  angaria  pro 
Omnibus  victualibus  et  rebus  conducendis  de  loco  ad  locum  pro  usu  et 
necessitate  dictarum  minerarum  et  hominum  laborantium  in  eisdem  habito 
respectu  ad  numerum  personarum  laborantium  in  eisdem. 

Non  molestentur  quoque  predicti  nee  molestari  possint  ab  fidelibus 
nostris  civitatis  Austrie'^)  nee  a  eastellanis  Tulmini,  quorainus  possint  la- 
borare  in  dictis  locis  sive  in  omni  alio  loco  patrie  nostri  Forijulii,  sed 
ipsis  manuteneantur  et  conserventur  omnes  ordines  nostri  deliberati  super 
mineris. 

Insuper  non  impediantur  nee  molestentur  predicti  quin  possint  pis- 
cari-,  venari  et  aueupari  in  predictis  locis  et  in  locis  circumvicinis. 

Demum  per  capita  hujus  consilii  scribantur  litere  vicario  patriar- 
catus  Aquilegiensis,  quod  concedat  predictis  et  laboratoribus,  quod  pos- 
sint sumptibus  suis  habere  et  teuere  in  loco  dictarum  minerarum  unum 
sacerdotem,  qui  eisdem  celebret  missas  et  alia  ecclesiastica  officia  faciat 
ad  consolationem  eorum. 

De  parte  15,  de  non  0,  non  sine.  0. 
Ven.  St.-A.  Cons.  ]0  Misti  26  f.  41'. 

1)  Scheint  identisch  mit  dem  ersten  Bergwerksuntemehmer  im  krainischen  Idria  „Andre 
Perger,  den  man  Kanzanderle  den  Griffner  nannte" ;  s.  Dimitz,  Gesch.  Krains  I,  317.  (In  der 
Festschrift  „Das  k.  k.  Quecksilberwerk  in  Idria  in  Krain"  [Wien  1881]  wird  derselbe  .Cancian 
Änderte'  genannt.) 

2)  Quecksilber. 

3j  Tolmein,  welches  damals  also  nicht  mehr  in  den  Händen  der  „machtlosen"  Grafen 
von  Görz ,  sondern  bereits  venetianisch  gewesen  zu  sein  scheint ;  cf.  Czoemig,  Görz  Bd.  I 
(1873)  S.  624—625  Anm. 

*)  d.  h.  wohl  der  Fondaco  dei  Tedeschi  in  Venedig. 

'')  Cividale. 


334  1494. 


71. 


4 


14-94,  Juli  19.     Gesuch  deutscher  Bergleute  um  Gewährung  eines  Pri- 
vilegs für  den  Betrieb  einer  Grube  in  Friaul. 

1494  die  19  Julii.  Supplicatur  serenissimo  principi  duci  Vene- 
tiarum  etc.  et  excelso  consilio  10  ex  parte  magistri  Johannis  Litumhofer  ^) 
Theotonici  et  sotiorum  ipsius.  Per  la  devotion  et  observantia,  che  sempre 
ho  portado  verso  questa  ill(ustrissi)raa  sig(nori)a  de  Venetia,  son  mosso 
voler  participar  uno  mio  inzegno  et  arte  in  beneficio  de  quella  et  sui 
subditi ;  la  quäl  io  ho  trovado  in  cunar  ^)  arzento  vivo  de  la  terra  mineral, 
che  se  cava  in  la  valle  de  Idra  ^)  de  la  jurisdition  de  Cividal  in  Friul ; 
et  questo  in  beneficio  de  li  participi  dela  minera,  in  utilita  de  la  sig(nori)a 
quanto  alla  sua  decima,  in  sparagnar  *)  le  legni,  in  non  guastar  persone, 
che  colano  ^)  tal  arzento  vivo,  et  in  altre  comodita,  come  intendera  la 
ill(ustrissi)n]a  per  li  sottoscripti  capitoli,  a  li  quali  io  me  Obligo  volerli  ,J|lj 
observar  et  exequir  et  de  questo  dare  bona  segurta.  ^1 

Primo   se   cava  de  uno  centenaro  de  la  terra  mineral  al  modo  che        - 
se  fa   adeso  25  o  30  livre   de    arzento   vivo;   et  io  sempre  voio   dar   do 
livre  d'arzento  vivo  piu  alli  participi   de   la  minera,    che  me  darano  sua 
minera  de  colar,  de  quello  che  cavano  loro. 

Item  cum  sit  che,  dapoi  che  la  terra  mineral  e  cavada  da  essa  mon- 
tagna,   per   colar   uno   centenaro   de   arzento   vivo  se   spende    circa    uno 
duc(ato)  et  mezo,  io  voio  francar  li  participi  de  la  minera  de  tal  spexa: 
ita  et  taliter  darge")  sui  arzenti  vivi  cum  questo  suprahabondante  de  2  libr.,  ._ 
come  ho  promesso  in  superiori  articulo.  ■■ 

Item  per  cavar  un  centenaro  di  arzento  vivo,    dove  adesso  se  con-  "" 
suma  diexe  cari  de  legne,  io  non  voio  consumarne  duo,  la  quäl  cossa  de 
quanto  beneficio  sara  alla  signoria  et  alla  sua  minera,  se  po  judicar,  cum- 
ziosiache  per  el  tempo  hora  manchar  legne  a  colar  tal  arzenti. 

Item  per  frutificar  la  ill(ustrissi)ma  sig(nori)a,  io  voglio  colar  tuta 
la  decima  de  quella  senza  alcun  spexa,  cum  sit  che  adesso  la  spenda  un 
ducato  et  mezo  per  cento  de  arzento  vivo,  et  darge  apresso  4  libre  piui 
de  un  centenaro  de  terra  mineral  de  quello  che  cava  adesso. 

Item  colando  arzento  vivo  de  la  terra  mineral  a  modo  che  se  fa 
adesso,  le  persone  se  asidrano  ')  infra  poco  spatio  de  tempo  et  deventano 
paralitichi  in  tal  modo  che  non  se  trovano  persone  che  vogliano  colar. 
Jo  voglio  far  in  tal  colatura  de  arzenti  vivi  cenza  guastar  persone  al- 
cuna  come  questo  se  die  veder  cum  elFecto. 

Item  io  non  domando,  che  neun  de  li  participi  de  la  minera  sia 
sforzado  o  comandado  per  la  signoria   vestra,   che   me  debia  dar  a  colar 


li 


1)  Lichtenhofer  ? 

2)  =  ciignar,  coniar;  cf.  Boerio. 

3)  Wenn  hierunter,  wie  kaum  zu  bezweifeln,  das  bekannte  krainische  Idria  zu  verstehen, 
ist  dieses  Dokument  ein  weiterer  Beleg  für  die  Itichtigkeit  der  Annahme,  dass  das  dortige 
Quecksilberbergwerk  bereits  1490  entdeckt  worden;  cf.  P.  Kitzinger,  Das  Quecksilberbergwerk 
Idria.  .  .  (Laibach  1860)  S.  9.  Auffallend  ist  nur,  dass  jene  Deutschen  sich  an  die  Republik 
Venedig  wenden,  die  doch  erst  1508—1509  Görz  und  das  Bergwerk  besetzt  haben  soll  (Kitzinger 
S.  12).  Allerdings  „unterstand  kirchlich  die  Umgebung  von  Idria  dem  Patriar  :hat  von  Aquileja 
und  war  dem  Capitel  von  Cividale  einverleibt"  (Kitzinger  S.  2),  und  nach  Czoernig,  Görz  I, 
625  Anm.  gehörte  Idria  zum  görzisehen  Capitanat  von  Tolmein,  das  damals,  wie  es  scheint 
(cf.  Nr.  70),  auch  schon  venetianisch  war.  j 

*)  ersparen. 
5)  schmelzen. 
«)  =  darle. 
')  ^  erstarren"  ? 


i^ 


1494.  335 

sua  minera ;  lor  pono  colar  come  hano  facto  in  fino  qui,  pur  clie  non  ado- 
perino  mio  inzegno  che  ho  trovado  mi. 

Item  domando  questo  de  gratia  alla  ill(ustrissi)ina  sig(nori)a  che 
per  spatio  de  20  anni  o  quanto  place  a  quella  neun  possa  exercitar  el 
mio  inzegno,  quäl  io  ho  trovado  per  colar  arzenti  vivi  de  la  minera  in 
Idra,  cum  sit  che  per  tal  inzegno  fazo  fructo  a  11  participi  et  la  sig(nori)a 
per  la  decima  colada  senza  alguna  spexa  et  libre  4  de  piu  de  arzento 
vivo  per  cento  de  terra  mineral  de  quello  1ha  avesso. 

Item  domando  che  sia  privilegiato  mi  et  mie  compagni  per  tanto 
tempo  a  poter  trar  legne  in  li  boschi,  dove  se  taglieno  adesso  per  colar 
tal  terra  mineral. 

Item   domando  de   gratia  che  nel  privilegio  (che)  me  sera  dato  da 

la  sig(nori)a  sia  inserta  pena   condecente,   quäl  se  debia  scuoder  la  mita 

per  la  camera  et  l'altra  mita  per  mi  .da  quelori^)   che  fesseno  contra  tal 

mio  privilegio,  perche  alguno  de  li  participi  de  la  minera  cercano  volerme 

spoiar  ^)  de  tal  mia  vii'tu.     Et  exercitando  tal  arte  non  la  posso  far  che 

ogni  homo  non  la  veda  et  cognosca.    Tuti  tal  soprascritti  capitoli  quanto 

dala   parte    mia   et   di   mie   compagni   voglio   exequir   cum   ejffecto  et  de 

questo  dar  bona   segurta;   pregando   v(ostra)   s(ignoria)   che  me  habi  per 

ricomendato  in  la  gratia  sua. 

Yen.  St.-A.  Cons.  10  Misti  26  f.  97'. 


72, 

1494,  Juli  19.     Der  Rath  der  Zehn  bewilligt  das  in  Nr.  71  erwähnte 
Gesuch  mit  geringen  Aenderungen. 

1494  die  19  Julii.  Ser  Antonius  Barbadico,  ser  Onfredus  Justi- 
niano,  ser  Joannes  Mauroceno:  capita. 

Quod  auctoritate  hujus  consilii  acceptentur  oblationes  Joannis  Li- 
tumhonfer  et  sotiorum  pro  utilitate  nostri  dominii  et  hominum  qui  ha- 
bent  mineram,  ex  qua  extrahitur  argentum  vivum  in  valle  Idra;  et  eis 
concedatur  quantum  humiliter  supplicarunt  de  ingenio  suo  ad  colandum 
mineram:  quod  scilicet  nemo  possit  facere  nee  uti  ipso  ingenio  usque  ad 
annos  quindecim  sub  pena  ducatorum  200,  quorum  100  sint  dominii 
nostri  et  100  ejusdem  Joannis.  Nolumus  tamen  quod  aliquis  contra  vo- 
luntatem  suam  cogatur  ire  ad  coUandum  mineram  suam  ad  Ingenium 
prefati  Joannis  et  sotiorum,  sed  quilibet  sit  in  libertate  sua  collandi  mi- 
neralem  terram,  sicut  nunc  facit.  Acceptentur  quoque  et  conlirmentur 
omnia  alia  capitula  per  eos  porrecta  cum  conditione,  quod  dare  teneantur 
fidejussiones  per  eos  promissas  pro  observatione  promissorum,  et  habeant 
auctoritatem  et  libertatem  incidendi  ligna  pro  usu  dicti  ingenii,  ubi  nunc 
inciduntur  pro  collatione  terre  mineralis,  ex  qua  extrahitur  argentum 
vivum  et  hoc  per  annos  15.  Et  mandetur  Hieronymo  de  Laurentiis  vi- 
cario  minerax-um,  quod  vadat  ad  locum  Idre  et  faciat  collare  per  pre- 
dictum  Joannem  et  sotios  sine  aliqua  impensa  nostri  dominii  mineram 
tangentem  dominium  nostrum  pro  decima  nostra  cum  quatuor  libris  de 
pluri  ut  in  cai^itulo. 

De  parte  14,  de  non  0,  non  sine.  0. 


')  ■»  colori  =  coloro ;  cf.  Boerio. 
3   =  spogliare. 


336  1494-1507. 

Die  26  Julii  Jacobus  Bertoldo,   qui  facit  biscotum  illustrissimi  do- 
minii,  constituit  sese  plegium  premissorum  per  annos  5  proximos. 

Yen.  St.-A.  Cons.  10  Misti  26  f.  98. 


73. 

1501,  März  8.  Das  CoUegio  ertheilt  gen.  deutsehen  Paternostermaehern 
ein  Privileg  auf  20  Jahre  für  die  alleinige  Herstellung  von  Pater- 
nostern. 

1501  die  8  Martii.  'Serenissimo  principi  illustrissimoque  pio  et 
excellentissimo  dominio  reverenter  et  humiliter  fi(?)  supplicado  per  parte 
di  fidelissimi  servidori  de  vestra  serenita  Zorzi  de  Martin  Todescbo  et 
Zuane,  suo  fiolo,  e  Justo,  fo  de  Justo  Todescho,  compagni  habitanti  in 
Veniexia,  maistri  de  patarnostri:  Conzosia  che  dicti  exponenti  babiano 
modo  di  far  diverse  sorte  et  belle  forme  de  patarnostri,  mai  piu  in  Italia 
facti  di  ambra  fina  et  de  ogni  sorte  tondi  et  aflfazete^),  doradi  et  non 
doradi ,  et  similiter  de  oso  ^)  de  ogni  sorte  colori ;  et  affar  tal  opera  im- 
porta  grandissima  spexa  si  per  el  condur  de  l'anibra  et  per  el  far  di 
colori  et  lavorar  quelli  de  le  sorte  tutte  predicte;  et  dubitando  li  expo- 
nenti cbe  principiada  l'oppera  altri  ge  porebe  tuor  Iho  inviamento  et  lor 
exponenti  rimagneriano  desfati:  pero  dicti  exponenti  ricoreno  ali  piedi  di 
vestra  sublimitä  supplicando,  quella'  se  degni  de  spetial  gratia  concederli, 
che  algun  non  possi  far  alguna  parte  de  dicta  sua  oppera  mai  piu  non 
facta  per  anni  vinti,  i  quäl  siano  per  loro  e  suo  heredi  sotto  pena  de 
perder  l'oppera  ogni  volta  (che)  se  contrafara;  et  che  i  contrafazenti  cadano 
etiam  ala  pena  de  ducati  cento  da  esser  dadi  a  l'arsenal,  et  scossi  per 
i  signori  di  quella;  et  cussi  rechiedeno  per  gratia  di  vestra  (reverentia) 
li  sia  concesso,  ai  piedi  dela  quäl  umiliter  si  recomanda. 

Die  8  Martii  1501.  Infrascripti  domini  consiliarii  dignam  censentes 
suprascriptam  supplicationem,  exauditionem  terminantes  concesserunt,  quod 
supplicanti  fiat  quantum  petit. 

Consiliarii:  Ser  Aloysius  Mudatio;  ser  Franc(iscus)  Bernardo;  ser  An- 
dreas Venerio;  ser  Marcus  Sanucto. 

Yen.  St.-A.  Not.  d.  Coli.  23  f.  33' 


74. 

1507,  Juni  4.  Der  Senat  verfügt  die  Auszahlung  einer  versprochenen 
Summe  an  einen  gen.  im  Dienste  der  Republik  stehenden  Gesehütz- 
meister  aus  Augsburg. 

1507  die  quarto  Junii.     Sapientes  consilii  et  sapientes   terre  firme. 

E  sta  conducto  per  questo  conseglio  per  bombardier  et  maistro  da 
geto^)  el  probo  et  prestante  maistro  Zuane  da  üsburgo  cum  la  provision 
deliberada  et  cum  provision  de  darli  ducati  100  de  Subvention.  Et  perche 
se  die  servarli  quello  (che)  li  e  sta  promesso ,  et  sia  da  tenir  simel  homo, 


1)  von  affaccettare,  eckig  schneiden,  schleifen. 

2)  =  osso,  Knochen. 

3)  =  getto,  Das  Schmelzen,  Giessen. 


1507-1538.  337 

quäle  e  peritissimo  in  questo  exercitio,  si  per  la  grande  peritia  sua,  come 
per  ogni  necessario  rispecto,  non  se  possendo  altramente  trovar  li  predicti 
ducati  100:  l'andera  parte,  che  per  autorita  de  questo  conseglio  siano 
tolti  li  dicti  ducati  100  deli  danari  de  la  decima  et  siano  dati  al  predicto 
maistro  Zuane  per  subvenction,  come  per  questo  consiglio  li  e  sta  pro- 
messo,  acio  (che)  l'habia  causa  de  servir  cum  aliegro  animo  la  signoria 
nostra. 

Ven.  St.-A.  Sen.  Terra  15  f.  158'. 

75. 

1527,  Dezember.    Massnahmen  der  Bäcker  in  Venedig  gegen  die  un- 
botmässigen  Gesellen. 

1527  Decembris.     In  Santo  Joanne  e  Paulo  .  .  . 

Che  li  gastaldi  di  fanti  non  possi  convocar  capitolo. 

Essendo  stä  oppressa  l'arte  dei  pistori  per  la  malignitä  dei  fanti 
Todeschi  di  essa  arte,  che  non  vigilano  in  altro  se  non  rovinar  i  suoi 
patroni  et  torli  di  casa  furtivamente  quello  (che)  i  poseno,  che  e  cosa  difficile 
de  continuo  invigilar;  et  quando  di  queste  sue  cattive  operationi  non 
possono  sortir  suo  intento  per  occupar  le  botteghe  et  l'inviamento  delli 
patroni,  se  hanno  fatto  lecito  convocar  con  il  suo  gastaldo  capitolo  et 
citar  li  patroni  pistori  al  suo  capitolo  et  quelli  lor  voler'  indicar,  che  b 
contra  il  voler  divino  et  humano,  che  dise  che  non  e  il  servo  mazor  dei 
suo  patron ;  et  voler  far  a  suo  modo  et  capitular  contra  l'arte,  cosa  che 
non  hanno  auttoritä,  ne  li  ö  sta  concessa,  et  far  setta  dei  non  voler  la- 
vorar  giusta  la  consuetudine  et  bisogni  di  questa  inclita  cittä  et  ordini 
nostri,  a  tanto  che  li  patroni,  credendo  haver  el  pan  fatto  a  subsidio 
della  terra,  restano  in  grandissimo  detrimento  et  vergogna.  Et  questo  non 
li  bastando  li  manacciano  de  farsi  una  bandiera  et  levarsi  da  questa  terra 
tutti  insieme,  che  e  cosa  de  grandissimo  pericolo  cosi  a  questa  inclita  cittä, 
como  all'  arte  nostra,  et  voler  batter  i  patroni,  i  quali  con  tanta  fatica 
hanno  provedetto  al  loro  beneficio,  et  con  grandissimo  suo  danno  minac- 
ciandoli  che  anderanno  all'  osteria  et  che  li  stariano  a  spese  dei  pistori, 
et  che  quando  alcuno  pistor  volesse  alcun  fante,  convenisseno  andar  con  la 
baretta  in  man  a  scoderli  dall'  osteria,  ben'  imbriaghi,  acciö  (che)  venisseno 
a  lavorar  et  pregarli,  et  molti  altri  inconvenienti,  il  che  se  a  gran  ardir 
....  M.  Egidio  pistor  a  Castello ,  gastaldo  della  preditta  arte  de'  pistori 
et  compagni  ....  hanno  preso,  che  algun  gastaldo  de'  fanti  de  pistori 
per  suo  nome  ne  alcun  homo  della  ditta  banca '),  ne  essa  banca,  nö  sepa- 
radi  ne  unidi  ....  non  siano  ardidi  di  convocar  alcun  capitolo  n6  in 
essa  scuola  nh  fuora  di  essa  scuola,  che  sia  et  esser  possi  contro  1'  arte 
dei  pistori  ....  reservando  perö  alli  preditti  gastaldo  de'  fanti  et  com- 
pagni  i  suoi  justi   ordini   della   sua  fraternitä   circa   1'  elemosine   per  le 

anime. 

Yen.  St.-A.  Mar.  d.  Pist.  f,  44;  Mus.  Civ.  Corr,  f.  35— 3<J 

76. 

1538,  Januar  14.    Depesche   des   Befehlshabers  von   Cattaro   an   die 
Häupter  des  Rathes  der  Zehn,  worin   rühmend  der  langjährigen 


1)  gbanca  de  scola  >  presideuza,  unione  o  consiglio  de*  capi  d'nna  confraternita'  Boerio. 

22 


338  1538-1543. 

Verdienste  eines  deutschen  Gesehützmeisters,  Namens  Hierony- 
mus,  gedacht  wird. 

Cattaro,  alli  14  Zener  1537  (m.  V.).  Marchio  Michiel  rettor  et  prov- 
veditor  di  Catharo  schreibt:  Se  io  non  cognosesse  questa  citta  importan- 
tissima  .  .  .  io  non  gli  daria  impazzo  con  mie  lettere  ....  Qui  ce  bi- 
sognaria  molte  cose  .  .  .  Ne  bisognaria  ancbe  della  polvere  fina  di  archo- 
busi.  Tarnen  di  questa  non  voglio  altramente  dar  impazzo  alla  serenitä 
vestra,  perche  il  bombardiero,  chi  e  qui,  maestro  Hieronimo  Thodesco  0> 
bomo  certamente  sufficiente,  bon  servitor  di  vestra  serenitä,  non  schivara 
faticha  a  redur  di  questa  polvere  grossa  che  havemo  qui  et  affinarla 

Ven.  St,-A.  Cons.  lo  Dispacci  ai  Capi.  Cattaro  1500—1598. 


77.  ^^ 

1543,  Sept.  19.  Der  Vorsteher  der  Bäckerinnung  in  Venedig  in  Ver- 
bindung mit  einem  besonderen  Aussehuss  derselben  und  mit 
Genehmigung  der  Häupter  des  Rathes  der  Zehn  besehliesst,  die 
Bruderschaft  der  deutschen  Bäckergesellen  wegen  der  dort  ein- 
gerissenen lutherischen  Irrlehren  und  der  damit  verknüpften  Um- 
triebe aufzuheben  und  die  gen.  Haupträdelsführer  für  immer  vom 
Bäckergewerbe  in  Venedig  auszuschliessen. 

1543  die  19  Septembris.     Contro  li  malfattori. 

Essendo  sta  concesso  alli  fanti  Todeschi  per  li  magnifici  signori  capi 
del  1422  a  13  Luglio  d'  haver  una  fraternitä  solum  per  cura  delle  anime 
sue  et  di  esser  corretti  de'  suoi  errori,  delli  quali  sono  pieni,  si  hanno  fatto 
lecito  imperiosamente  convertirsi  in  si  la  fraternitä  et  scola  dell'  arte  de' 
pistori,  seguendo  li  vestigii  et  ordini  Luterani;  gloriandosi  haver  posto  in 
confusione  la  giä  christianissima  Germania  et  averla  reddutta  ä  miglior  fede 
sua,  cercano  con  ogni  sforso  rovinar  l'arte  de  pistori,  concessa  per  essi 
magnifici  signori  capi  ad  essi  pistori  con  la  dichiaratione  del  suo  eccel- 
lentissimo  consiglio,  che  non  vol,  tal  fanti  se  abbino  ad  impacciarsi  nella 
detta  arte  de  pistori,  ma  che  essi  fanti  siano  all'  ubbidienza  del  gastaldo 
de'  pistori. 

Questi  tali  ribaldi  prosontuosamente  non  estimando  tal  concession 
fatta  a  essi  pistori  et  dichiaration  predita  di  tanto  eccelso  dominio  nelli 
ordini  fatti  per  diversi  tempi  per  li  magnifici  signori  provedadori  alle 
biave,  come  rapresentanti  esso  illustrissimo  dominio,  con  grandi  strettüre 
et  pene;  quäle  non  temendo  e  forte  accrescendosi  hanno  eletto  el  suo 
gastaldo ,  fanti  et  altri .  offitiali  per  redursi  et  f ar  setta ,  che ,  quando  li 
gastaldi  de  pistori  si  convien  ridur  per  ordine  e  comandamento  di  essi 
magnifici  signori  provedadori  per  proveder  alle  cose  occorrenti  et  neces- 
sarie  per  il  sussidio  della  cittä  per  far  el  pan  per  el  populo  et  regolar 
1'  arte  sua,  questi  tali  ribaldi  ricorrono  alla  sua  banca  in  moltitudine  e 
con  forcio  desturbano  tal  fraternitä  d'  essi  pistori  redutti  a  beneficio  dell' 
arte  et  provisioni  sue,    facendo  condanar  li  soi  maistri,  che  li  hanno  ri- 


1)  cf.  oben  S.  115, 


1543.  339 

presi,  quando  non  fanno  il  loro  debito  lavorando,  essendo  accordati  con 
li  suoi  maisti'i  segondo  li  ordeni  dell'  arte  per  tal  sua  banca,  videndosi  (che) 
tal  prosontuosi  lavorano  con  le  armi  in  dosso,  come  se  andasseno  a  com- 
batter  in  le  case  proprie  dei  patroni  per  farsi  temer,  et  hanno  assaltado 
li  suoi  patroni  nelle  proprie  case  et  pistorie  et  assassinati  et  morti  a  San 
Bernabä  et  [qnelli]  ^)  feride  et  battude  le  povere  maistre  vedove  in  casa  pro- 
pria  esse  patrone  —  (come)  ^)  di  queste  querimonie  et  insulti  appar  nello  offi- 
cio dei  magnifici  signori  provedadori  alle  biave  et  altri  offitii,  et  vostra  celsi- 
tudine  ancora  meglio  si  poträ  certificarsi  per  ser  Jacomo  Eonco,  pistor  in 
Canareggio,  per  tali  ribaldi  assaltado  —  levandosi  dalli  soi  lavorieri,  essendo 
le  farine  et  paste  nelli  albuoli^),  stanno  quanto  li  par  et  per  le  osterie 
et  per  diversi  loghi  et  bettole*),  reducendosi  in  circolo  in  diversi  luochi 
della  terra  in  grande  ruina  dei  pistori,  et  partir  ^)  li  fanti  per  tutte  le  bot- 
teghe  a  suo  modo,  quäl  numero  li  par,  altramente  non  vuoleno  lavorar, 
minazando  li  pistori;  ultimamente  poi  reducendosi  in  la  scola  d'  essi  pi- 
stori, dove  si  hanno  fatto  la  sua  banca  et  officiali  imperiosamente  contra 
li  ordeni,  che  non  si  poleno  redur  senza  licentia  dei  gastaldi  dei  pistori 
ö  con  qualche  auttoritä  concessa.  Qual  cosa  dubitando  maestro  Zuanne 
de  Battista,  pistor  a  S.  Lucca,  gastaldo  dei  pistori,  et  1'  universitär  dell' 
arte  dei  pistori,  sono  ricorsi  agl'  eccellentissimi  signori  capi,  supplicando 
sue  eccellenze  si  degnino  proveder  a  tanti  enormissimi  errori  et  ruine  in- 
corsi,  et  che  molto  piu  potria  incorrer  ad  essi  pistori  et  in  tanta  cittä, 
et  dar  licentia  a  esso  gastaldo  possi  ridur  il  suo  capitolo  dell'  arte  ordi- 
nario,  per  proveder  segondo  li  soi  ordini  concessi  per  essi  eccellentissimi 
signori  capi  et  per  li  magnifici  signori  provedadori  alle  biave,  et  essendo 
ridutti  d'  ordine  di  detti  magnifici  signori  provedadori  alle  biave  el  ditto 
gastaldo  di  pistori  con  la  sua  banca  di  pistori,  infrascritti  detti  et  sagra- 
mentadi  justa  li  ordini  dei  1495  a  4  Novembris  con  el  scrivan  delle 
biave  domino  Agustini  Sanson  furono  le  infrascritte  parte  ^),  videlicet: 

M".  Battista  pistor  a  San  Luca^)  gastaldo, 

M°,  Jacomo  al  Ponte  della  Madonna,    ) 

M°.  Zuanne  a  S.  Greguol,  (' 

M«.  Zorzi  in  Galle  Longa,  compagm; 

M°.  Cristoforo  a  San  Pantalon,  ) 

Li  dieci  Eletti: 

M°.  Zuanne  in  Rio  Terä, 

M".  Iseppo  a  San  Canciano, 

M°.  Baidissera  a  San  Maria  Zobenigo, 

M°.  Gabriel  a  San  Trovaso, 

M°.  Nicolö  a  San  Raphael, 

M".  Zorzi  da  mano  in  Ruga  Gagiufa, 

M».  Bulfi  in  Gasellaria, 

M".  Gosmo  a  San  Marina, 

M".  Egidio  a  Gastello, 

M".  Zuanne  a  San  Zuanne  Bragola. 


1)  Scheint  überflüssig. 

2)  Etwas  ähnliches  wohl  zu  ergänzen. 

3)  -  albol  .cassa,  dove  s'impasta  la  farina  per  fare  il  pane'   (Backtrog)  Boerio  (Mit- 
theilnng  des  Hei-m  Dir.  Cecchetti).  * 

*)  Schenken. 

5)  Scheint  etwas  zu  fehlen;  die  Konstruktion  ist  überhaupt  in  diesem  Stück  sehr  hart. 

6)  Lücke  oder  IrrthumV 

7)  Ueber  die  Lokalitäten  s.  Tassini,  Curiositä  Veneziane  (3a  ediz.  1882). 


340 


1543. 


■I 


L'  anderä  parte  che  la  ditta  banca  della  scuola  dei  fanti  insieme 
con  gl'  infrascritti  nominati  siano  condeninati  in  duc.  100  per  cadauni 
de  loro  et  cassi  de  ogni  titolo  (che)  avessero  in  perpetuo,  et  de  tal  banca 
preditti  fanti  et  etiam  siano  cassi  dell'  arte  de'  pistori  di  questa  cittä^ 
come  seduttori  et  capi  setta;  li  quali  non  hanno  alcuna  auctoritä  in  1' 
arte  de'  pistori  et  che  non  possano  essere  acceptati  ne  favorizati  per  alcun 
pistor  di  questa  cittä  in  pena  di  ducati  cento  a  ciascun  pistor  et  esser 
privo  de  far  ne  poter  far  1'  arte  per  modo  alcuno,  a  quelli  (che)  li  favori- 
zasse  et  acceptasse  nell'  arte  in  questa  cittä  da  esserli  tolti  irremissibil- 
mente,  non  si  possendo  far  gratia  alcunä  alli  infrascritti  cassi,  ne  alli 
pistori  (che)  li  favorizzasseno  o  acceptasseno ;  et  che  immediate  esso  ga- 
staldo  et  banca  abbino  con  vero  effetto  consegnato  al  gastaldo  de  pistori 
le  chiave  et  libri  de  tal  fraternitä  et  ogni  scriptura  et  questo  per  rimover 
et  deradicar  tanta  confusione,  sotto  pena  de  altri  ducati  cento  per  ca- 
dauno;  ne  che  essi  fanti  mai  piü  abbino  libertä,  di  potersi  riddurre  in 
detta  scuola  ne  in  alcun  altro  luogo  per  far  simile  setta  sotto  le  pene 
preditte,  ma  benche  tutti  altri  ditti  fanti  si  debbano  scriver  et  far  scriver 
de  cetero  in  la  scuola  de  pistori  ditti  como  tutti  quelli,  che  vorranno  essere 
lavoranti  de  pistori;  li  quali  siano  obligati  de  redursi  essendo  citati  per 
li  ordeni  de  gastaldi  de  pistori  in  la  scola  d'  essi  pistori  et  essere  alF 
obbedienza  del  ditto  gastaldo  de  pistori  per  causa  dell'  arte,  cusi  como 
etiam  per  la  cura  dell'  anime  giusta  la  parte  et  concessione  de  essi  magni- 
fici  signori  capi  confirmata  a  essi  pistori,  si  che  se  intendi  una  sola  scuola^ 
revocate  lutte  1'  altre  sopra  ciö  segondo  1'  ordene  di  essi  eccellentissimi 
signori  capi  con  resservation  contra  quelli  altri  delinquenti. 

1543  a  19  Septembrio  fo  ballotada  la  soprascritta  parte  presente 
mi  Agustin  Sanson  et  forno  ballotte  de  si  14,  de  no  1  et  fu  presa. 

Questi  sono  quelli  che  sono  sta  cassi  giusta  la  parte  sopraditta: 
Polio  Faistele  Pix  Moester  lavora  a  Santo  Apostolo, 
Zuane  Vechst  lavora  a  San  Raphael,    )  . 

Antonio  Stonz  lavora  a  San  Trovaso,   )    compagni, 
Vicenzo  solito  lavorar  in  Calle  Longa  sottoimpastador  '), 
Jacomo  Nirombergher  solito  lavorar  in  Calle  Longa, 
Michiel  Steirer  ^)  lavora  a  Santa  Maria  Zubenigo, 
Lunardo  Lans  ')  lavora  in  Prezaria, 
Jacomo  caleger  nunzolo  quäl  redusse  tal  ribaldi, 
Eigo  ditto  Vozle  *)  solito  lavorar  in  Calle  Longa, 
Zorzi  Cusmoer  lavora  a  San  Pantalon, 
Cristoforo  Cuoco  solito  lavorar  ai  do  Ponti, 
Zuanne  Stegma  ^)  lavora  in  Eio  Terrao, 
Zane  Stete  ^)  lavora  in  Eio  Marin, 
Sichx ')  lavora  a  San  Cassan, 
Baidissera  solito  lavorar  in  Euga  Gaiuffa, 
Marco  solito  lavorar  in  Calle  Longa. 


Yen.  St.-A.  Mar.  d,   Pist.  f.  59—61  ti.  Mus.  Civ.  Corr.  1.  49-51. 


J)  jimpastatore,  quello  che  impasta  (knetet)  il  pane'  Boerio. 

2)  So  im  Orig.  auf  dem  Mus.  Civ. ;  in  der  Copie  im  St.-A.  Stever. 

3)  St.-A.  Lanz. 
*)  St.-A,  Vosle. 
5)  Stegaan? 

«)  St.-A.  Zuanne  Sbete. 
■0  St.-A.  Siclix  =  Six? 


1543—1544.  341 


78. 


1543,  Dee.  12.  Die  »Proveditori  alle  biave'  genehmigen  den  vor- 
stehenden Besehluss  (Nr.  77),  empfehlen  die  Schuldigen  jedoch 
der  Gnade  der  Innung. 

Die  12  Decembris  1543.     Confermation. 

Havendo  i  magnifici  et  clarissimi  messer  Zoan  Francesco  Sagredo, 
messer  Hieronimo  Rimondo  et  messer  Gabriel  Vendramin,  degnissimi  pro- 
Tedadori  alle  biave,  visto  et  ben  considerato  la  soprascritta  parte  sive  con- 
dannason  fatta  per  il  gastaldo  et  deputati  ut  supra,  attendendo  alla  union 
et  pacifico  viver  de  lor  maistri  pistori  et  lavoranti  per  benefitio  di  questa 
•cittä  et  observantia  delli  ordini  sopra  ciö  presi:  hanno  laudä  et  confermä 
essa  parte  da  essere  invialabilmente  observata,  con  questa  perö  condition 
«t  addition,  che  in  caso  che  ditti  condennati  o  alcuno  di  loro  volesse 
domandar  gratia,  che  esso  gastaldo  et  deputati  ut  supra  la  possi  far  se- 
gondo  alle  conscienze  loro  parerä,  avendo  respetto  alla  qualita  del  delitto, 
usandoli  quell a  misericordia  (che)  li  parerä. 

Marco  Tantani  m(anda)to  subscripsit. 

Yen.  St.-A.  Mar.  d.  Pist.  f.  61  u   Mus.  Civ.  Corr.  f  51. 


79—80. 
1544,  Mai  3  und  10.    Aehnliehen  Inhalts  wie  Nr.  76. 

Alli  3  Mazo  del  44,  Alvise  Rhenier  rettor  et  proveditor  di  Catharo 
■schreibt  ....  anche  ho  giudicato  che  per  hora  questa  sua  cittä  basti  dui 
bombardieri  et  maxime  havendo  io  con  buona  Ventura  dato  principio 
a  far  una  scola  di  bombardieri  degli  homeni  de  diversi  mestieri  che  sono 
in  questa  cittä,  et  spero  riuscirä  benissimo.  Delli  quali  vestra  serenita 
in  ogni  occorrentia  se  ne  potra  servir  senza  altra  sua  spesa,  al  governo 
di  quali  ho  deputato  maestro  Hieronimo  Thodesco  bombardier,  homo  suf- 
fitiente  et  che  serve  vestra  serenita  gia  molto  tempo. 

Alli  10  di  Magio  1544.  Serenissime  princeps  et  excellentissime  do- 
mine, domine  colendissime. 

Si  transferisce  alla  presentia  di  vestra  serenita  maestro  Marco  ditto 
prette  da  Mantoa,  bombardiero,  homo  di  etade,  come  quella  vederä,  et 
neir  arte  sua  pratico  et  suffitiente,  havendo  havuta  di  lui  ottima  infor- 
matione  da  questo  suo  capo  de  bombardieri  maestro  Hieronymo  Tho- 
desco, homo  molto  pratico  nell'  arte  di  bombardiero,  il  quäle  maestro 
Marco  ha  servito  vestra  serenita  tutto  el  tempo  di  sua  vita  et  in  terra 
•et  in  mar.  Pero  desiderando  io  modificar  le  spese  superflue  di  questa 
sua  camera  et  Spender  in  persone  utili  il  denaro,  ho  voluto  rifformar 
questi  bombardieri  havendone  ritrovati  tre  de  qui  senza  il  capo  sopra- 
detto  Maestro  Hieronymo  ....  Bastaranno  per  hora  dui  che  sera  il  capo 
maestro  Hieronymo  Todesco  prenominato,  homo  utilissimo  alle  cose  di 
vestra  serenita  et  un  altro  ....  Ma  quella  sappera,  accio  non  gli  parra 
poco  dui  bombardieri  in  questa  citta,  io  haver  dato  principio  a  far  una 


342 


1544-1568. 


scola  de  bombardieri ,  dove  fin  hora  si  esercitano  da  quindese  et  pini^ 
sotto  il  capo  Maestro  Hieronimo  sopradetto  delli  quali  spera  vestra 
serenitä  ne  bavera  bon  frutto. 

Yen,  St.-A.  Cons.  10  Dispacci  ai  Capi.  Cattaro  1500—1598. 


f 


81. 

1545,  Okt.  16.  Der  Senat  bestätigt  (ef.  Nr.  79—80)  die  vom  Befehls- 
haber von  Cattaro  verfügte  Errichtung  einer  Schule  von  Geschütz- 
meistern unter  Leitung  des  deutschen  Meisters  Hieronymus  und 
bewilligt  diesem  einen  entsprechenden  Gehalt. 

1545  die  16  (de  mense  Octobris).  Ha  instituito  il  nobel  homo  ser 
Alvise  Rhenier,  ritornato  ultimamente  rettor  et  pi'oveditore  di  Catharo, 
una  scola  de'  bombardieri  tntti  artesani  ^),  et  habitanti  in  quella  citta  sotto 
l'ammaestramento  et  disciplina  del  fedel  nostro  maestro  Hieronymo  To- 
descho  bombardiero  ordinario;  quäle  non  manca  di  tenerli  essercitati  con 
fargli  trazer  anco  de  falconeto  et  e  da  sperare  fermamente,  che  mediante 
la  diligentia  et  peritia  d'esso  maestro  reuscirano  talmente  che  la  signoria 
nostra  si  potra  valere  in  ongni  occorrentia  de  20  et  piu  bonbardieri  suf- 
ficienti  senza  spesa  alcuna.  Onde  ser  Alvise  Rhenier  per  mantenire  cosi 
buona  ordinatione  li  ha  deputato  capo  esso  maestro  Hieronymo  et  accio 
con  miglior  core  possi  attendere  a  questo  laborioso  carico  gli  ha  concesso, 
chel  possa  tirare  stipendio  de  ducati  tre  per  ogni  paga  nella  compagnia 
de  soldati  deputati  alla  custodia  di  quella  cittä  in  nome  de  Zuanne  suo 
figliolo,  uno  di  essi  bombardieri  descritti,  quäle  afferma  esser  giovane  di 
buona  etä  et  molto  atto  ä  questo  mistiero,  come  appare  per  sue  patenti 
di  7  maggio  1544.  Perö  essendo  l'arte  de  bombardiero  alli  presenti  tempi 
tanto  utile  et  necessäria  quanto  ogni  uno  intende  et  conoscendosi  il  molto 
frutto  che  si  trazera  di  questa  ordinatione  et  a  proposito  favorirla  et 
coadjutarla:  perö  l'andarä  parte  che  per  autoritä  di  questo  consiglio,  at- 
tento  il  valore  et  sufficienza  d'  esso  maestro  Hieronymo  in  questo  esser- 
citio  et  le  sue  fidelissime  operationi  passate,  gli  sia  confirmata  et  appro- 
bata  la  concessione  et  stipendio  de  li  tre  ducati  per  paga  in  nome  de 
Zuanne  suo  figliolo,  come  si  contiene  nelle  sopradette  patenti  de  ser  Alvise 
Rhenier.  Et  accio  (che)  detti  archibusieri  habbino  causa  d'essercitarsi  et 
imparare  benissimo  tal'  arte,  sia  concesso  a  quel  rettor  et  proveditor  nostro 
et   successori,   che   ogni   doi  mesi   faccia  trazere^)  un  pallio    de   braccia 

doi  carisea  ^). 

Yen.  St.-A.  Sen.  Mar.  28  f.  93. 


82. 

1568,  April  2.  Die  Schuhmacher  Strassburgs,  vertreten  durch  Bürger- 
meister und  Senat,  ertheilen  den  gen.  Cottimieri  des  Fondaco  in 


1)  =  artigiani.  Handwerker. 

2)  =  trarre  (Boerio) ;  hier  wohl  =  ricavare,  entnehmen. 

3)  aus  jenem  „gekeperten  Wollenzeug,  eine  Art  Flanell",  der  ,kirsei'  oder  ähnlich  im 
Deutschen  hiess  und  worüber  man  Grimm,  Deutsches  Wörterbuch  V,  850  vergleiche. 


1568.  343 

Venedig  Vollmacht,  In  ihrem  Namen  alles  zu  thun,  um  das  Spital 
der  deutsehen  Schuhmacher  in  Venedig  für  diese  zu  erhalten. 

Nos   cerdones  Argentinenses   in   genere   et   quilibet  pro  semet  ipso 
singulis  presentes  has  literas  inspecturis,  presertim  vero  illustrissimo  prin- 
cipi   ac   domino   Veneto    amplissimoque    senatui    celeberrimae    incliteque 
civitatis  Venetiae  cognitum  notumque  facimus,   quod  nobis  ante  hac  fide 
ea  qua  par  est  indicatum   sit,   universos  Theutonicos  cerdones  in  eadem 
predieta  Venetiarum   civitate   quoddam   beneficium   sive  hospitale   a  qui- 
busdam   pie   defunctis   per  testamenti   ordinationem    fundatum    liabuisse, 
possedisse   atque   titulo    testamentario    ita   tenuisse   ut    omnes    pauperes, 
aegeni  et  innopia  pressi   ejus  cerdonum   artificii   ad   illud   hospitale  tan- 
quam  paternas  domus  confugerent,  ita  quod  speravimus  et  adhuc  fruimur 
illa  spe,  illud,  cum  mortis  causa  et  solleniter  legatum  sit,  perpetuum  fore 
minimeque   unquam   immutari ,   uti   non   decet ,   posse.     Eo   tarnen    quod 
supra  tarn  recitatum  posthabito,  brevi  recepimus,  illud  beneficium  ex  pai'te 
in  hunc  quidem  modum  periclitasse,  quod  cerdones  Ittalli,  ibidem  in  dicta 
alma  Venetiarum  urbe  habitantes,    cum   quibusdam  personis,  quibus  mi- 
nime  decuit,  verum  jure  magna  poena  ne  tale  quiddam  committerent  et 
Ulis  et  Omnibus  aliis  interdictum  est,  quedam  instrumenta  alyosque  actus 
minus   debitos   in  jacturam,   evidens   damnum  et  maximum  prejuditium 
totius   nationis  prefate,   presentis  ^)   et  future,  confecerint,    celebraverint 
curaverintque  illo   modo   illicito,   nos   aliosque  quorum  interest  illo  pio 
beneficio  carere.     Sed  cum  non  totius  nationis  Theutonicae,  multo  minus 
privatarum  personarum  fuerit  ^)  legata  sive   beneficia  illa  ad  pias  causas 
fundata  vendere,  constituimus  illa  jure  repetere.  Cum  vero  longe  absimus, 
facimus,   creamus   et   ordinamus  in  nostros  procuratores  et  causarum  in- 
dubitatos  solicitatores  magnificos  viros  contimeros  fontici  nominibus  Johan 
Anhusern  et  Antbonium  Schorner,  jam  presentes  et  futuros,   ita  quidem 
quod  possint   et  valeant   coram  illustrissimo  principe  ac  domino  Veneto 
alioque  quocunque  magistratu,  judice  delegato  et  ubi  opus  fuerit  nostro 
nomine  comparere,  beneficium  illud  ad  sustendandum  nostre  nationis  pau- 
peres iisque  inhabitandum  juxta  dispositionem  testamentariam  repetere^); 
concedentes  illis  insuper  in  modum    pleni   tam  specialis  quam  generalis 
mandati  jus  repetendi,  contractum  illum  revocandi,  refutandi  beneficium- 
que    sive   hospitale  illud   recuperandi  et  generaliter  omnia  et  singula  fa- 
ciendi dicendi  gerendi  procurandique  que   in   praemissis   et   circa   ea   ne- 
cessaria   fuerint   et   quae  ipsimet  nos   constituentes ,   si  eisdem  presentes 
et  personaliter  interessemus,  facere,  agere  atque  dicere  possemus;  permit- 
tentes  etiam  ea  quae  magis  speciale  mandatum,  quam  presentibus  est  ex- 
pressum,  exigerent  facere,  et  que  in  hunc  modum  peracta  et  nostro  no- 
mine  facta  fuerint,    pollicemur,    stipulamur   atque  promissimus    ratum, 
gratum  atque  firmum  perpetuo  habituros  ipsosque  procuratores  et  quem- 
libet   eorum   ratione  illorum  negotiorum  gestorum  actorumque  presentis 
indicii  relevaturos,   sub   hypotheca  et  obligatione  omnium  et  singulorum 
nostrorum  bonorum,  quantum  ad  nos  Argentinenses  pertinuerit,  sub  de- 
bita  juris  et  facti  renunciatione.     In  cujus  rei  fidem  nos  Johannes  Ham- 
merer consul  Argentinensis,  Johannes  Braun,  Cristophorus  KollefTel  ambo 
senatores,  omnes  cerdonum  tribus,  qui  omnes  consenserunt  nosque  ut  illa 


1)  Orig.  presentes. 

2)  Orig.  fuerint. 

3)  Es  folgt  noch  .queant,  aber  unterpunktirt  zum  Zeichtn,  ("ass  es  fehlen  »olle. 


344  1568-1660. 

faceremus  rogaverunt,  curavimus  juxta  notarii  propria  snbscriptione  nostra 
sigilla  presenti  instrumento  appendi. 

Datae  et  actae  secunda  die  mensis  Aprilis  a  nativitate  salvatoris 
anno  millesimo  quingentesimo  sexagesimo  octavo. 

Von  anderer  Hand:  Haec  omnia  et  singula  ut  sunt  premissa,  in  mea 
praesentia  esse  peracta  confiteor  ego  Michael  Ellwein,  civis  Argentinensis 
et  notarius  publicus,  inque  huius  rei  fidem  me  manu  propria  subscripsi 
singulariter  requisitus  atque  rogatus. 

Michael  Ell  wein  notarius  publicus. 

Yen.  Mus.  Corr.  Cod.  Cic»  3468  Original  mit  zwei  Wachssiegeln  in  Kapseln. 


83. 

1593,  Januar  30.    Verfügung  der  ,Proveditori  sopra  ospitali'  über  das 
Spital  der  deutsehen  Schuhmacher  in  Venedig. 

1592  (m.  V.)  30  Gennaro.  Termination  de  proveditori  sopra  ospitali, 
visto  processo  sopra  la  visita  dell'  ospedal  dell'  Annonciata  de  callegheri 
Todeschi,  vista  mariegola,  vista  la  donation  fatta  da  Corado  calegher  di 
Alemagna  e  suo  testamento  termina,  che  da  alcuni  mercanti  habitanti  in 
■detto  ospedal  sia  dato  libero  loco  e  partenza  dal  medesimo,  non  potendo 
habitar  nel  detto,  con  altre  regolazioni. 

Yen.  St.-A,  Catastico  del  Convento  di  S.  Stefano  Proc»  n.  431  Calegheri  Tod. 


81 

1660,  Sept.  13.   Eingabe  des  Vorstehers  der  deutschen  Bäckergesellen 
um  üeb  erlassung  des  Spitales  bei  S.  Samuele. 

Scritture  et  giuditio  seguito  all'  officio  eccellentissimo  delle  biave 
a  favor  dell'  arte  de'  pistori  contro  li  lavoranti  Todeschi  che  pretendevano 
esser  patroni  della  scuola  posta  in  contra  di  San  Samuel.  (A  27  Luglio 
1660.  —  28  Settembre  1660.) 

1660   a   13  Settembre.     Dimanda   del  Zuanne  Peer,   gastaldo   della 

scola  sive  hospedal    di  Santa  Maria  de'  lavoranti  pistori  Todeschi , 

che  a  me  et  fratelli  miei  aspetti  et  sii  di  nostra  propria  ragione  la  scuola 
sive  ospedal  nostro,  posto  in  contra  di  San  Samuel  che  le  scritture  di- 
mostrano  chiaramente ,  essere  stata  da  nostri  auttori  ^)  comprata ,  con- 
strutta,  mantenuta  e  sempre  conservata,  e  quel  di  piü  che  le  scritture 
medesime  somministrano  il  tutto  con  li  nostri  propri  denari  senza  parti- 
cipatione  alcuna  d'essi  nostri  signori  adversarii,  li  quali  con  1'  indebito 
pretesto  del  consenso  per  noi  cortesemente  prestato  a  loro  instanza  acciö  (che) 
dal  nostro  nonzolo,  presso  il  quäle  restano  sempre  le  chiavi  di  essa  nostra 
scuola  sive  hospedal,  li  sii  stato  aperto  esso  loco,  e  cortesemente  accomo- 
datisi  perche  possano  fare  a  qualche  loro  ridazione,  vorrebbero  essersi 
arrogata  ingiusta  patronia  e  dominio  nel  nostro,  cosa  ingiustissima  .... 


Yen.  St.-A.  Mar.  d.  Pist.  f.  166'  Mus.  Civ.  Corr.  f.  124. 


ij  Undeutlich. 


1685.  345 


85. 

1685,  Juli  31.     Aehnliehen  Inhalts  wie  Nr.  83, 

1685  31  Luglio.  Comandamento  a  favor  dell'  ospedal  de  lavoranti 
calegheri  Todeschi  all'  habitante  nell'  ospedal,  che  licentii  dall'  ospedal 
le  persone  che  vi  habitano,  eccetto  lui  come  padre  del  medesimo  ospital 
con  la  consorte. 

Yen.  St.-A.  Catastico  del  Convento  di  S.  Stefano  Proc.  n.  431.  Calegheri  Tod. 


86. 

1685,  Nov.  26.  Die  italienischen  Bäckergesellen  in  Venedig  richten 
an  die  ,Proveditori  alle  biave*  das  Gesuch,  dass  sie,  wie  früher, 
in  die  Zunft  der  Bäckermeister  Venedigs  aufgenommen  würden. 

Illustrissimi  et  eccellentissimi  signori  provedidori  e  sopraprovedi- 
tori  alle  biave. 

E  raecomandata  all'  autoritä  di  quest'  eccellentissimo  magistrato 
1'  arte  de  pistori,  nella  quäle  siamo  pur  noi  lavoranti  di  detta  arte  umi- 
lissimi  servi  dell'  eccellenze  vostre  abbraciati  con  decreti  dell'  eccelso  con- 
siglio  di  dieci  e  terminationi  di  questo  stesso  sacrario. 

Sino  ne'  primi  secoli  si  distingueva  questa  nostra  arte  in  tre  qua- 
litä  di  persone,  cioe  pistori  pati'oni,  pistori  lavoranti  Lombardi,  pistori 
lavoranti  Todeschi.  Ogn'  uno  di  questi  membri  haveva  all'  hora  sepa- 
rata  la  sua  scuola,  ma  conoscendosi  dalla  pubblica  maestä  1'  anno  1422, 
13  Maggio  ^)  non  ben  convenirsi  tal  separatione  mostruosa,  per  formar  un 
corpo  unito  fu  decretato  in  tal  tempo  dal  detto  eccelso  consiglio,  che 
ritrattate  le  due  scuole  (che)  correvano  sotto  nome  di  lavoranti,  tutti 
in  quella  de  pistori  patroni  dovessero  reddursi,  obbligando  li  gastaldi  de- 
scrivere  in  quella  cosi  li  pistori  come  li  lavoranti  soi  di  ciascuna  con- 
dition  e  generalmente  che  volessero  in  essa  entrare. 

Pocco  tempo  doppo  ricorsero  alli  capi  di  detto  consiglio,  dimandando 
un  sufiFraggio  ^)  da  erigersi  in  San  Filippo  e  Giacomo  li  lavoranti  Todeschi 
per  quello  (che)  riguardava  il  culto  del  Sig.  Iddio  e  regola  dell'  anime 
loro,  prottestando  quanto  all'  Interesse  dell'  arte  d'  esser  nella  scola  con 
patroni  pistori. 

Sortirono  la  licenza  del  medemo  ^),  ma  col  progresso  incolpati  d' 
introdurre  in  detto  suffraggio  1'  interesse  dell'  arte,  fu  concessa  da  quest' 
eccellentissimo  magistrato  1'  anno  1543,  19  Settembre  *)  facoltä,  alli  pistori 
patroni  d'  escludere  e  correggere  nel  capitolo  dell'  arte  quei  lavoranti 
che  fossero  stati  conosciuti  colpevoli,  restando  in  tal  guisa  abbollito  esso 
suffraggio  nel  detto  capitolo.  Vi  fü  perö  dichiarata  conditione,  che  tutti 
essi  fanti  sive  lavoranti  si  dovessero  scriver  o  far  scriver  de  cetero  in  la 
scola,  giä  dichiarata  commune  cosi  ai  pistori  come  ä  lavoranti  tutti  suoi; 


1)  cf.  oben  Nr.  55. 

2)  ,orationes  monachorum  aliaque  eorundem  pia  opera',  in  quorum  partecipationem  ad- 
mittebantur  laici'  Ducange  (hier  =  Zweig-Bruderschaft?). 

3)  am  23.  Juli  1422;  cf,  oben  Nr.  56. 
*)  cf.  oben  Nr.  77. 


346  1685. 


e  con  tal  condition  fu  ratificata  essa  parte  di  12  Dicembre  del  detto  anno 
dalli  giuditii  d'  all'  hora^).  Onde  per  tutti  una  sola  doveva  esser  la  scola 
come  per  piü  d'  un  secolo  doppo  e  statto  sempre  osservato. 

Ma  cambiate  poi  lö  persone  de'  pistori  patroni,  che  per  la  maggior 
parte  erano  tutti  Todescbi,  in  altre  Italiane,  cusi  anco  si  e  andato  am- 
pliando  il  numero  di  noi  lavoranti  Lombardi  sudetti  di  questo  augusto 
donainio,  essendosi  fermati  in  questa  dominante  con  il  domicilio  e  famiglie 
nostre,  il  che  non  pratticavano  li  Todescbi,  che  fermati  per  qualche  tempo 
ritornavano  poscia  alle  patrie  loro,  ne  soccombevano  alle  gravezze  et 
altro,  come  al  presente  facciamo  noi.  Fatti  con  tal  cambiamento  opulenti 
li  pistori  patroni  non  piü  attendevano  al  lavoro  come  pratticavano  gl' 
altri;  ma  mercantando  formenti  lasciorono  tntto  il  peso  delle  faticbe 
sopra  di  noi,  cosi  che  detta  scola,  non  sapendo  essi  lavorare,  si  puö  dir 
piü  nostra,  che  loro;  e  pure  ad  un  tratto  non  sappiamo  dir  come,  non 
ostante  che  nel  pagar  de  galeotti^)  alla  militia  da  mar  per  1'  armar  delle 
50  galere  noi  pure  siamo  obligati  et  tassati  a  corrispondere  unitamente 
con  loro,  c'  hanno  esclusi  dalla  detta  scola,  e  ciö  anco  in  onta  della  ter- 
minatione  di  questo  stesso  eccellentissimo  magistrato  1600,  9  Zugno,  che 
col  supposto ,  che  tutti  siamo  nella  stessa  scuola,  parlando  de  sollevatori 
lavoranti  contro  patroni  obliga  il  gastaldo  legger  ogn'  anno  nella  scola 
dove  siamo  riddotti  li  lavoranti  essa  parte  in  pena  al  medemo  gastaldo  di 
ducati  50  in  caso  d  contrafatione. 

Supplicassimo  pertanto  che  a  noi  pure  fossero  fatte  vedere  le  marie- 
gole  dell'  arte  nostra,  ma  negateci  queste  li  fu  dall'  auttoritä  avoga- 
rexa')  commesso  il  parteciparle,  e  da  quelle  habbiamo  ricavato  quanto 
al  presente  esponiamo  all'  eccellenze  vostre.  Ma  ricusati  noi  nella  scola 
da  pistori  per  non  darli  mottivo  di  dispiacere,  all'  hora  dimandassimo 
1'  erezione  d'  un  suffraggio  per  noi,  al  quäle  oppostisi,  ricoressimo 
nuovamente  et  alla  fine  ci  fu  concesso  sotto  il  nome  di  Madonna  della 
Concezione  nella  chiesa  de  Frari ,  soggettandolo  1'  eccelso  consiglio  di 
dieci  al  magistrato  illustrissimo  de  provedidori  di  comun.  Non  aggradi 
ne  pur  questo  alli  pistori  patroni ,  e  con  il  braccio  dell'  eccellenze 
vostre  rappresentando,  che,  essendovi  la  scola  commune,  superfluo  questo 
sufiraggio,  che  obligava  li  descritti  alla  contributione  delle  portioni  a 
loro  spettanti  per  1'  opere  pie  et  altre  cose  concernenti  al  medemo, 
con  ciö  ottennero  giuditio,  col  quäle  resta  questo  pure  in  tale  maniera 
abollito. 

Non  essendo  perö  giusto,  che  noi  infelici  assistiti  dal  fondamento 
delle  cose  sopranarate  andiamo  profughi  e  ramminghi,  abbandonando  ogn' 
altro  ricorso:  supplichiamo  umilmente  1'  autoritä  e  giustitia  di  vostre 
eccellenze  credendo  d'  incontrare  in  ciö  la  volontä  de  pistori  patroni,  ma 
in  ogni  caso,  perche  degnino  commandare  al  gastaldo  in  esecutione  del 
sopracennato  decreto  1422  e  susseguenti  terminatione  e  particolarmente 
quella  1600,  9  Zugno,  che  noi  pure  dobbiamo  essere  descritti  nella  scola 
de  pistori,  come  es  sempre  stato  pratticato,  che  cosi  essendo  uniti,  cesserä, 
ogni  motivo  di  contese  e  potremo  noi  viver  all'  obbedienza  dell'  eccel- 
lenze vostre  e  del  gastaldo  de  pistori  patroni,  con  il  proffitto  dell'  arte 
nostra  commune.     Gratie  etc. 


n 


1)  cf.  oben  Nr.  78. 

2)  ^aleotto  l'uomo  che  s'ingaggiava  a  servir  volontario  nelle  galere'  Boerio. 

3)  Wohl  =  ,dei  Avogadori'. 


1685.  347 

1685,  26  Novembre.  Presentata  dall'  eccellente  Michiel  Minelli 
per  nome  delli  lavoranti  pistori  et  illicö  intimata  al  gastaldo  dell'  arte 
de'  pistori  per  Zorzi  Carminati  fante. 

Tratta  da  simile  esistente  nel  magistrato  eccellentissimo  delle  biave, 
presentata  come  sopra. 

Yen.  Mus.  Civ.  Corr.  Mar.  f.  145 ;  es  folgen  noch  mehrere  Aktenstücke :  f.  145  26  Marzo 
1686  Instanza  per  l'eccellente  domino  Michiel  Minelli  N.  Q.  J.  (im  Namen  der 
lavoranti  de  pistori)  in  causa  con  d.  Bortolo  Nassetti  gastaldo  delli  pistori. 

1.  Che  debba  il  gastaldo  de  pistori  in  essecutione  delle  leggi  e  di  quanto 
ö  stato  e  sarä  considerato  descriver  li  lavoranti  pistori  nella  scola  mede- 
sima  con  quelle  forme,  regole  et  ordini  che  dalV  autoritä  di  questo  ec- 
cellentissimo collegio  sono  giä  State  e  saranno  occorrendo  prescritte. 

2.  Che  non  intendiamo  noi,  con  l'esser  descritti  in  detta  scola  ingerirsi  in 
cosa  alcuna  ne  nelle  loro  cariche,  ne  nelli  loro  interessi  dell'  arte;  ci 
resti  permesso  dopo  descritti  in  detta  scola  di  redurci  nella  medesima 
per  poner  quelli  ordini  e  regole  (che)  trä  di  noi  saranno  credute  proprio 
subornate  sempre  all'  autoritä  e  comandi  di  questo  eccellentissimo  collegio. 
22.  April  1686  von  den  sopraproveditori  u.  prov.  alle  biave  nicht  an- 
genommen. 


iH-i 


Personen-  und  Ortsregister 


zu  Band  I  und  IL 


Auch  hier  folge  ich  vorzüglich  den  bei  den  Reichstagsakten  beobachteten 
Grundsätzen,  indem  ich  Personen  und  Orte  zusammennehme  und  als  Hauptform 
die  deutsche,  moderne  wähle.  Nur  habe  ich  daneben  häufiger  die  älteren,  sel- 
teneren Formen  noch  besonders  aufgeführt.  Nur  theilweise  konnten  aus  Spar- 
samkeitsgründen die  venetianischen  Namen  berücksichtigt  werden;  die  als  An- 
tragsteller genannten  Venetianer  wurden  ganz  übergangen.  Auch  die  Worte 
Venedig  und  Fondaco  wurden,  weil  immer  wiederkehrend,  nicht  aufgenommen, 
hingegen  von  Venedig  die  wichtigeren  0 ertlichkeiten,  besonders  jene,  wo  Deutsche 
erwähnt  werden.  Ebenso  ist  der  Stand  der  Kaufleute,  weil  es  sich  zumeist 
um  solche  handelt,  nicht  ausdrücklich  angegeben. 

Die  arabische  Ziffer  allein  bedeutet  die'Nummer  des  ersten 
Bandes;  der  zweite  Band  ist  mit  vorgesetztem  II  nach  den  Seiten  citirt, 
für  die  letzteren  Theile  desselben  aber  (Grabschriften  etc.)  auch  die  Nummer  in 
Klammer  beigefügt;  die  kleineren  Ziffern  als  Exponenten  beziehen  sich  auf  die 
Anmerkungen  der  betreffenden  Seite.  Die  angewendeten  Abkürzungen  der  Städte 
und  Länder  sind  leicht  verständlich ;  die  übrigen  sind :  n.  =  nördlich,  ö.  =  öst- 
lich, w.  =  westlich,  s.  =  südlich  oder  =  sein,  seine  oder  =  siehe;  d.  =  des,  der; 
V.  =  von;  a.  =  aus  oder  =  am,  i.  =  in,  b.  =  bei;  m.  =  mit;  z.  =  zu;  verm. 
=  vermählte ;  geb.  =  geborene ;  Br.  =  Bruder,  Fr.  =  Frau,  Gem.  =  Gemahlin, 
S.  =  Sohn,  T.  =  Tochter,  W.  =Wittwe. 


A. 


Aachen  724—727,  730,  731,  755,  761, 
767,  773;  II,  97,  106,  145,  147-149, 
160,  191 

Abt  Martin  a.  Frankf  a.  M.  II,  189,  210 

Adam  (de  Ambergau?),  Buchdrucker 
i.  Vened.  II,  288 

Adam  v.  Rottweil,  Buchdrucker  i.  Vened. 
II    288 

Adamitz  a.  Villach  239;  II,  53 

Adefonso  P.  aus  München,  Prediger  i. 
Vened.  H,  261 

Adelhart  (Nadelhart)  David  a.  Ulm  II, 
185,  209,  234  (75) 

Adelkind  Cornelius,  Buchdrucker  i.  Ve- 
ned. II,  288 

Adguil  Albert  598;  II,  82 

Adler  Philipp  a.  Augsb.  598;  II,  60 

Admont  i.  Steiermark  II,  99 


Aenslinger  Wemlin  a.  Konstanz    II,  65 

Agber  Daniel  a.  Aachen  724  (cf.  Hagen) 

Ageley  s.  Aquüeja 

Ager  Albertus,  Bergmann    II,  333  (70) 

Agram  i.  Kroatien  II,  273 

Aibler?  s.  Hibler 

Aider  (=  Haider?)  Barbara,  Fr.  d.  Jo- 
hannes, Wirthes  i.  Vened.  II,  251,  284 

Aigler  Andreas  a.  Ravensb.  II,  186,  209 
(cf.  Eichler) 

Ainech  (=  Heineke?)  Matthäus  II,  210 

Ainflenger  s.  Ainsunber 

Ainsunber  (?)  (Ainflenger)  (a.  Speier?) 
Johannes  241;  II,  67 

Ais  Hieronymus  653,  658  (cf  Hais) 

Aiseller  s.  Haisler 

Aiz  (=  Hais?)  Georg  II,  255  (147) 

Ala  i.  Südtirol  II,  94 

Alantsee  Leonhard  a.  Wien,  Buchhänd- 
ler i.  Vened.  II,  289 


II 

I 
II 


Personen»-  und  Ortsregister. 


349 


Alberico,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 

Albert  von  Stade  II,  91,  93 

Albert  y.  Stendal,  Buchdrucker  i.  Vened. 

II,  288 
Alberti,  Arzt  i.  Vened.  II,  256,  257 
Alberti  Volcker,  Prediger  i.  Vened.  II, 

160 
Albertus  P.  a.  Eppan  i.  Tirol,  Prediger 

i.  Vened.  U,  262 
Albertus  a.  Vülach  109;  II,  53 
Albertus,  Schenkwirth  d.  Fond.  72 
Albrun  (=  Heilbronn?)  II,  275,  326(66) 
Alchimaister  Johannes  a.  Augsb.  II,  58 
Aldenberg  Hermannus  de  —  68 
Aldimarsi,  Arzt  i.  Vened.    E,  255,  287 
Alemania,  Alemanea,  Alemagna,  Ala- 

manea,  AUemania  s.  Deutschland 
Aler  s.  HaUer 
Alessii  Alessio  de  —  a.  Trient  II,  173, 

252 
Alexandria  201;  II,  3,  4,  16,  198 
Allan  Zuanni,   Arzt  i.  Vened.    II,  249 
Allemoto  castellum  (=  La  Motta?)  343 
Alt  Ludwig,  S.  Ludwigs  des  Jüngeren 

a.  Salzb.  n,  174,  230  (53) 
Altemanus  a.  Regensb.  804;  11,  47 
Ama^ia  s.  Matsch 

Amauser  (Amhauser,   Anhauser,   Ann- 
hauser,  Anhuser)  a.  Augsb. 

Johannes  748;  II,  178,  181,  208,  209, 
343  (82)  u.  Nachtr. 

Robert  H,  179,  210 
Aniberga(u)  s.  Ammergau 
Ammergau    (Ambergau,   Ammern)    in 

Oberbaiem  II,  79,  199,  200 

—  Ober-  u.  Unter-A.  E,  199 
Ambergau  (?)  II,  288  (cf.  Adam) 
Ambtmann  Franz  Christoph  a.  Klagen- 
furt E,  173,  211 

Amman  a.  Augsb. 

Daniel  II,  179,  211 

Gottfr.  Ferdinand  II,  211 

Gottfr.  Friedr.  E,  180,  211 

Gustav  Adolf  II,  181 
Ampezzo  (Haiden)   498;  E,  91,  96,  97 

—  Thal  i.  Tirol  II,  201 

Amse(e)  im  Ampezzo-Thal   452;  E,  91 
Amsi  Theutonicus  II,  305—306  (31) 
Anchin  s.  Anechinus 
And  (?)  s.  V.  Brenner  E,  198 
Anderle  Cancian  II,  333  * 
Anderlin  s.  Enderlin 
Andernach  a.  Rhein  II,  93,  97 
Andreas  a,  Nümb.  164;  E,  74 

—  a.  Regensb.  69;  II,  47 

—  Physicus  i.  Vened.  II,  319  (54) 

—  S.  Bernhards,  Theotonicus  II,  324 
(63) 

Anechinus  (Anchin?)  Theutonicus    163 


Anechinus  a.  Brabant  167 

—  a.  Köln  (Anchin?)  322;  E,  20 
Anfelden  i.  Oberösterreich  II,  201! 
Angeli  (=  Engel  ?)  Lorenz  a.  Nümb.  574 ; 

II,  79 
Angelin  a.  Graifiner  (Greifenberg?)  322; 
E,  20 

—  a.  Preussen  322;  II,  20 
Angelinus  a.  Ulm  II,  63 
Angelus  a.  Melk  II,  297  (20) 
Angler  Gabriel  a.  München  II,  56 
Anglia  s.  England 

Anhauser,  Anhuser  s.  Amauser 
Annania  (=  Anagni?)  II,  261 
Antonius  a.  Venzone  317;  II,  54 
Antwei-pen  710;  E,  125,  200 
Anzelinus,   Schuster  i.  Vened.    II,  277 
Anzolo,  S.  Francesco's,  Weber  i.  Vened. 

E,  277 
Apothecarius(Appothecker,Apentecker), 

Johannes  a.  Augsb.  u.  s.  Br.  Nicolaus 

76—78,  81;  II,  58 
Appenzell  i.  d.  Schweiz  593;  E,  66 
Aquileja  (Aquüegia)  15,  16,  798;  E,  98, 

100 

—  vicarius  patriarchatus    II,   333  (70) 

—  Patriarch  Berthold  E,  100 
Markward  211,  242 

Ludwig  V.  Teck   317,  413;  E,  36 

Aquisgrana  s.  Aachen 

Argentus  (=  Arsent?)  Peter  a.  Freiburg 

i.  d.  Schweiz  424,  557(?);  E,  66 
Argon  Jakob  von  —  541 
Argun  Peter  v.  Augsb.  II,  59  (cf.  Egen) 
Arigo  P.  a.  Brabant,  Prediger  i.  Vened. 

E,.262 
Arüninum  s.  Rimini 
Arlberg  E,  92,  93 
Armanus  a.  Nümb.  180;  II,  75 
Armannus  Theotonicus  558,  566 
Armanus,  Wirth  i.  Vened.  E,  283  ^" 
Armbruster  Hans  Albrecht  (a.  Strassb.  ?) 

II,  188,  209  u.  Nachtr. 
Arnim  Constantin  von  —  II,  220  (2) 
Amoldstein  in  Kämthen  II,  200 
Arragonien  König  (Ferdinand)  von  — 

693 
Arsent  (Argentus?)  Fran9ois  a. Freiburg 

i.  d.  Schweiz  II,  66* 
Arson  Anna,  T.  Michaels  II,  255  (149) 
Arteman  (=  Bartmann?),  Arzt i. Vened. 

E,  257 
Artengo   Baidessar   de  — ,  Sensal   des 

Fond.  323 
Artigio,  Arzt  i.  Vened.  II,  253,  287 
Arting  (=  Härtung?)  Georg  II,  252  (80) 
Artmannus  (=  Hartmann?)  a.  Frankfurt 

a.  M.,  Wollarbeiter  i.  Vened.  II,  278, 

318  (51) 


350 


Artzt  Ulrich  a.  Augsb.  668,  669,  688, 
689 

d.  Aeltere  II,  59,  321  (57) 

Arzune  Petrus  de  — ,  Canonicus  i.  Rimini 

II,  305  (31) 
Aspich  Corrao  de  —  II,  280  " 
Athemannus  de  Alemania  50;  11,  82 
Au=Oberau  i.  Oberbaiern  II,  94  ' 
Aub  i.  ünterfranken  II,  93 
Auer  Georg  —  de  Filimberg  (=  zu  der 

Adelnburg  i.  d.  Oberpfalz?)  209 
Auer  Jakob  a.  Nümb.  II,   76,   77  (cf. 

Dauer) 
Auersburg  Federico  de  —  II,  280  ^° 
Aufert  Walter  a.  Konstanz  II,  65 
Augsburg  (Auspurch,  Usporg,  Uspurch, 
Augusta)  26,  76—78,  81,  204,  207, 
208,  210,  211,  217—219,  275,  289, 
308—314,  316,  318,  355,  369,  414, 
422,  425, 452,  501,  508,  517, 528—530, 
532,  536,  541,  583,  655,  656,  663, 
664,  665,  667,  668,  669,  670,  673, 
675,  684,  685,  686,  688,  689,  690, 
704,  716,  732,  733,  741,  743,  753, 
754,  755,  756,  761,  763,  767,  771, 
779;  II,  8,  16,  45,  46,  57,  71, 
88—95,  97,  100,  101,  102,  121,  122, 
124,  126,  138,  142,  147,  148,  154, 
176—182,  199,  200,  222,  223,  224, 
225,  233,  234,  235,  239,  242,  254, 
256,  258,  273,  274,  278,  281,  285, 
288,  289,  307—311  (34—40),  321  (57), 
336  (74) 

—  Bisch.  Burkhart  H,  58 

—  Bisch.  Hartmann  Ü,  57 

—  Bisch.  (Markward)  207,  210 
Augustin  Todescho  II,  251  (59) 
Augustinus    a.   Crema,    Arzt   11,    327, 

329  (QQ) 
Auracher  a.  Nümb. 
Emmerich  II,  172,  195 
Johann  Wolfhard  II,  194,  211 

—  Georg  a.  Steyr  II,  170,  234  (74)  _ 
Aurifaber  Job.,  Hofprediger  i.  Weimar 

II,  158 
Aurl  Leonhard,  Buchdrucker  (?)  i.  Vened. 

II,  288 
Auser  (=  Hauser?)  Katharina,  Fr.  od. 

T.  Johanns  II,  254  (127) 
Auspurch  s.  Augsburg 
Auspurch  Rom   de  — ,  venet.  Söldner 

II,  280 
Austria  s.  Oesterreich 
Austria  civitas  s.  Cividale 
Avan9ago  Marinus,  Beamter  d.Fond.  198 
Axel  Barbara,  Fr.  Adams  II,  252  (69) 
Aysslinger  Johannes  a.  Lauingen  326; 

n,  63 ;  s.  T.  Martha  II,  63 ' 


Personen-  und  Ortsregister. 

B.  cf.  P.  u.  W. 


n 


Babenberger  Konrad  a.  Nümb.  II,  77 
Babenhausen(Babinchusin)i.  Hessen  182 
Baccello  Johannes  de  —  Theutonicus  47 
Bach  Heinrich  a.  Augsb.  217,  218;  II,  58 
Bacharach  a.  Rhein  II,  93 
Bachelier  Michael  i.  Antwerpen  710 
Bachmayer  a.  Augsb.  II,  256 

Daniel  II,  179,  181,  211 

Matthias  II,  225  (25) 
Baden  Bernhard  Markgraf  von  —  300 
Baden  b.  Wien  II,  98 
Bader  Konrad  a.  Konstanz  H,  64 
Baduaria  (=  Bayern?)  74 
Bagnia  s.  Wagner 
Bagoci  Piero  a.  Trient  H,  251  (35) 
Baiardi   Christoph   a.   Trient  H,    173, 

253  (120) 
Baier  Joh.  II,  158  (cf.  Bau) 
Baiern  (Bayern,  Peyern,  Bavaria,  Ba- 

veria,  Babaria,  Bayveria,  Baduaria) 

74  (?),  108, 207, 208, 210, 226, 253,  732 ; 

II,  7,  56,  100,  175,  254,  261,  273,  275, 

312  (42) 

—  Niederbaiem  202,  231;  II,  48,  56,  91 

—  Oberbaiern  202;  II,  48 

—  Herzöge  (ohne  Namen)  206,  209, 
210,  215,  226,  238 

—  Herz.  Albrecht  III  (München)  H,  48 

—  Herz.  Albrecht  IV  (München)  503, 
667,  669 

—  Herz.  Albrecht  V  II,  175 

—  Herz.  Heinrich  (Landshut)  352 

—  Herz.  (Ludw.  deut.  Kaiser)  53,  57 

—  Herz.  Ludwig  (Landshut)  II,  48 

—  Herz.  Sigmund  (München)  503 

—  Herz.  Stephan  d.  Aeltere  (Nieder- 
baiem-Landshut)  191,  202,  209;  H,  48 

—  Herz.  Stephan  d.  Jüngere  (Niederb.- 
Landshut)  209,  226,  227;  II,  58 

—  Herz.  Wilhelm  III  (München)  366 

—  Herz.  Wilhelm  V  688,  689;  II,  175 

—  Herz.  Wolfgang  685,  686,  687,  689 
Baiersoien  i.  Oberbaiern  199,  252 
Bau  (=  Baier?  oder  Weiss?)  Andreas 

a.  Nümb.  u.  Konrad  a.  Augsb.  H, 
225  (24) 

Bais  s.  Weiss 

Baldauf  Margareth,  W.  Daniels  Ballen- 
binders des  Fond.  II,  248,  256 

Balduin  a.  Köln,  Ballenbinder  d.  Fond. 
322  •  II   20 

Baldus  Theotonicus  i.  Padua  II,  318  (52) 

Balisterius  Jacobellus,  Sensal  d.Fond.  26 

Ballistarius  Johannes,  Propst  in  Bern 
599;  II,  66 

Balthassar  (?)  Daniel,  Todesco  II,  256 
(176) 


I 


Personen    und  Oiisregister. 


351 


Balthassar,  Bäckergeselle  i.  Vened.  II, 

271,  340  (77) 
Bamberg  E,  97 
ßanch  ^anke?)  Johannes    a.   Breslau 

358,  367,  368,  434;  H,  72 
Bander  s.  Pender 

Bangha  Diatricus  de  —  163;  II,  82 
Barbadico  Johannes  349  (cf.  Barbarigo) 
Barbant  s.  Brabant 
Barbari  Jacopo  de'  II,  9,  289 
Barbarigo  (Barbarico,  Barbadico)  Ago- 

stino,  Doge  II,  49,  331  (67) 
—  Marco,  Doge  571 
Barcar  Petrus  de  —  23 
Barthelmess  s.  Bartholomäus 
Bartholomäus  (= Barthelmess?)  a.  Nürn- 
berg II,  194,  223  (15) 
Bartholomaeus,  Geldleiher  i.  Treviso  II, 

304  (31) 
Basel  (Basilea,  Basilia)  133,  182,  197, 

200,  204,  207,  401,  409,  413,  756— 

759,  761;  II,  46,  65,  90,   148,  198, 

199,  283 
Basella  (=  Basler?)  Johannes   Teuto- 

nicus  84 
Bassano  i.  Venetien  II,  97,  199,  201 
BattioroFlorius,  Schenkwirth  d.  Fond.  31 
Baudesen  s.  Bautzen 
Bauer  Michael  a.  Memmingen  II,  184 
Bauliaw  Georg  a.  Breslau  II,  72, 231  (60) 
Bautzen  i.  Sachsen  358;  11,  72 
Bavaria,  Baveria,   Babaria,  Bayern  s. 

Baiem 
Bayer  s.  Pagier 

Beck  Johann  a.  Augsb.  II,  180,  211,  259 
Behaim  (Beheym)  i.  Nümb.  II,  73,  74 

Konrad  II,  75 

Reinhard   (Raynaldus)   u.    s.    Neffen 

Johannes  Bernhard  Friedrich  550 
Behm,  Arzt  i.  Vened.  II,  257,  258 
Behm  (=  Rehm?)  Abraham  a.  Augsb. 

II,  224  (22) 
Belf  (=  Wels?)  322 
Belin  Iseppo,  Träger  d.  Fond.,  u.  s.  S. 

Michael  II,  256  (159) 
Bellini  Gentüe  u.  s.  Br.  Giovanni,  Maler 

II,  20 
Bellinzona  (Pellinsona)  II,  199 
Belluno  (Cividadum,  Cividale  Belluni) 

128,  129,  226,  227;  H,  56 
Beizer  s.  Welser 
Bembo  Giovanni,  Doge  733 
Bemp  Heinrich,  S.  d.  Nicolaus  a.  He- 

bem(?),  Bürger  i.Vened.  II,  283,322  (59) 
Ben,  Arzt  i.  Vened.  II,  256,  257 
Bencze  (?)  Jacomo   de  —  Alemano  II, 

249  (5) 

Bendit  (?)  Giacomo  de  —  Alemano  II, 

250  (22) 


Benedetti,  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Benediktbeuem  i.  Oberbaiem  II,  96 
Beneintendi  Rustichinus,  Notar  i.  Vened. 

14 
Bensperg  a.  Lindau 

Jakob  II,  187,  211,  258 

Joh.  Georg  II,  187 
Benus  a.  Prag,  Schuster  i.  Vened,  290 
Benvenuto  a.  Cividale  194;  II,  54 
Benz  Christian,  Ludwig,  Paul  a.  Augsb. 

II,  182 
Benzon,  Arzt  i.  Vened.  11,  252,  253 
Bergh  Friedrich  II,  210 
Berghes  (Bergis)  a.  Köln 

Baptist  723;  II,  145,  190 

Peter  de  —  II,  190 
Bergmann  Charitas,  Fr.  Johanns  (Ale- 
mano) II,  252  (81) 
Berlin  II,  191 

Bern  i.  d.  Schweiz  593,  599;  H,  66 
Bern  s.  Verona 

Bemabas  Zanetus,  Sensal  d.  Fond.  812 
Bernardus,  Bäckergeselle  i.Vened.  II,  274 
Berneck  i.  Steiermark  II,  200 
Bernhard,   S.  Michaels,  venet.  Bürger 

II,  283 
Bemhardin,  Pass  II,  92 
Bertaldus,  Sensal  d.  Fond.  64. 
Berthold,  Seifensieder  i.  Vened.  U,  278, 

293  (9) 
Bertholdus  (?)  Canonus  (?)  de,  Sensal 

d.  Fond.  294 
Bertoldus  Jacobus,  Bäcker  i.  Vened. 

II,  274 
Besserer  (Pexa,  Pexer,  Pessar)  Georg 

a.  Ulm  653;  II,  185 
Bettminger  Lutfried  a.  Konstanz  II,  65 
Biberach  i.  Württemberg  II,  46,  63,  186 
Bicquis  Laurentius   de  — ,  venet.   Ge- 
sandter II,  302  (29) 
Bierth  s.  Wirth 
Bilech  Petrus  de  —  820 
BiliaHieronymus  569 ;  II,  38, 65  (cf.  Viler) 
Bimel  Regina  a.  Augsb.  11,   224  (20) 

(cf.  Pimel) 
Bingen  a.  Rhein  II,  93 
Birchü  Georg  (a.  Salzb.?)  709;  H,  174 

(cf.  Pirchell) 
Birgel  Arnold  von  —  a.  Köln  II,  70 
Birkenfeld  (Birkenfelder,  Pirckenfeld) 

_a.  Nürnb.  466,  468;  II,  78 
Birkheimer  (Pirkheimer,  Birckheymer, 

Pirckamer)  a.  Nürnberg 

Fritz  II,  76 

Georg  361,  H,  77 

Hans  II,  75 

Konrad  (Kunz)  288,  293,  304,  305; 
II,  75,  76 

Philipp  444 


352 


Personen-  und  Ortsregister. 


Bimbaumer  Wald  i.  Krain  II,  98,  200 

Bischofshofen  i.  Salzburg  II,  99 
.Bister  Mathäus  a.  Wien  820;  II,  52 

Bistoch  Johannes  de  Hengellem  (a.  Ingel- 
heim?), venet.  Söldner  II,  279 

Bladen  s.  Sappada 

Blancholinus,  Wirth  i.  Vened.  105 

Blankenbach  (Blanchenbach,  Blanchin- 
bach),  Arzt  i.  Vened.  II,  265,  287 

Blasius  a.  Cividale  II,  298  (21) 

Blaubeuren  i.  Württemb.  II,  97,  199, 
288  (cf.  Stachel) 

Bludenz  i.  Vorarlberg  II,  93 

Blum  (Plum,  Plun)  a.  Frankf.  a.  M. 
Wolf  (Bulf)  562;  II,  38,  68 
s.  Sohn  Georg  II,  68,  234  (73) 

Blumau  (Pluemau)  i.  Tirol  II,  199,  201 

Bodensee  II,  93  ^ 

Böckhlin  s.  Pecchlen 

Böhmen  (Bohemia)  18,  94,  101,  190, 
231,  290,  322,  324,  773;  II,  20,  80, 
91,  255,  274,  275,  279,  299  (24),  301 
(29),  303  (30),  312  (42),  326  {66'?) 

—  Herz.  Heinrich  (?)  46 

—  Kön.  Ottokar  II,  80 

—  Kön.  Wenzel  II,  80,  81,  86 
Böhmerwald  II,  101 
Bofardus  a.  Wien  266;  II,  52 
Bohem  Johann,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 
Bolandt  Johann  von  —  i.  Köln  II,  190 
Bologna  (Bononia)  79,   84,    139,  643; 

II,  261,  291  (3) 
Bonacorsi  Johannes,  Sensal  d.  Fond.  816   I 
Bonajuti  Francesco,  A  rzt  i.  Vened.  II,  259 
Bonamia,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 
Bondumier  Zuanne,  Visdomino  d.  Fond. 

699 
Bonicontro  Thomas,  venet.  Gesandter 

209,  210,  211 
Bonn  II,  93 
Bononia  s.  Bologna 
Bonus  Marchetus,  Sensal  d.  Fond.  112 
Boppard  a.  Rhein  II,  93 
Borel  Simon  i.  Köln  II,  190  (cf.  Bourel) 
Borgetti  Giovanni  743;  II,  190 
Borgo  (Burg,  Burgo)  i.  d.  Val  Sugana 

II,  97,  199,  200,  201 
Borlinus  Angelinus  600 ;  II,  79  (cf.  Prewn- 

lein) 
Bota,  Arzt  i.  Vened.  II,  253 
Botenstein  (Potestain)  Konrad  u.  Ulrich 

a.  Nürnberg  164;  II,  74 
Botzheün  Jakob  von  —  i.  Hagenau  II, 

189 
Bourel  (=  Borel?)  Franz  a.  Köln  II,  191 

s.  Neffen  Gabriel  u.  Franz  Jos.  II, 
243  (116) 
Bozen  (Bolzano)  II,   94,   95,  198,  199, 

201,  261,  283 


Brabant  167;  II,  262 
Bradislavia  s.  Breslau 
Bragadino  Petrus,  venet.  Gesandter  28,29 
Bramer  (Pramer)  Wolfhard  741,  748 
Brandenburg,  Markgraf  (ohne  Namen) 
145,  159,  191,  192,  227,  369 

—  Markgr.  Friedrich  333,  369 

—  Markgr.  Johann  u.  Albrecht  11,^101 

—  Markgr.  (Ludwig)  145,  159 

—  Markgr.  (Otto)  226 

—  Mutter  des  Markgrafen  (Meinhard? 
Margaretha  Maultasch?)  191 

Brani,  Arzt  i.  Vened.  II,  254 
BranzoU  (Bransol,  Franzuol,  Brontzol) 

i.  Tirol  II,  94,  199,  201 
Brassart  Franz  i.  Köln  II,  190 
Braun  Johannes,  Rathsherr  i.  Strassb. 

II,  276,  343  (82) 
Braunau  a.  Inn  II,  175,  197 
Braunschweig  II,  93 
Brazadellis  Donatus,   S.  d.  Amicus,  a. 

Trient,  venet.  Bürger  II,  283 
Brechter  (Bretter)  Friedrich  a.  Strassb. 

653;  II,  188 
Bregenz  II,  92 

—  Herz.  Hugo  28^ 

Breisig  (Breisach)  n.  v.  Andernach  a.  Rh. 

II,  93 
Bremen  II,  220  (3) 

Brenner,  Pass  II,   92,  93,  94,  198,  199 
Brenta,  Fluss  i.  Venetien  II,  201 
Brentathal  II,  92,  96 
Breslau  (Bradislavia,  Brudislavia,  Bres- 

lavia,  Brislavia  303,  358,  367,  368, 

412,  434;  II,  41,  72,  73,  101,  191— 

192,  230,  231,  238 
Brescia  (Bressa,  Brixia)  523,  550;  II,  199 
Bretten  (Breyten)  i.  Baden  II,  93 
Briö  Franz,  S.  Jakobs  a.  Trient  II,  173 

254  (126) 
Brislavia  s.  Breslau 
Brixen  (Bi'ixinone,  Brissinone,  Bressa- 

non)  i.  Tirol  II,  94,  198,  199,  200,  262 

—  Bisch.  Georg  431,  435 
Brixia  s.  Brescia 

Broda  Zuanne  da  —  a.  Trient  II,  252  (84) 
Brombeis  Christoph  Ludw.  a.  Kempten 

II,  183,  238  (98) 
Bromm  Hans  a.  Frankf.  a.  M.  II,  68,  69 
Bronicardo    (Brunicardus)    Dominicus, 

Sensal  d.  Fond.  811 

—  Franciscus,  ebenso  324;  II,  317  (50) 
Bru9es  s.  Brügge 

Bruchsal  (Bruessel)  II,  93 

Brück  a.  d.  Mur  i.  Steiermark  H,  98, 

99,  100,  171,  200 
Brückner  Georg  Christoph  a.  Nümb.  II, 

194,  211 
Brudislavia  s,  Breslau 


^ 


II 


Personen-  und  Ortsregister. 


353 


Biüchli  Jacobus  a.  Ravensburg  269 
Brügge  (Bru9es,  Bro9es)  1 0 1 , 1 76, 207, 386 
Brunn  (Bruna,  Bruno)  96,  322;  II,  20,  81 
Brun  Johann  (a.  Frankf.?)  653;  II,  188 
Bnincb  Dr.  Balthasar  (i.   Schwäbisch- 

Gmünd?)  II,  186 
Bruneck   (Brunich)   i.    Pusterthal    786; 

II,  55,  96,  97,  273,  283  (cf.  Prawneck) 
Brunicardus  s.  Bronicardo 
Bruno  Zuanne  598  (cf.  Brun) 
Budweis  i.  Böhmen  II,  101 
Bückinck  Hans  a.  Lübeck  II,  72 
Buel  P.  Primus   a.  Bologna,  Prediger 

i.  Vened.  II,  261 
Bugie  Angela  II,  231  (58) 
Buker   Justinian    a.   Frankf.   a.  M.   II, 

189,  239  (99) 

u.  s.  Frau  Cecilia  II,  239  (99) 
Bulf  s.  Wolf. 

Burch  Franz  Theodorich  von  — 11,251  (42) 
Burchau  (=  Buchau?  i.Steiermark)  11, 50 
Burgo  s.  Borgo 
Burgund  584,  593;  II,  Q6      _ 
—  Maria  v.  —  Gem.  Maximilians  I.  II, 

325  (65) 
Burkhard  Johann  Jakob   a.  Augsb.  U, 

179,  210 
Burry'  Samuel  Ludw.  a.  Augsb.  II,  182 
Buser  Johannes   a.   Augsb.   217,   218; 

II,  58 
Buster  Nicolaus  II,  253  (122) 
Butzbach  i.  Hessen  II,  106 
Buzz  (Box)  Justus  II,  Nachtr. 


C.  cf.  K.  u.  0. 

Cabibi  s.  Chebeghe 

Cadore  (Cadubrium,  Kadober)  656,  694; 

II,  96,  121 
Caf  Johann  ü,  252  (66) 
Caiger   (=  Geiger?)  Bartholomäus  II, 

252  (64) 
Caiserer  s.  Käser 
Calbe  a.  d.  )Saale  H,  97 
Caldonazzo   (Caldenatium)  i.  Südtirol, 

Jacobus  u.  Xichus  (=  Sicco)  de  —  300 
Calenbach   (Colmbach)   Joh.   Heinr.   a. 

Westhausen    b.    Hildburghausen   H, 

248,  258 
Calliano  (Gallian)  i.  Tirol  656;  H,  121 
Camermeister  Stephan  a.  Nürnb.  432,433 
Camino   b.  Treviso,   Graf  Gerardus  u. 

Rizardus  von  —  88,  89 
C'anale  Martino  da  —  II,  8 
Canali  Petrus  de  — ,  Podestä  v.  Treviso 

II,  295  (12—13) 
Candia  II,  281 
Candida  (?)  330 


Caneva  (Canipa)  b.  Sacile  i.  Friaul  506; 

H,  91 
Canstatt  b.  Stuttgart  II,  93 
Canter  Johannes  II,  82 
Caorle  (Caprulae)  i.  Venetien  203;  U,  2C0 
Capaun  i.  Kärnthen  11,  100 
Capeller  Stephan  ( = Kappler  a.Str  assb.  ?) 

653;  n,  188 
Capo  di  Ponte  (Plasprugg  n.  v.  Belluno 

704;  n,  96,  97 
Capodistria  II,  280 
Capra  Marchese  II,  255  (156) 
Caprulae  s.  Caorle 
Carbo  a.  Lübeck 

Nicolaus  II,  71 

Petrus  301;  II,  71 
Carinthia  s.  Kärnthen 
Came  Marcus   (a.  Wien  od.  Laibach?) 

544;  II,  52,  54,  82 
Camer  (Chamer)  a.  Wien 

Heinrich  513;  II,  52 

Ulrich  (Hulricus)  390;  II,  52 
Camia  s.  Krain 
Camiola  s.  Krain 
Camudo  (=  Comuda)  i.  Venetien  nw.  v. 

Treviso  H,  201 
Carpane  (Carpenedo,  Carpeney,  Carpo- 

nes)  a.  d.  Brenta  i.  Venetien  II,  199, 200 
Carrara  Jacobus  von  —  1.35 

Franciscus  von  —  257 
Casarsa  i.  Friaul  II,  98 
Castelfranco  b.  Treviso  II,  199,  200 
Castell  Wilhelm  von  —  a.  Nümb.  H,  76 
Castelnuovo  (Castrum  novum)  b.  Feltre 

i.  Venetien  246 
Catalogna  (Safran  a.  — )  785 
Cattaro  i.  Dalmatien  H,  114,  115,  281, 

338  (76),  341—342  (79—81) 
Cavaneis  Bemardus,  Notar  II,  831  {6Q) 
CavodoroMarcus,Schenkwirthd.Fond.31 
Caxamata  Castello  di — i.  Venetien  II,  96  * 
Cazunder,  Bergmann  H,  333  (70) 
Celle  i.  Hannover  II,  93 
Celsi  Lorenzo,  Doge  182,  195;  H,  281, 

302  (29) 
Ceneda  (Ceneta)  i.  Venetien  230, 506, 579 
Cerigo  s.  Zürich 

Ceriol  Joh.  Baptist  II,  257  (195) 
Cervignano  nvp.  v.  Aquileja  H,  200 
Cester  Dominicus  II,  254  (131) 
Chasar  s.  Käser 
Chebe,  Chelbit,  Clebe  (?)  (=  Kelbel  a. 

Wiener-Neustadt?)  Christoph  653, 658; 

II,  172  (?) 
Chebeghe  (Cabibi?),  Arzt  i.  Vened.  II, 

253,  254,  287 
Chechell  s.  Kechel 
Checher?  =  Kechel? 
Chelbit  s.  Chebe 

23 


354 


Personen-  und  Ortsregister. 


Cheldeman  Jakob,  Träger  i.  Fond.  II, 

256  (166) 
Cheler  Jakob  u.   s.  S.  Stephan  II,  250 

(21,  23) 
Cheler  (=  Keller?  a.  Memmingen?)  Ja- 
kob 709 

Johannes  622;  II,  61,  62 
Chemt  s.  Kempten 
Chercil  Paul  II,  256  (173),  277 
Chesler  Petrus,  Schenkwirth  d.Fond.  546 
Chever  Nicolaus  a.  Breslau  303;  II,  72 
Chiese-Fluss  i.  Tirol  II,  96 
Chilbinger  Georg  709 
Chimento  (a.  Strassb.?)  653;  II,  188 
Chioggia  (Clugia)  15,  16,  96,  139,  813; 

II,  299  (23) 
Chion9et  (?)  Ulricus  de  — ,  Castellanus 

300 
Chipp  s.  Cupp 
Chiusa  i.  Friaul  II,  98,  100,  200,  201 

—  b.  Verona  II,  94 
Chorinfail  s.  Coranfel 

Clozius  Theotonicus  II,  303  (30) 
Chrestoler  Job.  Adam  II,  251  (45) 
Chricher  Ursa,  W.  Georgs  II,  251  (44) 
Christel  (Cristel)  a.  Augsb. 

Christoph  709;  II,  180,  253 

Hans,  Johann  707;  II,  180,  222  (13) 
Christian  (Cristanus)  a.  Wien  68 ;  II,  52 
Christoforus,  Töpfer  i.  Vened.  II,  278, 

316  (48) 
Christophoro  Todescho  II,  249  (1) 
Christophorus,  Ballenführer  176;  II,  279 
Chronperger  a.  Wien  II,  53 
Chruch  Johannes  de  — ,  venet.  Söldner 

II,  280 
Chur  i.  d.  Schweiz  II,  7 
ChyrperchLeopoldvon— Deutschordens- 

Provincial  der  Lombardei  II,  306  (31) 
Cibech  Michael  a.  Baiem  II,  254 
Ciler  Georg  (a.  Laibach?)  544;  II,  54,  82 
Cilli  (Czilli,  Zelachum)  i.  Steiermark  11, 

98,  200,  289  (?) 

—  Graf  Ulrich  von  439—442,  452 
Ciprus  s.  Cypern 

Cisenhuter  s.  Eisenhuter 

Cismon  (Cisimont)  i.  Venetien  n.  v.  Bas- 
sano  II,  199 

Cittadella  i.  Venetien  s.  v.  Bassano  II, 
%1,  199,  201 

Cividadum  s.  Belluno 

Cividale  Belluni  s.  Belluno 

Cividale  i.  Friaul  (Civitas  Austrie)  194, 
514,  595,  602;  II,  54,  98,  99,  298  (21), 
333  (70),  334  (71) 

Civitas  nova  s.  Neustadt 

Claichen  Anechinus  (a.  Hessen?),  Woll- 
arbeiter i.  Vened.  H,  278,  318  (51) 

ClanoiFa  s.  Kleinhofer 


i 


Clausen  i.  Tirol  II,  199,  200,  201 

Clebe  s.  Chebe 

Cleber  Johann,  Bäcker  i.  Vened.  II,  221 
(5),  274 

Cleewein  s.  Gewein 

Cleme  Katharina  Elisabeth  H,  257  (191) 

Clemona  s.  Gemona 

Cli(n)ch  Heinrich  a.  Ulm  II,  63 

Clivan  Joachim,  S.  d.  Jesaias  (=  Cliver 
a.  Nürnb.?)  XXIV,  729;  II,  195 

Clozer  Wolfhard  653 

Clugia  s.  Chioggia 

Cochus  (=  Koch?)  Petrus,  S.  d.  Boschus 
a.  Prag  290;  II,  81 

Codroipo  i.  Friaul  II,  98 

Coler  Dominicus  II,  253  (123) 

Coles  Georg  Hieronymus  II,  253  (119) 

Colle  Ludovica  von  —  II,  234  (77) 

CoUmann  (Colmar)  s.  v.  Klausen  i.  Tirol 
II,  199,  201 

Golloredo  Karl  Borromäus,  Deutsch- 
ordensritter etc.  II,  227  (35) 

Colmar  i.  Elsass  II,  188 

Colobrat  Hans  von  —  348 

Colonia  (Agrippina),  Cologna,  Collen  s. 
Köln 

Colvius  Andreas,  Ref.  Prediger  i.  Vened. 
II,  160 

Comelico  i.  Carmen  II,  100 

Comiperler  Leonhard  II,  253  (100) 

Como  (Kawma)  457 

Concius,  Ballenbinder  d.  Fond.  447 

Concordia  i.  Friaul  II,  200 

Concordio  P.  a.  Mailand  (Piciardi?),  Pre- 
diger i.  Vened.  II,  261 

Con9olinus  Teutonicus  (=  Gunzelin?) 
83;  II,  82 

Condolfin(er)  s.  Gundelflnger 

Conegliano  (Coneglianum,  Coneclanum, 
Coneglanum,  Kunglan,  Conian)  i.  Ve- 
netien 148,  391,  444,  553,  704,  812; 
II,    53,  79,  91,  96,  97 

Conich  Johann  II,  258  (217) 

Cono  Varnerius  de  —  105;  II,  83 

Conradus,  Coradus,  Corado  etc.  s.  Konrad 

Contarini  Andrea,  Doge  II,  308  (36) 

Contius,  Wirth  i.  Rimini  H,  305  (31) 

Contratae  (=  Distrikt  v.  Torcello  b. 
Vened.)  325 

Conus  AUemanus  13 

Copertz  (Coperil?)  Cornelius  II,  Nachtr. 

Coranfel  (Chorinfail,  Karnfail)  a.  Wien 
Christian  495;  II,  52 
Christophorus  513;  H,  52 

Cornaro  Katharina,  Kön.  v.  Cypern  589; 
II,  28 

Cortina  (Ampezzo)  i.  Tirol  II,  96 

Corvus  Andreas  a.  Kronstadt  i.  Sieben- 
bürgen, Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 


1 


I 


"Personen-  und  Ortsregister. 


355 


Cosmus  a.  Böhmen  (?)  II,  275, 326, 329  (66) 
Cottensass  s.  Gossensass 
Craffter  Lorenz  a.  Augsb.  IT,  179, 210, 252 
Gramer  Jodocus  a.  Augsb.  326;   II,  59 
Gramer  Peter  (a.  Enns?)  263;  II,  53 
Cranighen  Gotthard  a.  Aachen  724  (cf. 

Gravingen) 
Gremona  II,  199 
Cresser  Peter  a.  Nürnb.  743,   749;   II, 

193.  194,  210,  211,  248 
Greta  II,  302  (29) 
Grispin  Sigbot  a.  Lübeck  11,  71 
Groma  (=  Gramer?)  Peter  263;  II,  53 
Gronier  Bulfardo  da  Jenum  581 ;  II,  52, 82 
Gul  (?)  Daxia  (a.  Hessen  ?)  II,  278, 318  (51) 
Gumpast  (=  Gumbost)  a.  Konstanz  ü,  64 
Gunich  Theotonicus  i.  Friaul  549 
Guoco   (=  Koch?)   Christoph,  Bäcker- 
geselle i.  Vened.  II,  271,  340  (77) 
Guper  Petrus  i.  Lübeck  11,  71 
Gupp  (Ghipp)  Peter  a.  Aachen  724,  727 ; 

II,  191 
Guratus  Paulus  496;  11,  82 
Gurth  (Gurtus  =  Kurz?)  Thomasus,  To- 
mas a.  Regensb.  511,  561,  571,  573; 
II,  38,  48,  78 
Gusmoer  Georg,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
^uane  s.  Johannes 
Cypem  94 
—  König  Peter  1. 199  (cf.  Gornaro  Kath.) 

D.  cf.  T. 

Dacien,  König  von  —  817;  11,  27 

Dänemark  II,  258  (212) 

Daga  Johannes  a.  Nürnb.    329;   11,  76 

(cf.  Auer) 
Dalazagna  Jakob  (=  Talmazinger   a. 

Augsb.?)  653;  II,  177 
Dal  Pe  Konrad  u.  s.  Br.  Jakob,  venet. 

Bürger  II,  282 
Dandolo 

Andreas,  Doge  110,  119,    124,    142, 
147;  11,  36 

Johannes,  Doge  14 
Daniel  a.  Venzone  317;  II,  54 
Dannenberger  Joh.  Heinrich  a.  Ludwigs- 
burg U,  186 
Danzig  713,  761,  771,  773;  II,  143,  144, 

151,  191  u.  Nachtr. 
Darcum  canale  s.  Dell'  Arco-Ganal 
Darf  Heinrich,   Bergmann  II,  ,333  (70) 
Darmstadt  II,  97 

Dauer  Jakob  (=  d'Auer?)  a.  Nürnb.  366 
Daumiller    Georg   Jakob    a.    Kempten 
"  U,  183 
Davit  Weymar  a.  Regensb.  124;  H,  47 


Daxia(?)  (=  d'Assia,  Hessen?)  II,  318  (51) 

Dech  s.  Teck 

Dednang  s.  Tettnang 

Degemberg  Wygeleis  von  — ,  Pfleger  zu 

Mittervells  i.  Niederbaiem  354 
Degenfeld   Ferdinand  Frhr.  von  —  II, 

236  (86) 
Delfs  (Telfs)  b.  Innsbruck  707;  II,  93  \ 

97,  130 
Deir  Arco-Ganal  (Canale  Darcum,  Dra- 
chum  =  La  Cava  Zuccarina)  b.  Vened. 
276,  325;  II,  91 
Deller  Joh.  Jakob  a.  Leutkirch  II,  187, 

211,  248,  257 
Delphino  Delphinus,  Beamter  d.  Fond. 

198 
Delphino  Johannes,  Doge  172, 182;  II, 

300  (25) 
Delphinstayn  comes  Voltierus  cf.  Helfen- 
stein 
Demetrius  a.  Agram,  Bäcker  i.  Vened. 

n,  273 
Derendingen  s.  v.  Tübingen  II,  199 
Deutschland  (Alemania  etc.  Germania, 
Theutonia)  18,  22,  29,  32,  33,  39,  49, 
50,  53(?),  78,  88,  95,  101,  106,  114, 
120,    123,    141,    148,    149,    157,  163, 
164,    171,    172,    173,   209,   215,  230, 
231,   243,   252,    255,    256,    288,  290, 
296,   303,   324,   339,   345,   390,  397, 
406,   407,   423,   437,    507,   563,  565, 
763,   769,    771,    773,   774,   776,  777, 
807,  810;  n,  65,  90,  294  (11),  296  (16), 
299  (23),  314  (43) 
—  Könige  u.  Kaiser: 

Karl  d.  Gr.  II,  6 

Otto  I.  II,  6 

Friedrich  I.  II  8 

Rudolf  I.  II,  73 

Albrecht  I.  23,  46  » 

s.  Gem.  (Elisabeth)  45;   II,  266, 

291  (1) 
(Heinrich  VH.)  33 
Ludwig  d.  Baier  53,  57,  58,  119; 

n,  36,  56 
Friedrich  d.  Schöne  II,  293  (3) 
Karl  IV.    124,   154,   169,   172; 

II,  86 
"Wenzel  270 
Rupert  II,  44 

Sigmund  819,  359,  366,  369,  413; 
II,  44,  45,  65,  67,  69,  70,  74, 
76,  123 
Friedrich  HL  481,  433,  435;  II, 
51,  56,  81,  170,  266,  325  (65) 
Maximilian  I.  655,  656,  659,  671, 
676,  67S,  687,  688,  689,  691; 
ir,  60,  119,  131,  170,  266,  284, 
286  ',  325  (65),  332  (68) 


tt: 


356 


Personen-  und  Ortsregister. 


Deutschland  Könige  u.  Kaiser: 

s.  Braut  Maria  v.  Burgund   II, 

266,  325  (65) 
Ferdinand  I.  H,  191 
Rudolf  IL  II,  131 
Ferdinand  IH.  II,  169 

—  Graf  Albert  von  —  131 

—  Grafen  von  —  145 

—  Oberdeutschland  (Alamanea  alta, 
Germania  superior)  756,  757,  763, 
769,  773,  774,  777;  II,  41,  87,  140, 
149—157,  160,  161,  278,  318  (51) 

—  Niederdeutschland  (Alamanea  bassa, 
Germania  inferior)  754,  763,  769,  773, 
774;  II,  87,  146,  149—157,  160 

—  Ober-  u.  Niederdeutschland  357 
Dickh  Wendelin  Lucas  a.  Kempten  II, 

183 
Didacus  P.   da  S.  Iseppo,   Prediger  i. 

Veued.  11,  262 
Diener  Heinrich  a.  München  226;  ü,  56 
Dietherr  Johannes  a.  Ulm  11,  63 
Dimpfel  Hans  Albrecht  a.  Augsb.   II, 

182,  184 
Dinkelsbühl  i.  Mittelfranken  E,  93 
Divineur  Johann,  Buchdrucker  i.  Vened. 

H,  288 
Döllach   i.  MöUthal   i.  Kämthen  452; 

II,  100  (cf.  Tellach) 
Dohna  Burggraf  Christoph  von  — ,  Ge- 
sandter d.  Fürsten  v.  Anhalt  i.  Vened. 

n,  159 
Dolfin,  Arzt  i.  Vened.  H,  255 
Dominicus,  Beamter  d.  Fond.  160 
Dominio  a.  Trient  H,  253  (96) 
Donato  Francesco,  Doge  II,  178 
Donau,  Fluss  H,  56,  101 
Donauwörth  II,  93 
Doppelmayer  Johann  Gabriel  a.  Nörd- 

lingen  II,  186 
Doran  Maria  a.  London,   Fr.  d.  Konr. 

Martens  II,  241  (109) 
Dore  Philipp  i.  Köln  II,  190 
Doms  Johannes,  S.  Rudolphs  a.  Basel, 

venet.  Bürger  H,  283 
Drachum  canale  s.  Dell'  Arco-Canal 
Draesskirchen  s.  Traiskirchen 
Drauburg  (Troberg)  i.  Kämthen?  406 
Drau-Fluss  II,  99,  100 
Dreckshausen  s.  Trechtlingshausen 
Dregeml  i.  Krain  H,  200 
Driga(?)  i.  Böhmen  H,  299  (24) 
Drosedouw  Heinrich  a.  Lübeck   H,   72 
Ducker  Werner  a.  Lübeck  291;  II,  71 
Dürer  Albrecht  II,  131—134,  284,  289 
Dümstain  (Tirastain)   n.  v.  Friesach  i. 

Steiermark  II,  201 
Dumloz  Franz  i.  Breslau  II,  72 
Dupacher(?)  Simonio  U,  280  i« 


n 


Duride  s.  Turrida 

Dumbach  i.  Oberösterreich  II,  201 

Dyatrichus  a.  Villach  109;  II,  53 

E. 

Ebelsberg  (Ebersberg)  i.Oberösterreich 

n,  201 
Eberbai  (?)  Zuanne  II,  250  (13) 
Eberhart  Heinrich  a.  Nümb.  490;  H,  78 
Eberslauter  Christoph  II,  250  (15) 
Eberz  a.  Isny  738 

Christoph  n,  256  (163) 

Daniel  748;  H,  187,  252  (93) 

Georg  741,  743,  748;  II,  187 

Georg  Christoph  H,  187,  256  (169) 

Jakob  II,  187,  208,  253  (114) 

Joh.  Hieron.  H,  187,  211 

Kaspar  709;  II,  187 
Ebner  a.  Nürnberg  H,  73,  74 

Konrad  H,  73 

Ulrich  n,  76 
Ebrzi  (?  =  Eberz?)  Friedrich  II,  252  (91) 
Echelpach  Magdalena,  T.  d.  Matthäus, 

W.  d.  Joh.  Ries  II,  259  (221) 
Echelpac  Johann,   S.   d.  Matthäus   U, 

255  (139) 
Echer  8.  Egger 

Echsteter,  Exteter  s.  Höchstetter 
Ecke  vom  Sterne  a.  Nürnb.  II,  75 
Eckhard  Jodocus  a.  Würzb.  347,  449; 

II,  69 
Ecklin  Daniel  a.  Aarau  II,  186 
Effenbergher  Mattio  II,  250  (12) 
Egen  (Egon)  a.  Augsb. 

Lorenz  318;  H,  59 

Peter  (Argun)  II,  59 
Egertmayer  (P]gertmagier ,  Egrettama- 

gier)  Adam,  Ludw.  u.  Maria,  Kinder 

Sebastians  H,  256  (170,  172,  182) 
Egg  David  a.  Lindau  H,  187,  240  (106) 
Egger  (Echer?)  a.  Lindau- Augsb.  Alexius 

743,  748;  H,  177 
Egger  Leonhard   (Wirth  i.  Vened.)  IT, 

249  (10),  284 

s.  Tochter  Maria  Magdalena  II,  249 
(10) 
Egidio,  Bäcker  i.  Vened.  H,  337  (75) 
Ehen   (Ehern)   Sigmund   a.  Augsb.   H, 

179,  208 
Eichler  Gottfried  (a.  Ravensb.?)  H,  211 
Eisenach  i.  Thüringen  H,  97,  255 
Eisenhuter  (Cisenhuter)  Christoph  aus 

Nümb.  II,  76,  232  (61) 
Eisenkapp  el  i.  Kämthen  II,  99 
Eisfogel  a.  Augsb. 

Christoph  ü,  179,  210 

Johannes  II,  179,  209 


I 


J 


H 


Personen-  und  Ortsresrister. 


357 


p:kkehard  v.  S.  Gallen  II,  7 
Ekol  Heini-ich,  S.  d.  Johannes  a.  Ravens- 
burg 274;  II,  64 
Elesampamber  (Elesempamber,  Elexem- 

pamber,  Elesempanber,  Elesempamer) 

Hieronjonus   II,  258  (214),  259  (222, 

228) 

s.  Frau  Pasqua  II,  258  (23) 

s.  Kinder 

Anton  II,  258  (214) 
Cecüia,  Georg  II,  259  (228,  232) 
Elhardt  Hieronymus,   S.  Gabriels   aus 

Kempten  II,  183 
Eligio  P.  a.  Anagni(?),  Prediger  i.  Vened. 

II,  261 
Elisabeth,  Schwester  K.  Peter's  v.  Arra- 

gonien-Sicilien ,    Gemahlin    Stephans 

V.  ßaiern  II,  296  (16) 
Elisabeth,  Gemahlin  Kaiser  Albrechts  I. 

45  ';  II,  266,  291  (1) 
Ellwanger  Sebald  a.  Nümb.  II,  75 
Ellwein  Michael,   Notar  i.  Strassb.   II, 

344  (82) 
Elsenhaimer  a.  Salzb. 

Georg,  S.  Johanns  II,  174,  244  (121) 

Ulrich  II,  55 
Emilianus  a.  Cividale  (595?)  602;  II,  54 

(cf.  Mianus) 
Emilianus   P.    da  Badia,    Prediger  in 

Vened.  II,  261 
Emmerich   Johann    a.   Udenhem    oder 

Speyer,  Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 
Emo  Alvise,  Bauleiter  d.  Fond.  II,  113, 

114,  115 
Encuria  s.  Imhof 
Endeil  s.  Hendel 
Enderlin  Joh.  Heinr.  a.  Lindau  II,  187, 

259  (225) 
Enderlin,    Urburar  in  Kuttenberg   II, 

303  (29) 
Enderlin  (Anderlin),   Weber  i.  Vened. 

II,  277  " 
Endoi-ffer  Hans  d.  Elter  a.  Augsb.  369; 

II,  59 
Enestial  Georg,  BaUenbinder  d.  Fond. 

525 
Engardo  P.  a.  Marano  (Heran?),  Pre- 

&ger  in  Vened.  II,  261 
Engel  von  Florenz  II,  69 
Engel  s.  Angeli 
Engelbrecht  (Henghelprettus)  a.  Wien 

15—16;  II,  51 
Engen  i.  Baden  II,  93 
pjugestorp  Robost  de  — ,  venet.  Söldner 

II,  280,  314  (44) 
England  (Tuch  a.  — )  386 
Enns  i.  Oberösterreich   II,   46,  49,  50, 

51,  53,  99,  169,  201 
Eppan  i.  Tirol  11,  93,  262 


Erardus  a.  Villach  od.  Friesach  II,  278, 
^  318  (51) 
Erb  Johannes  de  — ,  Bäckergeselle  i. 

Vened.  II,  274 
Erbole  Johann  II,  252  (79) 
Erchel  E,  233  (72) 
Erel  Joh.  Franz  a.  Baiem,  Prediger  i. 

Vened.  IL  261 
Erfurt  II,  97 

Ergoltspach  ßerchtoldus  de  — ,  Bürger- 
meister V.  Regensb.  124 
Erhardt  David,  Joh.  Baptist,  Joh.  Ernst 

a.  Augsb.  732 
Erhardt  Erhard  a.  Landsberg  i.  Baiem 

732;  II,  176 
Erhardus  a.  Ravensb.  268 
Erman  (=  Herman?)  Lunardo  709 
Ernstinger  Hans  Georg  II,  107  ^°,  134, 

201 
Emvels  Heinrich  von  — ,  Bürgermeister 

V.  Regensb.  110 
Ertel   (Oertel?)  Balthasar  (a.   Augsb. 

oderNürnb.?)  743,  748;  H,  178,  193, 

194,  211,  254  (132) 
Erti(?)  Joh.  Franciscus  a.  Baiem,  Pre- 
diger i.  Vened.  H,  261 
Eschenlohe  i.  Oberbaiern  II,  94  ^ 
Esinberg  (?)   Georg   Wolfgang   von  — 

n,  252  (73) 
Esslingen  i.  Württemb.  II,  93 
Este  Markgr.  Nicolaus  von  —  355 
Esterlin  Joh.  Christ,  a.  Regensb.  II,  169, 

186 
Etsch,  Fluss  541;  H,  92 
Ettal,  Kloster  i.  Oberbaiern  II,  94  \  199 
Eyingen(=  Eyach?)  i.  Württemb.  II,  199 
Eyms  s.  Imst 
Eysfogel  (Eisfogel)  a.  Nürnb. 

Johann  709 

Konrad  388;  II,  77 

Leonhard  598,  615(?),  653,  658;  II, 
79,  192 

F.  cf.  V. 

Faber  Georg  Friedr.  a.  Colmar  U,  188 

Fabri  Felix  a.  Ulm  II,  10,  37,  63,  91, 
96*,  102,  267,  284 

Fahenstein  Hermann  i.  Nürnberg  412 

Fai  s.  Faul 

Faistele  Pixmoester  (?)  Paul,  Bäcker- 
geselle i.  Vened.  II,  271,  340  (77) 

Falk  Johann  II,  Nachtr. 

Fansifor  (=  Frankfurt?)  789;  II,  67 

Farckhet  (Farcet)  Johann  a.  Augsb.  II, 
181,  221  (5) 

Fauces  s.  Füssen 

Faul  (Fai  ?)  Kaspar,  Bäcker  i.  Vened.  II, 
221  (5),  274 


358 


Personen-  und  Ortsregister. 


Feczbrij  Paul  a.  Frankf.  a.  M.  II,  68 
Fedele   P.   a.   Steiermark,   Prediger  i. 

Vened.  II,  261 
Federaun   (Voderaun)   s.  v.  Villach  i. 

Kämthen  II,  201 
Federico,  Federigo,  Federicus  s.  Friedricli 
Federlein  Georg  a.  Augsb.  709 ;  II,  181, 
231  (66) 

s.  Fr.  Anna  Huobergerin  11,  231  (56) 
Feher  David,  Ballenbinder  d.  Fond,  ü, 

257  (196) 
Fehr  Felix  a.  Kempten  II,  183,  186,  211 
Fehx  s.  Fez 

Feicus  (Veit?)  v.  Strassburg  23 
Feistritz  (Veistritz)  b.  Judenburg  i.  Steier- 
mark II,  200 
Felber  Hans  a.  Ulm  II,  281 
Feldkirch  i.  Vorarlberg  II,  92,  93,  98, 

275,  326  (66?) 
Feldner  (Feldina,  Feldiner)  Andreas  a. 

Eegensb.  539,  542,  543;  II,  48 
Fella,  Fluss  i.  Friaul  II,  98,  100,  200 
Felle,  Feltre  s.  Vöhlin 
Feltre  i.  Venetien  476;  II,  97,  201 
Fenaver  (=  Vanaver)  Nicolaus  a.  Wien 

821'  II   52 
Fens  ('=  Fin?)  Horatius  II,  250 
Fenzel  a.  Nürnb. 

Georg  II,  194,  209 

Horatius  II,  194,  209,  210  (19) 

Stephan  II,  194,  208 
Fempass  (Ferrerberg)  i.  Tirol  II,  93,  94, 

198 
Ferrara  31,  113,  593 
—  Herr  v.  —  (Markgr.  Nicolaus  v.  Este) 

356 
Ferrerberg  s.  Fempass 

Fesch  Pandulf  Sebastian  II,  255  (152) 
Fessel  Joh.  Georg,  S.  Iseppo's  II,  257  (201) 
Feucht  b.  Nürnberg  II,  196,  241 
Fez  (Fehx),  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Fiebig(h)  Wolfgang,   Bäcker  i.  Vened. 

n,  221  (5),  274 
Fierstier  Domicelo  II,  250  (14) 
Füimberg  cf.  Auer 
Fin  (Fien,  Fynn)  a.  Nürnb. 

Georg  743,  748;  II,  193 

Horatius  II,  194 

Jakob  748;  II,  193 

Joachim  748;  II,  193 

Pandulf  748;  II,  193 

Tobias,  S.  Johanns  II,  195,  227  (34), 
252  (71) 
Finstermüntz  i.  Tirol  II,  93 
Fimkranz  Joh.  Jakob  a.  Ulm  II,  185 
Fischer  Moriz  a.  Nürnb.  II,  194,  208 
Fisser  ( =  Fischer  ?)  Konrad,  Wollarbeiter 

i.  Vened.  II,  278,  318  (51) 


Fizer  Kaspar,  S.  Georgs,  Ballenbinders 

d.  Fond.  II,  251  (36) 
Flänzer  Bernhard  a.  Nürnb.  11,  194 
Flaisbain  s.  Fleischbein 
Flandern  (Flandria)  133,  149,  155,  171, 

191,  200,  204,  207,  215,  300,  445,  777, 
781 ;  II,  31,  55,  56,  57,  69,  90,  296  (17) 

Fleischbein  (Flaisbain,Flaispan)  a.Frank- 
furt  a.  M. 

Johann  II,  189,  253  (97) 

Johann  Philipp  737,  743,  748;  II,  189^ 
210 

Nicolaus  743,  748,  761;  II,  189,  193 
Fleischbein  von  Cleeberg  i.  Frankf.  Phil. 

Ludw.  II,  189 
Fleischer  Joh.  Adam  a.  Nürnb.  IL  195 
Flitsch  i.  Görz  II,  99 
Flor  Johann  Jakob  703 
Florenz  11—13,  643;  II,  29,  33,  69 
Flores  P.  Comelio,  Prediger  i.  Vened. 

n,  261 
Florio,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Focher  s.  Fugger 

Föhr  Matthias  a.  Kempten  II,  183 
Fogaizlingen  Jakob,  Schuster  i.  Vened. 

IT,  275,  326  (66) 
Fogler  Martin  II,  209 
FoithHieronymus(a.Nümb.?)  653;  11,192 
Folis,  Arzt  i.  Vened.  II,  254 
Foller  {—  Vöhlin  a.  Augsb.?)  Johann 

II,  207 
Follina  b.  Treviso  II,  259 
Folmar  (Volmar)  Daniel  II,  209,  210 
Föns  s.  Pfunds 

Fontana,  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Fonzaso  (Funzas)  b.  Feltre  i.  Venetien  476 
Forchheim  i.  Oberfranken  II,  97 
Forst  Daniel,   S.  Georgs  a.  Breslau  II, 

192,  230  (54) 
Forster  a.  Nürnb. 

Martin  Pius,  S.  Karls  II,  195,  238  (94) 

Magdalena  II,  237  (92) 
Fortunato  P.,  Prediger  i.  Vened.  II,  261 
Forum  Julii,  Forojulium,  Forijulium  s. 

Friaul 
Foscari  Francesco.  Doge  340,  345,  353, 

355,  356,  372,  373,  378,  386,  388,  389, 

406,  407,  411,  421,  429,  430,  444,  445, 

449,  450,  457, 460,467, 470—473.  476, 

480,  482;  II,  279 
—  s.  Sohn  Jacopo  411*;  II,  279 
Fosse  Berthold.  a.  Nürnb.  278,  279 ;  II,  75 
Frac  Justina,T.Joachims,Trägers  d.Fond. 

II,  258  (205) 
Fraenckelein  438 
Fraintz  s.  Franz 

Franceschi,  Arzt  i.  Vened.  II,  257 
Francesco  AUemano  II,  249  (8) 
Franchus  (=  Frank?  Frey?)  Johann  a. 


Personen-  und  Ortsregister. 


359 


Nümb.,  Schuster   i.  Vened.  II,   275, 

326  (66) 
Francia  s.  Frankreich 
Franciscus,  Beamter  d.  Fond.'  160 

—  a.  Krain  791 

Franciscus  P.  a.  Puero  (Pueco?),  Pre- 
diger i.  Vened.  II,  261,  262 

Franco  (?)  Conradus  de  —  II,  303  (30) 

Frank  s.  Franchus 

Frankfurt  (Frankenfurt,  Franchforth)  a. 
M.  147,  213,  350,  743,  756,  757,  759, 
761,  763,  767,  771,  779,  789  (?);  II, 
46,  67—69,  106,  143,  148,  188—189, 
233,  239,  278,  284,  288,  318  (51) 

—  Messe  530,  692,  733;  II,  126 
Frankreich  25,  39,   207,  759,  761;  II, 

31,  35,  55 
Franz  (Vransko,  Fraintz)  w.  v.  Cilli  i. 

Steiermark  II,  98,  200 
Franzensfeste  i.  Tirol  II,  94,  96 
Franzuol  s.  Branzoll 
Fredericus  s.  Friedrich 
Freiburg  i.  Breisgau  II,  220  (4),  275  (?), 

312  (42?) 
Freiburg  im  Uechtland   333,  379,  424, 
593,  599;  II,  66 

—  (Tücher  a.  — )  676;  II,  122,  188 
Freidel  Georg  (=  Friede!  a.  Nümb.?) 

II,  194,  208 
Freigher  Marcus,  Bäcker  i.  Vened.  II, 

221  (5),  274 
Freschi,  Arzt  i.  Vened.  II,  257 
Freudenstadt  i.  Württemberg  II,  199 
Frey  s.  Franchus 

Freystadt  i.  Oberösterreich  II,  49,  51,  99 
Friaul  (Fryaul,  Friul,  Forum  Julii,  Foro- 

julium)  49,  194,  242,  252,  255,  276, 

325,  413,  415,  506,  549,  693,  782;  II, 

54,  281,  333  (70),  334  (71) 
Frickhausen  Kaspar  a.  Köln  II,  190 
Friderecker  Hans  i.  Nümb.  333 
Friedberg  i.  Hessen  II,  100 
Friedel  s.  Freidel 
Friedrich  (Federico,  Federigo,  Federicus, 

Fredericus,  Fridericus) 

—  a.  Bayern,  Schuster  i.  Vened.  II,  275, 
312  (42) 

—  a.  Köln  n,  280 

—  a.  Nürnb.  784;  II,  74,  192 

—  a.  Oesterreich  II,  303  (30) 

—  a.  Wien  15,  16;  II,  51,  52 

—  Teutonicus  80,  813 

—  Theuthonicus  u.  S.  Matthäus  II,  323 

—  venet.  Bürger  II,  282 

—  Sensal  d.  Fond.  95 

Friesach  (Frisacum)  i.  Kämthen  54 ;  II, 
50,  53,  98,  200,  201,  278,  318  (51) 

Fries(en)  a.  Augsb.  Claus  u.  s.  Br.  Peter 
517;  II,  00 


Frigg  Nicolaus,  Wirth  i.  Vened.  II,  284 

Frini  (?)  Philipp  II,  251  (49) 

Frizel,  Schuster  i.  Vened.  II,  277, 317  (48) 

Frizele  Paula  II,  258  (219) 

Frizesof  Philipp,  Träger  d.  Fondaco  II, 

252  (77) 
Fröschel  Georg  a.  Nürnb.  643;  II,  195 
FroUer  P.  Cornelio,  Pred.  i.  Vened.  II,  261 
Fronleuten  (=  Frohnleiten)  a.  d.  Mur 

i.  Steiermark  II,  200 
Füchsell  Heinrich  a.  Nümb.  351 ;  II,  75,77 
Führer  Christoph  a.  Nürnb.  748;  II,  193 
Füssen  (Fauces,  Fijls)b.Hohenschwangau 

26;  II,  58,  91,  93,  94,  199 
Füterer  Johann  (a.  Nürnb.  ?)  II,  194  (cf. 

Futach) 
Fugger  a.  Augsb.  617;  II,    15,  60,  61, 
62,  118 

Andreas  II,  60 

Anton  748;  II,  177  u.  Nachtr. 

Christoph  II,  132—134 

Georg  11,  61 

Heinrich  568,  582;  H,  61 

Jakob  II,  39,  61 

Johann  H,  39,  60,  61 

Lucas  583,  594,  603,  604,  606;  H,  61 

Marcus  603;  H,  61,  181,  234  (76) 

Matthäus  II,  61 

Ulrich  622,  653,  658;  H,  39,  61,  177 
Fugger  mit  dem  Reh  Kastell  a.  Nümb. 

H,  195 
FuUsakk  Konrad.  a.  Ravensb.  269 
Funzas  s.  Fonzaso 
Furlani  =  Friulani  (Friauler)  66 
Furtrer  Franciscus  a.  Regensb.  257 ;  II,  47 
Fusaro  (=  Fuser?)  Piero,  Ballenbinder 

d.  Fond.  322;  II,  20 
Fusch  i.  Salzburg  II,  100 
Fuschinus,  venet.  Söldner  II,  280 
Fustaym  dominus  de  —  207 
Futach  Johann  (=  Füterer  a.  Nümb.?) 

n,  194,  208 
Fux  Andreas   (a.   Salzb.   od.  Nürnb.?) 

741,  748;  II,  174 


G. 


Gabry  Peter  a.  Köln  II,  190 
Gachtpass  i.  Tirol  II,  93' 
Gaff   Christoph,   Wirth   i.    Vened.   II, 
221  (5),  253  (105),  284 

s.  Fr.  Maria  II,  252  (82) 

8.  T.  Margareth  u.  Anna  Katharina 
II,  251  (53,  60) 
Gail-Berg  i.  Kämthen  II,  100 
Gais  David,  S.  Jakobs  11,  251  (56) 
Galdaldino  Belessario,  Arzt  i.  Vened. 

H,  252 


360 


Personen-  und  Ortsregister. 


Galicia  i.  Spanien  186 

Gallian  s.  Calliano 

Galucci  Prospero  720 

Gamersfelder  J.  i.  Nürnb.  761 

Gangmeister  Jonas  II,  210 

Ganzer  Stephanus  476 

Garbo  Antonio  748 

F^Zuanne  II,  250  (29) 

Garbo  Pantaleon,  Podestä  v.  Treviso 
II,  311  (40) 

Garda-See  316;  II,  91,  96 

Garlemboth  Henricus  de  — ,  venet.  Söld- 
ner II,  279 

Garzoni  Francesco  di  — ■,  Bauleiter  d. 
Fond.  II,  107,  114,  115 

Gast  Johann  a.  Nürnb.  748;  II,  193,  253 

Gastein  II,  99 

Gauy  Eman.  Ludw.  a.  Biberach  II,  186 

Gebauer  Hans  a.  Breslau  II,  72 

Gebershausen?  II,  106 

GebizerJohannes,S.d.Nikolaus(a.Nürnb. 
oder  Wiener-Neustadt?)  475 ;  II,  78, 82 

Geder  Matheus  (a.  Speier?)  499;  II,  67 

Geiger  s.  Caiger 

Geisingen  i.  Baden  II,  93 

Geisslingen  i.  Württemberg  II,  93 

Gemona  (Glemona,  Clemona)  i.  Friaul 
733;  II,  36,  98,  99,  126,  200,  201 

Genf  (?)  i.  d.  Schweiz  581 ;  II,  52, 53, 82  (?) 

Gengenbach  i.  Baden  II,  92 

Gensceler  Konrad  a.  Wien  237 ;  II,  53 

Genua  600,  813;  II,  44,  79,  124 

Georg  (Georgius,  Georius,  Zorzi) 

—  a.  Augsb.,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Böhmen  II,  299  (24) 

—  Theotonicus  a.  Kärnthen  II,  332  (69) 

—  a.  Laibach  (Schachtelmacher)  II,  278, 
319  (53) 

—  a.  Regensb.  801;  II,  47 

—  a.Ulm,  Bäcker  i.Vened.  11,273, 312  (42) 

—  a.  Ulm,  Schuster  i.  Vened.  II,  275 

—  a.  Villach  239;  II,  53 

—  Todescho  II,  250,  (30) 

Schenkwirth  d.  Fond.  II,  251  (38) 

—  Todescho  u.  s.  T.  Marie  II,  251  (57) 

—  S.  Martins  u.  s.  S.  Johann,  Pater- 
nostermacher i.  Vened.  II,  278, 336  (73) 

—  Weber  i.  Vened.  II,  277 1' 
Georgio  Paulus,  Beamter  d.  Fond.  198 
Gerardus   a.   Judenburg,   Ballenbinder 

d.  Fond.  322;  II,  20 

—  a.  Köln  II,  278,  318  (51) 

—  a.  Villach  oder  Friesach  II,  278, 
318  (51) 

—  Schmied  i.  Vened.  II,  278,  307  (33) 
Gering  (Gherin)  Bemh.,  Wirth  i.  Vened. 

II,  255  (144,  150,  157),  284 
Gerlaci  (=  Gerlach?)  Heinrich  a.  Köln 
n,  70 


Germania  s.  Deutschland 

Geuder  Juliana  i.  Nürnb.  II,  223  (16) 

Gewein  (Cleewein?)  Endres  a.  Nürnb. 

II,  76 
Gherin  s.  Gering 

Gherretzem  (=  Gerresheim  b.  Düssel- 
dorf?) II,  287  (cf.  Manthen) 
Ghigen  Leonhard,   S.   d.    Hieronymus 

a.  Villach  II,  172,  254  (124) 
Gienger  a.  Augsb.-Ulm 
Hieronymus  II,  179,  208 
Joh.  Heinrich  II,  186,  209 
Gierath  Anton  a.  Köln  II,  190 
Gierlach  Bartholomäus  seu  Beltramus 

551 
Gigler  Abraham  (=  Ziegler  a.  Lands- 
hut?) n,  175,  209 
Gilberto,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 
Gilberto  s.  Zilberti 
Gimeterius   (Gimbart?)  a.   Villach  48; 

n,  53 
Ginuag  Joh.  Christoph  II,  255  (148) 
Giocondo  Fra,  venet.  Architekt  II,  113 
Giorgio  Todescho  II,  250  (18) 
Giorgione  II,  109,  110 
Giovanelli,  Katharina,  T.  Simons,    Be- 
diensteten d.  Fond.  II,  257  (194) 
Gir  Gisbert  von  —  a.  Köln  II,  190 
Giraldus,  Sensal  (d.  Fond.?)  12 
Glarus  i.  d.  Schweiz  593;  II,  66 
Glemona  s.  Gemona 
Glocknitz  i.  Niederösterreich  II,  98,  200 
Glogowitz  i.  Krain  II,  200 
Gmünd  (=  Schwäbisch-Gm.?)  369 
Gmünd  i.  Kärnthen  II,  53,  99,  200 
Gmunden  i.  Oberösterreich  II,  46 
Gnuff  Joh.Baptist,  S.BarthelsII,  255  (146) 
Goerz  II,  200 

—  Graf  Heinrich  421, 422, 425—433, 435 

—  Graf  Meinhard  II,  100 

—  Erbmarschalck    Hugo   (Hawk)    von 
Lueg,  Burggr.  zu  Lienz  438 

Göppingen  i.  Württemberg  II,  93 
Görzberg  b.  Ulm  II,  200 
Golling  i.  Salzburg  II,  99,  200 
Gomborus  Johannes,  Bäcker  i.  Vened^^ 

II,  274,  324  (63) 
Gondolio  Anas  de  — ,   venet.   Söldner 

II,  280 
Gonnawitz  i.  Steiermark  11,  200 
Gordo,  Fluss  i.  Friaul  II,  100 
Gorssen  Cornelius  i.  Nürnb.  710 
Gorstorph  Henricus  de  — ,  venet.  Söld- 
ner n,  280 
Gorzo  Georgius,  Österreich.  Castellan  345 
Gossenprot  a.  Augsb.  II,  118 

Sigmund  308,  309;  II,  58 
Gossensass  (Cottensass)  i.  Tirol  II,  94, 
199,  201 


n 


Personen-  und  Ortsregister. 


361 


Gostrop  Guarnerius  de  — ,  venet.  Söld- 
ner II,  279 

Gotha  II,  93 

Gotardo  v.  Köln  s.  Michercheni 

Gotthard,  Pass  II,  92,  199 

Gottschalk  (?)  a.  Köln  577;  II,  71 

Graben  Andreas  von  — ,  Pfleger  z.  Ortem- 
burg  i.  Kärnthen  439—442 

Gradonico  Johannes,  Doge  164 
Petrus,  Doge  25,  27 

—  Johannes,  venet.  Gesandter  53,  57,  58 

—  Johannes,  Podestä  v.Treviso  II,  309  (38) 
Gradisca  II,  200 

Grado  i.  Görz  203 

—  comes  Gradi  794 
Gräfenau  a.  d.  lim  II,  97 
Gräfenthal  i.  Thüringen  II,  192 
Grafenreuter    Leonh. ,     Schultheiss    in 

Regensb.  II,  48 
Graifiner  s.  Greifenberg 
Granata  Nicolaus  a.  Wien  (?)  821 ;  II,  52 
Grander  Andreas  a.  Augsb.  653,  658; 

II,  177 
Grandis  Franciscus,  S.  e.  Ballenbinders 

d.  Fond.  538 
Grandis  (=  Gross?)  Philipp  a.  Nümb. 

247;  II,  75 
Granetl  Jakob  a.  Nümb.  II,  75 

Nyklas  II,  77 
Grassei  Jakob  II,  256  (183) 
Gratarolus  II,  198 

Gratianus,  Wirth  i.  Vened.  II,  301  (27) 
Gravingen  Gotthard  a.  Aachen  727 ;  II, 

191  (cf.  Cranighen) 
Graz  i.  Steiermark  II,  99,  171,  200,  256 
Greco  s.  Gregk 
Grefenöder  Hans  a.  Nürnb.  422,  425  — 

428,  431 
Gregen  Victoria,  T.Johanns  II,  251  (43) 
Gregk   (Greco)   Nicolaus   a.   Ulm  653; 

II.  184 
Greifenberg  (Graifiner  ?)  i.  Kärnthen  322 ; 

11,  20 
Greuter  Jakob  i.  Köln  II,  190 
Griaga(?)  Francesco  a.  Trient  II,  252(85) 
Griess  a.  Brenner  II,  199 
Grigno,  Grino,  Gringo  i.  d.  Val  Sugana 

II,  97,  199,  201 
Grimani  Andrea,  Doge  714 

—  Marino,  Doge  720 
Grimiboldus  Johannes  476 
Gritti  Andrea,  Doge  697 

—  Andreas,  Sensal  d.  Fond.  299 
Grönenberg  s.  Grünenbach 
Grofener  (Grosfener,  Grossofener,  Gros- 

faier,  Groschener)  Johannes  a.  Bres- 
lau 303;  II,  72 
Grosch  Kaspar,  Buchhändler  i.  Vened. 
II,  289 


Gross  Peter  a.  München  226;  II,  56 
Gross  (Grossus)  a.  Nürnb. 

Brant  (Prandus),  S.  Philipps  831 ;  II, 

75  (cf.  Grandis  u.  Magnus) 
Grossenglog  =  Gross-Glogau  i.  Schlesien 

348 
Grostein  Nikolaus  de  —  a.  Strassburg 

II,  67 
•  Grote  Heinrich  u.  Jakob  de  —  i.  Köln 

H,  190 
Gruber  a.  Nürnbei-g 

Hans  439,  504,  512,  516;  II,  78 

Johannes  443;  II,  78 

Konrad  II,  78 

Ludwig  II,  77,  78 
Gruber  Konrad  a.  Regensb.  II,  49,232(64) 
Grulug  Lorenz,  Geistlicher  i.  Breslau  368 
Grün  (Ki-ün)  i.  Oberbaiern  II,  96 
Grünenbach  (Grönenberg)  i.  Schwaben 

11,  199 
Grundlach  (=  Gundlach  a.  Nürnb.?) 

Sebald  H,  193,  207 
Gschwent  i.  Oberösterreich  II,  201 
Gualterius    Teutonicus    (Walter?)    83; 

n,  82 
Guarnerius  (Werner),  venet.  Bürger  II, 

282 
Guarnerius  de  la  Chiesia,  Handelsgesell- 
schaft in  Basel  409;  II,  65 
Güldenschaff  Johann  a.  Frankf.   a.  M. 

n,  69 
Günzburg  a.  d.  Donau  II,  199 
Gullmann  Ernestine  Euphrosyne  verm.. 

Pfauz  II,  239  (102) 
Gumbost  s.  Cumpast 
Gumppenberg  Stephan  von  —  II,  101 
Gundelfinger  (Condolfin)  Rudolf  a.  Nürn- 
berg 293,  304,  305,  361,  388;  II,  75, 

76,  77 
Gundersdorf(=Gundramsdorf)s.v.Wien 

n,  200 
Guntertuendorf  Daniel  II,  256  (161) 
Gurk  Bischof  Matthäus  668,  693 
Gutbrod  a.  Steyr-Nürnb.  II,  169 

Horatius  u.  Lorenz  748;  II,  193 

Wolfhard748;  II,  193,  194,  210,  252 
Gutefredus  a.  Köln,  Sensal  d.  Fond.  781 
Gutermann  Joh.  Jak.  a.  Augsb.  II,  182 
Gweng  s.  Tweng 
Gwinner  Joh.  Christoph  a.  Stuttgart  II, 

183,  186 
Gyener  Erhart  a.  Nürnb.  468 

H. 

Habissreitinger  Job.  Jak.  a.  Augsb.  II,  182 
Habsburg,  Grafschaft  761 
Hachenburg  i.  Westerwald  II,  97 


362 


Personen-  und  Ortsregister. 


«1 


Haehr  Kilian  II,  252  (63) 
Hagen  Daniel  a.  Aachen  727;  II,  191 
Hagen  Gg.  Zach.  a.  Regsb.  H,  169, 237  (89) 
Hagenau  i.  Elsass  II,  63,  189 
Hagger  Johannes  cl.  Jüngere  a.  Ravensb. 

269 
Haid  Gottl.  Christoph  a.  Augsb.  II,  182 
Haid  a.  Nürnb.  H,  195 
Haiden  (Paganus)  Heinrich  a.  Wien  417,. 

420;  II,  52 
Haiden  s.  Ampezzo 
Haidenschaft  (Haudisch)  i.  Görz  II,  200 

Haider  Johannes  a.  Augsb.H,  181,225  (26) 
Hail  Christoph,  S.  Georgs  II,  259  (227) 

Johann,  S.  Georg  Heinrichs  H,  259  (23) 
Haimerbach  Petrus  a.  Nürnb.  474 
Hainhofer  Melchior  a.  Augsb.  II,  181 
Hainzerlein  Heinrich  a.  Nürnb.  II,  76 
Hais  (=  Heuss  a.  Memmingen?) Hierony- 

mus  658,  658;  II,  184 
Haisler  (Aiseller)  a.  Wien 

Andreas  u.  s.  Bruder  Sebastian  709, 
711;  II,  171 

Karl  (?)  n,  171,  251 
Halbach  s.  Halbwachsen 
Halbwachsen  (Halbach?)  a.  Nürnb. 

Nicolaus  328;  H,  76 

Sebald  H,  76 
Hall  i.  Tirol  U,  94,  2C0 
Halle  II,  97 
Hallein  i.  Salzb.  II,  99 
Haller  (Heller)  a.  Nürnb. 

Albert  590;  II,  79 

Andreas  (Heller)  II,  75 

Hieronymus  II,  40 

Kunz  II,  75 

Lorenz  590;  II,  79 

Peter  H,  76,  231  (59) 
Hallis   Johann   de   — ,   Buchdrucker  i. 

Vened.  II,  288 
Hals  (Wals)  i.  d.  Oberpfalz  Graf  Sigobst 

270 
Haltennann  Franz  a.  Köln  II,  190 
Hamburg  761;  H,  191,  241 
Hammann  Johann  gen.  Hertzog  a.  Lan- 
dau, Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 
Hammerer  Johannes,  Bürgermeister  v. 

Strassb.  n,  276,  343  (82) 
Han  Maximilian,  S.  Leonhards  a.  Salzb. 

743,  748;  II,  174,  210,  253  (118) 

s.  Br.  Andreas  II,  174,  254  (125) 
Hanau  (Henaw)  Ulrich  von  — ,  Vogt  i. 

d.  Wetterau  182. 
Hansestädte  die  —753,  763,  773;  ü,  150 
Hantze  Marcus,  S.  Daniels  a.  Augsb.  II, 

180,  223  (14) 
Härder  (?)  Franz  II,  252  (72) 
HarfF  Arnold  von  —  II,  37,  71,  91,  150 


Harmanus,   magister  curiae  i.  Kutten- 
berg II,  803  (29) 

Hartig  Johann  Jakob  (a.  Zittau?)  748; 
n,  192 

Hartman  s.  Artemann,  Artmannus 

Hartong  (=  Härtung?)  Menaghina,  W. 
Michaels  E,  257  (197) 

Härtung  s.  Arting 

Haslach  i.  Baden  II,  92 

Hasler  Hans  Leo,  Musiker  II,  289 

Hasselfelde  i.  Harz  II,  93 

Hateberg  Peter  II,  209 

Hau  Hieronymus  a.  Kempten  II,  183 
s.  T.  Anna  Katharina  II,  237  (91) 

Haudisch  s.  Haidenschaft 

Haug  Gerhard  a.  Augsb.  II,  178,  2C8 

Haunburg  Wendlin  von  —  688 

Hauser  s.  Auser 

Hawk  =  Hugo  s.  Goerz 

Hayden  s.  Ampezzo 

Hebern  (?)  i.  Deutschland  II,  283, 822  (59) 

Heder  Johann  (a.  Nürnb.?)  II,  207 

Heimburg  Gregor  von  —  II,  37 

Heilbronn  (Albrunn)II,  275(?)  288,326(66) 

Heiligenblut   im   Möllthal  i.  Kärnthen 
452;  II,  97,  100 

Heineke?  s.  Ainech 

Heinhauser  Johann  II,  210 

Heinrich,  Henricus  etc. 

—  a.  Hones  (=  Hohenems?)  800 

—  a.  Ips  802;  II,  53 

—  V.  Köln  n,  803  (30) 

—  ,von  der  kalten  Herberge'  a.  Köln  11,70 

—  Pfleger  zuLafan  (=  Lavant?)  508 

—  V.  Lindau  II,  69 

—  a.  München  88;  II,  56 

—  a.  Nürnb.  106,  322,  787;  H,  20,  74 

—  a.  Nürnb.,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Nürnb.,  Schuster  i.  Vened.  II,  275, 
312  (42) 

—  a.  Salzb.  798;  H,  55 

—  de  Spera  (a.  Speier?)  499;   ü,   67 
(cf.  Spiera) 

—  a.  Wien  56,  815;  II,  51,  52 

—  S.  d.  Odoricus  a.  Wien,  venet.  Bürger 
n,  279,  822  (58) 

—  Theotonicus  790 

—  Theotonicus  E,  805  (31) 

—  Theotonicus  II;  293  (6) 

—  magister  Henricus  a  tabuleriis  Teu- 
tonicus  791 

Heinzelmann  a.  Kaufbeuren 
Johann  II,  212 
Johann   Georg,   Johann  u.   s.  Söhne 

Joh.    Konr. ,    Georg  Daniel,   Sigm. 

Christ.,  Joh.  Georg,  Jak.,  Sebastian 

Wilh.  E,  183 
Johanna   Regina   verm.    Laminit   II, 

240  (104) 


Personen-  und  Ortsregister. 


3^3 


Maria  Sibilla  verm.  Wagner  II,  241 
(1121 
Heipech  (=  Heipeck?)Lorenzn,255(150) 
Heise  Johann  a.  Frankf.  a.  M.  II,  69 
Heibig  Christoph  II,  210 
Helfenstein  (Delphinstayn)  Graf  Ulrich  (?) 

von  —  211 
Helianus  II,  128^ 
Helier  s.  Heller 
Heller  (HeHer)  a.  Frankf.  a.  M. 

Gaspar  II,  68,  234  (73) 

Johann  II.  207  u.  Nachtr. 

Wolf  n,  68 
Heller  s.  Cheler  u.  Haller 
Helman  Heinrich  u.  S.  Karl  a.  Köln  II, 

153,  190 

u.  s.  S.  Hieronymus  II,  Nachtr. 
Hem  Thomasius  (=  Rem  a.  Augsb.  ?)  533 
Henaw  s.  Hanau 
Hendel  (Hendell,  Händl,  Endell)  a.  Steyr- 

Nümb. 

Joachim  743,  748;  11,  171,  194,  210 

Johann  Joachim  II,  194,  210 
Hendel  a.  Nürnbei-g 

Adam  (?)  II,  171,  194,  210 

Sebald  11,  171.  194,  209 
Hengellem  (=  Ingelheim?)  II,  279 
Henghelprettus  s.  Engelbrecht 
Henichinus  a.  Wien  II,  52 
Henri cus  s.  Heinrich 
Hens  Anna,  Fr.  Georgs  II,  255  (140) 
Henznerus  II,  260 
Her  Johannes,  S.  Pasqualis  a.  Vana  (?), 

Schuster  i.  Vened.  II,  277 
Herbeth  Julius  II,  Nachtr. 
Herbipolensis  civitas  s.  Würzburg 
Herbort  Johannes  (genannt  der  Grosse), 

a.  Seligenstadt,  Buchdrucker  i.  Vened. 

H,  288 
Herdegen,  Stadtschreiber  i.  Nürnb.  125 
Heremberth  (?)  Johannes,   Schuster  i. 

Vened.  H,  275,  326  (66) 
Herer  P.  Cornelio,  Prediger  i.  Vened. 

II,  261 
Hering  Joh.  Philipp  a.  Zittau  II,  192 
Herl  Ulrich  a.  Nürnb.  443;  II,  78 
Hermann  a.  Köln  653;  II,  189 
Hermann  a.  Memmingen  (Nürnb.?)  II,  182 

Benedict  IT,  184,  211 

Joh.  Michael  (?)  II,  184,  211 

Leonhard  (Nürnb.?)  709;  II,  155, 184, 
193,  209 
Hermann  a.  Nürnb.,  Bäcker  i.  Vened. 

n,  273 
Hermannus    a.  Nürnb,    166,  553  (558, 

566?);  H,  79 
Hermannus  a.  Zürich  (?),  venet.  Söldner 

II,  280 
Herpfer  Dr.  —  i.  Nürab.  758,  760,  761 


Herr  Michael,  Maler  II,  289 

Herrenalb  i.  Württemberg  II,  101 

Hermthal?  H,  106 

Hertz  II,  222  (9) 

Hertzog  s.  Hammann 

Herwart  (Hei-worten,  Hörwarth)  a.  Augsb. 

Hans  Paul  von  —  11,  181 

Johannes  (Hans)  341 .  355 ;  II,  59,321(57) 

Pandulf  II,  178,  208 
Herzel  (Ercel)  Johann  a.  Augsb.  II,  180, 

223  (18),  250  (24) 
Herzhauser  Anton  Maria,  Helena,  He- 
lena Lucia,  Kinder  Joh.  Karls  II,  257 

(188,  192,  193) 
Hes  Petrus  de  — ,  venet.  Söldner  II,  279 
Hessen  (?)  n,_  278,  318  (51) 
Hetueg  Henricus  de  — ,  venet.  Söldner 

n,  280 
Heuss  Joseph  Friedrich  a.  Memmingen 

II,  184  (cf.  Hais) 
Heyde  Friedrich  a.  Bar  (Lothringen)  II,  69 
Heydenauer  Peter,  Deutschordens-Land- 

comthur  in  der  Lombardei  411' 
Heynecke  a.  Lübeck  II,  72 
Hezer  Jakob  a.  Basel  II,  65 
Hibler  (?)  Anna  Maria,  T.  Leonhards  II, 

253  (111) 
Hieronymus,  Erbauer  des  neuen  Fond. 

II,  113,  116,  131,  281 
—  Geschützmeister  i.  Cattaro  II,  281, 
338  (76),  341—342  (79—81) 

s.  S.  Johannes  (Zuanne)  II,  342  (81) 
Hilebrant  Johann,  Ballenbinder  d.  Fond. 

u.  s.  S.  Johann  11,  255  (143,  155) 
Hiltprant  Fritz  a.  Nürnb.  439;  II,  78 
Hindelang  i.  Schwaben  II,  93 ' 
Hirschvogel  (Hirsvogell,  Hirssvogel)  a. 
Nürnb.  H,  118 

Bartholomäus  428,  429;  II,  78 

Bernhard  II.  195 

Franz  H,  79,  1-32«,  193,  207 

Hans  II,  76 

Lienhard  450;  H,  78 

Ulrich  298;  U,  IQ,  77 

Wilhelm  421;  II,  78 
Hirsvogel  Augustin,  Töpfer  etc.  II,  289 
Hirtzenau  a.  Rhein  II,  93 
Hiselfelder  Ulrich  II,  256  (167) 
Hisperger  Franz  II,  259  (223) 
Hittorf  Gottfried  a.  Köln  H,  189 
Hochaicher  Joh.  Christoph  a.  Augsb.  II, 

180,  256 
Hochgesang  Pancratius,  Wirth  i.  Vened. 

n,  249  (11),  284 
Hoder  Johannes  a.  Salzb.  II,  55 
Höchstetter  (Echstetter,  Exteter)  a.  Augs- 
burg U,  118 

Ambrosius  699;  II,  181 

Georg  616,  653,  658;  II,  60,  177 


364 


Personen-  und  Ortsreorister. 


Johannes  699;  II,  181 
Hoermann  Kaii  a.  Kaufbeuren — Augsb. 

II,  181^" 
Hoerwarth  s.  Herwart 
Hoesslin  Balthassar  von  —  a.  Augsb. 

II,  182 
HofFer  (Hofer,  Hopfer?)  a,  Villach 

Christopli  709 ;  11,172, 209, 223  (17),  250 

Johann  711  (?);  II,  172,  209,  210 
Hofmann  Cyriacus  a.  Nürnb.  457;  II,  78 
Hoheneck  (Hochenegg)  i.  Steiermark  II, 

200 
Hohen-Urach  i.  Württemberg  II,  63 
Höhlenstein  (Höllenstein,  Holenstein  = 

Landro)  i.  Ampezzo-Thal  452;  H,  91,96 
Holczhauser  Michael  a.  Salzb.  II,  56 
Holländer  Alexander  u.  s.  Bruder  Tho- 
mas a.  Köln  721;  H,  144,  153,  190 
Holzbeck  Bernhard  a.  Nürnb.  II,  195 
Hones  (Hohenems?)  800 
Honolt  (Onolt,  Omolt)  Georg  a.  Augsb. 

741,  748;  II,  177 
Honosta(?)  Zan  d'  653 
Hootschliger  Jakob  a.  Köln  728;  II,  145, 

190 
Hopfer  (Hopffer,  Offer)  a.  Augsb.II,  256 

Anton  (?)  II,  146 

Daniel  709,  748;  II,  181 

Erasmus  H,  179,  211,  225  (25) 

Georg  709,  748;  II,  179,  181,  210  u. 
Nachtr. 

Hieronymus  743;  II,  181 

Johann  (?)  711;  H,  172,  179,  209,  210 

Ludwig  743;  H,  179,  181,  210 

Marcus  743;  II,  181 

Tobias  II,  180,  225  (25),  250  (25) 

Ulrich  743;  H,  181 
Hörn  Jakob  i.  Schwab. -Gmünd   II,  186 
Hornberg  i.  Baden  II,  92 
Hornburg  n.  v.  Harz  (Prov.  Magdeb.)  II,  93 
Hoser  Ludwig,  Bürgermeister  v.  Augsb. 

684,  685,  686,  688 
Hosler  (?)  Joh.  Kaspar  II,  258  (206) 
Hospital  i.  d.  Valsugana  II,  199 
Hospitalis  Plavis  s.  Ospitale 
Hoy  Hans  von  —  a.  Augsb.  II,  59 
Huber  Marx  a.  Augsb.  II,  181 

Hadrian?  TL,  208 
Hubner  Georg  II,  251  (33) 
Huebner  Hans  a.  Nürnb.  432,  433 
Huetel  Joerg  a.  Augsburg  369 
Hügel  Johann  Wilhelm  a.  Memmingen 

n,  184,  196,  237  (91) 
Huggelhanner  (Huygelhanner)  II,  71 
Hulczhusen  i.  Frankf.  a.  M.  Konrad  u.  s. 

Tochter  Lysa  H,  68' 
Hunguers  Henricus  de  —  551 
Huobergerin  Anna  u.  S.  Joh.  Jakob  II, 

231  (56) 


Huper  (=  Hopfer?  Huber?)  Joh.  II,  210 
Hupper  Elias  H,  210,  252  (89) 
Husbach  Corrado  de  — ,  venet.  Söldner, 

n,  280 
Husler  a.  Ravensburg  II,  64 
Hyber  Sebastian  a.  Krakau,  Buchändler 

i.  Vened.  H,  289 
Hyller  Jörg  a.  Augsb.  536;  II,  60 
Hyspurch  s.  Innsbruck 


I. 


Idria  i.  Krain  II,  281,  334  (71),  335(72) 
Igling  i.  Schwaben  II,  94 
Imhof  (Imhoff)  a.  Augsb. 

Raymund,  S.  d.  Hieronymus  II,  180, 
224  (20),  250  (20) 

s.  Frau  Regina  Bimel  II,  224  (20) 
Imhof  (Incuria,  Encuria)  a.  Nürnb.  738, 
739,  741;  II,  118 

Erhard  292;  II,  76 

Franz  II,  79,  195,  207 

G(eorg)  761,  763,  764;  II,  148 

Guido  (Veit)  II,  79,  207 

Hans  348;  s.  Sohn  II,  195 

Heinrich   288,   291,  293;   II,  75,  li 
194,  210 

Jeremias  II,  79,  207 

Joachim,  S.  Jolianns  II,  194,  223  (16) 

Johannes   292,   598,   652,   653,  658; 
II,  76,  79,  192 

Konrad  (Kunz)   520;   II,   75,  77,  78, 
80,  232  (62) 

Michael  II,  194,  210 

Pankraz  292;  II,  76 

Paul  292,  516;  II,  76,  78,  245  (123) 

Peter  II,  79,  207 

Sebald  292,  348;  II,  76 

Sebastian  II,  79,  195,  207 

Ulrich  n,  76 

Veit  II,  79,  207 

Wilhelm  741,  748;  II,  193 
Immenstadt  i.  Schwaben  II,  93  ^ 
Imst  (Eyms,  Yms)  i.  Tirol  II,   93,  199 
In  Curia,  Incurier  s.  Imhof 
Indien  (Seeweg  nach  — )  II,  117 
Ingelbrecht  Kaspar  a.  Aachen  767;  IT," 

149,  i-ei 
Ingelheim  (Ingelhausen,   Hengellem)  i. 

Hessen  II,  93,  279 
Ingolth  Matthäus  a.  Strassb.   653;    II, 

188 
Innichen  i.  Pustersthai  II,  100 
Inning  i.  Oberbaiern  II,  94 
Innsbruck(Inspruck,  Ispurcha,  Hyspurch) 

379,  386,  567,   671,   672,   687,   688, 

692,  693,  707;   II,   91,   94,   97,  173, 

199,  200,  201.  226  (29) 


Personen-  und  Ortsregister. 


36( 


Insfolger  s.  Eysfogel 
Interinger  (Interingler)  P.  Placidus,  Pre- 
diger i.  Vened.  II,  262 
Ips  (Hips)  i.  NiederÖsterreich  802 ;  11,  53 
Irdning  i.  Steiermark  II,  99 
Isar,  Fluss  II,  95 
Isfolgel  s.  Eysfogel 
Isny  (Isne)  i.  Württemb.  II,  187,  198 
Isonzo,  Fluss  II,  98,  200 
Ispurcha  s.  Innsbruck 
Istrien  (Istria,  Ystria)  325;  II,  295  (7) 
Italien  58,  693 

J. 

Jacob  Nyclas  a.  Nümb.  II,  77 
Jacobus,  Jacomo  etc.  s.  Jakob 
Jäger  s.  Jager  u.  Jegher 
Jager  (=  Jäger?)  Johann  Paul  II,  220  (1) 
Jakob  (Jacobus,  Jacomo)  etc. 

—  Rabbi,  Jude  i.  Kremsier  II,  324  (64) 

—  a.  Pordenone  II,  310  (40) 

—  a.  Strassb.,  Buchdrucker  i.  Vened.  II, 
288 

—  Theutonicus  43,  146;  H,  82 

—  Bäcker  i.  Vened.  II,  274 

—  Beamter  d.  Fond.  198 

—  Schuhmacher!.  Vened.  n,  271, 340  (77) 
Janua  s.  Genua 

Jasky  Andreas  a.  Danzig  II,  Nachtr. 
Jastram  a.  Portsmouth  II,  184,  196 
Jegher  (=  Jäger?)  Job.  Bernhard  aus 

Mainz  II,  245  (122) 
Jenum  (=  Genf  od.  Wien?)   581;   II, 

52    53 
Jerme(?)  i.  Böhmen  II,  299  (24) 
Jerusalem  291;  II,  294  (11) 
Jodocus  P.  a.  i)eutschland,  Prediger  i. 

Vened.  II,  262 
Johann  Anselm  a.  Strassburg  653;   11, 

122 »,  188  u.  Nachtr. 
Johann,  Johannes,  Joannes,  Zuan,Zuanne 

—  S.  d.  Bartholomäus  a.  Augsb.  II,  58 

—  a.  Augsb.,  Geschützmeister  i.  Vened. 
II,  281,  336  (74) 

—  a.  Bautzen  358;  II,  72 

—  a.  Bruneck,  Bäcker  i.  Vened,  II,  273 

—  a.  Cividale  595;  II,  54 

—  (S.  Peters?)  a.  Feldkirch,  Schuster  i. 
Vened.  II,  275,  326  (66) 

—  a.  Köln  II,  190 

—  V.  Köln,  Buchdrucker  i.  Vened.  11, 
287 

—  a.  Köln,  Wirth  i.  Mestre  II,  285 

—  a.  Mainz  (?),  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Nördhngen,  Buchdrucker  i.  Vened. 

TT     Ogg 

—  a.  Olmütz  II,  299  (24) 

—  a.  Polen  139;  II,  81  *" 


Johann  a.  Prag  799;  II,  81 

—  a.  Regensb.  801;  II,  47 

—  de  Rheno  (?),  Buchdrucker  i.  Vened. 
II   288 

—  a.  S.  Gallen  (?)  193;  II,  65 

—  a.   Speyer,  Buchdrucker   i.   Vened. 
II    287 

—  a.  Ulm,  Ballenbinder  322,  601;  II,  20 

—  derselbe?  II,  232  (64) 

—  a.  Weissenburg,  Schuster  i.  Vened. 
II,  275,  326  (66) 

—  Beamter  d.  Fond.  150 

—  Hausmeister  d.  Fond.  60 

—  Träger  i.  Fond.  65,  73 

—  Barkenführer  i.  Vened.  418 

—  venet.  Bürger  II,  283,  315  (46) 

—  Diener  i.  Vened.  II,  279 

—  ingenerius  Theotonicus  II,  281,  292 
(4,  5) 

—  Theutonicus  portator  ad  stateram  4& 

—  Diener  d.  Foscari  II,  279 

—  Wirth  i.  Vened.  II,  283 '»,  284,  299 
■    (24),  301  (27,  28) 

—  Theotonicus  II,  303  (30) 

—  Todescho   u.   s.   Tochter  Maria  II, 
251  (39,  40) 

—  Wii-th  i.  Treviso  II,  285,  295  (12, 13) 
Jonas,  Jude  a.  Zürich  82 
Jordanus,  S.  d.  Odoricus  a.  Bozen,  ve- 
net. Bürger  II,  283 

—  Buchhändler  i.  Vened.  II,  157 
Josep,  Jude  a.  Zürich  82 
Judenburg  (.Judempur,  Judimburg,  Ju- 

dinburg)  in  Steiermark  320,  322,  391, 

568;  II,  20,  50,  53,  98,  99,  171,200 
Jülich  i.  Preussen  II,  97 
Julianus  a.  Köln(?)  II,  318  (51) 
Justenhofer  Aloysius   a.  Frankf.  a.  M. 

605;  II,  69 
Juster  Wilhelm,  S.  X.  Johanns  II,  253 

(106) 
Justo,  venet.  Familie  102;  II,  9 

Lucas  u.  Moretus  99 
Justus,  Patemostermacher  i.  Vened.  II, 

278,  336  (73) 
Justus  Gerhard  u.  Heinrich  a.  Köln  583; 

II,  71 
Justus  a.  Regensb.  577 
Justus   (a.  Speyer?),   Bäcker  i.  Vened, 

II,  273 

K. 

Kadober  s.  Cadore 

Kärnthen  67;  II,  20,  53,  54,  100,  172, 

332  (69) 
Herzog   Otto   v.   Kämthen-Tirol   25, 

27,  28 
Kaltenhauser  Hans  u:  s.  S.  Niklas  II,  54 


366 


Personen-  und  Ortsrearister. 


Kaltem  i.  Tirol  U,  93 
Kankerpass  i.  Krain  II,  99 
Kapfenberg   n.  v.  Brück   i.  Steiermark 

II,  98,  200 
Kapfer  Jobs  i.  Nürnb.  348 
Kappler  s.  Capeller 
Kargb  Thomas  (a.  Regensb.?)  II,  169, 

210 
Karnfail  s.  Coranfel 
Karrer  Jakob  a.  Kempten  II,  183 
Karst,  Gebirge  438",  693;  II,  49,  50 
Käser,  Kaserer  (Chasar,  Caiserer)  Ste- 
phan a.  Salzb.  615,  653,  658;  II,  55, 

173,  207 
Kaspar  a.  CiUi  (?),  Buchhändler  i.  Vened. 

II,  289 
Kaspar  a.  Köln(?),  Buchdrucker  i.  Vened. 

II,  288 
Kaspar,  Diener  d.  Foscari  II,  279 
Kassel,  Stadt  II,  97 
Kastelrut  i.  Tirol  322;  II,  20 
Kastlkorn(Costlchom)PauI  Freiherr  zu  ^ 

687,  688 
Katscli-(Katz-)Berg  i.  Lungau  (Salzburg) 

II,  99,  200 
Katsch-Thal  i.  Steiermark  II,  99 
Katzenellenbogen  Graf  von  —  II,  97 
Kaufbeuren  i.  Schwaben   732;   II,   63, 

148,  182,  236  (87) 
Kaufmann  Niclas  a.  Nürnb.  11,  76 
Kaufmeyer  (?)  Georg,  Pförtner  d.  Fond. 

II,  257  (186) 
Kawma  s.  Como 
Kechel  (Chechel,  Chechell)  a.  Ulm 

Hieronymus   u.   s.   Frau   Magdalena 
II,  185,  227  (33) 

Jakob  II,  185,  210 

Johann  739—741,  748;  II,  185 

s.  Kinder:    Pauline  u.  Christoph   II, 
250  (31,  32),  Joh.  Friedr.  II,  251  (34) 

Johann  Georg  II,  185,  211 

Kaspar  II,  185,  210,  227  (33) 
Kelbel  Jakob  i.  Wiener-Neustadt  II,  172 

(cf.  Chelbit) 
Keller  a.  Memmingen  s.  Cheler 
Kemeten   (Kematen)   i.    Oberösterreich 

II,  201 
Kemmlin  Konrad  a.  Ulm  II,  63 
Kemmerer  Wolff  a.  Augsb.  II,  69 
Kemnater  Lucas  a.  Augsb.  II,  60 
Kempten  (Chempten,  Chemt)  300,  445, 

448,449;  II,  62,  63,  93,  94,  97,  182, 

183,  197,  198,  199,  237 
Kerler  David  a.  Memmingen  II,  184 
Kersher  Joachim,  Rathsherr  i.  Regensb. 

751 
Kesselberg  i.  Oberbaiern  II,  96 
Keyiferer  Jakob  u^  Stephan  II,  207 
Kieehel  Matthias  Ludwig  a.  Ulm  II,  185 


Kiechel  Samuel  a.  Ulm  II,  200,  273 
Kienberg  i.  Oberbaiern  II,  199 
Kienberg    =    Kindberg    i.    Steiermark 

II,  98,  200 
Kini(?)  Philipp  II,  251  (49) 
Kirchdorf  i.  Oberösterreich   II,   50,  99 
Kirchheim  i.  Möllthal  i.  Kärnthen  452 
Kirchherren  Albert  a.  Konstanz  II,  65 
Kirchhöfer  v.  Kirchhof  Franz  Matthias 

II,  221  (4) 
Klagenfurt  II,  53,  99,  173,  200,  201 
Klaus  i.  Oberösterreich  II,  201 
Kleiber  Johann  a.  Memmingen  II,  184 
Kleinhans  Veit  a.  Köln  II,  190 
Kleinhoifer  (Clanoffa)  Johann  a.  Laibach 

653;  II,  173 
Kleinschmid  a.  Augsb.  _ 

Samuel  David  II,  182 

Samuel  Rudolf  II,  180,211 
Klösterle   w.   v.  Bludenz  i.  Vorarlberg 

II,  93 
Knebel  Bartholomäus  a.  Nürnb.  II,  77 
Kneissel  (Knewssel)  a.  Nürnb. 

Hans  II,  79 

Sebald  (Sinibaldo)  II,  132  ^  193,  207 
Knittelfeld  i.  Steiermai-k  II,  98,  200 
Kniebiss  i.  Baden  H,  199 
Kobel  s.  Kofel 
Koberger  a.  Nürnb. 

Anton  II,  289 

s.  Vetter  Hans  II,  79,  289 
Koblenz  II,  93 
Koburg  II,  97,  258 
Koch  Wilhelm  (a.  Augsb.?)  H,  221  (5) 

—  Lubbert  a.  Köln  II,  190 

—  J.  i.  Nürnb.  761 

—  s.  Cochus  u.  Cuogo 
Kochel  i.  Oberbaiern  II,  96 
Kock  Wilhelm  II,  221  (6) 
Koeg(?)  Anton  H,  251  (37) 
Köln     (Colonia    Agrippina,     ColognaJ 

Collen)  171,  322,  357,  577,  653, 
663,  721,  723,  728,  751,  761,  768, 
769,  770,  771,  772,  776,  777,  778, 
779,  781;  II,  20,  41,  46,  69,87,  106, 
144,  145—154,  156,  160,  189—191, 
243,  278,  279,  280,  285,  288,  298  (22), 
303  (30),  307  (32),  318  (51),  322  (60) 

Koen  (Kon)  Friedrich  a.  Augsb.  355,  356 

König  Christoph  Wilh.  a.  Breslau  II, 
192,  238  (98) 

König  Simon  de  —  a.  Köln  II,  190 

König  Georg  Matthias  a.  Ulm  II,  185, 
211 

Königswinter  (Wynteren)  s.  v.  Bonn 
a.  Rhein  II,  98 

Koepff  Christoph  Jakob  von  —  a.  Augsb. 
n,  182  _ 

Körmönd  i.  Ungarn  II,  98 


n 


Personen-  und  Ortsregister. 


367 


Koevoet   (Kuhfuss)    Heinrich    a.    Köln 

n,  70 
Kofel  (Cobel)  i.  Venetien   II,   97,    199, 

200,  201 
Kolb  a.  Nürnb. 

Anton  653,  658;  II,  192,  289 

Paul  567;  II,  79 
Koler  i.  Nürnb.  II.  74,  75 

Erkembrecht  411;  II,  77,  80 

Georg  411;  II,  77 

Johannes  340.  411;  II,  76,  77 

Nicolaus  443;  II,  78 

Stephan  340,  351,  411;  n,  76,  77 
KoUeffel  Christoph,  Rathsherr  i.  Strassb. 

n,  276,  313  (82) 
Kon  Johann  II,  221  (G)  (cf.  Koen) 
Konhofer  s.  Kunhofer 
Koning  (Koninck)  Joh.  u.  S.  (?)  Richard 

a.  Hamburg  II,  191 
Konrad,  Conradus,  Coradus,  Corradus, 

Corado 

—  a.  Augsb.  275;  II,  58 

—  a.  Böhmen,  Ballenbinder  d.  Fond.  322 

—  a.  Böhmen,  Schuster  i.  Vened.  II,  275, 
312  (42) 

—  a.  Brunn  96;  II,  81 

—  ebendaher,  Ballenbinder  d.  Fond.322 ; 
n,  20 

—  de  Francho  (Frankfurt?)  H,  303  (30) 

—  a.  Köln,   Diener  i.  Vened.  H,   279, 
307  (32) 

—  a.  Konstanz,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Mähren  96;  II,  81 

—  a.  Nürnb.  201,  274;  H,  75 

—  a.  Radstadt  104;  H,  56 

—  a.  Regensb.  69,  805;  II,  47 

—  a.  Salzb.  80;  II,  55 

—  a.  Vülach  234;  H,  53 

—  a.  Wien  37,  42,  85;  II,  51 

—  Teutonicus  83,  113;  II,  82 

—  BaUenbinder  d.  Fond.  447 

—  Bote  IT,  279,  296  (17) 

—  Teotonicus,  Diener  i.  Vened.  II,  307 
(32) 

ein  anderer  H,  307  (33) 

—  Schuster  i.  Vened.  II,  344  (83) 

—  Seifensieder  i.  Vened.  II,  278,  293  (7) 

—  Söldner  i.  Vened.  II,  279 

—  Teotonicus,  Töpfer  i.  Vened.  II,  278, 
316  (48) 

—  Fra   —  i.   S.    Giovanni   e  Paolo   i. 
Vened.  322;  II,  20 

Corado  (?)  Giovanni,  Alemano   II,   256 

(160) 
Konstantinopel  II,  7 
Konstanz  (Costentz)  23,  302,  334,  336, 

672,  800;  II,  45,  46,  64,  93,  97,  197, 

198,  273 

—  Diöcese  23,  258,  267,  269,  271,  274 


Korsnere  Hinricus  de  Bauenberghe  H,  71 
Krähb  erger   Katharina    u.    ihre    Söhne 

Jakob    u.   Ulrich   in   Regensb.    284; 

H,  48 
Kraemser  a.  Augsb.  314;  II,  59 
Kraft  Johannes  i.  Ravensb.  269 
Krain  (Carnia,  Carniola)  162,  239,  791  ; 

H,  53,  54,  173 
Krakau  (Cracovia,  Charcovia)  330,  358; 

II,  289 
Kraus  P.  Joh.  Anton  (a.  Bozen?),   Pre- 
diger i.  Vened.  II,  261 
Kjrauss  Jakob  a.  Nürnb.  II,  102 
Kreig  Konrad  von  —  Landeshauptmann 

V.  Krain  239  ^ 
Krems  i.  Niederösterreich  II,  51 
Kremsegg  i.  Oberösterreich  II,  201 
Kremsier  (Krembsir)  i.  Mähren  II,  324 

(64) 
Kremsmünster  i.  Oberösterreich  II,  201 
Krenchle  (Krenckle)  Kaspar  II,  221  (5,  6) 
Kress  a.  Nürnb.  II,  75 

Albrecht  II,  77 

Friedrich  (Fritz)   363;  II,  75,  76,  80 

Hans  II,  75 

Hilpolt  291,  363;  H,  75 

J.  C.  761 

Johannes  II,  76 

Konrad  363,  372,  373,  375,  376,  378, 
380—383,  388;  II,  76,  77 

Kraft  II,  76 
Ki-euzberg,  der   —    (Monte  Croce)  zw. 

Kärnthen   u.  Friaul   =   Pleckenpass 

439;  II,  91,  100 
—  s.  V.  Innichen  i.  d.  Camischen  Alpen 

II,  96 
Ki'ieglach  (Kriegle)  i.  Steiermark  II,  98, 

200 
Kronstadt  i.  Siebenbürgen  II,  288 
Kruscheza  i.  Krain  II,  200 
Kubbeling  Jordanus  a.  Lübeck   II,    71 
Küchel  i.  Salzburg  II,  99 
Kühburg,  Grafschaft  i.  d.  Schweiz  761 
Kunhofer  Andreas  a.  Nürnb.  II,  195 
Kugler  Kom-ad  a.  Nürnb.  II,  77 
Kunacher(?)  Hans,  Pfleger  z.  Umkenst(?) 

438 
Kunhofer,  Konhofer  Konrad  a.  Nürnb. 

383,  384 
Kurn  Marcus  u,  Niklas  a.  Breslau  II,  72 
Kurz  s.  Curth 
Kuttenberg  (montes  Chuttini)  i.  Böhmen 

11,  281,  301—303  (29) 


L. 


Labertinis   Petrus    de  — ,   Beamter   i. 
Treviso  H,  295  (12,  13) 


368 


Personen-  und  Ortsregister 


Lafan  s.  Lavant 

La  Foschetta  A  —  i.  Venetien  II,  200 

Lagkhner  Vitus,  S.  d.  Franciscus  a.Wien 

II,  171,  227  (32) 
Laibach  (Lubiana,  Lubiano)   322,  653, 

773;   n,  20,  41,  42,  46,  50,  54,  98, 

143,  151,  173,  200,  277,  278,  319  (53) 
Laider  Thomas,  Schuster  i.  Vened.  II, 

257  (200),  277  _ 
Laminit  (Lamminit)  Veit  Ludwig  a.  Mem- 
mingen II,  184,  237  (91),  240  (104) 

s.  Frau  Johanna  Regina  geb.  Heinzel- 
mann  II,  240  (104) 
La  Motta  (a  la  Motta,  Allemoto)  i.  Ve- 
netien 343;  II,  91,  200 
Lan^oleto    (=    Lanzelott?)   Leonardus 

de  —  205-,  II,  82 
Landau  II,  288  (cf.  Hammann) 
Landauer  (Lanndawer)  Marcus  a.  Nürn- 
berg 458;  II,  78 
Landeck  i.  Tirol  II,  92,  93,  94,  199 
Lando  Pier,  Bauleiter  d.  Fond.  II,  IIP 
Landolt  Stephan  a.  Regensb.,  tabellio 

II,  49  m.  s.  Fr.  Elisabeth  II,  232  (65) 
Landro  s.  Höhlenstein 
Landsberg  a.  Lech  i.  Oberbaiem  685, 

732;  n,  176,  199,  200 
Landshut  i.  Niederbaiem  II,  56, 175, 261 
Landskron   n.   v.   Villach   i.  Kämthen 

II,  201 
Lang  Johannes  a.  Augsb.  627, 663;  II,  60 

s.  Br.  Matthäus,  Bisch,  v.  Gurk  II,  60 
Lang(en)  Bernhardus    a.  Nürnb.  ?  256; 

n,  75 
Lang(en)  Paul  a.  Augsb.  308,  309,  311, 

316;  II,  58 
Langenauer  Ludwig  u.  Raphael  a.  Augsb. 

n,  178,  208 
Langenmantel  a.  Augsb. 

Jörg,  Bürgermeister  651 

Johannes  II,  179,  211 

Matthias  II,  182 

Melchior  II,  179,  211 
Langensalza  i.  d.  Pi-ovinz  Sachsen  II,  93 
Langenwang  a.  d.  Mürz  i,  Steiermark 

H,  200 
Langenzenn  i.  Mittelfranken  II,  288  (cf. 

Löslein) 
Laut  (?)  Rudolph  II,  307  (33)  (cf.  Laut) 
Lanz  (Lans)  Leonhard,  Bäcker  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
Larius  a.  Krain  162;  II,  54 
Lasser  (Loser)  a.  Salzb. 

Ruprecht  (Ruberto)   653,   658  m.  s. 

Söhnen  Christoph  u.  Wolfhard  697 ; 

n,  173,  174,  207 

Latsch  (Letz)  i.  Vintschgau  (Tirol)  II,  93 

Latisana  i.  Friaul  49,  231,  233,   243, 

252,  276,  786;  II,  49,  90,  91,  98 


Lauber  Matthias  a.  Kaufbeuren  II,  183, 
211,  236  (87),  255,  256,  257  (202) 

s.  Bruder  Joh.  Christoph  II,  183,  258 
(202,  203) 

s.  Tochter  Anna  Maria  II,  256  (162) 
Laufenburg  a.  Rhein  i.  d.  Schweiz  II,  198 
Lauginger  (Longiger)  a.  Augsb. 

Hans  (Johann)  II,  60,  178,  207 

Martin  497;  II,  59 
Lauingen  (Laugingen)  i.  Schwaben  218,. 

326;  II,  63 
Lauis  (Loners)  =  Lugano  II,  199 
Lauredanus  s.  Loredano 
Lausitz  (Lusecia)  358 
Laut  (?)  Rudolph  II,  307  (33)  (cf.  Lant) 
Lavant  (Lafan)  i.  Tirol  406?,  508;  II,  91 
Lavis  (Naves,  Nevis,  Nevus)  i.  Südtirol 

II,  93,  201 
Lazeney  s.  Lucinico 
Led(e)rer  Claus  a.  Augsb.  508;  II,  60 
Lederer  Matthias  a.  Köln  II,  190 
Leibnitz  s.  v.  Graz  i.  Steiermark  II,  99 
Leiter  (Layter),  die  Herren  von  der  — 
669,  676,  678,  685;  H,  121 

(Hans)  Johannes  d.  ältere  u.  d.  jüngere 
684,  686,  687,  688,  689;  H,  121 
Lengenfeld  i.  Voigtland  II,  192 
Lengfelder  Georg  a.  Nürnb.  421,  428,^ 

429,  433;  II,  78 
Lengstein   auf  d.  Ritten-Plateau  n.  v. 

Bozen  II,  94 
Lenk  (Linke)  Joh.  Baptist  II,  159 
Leo  (Low?)  Konrad.  (a.  Nürnb.?)  145; 

n,  74 
Leoben  i.  Steiermark  II,  98,  171,.  200 
Leonardus  Teothonicus  158;  II,  82 

-  Diener  i.  Vened.  II,  300  (26) 

—  a.  Judenburg  391;  II,  53 
Leopardus  a.  Regensb.  88,  89,  799;  II,  47 
Leoviller  (?),  Buchdrucker  i.  Vened.  IL 

288 
Lermoos  i.  Tirol  II,  93,  97 
Letelli  Franciscus  dei  —  a.  Trient,  venet, 

Bürger  II,  282 
Lethestayn  s.  Liechtenstein 
Letscher  Kaspar  a.  Nürnb.  II,  195 

Letz  s.  Latsch  

Leuchtenberg  (Lichtenberg)  i.  d.  Ober- 
pfalz, Landgraf  Sigobst  270 
Leutkirch  i.  Württemberg  II,  187 
Levico  (Lievegum,  Levegno)  i.  Südtirol 

300 ;_  n,  97,  199,  201 
Leze  Silvestro  da  — ,  Visdomino  d.  Fond. 

661 
Liasca,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Liberio  Johannes  de  —  a.  Böhmen,  Sen- 
sal d.  Fond.  190 
LiberseEligius,  Prediger  i.  Vened.  II,  261 
Lichtemberg  b.  Augsburg  348 ;  II,  91 


Personen-  und  Ortsfegister. 


369 


Lichtenberg  s.  Leuchtenberg 
Lichtenstein  Hermann  u.  Peter  a.  Köln, 

Buchdrucker  i.  Vened.  11,  288 
Lieber  Narciss   a.  Ulm-Augsb.  II,  179, 

185,  209 
Liebert  Benedikt  Adam  a.  Augsb.  IT,  182 
Liechstal  (Liestal)  i.  d.  Schweiz  II,  199 
Liechtenstein  (Letliestayn)  Fürst  Hein- 
rich 244;  II,  42^ 
Liechtenstein  Hans  von  —  668 

Paul  von  —  673,  676,  687,  688,  690 
Lienz  (Luenz)  i.  Pusterthal  438;  II,  100 
Lietzen  (Lienzen)  a.  d.  Enns  i.  Steier- 
mark H,  99,  201 
Lievegum  s.  Levico 
Li(g)salz  Wilhelm  i.  München  209;  II,  57 
Limena  s.  Rimine 

Limpech  (=  Limpeck  a.  Regensb.?)  Jo- 
hannes 559;  n,  38,  49,  82 

WoLfgang  II,  49 
Linck  a.  Augsb. 

Joh.  Ulrich  II,  180  u.  s.  Bruder  Georg 
224   225  (23) 
Lindau  30,  763;  H,  63, 148, 186,  200, 240 
Lindeck  i.  Steiermark  II,  200 
Lindeman  (Lindemar)  Wolfgang  II,  285 

(80) 
Lindenastin  Anna  i.  Nümb.  550 
Linder  a.  Augsb. 

Lucas  (Laux)  XIV;  II,  155,  178 

Peter  740,  741;  H,  179,  210 
—  Ludwig,  Buchhändler  i.  Vened.  II, 

289 
Lindimer  (Lindiner,  Lindiman)  Wilhelm 

(a.  Augsb?)  653,  658;  H,  177 
Linz   i.  Oberösterreich  II,  46,  49,  50, 

99,  101,  201 
Lion  (Low?)  Heinrich  a.  Ulm  537,  538, 

546;  n,  63 
Lionardo,  Pförtner  i.  Fond.  II,  249  (3) 
Lissabon  II,  118 
Litumhofer  (=  Lichtenhofer?)  Johannes, 

Bergmann  H,  334  (71),  335  (72) 
Liudprand  von  Cremona  II,  6 
Lizzafusina  (Lucefusina)  s.  v.  Vened.  a. 

d.  Brentamündung  636;  II,  97,  201 
Lizzana  i.  Südtirol  II,  94 
Locatello,  Arzt  i,  Vened.  II,  256 
Lochmont  (=  Lavant?)  406 
Locho  Petrus  de  — ,  Arbeiter  i.  Vened. 

II,  311  (41) 
Lodovici,  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Lodovico  Todesco  u.  s.  T.  Sara  II,  252(75) 
Lodron  Felix  Graf  von  —  II,  255  (156) 
Löslein    Peter    a.    Langenzenn,    Buch- 
,    drucker  i.  Vened.  II,  288 
Low  cf.  Leo  u.  Lion 
Lohner  Georg  a.  Nümb.  II,  76 
Loibl,  Pass  i.  Känithen  II,  99 


Loitsch  i.  Krain  II,  98 

Lombardei  35,  78,  101,  223,  247;  II, 
35,  320  (55,  56) 

London  H,  3,  165,  241 

Loners  s.  Lavis 

Longiger  s.  Lauginger 

Loniai  Albert,  Befehlshaber  v.  Zengg  622 

Lorberer  Sigmund  a.  Pesth  II,  Nachtr. 

Lorch  i.  OberösteiTeich  II,  98 

Loredano  (Lauredanus)  Leonardo,  Doge 
622,  652,  659,  662,  681,  694,  696;  II, 
102,  110,  116,  176 

Lorenzo  a.  Rodimstaph,  Ballenbinder 
d.  Fond.  322;  11,  20 

Lome  (=  Salurn?)  i.  Tirol  II,  93 

Loser  s.  Lasser 

Lothringen(Lothoringia)Herz.Raynerius 
(statt  Renatus)  557 

Lottinger  Stephan  von  — ,  kais.  österr. 
Rath  u.  s.  Schwester  Ludovica  von 
CoUe  II,  234  (77) 

Lottner  Georg  a.  Augsb.  II,  180,  254  (128) 

Lovadina  b.  Treviso  451 ;  II,  91 

Lovenberg  Heinrich  (a.  Köln?)  II,  70 

Lovin  Zan  (Zuan)  de  — ,  Bäcker  i.  Vened. 
H,  235  (83),  272,  273 

Lovina  P.  Giuseppe,  Prediger  i.  Vened. 
H,  261 

Lubiana,  Lubiano  s.  Laibach 

Lucchner  (=  Luckner?)  Herm.  a.  Augsb. 
n,  180,  254 

Lucha  (Luca)  Manus  de  — ^,  venet.  Ge- 
sandter 138,  143 

Luchinius  Johannes  Theotonicus  152; 
H,  82 

Lucinico  (Lazeney)  i.  Görz  II,  200 

Lucker  Johann  Georg  Hermann  (a.  Augs- 
burg?) II,  179,  181,  211 

Ludovicus,  rector  scholarum  i.  Kutten- 
berg II,  303  (29) 

Ludwigsburg  b.  Stuttgart  II,  186 

Lübeck,  Lubech  291,  301;  II,  41,  46,  71 

Lueg,  Lug  Im  — ,  Zum  —  i.  Tirol  b. 
Brenner  II,  94^,  199,  200,  201 

—  Pass  Lueg  i.  Salzburg  II,  99 

Lueg  Hugo  (Hawk)  von  —  s.  Goerz 

Luenz  =  Lienz  i.  Pusterthal  438 

Lug  (i.  Krain?)  438 

Lugano  s.  Lauis 

Lugenstein  (Lugistan)  Emmerich  a.  Salz- 
burg 738;  n,  174 

Luger  Niclas,  Görzischer  Beamter  438 

Lugistan  s.  Lugenstein 

Lunardo  da  Norlin  (=  Leonhard  a.  Nörd- 
lingen  od.  =  Leonhard  Nördlinger  a. 
Nümb.?)  653,  658;  H,  185 

Lunardo  (sta?)  II,  250  (17) 

Lupetino  Fra  Baldo  a,  Albona  i.  Istrien 
H,  158 

24 


370 


Personen-  und  Ortsregister. 


Lusecia  s.  Lausitz 

Luther  II,  157 

Luz  Heinrich  Ludwig  II    255  (157) 

Luzem  i.  d.  Schweiz  593;   II,  66,  199 

Lyon  761 

M. 

Ma90  s.  Matsch 

Maegerli   Wolfgang   a.    Salzb.,    Buch- 
drucker i.  Vened.  II,  288 
Mähren_  (Morravia)  96;  II,  81,  324  (64) 
Maffatti  Andreas  Tedesco,   S.  Johanns 

II,  252  (88) 
Magdeburg  II,  97 
Magenbuch  Konrad  von  —  348 ,  366 ; 

II,  77 
Magno  Andrea,  Bauleiter  d.  Fond.  II, 

114,  115 
Magnus  ( =  Gross  ?)  Johannes  (a.  Nümb.  ?) 

540,  547;  II,  79,  82 
Maichel  Gottfried  Adam  a.  Graz  II,  172 ^ 

256  (164) 
Maier  Josa  II,  221  (5) 
Maier   Christoph    Georg   (a.    Augsb.?) 

II,  181 
Maigenberger  Ulrich  a.  Ravensb.  269 
Mailand  (Mediolanum)  30,  457;  II,  35, 

44,  64,  199,  261 
Mainz  (Mogoncia)  164;  II,  46,  67,  93, 

245,  273  (?) 
Mair  Johann  II,  253  (115) 
Majer  P.  Franciscus  a.  Passau,  Prediger 

i.  Vened.  II,  262 
Majurbium  s.  Mazzorbo 
Malamocco  (Mathamaucum)  b.  Vened. 

II,  281,  311  (41) 
Malatesta  Galeoto,  Herr  v.  Rimini  II, 

305  (31) 
Mal  Borgetto  (Malborgeth)  i.  Kärnthen 

n,  200 
Malipiero   (Maripetro)  Pasquale,   Doge 

485,  490,  491,  492 
Malipiero  Hieronimo,Visdomino  d.  Fond. 

661;  II,  108^ 
Malnitzer  Tauern  s.  v.  Gastein  II,  99 
Mals  (Mauls)  i.  Tirol  II,  93,  199 
Maltingner  Leo,  S.  d.  Marcellus  II,  254 

(129) 
Man  Elisabeth  II,  222  (10) 
Mancz  Heinrich  (Waise)  a.  Ravensb.  268, 

270;  II,  64 
Mandroche  (?)  Heinrich  II,  253  (112) 
Manfredus,  Wirth  i.  Vened.  59 
Mangolt  a.  Augsb. 

Gabriel  H,  179,  211 

Georg  Christoph  II,  180,  255 

s.  Br.  Sigmund  IT,  181,  255 
Mangolt  a.  Kaufbeiiren 

Kaspar  748;  II,  148,  149,  182 


n 


Manlich  Marcus  a.  Augsb.  II,  179,  210 

u.  Nachtr. 
Manthen  Johannes  a.  Gherretzem(Gerres- 

heim?    b.  Düsseldorf),    Buchdrucker 

i.  Vened.  II,  287 
Mantua  256 
Marano  (=  Meran?)  II,  262  (cf.  More- 

naw) 
Marbach  i.  Württemb.  II,  97 
Marburg  i.  Hessen  II,  97,  299  (23) 
Marcart  Christoph  709;  II,  189 
March,  Fluss  II,  101 
Marcus,  S.  Alberts,  Pächter  d.  Fond. 

—  a.  Augsb.  275;  II,  58 

—  a.  Krain  791 

—  a.  München  II,  56^ 

—  a.  Nümb.  201;  II,  75 

—  a.  Wien,  Bote  II,  279,  297  (19) 

—  Bäckergeselle  i.  Vened.  II,  340  (77) 
Marele  (Ort?  cf.  Samuel)  II,  332  (68) 
Margareth  i.  Steiermark  II,  200 
Margaretha,    Fr.    e.    deutsch.   Wirthes 

i.  Padua  II,  322  (60) 
Margarita  Theotonica  II,  292  (6) 
Margera  (Magera)  b.  Venedig  II,  200, 201 
Marinelli,  Arzt  i.  Vened.  II,  252 
Marinellus  a.  Regensb.  69;  II,  47 
Marinus  a.  Laibach,  Schuster  i.  Vened. 

II,  277 
Maripello,  Arzt  i.  Vened.  II,  249 
Maripetro  s.  Malipiero 
Mark,  Römische  —  (=  Romagna?)  693 

dieselbe  (?)  785 
Mai-kward    Hans    (Johannes),     Raths- 

schreiber  i.  Nümb.  431,  433,  435 
Maroldt  Hans  (a.  München?)  II,  175,  209 
Marstetten  s.  Maustetem 
Martel  Theotonicus  II,  303  (30) 
Martens  a.  Hamburg 

Konrad  II,  191  u.  s.  Fr.  Maria,  geb.         , 
Doran  241  (109)  mm 

Wilhelm  Konrads  Fr.  Maria  Elis.,  geb.  11 

König  H,  241  (109)  ■" 

Martin  a.  Belf  (=  Wels?),  Ballenbinder 

d.  Fond.  322;  H,  20 

—  (a.  Szegedin?),  Buchdrucker  i. Vened.  ■ 
n,  288 

—  a.  Ulm,  Bäcker  i.  Vened.  II,  274 

—  a.  Villach  239;  H,  53 

—  a.  Weilheim,   Bäcker  i.  Vened.  II, 
232  (66),  274 

—  Schuster  i.  Vened.  II,  277 

—  Sensal  d.  Fond.  12 
Martini  Christoph,  Thorhüter  d.  Fond. 

H,  255  (138) 
Martyancz  i.  Ungarn  II,  98 
Masius,  S.  Heinrichs,  Notar  d.  Rimini  II, 

305—306  (31) 
Masser  Michael  II,  256  (181) 


II 


Personen-  und  Ortsregister. 


371 


Massimino  P.,  Prediger  i.  Vened.  II,  261 
Mathamaucum  s.  Malamocco 
Matho  Henricus  de  —  61;  II,  82 
Matrey  (Matterach,  Mattem)  i.  Tirol  II, 

94,  97,  199,  201 
Matsch  (Ma9o,  Amacia)  i.  Tirol,  Egeno 

Vogt  von  —  25,  27 
Matschperger  s.  Mazzaperger 
Matthaeus  a.  Konstanz  800;  II,  64 
Matthaeus  a.  Laibach  II,  280  (17),  300(25) 
Matthias  Apostel  (Reliquie  des  —  in 

Vened.)  II,  304—306  (31) 
Mauls  s.  Mals 

Maultasch  Margaretha  s.  Brandenburg 
Maurinus  Johannes  a.  Augsburg  414; 

II,  59 
Mauro  s.  Moro 
Maustetem  (=  Maurstetten  oder  Mar- 

stetten  i.  Schwaben?)  300 
Mautemdorf  i.  Salzb.  II,  99,  200 
Mauthen  i.  Kämthen  II,  100 
May    Franz    Georg  a.  Wien   II,    171, 

230  (50) 
Mayer  Ulrich  (a.  Nürnb.?)  K,  194,  207 
Mayr  Johann  Jakob  a.  Memmingen  II, 

184 
Mazzaperger(Mazzenperger,Maziperger, 
Matschperger)  a.  Salzb. 

Johann  653,  658;  II,  173 

Erasmus  II,  173,  208 
Mazzorbo  (Majurbium),  Insel  b.  Venedig 

325 
Mediolanum  s.  Mailand 
MeganeDamianus,  Hausmeister  d.  Fond. 

21 
Mehling    Lorenz    Jakob     (=    MeUing 

a.  Partenkirchen?)  II,  176,  211 
Mehring  i.  Oberbaiern  II,  94 
Meiningen  a.  d.  Werra  II,  93 
Meischner  Heinrich  a.  Nürnb.  491 ;  II,  78 
Meisters  s.  Mestre 
Melbling  i.  Kämthen  II,  201 
Melk  i.  Niederösterreich  II,  297  (20) 
Meilin  Matthias    a.  Kempten  II,   176', 

183 
Memmingen  399,  651,  655,  656;  II,  62, 

83,  93,  97,  121,  184,  199,  237 
Memminger  a.  Nürnb. 

Jobst  (Justus)  653;  II,  192 

Lorenz  II,  10 1"" 
Memo  Marco  Antonio,  Doge  733 
Mendel  i.  Nürab.  II,  14,  74,  79 

Georg  421,  428,  429,  433;  H,  78 

Konrad  362 

Marcus  240,  362,  364,  365;   H,  14, 
75,  77 

Marquard  II,  75 

Peter  362 ;  II,  77 

Wilhelm  273,  432,  433;  II,  75 


Menhardt  Anton  a.  Augsb.  II,  178,  208 
Mensori  Christoph ,  Schuster  i.~  Yened. 

11,276  •  ■' 

Meran  (Marani  terra)  i.  Tirol  28;  Ü,  92, 

93,  199,  262  (?) 
Merck  Joh.  Jak.  a.  Ulm  E,  185 
Mes  Johannes  de  —  u.  s.  S.  Bartholo- 

maeus  11 — 13 
Mestich  Johannes,    Schuster  i.  Vened. 

H,  276 
Mestre    (Meisters,   Maysters,   Maestre) 

11,  196.  246,  547,  579;  II,  81,  88,  97, 

199,   200,  201,  285,  286,  304  (31), 

324  (64) 
Mestrin  (Gebiet  v.  Mestre?)  579 
MetheHch  Themale  di  —  II,  280^»* 
Mewtting  Ludwig  a.  Augsb.  II,  60 
Mianus  a.   Cividale  u.   s.   S.  Johannes 

u.  Paul  595;  H,  54  (cf.  Emüianus) 
Mices,  genannt  Nicoläus  de  Polä,  aus 

Böhmen  II,  299  (24) 
Michael  s.  v.  Leoben  i.  Steiermark  II, 

200 
Michael  a.  Böhmen  II,  303  (30) 

—  Bäcker  i.  Vened.  II,  274 

—  Theotonicus  203 

Michel,  Ballenbinder  d.  Fond.  523        1 

Michel  Ulrich  a.  Nürnberg  460 — 463, 
466—469,  471—473;  II,  78 

Michercheni  Gotthard  a.  Köln  653  (?), 
663;  II,  153,  189 

Miclaiel  Johann  a.  Portz  b.  Köln,  Buch- 
drucker i.  Vened.  II,  280 

Michiel  Marco,  venet.  Befehlshaber  in 
Cattaro  II,  338  (76) 

Milarin  (=  Millerin?)  Magdalena  II,  254 
(135) 

Miler  Johann,  S.  Michaels  II,  256  (178) 

Milesio,  Archivar  d.  Fond.  II,  8  u.  öfters 

Milic  (=  Mülich?)  Marcus  (a.  Augsb. 
oder  Nürnb.?)  II,  79,  207 

Milier  s.  Miller  Joh. 

Miller  Agathe  II,  259  (220) 

—  Jakob  a.  Paternion  i.  Kämthen  II,  173 

—  Jakob  Johann,  S.Michaels  II,  253  (117) 

—  (Milier)  Johannes  a.  Rottenburg  (od. 
Rothenburg)  u.  s.  Frau  Justina  II, 
234  (78) 

—  Johannes  257  (197) 

—  Jonas  a.  Nümb.  II,  195,  254 

—  Joseph  S.  Jakobs  11,  226  (28) 
Miner  Leonhard  (a.  Memmingen?)  658 ; 

n,  184 
Minichausen(=  Münchhausen  ?)  Johann 

von  —  II,  251 
Minkwitz ,  Gesandter  Joh.  Friedrichs  d. 

Aelteren  v.  Sachsen  i.  Vened.  II,  158 
Minsingen  (Münsingen)  i.  Württemberg 

n,  199 


372 


Personen-  und  Ortsregister. 


Mife  (Miz  ?)  Nicolaus,  S.  Peters  (a.  Nümb.  ?) 

475;  11,  78,  82 
Mittenwald  i.    Oberbaiem  II,   94 — 96, 

97,  175,  199 
Mittersill  i.  Pinzgau  i.  Salzb.  II,  100 
Mittervells  i.  Niederbaiern  354;  II,  56 
Mizel  Jobann  Albrechfr,  S.  Phil.  Jakobs 

II,  256  (180) 

—  Johann  u.  Maria,  Kinder  Philipps, 
BaUenbindersd.Fond.  II,  257  (189, 190) 

Mocenigo  Johannes,  Doge  551 

—  Thomas,  Doge  316,  318,  321,  327 
Moche  Johannes  a.  Ulm  II,  63 
Modena,  Herz.  Alphons  von  —  643 
Moederbruck  s.  Muerbruggen 
Moens  Marcus  a.  Köln  777 

Moer  (Mohr,  Moir)  Johannes   u.  s.  Br. 

Weinhold  a.  Köln  II,  153,  190 
Mörlin  a.  Augsb. 

Gilg,  Notar  688 

Jakob,  Notar  687 
Moertzhoffen  i.  Steiermark  II,  200 
Moldau,  Fürst  Alexander  I.  v.  —  817  ^ 
Molin  Francesco,  Doge  763 
Molina,  Arzt  i.  Vened.  II,  254 
Molinetto,  Arzt  i.  Vened.  II,  253 
Monacho  Henricus  de  —  II,  280 
Monachus    Borchardus    (Brocardus)    s. 

Münch 
Monacum  s.  München 
Monsü,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Mont  Cenis  II,  92 
Monte  Croce  s.  Kreuzberg 
Montfort,  Herz.  Hugo  v.  —  28 
Mont  Grenevre  i.  Piemont  II,  92 
Mora  Job.  Baptist  a.  Köln  II,  190 
Morandus  a.  Triest,  Sensal  d.  Fond.  807 
Morenaw  castellum  =  Marano?  217 
Moreo,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Moresini,  Arzt  i.  Vened.  II,  254 
Moro  Cristoforo,  Doge  497,  512,  516; 

n,  324  (64) 
Morosini  Paolo  II,  37 
Morravia  s.  Mähren 
Morretus  (Allemanus)  75;  II,  82 
Mosauer  (Musauer)  Johann  a.  Regensb. 

653,  658,  677;  II,  132«,  168,  169,  207 
Moser  Blasius  u.  Christoph  a.  Salzb.?  II, 

207 
Motozer  (Muttentzer)  Johannes  a.  Basel 

n,  65 
Motrenberg  Rinaldo  de  —  II,  280^" 
MüfFlinger  Burkhard  a.  Nürnb.  379, 384; 

n,  77 
Mühlbach  i.  Pusterthal  II,  97 
Muelegg  H.  i.  Nürnb.  761 
Mülich   (Mielic)   Christoph   II,  Nachtr. 

(cf.  Milic) 
Müller  a.  Lindau  II,  187 


Müller  Jakob  a.  Memmingen  II,  185 

—  Johannes  a.  Ulm  II,  63 

Mülnheim  Eberlin  u.  Walther  (?)  aus 

Strassburg  II,  67 
Münch  (Monachus)  Burkhard  a.  Basel 

182,  197,  200,  204;  II,  65 
München  (Monacum)  88,  147,  192,  206, 

209,  226,  249,  251,  667,  669,  688. 

689,  785;  H,  56,  57,  90,  94,  95,  96, 

101,  175,  197 
Münnerstadt  i.  Unterfranken  II,  93 
Münster  i.  Westphalen  (Friede  von  — ) 

763 
Muerbruggen  (Moederbruck)   i.  Steier- 
mark II,  201 
Muereck  i.  Steiermark  II,  200 
Mürzzuschlag  i.  Steiermark  II,  98,  170, 

171,  200 
Muffel  Niclas  a.  Nürnb.  466,  469 
Mulbach  Henricus  de  — ,  Sensal  d.Fond. 

186 
Muntbrat  Johannes  a.  Ravensb.  II,  64 
Mur,  Fluss  II,  98 
Murano,  Insel  b.  Vened.  1,  55,  325 

S.  Michele  u.  S.  Niccolo  daselbst  55 
Murau  i.  Steiermark  II,  99 
Murnau  i.  Oberbaiem  486,  503;  II,  91, 95 
Murr  Heinz  a.  Mittervells  354;  II,  56 
Musauer  s.  Mosauer 
Muscoli  i  Friaul  II,  200 
MusiteUi,  Arzt  i.  Vened.  II,  255,  257 
Mussato,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Mutting  a.  Augsb.  II,  59 
Mutzinigo  s.  Mocenigo 


N. 


Nadelhart  s.  Adelhart 

Naiderich  (Naidovich?)  Christian,  Koch 
i.  Fond.  II,  255  (15) 

Nani  Konrad,  Sensal  d.  Fond.  157 

Nanni  Qaninus  (Johanninus) ,  S.  d.  Ni- 
colaus, Sensal  d.  Fond.  161 

Nas(c)ere  Rigus  de  —  Herz.  Heinrich 
V.  I3öhmen?  45 

Nassereit  (Nazaret,  Nazoret)  i.  Tirol 
n,  93,  94,  198,  199 

Naturns(?)  w.  v.  Meran  i.  Tirol  II,  93 

Natter  Joh.  Sigmund  a.  Biberach  II,  186 

Nauders  i.  Tirol  II,  93 

Naves  s.  Lavis 

Naumburg  i.  d.  Prov.  Sachsen  II,  97 

Nazaret,  Nazoret  s.  Nassereit 

Neapel  693 

—  König  Ladislaus  II,  44 

Nebiet  Giovanni  de  —  a.  Brüssel  II,  70 

Nechinus  (=  Henichinus?)  a.  Köln  II, 
298  (22) 


n 


Pei'sonen-  und  Ortsregister. 


373 


Negi'O  s.  Schwarz 

Negroni,  Arzt  i.  Vened.  II,  249 

Neithart  (Nythart)  Mathäus,  Bürger- 
meister V.  Ulm  664,  668,  669 

Nellebach  Johannes  II,  221  (5) 

Nesselwang  i.  Schwaben  II,  93,  199 

Neu(e)nkirchen  i.  Oberösterreich  II,  98, 
200 

Neuenmarkt  =  Neumarkt  i.  Steiermark 
II,  53 

Neuhoifer  Christoph  II,  209 

Neumaier  Hans  Chilian  von  Ramssla 
II.  107^0,  199 

Neumark  =  Neumarkt  i.  Steiermark 
II,  171,  199 

Neumarkt  i.  Steiermark  II,  53,  98,  201 

—  i.  Südtirol  II,  94,  199,  200,  201 
Neumeister  Peter  a.  Nüi-nb.  II,  76 
Neustadt  a.  d.  Saale  II,  93 
Neustadt  i.  Niederösten*.  (Civitas  nova) 

s.  Wiener-Neustadt 
Nevis,  Nevus  s.  La\as 
Newman  Hermann  a.  Nümb.  II,  331  (67) 
Nichele  a.  Marburg  II,  299  (23) 
Nickel  a.  Breslau  II,  72 
Niclas,   Mautner  i.  Spital  i.  Kämthen 

439 
Nicolaus  (Nicholo)  a.  Böhmen,   Sensal 

d.  Fond.  290 

—  de  Driga(?)  a.  Böhmen  II,  299  (24) 

—  a.  Brunneck  786;  II,  55 

—  a.  Frankfurt,  Buchdrucker  i.  Vened. 
u.  8.  Frau  Pascha  II,  232  (63),  288 

—  a.  Freiburg,  Schuster  i.  Vened.  II, 
275,  312  (42) 

—  a.  Friesach  54;  II,  53 

—  a.  Judenburg  320,  322;  II,  20 

—  a.  Laibach,  Ballenbinder  d.  Fond. 
322;  II,  20 

—  a.  Nümb.(?)  349 

—  a.  Speier  (?)  241;  II,  67 

—  a.  Wien  216,  794;  II,  52 

—  a.  Wien,  Diener  i.  Vened.  II,  279, 
307  (32) 

—  Todescus  11,  300  (25) 

—  Theotonicus  II,  300  (25) 

—  Teotonicus  II,  301  (28) 

—  Teotonicus  II,  307  (33) 

— ,  Fechtmeister  (?)  a.  Deutschland  II, 

299  (23) 
— ,  Wirth  i.  Vened.  II,  283  ^°,  296  (15) 

—  Ragatinus  Theotonicus  i.  Serravalle 
II,  295  (12—13) 

Nicoletus  a  sapone  (Seifensieder?)  Theo- 
tonicus 185 
Niederlande  669,  755,  759;  II,  160 
Niederndorf  i.  Pusterthal  II,  96 
Nigris  (Negi-i)  Faustus  de  —  768,  769 
774,  775,  777,  779,  780;  II,  149 


Johannes  Baptista  780 
Nirombergher  (=  Nürnberger?)  Jakob, 

Bäckergeselle  i.  Vened.  II,  271,  340 

(77) 
Nördlingen   653,   658;    H,   82(?),   185, 

243,  288 
Nördlinger  Loreiiz  a.  Nüi-nb.  II,  76 

—  Leonhard?  II,  185 
Noettel  a.  Nürnb. 

Bernhard  716;  H,  194,  209,  210 
N.  II,  194 

Nomicö,  Arzt  i.  Vened.  II,  259 

Noppenau  (statt  Oppenau  i.  Baden) 
II,  199 

Nordhausen  a.  Harz  II,  93 

Norimberga  etc.  s.  Nürnbei-g 

Novimagium  (=  Speyer?)  II,  288 

Nowgorod  II,  3 

Nürnberg  (Norimberga,  Nurünbergum, 
Nuremberg,  Nürnberg)  106,  120,  121, 
122,  123,  125,  127—130,  132,  135, 
136,  138,  140—145,  147,  164,  166, 
176,  177,  179,  180,  192,  201,  215, 
230,  231,  240,  247,  254,  256,  278, 
279,  291—293,  322,  327,  329,  330, 
354,  357,  368,  375,  380,  387,  888, 
407,  411,  442,  472,  498,  503,  504, 
512,  516,  520,  535,  541,  550,  551, 
553,  574,  643,  645,  651,  653,  655, 
656,  658,  662,  670,  701,  710,  714, 
720,  723,  729,  738,  739,  743,  751, 
755,  756,  761,  763,  767,  779,  784, 
787,  809;  II,  8,  11,  14,  1.5,  20,  34, 
45,  46,  71,  73—80,  82—83,  86—91, 
95,  97,  101,  102,  121,  124,  125,  138, 
142,  144,  145,  147,  148,  151,  154, 
192—196,  200,  223,  225,  227,  231, 
232,  236,  237,  238,  241,  244,  245, 
254,  259,  273,  275,  286  \  289,  301 
(27?),  312  (42),  315  (45),  322  (60), 
324  (64),  326  (66),  331  (67) 

—  Burggraf  Johann  II,  297  (18) 
Nürtingen  i.  Württemberg  II,  97 


0. 


Oberammergau  s.  Ammergau 
Oberau  i.  Oberbaiern  II,  94  (cf.  Au) 
Oberdrauburg  i.  Kärnthen  II,  100 
Oberkirch  i.  Baden  II,  199 
Oberlaibach  i.  Krain  II,  200 
Oberösterreich  II,  99 
Ober-Pulsgau  i.  Steiermark  II,  98 
Ober-Vellach   i.  MöUthal   i.   Kärnthen 

II,  99 
Oberwölz  i.  Steiermark  II,  99 
Obmann  Adam  II,  251  (51) 
Ochsenfurt  a.  Main  II,  93 


374 


Personen-  und  Ortsregister. 


n 


Oder,  Fluss  II,  101 
Oderzo  i.  Venetien  II,  98 
Odoricus  Theutonicus  44 
Oedenburg  i.  Ungarn  II,  98 
Oei-tel  s.  Ertel 

Oesterreich  (Austria,  Osterreich)  237, 
239;  II,  100,  303  (30) 

—  Erzhaus  761 

—  Herzog  u.  Herzöge  (ohne  Namen)  1, 
46,  151,  182,  184,  187,  202,  215,  219, 
230,  233,  234,  236,  238,  239,  296, 
345,  374,  565,  567,  582 

—  Herz.  Albrecht  HL  230  ^■,  II,  49,  50, 
81,  99 

—  Herz.  Albrecht  V.  II,  51 

—  „  ,         VI.  441 

—  Herz.  Ernst  d.  Eiserne  (Steiermark- 
Tirol)  773;  n,  41,  143 

—  Herz.  Friedrich  d.  Streitbare  II,  49 

—  Herz.  Friedrich  IV.  (v.  Tirol)  296, 
300,  379,  397,  406,  415 

—  Herz.  Leopold  III.  230  ^  244,  246; 
II,  297  (18?) 

—  Herz.  Rudolf  III.  II,  80 
IV.  II,  50,  81 

—  Sigmund  514,  517;  II,  55,  95 
Oesterreicher  Seiz  a.  Nürnb.  II,  76,  77 
Oettingen(?)  Graf  Albert  v.  —  II,  306  (31) 

Graf  Ludwig  151 
Offenburg  i.  Baden  II,  92 
Offer  s.  Hoffer 
Offerta  =  Höchstetter 
Oglio(?),  Arzt  i.  Vened.  II,  259 
01er  Sigmund  i.  München  688 
Olmo  s.  Ulm 
Olniütz  II,  101,  299  (24) 
Onolt  s.  Honolt 
Onzelt  Lorenz,  Schuster  i.  Vened.  u.  s. 

Neffe  Peter  H,  254  (127,  130),  277 
Operger  Gualterius,  venet.  Söldner  II, 

280 
Opermann  Jakob  II,  209,  210 
Oppenau  (Noppenau)  i.  Baden  II,  199 
Oppenheim  i.  Hessen  II,  93 
Oppoliano  s.  Topogliano 
Oricus  a.  Baiern  108 
Oringaw(?)  II,  288 
Orleans  i.  Frankreich  759 
Orlinger  (=  Nördlinger?)  Justus  de  — 

545;  II,  82 
Ornolt  s.  Honolt 
Ortenburg  (Ortemberg,   Ortemburg)  i. 

Kämthen  II,  172 

—  Graf  Ulrich  u.  s.  Hauptmann  Andreas 
V.  Graben  439—442,  452 

Orth  Heinrich  i.  Ulm  II,  Nachtr. 
Ortlieb  Jakob  a.  Nürnb.  II,  75 
Oseleto  Nicolaus  de  —  a.  Villach  782; 
II,  53 


Osnabrück  763;  TL,  197 
Ospedaletto  i.  Friaul  II,  98 
—  i.  d.  Valsugana  s.  Spitaleto 
Ospitale  a.  d.  Piave  451 ;  II,  91,  96,  97 
Oswald  Johann  a.  Augsb.,  Buchdrucker 

i.  Vened.  II,  288 
Ott  a.  Innsbruck-Augsb.  II,  173 

Christoph  748;  II,  173,  210 

David  II,  173,  208,  209,  210  u.  Nachtr" 

Hieronymus  748;  II,  173,  209,  210 

Octavius  736;  II,  173,  210 
Ott  Maria,  T.  Christians  II,  253  (101) 
Ottnant  Hans  a.  Nürnb.  II,  76 
Otto  a.  Regensb.  69;  II,  47 
Otto  a.  Salzb.  II,  298  (21) 
Otto   Dr.   Sebastian,   Synclicus   i.   Uhn 

763;  II,  148 
Otto  Teutonicus  II,  293  (6) 
Otto,  Arzt  i.  Vened.  II,  254,  256,  287 
Otton,  Arzt  i.  Vened.  II,  255 
Outemgh,    Outeingh    (=    Oettingen?) 

Graf  Albert  von  —  II,  306  (31) 
Owero  s.  Quero 
Ozenpener  Peter  II,  209 


P.  cf.  B. 

Fächer  Christoph  II,  253  (108) 
Padua  75,  113,  114,  129.  136,  145,  22ir 
228,  230,  257,   804;   II,  31,  97,  200, 
201,  258,  285,  295  (14),  300  (26),  318 
(52),  322  (60) 
—  Herr  v.  —  (Jak.  v.  Carrara)  135,  136 
Paff'endorf  (Paffendoi-p,  Panfendorf)  An- 
ton  a.  Köln   653,    658;   II,   70,   71, 
153,  189 
Paffler  Jakob  (a.  Augsb.?)  II,  254  (136) 
Paganus  (=  Haiden)  Heinrich  a.  Wien 

417,  420;  H,  52 
Pagier  (=  Bayer  ?)  Johann  u.  Jakob  II, 

Nachtr. 
Pagogher  (?)  Johann  u.  s.  Kinder  Marie 

u.  Johann  II,  253  (109,  110) 
Paimagen  (?)  Ulrich  II,  253  (98) 
Paison,  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Paitton,  Arzt  i.  Vened.  II,  259 
Palma  (Nuova)  i.  Friaul  II,  98,  200 
Paluzza  i.  Friaul  II,  100 
Pangracius,  venet.  Söldner  II,  280 
Panich  Vulfardus  de  —  (a.  Polen?)  139 
Pappenheim,  Marschall  von  —  II,  70 
Paradiso  Nicolo,  Maler  i.  Vened.  322; 

II,  20 
Pariometh  Erasmus  (=  Pamiet  a.  Augs- 
burg?) 653;  II,  177 
Parisano,  Arzt  i.  Vened.  IT,  251 
Parisent  Maria,  Wirth   i.  Vened.  u.  s. 
Fr.  Andrea  Maria  II,  256  (179),  284 


Pei'sonen-  und  Ortsresister. 


375 


Partanon  s.  Pordenone 

Partenkirclien  i.  Oberbaiem  503;  II,  94, 

95,  176,  199.  200 
Passau  (Passo)  231;  II,  49,  91,  200,  262, 
282 

—  Bisch.  (Christoph)  II,  49 

—  Bisch.  Wigileus  667,  672 
Paternion  (Paterniano)  i.  Kärnthen  II, 

172,  173,  200 
Pauer  Georg  II,  254  (133) 
Paul  a.  Augsb.,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Cividale  595;  II,  54 

—  de  Driga  (?)  a.  Böhmen  U,  299  (24) 

—  a.  Kasteh-ut ,  Ballenbinder  d.  Fond. 
322;  II,  20 

—  a.  Nümb.  177;  II,  74 

—  (Ballenführer?)  457 

—  Teotonicus  II,  294  (10) 
Paumgartner  Hans  a.  Augsb.  692 
Paumgartner(Baunigartner,Bamgartter, 

Pangerdener,  Bomgarter)  a.  Nümb. 

Anton  491,  498;  II,  78 

Franz  653;  II,  192 

Hieronymus  701 

Johannes  586,  653;  II,  79,  192 

Konrad  388,  439,  440,  442,  480,  482, 
485,  491;  II,  77,  78 

Martin  400,  491;  11,  78 
Paur  Georg  II,  251  (54) 
Paurnfeind    (Paurenfan)    Wolfhard    a. 

Salzb.  748;  II,  174 
Pavia  II,  6 

Paxmid  Matthäus,  S.  Gabriels,  Ballen- 
binders d.  Fond.  II,  258  (211) 
Paycher  Simonino  II,  280^° 
Payer  Christoph  a.  Prag  196;  II,  81 
Payer  Joh.  Georg  II,  256  (169) 
Pecchlen  (Pecchlin  =  Böckhlin?)  Paul  a. 

Augsb.  II,  179,  211 
Peco  Zuan,  Schuster  i.  Vened.  II,  236  (84) 
Peer   Johannes ,    Bäcker   i.   Vened.   II, 

344  (84) 
Peiser  in  der  Aw  i.  Tirol  II,  199,  201 
Peiting  in  Oberbaiern  II,  94 
Pekach  {—  Peggau  i.  Steiermark?)  II, 

200 
Pelestrina,  Insel  s.  v.  Vened.  II,  311  (41) 
Pelizari  Bartel,  Unterkoch  d,  Fond.  II, 

258  (209) 
Pcller  a.  Nümb. 

D.  761 

Martin  743,  748;  II,  193,  194,  210 

Tobias  Martin  II,  194,  210 
Peiser  Jodocus  a.  Aachen  767;  11,  149, 

191 
Peiser  Johann   a.  Köln  754,  755,  768; 

II,  147 
Pender  (Bender,  Bander)  Peter,  Wirth 

i.  Vened.  577,  698;  II,  155 


Pepfenhauser  (Pefnauser,  PfeiFenhauser) 
Anton  a.  Augsb.  748,  749;  II,  177, 
179,  210 

Perchel  Mattio  743 

Ferger  Andre,  gen.  Kanzanderle  II,  333^ 

Pei-gine  (Persine,  Perschen,  Persien,  Fer- 
sen) ö.  V.  Trient  II,  97,  199,  201 

Peringer  Johann  u.  Margareth  II,  231  (57) 

Perman  a.  Wien 

Heinrich  513,  574;  H,  52 
Ulrich  495;  II,  52 

Perremann  Jakob  a.  Freiburg  i.  d. 
Schweiz  379;  II,  66 

Pesser  s.  Besserer 

Pesth  II,  Nachtr. 

Peter,  Petrus,  Piero 

—  a.  Augsb.,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Böhmen,  Schuster  i.  Vened.  II,  275, 
312  (42) 

—  de  Jerme  (?)  a.  Böhmen  II,  299  (24) 

—  von  Köln  653;  II,  189 

—  Schöffe  i.  Kuttenberg  II,  303  (29) 

—  a.  Rotenburg,  Geschützmeister  II,  280 

—  a.  Salzb.  796;  II,  55 

—  a.  Seligenstadt  (?),  Wollarbeiter  i. 
Vened.  H,  278,  318  (51) 

—  a.  Trient,  Ballenbinder  d.  Fond.  322; 
H,  20 

—  a.  Ulm,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Venzone,  Buchhändler  i.  Vened. 
H,  289 

—  a.  Villach  239;  II,  53 

—  a.  Wien,  Ballenführer  176 

—  a.  Wien,  Diener  i.  Vened.  II,  279 

—  Ballenbinder  d.  Fond.  447 

—  Diener  i.  Vened.  II,  279 

—  Schuster  i.  Vened.  H,  277,  317  (50) 
Petrachinus  a.Böhmen,  Ballenführer  101; 

n,  279 
Pettau  a.  d.  Drau  i.  Steiermark  II,  49, 

50,  53,  98,  171,  200 
Peuscheldorf  (=  Venzone)  i.  Friaul,  II, 

50,  201 
Peutelstein  i.  Ampezzo-Thal  II,  96 
Peutinger  a.  Augsb. 

Hans  u.  Ulrich  II,  60 

Konrad  II,  121,  122 
Pexa  (Pexer)  s.  Besserer 
Beyern  s.  Baiem 
Pfaffenberger  (Pf afemb erger)  Sebastian 

a.  Augsb.  709;  H,  180 
Pfalzgraf  Friedrich  IV.,  Kurfürst  II,  159 

—  Ludwig  in.  d.  Bärtige  818, 819;  11,27 
Pfauz  a.  Augsb. 

Friedrich  u.  s.  Fr.  Ernestine  Euphro- 
syne,  geb.  GuIImann  II,  181,  239 
(101,  102) 

Friedrich  jr.  II,  182 
Pfeffenhauser  s.  Pepfenhauser 


37C 


Personen-  und  Ortsregister, 


rfercliert(?)  Veit  II,  256  (268) 
Pfinzing  (Phincin)  a.  Nürnb. 

Franciscus  298;  II,  76 

Marcus  177;  II,  74 

Peter  II,  76 

Sebald  335 

Sigmund  II,  76 
Pfister  a.  Augsb. 

Hans  II,  60 

Leonhard  310,  316;  II,  58 
Pfister  Lucas,  Kamrer  i.  Regensb.  II,  48 
Pflanzer  Bernhard  (=  Flänzer  a.  Nürn- 
berg?) II,  194,  208,  209 
Pfunds  (Föns)  i.  Tirol  II,  93 
Philipp  a.  Passau,  venet.  Bürger  11,  282 
Phiroben  Johann,  Buchdrucker  i.  Vened. 

II,  288 
Pholfram(?)  =  Wolfram?  II,  250  (27) 
Piave  (Plavis,  Plat),  Fluss  i.  Venetien  88, 

273,  443,  451;  II,  91 
Pichel  Johannes  506;  11,  83 
Pictor  Bernhard  a.  Augsb..  Buchdrucker 

i.  Vened.  II,  288 
Piede   Bartholomaeus   dal  — ,    S.  Ber- 

tholds,  a.Bruneck,  venet.Büi-ger  II,  283 
Piera  Pietro  da  —  a.  Pieve  di  Condino 

II,  256  (175) 
Piero  s.  Peter 

Pieve  di  Condino  b.  Trient  II,  256 
Piglioli  Ludwig  a.  Cividale  514;  II,  54 
Piler  Matthäus  II,  252  (87) 
Pilgram  Franz  (a.  Memmingen  od.  Nürn- 
berg?) II,  194,  211 
Piloto  Jakob  a.  Venzone    177;  II,  279 
Pim(m)el  Leonhard  a.  Augsb.  653;  II, 

177  (cf.  Bimel) 
Pinfer  Hieronymus  II,  208 
Pirchell  Matthäus  (a.  Salzb.?)  748;  II, 

174  (cf.  Birchil) 
Pirchiner,  Pirchimer  s.  Pirkheimer 
Piria  Marchio  II,  250  (16) 
Pisani  Nicolo,  Visdomino  d.  Fond.  699 
Pisis,  Jude  a.  Zürich  82 
Pixmoester  (?)  s.  Faistele 
Pizamano  Zan  Augustin,  Visdomino  d. 

Fond.  661;  H,  108'' 
Plasprug  (Plassprugg)  s.  lapo  di  Ponte 
Plat  s.  Piave 

Plattner  Ulrich  a.  Augsb.   341;    II,  59 
Planer  Ulrich  a.  Konstanz  II,  65 
Plavis  s.  Piave 
Pleckenpass    zw.    Kärnthen   u.    Friaul 

II,  100  (cf.  Kreuzberg) 
Pleinger    Christoph    a.    Augsb.     709; 

n,  181 
Plorer  Walther  a.  Basel  II,  65 
Pluet  Lucas  (a.  Salzb.?)  710 
Podmayr  Leonhard  a.  Salzb.  II,  55 
Podpetch  (Potpeth)  i.  Krain  II,  200 


Pols  i.  Steiermark  II,  98 
Polä(?)  i.  Böhmen  II,  299  (24) 
Pol(l)ani   (Bolani,  BoUani),  venet. 
schlecht  62;  II,  9 

Jacobus,  Gesandter  138,  143 

Marinus  4,  14 
Polanus  Nicolaus,   Sensal  d,  Fond,    12 
Polen  (Polonia)  139,  324,  330,  358,  759, 

773;  II,  81 
Foliant  Michael  a.  Nürnb.  II,  195 
Fölling  i.  Oberbaiem  II,  94 
Polster  Andreas  a.  Köln  II,  190 
Pommer  a.  Wien  i.  Vened, 

Johann'II,  211 

Johann  Christoph  u.  Joh.  Jakob    ü, 
171,  211 

Pommern,  Herz.  Bogislaus  v.  —  II,  284 
Pontafel  (Pontabl,  Pontebba)  i,  Friaul 

n,  98,  200,  201 
Ponte  Maria  II,  257  (187) 
Ponte  Antonio  dal  — ,  Erbauer  d,  Rialto- 

brücke  11,  131 
Poppeisdorf  b.  Bonn  II,  97 
Pordenone   (Portus  Naonis,  Partanon) 

i.  Friaul  1,  613;  H,  54,  98,  310  (40) 
Porer  Adam,  Ballenbinder  d.  Fond.  II, 

256  (177) 
Portia  Johann  Ferdinand  Graf  v.  — , 

Kaiserl.  Gesandter  i.  Vened.  770 
Portogruaro   i.   Venetien    II,    36,    98, 

200,  201 
Porto  de  Piave  n.  v,  Venedig   II,  200 
Portugal,  König  Manuel  v.  —  II,  118 
Portus  Naonis  s.  Pordenone 
Portz  b.  Köln  II,  288 
Potl,  Poetl  s.  Putel 
Poveglia-Canal   (Poveiole  canale)   i.  d. 

venet.  Lagune  276;  II,  91 
Prag  (Praga)    196,   290,   799;   H,   80, 

101,  200 
Prampero  (Prampergum)  i.  Friaul  415 
Prantstetter  Georg  a.  Salzb.  od.  Wien 

653;  II,  171,  174 
Prata  (=  Ampezzo)  II,  96 
Prawneck  (=  Brunneck?)  675 
Predilpass    zw.    Kärnthen   u.    Görz    II, 

98,  99 
Pregler  Martin   a.  Nürnb.  443;    II,   78 
Preussen  (Prussia)  322;  II,  20 
Prewnlein    (=    Bräunlein?)    Johannes, 

genannt  Angelus  Borlinus  a.  Nürnb. 

600;  II,  79 
Preysegg  i.  Oberösterreich  II,  201 
Primiero  (Primör)  i.Südtirol476, 567, 587 
Primolano  i.  Venetien  II,  97,  199,  201 
Primus  P.  (Buel?)  a.  Bologna,  Prediger 

i.  Vened.  H,  261 

Prisiana  i.  Gebiet  v.  Treviso  88        

Priuli  Girolamo  II,  117 


Personen-  und  Ortsregister. 


377 


Probestain  Hieronymus,    Geistlicher   i. 

Breslau  368 
Procopius  i.  Kuttenberg  II,  303  (29) 
Pruckner  Christoph,  Bote  a.  Baiersoien 

II,  252  (70) 
Prume  Heinrich  a.  Lübeck  II,  72 
Prun  (Braun?)  Ulrich  u.  s.  Frau  Agnes 

a.  Augsb.  314;  II,  59 
Prunner  Georg  a.  Nümb.  550 
Prunnhofer  a.  Regensb. 

Ch.  u.  Ru(dolf)  257 

Marcus  257;  II,  47 
Prussia  s.  Preussen 
Prutz  i.  Oberinnthal  II,  93 
Puceni  Johann  II,  255  (147) 
Puchberger  Seitz,   Baierischer  Pfleger 

II,  48 
Püttrich  (Putrigus)  Hermann  a.  München 

226;  II,  56 
Puller  Wolfhard  (=  Püller  a.  Laibach? 

oderPulcher  a.  Salzb.?)  653;  II,  173, 

174 
Pusterthal  II,  92,  96,  100 
Putel  (Puotel,  Potl,  Poetl)  Simon  a.  Wien 

390,  423,  492,  495,  513;  II,  52 
Putreich  Franz  a.  Regensb.  II,  48,  86,  87 
Putrigus  s.  Püttrich 
Pympass  (Piern)  II,  50,  99,  201 

Quero  (Owero)  a.  d.  Piave  i.  Venetien 
246  ^  n,  97 

B. 

Raab,  Fluss  II,  98 
Rab  Hans  a.  Nümb.  II,  76 
Rabenskopf  Friedrich  u.  s.  Söhne  Ber- 
thold u.  Hermann  a.  Landshut  II,  56 
Rabotus,  venet.  Söldner  II,  280 
Rachel  Paul   Moritz  a.  Augsb.   II,  182 
Rad   Philipp    Albrecht  a.    Augsb.    II, 

179,  211,  256,  258 
Raderoden  Vilichinus  de,  venet.  Söldner 

II,  280 
Radkersburg  (Rackersburg,     Radcony) 

a.  d.  Mur  i.  Steiermark  II,  98,  200 
Radolfzell  a.  Bodensee  (Baden)  II,    93 
Ra(d)statti.  Salzb.  104 ;  11,  50, 56, 99, 100 
Radwitz  Hans  von  —  II,  101 
Räbmann,  reform.  Geistlicher  i.  Vened. 

n,  160,  161 
Ragoza,  Arzt  i.  Vened.  II.  252 
Raididel   Hermann   in   Wien    II,    171, 

255  (142) 
Rainaldus  a.  Prag  196;  II,  81 
Ramaecker  Paul  a  .  Aachen  (od.  Köln  ?) 
•     767;  II,  149,  190,  191 


Ramsborgh,  Ransborg,  Ranesborg  s. 
Regensburg 

Ramung  Hermann  a.  Augsb.  II,  59 

Rantinger  Matthias  a.  Regensb.  II,  48, 
86,  87 

Rappe,  Haym  (Hayum),  Jude  i.  Mestre 
H,  286,  324  (64) 

Raschir  (?)  Paulina,  W.  Domenico's  257 
(195) 

Ratdold,  Erhardta.  Augsb.,  Buchdrucker 
i.  Vened.  II,  288 

Ratisbona,  Ratispona,  Ratisponda  s. 
Regensburg 

Rattenberg  a.  Inn  687,  688 

Rauchfass  (Rocfas)  Johannes  a.  Frank- 
furt a.  M.  II,  68,  233  (68) 

Raunacher  Hans,  Pfleger  a.  Karst  438  * 

Rauris  i.  Salzburg  II,  100 

Ravenna  II,  304  (31) 

Ravensburg  i.  Württemb.  258,  267—271, 
274,  277,  286,  651;    II,  46,  64,  186 

Raynaldus  de  Novimagio  (Speyer?), 
Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 

Rayner  (Rainer?  Ray m er?)  Nicolaus 
(a.  Frankf.  a.  M.  ?)  653 ;  II,  188 

Recher  Adam  a.  Böhmen  II,  255  (154) 

Reck  (Rech)  a.  Nürnb. 

Hermann   327,   369,   370,  387,   407; 

II,  38,  76,77 
Konrad  II,  76 

Reck  von  —  a.  Wendelstein  b.  Nürnb. 
Johann  Konrad  II,  196,  239  (100),  240 

(105) 
Regina  Katharina  II,  239  (103) 
Felicitas  II,  240  (107) 

Recz,  Regium  s.  Reggio. 

Reder  Anton  II,  251  (62) 

Regatsnig  a.  Villach 
Johann  Georg  II,  172 
Matthias  Ferdinand  II,  172 

Regensburg(Rensborg,  Rensburg,  Reyns- 
burch?,  Ramsborgh,  Ransborg,  Ranes- 
borg, Ronesborg,  Rongasburg,  Ratis- 
bona, Ratispona,  Ratisponda)  69,  86, 
88,  110,  124,  125,  202,  284,  321, 
369,  539,  542,  543,  571,  577,  658, 
665,  667,  671,  751,  755,  756,  761, 
763,  771,  779,  799,  801,  804,  805; 
II,  '11,  46,  47,  82,  83,  86,  90,  94, 
143,  148,  150,  168,  200,  232,  233, 
237,  287,  288 

Reggio  (Regium,  Recz)  i.  d.  Emilia  355, 
356,  643 

Reggio  (Regii?)  P.  Franciscus  a.  Ried 
i.  ßaiem,  Prediger  i.  Vened.  II,  261 

Rehlinger  (Röhlinger,  Roechlinger)  a. 
Augsburg 

Johann  675.  685,  686 
Karl  II,  179,  208,  209 


378 


Pei'sonen-  und  Ortsregister. 


Konrad  653;  II,  177 

Ulrich  der  Aeltere  356;   II,  59 

—  d.  Jüngere  688,  689 
Wilhelm  653,  658;  II,  177 

Reich   (Rizzo)  Sebald  a.  Nürnb.  658  u. 

Addenda;  II,  193 
Reich    Nicolaus,  gen.   Todeschinus,    S. 

Alberts,  venet.  Bürger  II,  282 
Reinbach   (=   Rennweg  i.  Kärnthen?) 

II,  200 
Reins  Theodor  658 

Reinsperger  Hermann  a.  Nürnb.  II,  76 
Reiter  (Raiter)  Georg    a.  Innsbruck  II, 

173,  210,  226  (29),  253  (104) 
Rem  a.  Augsb. 

Abraham  II,  179,  209,  224  (22?) 

Endris  II,  178 

Georg    653,  658;    II,   177,    180,  233 
(67) 

Hieronymus  11,  179,  209 

Johannes  (Hans)  II,  58,  308  (35,  36), 
310  (39,  40) 

Lucas  II,  39,  58,  60,  102 

Sebastian    II,    58,    285,    307—310 
(30-40) 

—  s.  erste  Fr.  Thomasia  II,  807—308 
(34—36) 

—  s.  zweite  Fr.  Lucia  II,   309—310 
(37-39) 

—  Thomas  (?)  533;  II,  60  _ 
Remagen    a.  Rhein  s.  v.  Königswinter 

H,  93 
Renff   (Renf,    Reniff,    Rempff)   Kaspar 

II,  209 
Rengger  Heinrich   a.  Ravensburg  267; 

II,  64 
Renhart  Eberhard  a.  Augsb.  313 
Renner  Franz  a.  Heilbronn,  Buchdrucker 

i.  Vened.  II,  288 
Rennweg  s.  Reinbach 
Renoldus  a.  Wien  II,  303  (30) 
Rens(a)  =  Rheims  386 
Rensborg,  Rensburg  s.  Regensburg 
Rense  a.  Rhein  s.  v.  Koblenz  II,  93 
Rentz  Ytel  (Eitel)  a.  Ulm  II,  63 
Renus  s.  Rhein 
Rephim  (?)  Ulrich  291 
Resiutta  i.  Friaul  II,  98 
Retchir  Johannes,  S.  Hermanns  a.  Köln 

II,  70 
Renbarth  Christoph  i.  Nürnb.  (Augsb.?) 

II,  Nachtr. 
Reutlingen  i.  Württemb.  II,  199 
Reutte  (Reitte)  i.  Tirol  II,  93,  94,  198 
Revenston    (=    Reventlov  ?)    Friedrich 

Ludwig  a.  Dänemark  II,  258  (212) 
Revial  Anton    u.  s.  Bruder    Philipp  a. 

Augsb.  716;  H,  181 
Reynsburch  (=  Regensburg?)  II,  288 


Rheims  (Rensa)  386 

Rhein,  Fluss  (Renus)  172 

Rheineck    a.    Bodensee   i.    d.  Schweiz 

H,  93 
Rheinfelden  Hermann    i.    Köln  II,  190 
Rheinfels  n.  v.  Bingen  II,  97 
Rhenier  Alvise,  venet.  Befehlshaber  in 

Cattaro  II,  341—342  (79—81) 
Richard  a.  München  11,  56 
Richter  senior  i.  Nürnb.  759,  760,  761 
Ried  i.  Baiern  II,  93,  261 
Rieneck  (Ryeneck  i.  Unterfranken)  Graf 

Thomas  347 
Ries  Magdalena,  geb.  Echelpach,   W. 

Johanns  H,  259  (221) 
Riesch  a.  Lindau 

Andreas  II,  187 

Erhard  II,  187,  211 
Rieter  Sebald  a.  Nürnb.  II,  79 
Rietze  b.  Wipshausen  i.  d.  Prov.  Bran- 
denburg? II,  93 
Rigler  Anton  a.  Nürnb.  421,  428,  429; 

H,  78 

—  Stephan  (a.  Nürnb.?)  II,  194,  207 
Rigus  (a.  Frankfurt?)  789;  II,  67 

—  a.  Köln,  Goldschmied  i.  Vened.  II,  278 

—  a.  Wien  46 

—  a.  Zürich  793;  II,  66 

—  Theotonicus  199;  11,  83 

—  de  nasere  (?),  (s.  Heinrich  v.)  Böhmen 
Rimine    (=    Limena?)  i.   Venetien    II, 

97,  201 
Rimini    (Ariminum)   II,   304—306   (31) 

—  Bisch.  Angelus  ebda. 
Ripa  a.  Gardasee  II,  96 
Rippaprandecini  (=  Cziva  del  Prande- 

sin?)  b.  Treviso  II,  323  (61) 
Ritter  Christoph,   S.   d.    Goldschmieds 

Paul  Hieronymus  II,  289 
Ritz  Sebastian  a.  Köln  II,  190 
Rivoli  ö.  V.  Gardasee  II,  94 
Rix  (?)  Johann  Karl  II,  252  (74) 
Rizer  Anton  II,  268  (216) 
Rizo  Mapheus,  Sensal  d.  Fond.  295 
Rizzo  s.  Reich 
Robabelis  (Robobellis)  Odoricus  de  — , 

Notar   i.  Vened.   II,   314    (42),   327, 

328  (66) 
Robertus,  Jude  a.  Nürnb.  II,  280  \  315 

(45) 

Robotini  (Raubotinis)  Vivianus,  S.  Fran- 

ceschinos  i.  Rimini  II,  305  (31) 
Rock  (Rochus)  a.  Wien 

Heinrich  (Rigus)  263—265;  II,  52 

Johannes  263,  264;  II,  52 
Rodimstaph  (=  Rodinsberg  oderRothen- 

stein  i.  Kärnthen?)  322;  II,  20 
Rodulfus  s.  Rudolf 
Roeggli  Martin  a.  Ravensb.  II,  64 


4 


Personen-  und  Ortsregister. 


370 


Roella,  Arzt  i.  Padua  II,  258 
Roemer  Stephan,  Buchhändler  i.  Vened. 

II,  289 
Rötelstein    s.    v.   Brück   i.   Steiermark 

II,  200 
Rohrbach  Konrad  a.  Frankf.  a.  M.  II,  69 
Roliger  Johannes,   Prior  des    Deutsch- 
ordensklosters S.  Trinitä  i.  Vened.  II, 
304—306  (31) 
Rom  465,  534;  II,  254 
Papst  Alexander  III.  II,  8 

—  Julius  IL  U,  131 

-  Urban  IV.  II,  80 
Romenkessel  i.  Oberbaiern  II,  199 
Roner  Franz  a.  Heilbronn  (?),  Schuster 

i.  Vened.  II,  275,  326  (66) 
Ronesburg,  Rongasburg  s.  Regensburg 
Rorer  Johann  a.  Ulm  653;  II,  184 
Rorschach  a.  Bodensee  II,  7 
Roschof  a.  Judenburg  391;  II,  53 
Rosenheim  i.  Oberbaiern  II,  94 
Roser  Margareth  II,  256  (171) 
Rossla  i.  Thüringen  II,  97 
Rost  Johann  a.  Baiem  II,  254  (134) 
Rotenbusch  s.  Rottenbuch 
Roth  Otto  a.  Ulm  II,  63 
Rothenburg  a.  d.  Tauber  i.  Mittelfranken 

II,  93,  234  (78?),  280  (?) 
Rothenstein  i.  Kärnthen  (?)   s.  Rodim- 

staph  322;  II,  20 
Rottenbuch  (Rotenbusch),  Kloster  i.  Ober- 
baiern II,  199 
Rottenburgi.Württemb.  II,  199, 234(78?) 
Rotten getter  Ludwig  a.  Ulm  653;   II, 

63,  184 
Rottenhammer  Johann,  Maler  U,   134 
RottenhofFer  a.  Nürnb. 

Christoph  743,  748;  II,  189,  193,  194, 
210 

Joh.  Thomas  II,  195 

N.  761 
Rottenmann  i.  Steiermark  II,  99, 171,  201 
Rottstrasse  b.  Mittenwald  II,  94—96 
Rottweil  i.  Württemb.  11,  288  (cf.  Adam) 
Roveredo  i.  Südtirol  II,  94 
Roys  Peter  a.  Ulm  II,  15,  63 
Rüben,   S.  Ysaaks,    Jude    a.  Deutschi. 

II,  287,  319  (54) 
Rudolf,  Rodulfus 

—  super  Foncam  a.  Neustadt  236 ;  II,  53 

—  a.  Nürnb.  (?)  II,  301  (27) 

—  Teuthonicus  i.  Padua  II,   295  (14) 
Ruepprecht  Leonhard  II,  256  (174) 
Rugerius  a.  Salzb.  103 

Ruland  Ott  a.  Ulm  II,  63 

Ruliant  Rigo  653 

Rummel  a.  Nürnb.  II,  14,  75 

Heinrich  (Heintz)  388,  450,  511;   II, 
15,  75,  76,  77,  78,  80 


Johannes  307,   388,  511;    II,  14,  15, 
76,  77,  78 

Sebald  470,  490;  II,  78 

Wilhelm  304,  305,  307,  330,  470;  II, 
14,  75,  76,  78 
Rummel  a.  Köln 

Heinrich  H,  71,  172 

Johann  II,  71 
Rumpf  Kaspar  a.  Köln  II,  190 
Russland  (Russia)  II,  326  (66) 
Ryeneck  s.  Rieneck 
Rymann  Johann  de  Oringaw  (?),  Buch-' 

drucker  i.  Vened.  11,  288 


S. 


Saalfelden  i.  Salzb.  II,  100 

Sabadino  Antonius,  Wirth  i.  Vened.  II, 

293  (8) 
Sacher  Johannes  II,  243  (115) 
Sacher  Maria,  Fr.  Christophs  II,  252  (68) 
Sachsen  II,  7 

Sachsenfeld  i.  Steiermark  II,  200 
Sacile  i.  Friaul  II,  91,  98 
Sack  Im  -,  Zum—  i.  Tirol  II,  199,  200 
Saeben  (Sehen)  b.  Klausen  i.  Tirol  II,  94 
Salenau  (— -  Sollenau)  i.  Niederösterreich 

n,  200 
Saiz  Jeremias  748 
Saler  Vincentius  II,  235  (79) 
Saler    (Salier)   Matthäus   i.  Augsb.    II, 

Nachtr. 
Salimbene  II,  32 
Salistot  (=  Seligenstadt  i.  Hessen  oder 

Unterfranken?)  H,  278,  288 
Salurn   (Lome,   Soloteren)   i.  Tirol  II, 

93,  199,  201 
Salzburg  (Sal^emburgum ,   Scal9imbur- 

gumVSO,  103,  297,  377,  697,  710,  761, 

771,  798;  II,  46,  55,  91,  99,  125,  143, 

173,  200,  230,  233,  244,  254,  280,  288, 

298  (21) 
—  Erzbisch,  von  —  231 
Sambur  (Sambor)   i.  Galizien   II,   275, 

326  (66) 
Samer   (Somar)    Ulrich  a.   Salzb.  297; 

n,  55 
Samisso  Judeus  Teuthonicus  II,  294  (11) 
Samuel  (de  Marele?),  jüd.  Diener  Maxi- 
milians I.  II,  332  (68,  69) 
St.  Bernhard,  Grosser  —  II,  92 
St.  Croce   in  Venetien  (Cadore)  II,  97, 

98,  245  (123) 
S.  Daniele  i.  Friaul  II,  98,  200,  201 
S.  Florian  i.  Südtirol  II,  201 
St.  Gallen  (Sanctogaldo  ?)  193  (?),  557  (?), 
593;  n,  65,  66,  188 

Ekkehard  von  —  II,  7 


^27 


380 


Personen-  und  Ortsregister. 


Mönch  von  —  II,  6 

S.  Georgendorf  i.  Steiermark  II,  201 

St.  Goar  a.  Rhein  II,  70,  93 

S.  Iseppo  (?)  II,  262 

S.  Jacob  ("Santiago)  i.  Galicien  (Spanien) 
186 

S.  Johann  i.  Steiermark  II,  201 

S.  Martino  i.  Ampezzothal  II,  97 

S.  Michael  i.  Steiermark  II,  200 

S.  Michele  (S.  Michel,  S.  Michael)  i.  Süd- 
tirol II,  93,  199,  201 

St.  Oswald  i.  Krain  II,  98 

St.  Peter  i.  Steiermark  II,  99 

S.  Pietro  n.  v.  Tolmezzo  i.  Friaul  II,  100 

St.  Valentin  i.  Tirol  II,  94  ^ 

St.  Veit  i.  Kärnthen  II,  53,  98,  99,  200, 
201 

S.  Vito  i.  Friaul  II,  98,  201 

Sander  unter  der  Lauben  a.  Köln  II,  69 

Sander  Jakob,  Bäcker  i.  Vened.  II,  221 
(5),  274 

Sandoli  Heinrich  a.  Wien  IL  51,  291  (3) 

Sann,  Fluss  i.  Steiermark  II,  200 

Sansovino  Francesco,  venet.  Geschicht- 
schreiber II,  107 

Santorini  Peter,  Arzt  i.  Vened.  11,  258 

Santorio,  Arzt  i.  Vened.  II,  251,  253 

Santritter  Joh.  Lucilius  a.  Heilbronn, 
Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 

Sanudo  Alvise,  Bauleiter  d.Fond.  II,  111^ 

Sanuto  Marino  d.  Jüngere,  venet.  Ge- 
schichtschreiber II,  11,  22^«,  36 ^ 
38  ^^  60  ",  61,  62,  96^  107,  108,  111  ^ 
114,  117,  118*,  119  ^  120,  121,  122«, 
127,  128,  133,  273,  284. 

Sappada  (Bladen)  i.  Carnien  II,  100 

Sarcathal  i.  Südtirol  II,  96 

Sardinien  II,  296  (15) 

Sarf  Adam,  Bäcker  i.  Vened.  II,  221 
(5),  274 

Sarpi  Fra  Paolo  II,  159,  160 

Sass  Heinrich  a.  Köln  II,  70 

Sauermann  Konrad  a.  Breslau  II,  39, 192 

Säulen  Conradus  de  —  venet.  Söldner 
II,  279 

Säur  Angelus  a.  Nürnb.  II,  195 

Savoyen  II,  42,  151 

—  Herz,  von  —  773 

Sbavia  s.  Schwaben 

Sbaicar  (=  Schweiker?)  209;  II,  57" 

Sbaycer  s.  Schweiz 

Sboz  s.  Schwaz 

Scala  s.  Leiter 

Paolo  della  —  II,  121 

Scarmolin,  Arzt  i.  Vened.  II,  259 

Scarpagnini  Antonio  II,  114 

Scate(=Schad?)  Justo  E,  249  (6) 

Schachmann  Bartholomäus  a.  Danzig 
II,  Nachtr. 


Schad  a.  Ulm 

Albert  II,  185,  208 

Jodocus,  S.  Daniels  II,  185,  226  (30), 
249  (6  ?)  (cf.  Scate) 
Schaffer  (Scaffer)  Johannes  i,  Kuttenberg 

n,  301  (29) 
Schaffliausen  II,  198 
Schaidwein  (=  Schottwien)  i.   Nieder- 
österreich II,  200 
Schalckhauser  Sebastian  a.  Wendelstein 

b.  Nürn.  II,  184,  196,  211,  240  (105) 
Schanellis  Jacobus  a  — ,  venet.  Söldner 

II,  280 
Scharnitz  (Scheidnitz)  i.  Tirol  II,  94, 199 
Schedel  a.  Nürnb. 

Hartmann  u.  s.  Br.  Johannes  II,  101, 
268 

Hermann  II,  76 
Scheidnitz  s.  Scharnitz 
Scheifling  a.  d.  Mur  in  Steiermark  II, 

98,  200,  201 
Scheilner  Johann  II,  207 
Schellenegger  Wolfg.  Gottlieb  a.  Ulm 

II,  185 
Scheuerlein  Hieronymus  a.  Breslau  11,12 
Scheurl  Albrecht  a.  Breslau  II,  72 

Christoph  a.  Nürnb.  II,  40,  78 
Schifflin  Joh.  Wolfgang  a.  Memmingen 

n,  184 
Schinken  Hans  a.  Lübeck  II,  72 
Schlanders  i.  Tirol  11,  93 
Schleicher  Stoffel  a.  Ulm  II,  63 
Schlesien,  Herz.  Heinrich  v.  —  348 
Schlüsselfelder  (Slusselfelder)  Hermann 

a.   Nürnb.   u.    s.   Frau  Elisabeth  II, 

322  (60) 
Schmalkalden  i.  Thüringen  II,  93 
Schmanzer  s.  Smanzarius 
Schmelzing  (Smelczing)  Seyfried  (Seitz) 

a.  Nürnb.  346,  349,   353,  388,  389; 

II,  76,  77 
Schmerbemzäller  Hans  452 
Schmid,  Schmit  (Smid,  Smit)a.  Gemünd? 

Georg  u.  Tobias  748:  II,  186 

Konrad  369 

Matthaeus  748;  II,  186,  210 
Schmit  Elisabeth,  Fr.  Stephans,  Trägers 

d.  Fond.  II,  258 
Schmie  (Snieen)  b.  Maulbronn  II,  93 

u.  Nachtr. 
Schneider(Schneyder,Schnyder)a.Augsb. 

Jakob  II,  180,  258 

Peter  498,  500  (?);  II,  60,  79  (cf.  Schri- 
mider) 
Schneyker  Pandulf  II,  207,  208 
Schnödt  Jobst  a.  Nürnb.  II,  76 
Schnoper  Heinrich  a.  Biberach  II,  63 
Schönberg  s.  v.  Innsbruck  II,  199 
Schönfeld  s.  Tolmezzo 


1 


Personen-  und  Ortsregister. 


381 


Schönhofer  Hans  a.  Regensb.  II,  168 
Schongau  i.  Oberbaiern  486,  503,  685, 

686,  687,  688;  II,  91,   94,  97,  122, 

199,  200 
Schopfloch  i.  Württemb.  II,  199 
Schoi)per  a.  Nürnb. 

Johann  (?)  II,  194,  210 

Sigmund  II,  75 

Söhne  der  Wittwe  —  354;  II,  77 
Schorer  (Sorer)  Memmingen-Ausgb. 

Alexius  II,  222  (12) 

Anton  II,  184,  209,  343  (82) 

Emmanuel  u.  s.  Bruder  Gottfried  II, 
222  (12) 

Johann  Baptist  743,  748;  II,  177,  179, 
210 

Johann  Leonhard  II,  179,  211 

Justus  II,  222  (12) 

Raymund  748;  II,  177,  180,  184 
Schott  s.  Sot 
Schottwien  s.  Schaidwein 
Schrimider Petrus  (=  Schneider  v.  Augs- 
burg?) 500 
Schucz  s.  Schütz 

Schueccart  (?)  Zacharias  II,   253  (107) 
Schümbrand  Hieronymus   Michael  aus 

Ravensb.  II,  186,  211,  259 
Schütz  (Schucz)  a.  Nürnb. 

Heintz  425 

Johannes   u.    s.  Br.  Ambrosius  643; 

n,  195 

Schueuart  (?)  Zacharias  II,  253  (107) 
Schurstab  Fritz  a.  Nürnb.  II,  75 
Schwab  a.  Nürnb. 
Johannes  411;  II,  77 
Petrus,    genannt  Würgner  411,  474; 
II,  77 
Schwabach  i.  Mittelfranken  II,  97 
Schwaben  (Sbavia)  300,  665,  667,  669, 
671,  678,  684,  688,  693 
Johann  Pamcida  V.  — ,  Neffe  Albrechts 
I.  II,  291  (2) 
Schwäbisch-Gmünd  369  (?);  II,  186 
Schwangau  b.  Füssen  s.  Swangen 
Schwarz  (?)(Negro)(a.Augsb.od.Nürnb.?) 

Wolfhard  653,  658;  II,  177,  192 
Schwar(t)zenburg  Hans  a.  Ausgb.,  Post- 
bote 704;  II,  176» 
Schwaz  (Sboz)  i.  Tirol  587 
Schweicker  Jakob   u.   Job.  Ludwig  a. 

Lindau  II,  187  (cf.  Suaicher) 
Schweinfurt  in  ünterfranken  II,  93 
S(ch)weinfurter  Peter  (a.  Mittervells  ?) 

354;  II,  56 
Schweiz,  Schweizer  (Sbayer,  Sviceri)  296, 
419,  584,  593,  599,  758,  759,  761, 
763;  II,  41,  65,  148,  188,  199 
Schwestermüller  Johann  Konrad  a.  Augs- 
burg II,  180,  211,  259 


Schweyer  (Svaier,  Svayer)  a.  Nürnb. 

Amadeus  (Svaier)  II,  238  (95) 

Joh.  Karl,  S.  d.  Karl  Magnus,  u.  s.  Fr. 
Magdalena  II,  195,237  (93),  238  (97) 

Joh.  Lorenz  II,  195 

Joh.  Michael  II,  238  (96) 
Schwiczer  Zipprian  452 
Schwieberdingen  (Swepertingen)  i.  Würt- 
temb. II,  93 
Schwyz  593;  II,  66 

Sclavo  Petrus,  Hausmeister  d.  Fond.  189 
Scoth(=^  Schott  a.  Frankf.?)  (cf.  Sot) 
Scrunitor  Symon,  Wollarbeiter  i.  Vened. 

II,  278,  318  (51) 
Sedolinus  de  Baduaria  (a.  Baiern?)  74 
Seeberg  i.  Kärnthen  II,  99 
Seefeld  i.  Tirol  II,  94,  199,  200 
Seeland  (Zelandia)  Arnold  von  —  460 

-463,  466—469,  471—474;    H,  78 
Segelbach  a.  Ravensb. 

Anna  258 

Johannes  267,  269,  271,  278;   H,  64 

Konrad  258,  259,  267,  268,  269,  270, 
271;  II,  64 
Seger   ( =  Zagorien)  Graf  Ulrich  v.  — 

439,  440,  452 
Segna  s.  Zengg 
Seiler  (Seyler,  Sailer)  Konrad  a.  Nürnb. 

II,  75 
Seitz  Joh.  Andreas  a.  Nürnb.  II,  195,  259 
Seligenstadt  (i.Hessen  od.Unterfranken?) 

II,  106,278,  288,  318  (51)  (cf.  Salistot) 
Seiler  Marcus,  Geschützmeister  i.  Vened, 

II,  280 
Semler  Ulrich  a.  Nürnb.  II,  75 
Semmering,  Pass  II,  50,  98,  99,  200 
Septimer,  Pass  II,  92 
Serbien  König  Stephan  Tvrtko  II,  27, 

817  \ 
Serentein  (Semnteiner),  Kanzler  Kaiser 

Maximilians  I.  668,  676,  688 
Serravalle  (Sperval)  i.  Venetien  230, 231, 

238,  458;  II,  91,  96,  97,  295  (12) 
Servus,  Beamter  d.  Fond.  79 
Sessal  Sebastian  II,  209 
Sessalinis  Simon  de  —  a.  Köln  II,  70 
Seutter  Eberhard  (a.  Nürnb.?  Augsb.?, 

Kempten?   Lindau?)  II,  194,  210 
—  Joh.  Konrad  a.  Kempten  11,  183 
Sexten  i.  Pusterthal  II,  100 
Sforza,  Arzt  i.  Vened.  II,  252 
Shireni  (?)  Ulrike  j.  Augsb.  81 
Siaorle  Hieronymus  (a.   Memmingen?) 

544;  II,  62,  83 
Sibotus  Teutonicus  II,  293  (8) 
Sicilien  IT,  319  (54) 

König  Peter  II,  296  (16) 
Sigman  Joh.  Jakob,  Wirthschaftsführer 

d.  Fond.  II,  257  (184) 


382 


Personen-  und  Ortsregister. 


Sigmundsburg  (Sigmundsschloss)  a.Fern- 

pass  i.  Tirol  II,  93 
Sigwein  Hans  a.  Nümb.  366;  II,  76,  77 
Sileiner  Nicolaus  II,  Nachtr. 
Sinchenrider  Mathias  u.  Ulrich  535 
Singer  (Singher)  Johann,  Bote  a.  Augsb. 
■    II,  180,  249  (2) 
Sinsheim  i.  Baden  11,  97 
Sinzenhofer    (Sincafar)    Berthold     aus 

Regensb.  86;  II,  47 
Siri  Joh.  Jak.  u.  s.  Söhne  Jak.  Gottfr. 

u.  Joh.  a.  Lindau  II,  188 
Sisenandus  P.  a.  Landshut,  Prediger  i. 

Vened.  II,  261 
Sitzinger  a.  Augsb. 

Johannes  II,  180,  235  (81) 

Lucas  II,  181 
Six,  Bäckergeselle   i.   Vened.  II,   271, 

340  (77) 
Six  Leonhard  II,  221  (5) 
Sixt  Bernhard  II,  242  (114) 
Slatter  Johannes  a.  Konstanz  II,  65 
Sieger    (Schläger?)    Johann    a.    Köln 

II,  70 
Smanzarius   (=   Schmanzer)   Johannes 

a.  Wien  182,  184;  II,  52 
Smeen  s.  Schmie 
Smerther  II,  57" 
Smid,  Smit  s.  Schmid,  Schmit 
Smisfort   Ensedisius   (?)    de  — ,  venet. 

Söldner  II,  280 
Snaider  (—  Schneider?)  Jakob,  Schenk- 

wirth  d.  Fond.  II,  255  (158) 
Sneider  Ambros  II,  160 
Sneider  s.  Schneider 
Snor  Daniel,  S.  Daniels  II,  257  (198) 
Sob  Heinrich  a.  Köln  II,  190 
Sölk-Scharte  i.  Steiermark  II,  98 
—  Thal  II  99 
SofFerenz  Petrus  castellanus  i.  Schlesien 

358 
Sofloth  (?)  II,  306  (31) 
Sola  Johann  II,  258  (206) 
Solagna  n.  v.  Bassano  i.  Venetien  II,  97 
Solms  Ernst  Casimir  Graf  zu  —  II,  160 
Soloteren  s.  Salurn 
Solothurn  i.  d.  Schweiz  593;  II,  66 
Sonthofen  i.  Allgäu  II,  93  ^ 
Soranzo  Giovanni,  Doge  58 
Sorer  s.  Schorer 
Sot  (Soth,  Scoth  =  Schott  a.  Frankf.?) 

Abraham  709;  II,  189 

•lohann  639,  642,  644,  653;  II,  189 

Sebastian  II,  189,  208 

Thomas  748;  II,  Nachtr. 

Tobias  709;  II,  189 
Spangler  (a.  Salzburg?) 

Johannes  II,  175 

Matthäus  II,  175,  235  (82) 


II 
II 


Spavento  Giorgio,  venet.  Architekt  II, 

113,  114,  115 
Specht  Joh.  Georg  a.  Ravensb.  II,  186 
Speiatis  Principalis  de  — ,  Hausmeister 

d.  Fond.  610,  611 
Spengler  Georg  a.  Nürnb.  645;  II,  195 
Speringer  Johannes  a.  Regensb.  II,  49, 

233  (53)  ^1 

Sperval  s.  Serravalle  mm 

Speyer  (Spiera,    Spera,  Novimagium?) 

241,  499;  II,  46,  60,  67,  93,  106,  273, 

287,  288  (?),  314  (43) 
Spiera  s.  Speyer 
Spiera  Heinrich  H,   283,   314  (43)  (cf. 

Henricus  de  Spera) 
Spillieur  (Spiellieur,  Spilleurs)  a.  Köln 

Abraham  753,  754,  755,  771,  774, 
775,  777—780;  II,  145—148,  156, 
160—162,  191 

Nicolaus  754,  778;  II,  160  \  190 
Spinabac  Christoph    a.  Nördlingen   II, 

185,  m.  Fr.  Fusca  II,  243  (117) 
Spiser  Heinrich  a.  Rheinfelden  II,  65 
Spital  a.  Semmering  i.  Steierm.  II,  200 
Spitaleto  =  Ospedaletto  i.  d.  Valsugana 

II,  199 
Spittal  i.  Kärnthen  439,  508;   II,   53, 

91,  99,  100,  200,  201 
Splecher  Heinrich,  S.  d.  Odoricus,  venet. . 

Bürger  II,  282 
Spöttingen  (=  Spotting)  b.  Landsberg  i. 

Oberbaiern  II,  199  u.  Nachtr. 
Sprene  P.  Alberto,  Prediger  i.  Vened. 

II,  262 
Sprichich  Johannes  de  — ,  venet.  Söldner 

II,  280 
Sta  (?)  Lunardo  II,  250  (17) 
Stachel  Konrad   a.  Blaubeuren,   Buch- 
drucker i.  Vened.  II,  288 
Stade  i.  Hannover  II,  93 
Stafetta,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 
Stahel,  Stahl  a.  Nürnb. 

Acharius  (=  Zacharias?)  645 

Konrad  550 

Zacharias  653,  658;  II,  192 
Stahl  Joh.  Georg,  S.  Philipps  a.  Stutt-1 

gart  II,  186,  211,  259  (230) 
Stain  dominus  di  —  176 
Stainder  (?)  Wolf.  II,  252  (65) 
Stainhauser  Johannes  a.  Salzb.  709,  748; 

II,  174 

derselbe?  II,  230  (51) 
Stalburg  a.  Frankfurt  a.  M. 

Karl  II,  68,  71 

Kraft  II,  189 
Stalen  Lorenz  a.  Köln  II,  70 
Stameler,  Stamler  a.  Augsb.  Brüder  II,  38 

Heinrich  565,  583,  591,  592,  608,  609, 
613—616;  II,  60 


4 


Personen-  und  Ortsregister. 


383 


Stantener  Johann  a.  Laibach  653 ;  II,  173 
Stark  Ulrich  a.  Nümb.  II,  78 
Stauffer  Hans  (i.  Regensburg?)  369 
Staym  Leopoldo  de  —  II,  280 '" 
Staynsulzer  Peter  418;  II,  83 
Stebehaber  Hans  a.  Augsb.  TI,  60 
Steffani,  Arzt  i.  Vened.  II,  258 
Stegmann  Joh.,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
Steiermark  (Stiria)  II,  53,  100,  172,  261 

Herzog  von  —  1 
Stein  a.  Anger  i.  Ungarn  II,  98 
Stein  i.  Niederösterreich  II,  51 
Steinach  (Stainach)  i.  Tirol  II,  198,  199 

201 
Steinglinus  (Stengel?)  a.  Frankf.  a.  M. 

Franciscus  II,  148 

Zacharias,  Rathsherr  763;  II,  148 
Steirer  Michael,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
Stella  Rudolph,  Sensal  d.  Fond.  290 
Stendal  i.  d.  Prov.  Sachsen  (cf.  Albert) 

II,  288 
Stengel  a.  Frankf.  a.  M.  (cf.  Steinglinus) 
761,  762 

Jakob  748;  II,  189 
Stengher  Ludwig  11,  251  (48) 
Stenglin  Georg  a.  Augsb.  II,  180,224  (19) 
Stenico  i.  Südtirol  II,  96 
Steno  Michele,  Doge  292,  298,  305,  308 
Stenzel  a.  Sambur  i.  Galizien,  Schuster 

i.  Vened.  H,  275,  326  (ßQ) 
Stephan   a.  Köln,  Wirth  i.  Padua  II, 

285,  322  (60) 
—  a.  Wien  266;  II,  52 
Ster  (Stoer)  a.  Windsheim 

Konrad  II,  196,  209,  226  (31) 

Sebastian  709;  H,  196 
Stercin  Andreas  II,  252  (92) 
Sterzing  (Ster9en,  Startz)  i.  Tirol  215; 

II    94    97    199    201 
Stetbeck  Konrad'  a.  Nümb.  491;  H,  78 
Stete  Johannes,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

11,  271,  340  (77) 
Stetten  von.  —  i.  Augsburg 

Chi-istoph  763;  H,  148 

Johann  11,  179,  210 

Paul  II,  180,  222(11) 
Steyr  i.  Oberösterreich  761,  771;  II,  49, 

50,  51,  99,  143,  169,  170,  234  (74) 
Stibig  Johann  (a.  Laibach?)  H,  207  u. 

Nachtrag 
Stierle  i.  Memmingen  II,  62 
Stiria  s.  Steiermark 
Stochemaier  (=  Stockmaier?)  Joh.,  Arzt 

i.  Vened.  II,  252,  237 
Stoer  s.  Ster 

Stoler  Johannes  a.  Nümb.  551;   II,  79 
Stolfus  a.  Triest  415 


Stonz   Anton,    Bäckergeselle  i.  Vened. 

n,  271,  340  (77) 
Stral  Wolfliard  a.  Regensb.  110;  II,  47 
Stralsund  II,  71'« 
Stranosburg  s.  Strassburg 
Strassburg  (Stranosburg)  23,  653,  658. 

670,  756,  758,  761,  763;    II,  46,  66, 

67,  71,  92,  122«,  142,  148,  188,  199, 

276,  288,  342—344  (82) 
Straubing  i.  Niederbaiern  II,  56 
Streber  Nicolaus  a.  Nürnb.  444;  II,  78 
Streit  Friedrich  Ludwig  u.  Sigmund  a. 

Berlin  II,  191 
Streng  Joh.  Martin  II,  211 
Strobl  Hans,  Thürhüter  Herz.WilhelmsV. 

V.  Baiern  689 
Stromburg  Arnoldo  de  —  II,  280  i" 
Stromer  (Stromeier)  a.  Nürnb. 

Franciscus  343;  H,  77 

Sigmund  352 
Strubel  Johann  H,  253  (95) 
Strucius  Philipp  a.  Nürnb.  254;  II,  75 
Studenecker  Stephan   i.  Nürnb.  411^; 

n,  77 
Stulpo  Nicolaus,   S.  Friedrichs,    venet. 

Bürger  II,  283 
Stumpf  Michel  a.  Salzb.  II,  55 
Stuttgart  II,  97,  186 
Subelbissar ,     Deutsche    Handelsgesell- 
schaft 390;  II,  52 
Suitter  Jörg  a.  Augsb.,  Postbote,  II  176* 
Sulzer  (Sultar)  a.  Augsb. 

Hieronymus  II,  182 

Leonhard  II,  178,  207 
Superantio  s.  Soranzo 
Suzii  Albertus,  venet.  Söldner  II,  280 
Suaicher  (=  Schweiker?)  Andreas   aus 

Nürnb.  II,  Nachtr. 
Svaier  (Svayer)  s.  Schweyer 
Sven  Sebastian  II,  252  (78) 
Sviceri  's.  Schweiz 
Swangen  (=  Schwangau)  i.  Oberbaiem 

castrum  445 

castellanus  (Hans)  445 
Swob  s.  Schwab 
Symon,  Jude  a,  Nürnb.  274 
Symon  Scrunitor  (?)  H,  278,  318  (57) 
Syralb  Heinrich  u.  Hermann  i.  Kutten- 
berg II,  302  (29) 
Szegedin  (?)  i.  Ungarn  II,  288 

T.  cf.  D. 

Taenndrich  (Tandrich,  Dendrich)  Georg 
a.  Augsb.  308,  310,  312,  316;  H,  58 
Tagliamento,  Fluss  i.  Friaul  II,  98,  200 
Talmazinger  3.  Dalazagna 
i  Tamsweg  i.  Lungau  (Salzb.)  II,  99 


384 


Personen-  und  Ortsregister. 


Tana  (a.  Schwarzen  Meer?)  158 
Tangermünde   i.  Prov.  Sachsen   II,  97 
Tannheimer  Thal  i.  Tirol  II,  93  ^ 
Tartafer  Bartholomäus  a.  Salzb.  II,  55 
Tarvis  (Tärvis,  Tervis)  i.  Kämthen  II, 
98    99 
Klein  -  ebda.  II,  200,  201 
Tarvisana  (sc.  Marca)  s.  Treviso  (Mark.) 
Tarvisium,  Tervisium  s.  Treviso 
Taschier  Beute,  Sensal  d.  Fond.  299 
Tautzenberg  i.  Kämthen  n.  v.  Klagen- 
furt II,  201 
Techtermann  Johannes,   Bürgermeister 
V.  Freiburg  i.  d.  Schweiz  599;  II,  66 
Teck  (Dech)  Herz.  Friedrich  v.  207,  211 
—  Ludwig  V.  s.  Aquileja 
Teffinger  Michael  II,  221  (6) 
Tegelar  Johann  Jakob  II,  255  (152) 
Tegemseer   Achatius    a.    München   II, 

175,  208  (cf.  Tegeser) 
Tegeser  (Tegesser)  Johannes  (=  Tegem- 
seer a.  München?)  653,  658;  II.  175 
Tellach   (Döllach)  i.  Möllthal  i.  Käm- 
then 452 
TemphelKarl  (a.  Speier?)  241;  II,  67 
Teraza  Martin  a.  Wien  264;  II,  52 
Tergestum  s.  Triest 
Terle  s.  Törl 

Termine  i.  Ampezzothal  694 
Tetinger  Jakob  a.  Nürnb.  346;    II,  77 
Tettnang  (Dednang)  i.  Württemb.  s.  v. 

Ravensb.  II,  198 
Tetzel  (Teczel)  Konrad  a.  Nürnb.  389; 

II,  77 
Teufel  (Tewfel)  a.  Nürnb. 
Hans  II,  76 
Paul  388;  II,  77 
Thechel  Johann,  S.  Johanns  II,  256  (168) 
Thencumath  Petrus  Theuthonicus  115; 

II,  83 
Theodoricus  a.  Polen  139;  II,  81^» 
Theodorius  de  Reynsburch  (=  Regens- 
burg ?),  Buchdrucker  i.  Vened.  II,  288 
Theodorus   P.   a.  Brixen ,    Prediger   i. 
Vened.  II,  262 

-  P.  a.  Deutschland,  Prediger  i.  Vened. 
II,  262 

Theutonia  s.  Deutschland 
Thietmar  v.  Merseburg  II,  7 
Thomas  a.  Konstanz  800;  II,  64 

-  a.  Wien  II,  52 

-  Theotonicus  II,  303  (30) 
TieflFerer    Hans    a.    Villach-Nürnb,    II 

172,  195 
Tiepolo  Marco,  Bauleiter  d.  Fond.  H, 

1112 
Tiliano  (?)  II,  261 
Tillinger  Oswald  a.  Nürnb.  II,  76 
Timau  i.  Carnien  II,  100 


Tinzmann  Niklas  a.  Breslau  II,  72 

Tiphinburger  (oder  Tiphinl auter  ?)  Jo- 
hann u.  s.  Kinder  Helene  u.  Magnus 
II,  251  (46,  47) 

Tirnstain  s.  Dümstain 

Tizian  II,  20,  109,  110,  112,  113 

Tobias  II,  253  (116) 

Toblach  (Doblach)  i.  Pusterthal  422, 
431,  435;  II,  91,  96,  97 

Tochauer  (=  Tucher?)  Melchior  a.Nürnb. 
564;  II,  79,  83 

Tockler  Marquard  a.  Nürnb.  II,  74 

Toeg  (?)  Anton  II,  251  (37) 

Tirol  (Tyrol,  Tirallum)  179;  H,  20,  55, 
173,  199 

—  Herz.  Meinhard  II,  48 

—  Otto  V.  Kärnthen-Tirol  25,  27,  28 
Toll,  Zollstätte  an  der  —  b.  Meran  517 

II,  91 

Törl  (Terle)  i.  Kämthen  II,    200,   201 

Tolmein  (Tulminum)  i.  Friaul  II,  281; 
333  (70) 

Tolmezzo  (Schönfeld)  i.  Friaul  II,  100 

Tonet  Anton  i.  Köln  II,  190 

Tonsus  Bartholomäus  Theotonicus  187 

Topler  i,  Nürnb. 

Erasmus,  Propst  v.  S    Sebald  666 
Heinrich  432,  433 

Topogliano  (Oppoliano)  i.  Friaul  II,  200 

Torcello  b.  Vened.  325 

Totschenik  i.  Breslau  412 

Traie  (Troy)  Gabriel  a.  Wien  653; 
II,  171 

Trainer  Erasmus,  Kamrer  i.  Regensb. 
II,  48 

Traiskirchen  (Draesskirchen)  i.  Nieder- 
österreich II,  98,  200 

Tramin  i.  Tirol  II,  93,  199 

Trane  (?)  Johann  II,  255  (144) 

Trechtlingshausen  (Dreckshausen)  a.  Rh. 
H,  93 

Treibach  s.  v.  Friesach  i.Kärnthen  II,  98 

Trentini  Johannes  m.  Fr.  Angela  Bugie 
u.  S.  Bartholomäus  II,  231  (58) 

Trento  s.  Trient 

Trentsch  Marcus  a.  Breslau  412 

Treviso  (Tarvisium,  Tervisium,  Tervis) 
(Stadt  u.  Gebiet)  49,  50,  84,  88,  94, 
114,  134,  155,223,246,273,314,451, 
506,  553,  588,  619,  696,  799,  805; 
H,  31,  36,  58,  59,  63,  88,  90,  91,  97, 
98,  199,  201,  279,  280,  285,  295 
(12—13),  307-311  (34-40),  314  (44), 
323  (61) 

—  (Tarvisana,  Trivisana)  (Mark)  49, 
114,  154,  155,  230,  506,  579,  786; 
II,  292  (3) 

Treysa  i.  Hessen  II,  97 
Trieben  i.  Steiermark  II,  201 


H 


Personen-  und  Ortsregister. 


385 


Trient(Tridentum,  Trento)  322, 656, 675, 
761,  771,  807;  II,  20,  93,  94,  121, 
145,  151,  173,  199,  201,  249,  252, 
254,  282,  283 

Triest  (Tergestum)  223,  415;  II,  280 

Trini  (?)  Philipp  II,  251  (49) 

Trivelino  (Trivellin,  Trivillin,  Trevelin) 
Arzt  i.  Vened.  II,  253,  254,  255 

Trivisana  (sc.  Marca)  s.  Treviso  (Mark) 

Troberg?  (=  Drauburg  i.  Kärnthen?) 
406 

Trojanerberg,  der  —  i.  Krain  II,  200 

Trungher  Kaspar,  Bäcker  i.  Vened.  II, 
221  (5),  274  u.  Nachtr. 

Tucher  a.  Nümb.  II,  77  (cf.  Tochauer) 
Anton  II,  78,  80,  195 
Endres  (Andreas)  II,  77,  78 
Hans  (Johannes)  II,  79,  102 
Paul  710;  II,  125,  195,  200 

Tuiringer  Peter  a.  Augsb.,  Postbote 
II,  176« 

Tunkl  (Tunckel,  Tunchel)  a.  Salzb. 
Friedrich  II,  56,  233  (70) 
Sebastian  653;  II,  173 

Tumot  (=  Natums?)  i.  Tirol  H,  93 

Turre  Johannes  de  la  — ,  Sensal  d. 
Fond.  188 

Turrida  (Duride)  i.  Friaul  II,  201 

Tweng  (Gweng)  i.  Salzb.  II,  99,  200 

Twinger  Johannes  a.  Strassb.  II,  67 

u. 

Udenhem  (?)  II,  288  (cf.  Emmerich) 
Udine  (Utinum)  i.  Friaul  317 
Ugelheimer  Peter  a.  Frankf.  a.  M.  II, 

69,  71  (?),  284,  288,  289 
Ugolinus,  Bäckergeselle  i.  Vened.  II,  274 

—  a.  Baiem,  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 

—  a.  Ulm.  Bäcker  i.  Vened.  II,  273 
Uhelestein  (=  Amoldstein?)  II,  200 
Ulm  (Olmo)  300,  322,  334,   335,   336, 

350,  386,  394,  395,  402,  404,  405,  523, 
537,  538,  546,  601,  656,  664,  668, 
669,  670,  693,  751,  755,  761,  763, 
767,771,  779;  II,  15,  20,  39,45,46, 
62,  63,  93,  94,  97,  101,  102,  121, 
138,  142,  148,  150,  184—185,  199, 
200,  226,  232,  234,  273,  274,  275, 
281,  312  (42) 

Ulrich  Fritz  a.  Nümb.  438;  II,  78 

Ulrich  V.  Lichtenstein  II,  98 

Ulricus  a.  München  785 ;  II,  56 

Ulstatt  (Ulstätt)  a.  Augsb. 
Christoph  II,  178,  210 
David  716;  II,  178,  210 
Johannes  II,  178,  210 
Kari  II,  178,  210 


Marcus  II.  178,  207  u.  Nachtr. 

Sebastian  XIV;  II,  178,  208,  209 
Ulstatt  David  u.  Johann  a.  Köln  II,  190 
Umkenst  (?)  Pfleger  zum  -  438 
Ungarn  324,  349,  773;  II,  8,  9,  31,  44 

81,  99 

—  Kön.  (Ludwig)  163 
(Sigismund)  417 

—  —  Ladislaus  (Wladislaus)  622 
Ungaro,  Ungerus  Konrad,  Sensal  d.  Fond. 

78,  81 
Ungnad  Johann  Georg  von  —  v.  Sonneck 

II,  224  (21),  249 
Unsel  Johann  II,   221  (6) 
Unterholzer  a.  (München-)Nürnb. 

Sebastian  II,  175,  194,  208,  244  (120) 

—  a.  Salzburg 

Isaak,  S.  Georgs  II,  175,  243  (118) 
Thomas  II,  175,  244  (119) 
Untertauern  i.  Salzb.  II,  99 
Unterwaiden  i.  d.  Schweiz  593 ;  II,  66 
Unzmarkt  in  Steiermark  II,  98,  99,  200, 

201 
Upachier  Simonio  de  —  II,  280  '" 
Urach  i.  Württemb.  II,  101 
Urbano  (Urban?)  a.  Wien  II,  252  (76) 
Uri  i.  d.  Schweiz  593;  II,  66,  199 
Urmüller   Hans,     Camerer   Herz,   Wil- 
helms V.  von  Baiern  689 
Uschall  Lucas  a.  Schwab. -Gmünd  II,  186 
Usmer  Friedrich  a.  Nümb.  349  ;  II,  77 
Usporg(um),  Uspurgum  s.  Augsburg 
Uster  Matthäus  II,  251  (55) 
Utinum  s.  Udine 
Uttinger  Georg  a.  Augsb.  II,  178,  207 

T.  cf.  F.  u.  W. 

Vaihingen  (Väiingen,  Vahingen)  i.  Würt- 
temberg 246;  II,  93 

dominus  246 
Val  Jakob  a.  Nümb.  723;  II,  195 
Valaresso  Nicoletus,  venet.  Gesandter  121 
Valat  Peroto  de  —  II,  280  '<> 
Val  Camonicai.  d.  Lombardei  II,  92,  96 
Val  di  Non  i.  Südtirol  II,  92,  96 
Val  di  Sole  i.  Südtirol  II,  96 
Valmarino  b.  Treviso  815 
Val  Sugana  i.  Tirol  583;  II,  91,  97 
Valech  Pietro  de  —  II,  280  '° 
Valenzin  (Valenzi,  Valenz,  Balenz),  Arzt 

i.  Vened.  II,  253,  287 
Valisse  =  Wallis?  523 
Vallei  Ulrich  a.  Regensb.  110;  II,  47 
Vallencino,  Arzt  i.  Vened.  11,  255 
Valli  Konrad,  Bergmann  i.  Kuttenberg 

II,  302  (29) 
Vallisperga  s.  Welsperg 

25 


386 


Personen-  und  Ortsregister. 


■ 


199 


Valt  Dominicus  II,  258  (218) 
Valvasona  (Valvasone,  Valvison)  a.  Tag- 

liamento  i.  Friaul  II,  200,  201 
Vana?  II,  277  (cf.  Her) 
Vanaver  s.  Fenaver 
Van  Castre  Martin,  Ballenbinder  i.  Ant- 
werpen 710 
Van  Colin   (Van   Cöln,  Vancolen,  Van 
Collen,   Vancholen,   Voncollen)   a, 
Aachen-Köln  II,  191,  254 

Abraham  II,  190,  191,  211 

Balthasar  748;  II,  154,  190,  253  (113) 

Ferdinand  II,  190 

Franz  II,  191,  208 

Johann  724,  727,  748;  II,  191 

Kaspar  730;  II,  190 

Matthias  767;  II,  149,  191 

Peter  748;  II,  191 

Peter  Johannes  II,  253  (103) 
Vandeborg  s,  Werdenberg 
Varese  (Ferres)  n.  v,  Mailand  II, 
Varnerius  s.  Werner 
Vechst  Johannes,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
Veckinghausen    Cornelius    a.    Lübeck 

II,  72 
Vedello  Thomas,  Hausmeister  d.  Fond.  21 
Veifs  (=  Veibsch),  Jude  i.  Nürnb.  u.  s. 

Fr.  Rachel  II,  324  (64) 
Velber  Tauern  i.  Salzb.  II,  100 
Veltrebia  s.  Wetteraa 
Vendelin  Peter  II,  233  (71) 
Vendramin  (Vondermin)  Andrea,  Doge 

535,  539,  542,  543 
Venedig  (Stadt)  Bezirke: 

Canareggio  (Chanareglura)  265 

Castello  II,  337  (75) 

S.  Marco  (insula,  sestier)  225,  744 

Rialto  (insula)  59,  108,  199,  225,  247; 
n,  312  (42) 
Venedig  Kirchen: 

S.  Angelo  322;  II,  275,  326  (66) 

S.  Antonin  II,  273 

S.  ApoUinare  65;  II,  275,  277, 
(42) 

S.  Apostoli  274,  322;  II,  155, 
(1—4),  271,  275,  277,  326 
(77)  340 

S.  Barnaba  II,  273,  339  (77) 

S.  Bartolomeo  100,  102,  186, 
540;  II,  10,  80,  131-135, 
220—227  (5—34),  247—248, 
284 

S.  Benedetto  II,  227  (35) 

S.  Cancian322;  11,227—229(36—46), 
273 

S.  Cassian  (Cassan)  H,  271,  273,  275, 
278,  312  (42),  326  (66),  340  (77) 

S.  demente  16 


312 

220 
(66), 


266, 
158, 
272, 


S.  Croce   II,   242   (114),  211 '\   278, 

317  (49) 
S.  Domenico  II,  273 
S.  Ermagora  (Hermacora)  e  Fortunato 

160;  II,  229  (47),  295  (7) 
S.  Eustachio   (S.  Stae)   II,   234  (78) 
S.  Feiice  79;  II,  229  (48),  274 
S.  Filippo  e  Giacomo   II,   269,   272, 

316  (47),  320  (56),  345  (86) 
S.  Fosca  11;  II,  229  (49) 
S.    Francesco    della   Vigna   II,    235 

(79-81) 
S.  Francesco  Confraternitä  delle  Stig- 

mate  di  —  II,  235  (82) 
S.  Geminiano  II,  326  (66) 
S.  Giacomo  dall'Orio  (del  Luprio)  198; 

II,  230  (50) 
S.  Giacomo  del  Palude  48 
S.  Giovanni  Crisostomo   11,    47,  87, 

100, 102,  274;  II,  10,  230  (51),  274, 

324  (63) 
S.  Giovanni  e  Paolo  320,   322,  331, 

371,    523;    II,   230—234  (52—73), 

272   274 
S.  Gregorio  H,  243  (115) 
S.  Leone  (S.  Lio)  322;  II,  234  (74—76), 

300  (25) 

S.  Luca  II,  273 
S.  Marco  263 

—  platea  162,  263 

—  campanile  263,  265 
S.  Marcuola  II,  273 
S.  Margarita  322 
S.  Maria  dei  Carmini  II,  277 

S.  Maria  Formosa  537;  II,  273,  275, 

326  (66) 
(S.   Maria  dei)   Frari  II,   245   (122), 

346  (86) 
S.  Maria  Magdalena  160 
S.  Maria  Nova  322 
S.  Maria  de'  Servi  II,  242  (113),  278 
S.  Maria  Zobenigo  (Jubanica)  II,  271, 

301  (28),  340  (77) 

S.  Marina  II,  243  (116) 

S.  Martino  II,  273,  275,  326  (66) 

S.  Maurizio  II,  234  (77) 

S.  Moise  II,  273,  275,  278,  292  (6), 

307  (33),  326  (66) 
S.  Pantaleon  322;  II,  271,  273,  275, 

326  (66),  340  (77) 
S.  PatemianoII,  275,  289  ^  312(42) 
S.  Pietro  II,  300  (25) 
S.  Rafael  II,  271,  273,  274;  340  (77) 
S.  Salvatore  44,  322;  II,  272,  273 
S.   Samuele   II,    271,  272,    276,  300 

(25),  311  (42),  344  (84) 
S.  Sebastiane  II,  243—244  (117-121) 
S.  Silvestro  II,  275,  312  (42),  319  (53) 
S.  Simeone  Profeta  H,   273 


I 


Personen-  und  Ortsregister. 


387 


S.  Sofia  274;  II,  277,  317  (50) 

S.   Stefano   742,    743;    II,   235—236 

(83—85),   272,  275,  311   (42),  316 

(47),  325—331  (66) 
S.  Trinitä  II,  289,  304-306  (31) 
S.  Trovaso  II,  271,  340  (77) 
S.  Vitale  II,  311  (42) 
S    Yeremia  265 
S.  Zaccaria  II,  273 
S.  Zan  del  Tenipio  II,  273 
Venedig  Paläste: 
cä  Boldü  87,  102 
cä  Copo  II,  300  (25) 
cä  Delphyno  102 
cä  Justo  11,  102,  810 
cä  Lippomano  b.    S.   Sofia  630;   II, 

107,  127 
cä  Moro  102 

cä  Polani  62,  102,  220,  810,  814 
cä  Quirino  102 
cä  Vidal  212 
Venedig  Sonstige  Lokalitäten: 

Deutsches  Beckenhaus  beim  Arsenal 

II,  273-274 
Calle  de  la  Bissa  99,  102 
Campo  Businello  (della  Lana)  II,  277 
Cofanaria  II,  273 
Calle  Crosera  II,  276 
Frezzaria  II,  271,  340  (77) 
Ruga  GaiufFa  (Giufi'a)  II,  271,  340(77) 
Ghetto  II,  286 
Ruga  Lonbardorum  137 
Calle  longa  II  271,  340  (77) 
Ponte  di  cä  Boldü  (Ponte  dell'  Oglio) 

II,  10. 
ai  do  Ponti  II,  271,  340  (77) 
Rio  Marin  II,  271,  340  (77) 
Rialto  -  Brücke     102;    H,    319    (53), 

Logia  332 
Riva   del  Ponte  di  Rialto  (Riva  del 

Buso)  II,  10 
Rio  Terrao  II,  271,  340  (77) 
Venedig  Gasthäuser: 

Aquila  nera  (Schwarzer  Adler)  II,  249, 

251,  252,  255,  256,  284 
Cavalletto  II,  283^» 
Leon  (Lion)  biancho  (Weisser  Löwe) 

698;  II,  155,  251,  284 
Peter  Pender  (cf.  Pender)  698;  II,  155, 

284,  285 
S.  Giorgio,   San  Zorzi  698;   II,  155, 

249,  284 
Deutsches  Haus  (St.  Georg,  zur  Flöten, 

zur  Trinität)  II,  69,  284 
Venedig  Inseln: 

S.  Cristoforo  della  Pace  II,  135,  237 

—242  (89—112),  248 
S.  Elena  II,  269 


Lido  (cimiterio  degl'Inglesi.Alemanni 
ecc.)  II,  236—237  (86-88),  281 
Venier  (Venerio)  Antonio,  Doge  277,  279 
VenierVicenzo,  Visdomino  d.  Fond.  699 
Venzone  (Ven9onum)  i.  Friaul  177,  317; 
II,  36,  50,  54,  96,  98,  100,  200,  201, 
279    289 
Verona  '(Bern)  78,  230,  243,  304,  305, 
408,  552;  II,  92,  94,  96,  199 
Herren  von  —   664—669,  671—673, 
684,  686-689 

—  Klause  II,  94 
Vexen  s.  Wesen 

Viadro  Stefanus,  venet.  Gesandter  28,  29 
Viatis  Bartolomäus  i.  Nürnb.  743,  748; 

II,  193 
Vicenza  (Vincentia)  552,   669;   II,  199 

Herren  von  —  684,  686—689 
Victorinis    Franz  Xaver   u.    s.   Bruder 

Peter  Leopold  von  -  II,  230  (50) 
Videnmarcher  Joh.  Friedrich  a.  Eisenach 

II,  255  (153) 
Vidiman  s.  Wideman 
Vidman  (Widman)  a.  Villach 

Johann  748;   II,   172,   210,  227  (37) 

u.   s.    Söhne   Johann   Paul,    Martin, 

Ludwig,  Berthold,  Christoph,  David 

II,  172,  227  (36) 
Viena  s.  Wien 
Vigilasius  a.  Salzburg,  venet.  Söldner 

II,  280 
Vigo  i.  Ampezzo-Thal  II,  96 '' 
Vigorol(?)  II,  331  (67) 
Viler  (Viller)  Andreas  a.  Basel  401,  409; 

II,  65  (cf.  Vilicus) 
Vilibach  Hans  von  —  348,  366;  II,  45,  77 
Vilicus    (=  Viler,    Willer?)    Johannes 

a.  Basel  II,  65 
Villach  (Vila,  Viacum,  Bilech  ?)  46,  48, 

109,   234,   239,   322,  438,   452,   782, 

820(?);  H,  8,  20,  50,  53,  54,  57,  91, 

98,  99,  100,  172,  200,  201,  223,  254, 

278,  318  (51) 
Villingen  i.  Baden  H,  92 
Villinger  Jakob,  Rath   Maximilians  I. 

676,  692 
Vils  i.  Tirol  II,  97,  182 
Vincenz,  Bäckergeselle  i.  Vened.  II,  271, 

340  (77) 
Vincilaus  (Ballenführer?)  367,  368 
Vin9on  s.  Venzone 
Vita  (=  Lob?)  a.  Sicilien,  Jude  i.  Vened. 

II,  319  (54) 
Vital  Franciscus  i.  Antwerpen  710 
Vitalis  (=  Lob?),  Jude  i.  Ravenna  II, 

304  (31) 
Viterbo  80 
Vittori,  Podestä  v.  Padua  II,  322  (60) 

—  Pilgrin  u.  s.  S.  Marcus  II,  55 


388 


Personen-  und  Ortsregister. 


Vivien    Nicolaus,    Paulus    u.    Nicasius 

a.  Köln  II,  190 
Vodraun  s.  Federaun 
Vöhlin  (Felle,  Feltre)  Konrad  a.  Augsb.- 

Memmingen  653,   658,   676;  II,   60, 

62,   118,  122  (cf.  Foller) 
Völkermarkt  i.  Kärnthen  II,  53,  99 
Vogede  Hans  a.  Lübeck  II,  72 
Vohenstein  Hermann  a.  Nürnb.   II,  76 
Volano  i.  Südtirol  II,  94 
Volargne  a.  d.  Etsch  i.  Oberitalien  II,  94 
Volfardo  s.  Wolfhard 
Volk  Hans  a.  Nürnb.  439,  441 
Volkamer  von   Kirchensittenbach  Karl 

Friedr.  a.  Nürnb.  II,  195,  236  (88) 
Voltier  (=   Walther?),  Wollarbeiter  i. 

Vened.  II,  277 
•Von  der  Deiken  (=  Von  der  Decken?) 

Job.  a.  Bremen  II,  220  (3) 
Von    Gollen   Wilhelm    a.    Freiburg   i. 
Breisgau  II,  220  (4) 

s.   Neffe  Gervasius  Wilhelm  II,   221 
Vozle  Heinrich,  Bäckergeselle  i.  Vened. 

II,  271,  340  (77) 
Vransko  s.  Franz 
Vremestisp    (Vremestrop)    Helf    (Holf) 

de  — ,  venet.  Söldner  II,  279 
Vrouwdenbergh  Peter  a.  Lübeck  II,  72 
Vulpe  Donata  u.  Petrus  94;  II,  81 

W  cf .  Y. 

Wagenmann  Johannes  a.  Konstanz  802; 

H,  65 
Wagmann  Regina,  T.  Heinrichs  II,  257 

(185) 
Wagner  a.  Feucht  b.  Nürnb.  11,  187 

Joh.  Michael  H,  196,  211,  241  (110) 

Job.  Salomon  II,  196 
—  Hieronymus  (a.  Vened.)  II,  241  (111) 

s.  Fr.  Maria   Sybilla,   geb.  Heinzel- 
mann  H,  241  (112) 
Wagner  (?Bagnia)  a.  Salzb.  (?) 

Sebastian  u.  Wenzel  653;  II,  174 
Waiblinger  Ulrich  a.    Augsb.    II,  179, 

208 
Waidhofen  i.  Oberösterreich  II,  50 
Wais  (=  Weiss  a.  Augsb.)  742,  748 

Emmerich  (Almerigo)  742,  743,  748; 
II,  210 
Walch  Georg,  Buchdrucker   in  Vened. 

II,  288 
Walchensee  i.  Oberbaiern  II,  96 
Waldarfer  Christoph  a.  Regensb.,  Buch- 
drucker i.  Vened.  II,  287 
Wallachei,  Woiwod  Dan  HI,  817  ' 
Wallgau  i.  Oberbaiern  II,  96 
Wals  s.  Hals 


Waise    Heinrich,    genannt    Mancz, 

Ravensb.  268,  210;  II,  64 
Walter  Augustin  a.  Augsb.  II,  242  (113), 

278 
Walther  Claus  a.  Augsb.,  Bäckergeselle 

i.  Vened.  II,  274,  321  (57) 

—  a.  Augsburg 
Georg  II,  179,  210 
Ludwig  II,  Nachtr. 
Philipp  II,  178,  208 

—  Philipp  i.  München  688 
Waltstromeyer  Hans   a.  Nürnb.   II,  77 
Wangen  Johann  von  —  a.  Köln  II,  70 
Warruss  a.  Augsb.  II,  59 
Wasserburg  i.  Oberbaiern  II,  94 
Wazingz  ( Wazinger  ?)  Wenzel  (Notar?) 

i.  Kuttenberg  II,  303  (29) 

We  Johann  von  der  —  a.  Köln  II,  70 

Weber  Joh.  David  a.  Leutkirch  H,  187 

Weddegg  s.  Wedig 

Wedig  (Weddegg)  von  —  a.  Köln 
Göddert  u.  Kaspar  II,  190 
Hermann  779;  II,  190  u.  Nachtr. 

Weichmann  (Waichman)  a.  Ulm 
Daniel  Friedrich  II,  185,  211 
Georg  II,  185,  255 

Weilheim  i.  Oberbaiern   486,  508;    II, 
91,  95,  232  (66),  274 

Weiss  (Bais,  Wais)  Andreas  a.  Augsb. 
653,  658;  II,  177  (cf.  Bau) 
Emmerich  (Wais)  748;  II,  177,  179 
Konrad  (?)  II,  207,  225  (24?) 

—  Peter  a.  Ulm  364,  365;  II,  63 
Weissenburg  (ohne  Angabe  wo)  II,  275, 

326  (66) 
Weitershaim  Sebastian  II,  252  (86) 
Weitnauer   Joh.  Michael    a.    Kempten 

II,  183 
Well  Philipp  V.  St.  Goar  H,  70 
Wels  i.  Oberösterreich  322  (?);  II,  20, 

49,  51,  99 
Welsch  Johann  Christoph  (a.  Nürnb.?) 

H,  194,  211 
Welschland  755 
Welser  a.  Augsburg  II,  60,  122 

Anton    653,    658,    676;    II,    60,   62, 
118,  177 

Jakob  n,  178,  207 

Lorenz  422,  428,  429;  II,  59 

Marcus  II,  178,  209 

Philippine  II,  60 
Welsperg    (Vallisperga)    i.    Pusterthal 

Balthasar  von  —  476 
Weltz  Leonhard  a.  Nürnb.  550 
Weltzin  Elsa  a.  Nürnb.  550 
Wembding(en)  i.  Schwaben  II,  97 
Wendelin    a.    Speyer,    Buchdrucker   i. 

Vened.  II,  287 
Wendelstein  b.  Nürnb.  H,  196,  239,  240 


n 


I 


Personen-  und  Ortsregister. 


389 


Wenndrich  Friedr.   Samuel  a.   Gräfen- 

thal  i.  Thüringen  II,  192 
Werdenberg  (Vandeborg)  i.  Schwaben 

Graf  Albrecht  von  —   149 
Werfen  i.  Salzb.  II,  99,  200 
Wernigerode  i.  Harz  II,  93 
Werner  (Varnerius)   de    Cono   (?)  105; 

II,  83 

—  a.  Ips  802;  II,  53 

—  a.  Zürich,  Sensal  d.  Fond.  798 
Wernle   Jakob  a.  Delfs,    Thorhüter  d. 

Fond.  707;  II,  130 
Wesel  i.  Westfalen  759,  761;  11,93,  145 
Wesen  (Vexen)  i.  d.  Schweiz  584,  593 ; 

II,  66 
Westerberg  Kaspar  a.  Köln  II,  190 
Westfälischer  Kreis  751,  754,  755,  767 
Westhausen  i.  Thüringen  II,  248 
Wetter  Christian  a.  Basel  II,  65 
Wich  Veit  Ernst  II,  256  (163) 
Wichman    David    a.    Danzig    713;    II, 

Nachtr. 
Widemann  (Vidiman)  Balthasar,  Bäcker 

i.  Vened.  II,  221  (5),  274 

—  Berthold  a.  Salzb.  (od.  Villach?)  II, 
209 

Widholz  Daniel  a.  Augsb.  II,  179,  210 

Widmann  cf.  Vidman 

'Wien  15,  16,/ »H  4:2,  46,  56,  63,  68,  85, 
176,    184,  ^^216,    225,    237,  264,  265, 

■■''^266,  390,  4li,  420,  423,  513,  574, 
V/  653,  658,  761,  771,  794,  815,  820, 
'/^^  821 ;  II,  41,    46,   49,  50,  51,  81,  82, 

98,  99,  101,  124,  143,  170,  171,  227, 
230,  252,  255,  279,  289,  291  (3), 
297  (19),  303  (30),  307  (32),  322  (58) 

Wiener  Wolfgang  a.  Breslau  II,  192 

—  Burkhart  a.  Konstanz  II,  65 
Wiener-Neustadt  i.  Niederösterreich  236 ; 

II,  49,   50,  53,   78  ^S  82,   98,   170, 

171,  172,  200 
Wild  Leonhard,  S.  d.  Gerardus  a.  Re- 
gensburg, Buchdrucker  i.  Vened.  II, 

_  288 
Wiler  8.  Viler 

Wilsnack  i.  Prov.  Brandenburg  II,  97 
Wüten  (Wilthan)  i.  Tirol  II,  94,  201 
Wimpfen  Johann    von  —  (a.  Nümb.?) 

II,  194,  207 
Winberg  (?)   Georg  Wolfgang   von  — 

II,  252  (73) 
Windisch-Feistritz  i.  Steiermark  II,  98, 

200 
Windischgarsten   i.   Oberösterreich   II, 

99,  201 
Windisch-Matrey  i.  Tirol  II,  100 
Windsheim  i.  Mittelfranken  II,  69,  196, 

226  (31) 
Winkler  a,  Augsburg 


Berthold  II,  59 

Jak.  Gottlieb  II,  182 

Ulrich  II,  58.  307  (34) 
Winklern  i.  Möllthal  i.  Kärnthenll,  100 
Winter    Nicolaus   a.    Augsb.  310,  316, 

318;  II,  58,  59 

—  Johannes  a.  Nürnb.  535 ;  II,  78 
Wipbach  i.  Krain  11,  98 

Wirt  (Wirth,  Bierth)  a.  Ravensb. 

Johannes  286;  II,  64 

Konrad  269;  II,  64 

Ulrich  II,  64 
Wisland  Johannes  a.  Ravensb.  269 
Wittich  Veit  (a.  Nürnb.?)  II,  194,  207 
Wolf  (Bulf)  Heinrich  u.  Balthasar   a. 

Augsb.  583;  II,  60 
Wolfardo  Otto  (Utto?)  II,  249 
Wolff  Daniel   Friedr.  a.  Lengenfeld  i. 

Voigtland  II,  192 

—  Hans  a.  Nürnb.  II,  172,  195 
Wolfger  V.  Ellenbrechtskirchen  II,    91 
Wolfhard  a.  Villach,   Ballenbinder    d. 

Fond.  322;  II,  20 
Wolkenstein  (i.  Tirol),  Ritter  von  — 

Michel  422,  426,  427 

Oswald  422,  435 
Worms  671,  672,  678;  II,  46,  67,  93 
Würgner  s.  Schwab  y    lO 

Württemberg   Graf  Eberhard  i.    Bart      4^^^^/^ 

II,  101  ^^^    '^ 

Würzburg  347,  349;  II,  69,  101 

—  Bisch.  Johannes  347 


Y. 

Yms  s,  Imst 

Ypern  (Ypra)  (Tücher  a.  — )  74 

Yvanus  a.  Pordenone  1 


z. 


Zäberlein  Jakob  a.  Kempten  II,  183 
Zärlstein  (Kloster)  i.  Kärnthen  II,  201 
Zaff   Nicolaus,    reform.    Geistlicher   i. 

Vened.  II,  161 
Zagorien  i.  Kroatien  s.  Seger 
Zanchani  Donatus,  Sensal  d.  Fond.  814 
Zanetti,  Arzt  i.  Vened.  II,  256 
Zankenrid  Friedrich  II,  208 
Zawnrnde  Wilhelm,  Ritter  541 
Zehthoff  (Herberge)  s.   v.  Rottenmann- 

Tauem  i.  Steiermark  II,  201 
Zeichenmacher  (Zeichenmeister)  Barthl 

a.  Nürab.  II,  76 
Zeiller  Martin  II,  179,  260,  274 
Zeiring  (Zeyring)  i.  Steiermark  II,  50, 
51,  99 

Ober—  U,  201 


390 


Personen-  und  Ortsregister. 


1 


Zelachum  (=  Cilli?)  II,  289^ 

Zelandia  s.  Seeland 

Zelini,  Arzt  i.  Vened.  II,  249 

Zell  a.  See  i.  Pinzgau  (Salzb.)  II,   100 

Zell  Jakob  II,  252  (90) 

Zeller  Otto  Phil.  a.  Kempten  II,  183 

Zengg  (Segna)   i.  Kroatien    a.  Adriat. 

Meer  75,  622 
Ziegler  a.  Landshut?  (cf.  Gigler) 

—  Barthl  a.  Nürnb.  II,  76 

—  (a.  Strassb.  ?)  s.  Zilea 
Ziereiischaub  a.  Regensb.  II,  48 
Zigale  (i.  d.  venet.  Lagune?)  786 
Zilberti   (Ziliberti,  Gilberto)  Domenico 

a.  Trient  II,  137,  138,  173,  249 
Zilea    (=    Ziegler    a.    Strassb.?)    653; 

II,  188 
Zili  Johannes  a.  St.  Gallen  557 ;  II,  65 
Ziliberti  s.  Zilberti 
Ziller  Christoph  a,  Laibach  II,  54 
Zimmernaann  Johann  Matthias  (a.  Nürn- 
berg?) II,  196 


Zink  Burkhard  a.  Augsb.  II,  59 

Zirl  i.  Innthal  II,  94,  199 

Zittau  i.  Sachsen  II,  192 

Zodoler  Johannes   a.  Regenb.   559;  11, 

38,  49,  83 
Zofingen  i.  d.  Schweiz  II,  199 
Zoller  Georg  a.  Memmingen-Augsburg 

748;  II,  184,  210 
Zorigum  s.  Zürich 
Zorzi  s.  Georg 

Zorzi  Pietro,  Visdomino   d.  Fond.  699 
Zuam,  Zuan,  Zuane  s.  Johannes 
Zucher    Ambrosius,    Bartholus,    Fran- 

ziscus  II,  250  (28) 
Zürich  (Cerigo,  Zorigum)  82,  593,  793, 

798;  II,  66,  280  (?) 
Zug  i.  d.  Schweiz  593;  II,  66 
Zuglio    (Julia  Carnica)   i.    Carnien   II, 

100 
Zusmarshausen   i.    Schwaben   II,    199, 

200 
Zwingenberg  i.  Baden  II,  97 


e 


Glossar 


d.  h.  Verzeichniss  seltenerer  oder  schwieriger  zu  erklärender  lateinischer,  ita- 
lienischer und  deutscher  Wörter.  Für  die  Vertheilung  derselben  unter  die  eine 
der  drei  folgenden  Gruppen  war  mir  die  Sprache  des  Originals  massgebend. 
Bezüglich  der  Art  der  Citirung  gilt  dasselbe,  was  bei  dem  Personen-  und  Orts- 
register bemerkt  wurde. 


a)  Lateinisch. 

abacus  Buchführung  24,  525 
acconcium  Ordnung  204,  240 
admidolae  =  amigdolae  Mandeln  223 
affidare  sicherstellen  136,  499 
affinatura  Verfeinerung  9,  216 
agnellini  Lammsfelle  789 
ag09ia  (agocii?)  Gepäck?  57,  249,  250 
aleviatio  Erleichterung  306 
ambra  Bernstein  212,  488 
amonitum  =  admunitum  aufgefüllt  276 
ancona  Altartafel  483 
appostare  auflauem  537,  540 
archeticus  dolor  =  arthritica  Gicht  268 
atengi   (acengi?   arengi?)    e.   Fischart 

(oder  Häring?)  II,  291  (3) 
atteratum  mit  Erde  angefüllt  276 
auricalcum  Messing  487,  491 
aurum  filatum Goldfaden,  Golddraht  158 
auscultare  vorher  prüfen?  510,  522 

bachalaria  =  baccelleria  (ital.)  Verkehrt- 
heit 221,  223 

ballesta,  ballista  de  cornu  Armbrust 
aus  Hom  791 

balleta  kleiner  Ballen  163 

balneari  nass  werden  163,  171 

balonus  grosser  Ballen  163 

banchalia  Altartücher  386 

bandum  Gesellschaft  203 

baratum  ad  —  auf  Tausch  224 

baylia  Erlaubniss,  Macht  II,  292 

berlina  Pranger  146 

biretum  Barett  386 

bisacchus  Mantelsack  52,  265 

bivarum  Biberfell  386 


bocharani  s.  bucharani 

bombex  Baumwolle  273 

bota,  botta  Fass,  Tonne  193;  II,  291  (3> 

bragales  e.  Münzsorte  86,  96 

briga  Streit  73,  185  a 

bucharani  e.  feiner  LeinenstoflF  56  (88), 

800 
bucheta  =  bocchetta  (ital.)  Schliesse  (?) 

II,  294  (11) 
bullare  mit  glühendem  Eisen  zeichnen 

II,  299  (23) 
burcha  (?)  grössere  Barke,  Lastschiff  325 
busolarius  Schachtelmacher  II,  319  (53) 
bussola  =  cista  Kiste?  II,  306  (31) 
butiglarii  Kleinhändler  260 

calare  herunterlassen  203 
canella  =  cannella  Spule  43 
canevacium  Weisszeug  52 
caneva9ia  grobes  Einpacktuch  199 
canipa  Schenke  31 

canipacium  =  canevacium  grobe  Lein- 
wand 164 
caniparius  Schenkwirth  212 
canipum  =  canapo  (ital.)  Hanfseil  20S 
caparum  Kaufschilling  166 
capellus  Hut  212 
capirones  Sturmhauben?  36,  37 
capsitula  Kasten  38 
capucii  Kaputze  223 
carichum  Ladung  221 
carigiator  =  caricator  Lader  451 
caroba  =  carruba  Johannisbrod  787 
casarolus  Käsehändler  108 
cave9ium  (?)  Abfall,  Rest  109 
cendatum  e.  Seidenzeug  88 
centura  Gürtel  II,  294  (11) 


392 


Glossar. 


=   cessionarius  Aktionär? 


cessonarius 
587 

cinamonum  Zimmt  II,  294  (10) 

circare  untersuchen  212 

circari  sich  suchen  lassen  II,  293  (8) 

coclear  Löffel  II,  294  (11) 

coUare  schmelzen  104 

conscientia  Mittheilung  342 

cordones  Schnüre,  Strähnen  80 

credentia  de  —  teneri  =  secreto  ten. 
geheim  gehalten  werden  260 

cruceta  =  crocetta  Kreuzchen  II,  304  (31) 

crucimanus  =  trucimanus,  turcimanus 
Dragoman,  Dollmetsch  249,  250 

cuminum  Kümmel  234 

cunini  =  pellicule  cuniculorum  Kanin- 
chenfelle 340 

cuntio  in  —  tenere  in  gutem  Stand 
halten  694 

cuppa  Kelch  II,  304  (31) 

curiaca  Kürass  37 

defalcare  abziehen  II,  302  (29) 
dicta  Schuldforderung  597 
diffalcatio  Abzug  558 
dimicator  Fechtmeister  (?)  II,  299  (23) 
disbrigare  schadlos  halten  301 ;  II,  312 

(42) 
disfacere  wegnehmen  168 
drapedelli  Lappen  203 
drictum  dictrum  Recht,  Zoll  114, 131, 301 

elargare  se  —  sich  ausbreiten,  sich  ein- 
lassen, zu  Grösserem  verpflichten  154 

encantum  =  incantum  Versteigerung  9 

epicaustorium  Kamin  307 

erogare  unterstützen  II,  316  (47) 

expulsi  von  der  Berathung  ausgeschlos- 
sen 584 

extimaria  Schätzeramt  262 

extimator  Schätzer  262 

falla  Irrthum  113 

fardellettum  kleines  Bündel  242 

fardellum  Bündel  164 

fatus  =  fatto  (ital.)  zubereitet  450 

felzetus  Gondeldach  386 

femenelli  wilde  Schösslinge  (im  Safran) 

326 
filus  muri  Mauerbalken  99 
forum  facere  einen  Vertrag  absehliessen 

II,  300  (26) 
franchisia  Freiheit  262 
fratalea  Bruderschaft  331 
frixatura  =  fregiatura  (ital.)  Besatz  II, 

299  (23) 
frixiachesii  Friesacher  Münze  162 
frixium  Ausputz,  Bordüre  223 
frustare  =  flagellare  geissein  II,  299  (23) 


funda  Beutel  55 

furatula  kleiner  Laden  oder  Betrug  212; 

II,  292  (6) 
fustaneus  Barchent  236 
fuxina  Schmelzhütte  216 

garbasus  =  carbasus  Segel  203 

geto  =  getto  (ital.)  Schmelzen,  Giessen 

216;  n,  336  (74) 
grana  Kermes  386 
guastum  Schaden  142 
guastus  verdorben  273 


havere  Habe  67 
hosterius  Gastwirth 


105 


100 


imbolium  (?)  Umhüllung  386 
impedire  se  —  sich  kümmern 
impediri  belangt  werden  164 
imprestita  Anleihe,  Schuldscheine  297, 

414,  424 
improperacio  Beschimpfung  373 
infilzata  barcha  gedeckte  Barke  537 
inpeticio  Rechtsanspruch,  Anklage  271 
intacare  angreifen  597 
intromittere  beschlagnehmen  15,  16 
—  aufschieben  418 
intromissio  Aufschub  418 
investire  Geld  mit  Nutzen  anlegen  188, 

236,  799,  809 
involutura  Umhüllung  386 

josum  =  deorsum  abwärts  246 

laniare  zerreissen,  umstossen  152 

lardo  (statt  lardum)  Speck  II,  298  (21) 

latonum  Messing  487 

liga  Legirung  179 

ligatius  Packet  84 

loesti  leicht?  cf.  panni  386 

lotones   e.  halbe  Unze  (=  Loth?)  298 

ma9ii  Büschel,  Strähnen  158 
manganum  Mang  168;  II,  300  (25) 
mantile  Tischtuch  386 
marangona  e.Thurmglocke  inVened.  537 
massa  auri  et  argenti  gegossenes  Gold 

und  Silber  179 
me9anus  Unterhändler  103,  221, 222, 260 
merzarius  Krämer  162 
messetaria  Abgabe  83 
minera  Erzgrube,  Bergwerk  567 
minuta  Konzept  622 
monstra    =    mostra    (ital.)    Platz    zur 

Schaustellung  247 
muda  =  muta  Zoll,  Mauth  246 
muda  =  mutatio  Wechsel  392 

nap(p)a  Kamin  307,  544 


I 


Glossar. 


393 


norabratoria?  II,  298  (21) 
nudius  tertius  vorgestern  586 

ordegnum?  Napf  II,  298  (21) 

pala  ab  altari  Altartafel  485 

palata  Pfahlwerk  87 

pancia  Bauch,  Leib  386 

panni  bastardi  iinächt,  gefälscht?  386 

blavi  blau  386 

loesti  leicht  386 

medii  mittlerer  Qualität  386 

vergati  gestreift  386 

vervi?  386 
paonacius  (?)  violett  386 
paraxides  Schüsseln,  Näpfe  11,  294  (11) 
partitum  Uebereinkunft  565 
passavolantia  Kanonen  597 
paternoster  298 

percotare  =  pillottare  (ital.)  mit  bren- 
nendem Fett  beträufeln  II,  298  (21) 
perictio  Schadenersatz  147 
pesatura  Wäggeld  83 
placitare  Berufung  einlegen  418 
platena?  II,  298  (21) 
plati  a  vino  Barken  mit  Weinkufen  87 
platinae  auri  Goldbarren  303 
platus   equus  gemeines  Pferd  (?)  553, 

558 
ple9aria,   plezaria   Bürgschaft  72,  171, 

230,  231,  234,  275,  303,  788 
plegius,  plezius  Bürge  2,  288,  303 
poiesus?  386 

portonarius  Thorhüter  212 
postergare  vernachlässigen  363 
practicator  Unterhändler  513 
presonerius  Gefangener  223 
procavium?  Vorstand  375 
prode  Interessen,  Zinsen  414 
proferta  Anerbieten  303 
punta  =  puncta  Stich,  Spitze  II,  300  (26) 

racio  (?)  Atlas  386 
ragatius  Diener  300 
reaptare  wiederherstellen  99 
recaptare  se  —  sich  loskaufen  223 
recatare  -     ricattare  (ital.)  wieder  er- 
langen 203 
recipere  wegnehmen  361 
refusio  =  restitutio  Ersatz  58 
relatare  berichten  327 
remanere  gewählt  werden  527 
remissio  Genugthuung 
reobarbarum  Rhabarber  164 
resta  Zugseil?  203 
revolutio  =  ambitus  Krümmung  102 
risma  cartarum  Riess  Papier  266 
rixa  Streit  788 
ronzenus  equus  gemeineres  Pferd  558 


saccuta  =  saccata,  sachata  e.  Torturart 
II,  298  (21) 

salia  e.  Kleiderstoff  63 

salnitrium  Salpeter  241,  283,  450,  552 

samitarius  Seidenweber  225 

samitus,  sciamitus  pillosus  Sammt  46, 61 

saraxinesca  serratura  Fallschloss  163 

sartia  Tauwerk  203 

sarzia,  sarza  e.  gröberer  Leinwandstoff 
386,  488 

scalo  ?  geschrägter  Balken  ?  642 

scansare  abschaffen  342 

scaraguayta  Scharwächter  II,  294  (10) 

scarsella  Geldbeutel  IJ,  303  (30) 

scilati  =  schirato,  scoiattulo  (ital.)  Eich- 
hörnchen 367 

segale  Roggen  563 

serratura  Verschluss  163 

seta  ab  equo  Rosshaar?  224 

sforziata  barcha  Galeerenbarke?  802 

siligo  Winterweizen  563 

sindon  e.  leichter  Seidenstoff  46,  84 

spatum  auf  Spulen  gezogen?  158 

speciaria,  spiciaria  Spezereien  75 

spingere  wegstossen  163 

sta9onarii  =^  stationarii  Krämer  260 

stagnum  Zinn  229,  236 

stangata  =  stanghetta ?  (ital.)  Gitter? 
11,  303  (30) 

storta  =  scorta  (ital.)  Führer,  Beglei- 
ter 249 

strictum  behindert  230 

stronzata  moneta  beschnittene  Münze  97 

Studium  Bureau,  Schreibpult  364 

suffultura  Besatz  386 

supportari  ausgenommen  werden  304 

tabulariprozessiren,  belangen  lassen  460 

taia  =  tallea  Bauholz  246 

talea  =  taglia  (ital.)  Preis  auf  den  Kopf 
eines  Verbrechers  oder  Lösegeld  537, 
584 

talium  (?)  =  taglio  (ital.)  Messerschneide 
II,  300  (25) 

tansare  besteuern  338 

—  abziehen  187,  260 

tanxare,  taxare  beschützen?  230,  231 

tegmen  Schutzhaus  694 

tela  lintea  dealbata  gebleichte  Lein- 
wand 267,  268,  270 

teracium  =  terazzo  (ital.)  Fussboden  II, 
298  (21) 

terraltum  (?)  233 

thoUomacius  Dollmetsch  790 

torti9a  Seil  203 

tracta  Zoll  179,  799 

tractus  Verkauf,  Ausfuhr,  Zoll?  565 

tratum  Verth eilung  303 

turcimanus  Dollmetsch  300 


394 


Glossar. 


urberarius  =  urburarius  Zolleinnebmer 
II,  303  (29) 

valsia  =  valisia  Felleisen  55 

vara  sine  —  ohne  Falsch,  wahrlich  378 

vari?  e.  Pelzart  (vom  grauen  Eich- 
hörnchen) 301,  367,  386 

varnacee  =  varnacchia  Gewand  367 

varotas  ad  —  zum  Grauen  Eichhörn- 
chen? II,  322  (60) 

vasselum  kleineres  Gefäss  193 

vastnm  =  guastum  Schaden  138 

vellutum  Sammt  223 

velus  Schleier  212 

venderigula  =  venderigola  (ital.)  ^==  re- 
vendicola  Trödlerin  II,  300  (25) 

vera  =  virga  Stange  b.  Kupfer  II,  299 
(24) 

vergati  gestreift  (cf.  panni)  386 

veri  Gläser  201 

vermileus?  Cochenüle  88 

vervi?  panni  386 

vianenses  Wiener  Münze  264,  265 

victura  Fuhrlohn  177 

9affaranum  Safran  80,  785 

zalonus  =  gallonus  Borde,  Tresse  386 

zanchata  fenestra  vergittertes  Fenster 
520 

zatra  =  zattera  (ital.)  Flossholz  246 

9in9iber  Ingwer  222 

zucharum  Zucker  75,  273 

zuchari  pulvis  Staubzucker  241,  338 

zupparius  salis  Vorstand  der  Salzgru- 
ben 358 

b)  Italienisch. 

affazeto  =  affaccettato  eckig  geschnit- 
ten II,  336  (73) 

amontare  =  ammontare  Summe,  Be- 
trag 558 

ampuö  =  ampö,  ancora  ferner  II,  321  (56) 

anditi  Gänge,  Corridors  657 

antimonio  Spiessglas  II,  197 

arsin(t)ico  Arsenik  II,  197 

artesani  =  artigiani  Handwerker  II, 
342  (81) 

avanzi  Waarenreste  699 

baldekino  e.  Seidenstoff  II,  105 

banca  de  scola  Vereinigung  der  Häup- 
ter einer  Bruderschaft  II,  337  (75) 

baracani  Berkan  (Wollenstoff)  721 

batioro  Goldschläger  810 

bertoelli  =  bandelle  Thürbeschläge  ? 
n,  197 

bulgari  (pulgari)  gewerckte  Kalbsfelle 
(Juchten)  II,  197 


camocato  e.  Seidenstoff  II,  105 

campione  Muster  708 

canoni  Ofenröhren  657 

cantante  lautend  741 

cappelletti  Köpfchen  der  Gewürznelken 

II,  119,  198 
carise,  carisea,  kirsei  e.  Wollenzeug  II, 

197,  342  (81) 
cebelini  =  zibellini  Zobel  II,  197 
chanevapa  =  canevazza  Einpacktuch  338 
cimare  scheeren  619 
colar  schmelzen  II,  334  (71) 
comin  Kümmel  338 
cordeladi  e.  feiner  Wollenzeug  II,  197 
corduani  Saffian  II,  198 
cunar  =  cugnar,  coniar  schlagen,  graben 

II,  334  (71) 

desasio  =  disagio  Noth,  Beschwerde  661 
detta  =  ditta  Firma  741 
dopleti  u.  doploni  Futterbarchent 
dreto  =  diritto  Recht  702 

exbursar  auslegen,  bezahlen  522 

finiti  ducati   abgenützte,   ausser   Kurs 

gesetzte  Dukaten?  712 
for90  —  sforzo  Heer,  Gros    644 
friseto  Organsinseide  II,  197 

galanga  Kalmuswurzel  II,  119 

galla  Galläpfel  II,  198 

geto  =   getto   Schmelzen,    Giessen  II, 

336  (74) 
giozza  Schlagfluss  II,  249 
grisolotti   (Bezeichnung    für   geringere 

Kaufleute)  657 
grograni  ==  grosgrain  e.  Seidenstoff  721 

herbazi  e.  Wollenstoff  721 

indrezzo  =  indirizzo  Leitung,  Einrich- 
tung 777 
insir  =;  uscire  fortgehen  488 
inzenso  Weihrauch  II,  119,  198 

levare  aufnehmen,  aufzeichnen  596 

loue  zeruieri  Luchsfelle  II,  197 

lume  di  rocha  =  Alon,  Alaun  II,  198 

mal  nascente  Geschwulst  II,  249 
manizar  =  maneggiare  verwalten  636 
maramato  Goldbrokat  II,  105 
marcheseta  Schwefelkies  II,  197 
mazis  Muskatblüthe  II,  119,  198 
mazuccho  Starrkrampf  II,  249 
myra  Myrrhe  II,  198 

ormasin ,   ormesino  e.  Seidenstoff  708 ; 
II,  198 


n 


Glossar. 


395 


pesteygi  e.  Frucht?  II,  198 
petecchie  Scharlach?  II,  249 
pignoU  Zirbelnüsse  II,  198 

poloni  e.  Tuchart  II,  197 
portegalli  =  porticali  Gänge  657 

quelori  =  colori,  coloro  jene  11,  335  (71) 

reale  e.  Münzsorte  777 

redrizzar  =  indirizzare  richten,  wenden 

II,  820  (55) 
remesso  lavorar  de  —  mit  Holz  belegen, 

einlegen  II,  253 
resteigno  d'oro  e.  Tuchart  II,  198 
ri3igal(lo)  Rauschgelb,  Schwefelarsenik 

II,  197 
rovano  rothgrau  708 

sachetti  Räucherkissen?  706 

santoni  e.  Tuchart  II,  197 

sarsse  =  sarze  grobes  Wollentuch  II,  197 

scontro  kontrollirender  Beamter  657, 707 

semenzina  Wurmsamen  II,  119 

sensa  =  ascensione  Himmelfahrt  Christi 

707 
soffito  Deckenverzierung,  Plafond  703 
sparagnar  ersparen  II,  334  (71) 
spasemo  =  spasima   Reissen,   Krampf 

II,  250 
spazar  wegschaffen  579 
spendadore  Wirthschafter  705 
spiga  Lavendel  II,  197 
spoiar  =  spogliare  berauben  II,  335  (71) 
stuore  =  stuoja  Strohmatte  338 

tegname  =  tigname  Räucherwerk   338 

uva  passa  Rosinen  338 

uva  di  Candia  Rosin- Weinbeeren  II,  198 

vavole  =  vajuole  Blattern  II,  249 
verzin(o)  Brasilienholz  88 
viandanti    (Bezeichnung    für    kleinere 
Kaufleute)  653,  657 

zaffero  =  zaffera   Saffara   e.  Färbstoff 

II,  197 
zagho,  zago  =  chierico  Geistlicher  II,  257 
zambellotti  Kamelotte  II,  119,  198 
zeloni?  II,  197 
zugatoni?  e.  Stoff  II,  105 


c)  Deutsch. 

abenteuer  Kleinodien  U,  106 
abschaiden  fertig  werden  350 
akaley-tuch  II,  106 


anstal  Waffenstillstand  667 
anstellen  verschieben  687 
aufslagen  Aufschub  672 
aussrichtung  Erledigung  oder  Entschei- 
dung 348 

bedaht  Erwägung,  Bedenkzeit  669 

behaben  beweisen  379 

bekomenlich  bequemlich  669 

berichten  ordnen  366 

beriten  angreifen  666 

berueblich  =  beruoweliche  ungestört  676 

beruhemen  erzeigen  779 

boxhorn  Johannisbrot  II,  104 

bursat  halbseidenes  Zeug  II,  106 

chriechel  e.  Weinsorte  202 
corosyn?  II,  105 
cotpoln  e.  Fischart  II,  105 
cremessyn  Karmoisin  412 

darlegen  =  darlehen  Aufwand,  Kosten 

687 

entslahen  befreien  687 
erbessern,  erbesserung  Verbesserung  759 
erleiden  darauf  bestehen  666 
erwinden  fehlen,  mangeln  759 

flecken  Stück  Zeug  379 
furbassmer  weiterhin  364 
fürbilden  festsetzen  704 

gehellen  Zustimmung  667 

gere  Begierde  498 

gerewmen  einen  —  tag  geben  einen  Tag 

anberaumen  428 
gestimbt  erwähnt  686 
geverde  on  —  ohne  Hinterlist  354 
geverlich  hinterlistig  432 
gewant  =  verwant  betheiligt  366 
gezierde  die  Reichskleinodien  466 
gloriät  s.  lörgat 

glunffen  =  Glufen  (Heftlein)?  II,  197 
gugler  Leinenzeug  II,  106 

hantierung  Kauf  handel  413 
hausen  e.  Fischart  II,  105 
herbraht  von  früher  her  im  Besitz  364 
hüttenrauch  II,  105 
hundskappen  Visier  oder  Sturmhauben 
II,  106 

imber  Ingwer  II,  198 

irios?  (=  lat.  iris)  Veilchenwurzel  II,  198 

Joppenseide  II,  106 

jornal    Einnahme-    und    Ausgabebuch 
II,  40 


396 


Glossar. 


n 


kamlit  =  kamelot  Wollenzeug  II,  105 
kanel  =  cannella  (ital.)  Zimmt  II,  105 
karatti  =   carati  (ital.)   e.  Steuer  (Ge- 

richtssporteln  ?)  468 
kemlin-gewand  Zeug  aus  Kameelhaaren 

II,   106 
keren  ersetzen  438 
kinla-belg  Kaninchenfelle  II,  197 
kotzen  grober  wollener  Mantel  II,  105 
kröpffelle  Halsstück  von  Pelz  II,  106 
künleinfelle  Kaninchenfelle  II,  106 
kyrsat  e.  Zeugname  II,  106 

lecz  =  letze  Abschiedsgeschenk  707 
lörgat  =  gloriät  Lärchenharz  II,  105 
löschen  eine  Art  Leder  zum  Einpacken 

n,  105 
luttrung  =  liuterung  Erläuterung  369 
lyrichhosen  =  larichhosen?  von  feine- 
rem" Werch  II,  106 

mainsten  am  —  am  meisten  761 
malvasi  e.  Weinart  202 

palmatseide  II,  106 
pavpen  besuchen,  frequentiren  852,  503 
peyeri  e.  Leinwandart  II,  197 
phennwert  =  phennincwert  Verkaufs- 
artikel 438 
plahen  grober  Rupfen  II,  105,  197 
plewg  =  bleug  schüchtern  335 
poccaschyn  =  bocassino  (ital.)  Doppel- 
futterbarchent II,  105 
postzendel  e.  Tuchart  II,  198 
prechenthalb    =    brechenhalb    wegen 

Mangels  428 
prennt?  II,  105 
pruefen  bemerken  427 

rupfen  Leinwand  aus  Werg  II,  197 

sabaina  =  sabina  (lat.  u.  ital.)  Oel  oder 
Erucht  vom  Sade-  oder  Sevenbaum 
II,  106 

sarrasmat?  II,  105 


scheinbote  bevollmächtigter  Stellver- 
treter 354 

schmer  Fett  II,  105 

schuldbuch  e.  Art  Rechnungsbuch  II,  40 

(seidenarten  II,  198) 

serwitz  =  zirbitzer,  Drogue  aus  der 
Zirbelnuss  II,  197 

spintel?  II,  105 

spongrün  Grünspan  II,  197 

stattzendel  e.  Tuchart  II,  198 

sturzhauben  e.  Schleierart  II,  106 

tegel  Lehm?  II,  105 
terrant?  II,  105 
töckelseide  II,  106 
troyisch  gewicht  Troy-Gewicht  (numis- 
matischer Terminus)  379 
truseinhosen?  II,  106 

überfaren  übertreten,  unterlassen  517 
ubersiglich  zur  Besiegelung  688 
umbetriben  belästigen  466 
unterwinden  sich  —  sich  bemächtigen 

364 
urpiettung  Erbieten  688 

vastmus  Fastenspeisen  202 
verdaht  betheiligt  366 
verfurtelung  Uebervortheilung  755 
veriol  =  vetriuolo,  vitriolo  (ital.)  Spon- 
grün, Grünspan  II,  197 
Verlag  Benützungsrecht?  775 
vertedingen  verhandeln  366 
Verwesung  Verwaltungsbezirk  691 
volgan  vollzogen  werden  452 

wetschgertaschen  Felleisen  II,  197 
widerkeren  zurückgeben  369 

yrch  gearbeitete  Bockhäute  II,  105 

zelen  erklären  498 
zendeldort  e.  Tuchart  II,  198 
zitwar  e.  bittere  Wurzel  II,  105 
zockeln  Holzsehuhe  II,  106 


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3588 
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Simons feld,  Henry 

Der  Fondeco  dei  Tedeschi 
in  Venedig.